Nouadhibou 🏜️🚗🦭
Hace 5 horas, Mauritania ⋅ 🌬 24 °C
Sonntag sind wir in Nouadhibou angekommen und haben gestern unsere Sachen sortiert und den unseren nächsten Reiseabschnitt ein bisschen vorbereitet.
Das heißt mit der neuen Währung zurechtkommen: 100 Ouguiya (meine Zunge verknotet sich beim aussprechen 😛) sind 2,15 €, mit 500 Scheine kann man nicht bezahlen, weil das niemand wechseln kann und es gibt sehr viele Münzen mit unterschiedlich vielen Ecken 😉
Die Autos, allen voran die Taxis, sind super wild. Einige scheinen sich durch puren Willen zusammenzuhalten und generell scheint man ihnen besser auszuweichen. Das heißt auch Laura, als notorische Helmverweigerin, muss jetzt Helm tragen 🪖
Ansonsten haben wir uns den Hafen angeguckt, da gibt es sehr sehr sehr viele Schiffe, weil ganz viele Menschen hier von der Fischerei leben (die übrigens sehr nachhaltig ist). Davon ein Internet-Bild für euch, weil man dort keine Fotos machen darf. Abends haben wir dann das Essen gegessen, was es die nächste Zeit viel geben wird: Fisch und Reis.
Wir haben noch Ketten gewechselt, Dinge sortiert und den heutigen Tag geplant: Wir wollen mit dem Zug, der in Mauretanien täglich Eisenerz aus der Wüste zur Küste holt, zurück in die Sahara fahren und dann 3-4 Tage nach Nouakchott radeln. Es wird sehr warm und wir sind uns nicht sicher, ob wir Internet haben werden, daher wundert euch nicht wenn ihr erst in ein paar Tagen von uns hört! ☺️☀️
Liebe Grüße!
Laura
https://www.deutschlandfunk.de/der-eisenerz-zug…
(falls wer Infos über den Zug lesen mag)Leer más
Niemandsland 🐪
14 de junio, Mauritania ⋅ 🌬 24 °C
Heute ging es über die Grenze:
Insgesamt alles recht unkompliziert (bisschen ein Gefühl wie bei Asterix und Obelix -> du benötigst den grünen Schein für den roten Schein und das ist hier und dort ist jenes) 😉
Zwischen der Westsahara und Mauretanien muss man durch eine entmilitarisierte "Pufferzone", die Guerguerat-Passage. Viel Wüste und Schilder, die einen vom verlassen der Straße abhalten.
Dann ging es noch nach Nouadhibo, der zweit größten Stadt im Land über eine überraschend kleine Straße 🏜️
Dort haben wir mit Kacim Fisch gegessen, Kaffee getrunken und den Anfang des WM-Spiels geguckt.
Abends haben wir gewaschen und ein bisschen mit den anderen Reisenden in unserer kleinen Unterkunft geredet. Morgen mehr zu Nouadhibo!
-Laura
70kmLeer más
Letzter Tag der Westsahara 🏜️
13 de junio, Marruecos ⋅ 🌬 28 °C
Unser Tag in kurz :)
Morgens haben wir Abschied von allen Katzen und Fischern genommen mit denen wir den letzten Tag verbracht haben (siehe Bilder) ☺️
Dann sind wir 85km in den nächsten Ort geradelt und haben dort gefrühstückt. Die Gandamerie kam vorbei und hat unsere Pässe kontrolliert. Irritiert haben sie gefragt wo Hanna sei (die war gerade im Laden) und ob wir denn nicht mehr zusammen nach Mauretanien reisen. Ich frage mich warum sie uns ständig nach unseren Pässen fragen, wenn sie anscheinend ja doch schon alles über uns wissen. 😉
Dann sind wir mit Kacim (man erinnere sich an den Radreisenden aus Marokko. den wir schon häufiger getroffen haben) die letzten 85 km zur Grenze nach Mauretanien geradelt. Dabei kommt man durch Gegend, die bis 2002 wegen starker Vermimung nur im Auto im Militärkonvoi passiert werden konnte und das nur zweimal die Woche (das gilt für die ganze Strecke ab Dakhla!). Keine Sorge, jetzt alles gut passierbar.
Kacim hat uns einen Schlafplatz im Vordach der Moschee gesichert. Es ist total hübsch, leider auch recht taghell und mit dem Gebetsruf zum Sonnenaufgang werden wir die Grenzöffnung morgen früh bestimmt nicht verpassen 😉
-Laura
170km 300hmLeer más
Wem gehört die Westsahara? 🏜️
12 de junio, Argelia ⋅ ☀️ 42 °C
Eine kurze politische Einordnung.
🏜️🏜️🏜️
Die Westsahara ist ein Gebiet im nordwesten Afrikas, die Ureinwohnenden sind die Sahrauris.
🇪🇸🇪🇸🇪🇸
Seit Ende des 19JHDs kontrollierte Spanien als Kolonialmacht große Teile des Gebietes.
Seit 1963 steht das Territorium der Westsahara auf der UN-Liste der Hoheitsgebiete ohne Selbstregierung und die UNO fordert die Dekolonialisierung. 1973 gründet sich die linksgerichtete sahaurische Befreiungsfront der Frente Polisario. Diese fordern Selbstbestimmung und nehmen den bewaffneten Kampf gegen die Kolonialmacht auf. 1974 stellt eine UN-Delegation fest, dass die Bevölkerung Unabhängigkeit wünscht und sichert der Frente Polisario Unterstützung zu.
Nach dem Tod Francos 1975 verlässt Spanien die Westsahara.
🇲🇦🇲🇦🇲🇦🇲🇷🇲🇷🇲🇷🏜️🏜️🏜️
Im gleichen Jahr kommt es zum Grünen Marsch: Marokkos König Hassan II. lässt über 300 000 MarokkanerInnen in die Westsahara laufen, sie sollen ihr Land zurückholen und sich dort ansiedeln. Gleichzeitig greift das marokkanische Militär die Polisario an und vertreibt die Bevölkerung brutal.
Das Gebiet der Westsahara wird zwischen Mauretanien (Süden) und Marokko (Norden) aufgeteilt. Die Polisario rufen daraufhin 1976 die Demokratische Arabische Republik Sahara aus. Dieser Staat wird von circa 80 Ländern anerkannt und in die Organisation für afrikanische Einheit aufgenommen (der Marokko daraufhin für die nächsten 33 Jahre austritt). Mauretanien zieht sich nach Kämpfen mit der Polisario aus der Westsahara zurück und Marokko beansprucht das ganze Gebiet der Westsahara für sich. Die Vereinten Nationen erkennen die Annexion nicht an und fordern die Abhaltung eines Referendums.
🇲🇦🇲🇦🇲🇦🏜️🏜️🏜️
1991 wird eine Waffenstillstandsvereinbarung zwischen der Polisario und Marokko geschlossen. Es gibt nun einen Teil der Sahara der von der Polisario kontrolliert wird (Osten) und einen marokkanisch kontrollierten Teil (Westen). Die Grenze wird durch einen Wall (Berm) markiert. Dieser wurde von Marokko aufgeschüttet, ist 2700km lang und ist durchgängig von 100 000 marokkanischen Soldaten strengstens bewacht. Im Bereich des Berm sind um die 7 Millionen Minen und das Gebiet ist damit eins der am meist vermimten Gebieten der Welt.
2020 wurde der Waffenstillstand seitens der Polisario aufgehoben: Marokko hat weiterhin kein Referendum in der Bevölkerung über die Unabhängigkeit der Westsahara abgehalten und die Polisario leben zu überwiegendem Teil weiterhin in Flüchtlingslagern in Südalgerien.
🇺🇸🇮🇱
2020 erkennt Marokko Israel als Staat an, die USA erkennt die Souveränität Marokkos über die Westsahara an.
2021 wird der Anführer der Polisario in einem spanischen Krankenhaus behandelt. Marokko lässt daraufhin 10 000 Migranten die spanische Exklave Ceute erreichen.
2022 und 2024 unterstützen Frankreich und Spanien den Vorschlag einer Autonomie der Westsahara in Marokko.
