Dreadpflege und Affenzirkus
9 april 2022, Sri Lanka ⋅ ⛅ 30 °C
Marjolein. Langsam wird es Zeit für eine Dreadpflege. Zum Glück finden wir hier in Mirissa auch jemanden, der einmal mit der Häkelnadel durch meine Haare gehen kann. Es ist Dasun von „Comic power Woody cottage“, der uns kurzerhand abholt und in sein kleines Paradies mitnimmt. Wir haben wahnsinnig interessante Gespräche über sein Leben und seine Einstellung zum Leben. Und dann kocht seine Frau auch noch ein super leckeres Rice and Curry für uns!🤤
Von unserer Unterkunft in Mirissa können wir täglich zwei verschiedene Affen-Großfamilien beobachten und es ist herrlich mitanzusehen, wie sie die Stromleitungen entlang balancieren, herumspringen und toben. 🐒Meer informatie
Workaway
12 april 2022, Sri Lanka ⋅ 🌧 22 °C
Marjolein. Nach einer wahnsinnig langen Anfahrt, die den ganzen Tag gedauert hat, sind wir endlich in Haputale angekommen. Haputale, das ist der Ort, indem wir unser erstes Workaway machen. Arbeit gegen Kost und Logis. Wir dürfen in einem Guesthouse mithelfen, aber was genau unsere Aufgaben sind werden wir noch erfahren. Wir freuen uns schon so lange darauf, endlich wieder arbeiten zu können und nebenbei auch noch etwas Geld zu sparen.🙂
Wir planen mindestens eine Woche hier zu bleiben (11.04 - 19.04) und wenn es cool ist auch gerne länger.
Wenn es cool ist… Schnell macht sich Ernüchterung bei uns bereit. Viraj, der Sohn des Besitzers und unser Ansprechpartner, ist nicht cool. Er hat einen ganz komischen Humor, macht teilweise total gemeine Witze und redet hauptsächlich ironisch mit uns, sodass wir nie wissen, was er jetzt ernst meint und was nicht. Es ist einfach ziemlich anstrengend in seiner Gegenwart. Leider hat er uns auch überhaupt nicht mit seiner Familie bekannt gemacht, geschweige denn uns genau erklärt, was unsere Aufgaben sind. Wir sind ziemlich enttäuscht und fühlen uns hier gar nicht wohl.☹️
Die Familie von Viraj (seine Eltern, drei Brüder und eine Schwester) sind im Gegensatz zu ihm aber super nett und herzlich. Mit ihnen verstehen wir uns gut und als Viraj zwei Tage nicht im Haus ist, können wir die Zeit endlich zumindest etwas genießen. Wir bekommen Einblick in eine echte sri-lankische Küche und wie die Zubereitung der traditionellen Gerichte vonstatten geht. Ich darf sogar bei der Herstellung von Kokosmilch helfen, was wirklich eine tolle Erfahrung ist - und wahnsinnig aufwendig noch dazu! Und Rainer lernt von Farina, der Mutter, wie man den guten traditionellen sri-lankischen Tee zubereitet - das ist nämlich nicht mit der Teezubereitung aus Deutschland vergleichbar und gleicht eher einer Kunst - wenn man Farina so reden hört.😜
Die Familie kann unser Unwohlsein trotzdem nicht wirklich mindern. Denn zu der unglücklichen Situation mit Viraj kommt noch hinzu, dass das Wetter richtig schlecht ist. Haputale liegt in den Bergen und es regnet die meiste Zeit und es ist super neblig. Wenn die Sonne mal scheint und der Nebel sich verflüchtigt, ist die Aussicht auf die Berge hier wunderschön und die Teeplantagen kommen richtig toll zur Geltung.⛰
Leider sind diese Momente eher die Ausnahme. Durch den vielen Regen und den Nebel ist die Luftfeuchtigkeit enorm hoch, was dazu führt, dass nichts trocknet und so ziemlich alles (inklusive unser komplettes Zimmer) ständig klamm ist.
Diese hohe Luftfeuchtigkeit führt auch dazu, dass sämtliche Zimmer der Unterkunft schimmelig sind. Es fühlt sich nicht gut an, diese Zimmer, in dem miserablen Zustand in dem sie sind, für die Gäste sauber zu machen. Zumal sauber machen für uns etwas anderes bedeutet als das, was wir angewiesen sind hier zu machen..
Die Schimmelbelastung, die auch vor unserem Zimmer keinen Halt gemacht hat, führt dazu, dass es Rainer gesundheitlich, sobald er unser Zimmer betritt, schlecht geht. Er hat Heuschnupfen ähnliche Symptome, die augenblicklich verschwinden, wenn er das Zimmer verlässt. Seine Symptome werden immer schlimmer und es wird schnell deutlich, dass wir nicht länger hier bleiben können und wollen. Daher und auch wegen der allgemeinen Situation beschließen wir, doch schon am Montag abzureisen.
Wir haben aber einiges für uns gelernt und sind auch an dieser Situation gewachsen.
(Und ja, wir haben bei den Sonnenuntergangs- und Regenbogenbildern KEINEN Filter benutzt, das sah wirklich so aus.)Meer informatie
Adam's Peak
15 april 2022, Sri Lanka ⋅ ☁️ 16 °C
Marjolein. Innerhalb des Workaways haben wir netterweise die Möglichkeit für zwei Tage weg zu gehen um gemeinsam Zoe und Mathis, den Franzosen die wir in Mirissa kennen gelernt haben, den Adam’s Peak zu besteigen. ⛰
Der Adam’s Peak ist ein heiliger und 2243 Meter hoher Berg hier in Sri Lanka und eine Pilgerstätte für Buddhisten, Hindus, Muslime und Christen, denn oben bei dem Gipfel soll ein Fußabdruck, der Sri Prada (dt. Heiliger Fuß), von Buddha oder von Adam oder von Shiva, oder vom Apostel Thomas sein - je nachdem welcher Religion man Glauben schenken möchte. Die Pilgersaison startet am Vollmond-Tag (Poya-Tag) im Dezember und endet mit dem Vesak-Fest im Mai, außerhalb dieser Zeit ist das Wetter zu schlecht.
Während der Pilgersaison ist der ganze Weg beleuchtet und es gibt immer mal wieder Teestuben und kleine Shops bei denen man sich stärken kann. Und die sind wirklich hilfreich! Der Weg ist nämlich echt eine Herausforderung: Er besteht ausschließlich aus Stufen. Wie viele es genau sind, wurde bislang noch nicht ausgerechnet. Aber es sollen mehr als 5.200 sein. Einige Stufen unterscheiden sich sogar um bis zu 50 cm! 😱
Den Adam’s Peak kann man von zwei Seiten besteigen, vom Norden und vom Süden. Wir entscheiden uns für Nallathanniya (Dalhousie), die kürzere Route über Norden. Dafür müssen wir also von Haputale mit dem Zug nach Hatton fahren. Die Fahrt dauert circa vier Stunden und es ist die schönste Zugfahrt, die wir beide bisher hatten!🛤
Es geht vorbei an sattgrünen Reisfeldern, hohen Bergen und Wasserfällen. Wir genießen die Fahrt in vollen Zügen (höhö) und wir bekommen richtig Lust auf das gute Wetter.
Am Bahnhof Hatton angekommen geht es mit dem Bus weiter nach Nallathanniya. Während der Fahrt, die eindeutig nichts für sensible Mägen ist, wird mir leider auf meine Schuhe gekotzt. Glücklicherweise können wir diese in unserer Unterkunft waschen und wir hoffen, dass sie noch bis zum Start der Wanderung trocknen.
Wir treffen Zoe und Mathis, gehen gemeinsam essen und verabschieden uns dann früh, um noch etwas Schlaf zu bekommen.
Zurück im Zimmer bekommen wir von der Unterkunft einen Föhn um meine Schuhe trocken zu föhnen - ein Glück.
Der Wecker klingelt in aller Früh, um zwei Uhr nachts nämlich, und dann geht es endlich los. Durch den gut ausgeleuchteten Weg benötigen wir nicht einmal unsere Taschenlampen. Schnell beginnen die ersten Stufen und ich bin ganz erstaunt, wie schwer es sein kann eine Treppe zu laufen. Es ist jetzt schon, nach gerade einmal 15 Minuten, super anstrengend! Was habe ich mir nur hierbei gedacht?!🤦♀️ Zoe und Mathis haben wir übrigens schon längst vorgeschickt, die beiden sind gut trainiert und gehen regelmäßig auf irgendwelchen französischen Bergen wandern.
Zwischenzeitlich habe ich einfach keine Lust und keine Kraft mehr - Sonnenaufgang ist schließlich Sonnenaufgang!
Doch dank Rainers Motivation und meinem Ehrgeiz haben wir den Gipfel aber schließlich nach 2 1/2 Stunden erreicht. Wir sind mächtig stolz auf uns und super glücklich☺️
Allerdings frieren wir jetzt auch ziemlich doll. Hier oben weht der Wind stark und da wir uns nicht mehr bewegen wird uns richtig kalt.
Aber dann endlich fängt es an heller zu werden und Stück für Stück offenbart sich die Sonne. Leider haben wir den ganzen Prozess des Sonnenaufgangs nicht in voller Länge gesehen, da wir kurz vorher beschlossen haben schon mal den Rückweg anzutreten und dann in der Menschenmenge, genau mit einem Gebäude vor der Nase, stecken geblieben sind. Als wir schließlich endlich einige Meter vorrücken können, sehen wir die Sonne auch und jetzt wird deutlich, dass sich die ganze Mühe zu einhundert Prozent gelohnt hat! Denn, wer hätte es gedacht: es ist doch nicht nur irgendein Sonnenaufgang! Er ist wirklich sehr besonders und wunderschön🌄
Leider müssen wir aber auch wieder runtergehen. Und die 5200 Stufen hinunter zu steigen ist nicht minder anstrengend und schnell schmerzen die Knie. Rainers Beine fangen dazu noch fürchterlich zu zittern.
Nach weiteren 1,5 bis 2 Stunden ist es geschafft und voller Glücksgefühle treten wir die Rückfahrt nach Haputale an.
