• Auf Tour 2019
  • Auf Tour 2019

Reiseblog

Mit Freude planen - mit Spannung erwarten - mit Begeisterung durchführen! Read more
  • Russland 6/34

    September 1, 2019 in Russia ⋅ ☀️ 20 °C

    Nationalpark Ruf des Tigers, Nachodka (Находка) – Stadt am Pazifik,
    Fahrt in Richtung Chabarowsk (Хабаровск)

    Mit dem Morgengrauen erwachten wir. Die Wolken hingen noch in den Bergen fest und tauchten die Umgebung in ein diffuses Licht. Durch die Lüftungsschlitze am Fenster hörten wir das leise Zirpen von Grillen, in der Ferne einen Hahn. Im kleinen Ort schien noch alles zu schlafen. Nach unsere ersten Nacht im Auto fühlten wir uns gut und ausgeschlafen. Die eingebaute klappbare Liegefläche mit den Auflagen aus Schaumstoff und zwei dicken Decken hat sich bewährt. Für noch besseren Liegekomfort hatten wir heute Morgen zwei Iso-Matten zwischen die Siebdruck platte und dem Schaumstoff gelegt und die überstehenden Seiten abgeschnitten. Die Zudecke war in den Morgenstunden zu dünn. Wir fröstelten ein wenig.

    Durch die starken Regenfälle in der Region waren die Böden durchtränkt und das Gras nass. Aber unser Standort war sehr gut. Auf der Treppe am Gesundheitspunkt konnten wir unsere Utensilien ausbreiten und ein Frühstück zubereiten. Zwei zusätzlich eingebaute Batterien und ein Inverter lieferten die Energieversorgung für die dreifach-Verlängerungssteckleiste. Der Kaffee war mit dem Wasserkocher schnell zubereitet. Die Freude verhalte jedoch nach kurzer Zeit. Beim Einschalten der Reise-Induktionskochplatte wurde der Inverter zerstört. Betrübt tranken wir den Kaffee aus und bereiteten die Spiegeleier auf dem Gaskocher zu.

    Nach dem Frühstück wurde geprüft, ob der Inverter wieder einsatzbereit gemacht werden kann. Dazu musste das Auto umfangreich ausgeladen und die Liegefläche zurück gebaut werden, die im hinteren Bereich nicht klappbar ist. Die Installation befindet sich am rechten Radkasten, hinter der Kofferraumverkleidung. Die beiden Batterien hatten ihren Platz in der Wanne für das Ersatzrad gefunden.

    Inzwischen stand die Sonne hoch genug. Die Thermik drückte die tiefhängenden Wolken über die Berge und machte den Blick auf die schöne Natur frei. Der Ort erwachte. Kinderstimmen waren zu hören. Eine Kuh wurde an der Leine zum üppigen Grün gebracht, eine Baumsäge war zu hören, Hunde bellten und der Bach rauschte hinter der Gesundheitsstation. Von dort wurde frisches Wasser für den Abwasch in einem Eimer heran geholt und mit noch heißen Wasser aus dem Wasserkocher gemischt.

    Sicherungen, Batterien, Kabel und Inverter geprüft. Letztgenanntes war das Problem und nicht mehr einsatzbereit. Der Fehler konnte nicht gefunden werden. Traurigkeit und Enttäuschung machten sich breit. Die Stromversorgung war in erster Linie für die Kommunikationstechnik, für Licht und die Zubereitung von Heißgetränken gedacht, wenn wir kein Hotel erreichen und im Auto übernachten.

    Schweigend wurde das Auto für die Weiterfahrt eingeräumt. Am späten Vormittag waren wir abfahrbereit. Der Plan, zum Nationalpark Ruf des Tigers zu fahren, wurde aufgegeben. Keine Beschilderung, mangelhaftes Kartenmaterial, Zeitverzug von 2,5 Tagen. Schlechte Straßen. Wege auf den zuletzt zurück gelegten 30km zwangen uns zur Fahrgeschwindigkeit im Schritttempo.

    Da wir noch immer weit im Osten waren, beschlossen wir an dem sonnigen Sonntag einen kurzen Abstecher zum Pazifik zu machen. Dazu mussten wir die 30km unbefestigte Straße mit zahllosen Löchern und querenden Bächen zurück. Als wir wieder festen Straßenbelag unter den Reifen hatten, führte uns die Route nach Nachodka.