Am 31 Oktober 2025 stimmte der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen dafür, dass die Westsahara ein autonomer Teil Marokkos wird (keine Erwähnung des Referendums). In Marokko wurde laut auf den Straßen gefeiert.
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Wie ist also der aktuelle Stand? ❔❔❔
80% des Gebietes sind marokkanisch kontrolliert, 20% von den Polisario kontrolliert.
Insgesamt leben auf dem Gebiet der Westsahara um die 590 000 Menschen (über 100 00 davon sind Soldaten!; Schätzung 2022 und stetig wachsend, da marokkanische Ansiedlung). Circa 200 000 Sahrauris leben seit 50 Jahren vorwiegend in Flüchtlingslagern im Süden Algeriens, nahe der Grenze zur Westsahara. Insgesamt gibt es fünf Flüchtlingslager, die alle nach Städten der Westsahara benannt sind. Die Menschen in den Lagern sind praktisch vollständig auf internationale Hilfe angewiesen. Algerien ist Schützmacht, setzt sich aber diplomatisch nicht für die Flüchtlinge ein.
Wie haben wir die Westsahara wahrgenommen? 🏜️
Fahrt man über die Grenze in die Westsahara fällt erstmal auf dass es keine richtige Grenze gibt. Allein auf einigen Karten (und bei weiten nicht auf allen), kann man nachvollziehen, dass man sich jetzt im Territorium der Westsahara befindet. Marokko tut sehr viel dafür einfach Fakten zu schaffen. Überall wird der Ausbau gefördert. Überall Windkraft, eine neue Straße und massive Vergrößerung der Orte und Städte. Dakhla ist international gut an den Flugverkehr angebunden und eine bekannte Destination für Wassersport. Lässt man sich unbedacht auf die Westsahara ein, fühlt sie sich an wie Marokko. Einzig wenn man ein bisschen den Leuten zuhört oder die massive Militärpräsenz betrachtet, merkt man den unterschwelligen Konflikt.
Und warum eigentlich das Ganze? ❓❓❓
Die Westsahara hat eins der größten Phosphatvorkommen weltweit (50 Milliarden Tonnen). Bei der Mine in Bou Craa gibt es 100 Kilometer Förderband. Strom für den Abbau wird u.a. von Windkraftanlagen made by Siemens geliefert (siehe taz).
Die Küste vor der Westsahara ist ein sehr reiches Fischfanggebiet und Spanien hat Fangrecht. Marokko ist zudem einer der größten Abnehmer spanischer Waffen.
Die Küste der Westsahara hat strategisch eine wichtige Bedeutung zur Kontrolle, da die kanarischen Inseln und damit europäisches Staatsgebiet nah ist. Die Gendarmerie kontrolliert die Küste akribisch und die marokkanische Regierung hat die (Nicht-)Kontrolle von Flüchtlingsströmen schon mehrfach als politisches Druckmittel eingesetzt.
Achtung Meinung❕
Der Westsaharakonflikt ist einer der längsten ungelösten Territorialkonflikte der Welt.
Machtpolitisch scheint die Polisario und vor allem die Flüchtlinge in Südalgerien keine Chance auf Anspruch auf ihr ursprüngliches Heimatland zu haben. Zunehmend haben sich mächtige Länder hinter Marokko und dessen Autonomieplan gestellt. Damit haben westliche Länder eigene Vorteile, wie Fisch/Phosphat und Kontrolle von Flüchtlingsrouten priorisiert. Ein Referendum der Sahrauris scheint im Interesse keiner Länder mit Macht zu sein. Gleichzeitig ist die Situation der Flüchtlinge in Südalgerien aussichtslos. Praktisch vollständig auf internationale Hilfe angewiesen und ohne Perspektive in die Sahara zurückkehren zu können ist das Leben in den Lagern menschenunwürdig. Das Selbstbestimmungsrecht der Völker scheint hier nur für mächtige Staaten zu gelten und wirtschaftlichen Interessen untergeordnet zu sein.Leer más

ViajeroVielen Dank für eure Geschichtsstunde in situ. Das hat mich sofort in die 1970er- bis Mitte-80er-Jahre zurückversetzt, als die Polisario in den Medien sogar für Schulkinder genauso präsent war wie die PLO, IRA, ETA und andere Befreiungsbewegungen (oder terroristische Organisationen -- je nach Standpunkt). Ich habe mich damals aus nicht mehr nachvollziehbaren Gründen sehr für Mauretanien interessiert und deshalb alles sehr aufmerksam verfolgt. Ich muss eurer Analyse und der abschließenden Meinung zustimmen und die Entwicklung hat sich m.E. inzwischen noch weiter zugespitzt: Die UN, die mir damals sehr wichtig erschien, spielt heute kaum noch eine Rolle und der Einfluss scheint sich zunehmend von mächtigen Staaten auf mächtige Konzerne und mächtige Individuen und deren eigene wirtschaftlichen Interessen zu verlagern. Passt auf euch auf! Sonja
Begegnungen und Tropenfeeling 🌴
11 de junio, Marruecos ⋅ 🌬 26 °C
Gestern gab es auf Grund von allgemeiner Müdigkeit und verstimmten Magen keinen Post, daher heute für beide Tage zusammen :)
Was gestern geschah: Vorgestern hatten wir mit Hichan, dem netten LKW-Fahrer der uns frischen Fisch geschenkt hatte Nummern ausgetauscht, er war auf dem Weg nach Dakhla (ausgesprochen: Dachla), um dort seine Ladung abzugeben und am nächsten Tag wieder zurück zu fahren. Lustigerweise machten wir gerade unsere Frühstückspause an einer Tankstelle, an der er gerade auch vorbeifuhr, und so trafen wir uns für ein Frühstück und Tee an seiner kleinen LKW-Küche. Die Freundlichkeit der Menschen kennt hier wirklich keine Grenzen und so brachte er uns frisches Brot, Joghurt und gekochte Eier mit.
Später am Tag hielt noch ein Marokkaner, der in Nouaidhbou (der ersten Stadt hinter der Grenzen nach Mauretanien) arbeitet an und reichte uns eine Melone.
Wir entschieden uns dagegen nach Dakhla zu fahren, die Stadt liegt auf einer 40 km langen Landzunge, der Besuch hätte dann auf dem Rückweg 40 km stärksten Gegenwind bedeutet hätte.
Zusätzlich hatte sich Laura (woran auch immer da wir alle das gleich gegessen hatten) den Magen verstimmt, so dass sie den Tag mit Magenschmerzen und Übelkeit gefahren ist. Da sind dann 135 km eine stolze Leistung!
Die Nacht verbrachten wir an einer Tankstelle mit sehr freundlichen Mitarbeitern, die sich sehr gut um die die Tankstelle bewohnenden Hunde kümmerten.
Heute Morgen ging es nach einer schlaflosen Nacht auf Grund der oben genannten Hunde (der eine hatte echt einen Knall und hat 20 Minuten lang um 1 Uhr nachts die Wüste angebellt) in Richtung der mauretanischen Grenze.
Wir überquerten den „Tropic de Cancer“, den nördlichsten Wendekreis bei dem am 21 Juni die Sonne im Zenit steht und den Beginn der Tropen markiert.
Bei unserer Mittagspause trafen wir auf einen weiteren Radreisenden: auf Grund von fehlenden Arabischkenntnissen konnten wir nur verstehen dass der Marokkaner nach Nouakchott will und oft Probleme mit der Gendarmerie an Checkpoints hat. 40 km später trafen wir ihn dann mit Platten mitten in der Sahara am Straßenrand wieder, und halfen ihm das Loch zu flicken, da wir uns nicht ganz sicher waren ob er überhaupt Flickzeug dabei hatte.
Nun sitzen wir im einzigen Café weit und breit und warten auf unsere Tajine zum Abendessen und dass der andere Radreisende auch ankommt.