Ich bin sehr stolz auf mich, denn schon wieder bin ich über mich hinaus gewachsen und habe meine eigenen Grenzen überwunden 💪Meer informatie
Nine-Arches-Bridge, Ella
20 april 2022, Sri Lanka ⋅ ⛅ 25 °C
Marjolein. Wir sind in Ella angekommen. Ella ist eine sehr bekannte Stadt hier in Sri Lanka, weil hier die wunderschöne Zugstrecke nach Kandy anfängt. Dies hat aber zum Nachteil - zumindest für uns - dass Ella super touristisch und dementsprechend teuer ist.
Aber wir sind erstmal einfach nur froh, aus dem kalten, nassen Haputale fort zu sein.
Hier in Ella geben wir auch unsere komplette Wäsche ab, um sie zum dritten Mal zu waschen, da diese ziemlich klamm geworden ist und schon angefangen hat zu müffeln. Außerdem müssen wir unsere Rucksäcke aussortieren und Sachen ordentlich sauber machen - einiges schimmelt nämlich😣
Hier in Ella gibt es aber auch mehr zu tun als Wäsche zu waschen: Hier gibt es die berühmte Nine-Arches-Bridge, die ein super beliebtes Fotomotiv ist. Und das zu Recht. Es ist wirklich ziemlich imposant, wie sie sich inmitten von Reisfeldern und grünen Bäumen erhebt. Als wir unten an den Gleisen stehen kommt auch der Zug, auf den wir so sehnlichst gewartet haben. Was für ein toller Moment! 🛤Meer informatie
Surftage
22 april 2022, Sri Lanka ⋅ ☁️ 26 °C
Rainer. Im Wasser merke ich wie jeder Druck von mir abfällt und ich einfach nur sein kann. Das wohlige Schwappen der Wellen und eine kühle Morgenbrise umgeben mich. Die Sonne zeigt die ersten wärmenden Strahlen hinter den kleinen Wolken am Horizont und lässt erahnen, wie heiß es bald wird.
Die Wellen sind zunächst sehr flach und ich verbringe mehr Zeit mit Warten als mit Surfen. Die Vorfreude und Entspannung weicht einem inneren Druck und dem Ehrgeiz endlich größere Wellen zu surfen. Die Wellen bleiben aus, der Druck bleibt. Ich versuche mich dann schließlich an einigen Wellen und merke wie sich das neue Brett unter mir wackelig anfühlt, wie es etwas schwermütiger übers Wasser gleitet. Die Welle zieht unter mir fort und lässt mich liegen wie ein ausgespucktes Kaugummi, ich habe zu wenig gepaddelt. Ich paddle wieder raus und versuche es erneut. Gleiches Ergebnis. Nachdem es nun endlich funktioniert merke ich, was ich zuvor befürchtete, das Brett ist wackliger als das vorherige und ich schaffe es nicht aufzustehen. Wackelig taumle ich hin und her, versuche Halt zu finden und eh ich mich versehe plumpse ich auch schon ins Wasser. Zu meinem Ehrgeiz und dem Druck gesellt sich nun noch Ungeduld hinzu und ich schwinge mich wieder aufs Brett. Ich will es nun noch mehr und stecke noch mehr Energie in die nächste Welle. Meine Ungeduld sprudelt nun nur so aus mir heraus. Ich finde nun etwas Halt, freue mich, werde hastig und falle wieder. Ich verbringe einige Zeit unter Wasser um mich zu sammeln. Das ist ohnehin hilfreich, denn ich merke wie mehrere Wellen eine nach der anderen immer wieder über mir brechen. Da lässt es sich doch unter Wasser ganz gut aushalten.
Wieder draußen im Line-Up angekommen merke ich, dass es nicht viel Sinn macht wie ich an die Sache herangehe und nehme mir vor mich erstmal zu sammeln. Und wie klappt das am besten: Ablenkung. Ich wackle ein wenig mit meinen Zehen im Wasser, trommle etwas mit den Fingern auf dem Brett herum und schaue den anderen Surfern zu. Wirklich eine tolle Idee, denn bei Ihnen klappt es mitunter hervorragend und mit einer Leichtigkeit, die ich an diesem Morgen bei mir noch nicht gesehen habe. Ich nehme also schnell eine nächste Welle und auch diese verschluckt mich, spuckt mich aus und durchgewaschen komme ich wieder im Line-Up an.
Das hat ja hervorragend funktioniert mit der Ablenkung und dem Sammeln. Neben Druck und Ehrgeiz kommt nun noch Wettbewerb dazu. Ich rutsche mit meinem Hintern auf dem Brett hin und her, drehe mich von rechts nach links als würde plötzlich neben mir die Lösung auftauchen. Vor lauter Gewackel verliere ich schließlich fast das Gleichgewicht und sehe dann eine Schildkröte, wenige Meter von mir entfernt, die kurz Luft holt und genau so schnell wieder abtaucht. Herrlich! Also doch gar nicht so ein schlechter Morgen. Was habe ich ein Glück sowas miterleben zu dürfen.
Ich fühle mich wieder mehr als Teil des großen blauen Nass und nun klappt es auch mit dem Surfen. Die Schildkröte, oder eine andere, zeigt sich noch einige Male und ich fühle keine Anspannung mehr. Jeglicher Druck, Ehrgeiz und Wettbewerb ist von mir abgefallen.
Ohne diesen Druck, Ehrgeiz und Wettbewerb klappt schließlich alles besser. Vor Allem fühle ich mich besser.Meer informatie
Auf der Suche nach den grauen Riesen
23 april 2022, Sri Lanka ⋅ ⛅ 31 °C
Marjolein. Wir haben uns bewusst dagegen entschieden hier in Sri Lanka einen Roller, ein Tuktuk oder sonst ein motorisiertes Fahrzeug zu mieten, um den Einheimischen keinen Sprit wegzunehmen. Aber hier in Arugam Bay kann man Fahrräder mieten! Und darauf haben wir so richtig Lust!🚴♀️
Wir mieten uns also für fünf Tage zwei Fahrräder und nach dem Essen geht es los - natürlich wie immer in der prallen Mittagssonne. Aber das ist uns egal. Ausgerüstet mit unseren Kameras und zwei Flaschen Wasser radeln wir munter los, Richtung Panama (so heißt der nächste Ort).
Es ist wahnsinnig heiß und staubig, aber wir haben richtig Bock!
Wir radeln vorbei an nassen Reisfeldern und unendlich vielen Pfauen. Leider schaffen wir es nicht ein gutes Foto von ihnen zu machen, da sie super schissig sind und jedes Mal sofort wegrennen, wenn wir anhalten.
Und dann sehen wir eine ganze Horde von Kühen, die an der Straße entlang wandern!🐂
Aber eigentlich sind wir auf einer ganz anderen Mission unterwegs: Elefanten.
In Sri Lanka sieht man mit großer Wahrscheinlichkeit wilde Elefanten und die suchen wir heute. Immer mal wieder entdecken wir Elefantenpoop und es riecht auch nach Elefant, aber wir sehen keinen.
Als es ziemlich nach Regen aussieht und die Wolken immer dunkler werden machen wir uns auf den Rückweg. Als wir gerade anhalten um etwas Wasser zu trinken kommt uns ein Einheimischer auf seinem Roller entgegen und sagt, dass weiter hinter ihm ein Elefant keine 100 Meter vom Straßenrand entfernt ist. Also schwingen wir uns auf unsere Räder und fahren hin.
Und tatsächlich, ein einzelner Elefant!🐘Meer informatie
Trincomalee - Tauchen
5 mei 2022, Sri Lanka ⋅ ⛅ 30 °C
Rainer. Nachdem wir uns in Hikkaduwa noch gegen das Tauchen entschieden haben, um etwas Geld zu sparen, ist es nun in Trincomalee endlich soweit. Wir gehen wieder tauchen! 🤿
Nachdem wir ein, in unseren Augen, geeignetes Tauchcenter gefunden haben, sind wir zunächst auch etwas aufgeregt. Es ist das erste Mal, dass wir uns mit einer Rückwärtsrolle vom Boot ins Wasser begeben. Spannend! 🫣
Wie echte Kampftaucher begeben wir uns also in unser Einsatz Gebiet und erspähen unsere Missionsziele: Blaupunktrochen, diverse Moränen, Clownfische (”Nemo”), Halterfische (”Khan”) und vieles mehr. 🐠🐟
Wir lieben es! ❤️Meer informatie
Coral Island und Irakandy
6 mei 2022, Sri Lanka ⋅ ☁️ 32 °C
Marjolein. Nach dem Tauchen wollen wir auch noch einen Schnorchelausflug machen, denn hierbei kann man Riffhaie beobachten!😱
Gemeinsam mit Peter und Kathi schnorcheln wir bei Irakandy und Coral Island und kommen wirklich in den Genuss Schwarzspitzen-Riffhaie und andere Fische sehen zu können😍
Und wir versuchen uns alle vier im Freediving! Ich finde, wir sind auch ganz gut. Der Druckausgleich ist so allerdings schwieriger.
Abends gehen wir dann nochmal ins Meer um das leuchtende Plankton zu sehen und wow, ist hier viel davon zu sehen!! Es ist so schön! Hoffentlich ist es irgendwann so viel, dass wir es endlich filmen können um euch daran teilhaben zu lassen🥹Meer informatie
Anuradhapura - Vesak Tag
15 mei 2022, Sri Lanka ⋅ ☁️ 28 °C
Rainer. Anuradhapura, die Hauptstadt der Nord-Zentral Provinz Sri Lankas, wurde im Jahr 993 nach einer Invasion der Chola-Dynastie geplündert und zerstört. Zuvor war sie tausend Jahre lang das politische und religiöse Zentrum singhalesischer Königsdynastien und die neuntgrößte größte Stadt der Welt.
