• Lukas Ableidinger
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Jakobsweg (Camino Francés)

Ein 28-Tage Abenteuer von Lukas Weiterlesen
  • Beginn der Reise
    3. Juli 2024

    Ankunft in Saint-Jean-Pied-de-Port

    2. Juli 2024 in Frankreich ⋅ ☁️ 19 °C

    Warum gerade der Jakobsweg? Während der heutigen Anreise über Genf und Biarritz nach Saint-Jean-Pied-de-Port - dem Startpunkt des Camino Francés - hatte ich genügend Zeit darüber nachzudenken. Die Antwort fällt dennoch recht schwammig aus: Irgendwie hat er mich die letzten Jahre nicht mehr losgelassen. Und nun finde ich mich an jenem Anfangspunkt wieder, den ich bereits aus zahlreichen Pilgervideos kenne. Jetzt bin ich dran!
    Der erste Stempel ist geholt, die Pilgermuschel hängt am Rucksack. Während ich das hier schreibe, schnarchen im Herbergenzimmer drei Holländer um die Wette. Morgen beginnt der erste richtige Tag am Camino.
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  • 1. Tag: SJPdP-Roncesvalles

    3. Juli 2024 in Spanien ⋅ ☀️ 19 °C

    Mit ca. 1350 Höhenmetern war die heutige Überquerung der Pyrenäen zwar nicht ohne, aber nach dem langen Anreisetag genau das, was ich mir erhofft habe. Das Wetter hat zum Glück mitgespielt und es sind echt schöne Bilder entstanden. An diese Wanderung werde ich mich lange erinnern! Seinen Abschluss fand der Tag in Roncesvalles in einer von Hospitalitern geleiteten Pilgerherberge mit 183 Schlafplätzen. Habe dort in Badeschlapfen die Kommunion erhalten und wurde danach mit meinen Mitpilgern gesegnet.Weiterlesen

  • 2. Tag: Roncesvalles - Urdaniz

    4. Juli 2024 in Spanien ⋅ ☀️ 24 °C

    Von gregorianischen Chorälen geweckt ging es heute überwiegend bergab. Die vermeintlich mickrigen 21,3 Km nach Zubiri - die häufig gewählte zweite Etappe - haben mich dazu veranlasst, die Route etwas zu verlängern. Ich wollte früher in Pamplona sein, um mir die Stadt etwas anschauen zu können. Nicht gerechnet habe ich dabei aber mit den steilen schieferzerfurchenen Wegen vor Zubiri. Schön ausgeklungen ist der Abend dann in der Unterkunft mit Schwimmen im Pool und Gesprächen mit fünf Mitpilgern mitsamt einer Flasche Rotwein.Weiterlesen

  • 3. Tag: Urdaniz - Pamplona

    5. Juli 2024 in Spanien ⋅ ☀️ 32 °C

    Ein Tag voller Highlights: Zum einen habe ich heute mit Pamplona meine erste große Stadt erreicht und diese im Durchpilgern besichtigt. Da morgen das San-Fermin-Festival mit den berühmten Stierläufen beginnt, spielt es sich hier zurzeit ordentlich ab. Zum anderen habe ich mir heute mein erstes - und sicher nicht letztes - Hotelzimmer gegönnt. Die Vorteile im Vergleich zu den Herbergen sind offensichtlich: Man hat sein eigenes Badezimmer, genug Raum fürs Rucksack(um)packen und die nötige Privatsphäre für eine schon langsam notwendig gewordene Hirschtalgkur. Werde also in Zukunft öfters ungeniert Einzelzimmer buchen - der Kerkeling hats ja auch gedurft...Weiterlesen

  • 4. Tag: Pamplona - Puenta la Reina

    6. Juli 2024 in Spanien ⋅ 🌬 20 °C

    Im Nieselregen ging es heute durch die goldenen Getreidefelder der pamplonischen Vororte zum vielfotografierten Pilgerdenkmal am Berg El Perdón. Mit dem Abstieg ist dann das Wetter umgeschlagen. Sehr viele Kirchen heute - ich erkenne ein Muster! Außerdem konnte ich viele bekannte Gesichter an verschiedenen Stellen des Weges wiedersehen. Auch das wird sich wohl bis Santiago nicht ändern.Weiterlesen