-Hanna
heute
165km, 200hmLeer más
Zwischen Atlantik und Sahara 🏜️
9 de junio, Marruecos ⋅ ☀️ 28 °C
Heute war richtiges Wüstengefühl. Rechts von uns der blaue Atlantik und links nichts als weite Wüstenleere bis zum Horizont. Nachmittags hat uns ein sehr netter LKW-Fahrer frischen Fisch geschenkt, den gab es dann zum Abendessen. Nun liegen wir alle im Zelt an unserer Tankstelle des Vertrauens (heute Ola) und hören Stille.
Liebe Grüße aus der weiten Sahara zu euch!
177km, 300hm!
-Laura
Wenig Bilder weil kein gutes Netz :)Leer más
Pausetag im Sandsturm
8 de junio, Marruecos ⋅ 🌬 21 °C
Heute verbrachten wir einen wohlverdienten Pausetag auf dem Campingplatz von Boujdour.
Wir erwachten in sehr eingesandten Zelten und holten uns nachdem wir ausgeschlafen hatten leckeres Fladenbrot zum Frühstück.
Zum Glück erlaubte uns der Campingplatzbesitzer Mohamed einen leeren Raum, der früher als Café und Laden diente als Schutz vor Sand und Wind zu nutzen, denn dieser nahm im Laufe des Tages immer weiter zu und pfiff lautstark über die Stadt.
Als wir gegen Mittag einmal ins Zelt guckten sah man nur dass alles mit einer recht dicken Schicht Sand bedeckt war.
So haben wir den Tag drinnen verbracht, Kaffee getrunken, Bücher gelesen, uns mit unserem nächsten Reiseland Mauretanien beschäftigt und die Fahrräder geputzt.
Morgen soll es dann weiter im Richtung Dahkla gehen!
-HannaLeer más
Die fahrende Pause
7 de junio, Marruecos ⋅ 🌬 21 °C
Heute hatten wir Großes vor: 160 km zur nächsten Stadt Boujdour, zum Glück mit Rückenwind. Gegen 9:30 verließen wir unseren Schlafplatz an der Tankstelle und brachen in Richtung Süden auf.
Die Kilometer vergingen wie im Flug und erst nach 80 km machten wir unsere Mittagspause im kleinen Ort Lamsid, der aus 2 Tankstellen und ein paar Häusern bestand. Wir entscheiden uns für die erste Tankstelle, die gleichzeitig auch Moschee, Restaurant, Café, Schlachter, Administration und Motel war. Auch war dieser Ort Pausenort für die Reisebusse die die Westsahata durchqueren.
Immer wieder spielte sich bei der Weiterfahrt der Busse das gleiche Szenario ab: der Bus fuhr los, hupte mehrmals wie wild um alle Passagiere zu rufen und fuhr dann langsam los. An der Ausfahrt wurde wieder gehupt, die Türen öffneten und schlossen sich wieder und verschiedenste Passagiere mussten noch aus den Toiletten geholt werden, da sie die Abfahrt nicht mitbekommen hatten. Wie viele Passagiere wohl schon in Lamsid gestrandet sind?
Am Nachmittag nahm der Wind noch einen an Stärke zu und so konnten wir uns mit 20-25 km/h rollen lassen, oder mit 40km/h fahren. Wir versuchten auch ein Segel aus Handtuch und Zeltunterlage zu spannen um uns vom Wind treiben zu lassen. Wenn man mit dem Wind fährt, kommt es einem fast windstill vor. Wenn man dann mal anhält, pustet es einem dann ganz schön um die Ohren. Deshalb erfanden wir heute die fahrende Pause: man lässt solch vom Wind weiterfahren und isst dabei zur Stärkung Kekse und trinkt Limonade-sehr erholsam!
Schließlich erreichten wir gegen 17:30 die Stadt Boujdour, die uns wegen dem starken Wind wie ausgestorben vorkam. Später sollte aber noch Leben auf die Straßen kommen, und wir aßen frisch zubereiteten Fisch, Salat und Brot zu Abend. Heute Nacht verbringen wir auf dem sehr sandigen, windigen und recht verlassenen Campingplatz in Boudjour und liegen frisch geduscht in unseren Zelten.
-Hanna
160kmLeer más
Rückenwind in der Westsahara 🏜️⬇️⬇️⬇️
6 de junio, Marruecos ⋅ 🌬 22 °C
Nach einer weiteren gendarmeriefreien Nacht ging es weiter die Küste runter Richtung El Marsa.
Der Rückenwind war so stark, dass man theoretisch die Füße von den Pedalen nehmen konnte und dahin gerollt wäre.
Letztendlich haben wir nur 4 Stunden auf dem Rad gesessen, in der Zeit aber 114 km geschafft! 💪☀️🌀
Unsere Highlights:
Wir haben einen anderen Radreisenden namens Kacim getroffen. Kacim ist Mitte 50, kommt aus Nordmarokko und fährt eine sehr ähnliche Route wie wir (mind bis in den Senegal). Er ist sehr lieb und es ist schön zu wissen, dass wir uns in Zukunft nun bestimmt häufiger über den Weg kommen. (auch heute haben wir uns in El Marsa zufällig wiedergetroffen und er schläft nur 1.4km weiter von uns; alles recht überschaubar hier)
Mitten in der Wüste hält ein Auto bei uns (nicht ungewöhnlich) und fragt ob wir Wasser brauchen (auch nicht ungewöhnlich). Wir bedanken uns und verneinen, das Auto fährt weiter. 10km weiter plötzlich wieder das Auto am Straßenrand (eher ungewöhnlich). Der Fahrer fragt, ob er ein Foto mit uns machen kann. Kann er. Auto rast an uns vorbei. Ein paar Kilometer wieder das Auto (wir werden skeptisch und fragen uns ob er zum Militär gehört und sicherstellen will, dass wir die nächste Stadt erreichen. Das wäre auch nicht ungewöhnlich). Er lädt uns zum Essen am Strand ein. Wir bedanken uns und verneinen, weil wir gerade gegessen haben. Auto rast an uns vorbei. An der einzigen Kreuzung wieder das Auto. Der Fahrer (übrigens sehr nett) steigt aus und schenkt uns Wasser und Essen und einen Zettel mit seiner Nummer, grüßt und nochmal lieb und fährt dann davon. Als wir uns abends nochmal bei ihm über die Nummer bedanken schreibt er, dass er sich einfach gefreut habe Menschen hier in dem Land seiner Vorfahren zu treffen und wünscht uns das allerbeste ☀️
Arveds Highlight:
Ein Videocall in die Feier seiner Familie 🏠☀️
Hannas Highlight:
Die Tankstelle bei der wir heute schlafen, wo uns von den nur arabisch sprechenden Mitarbeitern Teppiche unter unsere Zelte gerollt werden und wir Schokolade und Fisch tauschen.
Lauras Highlight:
Dass Hanna und Arved super viele Fahrradträume haben! Abgesprungene Ketten, jemand wäscht nachts unsere Räder, alles dabei 😛
Highlight für die Menschen um uns:
Unser erstes Bad im Meer seit 7 Tagen 🌊
-Laura
114kmLeer más

ViajeroKlingt nach einen tollen Tag! Ich wünsche euch weiterhin viel Rückenwind, liebe Menschen und ausgerollt Teppiche!