Heute, wie damals, ist sie ein bedeutsames Pilgerzentrum für Buddhisten, da sich im Zentrum der Altstadt der Sri Maha Bodhi, eine Pappelfeige, befindet. Folglich der Überlieferungen wuchs die Pappelfeige aus einem Zweig jenes Baumes unter welchem Siddartha Gauthama, der Buddha, in Nordindien die Erleuchtung (”Bodhi”) fand. Er wurde 288 v. Chr. gepflanzt und ist damit der älteste von Menschenhand gepflanzter Baum mit bekanntem Setzdatum. Aus den Samen des Baumes, den Bodhi-Samen, werden die heiligen Gebetsketten, die Malas, hergestellt.
Die Erleuchtung Buddhas, so wie seine Geburt und sein Todestag, waren in der Vollmondnacht des vierten Monats. Dieser Tag, genannt Vesak Tag, ist seitdem einer der größten Feiertage unter Buddhisten weltweit. Es werden Blumen dargeboten, Öllampen entzündet, meditiert und gebetet. Zudem werden Häuser und Straßen mit sogenannten “Kudus”, selbstgebastelten bunten oder weißen Laternen, geschmückt. Sie gelten als das Licht Buddhas und sollen ebenso eine Darbietung zur Erleuchtung sein. An den Feiertagen sind Schlachthäuser geschlossen, Alkohol verboten und es wird nur vegetarisches Essen serviert - eigentlich. Ebenso gilt es als Pflicht der Buddhisten an diesen Tagen für Glück und Wohlstand aller zur Sorgen, insbesondere für schlechter Gestellte, Alte, Behinderte und Kranke.
Wir erlebten das Fest als sehr formell und andächtig, was für uns zunächst ein ungewohntes Gefühl ist, da das Miteinander ansonsten immer sehr locker und quirlig ist. Beim Betreten der Tempelanlagen wurden bereits frühzeitig die Schuhe ausgezogen und es ging durch eine Sicherheitskontrolle. Wir trafen hier viele Männer, Frauen und Kinder jeden Alters, die meisten weiß und festlich gekleidet. Vielen waren ins Gebet und Meditation vertieft und das scheinbar für mehrere Stunden. Die Feierlichkeiten verteilten sich, neben dem Sri Maha Bodhi, auch auf umliegende Stupas, insbesondere die erste Stupa des altertümlichen Sri Lankas (Mahiyangana Raja Maha Vihara).
Insgesamt erleben wir bei der Ausübung des Buddhismus hier eine große Differenz im Ausleben dieses. Eine Grundsatzfrage, der wir oft begegnet sind und einige Unterhaltungen darüber führten, ist ob Buddhismus eine Religion oder eine Lebensphilosophie ist. Es wird als eine der fünf Weltreligionen benannt und ist im Gegensatz zu diesen aber keine theistische Religion, sondern gründet auf philosophischen Überlegungen und Leitlinien zur Lebensführung.
Auch Marjolein hat eine Blume angeboten bekommen, um eine Darbietung zu erbringen. Hierbei wurde Marjolein erklärt wie genau sie dies zutun hat und auf die Einhaltung der Formalitäten wurde dabei sehr geachtet.
Ich empfinde den Buddhismus für mich eher als Lebensphilosophie und in diesem Zusammenhang eher als konstruktiv und nicht, wie bisherige Religionen, als destruktiv.Meer informatie
Sunrise Pidurangala
17 mei 2022, Sri Lanka ⋅ ☁️ 24 °C
Marjolein. Von Anuradhapura geht es weiter nach Sigiriya. Hier will ich schon lange hin. Man kann hier nämlich - mit etwas Glück - wilde Elefanten einfach an der Straße sehen!
Und außerdem gibt es hier das Weltkulturerbe, den Sigiriya, einen Monolithen mit alten Ruinen. Sigiriya leitet sich von „Singha Giri“ ab, was „Löwenfelsen“ bedeutet, weswegen Sigiriya auch Lionsrock genannt wird. Der Eingang, das sogenannte Löwentor, liegt inmitten zweier riesiger Löwentatzen🦁 Der Eintritt kostet pro Person jedoch 30 USD, weshalb wir entscheiden, dass wir nicht auf den Lionsrock wollen. Aber unser neuer Host, Sanath, erzählt uns, dass wir auch auf den Pidurangala-Felsen hinauf können, da wir von ihm aus einen super Blick auf den Lionsrock, vor allem zum Sonnenaufgang, haben und dieser kostet nur ca. 2,50 Euro pro Person. Schnell ist die Entscheidung getroffen und so buchen wir mit ihm eine Sonnenaufgangstour zum Pidurangala.
Aber erstmal gibt es abends ein romantisches Candle Light Diner auf der Dachterrasse für uns. Mit Feuerschalen aus Kokosnüssen, Cocktails, stimmungsvoller Musik und Blumen verteilt auf dem Tisch.
Es ist so romantisch, dass ich sogar denke, dass Rainer das alles geplant hat und ich heute einen Antrag bekomme! Guess what: Bekomme ich nicht😅
Am nächsten Tag geht es im Dunkeln um 5 Uhr los, wir fahren durch den Dschungel und ich hoffe so sehr, Elefanten zu sehen aber leider sehen wir keine.
Der Weg hoch auf den ungefähr 200 m hohen Berg verläuft durch einen buddhistischen Tempel, weswegen wir stellenweise unsere Schuhe ausziehen müssen (mit bloßen Füßen tritt Rainer dann leider in irgendeinen Poop). Dann dürfen wir glücklicherweise die Schuhe wieder anziehen, denn jetzt wird geklettert!
Ich hatte erwartet, dass auf Berge klettern nach Adam’s Peak ein Klacks wird, aber Pustekuchen.
Mit Händen und Füßen, mit eingezogenen Bäuchen und riesigen Schritte erklimmen wir so Stück für Stück den heiligen Felsen🧗♀️
Es ist anstrengend, wir schwitzen, es ist so warm. Sanath reicht uns immer wieder seine Hand um uns hochzuziehen. Er klettert flink wie ein geübter Kletterer - und das in Flip Flops! Und dann sind wir endlich oben, die ersten Sonnenstrahlen brechen hinter den Bergen hervor, der kalte Wind pfeift uns um die Ohren. Durch den Wind ist es kalt hier oben und ich bin froh, dass ich meine Strickjacke dabei habe.
Nach und nach erscheint die Sonne am Horizont und wird immer größer🌄
Sie erwärmt uns und scheint uns ins Gesicht.
Gegenüber der Sonne regnet es und so können wir in der Ferne sogar einen kleinen Regenbogen sehen!Meer informatie
Rosenquarzberge und Höhlentempel
18 mei 2022, Sri Lanka ⋅ ☁️ 29 °C
Marjolein. In Sigiriya (die Stadt heißt genauso wie der Berg) gibt es selbst nicht mehr allzu viel zu sehen und daher beschließen wir den Aktivitätsradius zu erweitern.
Im Internet bin ich auf die „Rose Quartz Mountains“ gestoßen. Diese Rosenquarzgebirgskette (von den Einheimischen Jathika Namal Uyana genannt) und selten von Touristen besucht wird, ist eine Reihe von rosa Quarzbergen, eingebettet in grünen Eisenholzwäldern - die größte Ansammlung solcher Wälder in ganz Sri Lanka. Die Bergkette als solche hat eine 550 Millionen Jahre alte Geschichte!
Die Wälder sind im Vergleich dazu relativ neu: es wird angenommen, dass der Eisenholzwald (auch Na-Forest genannt) im 8. Jahrhundert n. Chr. angepflanzt wurde. Ursprünglich sollte der Wald buddhistischen Mönchen aus Indien als Zuflucht dienen. Der Wald diente aber wohl auch den schlimmsten Kriminellen als Zufluchtsort. In dem Wald waren sie gesetzlich unantastbar. Als Buße mussten sie jedoch die Eisenholzbäume pflanzen, das Ergebnis der über 2000 Jahre sieht man heute: Das Gebiet um Jathika Namal Uyana ist über 2500 Hektar groß und wurde 2005 zum nationalen Kulturerbe erklärt.
Der endemische Eisenholzbaum, auf singhalesisch Na Baum, ist der Nationalbaum Sri Lankas. Es ist ein heiliger Baum, der eng mit dem Buddhismus verbunden ist, weshalb es auch auch verboten ist ihn zu fällen oder sein Holz zu verwenden🌳
Gemeinsam mit Sanath brechen wir schließlich auf um die Rosenquarzberge zu erklimmen. In dem Wald, in dem die Bäume ziemlich hoch gewachsen sind, riecht es nach Natur, frischem Grün und Freiheit. Die alten Bäume spenden uns angenehmen Schatten vor der Sonne.
Bei jedem Schritt knirscht es lauter und lauter unter unseren Sohlen und beim Hinsehen ist klar, was da so knirscht: Rosenquarz! Wir kommen den Edelsteinbergen also immer näher!
Bevor wir schließlich den Berg erreichen kommen wir noch an einer kleinen Quelle vorbei, bei der das Wasser ganz natürlich durch den Edelstein gefiltert wird.
Und dann ragt der Berg vor uns in die Höhe⛰
Es sieht mehr aus wie ein etwas schmutziger, ganz normaler steiniger Berg aus. Aber je näher wir dem Berg kommen, je mehr wir auf ihm klettern, desto mehr wird deutlich, dass es wirklich ein riesiger ungeschliffener Edelstein, umhüllt von seiner natürlichen Schutzschicht ist. Überall auf dem Boden liegt abgesplitterter Rosenquarz und schillert je nach Sonnenstrahlung in rosa, lila, pinken und weißen Farben💎
Aus den spitzen Steinbrocken bricht ganz leicht ein Rosenquarzstück ab und wir halten ungeschliffenen, unperfekten Edelstein in der Hand.
Oben am Gipfel steht eine Buddha Figur, bei der wir nach einer Weile Schutz suchen müssen, denn, wie Sanath richtig gesehen hatte, kommt ganz plötzlich ein große Regenwolke direkt auf uns zu und entlädt sich direkt über uns. Der Wind sorgt noch zusätzlich dafür, dass der Regen uns kalt von allen Seiten erwischt. Und nicht nur der kleine Hund, der uns im Wald zugelaufen ist und uns seitdem begleitet hat, friert. Schließlich lässt der Regen nach und wir können uns auf den Rückweg machen.