  • 5. Tag: Puente la Reina - Estella

    7. Juli 2024 in Spanien ⋅ ☀️ 24 °C

    Um acht gings heute raus auf den Camino, der deutlich sonniger und heißer war als sonst - die Schonfrist der wolkigen Tage scheint vorbei zu sein. Ich bleibe den traditionellen Etappen treu und verlängere die Routen erstmal nicht, da es immer wieder etwas zu besichtigen gibt. Die mittelalterliche Festungsstadt Cirauqui zum Beispiel, die ich mir genauer angeschaut habe. Viel zu sehen gab es auch im Etappenziel Estella, wo ich heute wieder in einer Pilgerherberge der Hospitaleros unterkomme.Weiterlesen

  • 6. Tag: Estella - Los Arcos

    8. Juli 2024 in Spanien ⋅ ⛅ 28 °C

    Vergleichsweise früh ging es heute auf den Camino, was bei den bevorstehenden längeren Etappen ohne größere Schattenspender auch so bleiben wird. Zu den heutigen Highlights gehört der Weinbrunnen des Klosters Irache, der mysteriöse Berg Monjardin und die wunderschöne Marienkirche in Los Arcos. Von einem Pilger aus Kalifornien wurde ich heute auf dem Weg gefragt, wie ein Buchtitel zu meiner bisherigen "Caminoexperience" lauten würde. Ich hab mich für "Walking on" entschieden. Vielleicht fällt mir ja noch etwas Besseres ein.Weiterlesen

  • 7. Tag: Los Arcos - Logroño

    9. Juli 2024 in Spanien ⋅ ☁️ 29 °C

    Eine Woche auf dem Jakobsweg und noch kein Ende in Sicht! Noch immer bin ich mit einem breiten Grinsen auf dem Weg und freue mich über die schöne Landschaft, die historischen Bauwerke und die Begegnungen mit anderen Peregrinos. Das Pilgern hat etwas Meditatives, das sich nur schwer in Worte fassen lässt, und der Bruch mit dem Alltag ist nach wie vor befreiend. Zugleich ist es aber anstrengend. Als ich um ca. 15:00 im Etappenziel Logroño einmarschiere, fehlt mir die Lust für eine Stadtbesichtigung. Ich checke in der Unterkunft ein, besorge Wasser für morgen, wasche mein Gewand und gehe etwas essen. Hirschtalgkur, Routencheck und Reisetagebuch. Vielleicht sehe ich ja morgen noch mehr von dieser Stadt.Weiterlesen

  • 8. Tag: Logroño - Nájera

    10. Juli 2024 in Spanien ⋅ ☀️ 29 °C

    Nachdem ich heute Morgen noch einige Sehenswürdigkeiten Logroños begutachtet habe, ging es weiter westwerts. Auf dem Weg aus der Stadt habe ich Thomas aus Franken kennengelernt, der schon seit fünf Wochen auf dem Via Podensis über Frankreich unterwegs ist - ein wilder Kerl! Wenig überraschend war ich heute auch wieder in mehreren Kirchen und einem sehr schönen Kloster. Da sie schattig und kühl sind, will man gerne länger bleiben, aber der Weg ruft!Weiterlesen

  • 9. Tag: Nájera - Santo Domingo

    11. Juli 2024 in Spanien ⋅ ☀️ 30 °C

    Heute war einer der Tage, wo mir bewusst geworden ist, wie lange ich noch auf dem Weg nach Santiago sein werde. Geholfen haben neue Bekanntschaften auf dem Weg, mit denen ich mich abends im Etappenziel nochmal auf ein kühles Cerveza verabredet habe. Zum Schmunzeln gebracht hat mich hier die Geschichte hinter der "Hühnerkathedrale", die selbstverständlich auch nicht unbesucht blieb.Weiterlesen

  • 10. Tag: Santo Domingo - Belorado

    12. Juli 2024 in Spanien ⋅ ☁️ 14 °C

    Unter einer schützenden Wolkendecke und mit kaum spürbaren Nieselregen führt der heutige Weg durch mehrere kleine Ortschaften nach Belorado. Ich gehe mal alleine, mal zu zweit, mal in kleineren Gruppen. Gedanken und Gespräche wechseln sich ab. Was gleich bleibt, ist das Knirschen des Kieses unter den Füßen. Am Abend in der Herberge kennen wir uns bereits und teilen uns zu viert einen Schlafsaal für zehn. Ich trinke mein erstes Glas Rioja-Wein. Schmeckt.Weiterlesen

  • 11. Tag: Belorado - Atapuerca.