Sahara im Gegenwind 🌀⬇️
5 de junio, Marruecos ⋅ 🌬 21 °C
Heute morgen erwachten wir mitten in unserer Dünenlandschaft 🏜️
Irgendwie fühlt man sich wie in einem riesigen Sandkasten und Dünenhüpfen ist echt super. Auch kann man kleine Sandlawinen auslösen und das circa ab einer Neigung von 30°, also wie im Winter im Schnee ❄️
Ansonsten war der Sand einfach überall und die einzige Lösung des Umgangs erscheint mir die völlige Akzeptanz der Tatsache, dass Sand im Gehörgang, auf und im Essen, in den Schlafsäcken, Unterhosen und Radketten ist. Beim Essen erscheint es mir sinnvoll einfach 1-2 mm Platz beim Kauen zu lassen, dann spürt man den Sand im Mund gar nicht (Arved und Hanna sind nicht überzeugt, aber sie werden die Vorteile noch erkennen) 😛
Unter heutigen Ziel war Tarfaya, da dort unsere nächste Möglichkeit für Wasser und Essen ist. Unglücklicherweise war dieses Ziel am Morgen 85 km entfernt und der Wind plante uns eher vom Ziel weg zu pusten. Da hilft nur gemeinsam Windschatten geben, regelmäßig Kekse verteilen und über die Box mal Musik (heute Dire Straits), Drei??? und Politikpodcasts hören ❓❓❓
Mittags machen wir Pause am Straßenrand. Das war aber eher ungemütlich, weil wir uns für die falsche Seite der Straße entschieden und uns so jeder freundlich grüßende LKW den Sand zwischen die Zähne pustete 🌀
Am frühen Nachmittag erreichen wir Tarfaya, wo wir einen leckeren Kaffee trinken, eine sehr niedliche Katze treffen und den Cafebesitzer Said, der sehr gut Deutsch spricht. In Tarfaya war gibt es auch ein kleines Museum, dass dem Autor und Pilot Antoine de Saint Exupéry gewidmet ist. Dieser hat hier zwei Jahre, von 1927-1929, gelebt und die Aeropostale-Station geleitet. Leider konnten wir das Museum nicht besichtigen, weil es schon recht spät war und wir in der Stadt keinen Schlafplatz fanden. 🛩️
Wir folgen der Küste nur wenige Kilometer weiter bis wir einen ummaurrten Platz finden. Vielleicht wurde hier mal Baumaterial gelagert? 🤔 Auf jeden Fall ist der Platz einigermaßen windgeschützt und bietet uns ein bisschen Sichtschutz zur Gendarmerie, die hier alle 500m bis 1km einen Stützpunkt an der Küste hat (die europäischen kanarischen Inseln sind nah). Wir haben sogar ein kleines Wohnzimmer und hoffen auf eine weitere gandameriearme Nacht :)
-Laura
93km, praktisch keine Höhenmeter 🌀Leer más

ViajeroDie Tendenz geht eher zu den 200hm. Aber bei Müdigkeit in den Beinen oder schöner Kilometeranzahl am Abend schon nachvollziehbar!
Flachland
4 de junio, Marruecos ⋅ 🌬 21 °C
Nachdem wir eine geruhsame Nacht hinter der Entsalzungsanlage hinter Tan Tan ohne Gendarmie-Besuch verbracht hatten ging es nach dem Frühstück auf guter Straße mit wenigen Höhenmetern und wenig Verkehr gut voran. Die ersten Gendarmerie-Checkpoints passierten wir wir gewohnt ohne angehalten zu werden. Nach 60 km erreichten wir unseren Pausenort: 5 direkt nebeneinanderstehende Tankstellen im Nirgendwo, von denen wir uns für Shell entschieden. Dort gab es erstmal Kaffee, unser Brot und nette Mitarbeiter die uns sogar Tisch und Stühle raus stellten.
Nach der Pause ging es noch schnelle 20 km mit Rückenwind nach Akhfennir, dort gab’s neue Verpflegung, frischen Fisch im Restaurant und die Wasservorräte für die nächsten 95 km wurden noch aufgefüllt.
Heute Nacht schlafen wir zwischen den Dünen und der Sand ist natürlich schon überall, vor allem in unseren Ketten 🥲
-Hanna
Und 101 Rekordkilometer wurden heute gefahren (200 Höhenmeter)Leer más
Der letzte Downhill vor der Wüste 🌀
3 de junio, Marruecos ⋅ ☁️ 20 °C
Heute morgen erwachten wir doch ziemlich erholt, aber leider recht früh bei unseren Gastgebern im Zimmer der vielen Sofas. Leider konnten wir auf Französisch nur volle Stunden kommunizieren und so wurde aus halb 8 dann 7 Uhr 😅
Wir würden auch schon vom Familienoberhaupt erwartet und es gab typisch marokkanisches Frühstück (Brot und viele Schalen wo man das Brot dann eintunkt; man meide dabei das Olivenöl 🫒)
Dann wurden wir alle drei noch in typische Klamotten eingekleidet und wir mussten alle unsere neue erworbenen Sprachkenntnisse anwenden (Shukran bsef, also vielen Dank, gaaaanz oft sagen) bis wir die Klamotten auf dem Rad nicht auch noch mitnehmen mussten (3-4kg!) 👚
Schließlich ging es los auf die Straße und wir wurden von feinem Nieselregen und einem Hügel begrüßt. Nach circa 55km erreichten wir Tan-Tan doch recht unterzuckert. Zum Glück fanden wir einen Laden, wo wir leckere Tajine essen konnten und einen Minishop, wo ein Mann auf einem Tastenhandy ungefähr 10 Sekunden rumdrückte und uns neues Guthaben aufs Handy zauberte 🤔
Ansonsten scheint Tan-Tan Stützpunkt von ziemlich viel Militär zu sein und überall waren pro marokkanische Wandbilder an die Wände gepinselt (Marokko ist immer seeehr lang).
Nach dem Mittag ging am Militärstützpunkt vorbei aus der Stadt aus. Militärstützpunkte haben wir schon einige passiert und haben nie mehr als ein kurzes 'Hallo' und ein 'Gute Reise' mit den Beamten getauscht, so auch hier.
Der Wind, der uns die nächsten Tage hoffentlich die Wüste runterpustet. pustet uns jetzt erstmal doll ins Gesicht und begleitet uns den letzten Hügel und letzten Downhill vor sehr viel flachem Land entlang. 🌀🌀🌀
Unten finden wir einen sehr kleinen goldenen Wasserhahn, den überraschend viele Leute benutzen, der unsere (vermutlich) einzige Wasserquelle für die nächsten 85km sein wird. Dann heißt es noch einen Schlafspot finden, was die nächsten paar Kilometer nicht so einfach ist, weil die Küste sehr überwacht ist. Schließlich finden wir einen Platz hinter einer Entzalzungsanlage und belohnen unser Zwischenziel indem wir auf dem Benzinkocher Popcorn machen 🍿🍿
-Laura
95km, 760hmLeer más

Viajero
Das sieht ja nach viel Spaß aus!!😊 Aber warum sind die Entfernungen so unterschiedlich? Weiterhin eine gute Reise euch!

ViajeroAlso zum einen sind Distanzen auf den Schildern oft so über den Daumen gepeilt. Und hier sind das (fast) alles Hauptstätte von anderen Ländern und vermutlich einfach eine grobe Orientierung wo wichtige große Orte in Süd/Östlicher-Richtung kommen.

ViajeroDas ist doch entspannt, wenn man schätzungsweise 500 km mehr braucht um nach Dakar zu kommen. 😄
Schotterwege und Tee 🚲
2 de junio, Marruecos ⋅ ☁️ 24 °C
Ein kurzer Text, da ein langer Tag :)
Letzte Nacht kam die Gandamerie (aber erst um 5:16 Uhr, unser Versteck war gut genug 😉), hat uns aber nicht geweckt. Nur kurz geguckt und einen Kaktus platt gefahren 🌵
Wir haben heute sehr viel verschiedenen Straßenbelag in unlogischen Reihenfolgen gesehen (verschiedener Schotter und dann im Nix plötzlich 20km Asphalt?🤔)
Die Abdrücke im Staub der Mittagspause sind laut ChatGPT von Dinosauriern 🦕
Als wir schließlich an einem Haus nach Wasser fragten, wurden wir sofort ins Haus geholt. Es gab sofort Brot und sehr sehr sehr viel Tee. Wir haben einen Sprachkurs in Arabisch/Französisch/Englisch von der 11 jährigen Tochter bekommen!