Bevor wir zurück zur Unterkunft fahren, besuchen wir noch den Höhlentempel in Dambulla. Insgesamt sind es vier unterschiedlich große und unterschiedlich alte Tempel mit bunten Wandmalereien, etlichen Buddha- und Königsfiguren aus den verschiedensten Materialien wie Teakholz, Mahagoni, Ziegelstein und vielen weiteren. Es gibt sogar eine Buddhafigur, die aus dem Felsen selbst gebaut wurde und somit mit der Höhle verbunden ist.Meer informatie
Ceylon und 25 Jahre Bürgerkrieg
21 mei 2022, Sri Lanka ⋅ 🌬 30 °C
Marjolein. Jaffna, von dieser Stadt im Norden Sri Lankas haben wir hauptsächlich eines gehört: „Jaffna ist anders.“ „Die Menschen sind anders.“
Eine Geschichte die das Land bis heute prägt..
Seit Beginn des 16. Jahrhunderts waren die Portugiesen in Sri Lanka, damals noch Ceylon, präsent und haben 1619 schließlich auch Jaffna erobert. 39 Jahre später, im Jahr 1658, fiel die Stadt und, abgesehen vom Königreich Kandy, auch der Rest des Landes in die Hände der Niederländer. Von 1796 bis 1948 war Ceylon schließlich Teil des Britischen Weltreichs, bis es nach friedlichen Verhandlungen unabhängig wurde. Am 22. Mai 1972 wurde Ceylon in Sri Lanka umbenannt.
Die ersten Jahre der Unabhängigkeit waren geprägt von der zunehmenden Macht des singhalesischen Nationalismus und den wachsenden Spannungen zwischen der singhalesischen Bevölkerungsmehrheit und der tamilischen Minderheit im Norden.
Die Spannungen stammen noch aus der Kolonialzeit und rührten daher, dass die Tamilen häufig als Verwaltungsbeamte herangezogen wurden, da sie häufig schriftkundig waren. Die Singhalesen haben die Tamilen deshalb mit der Kolonialmacht identifiziert und mit der Unabhängigkeit wollten die Singhalesen den Machtvorsprung beseitigen.
In den nächsten Jahren kam es zu immer schwereren Ausschreitungen in Jaffna, bis der Konflikt zwischen den beiden Bevölkerungsgruppen 1983 schlussendlich in einem Bürgerkrieg endetet. 1986 zog sich das Militär aus Jaffna zurück und die Stadt kam unter die Kontrolle der paramilitärischen Organisation „Liberation Tigers of Tamil Eelam (LTTE)“, deren Ziel die Unabhängigkeit des Norden und des Ostens Sri Lankas vom Rest der Insel war. Im Dezember 1995 eroberte die sri-lankische Armee die Stadt zurück, die bis zum Ende des Bürgerkriegs unter der Kontrolle der Regierung war. Allerdings war Jaffna ab dem Jahr 2000 von dem Rest von Sri Lanka abgeschnitten, da die LTTE den strategisch wichtigen Elefantenpass erobert hatten.
Im Jahr 2009 endete der Bürgerkrieg schließlich nach 25 Jahren und schätzungsweisen 80 bis 100 Tausend Toten mit dem Sieg über die LTTE. Diese Organisation wird übrigens von 31 Staaten (u.a. Indien, USA und EU) als terroristische Organisation eingestuft und ist bis heute aktiv.
Die dominierende Bevölkerungsgruppe Sri Lankas sind die Singhalesen mit 74,9 Prozent (Stand 2012), danach kommen mit 15,4 Prozent die Tamilen, wobei man der noch einmal zwischen den Sri-Lanka-Tamilen (11,2 Prozent) und den indischen Tamilen (4,2 Prozent) unterscheiden muss. Letztere Wurden während der Kolonialisierung aus Indien nach Sri Lanka geholt, damit sie im zentralen Hochland auf den Plantagen arbeiteten. Das ist auch der Grund, weshalb die meisten Sri-Lanka-Tamilen in der Nord- und Ostprovinz leben und die indischen Tamilen im zentralen Hochland. Es gibt zwei Landessprachen: Singhalesisch (Sinhala) und Tamil. Damit sich die Bevölkerungsgruppen untereinander verständigen ist Englisch die gemeinsame Sprache.
Die aktuelle Flagge (auch Löwenflagge) gibt es seit dem 17. Dezember 1978.
Der Löwe (Sanskrit: Singha) ist das Symbol der Singhalesen. Der Löwe steht für Tapferkeit, in seiner rechten Vorderpfote hält er ein Schwert. In den vier Ecken der Flagge ist je ein goldenes Blatt des Bodhibaums abgebildet. Die vier Blätter stehen für die buddhistischen „himmlischen Verweilzustände“: Güte, Mitgefühl, Mitfreude und Gleichmut. Der safranfarbene Streifen steht für die Volksgruppe der Tamilen und der grüne Streifen für die muslimische Volksgruppe. Der weinrote Hintergrund steht für die mehrheitliche Bevölkerungsgruppe, die Singhalesen. Die gelbe Umrahmung soll die Einheitlichkeit des Landes zeigen.
Jaffna, die Hauptstadt der Nordprovinz, gelegen auf der Jaffna-Halbinsel, ist rund 360 km von der Hauptstadt Colombo entfernt und war lange Zeit nur über eine Straße (Elefenatenpass) erreichbar. Seit 2011 gibt es neben dem Elefantenpass noch eine zweite Straße über die man Jaffna erreichen kann. Die Stadt befindet sich am Ufer einer Lagune, vor der mehrere kleinere Inseln liegen.
Nach wie vor haben viele Einheimische (Singhalesen) ein negatives Bild von den Tamilen und dem Norden und uns wurde auch einige Male davon abgeraten in den Norden zu reisen.Meer informatie
Gottheiten und ein Eistempel
22 mei 2022, Sri Lanka ⋅ ☀️ 29 °C
Marjolein. Etwas, dass uns sofort in Jaffna auffällt ist, dass die Menschen uns hier kaum beachten. Wir werden nicht nach einem Tuktuk gefragt oder wo wir hin möchten. Einerseits ist es angenehm, andererseits ist es total merkwürdig so „ignoriert“ zu werden.
Die Gründe hierfür könnten sein, dass die Menschen hier nicht so abhängig vom Tourismus sind wie in anderen Teilen Sri Lankas. Hier müssen sie also nicht um unsere Aufmerksamkeit kämpfen und wir sind ihnen mehr oder weniger egal. Ein anderer Grund kann sein, dass die Menschen hier mit ihren eigenen Themen viel mehr beschäftigt sind, das Trauma des Krieges wirkt noch nach. Außerdem haben wir den Eindruck, dass die momentane Situation Sri Lankas und der drohende Bankrott hier nochmal deutlicher zu spüren sind. Hier scheinen die Menschen jedenfalls weniger glücklich als in anderen Städten und die meisten haben einen sehr ernsten Gesichtsausdruck, der manchmal verschwindet, wenn man sie freundlich anlächelt und grüßt. Aber all das wundert nicht angesichts der Tatsache, dass die meisten Menschen denen wir begegnen in unserem Alter oder älter sind. Sprich sie haben die 25 Jahre Krieg miterlebt und können sich gut daran erinnern. Von Reisen in den Norden und insbesondere Jaffna wurde lange abgeraten und erst seit 2009 ist es überhaupt wieder möglich - trotzdem lassen viele Reisende den Norden aus.
Jaffna liegt näher an Indien als an der Hauptstadt Colombo. Das Essen ist hier im Norden also primär indisch. Wie gut mir das schmeckt seht ihr im Video!🙃
Die Mehrheit der Tamilen sind Hindus und so auch die Tempel. Es gibt hier einen sehr bekannten hinduistischen Tempel, den Nallur Kandaswamy Kovil, der größte Hindu-Tempel Sri Lankas. Er ist dem Kriegsgott Murugan (Skanda) gewidmet. Gemeinsam mit Jin, einem Südkoreaner den wir bereits aus Trincomalee kennen, besuchen wir den Tempel🛕
Schon von Weitem sehen wir das Dach des Tempel, deren goldene Lackierung, von der Sonne angestrahlt, leuchtet und glänzt.
Bevor wir den Tempel betreten dürfen müssen wir die Schuhe ausziehen und unsere Füße waschen. Mit nassen Füßen laufen wir dann über den warmen Sand zum Eingang.
Vor dem Tempel liegen zerschlagene, halbierte Kokosnüsse, um Wünsche erfüllt zu bekommen und nun den Krähen als Fressen dienen🥥
Vor dem Eingang müssen alle Männer aus Respekt vor den Gottheiten ihr Oberteil ausziehen und mit nacktem Oberkörper den Tempel betreten. Fotografieren im Tempel ist nicht erlaubt.
Der Boden fühlt sich angenehm kühl an und auch die dicken Tempelwände geben etwas von ihrer Kühle ab. Direkt hinter dem Eingang befindet sich eine kleine Gruppe betender Menschen. Sie stehen vor zwei Männern, die auf dem Boden sitzend laut aus zwei Büchern vorlesen. Während die Frauen mit gefalteten Händen vor der Brust beten, werfen sich die Männer bäuchlings auf den Boden und drehen den Kopf dabei in jede Richtung.
Wir gehen links herum und kommen an einer kleinen Opferstelle vorbei. Der Tempel ist so gebaut, dass wir einmal im Kreis gehen können. In jeder Ecke befindet sich ein kleiner Altar, auf denen die buntesten Blumen niedergelegt sind💐
Wir laufen weiter und können jetzt einen Blick auf die bemalten Wände werfen. Sie zeigen bunte Bilder der verschiedenen Gottheiten des Hinduismus. Wir erkennen Shiva und den Stier, Ganesha, den Elefantengott, Krishna mit der Flöte und Vishnu mit den vier Armen. Leider wissen wir nicht, welche Bedeutungen die verschiedenen Szenarien haben. Trotzdem haben die Bilder eine positive Wirkung auf uns, sie sind detailreich gemalt und es werden keine grausamen Situationen gezeigt.