    13. Juli 2024 in Spanien ⋅ ☁️ 24 °C

    Bevor ich morgen die Provinzhauptstadt Burgos erreiche, habe ich heute noch fleißig Kilometer gesammelt. Gegend und Streckenprofil waren dabei schön abwechslungsreich, weshalb die Stunden wie im Flug vergangen sind. Genächtigt wird in einer liebevoll eingerichteten Herberge, in der man sich schnell wohlfühlen kann.Weiterlesen

  • 12. Tag: Atapuerca - Burgos

    14. Juli 2024 in Spanien ⋅ ⛅ 24 °C

    Am Vormittag war ich heute Pilger, am Nachmittag eher Tourist. Die Kathedrale der Provinzhauptstadt Burgos ist ein einziger kunsthistorischer Leckerbissen, wo ich mich sehr lange aufgehalten habe. Von Michael und Tiz musste ich mich am Abend leider verabschieden - sie legen hier einen Ruhetag ein. Während die Spanier draußen laut "olén" mache ich mich dann schließlich bettfertig.Weiterlesen

  • 13. Tag: Burgos - Hontanas

    15. Juli 2024 in Spanien ⋅ ☀️ 23 °C

    Zum ersten Mal musste ich meinen Regenponcho überziehen, denn heute Morgen hat es über drei Stunden hinweg mehrmals geschüttet. Im "Ganzkörperkondom" durch die schlammige Meseta zu stapfen, war nicht unbedingt eine tolle Erfahrung, aber gegen Ende des Tages wurde es besser. Die kastillische Hochebene ist recht eintönig, aber teilweise sehr schön - sie wird mich die kommenden Tage auf Trab halten.Weiterlesen

  • 14. Tag: Hontanas - Frómista

    16. Juli 2024 in Spanien ⋅ ☀️ 25 °C

    Heute war ich tagsüber einsam, aber sehr erfolgreich unterwegs. Die leicht begehbaren Pfade der Meseta laden zum Kilometersammeln und zur stillen Selbstreflektion ein. Quasi auf der Zielgerade komme ich dann doch zufällig mit zwei Norwegerinnen ins Gespräch, bis sich herausstellt, dass wir auf dem Weg zur selben Herberge sind. Dort angekommen treffe ich auf weitere flüchtig bekannte Gesichter. Bei einem gemeinsamen Abendessen tauschen wir Geschichten aus unserem Leben aus. Und nach einer Stunde sind diese Fremden gar nicht mehr so fremd...Weiterlesen

  • 15. Tag: Frómista - Calzadilla d. Cueza

    17. Juli 2024 in Spanien ⋅ ☀️ 27 °C

    Nicht immer ist der Jakobsweg hinreißend. Nachdem ich mich bei einem gemeinsamen Frühstück am Weg von Nina und Linda aus Norwegen verabschiedet habe - sie laufen mir leider zu langsam und auch nur bis León - geht es neben der Landstraße und dann auf kilometerlangen Feldwegen stur geradeaus. Dennoch bin ich zufrieden, denn ich habe mit dem heutigen Tag bereits die Hälfte des Wegs nach Santiago zurückgelegt. Das heutige Pilgermenü lasse ich mir daher besonders schmecken.Weiterlesen

  • 16. Tag: Calzadilla - Sahagún

    18. Juli 2024 in Spanien ⋅ ☀️ 29 °C

    Nach mehreren Etappen jenseits von 30 Kilometern gehe ich heute nicht nur unterkunftbedingt eine kürzere Strecke und gönne mir wieder ein Hotelzimmer. Die groben Kieswege haben meinen Schuhen sehr zugerichtet - zum Glück habe ich ein zweites Paar dabei. Die Socken sind ebenfalls schon sehr in Mitleidenschaft geraten und verlieren laufend Flusen. Und auch das erste Blasenpflaster wird geklebt. Die zweite Halbzeit wird noch spannend.Weiterlesen

  • 17. Tag: Sahagún - Reliegos

    19. Juli 2024 in Spanien ⋅ ☀️ 30 °C

    Mit neuen Schuhen geht es sich gleich besser, der Weg ist aber immer noch eintönig. Ich halte die Camino-Magie so gut es geht mit stimmiger Musik am Leben. So langsam kann ich die vielen Ex-Mitpilger aber verstehen, die vor einer Woche meinten, sie würden die Meseta mit ausgeliehenen Fahrrädern im Schnelldurchgang überqueren oder gar mit dem Bus ganz überspringen. Das ist für mich natürlich keine Option. Dennoch hoffe ich wieder auf schönere Tage...Weiterlesen

  • 18. Tag: Reliegos - Léon

    20. Juli 2024 in Spanien ⋅ ☀️ 25 °C

    Léon ist eine weitere Stadt, in der ich für einige Stunden zum Touristen werden darf. Wie bei Pamplona, Logroño und Burgos zuvor, ist es nach dem Durchlaufen von so vielen verschlafenen Ortschaften ein kleiner Kulturschock. Aber mir ist nach fünf Tagen voller Getreidefeldern und Landstraßen jede Änderung recht. Ich genieße die Besichtigung der Kathedrale mitsamt ihrem Museum und einen längeren Spaziergang durch die Innenstadt.Weiterlesen