Hanna und ich wurden in Parfüm getränkt (mein Sport-BH war nass!) und als Essen vor dem Schlafengehen (nach Brot und Obst) gab es noch Ziegenleber und einen Riesenberg Milchreis. Jetzt dürfen wir in einem Zimmer mit circa 10 Sofas schlafen (das ist gar nix weil die anderen Zimmer jeweils mind 20 Sofas haben!) 🛋️🛋️🛋️🛋️🛋️🛋️🛋️🛋️🛋️🛋️🛋️🛋️🛋️🛋️🛋️
Die Gastfreundschaft der Leute hier ist unglaublich :)
-Laura
99km , 950hmLeer más

Viajero
Oh ihr Armen, wo kommen bloß die vielen Löcher her… ihr solltet vielleicht nicht so viele Kakteen platt fahren 🚴🏼♂️🚴♀️🚴🏼♂️
Im Dunst an der Küste 🌊
1 de junio, Marruecos ⋅ ☁️ 21 °C
Heute Morgen versuchten wir früher loszukommen. Es hielt uns allerdings ein Platten an Lauras Rad auf. Jetzt hatten wir alle min. einen. Das Loch wurde leider nicht gefunden so wurde ein neuer eingebaut.
Als wir dann loskamen fanden wir recht bald, am Straßenrand, einen alten Bekannten: Stefan (Spitzname Bibo) aus Bielefeld. Ihn haben wir vor 1,5 Wochen auf einem Campingplatz getroffen. Stefan ist aber nicht mit dem Rad sondern mit dem Auto unterwegs hat aber trotzdem das selbe Tempo wie wir:)
Nach 60 km lahmen wir nach Sidi Ifni. In der Stadt sind fast alle Häuser weiß-blau. Dort tranken wir einen Kaffee und kauften ein dann ging es noch 20 km weiter an der Steilküste entlang welche oft durch Flusslaufe unterbrochen ist weshalb wir oft 50bis 100 Höhenmeter runter und gleich wieder hochfahren durften (fies!)!
So hatten wir am Ende des Tages ….( Bitte oben zusammenrechen) km und 850 Höhenmeter gesammelt
Laura und ArvedLeer más
Das Verschwinden der Arganbäume 🌳
31 de mayo, Marruecos ⋅ ⛅ 21 °C
Nachdem Lea heute gegen halb 10 zum Flughafen auf dem Weg war (guten Flug dir!) ging es für uns drei aus Agadir raus.
Zunächst gab es ein bisschen Pflichtprogramm und wir mussten knapp 48km einer recht großen Straße folgen.
Anschließend ging es Richtung Küste über kleinere Straßen mit leider recht viel Gegenwind. 🌀
Langsam wird die Vegetation rauer, strauchiger und sandiger. Die Arganbäume weichen zunehmend kleinen, festen Bodendeckern und Kakteen.
Nach knapp 90km suchen wir nach einem Spot für die Nacht und fahren in einen kleinen Feldweg Richtung Küste, wo es aktuell fantastische Surfwellen gibt! 🌊
Leider verbage sich an der Spitze ein Posten der Gandamerie Royale und ein paar bellende Hunde. Nächster Versuch: Einfach bei der Pizzeria fragen, ob wir auf dem Parkplatz schlafen dürfen. Antwort: Natürlich, aber wirklich auch nur nah am Haus, wo die Kameras sind ;)
Liebe Grüße aus der Pizzeria zu euch!
Wir hoffen ihr hattet ein schönes Wochenende ☺️
-Laura
91.5km 500hmLeer más

ViajeroDa will ich schon die ganze Zeit noch einen Post zu machen, hab aber noch nicht die Zeit und die richtigen Worte gefunden. Aber leider traurige Neuigkeiten: die ist am zweiten Tag in Agadir leider gestorben :( Die hat schon seit Anfang nicht gut gefressen und hat beim Atmen geschnauft und hatte Knubbel im Bauch. Vermutlich war sie recht krank, aber es wirkte schon so als würde sie sich ganz gut erholen. Besonders fies, weil wir in Agadir auch einen Ort gefunden hatten, wo sie hätte sein können. Sie hat aber die letzten zwei Tage noch viel in der Sonne gelegen und sich gestreckt und wurde ganz viel gekrault. Wir haben sie dann noch Mathilda getauft und unter einem schönen Busch begraben
"L'aïd" in Agadir 🐐🥁🍦🐏
31 de mayo, Marruecos ⋅ ☀️ 25 °C
Die letzten zwei Tage haben wir entspannt in Agadir verbracht. Da unsere Unterkunft außerhalb des Zentrums und weit vom Strand entfernt war, genossen wir die mehr oder weniger Ruhe in unserem kleinen Garten und einem nah gelegenen Café, in dem wir stundenlang Karten spielten.
Zwischendrin wurde eingekauft, die Fahrräder wurden geputzt und Schrauben nachgezogen, die Ausrüstung wurde neu sortiert und verteilt, es wurde lecker gekocht (so langsam haben wir das drauf mit der Tajine), und Lea verpackte ihr Fahrrad Flug-sicher.
Bis einschließlich Sonntag wurde noch "l'aïd", wie das Opferfest auch kurz genannt wird, gefeiert. Das Fest wird mit der Familie gefeiert, aber es ist auch Teil der Tradition, z.B. das Fleisch des geopferten Tieres (meist ein Schaf), mit anderen zu teilen, und Geschenke zu machen.
Diese Erfahrung durfte Hanna machen, als sie spazieren ging und sich auf einen Platz setzte. Kurzerhand wurde sie von ein paar Marokkanerinnen eingesammelt, die auf ihre Sicherheit bedacht waren und ihr etwas Gutes tun wollten. Nachdem Hanna zur Beruhigung des Rests unsere Gruppe eine Nachricht schrieb, dass sie etwas länger unterwegs sein würde, waren wir trotzdem etwas überrascht, als Hanna deutlich später sicher und sehr, sehr, sehr satt wiederkam. Natürlich wurde sie nicht nur gut gefüttert, sondern brachte auch noch ein großes Stück Schafsfleisch mit, und den Schmuck, den sie geschenkt bekommen hatte. 🎁🥩
Eine weitere kulturelle Erfahrung machten wir dann noch am Samstagabend. Unser Vermieter begleitete uns zu dem abendlichen Event im Viertel, das traditionell zum Opferfest in der Region Agadirs stattfindet und auf alten Traditionen einiger Berber-Stämme (hier wohl die Imazighen, wenn wir es richtig verstanden haben) beruht.
Bei guter Kirmes-Stimmung tauchten wir ein in den Trubel aus mit Ziegenfell bekleideten Menschen, gemischt mit anderen Verkleideten, und vielen Zuschauenden. 🎡🍦 Einige Frauen zogen uns mitten in den Trubel und zu den verschiedenen Musikgruppen, die herumliefen 🥁.
Teil der gewöhnungsbedürftigen Tradition ist, dass man auf die Schulter geschlagen wird (ganz traditionell mit Ziegenhufen, häufig aber auch einfach mit der Hand). Wir waren natürlich mittendrin, aber blaue Flecken hat definitiv niemand davon getragen. Das ganze Event war eine spannende, spassige, aber auch auch ziemlich stinkende Erfahrung (die Ziegenfelle sind frisch von den geopferten Ziegen).
Am Sonntagvormittag war es dann so weit, Lea musste sich von Rest der Gruppe verabschieden, glücklich so viele schöne gemeinsame Erfahrungen gemacht zu haben, und wurde noch netterweise vom Vermieter zum Flughafen gebracht. Für Hanna, Arved und Laura geht es weiter Richtung Tiznit ❤️🚲.
-Lea (zum letzten Mal für diese Reise 👋)Leer más
Mit Rückenwind nach Agadir 🚲💨
28 de mayo, Marruecos ⋅ 🌙 20 °C
Nach einer ruhigen Nacht zwischen Fluss und Meer bei Tamri, ging es auf nach Agadir.
Bei sehr angenehmen Temperaturen und Rückenwind genossen wir die Fahrt an der schönen Küste entlang. Auf der einen Seite konnten wir die Aussicht auf karge Bergausläufer mit kleinen Höhlen bewundern, auf der anderen Seite das tiefblaue Meer.
Um die Mittagszeit herum waren wir an einem beliebten Surf-Ort, Tagazhou, der allerdings wenig Wellen zu bieten hatte. Trotzdem tummelten sich viele Menschen auf Surfbrettern im Wasser, wie wir von der Strandpromenade aus sehen konnten.