Der Tempel hat insgesamt viele Verschnörkelungen und ist in der Mitte offen, sodass die Sonne hineinscheinen kann. In der Mitte befindet sich ein großes Wasserbecken, das zurzeit aber durch Zäume abgeriegelt ist. Vielleicht wird sonst gemeinsam im dem Wasser gebadet.
Wir verlassen den Tempel wieder.
Hier in der Nähe soll es eine gute Eisdiele geben. Und bei dem Wort „Eis“ ist Rainer nicht mehr zu halten und so laufen wir die zehn Minuten zu „Rio’s Ice cream“ und bestellen uns je einen Eisbecher für knapp einen Euro!🍨 Und es ist wahrlich das beste Eis, das wir, seit wir unterwegs sind, hatten!🤤Meer informatie
Delft Island: Wildpferde statt Porzellan
23 mei 2022, Sri Lanka ⋅ ⛅ 31 °C
Marjolein. Für heute haben wir etwas Besonderes geplant, wofür wir auch früh aufstehen. Wir wollen heute auf Delft Island, auch Neduntheevu oder Nedunthivu genannt, die rund 30 km vor der Küste Jaffnas liegt. Delft Island ist rund 8km lang und 6km weit und liegt circa 60km von Indien entfernt.
Der Name Delft ist, wie einige vielleicht richtig raten, ein Überbleibsel aus der Zeit der niederländischen Kolonisierung. Die Stadt Delft gibt es nämlich auch in den Niederlanden.
Von Jaffna geht es zunächst für circa 60 Minuten mit dem Bus zum Fährhafen nach Kurikadduwan. Die Fahrt führt uns schnell raus aus der lebhaften Stadt auf ruhigere Straßen.
Wir fahren auf einer schmalen Straße entlang, umringt vom Meer, in denen vereinzelt Fischer ihren Fang begutachtet.
Wir schauen verträumt aus den Fenster, lassen unsere Gedanken genau wie die Landschaft vorbeiziehen und dann plötzlich trauen wir unseren Augen kaum - mitten im Wasser auf einer kleinen Sanddüne stehen rosa Flamingos!🦩
Am Hafen angekommen müssen wir noch warten und wir kommen ins Gespräch mit einem Einheimischen. Er arbeitet auf Delft und fährt jeden Montag auf die Insel und freitags zurück nach Jaffna. Es ist ein langer Arbeitsweg. Das Wartehaus füllt sich nach und nach mit Menschen und es fällt auf, das wir zwei die einzigen zwei Ausländer sind.
Das ändert sich auch nicht, als wir auf’s Boot können. Wobei.. es ist viel mehr ein kleiner schmaler Kutter. Es gibt nur sehr wenige richtige Sitzplätze und die sind bereits alle besetzt. Die restlichen Sitzplätze entstehen dadurch, dass sich die Einheimischen einfach auf den Boden des Kutters setzen. Das ist insofern problematisch, als das das Boot sowie schon nicht für die Menge an Menschen auf dem Boot ausgelegt ist und so natürlich auch noch mehr Platz verloren geht. Wir stehen dicht an dicht, Rücken an Rücken und an Motorrad. Vor uns steht nämlich ein Motorrad, das auch nach Delft soll, aber zumindest können wir uns so an ihm festhalten🚣
Ich mache mir Sorgen, ob wir es auf die andere Seite schaffen. Das Boot hat eine deutliche Schieflage. Aber immerhin soll jeder eine Schwimmweste anziehen - dann kann ja gar nicht schiefgehen!
Es ist heiß, die Sonne knallt mit voller Wucht auf unsere Köpfe und es gibt keinerlei Schutz vor ihr. Unsere Füße schlafen ein, wir können sie nicht anders bewegen, da überall Körper auf dem Boden sitzen. Wir verlagern das Gewicht mal auf den linken und mal auf den rechten Fuß. Das Boot schaukelt auf den Wellen hin und her, ab und zu werden die Menschen am Bootsrand nass. Plötzlich merke ich, wie sich mein Blickfeld verkleinert, an den Sichträndern wird es immer dunkler, meine Hände und Füße kribbeln, in meinen Ohren fängt es an zu rauschen.
Langsam lasse ich mich mit Hilfe nach unten gleiten, ehe ich von alleine hinfalle🥴 Mein Stehnachbar funktioniert sich zu meinem Sonnenschutz um und Rainer gibt mir Wasser. Und dann höre ich die erlösenden Worte: „It’s just five more minutes, Madam.“
Nach über 60 Minuten wackliger Fahrt legt das Boot endlich sicher am Hafen an und es gibt kein Halten mehr: Ohne nachzudenken springen die Menschen von Bord und werfen die Schwimmwesten achtlos auf den Boden. Wir warten bis sich der Trubel gelegt hat und steigen dann aus.
Nach der Kontrolle spricht uns ein Tuktukfahrer an, er fährt uns zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten und pünktlich wieder zum Hafen - das Boot fährt nämlich nur einmal zurück. Wir starten die Tour in einem Restaurant - leider gibt es nichts zu Essen, stattdessen kaufen wir eine kühle Pepsi und dann geht die Tour los🛺
Wir sehen einige Sehenswürdigkeiten, aber bis auf den Baobab-Baum und den Wildpferden behalten wir die Besonderheiten nicht so sehr in Erinnerung.
Den Baobab-Baum haben vermutlich arabische Kaufleute mit auf die Insel gebracht. Normalerweise gibt es ihn nur in Afrika und Australien, aber durch das trockene, heiße Klima hier auf der Insel ist er gut gewachsen🌳
Die Wildpferde sind ein Überbleibsel aus der Kolonialisierung, die Restmauern der Ställe sind noch auf der Insel zu sehen. Heute sind sie von der Regierung geschützt und dürfen die Insel nicht verlassen🐴
Die Sehenswürdigkeiten an sich sind einen Besuch nicht unbedingt wert. Es ist die Insel selbst, die einen Besuch wert ist. Es ist ihre Abgeschiedenheit, das Ursprüngliche, das Wilde und ihre Besonderheit, die die Insel sehenswert machen.
Denn ganz Delft ist ein altes Korallenriff! Die Insel wurde auf Korallen gebaut und der Boden hat anstelle der üblichen Steine Korallen. Etliche alte und teils neue Gebäude bestehen aus Korallen! Und auch heute noch benutzen die Inselbewohner tote Korallen um damit ihre Grundstücke abzugrenzen und Mauern zu bauen. Viele Korallen sehen aus wie Gehirne, einige wie Schwämme und andere wie weiße Baumrinde. Es sieht unglaublich schön aus. Sie fühlen sich unterschiedlich spitz und kalt an.
Nach fünf Stunden auf der Insel verlassen wir diese wieder und nach der, diesmal deutlich angenehmeren und leereren Fahrt auf dem Meer und der Busfahrt im Stehen haben wir Jaffna endlich erreicht und uns ein kühles und leckeres Eis wahrlich verdient!🍨Meer informatie
Zuhause sind die Affen los!
24 mei 2022, Sri Lanka ⋅ 🌧 26 °C
Marjolein. Nach den drei Tagen Jaffna geht es für uns wieder zurück nach Sigiriya in unsere Lieblingsunterkunft: „Dream Villa Sigiriya“ - eine absolute Empfehlung!🥰
Ich habe die ganzen letzten Tagen bereits mit Lakmini, der Besitzerin, Kontakt gehabt und sie freuen sich mindestens genauso sehr wie wir uns, dass wir wieder zurück kommen!☺️
Nach der anstrengenden Busfahrt kommen wir endlich an. Die ganze Familie erwartet uns bereits freudig mit Passionfruit-Saft! Lakmini und Sanath, ihr Mann, begleiten uns zu unserem Zimmer und auf dem Bett thront dieses mal kein Schwan aus Handtüchern, sondern ein Elefant mit Blume im Rüssel!🐘🌸
Wir haben sofort wieder das wohlige Gefühl im Bauch und strahlen über beide Ohren. Es ist einfach schön wieder Zuhause zu sein, denn das ist die Unterkunft mit den beiden Gasteltern in der kurzen Zeit für uns geworden: unser Zuhause🧡
Am nächsten Tag werden wir von lautem Stampfen und Affengeräuschen geweckt. Denn um unser Zimmer herum und auf der Dachterrasse tummeln sich jeden Morgen und jeden Nachmittag etliche Affenfamilien🐒
Sie toben, sie spielen, essen, lausen sich gegenseitig und sind vor allem wahnsinnig neugierig.
Wir haben die Möglichkeit als heimlicher Beobachter bei ihrem alltäglichen Leben dabei zu sein und genießen das Zuschauen. Nur wenn sie uns zu nahe kommen und dabei mit ihren Zähnen fletschen greifen wir zur Wasserflasche um sie zu verscheuchen. Aber eher das Wasser sie auch nur ansatzweise berühren kann sind sie mit ihren flinken Füßchen schon längst verschwunden.Meer informatie
Große und kleine Riesen
25 mei 2022, Sri Lanka ⋅ ⛅ 30 °C
Marjolein. Heute werden wir von Sanath gefragt, ob wir nicht gemeinsam mit zwei deutschen Mädels eine Elefanten-Safari durch den Hurulu Eco National Park machen wollen. Da wir sowieso Lust auf eine Safari hatten und durch die Mitfahrenden Geld sparen können sagen wir zu.
Am Ende sind wir dann zu sechst, mit einem weiteren deutschen Paar. Gemeinsam mit Sanath und dem Fahrer geht es im Jeep in den Park🛻
Der Park ist nicht eingezäunt und somit können sich die Elefanten frei bewegen, so kann es auch schon mal vorkommen, dass die Elefanten die Straße überqueren.
Wir sind keine zehn Minuten im Park und schon sehen wir die erste Elefantenherde ziemlich gut versteckt im Grünen. Wir können nicht genau erkennen, wie viele es sind, da das Grün sie zu gut versteckt🌳
Wir fahren weiter, der Weg wird zunehmend holprig und wir müssen uns gut festhalten um nicht vom Sitz herunter zu fallen - immerhin sitzen wir zu je dritt auf zwei Sitze.