  • 19. Tag: Léon - Hospital de Orbigo

    21. Juli 2024 in Spanien ⋅ ☀️ 25 °C

    Nach dem Industriegebiet Léons verläuft der Camino durch das Autobahnnetzwerk und über mehrere Kilometer direkt neben der stark befahrenen Landstraße. Schön ist das nicht gerade. Während des Gehens denke ich an die Pilger von früher. An die mit den Kürbisfläschchen und kratzigen Wollmänteln. Die hatten sicher noch schönere Wege. Aber dafür mehr Wegelagerer, wilde Tiere, Krankheiten... naja. Großes Glück habe ich jedenfalls am Nachmittag mit meiner Herberge, denn die ist wirklich schön.Weiterlesen

  • 20. Tag: Hospital de Órbigo - Rabanal

    22. Juli 2024 in Spanien ⋅ ☀️ 30 °C

    Heute war ein langer Tag. Das liegt nicht nur an der bisher längsten zurückgelegten Strecke. Es ist einfach viel passiert. Einen Teil des Weges bin ich in der Früh mit Katrine, einer Filmproduzentin aus Dänemark gegangen. Danach habe ich an einer spendenbasierten Raststätte Mateo aus Urugay getroffen, der hier schon seit zweieinhalb Monaten lebt und eine ganz spannende Philosophie hat. In Astorga habe ich mir ein neues Paar Socken gekauft und natürlich die Kathedrale besichtigt. Nach weiteren vier Stunden unter der prallen Sonne bin ich schließlich in Rabanal del Camino angekommen, wo mit den örtlichen Benediktinermönchen in der Pilgermesse gesungen wurde.Weiterlesen

  • 21. Tag: Rabanas - Ponferrada

    23. Juli 2024 in Spanien ⋅ ☀️ 34 °C

    Heute bin ich noch im Dunkeln aus der Herberge gegangen, um das Cruz de Ferro bei Sonnenaufgang sehen zu können. Ich war dabei nicht allein. Wie Glühwürmchen, ausgerüstet mit Handy- und Stirnlampen, sind wir acht Kilometer den Berg hinaufgestapft. Als ich am Kreuz ankomme, sitzen dort schon etwa ein Dutzend Pilger, warten still. Ich setze mich ebenfalls auf den Hang aus tausenden mitgebrachter Steine, lege meinen eigenen dazu. Zu meiner Linken geht die Sonne auf, zu meiner Rechten schwindet der Mond. Eine Frau weint, eine andere zeichnet in ihren Collegeblock. Ein Pilger in traditionellem Gewand betet. Niemand spricht, keiner macht Selfies. Alle haben spürbar ihren eigenen Moment. Auch ich. Ich denke beim steilen Abstieg nach Ponferrada daran und auch jetzt im Bett meiner Unterkunft. Wahrscheinlich auch dann, wenn ich wieder zuhause bin.Weiterlesen

  • 22. Tag: Ponferrada - Trabadelo

    24. Juli 2024 in Spanien ⋅ ☀️ 30 °C

    Von Ponferrada aus durch seine vielen Vororte geht der Weg Richtung Galicien. Die Sonne sticht und die Temperatur steigt erstmal bis zu 37°. Auch wenn ich mich schon bei Morgengrauen aufmache, erwischt mich spätestens die Mittagshitze und macht ein Vorankommen recht mühsam. Aber wozu sudern - wenigstens ist der Weg abwechslungsreich und das Wandern macht wieder Spaß. In meiner Herberge treffe ich dann auf Ott (Niederlande) und Sebastien ( Belgien), beide Jakobswegprofis mit 72 und 68 Jahren. Als "Junior" am Tisch werden mir beim gemeinsamen Abendessen einige Weisheiten zuteil, die ich dankbar annehme.Weiterlesen

  • 24. Tag: Fillobal - Sarria

    26. Juli 2024 in Spanien ⋅ ☀️ 26 °C

    Manche Umwege lohnen sich. Dazu gehört sicherlich auch der um sieben Kilometer längere Weg nach Samos, der an dem heute entstandenen südlichen Schlenker in meiner Reiseübersicht schuld ist. Kurz vor zehn erreiche ich das imposante Kloster des Ortes und schaffe es gerade noch mich der geführten Tour anzuschließen. Danach geht es weiter nach Sarria, wo ich am Abend wieder an der Pilgermesse teilnehme.Weiterlesen