Bald danach wurde die Straße auch schon breiter und voller und wir erreichten Agadir.
Agadir ist eine sehr neue Stadt, da 1960 ein Erdbeben große Teile der Stadt zerstörte. Ein Vorteil davon, dass eigentlich alles neu gebaut werden musste, sind die Radwege, die zum Teil richtig schick sind, und die wir auf dem Weg zu unserer Unterkunft abseits des Zentrums nehmen konnten.
Der Haupttag des Opferfests Eid Al Adha war zwar bereits Mittwoch, aber gefeiert wird bis zu 5 Tage am Stück, sodass die Schulen und viele Geschäfte auch heute noch geschlossen waren. Mit freundlicher Unterstützung unseres Vermieters, konnten wir aber doch noch eine geöffnete Bäckerei und Läden finden, um Snacks und Essen zu besorgen.
Nachdem der erste Appetit gestillt war, wurde mal wieder geduscht und ein bisschen Wäsche gewaschen. Die nächsten Tage sind für etwas Organisation gedacht, damit Lea mit ihrem Fahrrad und allem unnötigen Zeug der anderen zurück nach Deutschland kommt. Außerdem werden die Fahrräder von Arved, Laura und Hanna nochmal aufpoliert.
67 km, 500 hm
-LeaLeer más
Der härteste Job Marokkos🐐und das Opferfest 🐑
27 de mayo, Marruecos ⋅ ☁️ 29 °C
Gestern haben wir einen sehr schönen Platz unter ein paar Arganbäumen gefunden. Kurz nachdem wir ankamen, kam auch gleich ein junger Mann vorbei, der uns Essen und kaltes Wasser (mit Eiswürfeln!) brachte und erzählte, dass das Land seinem Vater gehöre und wir hier sehr gerne übernachten dürften ☺️
Auch sahen wir hier den Menschen, der den anstrengendsten Job Marokkos hat!
Bisher haben wir SchaafhirtInnen hier immer als extrem entspannt wahrgenommen. Nicht unser Hirte hier! Seine Ziegenherde von circa 60 Tieren machte sich ständig über die leckeren Arganbäume her, was zu großen Unmut seitens des menschlichen Aupassers führte. Dieser rannte dann brüllend und springend übers Fels. Auch hatten seine Ziegen leider die Tendenz weit entfernte Arganbäume gleichzeitig anzuknabbern - allens in allem ein gutes Workout und bestimmt der härteste Job Marokkos!
Abends beim Zelt aufbauen bekamen wir dann noch Besuch von einer Walzenspinne. 🕷️
Die sind echt groß (7cm), haben dicke Beine und können bis zu 16 km/h rennen (fies!)!
In Kombination mit ihrem aggressiven Gemüt und der Tendenz sich gerne mit größeren Tieren anzulegen, ein eher ungern gesehener Gast. Obwohl Walzenspinnen eigentlich keine Spinnen sind und dazu ungiftig, waren wir ganz froh als sie sich (ungern) durch Wasserspritzer zumindest einige Meter vom Zelt entfernte.
Heute Morgen erwachten wir zum Gebetsgesang am islamischen Opferfest. An diesem höchsten islamischen Feiertag findet ein Festgebet statt, dann opfern man Allah ein Tier, hier in der Regel ein Schaaf. Gedacht wird dem Propheten Ibrahim, der bereit war seinen eigenen Sohn Allah zu opfern. Kurz vor der Tat ließ Allah Einhalt gebieten und stattdessen wurde ein Widder geopfert. Da das Opferfest in der Familie gefeiert wird, waren heute die Straßen fantastisch leer!
Wirklich alle Länden haben geschlossen und auch wir spürten ein bisschen die Festtagesstimmung (so wie am Weihnachtsmorgen). Unterwegs hielt ein Auto an und schenkte uns süße Limonade. Traditionell teilt man am Opferfest mit der Familie, Freundinnen und Nachbarn und denen die Bedürftig sind.
Ziemlich zügig vergingen die 60km des heutigen Tages, morgen werden wir schon Agadir und damit Leas letzte Stadt der Reise erreichen. Gerade sitzen wir am Meer und Lea will uns motivieren gleich noch in den kalten Atlantik zu springen! 🌊
PS die Katze: Bisher noch gar nicht beschrieben, aber die Katze haben wir in Essaouira auf dem Fischmarkt aufgelesen. Sie war sehr schlapp, wir schätzen circa 8 Wochen alt und hatte laut ansässiger Ladenbesitzerin keine Mutter und niemanden der sich kümmert. Wir haben dann lang hin und her überlegt, ob wir der Katze damit etwas Gutes tun sie mitzunehmen, haben uns dann letztendlich dafür entschieden sie zumindest aufzupäppeln, zu entwurmen und entflohen ✅, den Hungerbauch loszuwerden (halb ✅) und dann ggf entweder in Agadir ins Tierheim zu geben oder weiter mitzunehmen. Die Chemiekeule der Entwurmung hat sie gut überstanden und das Radfahren findet sie okay (ehrlich gesagt pennt sie eh den ganzen Tag). Nachts schläft sie neben dem Zelt und nach dem Radfahren auf irgendeinem Bauch (gerade Arveds) - wir werden sehen und überlegen.
61km 700hm
-LauraLeer más
Ins Land der Arganbäume 🌳⛱️
26 de mayo, Marruecos ⋅ ☀️ 34 °C
Bei der Aussicht auf 32°C und wenig Schatten wurden die Wecker auf 6 Uhr morgens gestellt und gegen 8 Uhr morgens saßen wir dann auch schon auf dem Rad, heute zu fünft 🐈, um das erste Drittel der Strecke nach Agadir möglichst vormittags zu schaffen. Die Katze war gut angegurtet und sicher verstaut in Hannas neuem Korb am Fahrrad. Wie sie das Fahren und die Wärme vertragen würde, mussten wir abwarten.
Die Strecke führte uns etwas vom der Küste weg, hinein ins Land Arganbaum-bewachsene Hügel. Die Bäume, die wir bisher nur vereinzelt gesehen hatten, machten auf einmal fast 100% des sichtbaren Grüns aus.
Gegen Mittag hatten wir den größten Teil unser geplanten Strecke und Höhenmeter geschafft und erreichten einen Ort mit dem klangvollen Namen Smimou. Dort war viel los, wohl auch wegen des sich nähernden Opferfests. Die vielen Schafe und Ziegen, die ihre Besitzer wechselten taten uns leid, wie sie nacheinander verschnürt wurden, oder zu zweit getragen, in Schubkarren geschoben, in Kofferräume verstaut, und auf Taxis oder Esel geladen wurden. 🐏🐐🥺
Von unserem Platz in einem Café, wo wir Schutz vor der Sonne suchten, und uns mit Linsensuppe, Tajine mit Pommes (scheinbar ein Klassiker) und Minztee stärkten, konnten wir den Trubel gut beobachten. Der Katze hatte die Fahrt bisher mäßig gut getan. Am Anfang hatte sie ihren Kopf leicht ängstlich aus dem Korb gesteckt, bis sie dann irgendwann ruhig genug wurde, um sich auf den Boden des Korbs zu legen. Mittags war sie allerdings ziemlich fertig, wahrscheinlich etwas überhitzt, sodass wir sie mit Wasser abkühlten. Dank des Schattens im Café, zusammen mit der Abkühlung und etwas Wasser und Futter berappelte sich das Kätzchen aber wieder, bis wir unsere Einkäufe erledigt hatten.
Anschließend ging es noch ein Stück weiter Hügel hinauf, bis ein Coffee-Car an einem Brunnen mit Trinkwasser zu einer letzten Pause einlud. ⛲ Mit vollen Flaschen und Trinkblasen ging es dann flott die Hügel auf kurviger Straße hinab zu einem Fluss, an dem wir einen großen Arganbaum - was auch sonst - als Schattenspender nutzten, bis es Zeit war daneben die Zelte auf möglichst wenig dornigem Boden aufzuschlagen.