Schon bald kommen wir an einen kleinen Fluss, in dem sich Mama Elefant mit einem kleineren Elefanten badet. Als das erwachsene Tier aus dem Fluss steigt wird der Blick frei auf einen ganz jungen kleinen Elefanten. Er ist sogar noch ganz haarig! So schnell es kann flitzt es hinter seiner Mama her und verschwindet im dem hohen Gras.
Dann geht die Fahrt weiter und die Schlaglöcher werden immer tiefer. Kaum zu glauben, dass hier regelmäßig Jeeps lang fahren!
Wir biegen ab zu einer größeren Lichtung und haben freien Blick auf eine Elefantenherde! Ganz in Ruhe essen sie und es scheint, als würde sie die Anwesenheit unserer Jeeps nicht stören. Wahrscheinlich sind sie einfach nur daran gewohnt..
Wir stehen einige Minuten andächtig vor den Tieren, als plötzlich von links ein Elefant mit noch einem Baby kommt!🥰 Es ist, genau wie das erste, noch voller Haare und ganz jung. Wir können erkennen, dass das Kleine seinen Rüssel noch nicht kontrollieren kann, denn dieser schlackert unruhig hin und her. Schnell wird es in die Mitte der Herde aufgenommen und wir können nur noch selten einen Blick auf das Jungtier erhaschen.
Bald kommen mehr und mehr Jeeps, die Elefanten scheinen sich zunehmend unwohl zu fühlen und wir sind froh, dass wir weiter fahren.
Nach zwei Aussichtspunkten machen wir uns auf den Weg zum Ausgang. Am Straßenrand werden wir noch mit einer Landschildkröte belohnt, die gerade dabei ist die Straßenseite zu wechseln🐢 Als ein Auto an ihr vorbeifährt bekommt sie auf einmal einen Geschwindigkeitsschub und schwupps ist sie im Gebüsch verschwunden.
An einer Wasserstelle, extra für die Elefanten eingerichtet, sehen wir noch, wie ein Elefant mit seinem Rüssel Wasser aus dem Wasserrohr holt und immer wieder trinkt🐘Meer informatie
Dream Villa Sigiriya
8 juni 2022, Sri Lanka ⋅ ⛅ 26 °C
Marjolein. Nachdem wir, mit einer kurzen Unterbrechung, nun insgesamt 20 Nächte in der „Dream Villa“ bei Lakmini und Sanath verbracht haben, heißt es nun so langsam Abschied nehmen.
Die letzten Tage sahen bei uns ziemlich arbeitsreich aus und trotzdem haben wir immer Zeit gefunden mit der kleinen Familie schöne Momente zu haben. Sie sind uns richtig ans Herz gewachsen und der Abschied fällt niemandem leicht.
Mit Tränen in den Augen, einem Kloß im Hals und einem mit Dankbarkeit gefüllten Herzen verabschieden wir uns voneinander und steigen gemeinsam mit Sanath und seinem Schwiegervater ins Tuk Tuk.
Nach 30 Minuten Wartezeit und unzähligen Versuchen unserseits die Fahrt zu bezahlen müssen wir schließlich auch von ihnen Abschied nehmen. Wir sind froh, hier in Sigiriya ein neues Zuhause und eine Familie gefunden zu haben. Wir freuen uns auf ein Wiedersehen.
Jetzt sind wir die letzten Tage in Negombo bevor es Sonntag dann Richtung Flughafen geht🛫Meer informatie
Was wurde eigentlich aus dem Paket?
9 juni 2022, Sri Lanka ⋅ ☁️ 29 °C
Marjolein. Nachdem unser Paket aus Deutschland nun seit über einem Monat in Sri Lanka ist, ist es heute endlich so weit: Wir halten unser Paket endlich in den Händen!🥳
Bereits in den ersten Nächten hier auf Sri Lanka hat man mir mein Patch von meinem Ethnotek gestohlen. Kurz darauf haben wir Ethnotek angefragt, ob sie uns ein neues aus Indien, weil sie dort produzieren und die Strecke weitaus kürzer ist, schicken können. Das war nicht möglich, aber man hat uns angeboten, uns einen Patch aus der B-Ware gegen Übernahme der Versandkosten aus Deutschland zu schicken. Anfang April ist dann Paket dann schließlich in Colombo angekommen. Wir haben die Nachricht bekommen, dass wir es auch dort abholen können. Wir haben es aber gar nicht nach Colombo, sondern nach Haputale schicken lassen. Es war leider nicht möglich es dorthin zu schicken. Die Frau vom Call-Center wollte aber dafür sorgen, dass es nach Trincomalee geschickt wird.
Dort waren wir schließlich auch beim Post Office - und sogar im Büro des Chief Postmasters - aber das Paket war nicht dort. „Vielleicht morgen“, hieß es. Leider war dann wieder landesweite Ausgangssperre und die Post zu. Wir mussten unseren Aufenthalt in Trinco leider mehrmals verlängern, obwohl wir eigentlich weiterreisen wollten.
Schlussendlich haben wir uns dazu entschlossen weiter zu reisen und gegebenenfalls zurück zu kommen. Lakmini aus der Unterkunft in Sigiriya hat uns auch nochmal geholfen und ebenfalls in Colombo angerufen - dort hieß es, das Paket sei dort.
Angekommen in Colombo sind wir zu der Adresse gefahren, die auf dem Brief stand, der sehr wohl in Haputale ankam und von Viraj nach Trinco geschickt wurde. Haben dann aber schnell gemerkt, dass wir zu einem anderen Gebäude müssen. Dort angekommen sind wir in das Gebäude reingerannt, denn es war bereits kurz vor 12 - Mittagspause. Nach einigen Unterschriften durften wir uns schließlich setzen und warten. Dann wurden wir aufgerufen, konnten das Paket schon sehen, man wollte wissen, ob das unser Paket ist und wir sollten wieder warten. Wir durften aber immerhin schon die Warte-Seite wechseln. Nach insgesamt 30 Minuten warten halten wir also endlich das Paket in den Händen und mein Rucksack ist wieder komplett!
Ich bin sehr zufrieden mit dem neuen Patch - es sieht so schön aus!🥰Meer informatie
Busfahren in Sri Lanka
9 juni 2022, Sri Lanka ⋅ ☁️ 28 °C
Marjolein. Bus fahren hier ist eine Sache für sich. Neben dem Busfahrer gibt es noch einen Ticketverkäufer, der aus dem Bus heraus die Haltestellen, die angefahren werden, laut heraus schreit, um die Wartenden zu informieren. Tickets kauft man im Bus und es kann vorkommen, dass Touristen mehr bezahlen müssen als Einheimische, weil nirgendwo Preise stehen und es häufig einen Local-Preis und einen Touristen-Preis gibt, aber grundsätzlich ist auch das Busfahren sehr günstig. Bessere Chancen hat man, wenn man mit den öffentlichen Bussen (den roten) fährt, denn dort benutzten die Ticketverkäufer Quittiermaschinen.
An Haltestellen passiert es schon mal, dass der Bus gar nicht richtig anhält, sondern nur langsamer wird und man in den fahrenden Bus springen muss! Wenn er überhaupt anhält. Das Hineinspringen gestaltet sich mit unserem Gepäck allerdings sehr schwer und daher hat bisher jeder Bus für uns angehalten - glücklicherweise.
Wer denkt, dass dadurch das Ein- und Aussteigen entspannter und einfacher ist, irrt sich aber gewaltig! Man muss sich beim Einsteigen richtig beeilen und kaum ist man drin fährt der Bus auch schon los. Hält man sich nicht fest, wird man herumgeschleudert. Das Ausziehen des Rucksack gelingt dabei in einem Gleichgewichtsakt zwischen nicht umfallen und immer wieder mit einer Hand festhalten, während man mit der anderen Hand den Rucksack vom Rücken bugsiert. All das passiert übrigens im vorderen Bereich des Busses, denn dort liegen meist die Rucksäcke, direkt neben dem Fahrer. Und er fährt ohne Rücksicht auf Verluste - jeder Fahrlehrer würde sich die Haare raufen, denn vorausschauend fahren geht eindeutig anders. Der Busfahrer gibt noch Gas, obwohl ein Fahrzeug weiter vorne bremst oder sogar steht, es wird vor Kurven überholt und alle anderen Fahrzeuge müssen dem Bus platz machen. Dabei wird ständig gehupt.
Mehrmals kneifen wir die Augen zu um nicht hinsehen zu müssen und es kam auch schon mal vor, dass mir richtig übel wurde.
Ach und das Aussteigen ist übrigens auch nicht besser. Nicht selten wurden wir einfach aus dem Bus geschubst, weil es dem Fahrer zu langsam ging. Eventuell hat das ganze Abenteuer Bus fahren etwas damit zu tun, dass beinahe jeder Busfahrer unter Drogen steht. Die Betelnuss ist, nicht nur in Sri Lanka, ein gerne konsumiertes Aufputschmittel. Eingerollt in einem Blatt des Betelpfeffers, das mit gelöschtem Kalk bestrichen wird und mit verschiedenen Gewürzen wie Pfefferminz oder auch Kautabak verfeinert wird, wird diese Droge gekaut. Durch den Kalk wird das Arecolin in Arecaidin und Methanol verändert. Dieses Gemisch soll gegen Müdigkeit helfen, das Wohlbefinden verbessern und den Appetit verringern. Die Betelnuss sorgt aber auch für einen vermehrten roten (!) Speichelfluss und schädigt den Zähnen enorm. Wir haben in unseren ersten Tagen in Sri Lanka bereits überall rote Flecken auf den Straßen gesehen und waren fest davon überzeugt, dass es Blut sei. Nun wissen wir es besser: Es ist der rote Speichel der Betelnuss-Kauenden. Besonders angetane Konsumente erkannt man dabei stets an ihren sehr roten Lippen und roten Zähnen. Sehr appetitlich.
Diese Droge ist eine sehr alte, oft auch zeremonielle, Tradition in ganz Südostasien.