58 km, 600 hm
-LeaLeer más

ViajeroWir hatten aber 32°C 🤪. Aber ja, wenn es nach der Temperatur geht, hätten wir auch in Köln bleiben können. Dann hätten wir keinen schönen Platz am Fluss zum Campen, keinen Ziegenherde zum Beobachten, und gerade haben wir vom Sohn des Landbesitzers noch kaltes Wasser und frisches Brot geschenkt bekommen. Wir fühlen uns hier also sehr wohl. 😊
Katze 🐱
25 de mayo, Marruecos ⋅ ⛅ 28 °C
Essaouira zu Fuß erkunden 🌊🐟🛥️
24 de mayo, Marruecos ⋅ ☀️ 23 °C
Heute hieß es Pause machen, Essaouira entdecken, und überlegen, wie wir weiterfahren wollen, da Lea am 30.5. in Agadir sein will.
Spoiler: Wir haben uns dafür entschieden, morgen einen weiteren Pausentag einzulegen, damit sich Knie und verstimmten Bäuche erholen können, und wir der größten Hitze aus dem Weg gehen können.
Nachdem alle ausschlafen durften, und wir gemütlich gefrühstückt haben, ging es mittags durch die Medina zum Fischmarkt, mit dem Ziel, Fisch fürs Abendessen zu kaufen. Da es in unsere Unterkunft auch Tajine-Töpfe gibt, haben wir beschlossen, uns selbst an der Zubereitung einer Fisch-Tajine zu versuchen, mal gucken, wie die am Ende schmeckt. 🤞😋
Der Nachmittag wurde dann mit Planung verbracht - Höhenmeter sollen weiter minimiert werden, also wird es nahe der Küste weiter Richtung Agadir gehen. Außerdem wurde diskutiert ob und wie wir eine hilfsbedürftige Babykatze vom Fischmarkt adoptieren wollen, um ihr ein besseres? Leben zu ermöglichen, oder ob das unrealistisch ist.
In einem Literatur-Café stöberten wir noch ein wenig durch Bücher, und schrieben Postkarten.
Dann ging es auch schon an die Zubereitung der Tajine und nebenbei wurden noch ein paar Ladungen Wäsche gewaschen, während der Rosarote Panther als intellektuelles Abendprogramm auf dem Fernseher lief.
-LeaLeer más

ViajeroDie mit Fisch ein bisschen zu intensiv, aber die vegetarische war super!
Arganbäume 🌳🪔
23 de mayo, Marruecos ⋅ ☀️ 21 °C
Hier könnte deine Beschreibung des heutigen Tages stehen ☺️
(bitte beachte die Bildunterschriften)
Tipp für Interessierte:
Die Sendung mit der Maus mit der Sonderfolge 'Marokko' in der ARD-Mediathek 🐀🐘🦆 sehr empfehlenswert! ☺️
https://www.ardmediathek.de/video/die-sendung-m…
-Laura
80km, 600hmLeer más

ViajeroDanke für die anschauliche Information zum Arganbaum und seinem Arganöl, das ja Adipositas entgegenwirken soll - für euch sportliche Typen aber eher unwichtig. Gute Fahrt, bleibt gesund, schluckt nicht zu viel Arganöl.
Durch Safi zur Kasbah Hamidouche 🏰
22 de mayo, Marruecos ⋅ 🌙 22 °C
Wir sind gestern am Morgen im Sonnenschein in unseren Zelten aufgewacht und konnten damit zum ersten Mal richtig unseren Zeltspot sehen.
Auch ohne Nebel war er schön. Eine Überraschung hielt der Morgen jedoch parat: In der Nacht hatten die Schnecken unsere Zelte und Fahrräder als ihre neuen Lieblingsorten gefunden. (Das Internet sagt, die Schnecken kriechen möglichst hoch, um sich vor der Wärme zu schützen.) 🐌⤴️
Nachdem die meisten Schnecken entfernt waren, ging es nach dem Frühstück Richtung Safi und damit wieder in den Nebel. Zu sehen gab es also wenig. Die fehlende automatische Beschleunigung auf den Bergab-Streckenabschnitten machte außerdem klar, der Gegenwind war doch ganz ordentlich. 💨
Der erste Stopp des Tages war die Stadt Safi, die im Nebel etwas unfreundlich wirkte, in der Hanna und Lea aber in einem seehr gut ausgestattet Baumarkt/Angelladen eine Mini-Drahtbürste zur Reinigung der Fahrradketten fanden, und Laura und Arved eine neue Rolle Kinesio-Tape organisierten für alle Knie mit Unterstützungsbedarf. Außerdem nutzten wir unsere Chance, Couscous (das Gericht, nicht der Grieß) zu essen, denn es war ja Freitag! 😋 Ganz traditionell wurde der Couscous auch mit Lben, einem sauren Milchgetränk serviert.
Später, bei einem Halt am Coffee-Car hinter den Fischverarbeitungs-Fabriken erklärte uns eine nette und sehr redselige Bewohnerin Safis, dass die 7 eine wichtige Zahl in der marokkanischen Kultur ist, und in Couscous eben auch 7 verschiedene Zutaten seien. Sie erzählte uns noch ein wenig von ihrem Leben ans alleinerziehende Mutter und Mitarbeiterin in der Qualitätssicherung einer Fischkonserven-Fabrik, die auch nach Deutschland exportiert (wir sollen die Augen auf halten nach grünen Konservendosen der Marke Imperial).
Anschließend ging es durchs Industriegebiet 🏭, vorbei an auffallend dunkelroten Haufen, und weiter die Küste entlang, bis wir uns etwas vom Meer entfernten, um noch Lebensmittel und Trinkwasser zu organisieren für unseren geplanten Übernachtungsplatz - eine verlassene Kasbah (Festung), bzw. deren Ruine.
Die Kasbah-Ruine begeisterte uns direkt, da die Mauern noch hoch ragten und ein bisschen zu Kraxeln einluden. Wir erkundeten alle Bereiche, die uns nicht von diesen Stachelbüschen versperrt wurden (sie sind wieder da 🌱🦔🫤), und entdeckten neben den Überresten alter Wasserleitungen der Kasbah auch einige Tierknochen und -skellete.
Radeln und Entdecken macht hungrig, also kochten wir noch schnell einen Reistopf mit Gemüse, Tomaten-Sahnesoße und unserem neu erstandenen Tajine-Gewürz aus Safi.
Mit dem diese Mal ganz schönen Gesang des Imams legten wir uns dann auch bald Schlafen. 🔊🕌
71 km, 400 hm ⤴️
Heute geht es nach Essaouira, gut gestärkt mit Müsli, und dieses Mal ohne Schnecken auf den Rädern.
-LeaLeer más
Nebeltag 🌫️
21 de mayo, Marruecos ⋅ ☀️ 22 °C
Mit 6:30 Uhr startete der Tag für uns so früh auf dieser Reise wie an keinem anderen Tag zuvor (jaja faul). Zunächst noch Brot gefrühstückt und ein bisschen gedehnt, dann war die Straße so leer und angenehm kühl wie an keinem Tag zuvor.
Zunächst ging es an ganz schön viel Landwirtschaft vorbei und Arved war sehr begeistert 😉
Neben der Landwirtschaft waren auffällig viele Schmetterlinge unterwegs. Zu hunderten flogen die hübschen weißen Falter zwischen den Feldern und Blüten herum. Das war Leas Highlight.
Im Laufe des Tages wurde es zunehmend diesiger und das Wetter könnte sich nicht zwischen sehr warm und nassfeuchter Küstenluft entscheiden. Lauras Highlight war das Café in dem Kletterfilme liefen und fast wäre der Kaffee darüber kalt geworden. Nachmittags machten wir noch einen Stop bei einer Tankstelle und kauften Benzin. Unser Gas neigt sich dem Ende zu und jetzt wird Hannas Benzinkocher ausprobiert :)
Abends fanden wir einen schönen Spot direkt an der Steilküste neben alten Steinmauern und bauten unsere Zelte auf. Plötzlich riss der Nebel auf und wir hatten tatsächlich noch ein bisschen Sicht auf die beeindruckende Landschaft bevor wir ziemlich bald müde ins Zelt kippten ⛺
Internet gab es an unserem Zeltspot nicht, daher nun nachträglich (es gab schon Kritik 😜)
-Laura
73km, 300hmLeer más
Fake News: Seemenschgarn 🌊🐙😜
21 de mayo, Marruecos ⋅ ☀️ 23 °C
Eine ausgedachte Geschichte nach einer wahren Begebenheiten auf einer Radtour:
Der Weg zum Kap Bedouza verschwand nach und nach im Nebel 🌫️. Das schreckte uns aber nicht ab, da die Aussicht auf ein Kaffee in einem Café dort lockte ☕. Plötzlich tauchte auch schon der Leuchtturm mit Café nebendran auf.
Frisch gestärkt ging es dann aus dem Ort hinaus und auf die Suche nach einem Platz für die Nacht. Dafür verließen wir die Straße und bogen auf einen Feldweg ab, der hinter alten Steinmauern in Richtung Meer führte. Auf einmal endete der Weg an einer Klippe, die den Blick auf die Nebelsuppe über dem Atlantik Preis gab. In der Ferne war das tiefe dröhnen eines Nebelhorns zu hören, davon abgesehen wurden die meisten Geräusche von Nebel verschluckt 🌫️📯.
Etwas weiter von der Klippe entfernt bauten wir die Zelte auf, bevor wir beschlossen, ein wenig entlang der Klippe zu gehen, und zu schauen, ob man irgendwo gut ans Meer hinunter kam.
Ein Pfad führte an der Klippe entlang und nach einigen hundert Metern tauchten zwei Gestalten aus dem Nebel auf, die gemeinsam einen schweren Sack trugen. Sie schienen überrascht über unsere Anwesenheit, und bemühten sich, möglichst schnell und unauffällig an uns vorbei zu kommen.
Wir gingen den Pfad weiter in die Richtung, aus der die zwei gekommen waren. Der Pfad wurde unebener und führte ein Stück die Klippe hinab. Der Pfad war mit Sandalen und Schlappen gut zu bewältigen, also gingen wir weiter.
Aus dem Nebel tauchten einzelne Pfähle auf, die auf einem Zwischenplateau der Klippe fest betoniert waren. Beim Näherkommen stellte sich heraus, dass es viele dieser Holzpfähle gab entlang des Pfads, der sich teilte, um in beiden Richtungen entlang der Küste auf dem Zwischenplateau weitergehen zu können. An einigen Pfählen waren seltsame Spuren zu erkennen, fast wie Schnitzereien sahen sie aus. Scheinbar hatten sich Seile tief in das Holz geschnitten. An Zwischen zwei Pfosten war eine Strickleiter befestigt, die nach unten hing, und deren Ende nicht erkennbar war. Eine kurze Prüfung ergab, dass sowohl die Seile, als auch die Sprossen stabil waren. Da wir noch ca. 2 Stunden Tageslicht hatten, siegte die Neugier und wir kletterten die Strickleiter nacheinander hinab. 🪜
Sie endete in einer Höhle am Fuß der Klippe. Die Höhle war zum Teil unter Wasser, da sie zum Atlantik hin offen war. Ein vorgelagerten Felsen schütze die vor großen Wellen und wegen der hohen Decke bestand auch erstmal keine Gefahr, dass die Höhle komplett unter Wasser liegen würde. Die Frage war eher, ob sie bei Ebbe nicht trocken fallen würde. So jedenfalls hatte sie ein bisschen etwas von einem kleinen, gut geschützten Hafen. Und tatsächlich, es gab einen provisorischen Schwimmsteg aus leeren Kanistern und Holz, der vom trockenen Teil der Höhle ins Wasser ragte. Ein Boot war aktuell aber nicht da.
Vom Meer her allerdings, waren Stimmen zu hören, die deutlich näher klangen, als das Nebelhorn, das weiterhin in der Ferne tönte. Wenig später waren auch von oben Stimmen schwach über das Meeresrauschen zu hören. Wegen mangelnder arabisch-Kenntnisse konnten wir leider nichts verstehen, aber dachten uns, wir bleiben wo wir sind, und machen uns nicht bemerkbar.
Kurz darauf klatschte etwas aufs Wasser, und ein kleiner Außenbord-Motor war zu hören, es schien also tatsächlich ein Boot auf dem Wasser in der Nähe der Höhle zu sein. Das Boot wurde langsam erkennbar im Nebel, da es näher kam. Zum Glück hielt es aber vor der Höhle wieder an, sodass wir nicht entdeckt wurden.
Jemand vom Boot fischte etwas aus dem Wasser, zog es an Bord, befestigte etwas unförmiges großes daran, und rief dann hinauf zu den Leuten oben auf der Klippe. Daraufhin wurde das Etwas nach oben gezogen und verschwand aus unserem Blickfeld, während sich auch das Boot entfernte. 🛥️
Was genau hier passierte, war uns nicht klar, aber das Ganze wirkte ganz schön dubios, und wir wollten nicht als Zeugen entdeckt werden. Wir warteten leise ab, bis von oben von den Klippen nichts mehr zu hören war und noch ein bisschen länger flüsternd überlegten wir, was wir am besten tun könnten. Da es langsam anfing zu dämmern und weder von oben an der Klippe, noch vom Meer (abgesehen vom Nebelhorn) etwas zu hören war, beschlossen wir , die Strickleiter wieder leise hochzuklettern. Zum Glück war oben niemand zu sehen. Die Markierungen an den Pfosten ergaben jetzt mehr Sinn. Wahrscheinlich wurde um sie ein Seil gelegt, an dem Dinge hochgezogen werden konnten, wenn ein Boot auf dem Meer sich von der Klippe entfernt und dabei am anderen Seilende zieht.
Schnell, und so leise es ging, folgten wir dem Pfad wieder zurück in Richtung unserer Zelte und waren ganz schön erleichtert, als wir dort ohne Überraschungen ankamen.👣⛺
Was genau hatten wir da eigentlich miterlebt? Wurden da Schiffe im Nebel ausgeraubt, und die Beute an Land gebracht? Oder hatten wir Schmuggler erwischt? Oder hatten wir einfach nur gesehen, wie die Locals hier ihren frischen Fisch möglichst schnell ans Land bringen?
Aufgeputscht, verwirrt und etwas paranoid schliefen wir in unseren Zelten mit dem Meeresrauschen im Hintergrund ein. 😴Am nächsten Morgen schien alles ziemlich surreal. Da wir aber alle das gleiche erlebt hatten, war es wohl kein Traum.
-Lea
PS: Die Geschichte ist frei erfunden! Jegliche Ähnlichkeit zu realen Personen und Ereignissen ist zufällig und es sind weder Tiere noch Menschen zu Schaden gekommen.Leer más
































































































































































































































































































































































































ViajeroSpannender Ausflug!
Viajero
Ja, das ist etwas zu warm
ViajeroIch wünsche euch eine gute Fahrt im Zug und natürlich auch beim Radeln! Hoffentlich mit etwas Rückenwind, wenig Sand im Getriebe. Lasst euch nicht wegbrutzeln! 😊☀️🚲