Trotz allem liebe ich das Bus fahren. Es ist eine schöne, langsame Art, die Umgebung und das Land kennenzulernen. Und wir hatten etliche tolle Gespräche mit vielen anderen Fahrgästen!Meer informatie
Schwarz als Zeichen der Unzufriedenheit
9 juni 2022, Sri Lanka ⋅ ☁️ 28 °C
Marjolein & Rainer. Wir haben uns lange überlegt, ob wir uns an dieses sensible Thema wagen. Wir haben uns in der Zeit viel mit dem Thema auseinandergesetzt und viele Meinungen der Locals gehört. Die Eindrücke und Gespräche wollen wir hier mit euch teilen.
Sri Lanka - momentan in den westlichen Medien als negative Schlagzeile bekannt. „Proteste im Urlaubsparadies weiten sich aus“, „Eine Insel im Abwärtsstrudel“, „Tränengas und Wasserwerfer gegen Demonstranten“, „Gewaltsame Proteste“, „Regierungsgegner stürmen Regierungsresidenz in Colombo“, „Ist Sri Lanka ein sicheres Reiseziel?“, um nur einige der Schlagzeilen zu nennen. Und auch das Auswärtige Amt hat auf ihrer Seite stehen: „Von nicht notwendigen Reisen nach Sri Lanka wird derzeit auf Grund der schwierigen Versorgungslage und angespannten Sicherheitslage abgeraten.“
Doch was genau ist hier eigentlich los?
Sri Lanka befindet sich aktuell in der schlimmsten Wirtschaftskrise seit ihrer Unabhängigkeit im Jahr 1948.
Ein wesentlicher Grund ist der Tourismuseinbruch aufgrund der Anschläge 2019 in Colombo und Negombo, sowie der Corona-Pandemie. Dem Land fehlt es seitdem an Einnahmen. Weitere Gründe sind die steigenden Ölpreise auf dem Weltmarkt und ein populistische Steuersenkungen der Regierung um Präsident Gotabaya Rajapaksa und seinem Bruder, dem Ministerpräsidenten, Mahinda, stark subventionierte Preise für Treibstoff und die Entscheidung, die Verwendung von chemischen Düngemittel zu verbieten. Das hat dazu geführt, dass sämtliche Ernten schlecht ausgefallen sind.
Wie äußert sich diese Wirtschaftskrise denn nun? Dem Land fehlt es an Lebensmitteln, Medikamenten, Strom, Sprit und Gas.
Es gibt täglich für mehrere Stunden keinen Strom. Es gab Tage, an denen gab es 12 Stunden und länger keinen Strom. Mittlerweile sind es zwischen einer und drei Stunden, dafür aber bis zu drei- oder viermal am Tag.
Bestimmte Lebensmittel, wie z. B. Milchprodukte, werden rationiert.
Die Menschen stehen Schlange um an Benzin, Diesel oder Gas zu kommen. Vor einigen Tankstellen hängt ein Schild „Heute kein Benzin“. Um Ausschreitungen zu verhindern sind die Tankstellen von Polizisten und/oder dem Militär bewacht. Generell patrouillieren nun bewaffnete Polizisten und das Militär die Straßen Sri Lankas.
Die Währung, die sri-lankische Rupie, verliert täglich an Wert.
All die lebenswichtigen Güter müssen aus dem Ausland eingeführt werden. Bezahlen kann Sri Lanka die Importe allerdings nicht. Das Land steht vor dem Bankrott.
Und die Preise für Lebensmittel, Sprit, Medikamente.. steigen täglich.
Der Preis für Reis, dem Grundnahrungsmittel ist um 200 Prozent gestiegen. Und auch bei den anderen Gütern sieht es ähnlich aus.
Viele Einwohner möchten, dass der Präsident samt Regierung zurücktritt. Denn der Familie Rajapaksa, die schon sehr lange an der Macht ist, wird Korruption und Veruntreuung von Geldern vorgeworfen. Die Menschen fühlen sich betrogen, im Stich gelassen, sind enttäuscht. Die Menschen, das sind Singhalesen, Tamilen, Buddhisten, Hindus, Katholiken, Muslime, alt und jung. Sämtliche gesellschaftliche Gruppen sind vertreten. Und sie stehen Seite an Seite.
Sie demonstrieren, protestieren und fordern lautstark den Rücktritt. Doch der will nicht gehen. Im ganzen Land findet man schwarze Flaggen, schwarze Bänder und die Menschen tragen Schwarz in der Öffentlichkeit, um ihren Unmut mitzuteilen. Schwarz ist auch hier die Farbe der Trauer.
Die Proteste verlaufen größtenteils friedlich ab. Im April standen in Colombo erstmals Polizeiautos in Brand. Der Präsident hat den Notstand ausgerufen und eine landesweite Ausgangssperre trat in Kraft. Wir haben viele Meinungen zu hören bekommen, u.a. dass der Präsident selber die Feuer in Auftrag gegeben haben soll um größere, bereits geplante, Demonstrationen zu verhindern.
Die Proteste danach verlaufen weiterhin friedlich. Es gibt richtige Protest-Camps in Colombo, die an die Proteste von „Hambi bleibt“ erinnern. Es gibt verschiedene Themen-Zelte, wie eine Bibliothek, ein Informationszelt, eine Bühne und vieles mehr.
Dann, am 09. Mai, sind diese Proteste in Gewalt ausgeartet, als Anhänger der Regierung die Camps der Gegner der Regierung stürmten. Acht Menschen kamen dabei ums Leben und mehr als 150 wurden verletzt, viele Häuser brannten.
Danach ist Malinda Rajapaksa, der Bruder des Präsidenten, zurückgetreten, was die Situation und auch den Wert der Währung etwas stabilisierte. Aber die Proteste gehen weiter, denn die Menschen wollen, dass auch der Präsident endlich geht.Meer informatie

ReizigerDie arme Bevölkerung, bleibt nur zu hoffen, dass die Regierung gestürzt wird, besser wäre, wenn er, wie auch sein Bruder, freiwillig zurücktritt. Man kann nur hoffen, dass es friedlich bleibt.

ReizigerWir hoffen auch, dass Sri Lanka bald zur Ruhe kommt und sich erholen kann. Es ist so ein wunderschönes und vielseitiges Land. Es ist schlimm, dass es nun so negativ behaftet ist.
Schwarz als Zeichen der Ablehnung
9 juni 2022, Sri Lanka ⋅ ☁️ 27 °C
Am 09. Juni waren wir selbst mitten in einem Protest in Colombo. Dieser fand statt, um den Verstorbenen zu gedenken. Es macht den Eindruck als sei es ein angemeldeter Protestmarsch. Die Route scheint bekannt zu sein, die Polizei ist präsent und sperrt die Straßen ab. Das Militär und die Navy ist ebenfalls anwesend. Allesamt fokussiert auf ihre Aufgabe, aber nicht gewillt eine Auseinandersetzung zu provozieren. Demonstranten schreien die Polizisten an, äußern Unverständnis, dass die Polizei weiterhin für den Präsidenten arbeitet. Sie sagen, sie seien doch in der selben Situation und fragen warum sie nicht ihren Dienst verweigern. Die Polizisten verhalten sich weiter sehr passiv, auch als sie persönlich angesprochen werden.
Die Demonstranten sind voller Energie, sie stehen ein für ihre Sache und grölender Gesang und Rufe tönen durch die Straßen. Die Luft ist geladen von Unzufriedenheit, Enttäuschung aber auch Entschlossenheit etwas bewirken zu können. Die Demonstration endet schließlich vor dem Polizeihauptamt. Als die Demonstranten schließlich ein Teil der Barrikade gewaltsam entfernen schießt die Polizei mit Tränengas. Die Menge verteilt sich, doch sammelt sich stetig erneut. Die Polizei schießt weiteres Tränengas und rückt schließlich aus, um den Protest aufzulösen. Wir kommen ins Gespräch mit einem Demonstranten und konfrontieren ihn mit dem Vandalismus, nämlich dem Entfernen der Barrikade. Er äußert ebenfalls seinen Unmut. Er sagt es seien viele junge Leute, die eine schnelle Veränderung wollen und zu diesen Mitteln greifen. Er gibt an, dass die meisten Demonstranten dieses Verhalten nicht gutheißen.
Wir haben uns in Sri Lanka nicht einmal unsicher gefühlt. Und auch das Reisen an sich geht problemlos. Als Tourist bekommt man nicht wirklich etwas mit. Die Einheimischen sind froh und dankbar, dass Touristen hier sind und tun alles dafür, dass es einem hier gefällt.
Wir können Reisen hierhin auch jetzt empfehlen. Aber jetzt ist die Verantwortung, die man als Tourist hat, wichtiger denn je. Muss ich wirklich einen Roller mieten und den Einheimischen, die teilweise ihren Lebensunterhalt mit Umherfahren verdienen, den seltenen und teuren Sprit wegnehmen, nur um das Freiheitsgefühl zu haben? Muss ich wirklich noch etwas essen, obwohl ich schon satt bin um dann vermutlich das selten gewordenen und teure Essen wegzuschmeißen? Muss ich wirklich um jeden Cent verhandeln, nur weil man das so macht (was übrigens ein Irrglaube ist)?
Wir finden nicht.
Wir haben uns bewusst gegen die Nutzung eines Rollers entschieden. Auch, wenn man als Tourist nicht an der Schlange anstehen muss, sondern an all den Hundert Wartenden vorbei direkt zur Zapfsäule gehen kann, und viele Menschen sagen, Touristen dürfen das, dass sei vollkommen in Ordnung. Für uns fühlt es sich nicht so an.
Wir haben nur das bestellt, was wir essen konnten. Haben Essen geteilt.
Wir haben auch gerne mal mehr bezahlt als eigentlich notwendig, denn uns geht es gut. Wir stecken in keiner existenzbedrohenden Krise, wir müssen nicht auf etwas verzichten.
Uns geht es gut.Meer informatie
Oh, Sri Lanka
12 juni 2022, Sri Lanka ⋅ 🌙 26 °C
Du hast uns verzaubert. Von Anfang an hast du uns angelächelt, mit uns gesprochen, warst interessiert und hast uns aufgenommen. Du warst freundlich und zuvorkommend. Hast uns nicht so sehr bedrängt und uns Zeit gegeben. Ein ‘Nein’ konntest du meist gut akzeptieren und hast es nicht persönlich genommen. Du bist ruhig, wenn man es braucht und du kannst laut sein, wenn man es will.
Du hast es momentan wirklich nicht einfach, doch das hast du nie an uns ausgelassen. Bei dir fühlen wir uns sicher, bei dir fühlen wir uns wohl.
Du bist ein Land der Gegensätze, jeder kann sich in dir finden. Du hast uns deine vielseitige Landschaft gezeigt. Deine sattgrünen Berge, deine ruhigen und manchmal wilden Küste. Egal, ob hoch oder tief, deine Landschaft verändert sich stetig. Du hast uns viel zum Entdecken gezeigt. Deine Artenvielfalt ist unbeschreiblich und einzigartig. Auch wenn du noch besser mit deiner Umwelt umgehen könntest. Wir hoffen das wirst du noch.
Du hast es momentan wirklich nicht einfach, doch das hast du nie an uns ausgelassen. Bei dir fühlen wir uns sicher, bei dir fühlen wir uns wohl.
Man kann mit dir vieles machen, du bist ein guter Reisepartner. Man kann mit dir Kultur erleben, wandern, auf Safari gehen, surfen, Fahrrad fahren oder auch einfach rumhängen. Viele Kulturen und Religionen finden bei dir Platz und leben gemeinsam. Auch wenn du noch besser mit deiner Diversität umgehen könntest. Wir hoffen das wirst du noch.
Du hast es momentan wirklich nicht einfach, doch das hast du nie an uns ausgelassen. Bei dir fühlen wir uns sicher, bei dir fühlen wir uns wohl.
Deine Offenheit und Freundlichkeit werden wir nie vergessen. Wir haben Gefühle mit dir geteilt und werden mit dir verbunden bleibt. Ein Teil von uns bleibt bei dir, doch für uns ist es Zeit weiter zu ziehen. Wir freuen uns auf ein Wiedersehen und hoffen, dass es dir bis dahin besser geht.
Du hast es momentan wirklich nicht einfach, doch das hast du nie an uns ausgelassen. Bei dir fühlen wir uns sicher, bei dir fühlen wir uns wohl.
Für uns bist du wunderschön. Wir wünschen dir nur das Beste!Meer informatie
Balsam für die Seele und den Po
13 juni 2022, Maleisië ⋅ ⛅ 30 °C
Marjolein. Gegen 5 Uhr morgens landen wir in Malaysia 🇲🇾
Es war ein anstrengender Flug - ich habe wenig geschlafen, Rainer gar nicht. Ich bin ziemlich verklatscht und das ist wohl auch der Grund, weshalb ich bei der Immigration auf die Frage “Wie lange wollen sie bleiben?” mit “Ich weiß nicht, vielleicht so 30 Tage.” antworte, was natürlich für unsere Pläne viele zu wenig ist!😅 Glücklicherweise bekomme ich trotzdem, wie momentan üblich, das Visum für 90 Tage.
Nachdem wir unsere Rucksäcke vom Band geholt haben wollen wir hier am Flughafen noch zwei SIM Karten kaufen, doch es ist zu früh: sämtliche Geschäfte haben noch geschlossen. Also gehen wir mit dem schweren Gepäck, dem müden Kopf und dem leeren Magen Richtung LRT - der Metro. Auf dem Weg dahin spricht uns ein Taxifahrer an, für 110 MYR (23 Euro) fährt er uns zu unserer Zieladresse. Nach unserer Recherche, dass die LRT genau dasselbe kostet und wir dann aber erst 2/3 der Strecke geschafft haben, folgen wir dem Fahrer zu seinem Taxi. Der Taxifahrer hat es eilig, da er es unbedingt noch vor der Rushhour schaffen will.
Kaum sitzen wir im Taxi geht es auch schon los. Die Straßen sind noch ziemlich leer und der Himmel noch recht dunkel. Nach und nach färbt sich der Himmel von dunkelblau über dunkelrot, rosa und hellt schließlich immer mehr auf. Es sieht wunderschön aus, wie die hohen Gebäude Kuala Lumpurs sich vor dem Rot des Himmels abzeichnen🌇
Nach und nach füllt sich auf der Verkehr immer mehr mit Autos und es bilden sich die ersten Staus. Trotzdem, und das fällt uns sofort auf, ist es ruhig. Keiner hupt und es scheint, als fahren alle getreu den Verkehrsregeln.
Gegen 7.20 Uhr kommen wir bei der Familie eines Freundes an, bei der wir netterweise die erste Zeit wohnen dürfen🙂
Es ist ein großes, modernes Haus mit einer westlich eingerichteten Küche - sprich mit Ofen! Hier kann ich also endlich wieder ausgiebig backen und Rainer den Kochlöffel schwingen👨🍳
Wir haben ein tolles großes Zimmer mit eigenem Bad und 4-lagigem Toilettenpapier! Nach dem ganzen Schmiergelpapier eine Wohltat für den Po🤭
Nach dem ersten Kennenlernen verabschieden wir uns erstmal ins Bett, um dann 2 Stunden später gemeinsam Richtung Supermarkt zu fahren. Hier trennen wir uns und Rainer und ich machen unsere Besorgungen.
Der erste Eindruck von Malaysia: Es ist groß, modern, sauber und es gibt alles, was man braucht und sogar noch viel mehr!
Wolkenkratzer, heißes Wetter aber Regen, viele Chinesen und alle fahren Auto.Meer informatie

ReizigerNennt man nicht die Einwohner*innen von Malaysia Malaysier? Gibt zwar auch einige viele chinesischstämmige Einwohner in Malaysia (~25%)...aber darüber bin ich in eurem Text doch gestolpert.
Altstadt-Pause
22 juni 2022, Maleisië ⋅ ☁️ 28 °C
Marjolein. Wir haben die Tage in Kuala Lumpur (auch KL genannt) genutzt, um zu kochen, unsere Wäsche zu waschen, den Luxus zu genießen und unsere Weiterreise zu planen. Und die geht in die UNESCO-Weltkulturerbestadt „Melaka“ (oder auch Malakka). Melaka liegt ungefähr 150 km südlich von KL entfernt an der Küste. Durch die strategische Lage war Melaka als eine der größten Handelshäfen bekannt. Später wurde die Stadt von den Portugiesen, den Niederländern und den Briten erobert und jede Nation hat dabei in Kultur, Gebäuden und dem Essen Spuren hinterlassen.
Am dem Busbahnhof, der mich eher an den Flughafen in Düsseldorf erinnert, kaufen wir unser Busticket für die zweistündige Fahrt. Nach einer kurzen Wartezeit können wir einsteigen. Es ist ein großer, moderner Reisebus. Die Sitze sind wahnsinnig bequem und so dauert es auch nicht lange, bis uns das sanfte Schaukeln des Buses und die gleichmässigen Fahrgeräusche in den Schlaf wiegen😴
Erholt kommen wir in „Melaka Sentral“ an und fahren mit dem Linienbus weiter bis zu unserer AirBnB Unterkunft.
Für die nächsten drei Tage nehmen wir uns vor, die Stadt zu Fuß zu erkunden.
Wir laufen durch die Jonker-Street, einer Straße quer durch Chinatown, vorbei an dutzenden Läden, die Sachen verkaufen, die keiner braucht. Uns strömen die verschiedensten Gerüche in die Nase. Es riecht nach gebratenem Hühnchen, Dorian-Frucht, süßes Gebäck, Abfalleimer, Abgase der vorbeifahrenden Autos und Sojasauce. Immer wieder werden die Geräusche der Verkäufer, das Geklimper der Restaurants, und die Stimmen anderer durchbrochen von lautem Hupen und den aufheulenden Motoren der knatternden Fahrzeuge. Die Luft ist heiß und stickig, die Sonne brennt auf unserer Haut.
Wir entscheiden uns für eine kleinere Straße, weg von dem ganzen Lärm. Und so entdecken wir wunderschöne kleine Gassen, mit Häusern, die dekoriert mit Blumen und Pflanzen sind und mittendrin eine alte Töpferei.
Am Melaka River führt ein kleiner Weg vorbei, den wir entlang spazieren. Hier entdecken wir weitere alte Häuser mit bunt bemalten Wänden.
Abends ist Melaka mit bunten Lichterketten beleuchtet und scheint in allen möglichen Farben🌉 An jeder Ecke leuchtet es anders und nun hört man auch die Musik aus dem verschiedenen Cafés und Bars hinaus schallen. Dabei versucht einer den anderen mit seiner lauten Musik zu übertrumpfen und so wird aus den einzelnen schönen Liedern ein bunt gemischter, anstrengender Haufen aus Bob Marley, Eminem und Adele.
Nach der hektischen Großstadt KL genießen wir die Zeit in der kleinen schönen Stadt und freuen uns auf die nächste Zeit.Meer informatie












































































































































































































































































































Reiziger🥰siehst noch hübscher aus. echt interessante Leute, die ihr kennenlernt, abgesehen von den Affen 🐵🤣
ReizigerDanke 😊 ja, echt wahnsinnig interessant!
Reiziger
wirklich ein Paradies
ReizigerJa! 😍
ReizigerUnd so ruhig!