    Nachodka ist eine noch recht junge Hafenstadt am Pazifik mit ca. 160.000 Einwohnern. Stadtrechte wurden erst 1950 erteilt. Die Topographie ist vielfältig. Zum Einen Steilküsten, zerklüftete Uferbereiche, Inseln. Zum Anderen das grüne Festland, das zum Pazifik hin Buchten mit Badestränden bereit hält.

    https://de.m.wikipedia.org/wiki/Nachodka

    Nach einem erfrischenden Bad im salzhaltigen Japanischen Meer setzten wir unsere Fahrt in Richtung Chabarowsk fort. Das Navigationsgerät suchte uns die kürzeste Verbindung raus und zeigte uns den Weg, von dem wir einige Stunden zuvor gekommen waren. Arglos fuhren wir los. Unterwegs kamen uns Zweifel zum Routenvorschlag und der Kenntnis über den schlechten Straßenzustand. Wir beschlossen, wieder zurück nach Wladiwostok zu fahren und den damit verbundenen Umweg in Kauf zu nehmen. Immerhin waren ca. 60% der Strecke eine befestigte Fahrbahn. Die anderen.40% hatten ein Meer an Schlaglöchern oder befanden sich im Bau, hatten Schotter oder waren schon für die Ausbesserung weg gefräst. Die Fahrt erforderte hohe Konzentration, da sich die Straßenbedingungen permanent, ohne Ankündigung mit Schildern, änderte.

    Müde und erschöpft hielten wir ca. 250km vor Chabarowsk in einer kleinen Ortschaft, nahe dem Bushof an, richteten wieder unsere Schlafstätte im Auto ein, staunten und bewunderten den klaren Sternenhimmel und schliefen ein.

    Das Hotel in Tschita konnte für den Buchungszeitraum nicht erreicht werden und wurde storniert.

    Besonderheit des Tages: Baden im Pazifik

    Gefahrene Tageskilometer: 815
    Wetter: heiter bis sonnig
    Temperatur: 27°C tagsüber, in der Nacht 16°C
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  • Russland 8/34

    September 3, 2019 in Russia ⋅ ⛅ 19 °C

    Swobodny (Свободный),
    Kosmodrom Wostotschny (Космодрома Восточный),
    Weiterfahrt nach Tschita (Чита)

    Es regnetet, als wir am Vormittag erwachten. Anhand der Außengeräusche stellten wir fest, dass wir an einer stark befahrenen, mit Löchern übersäten, Straße geparkt hatten. Bei unserer Ankunft waren wir noch der Meinung, dass wir ein ruhiges Plätzchen im Innenhof eines Wohnkomplexes gefunden hatten.
    Swobodny hatte im Vorstadtbereich die kleinen typischen russischen Holzhäuser - die Datscha – im Allgemeinen mit den bunt angemalten und verzierten Fenstern. Leider waren auf unsrem Weg durch Swobodny nur wenige wirklich schön und gepflegt. Die meisten waren sehr schief, verwittert und morsch. Die Wohnanlagen aus Stein waren sanierungsbedürftig. Alle von uns befahrenen Straßen waren in einem desolaten Zustand. Kleine Geschäfte säumten den zerschlissenen Straßenrand, die einen verschmutzten Eindruck auf uns machten. Die Denkmäler, Plätze und kleinen Parkanlagen waren weitestgehend gepflegt. Eine große Sportanlage war aktiv.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Swobodny
    https://de.wikipedia.org/wiki/Kosmodrom_Swobodny

    Mit frischem Geld in der Tasche fuhren wir zum Kosmodrom Wostoschny, das auf unserer Strecke lag und ca. eine Stunde von Swobodny entfernt ist. Mit der jetzigen Erfahrung liegt das Kosmodrom bei Ziolkowski. Dieser Ort scheint das Personal für die Bewirtschaftung der Anlage zu stellen. Hohe Schall-- und Sichtschutzwände von 3-5m versperren den Blick in den Ort. Zufahrtstraßen wurden mit Polizei und Kontrollvorgängen abgesichert.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Ziolkowski_(Stadt)
    https://de.wikipedia.org/wiki/Konstantin_Eduard…

    Wegweiser lieferten die Informationen zum Kosmodrom Wostotschny und zu verschiedenen technischen Basen. Eine Gleisanlage mit einem Bahnhof befindet sich auf dem Abschnitt. 3km vor dem Startareal endete unsere Fahrt. Ohne einen Propusk – eine amtliche Genehmigung – war das Passieren des Kontrollpunktes nicht möglich. Und für den Tourismus schon gar nicht. Es ist wünschenswert, ein Besucherzentrum zu errichten, um Interessierten einen Einblick über die Arbeit und Aufgabe des Standortes zu vermitteln.
    https://de.wikipedia.org/wiki/Kosmodrom_Wostots…

    Nun begann für uns ein langer Fahrabschnitt gen Westen. Das Ziel hieß Tschita. Vom Kosmodrom 1.414km entfernt. Die Fahrt führte durch die Berge. Nur wenige flache Landabschnitte. Keine Landwirtschaft oder Viehzucht. Nur Wälder. Nadel-, Laub- und Mischwald. Als Nadelwald hauptsächlich Tanne und Kiefer, als Laubwald vordergründig Birkenhaine, Robinien und Pappeln. Schäden vom Waldbrand konnten deutlich erkannt werden. An den alten Brandstellen wucherte Buschwerk bzw waren schon wieder kleine Bäume zu sehen. Auf den neueren, vom Brand geschädigten Flächen, standen die kahlen Baumstämme wie Mahnmale auf der verbrannten Erde. Mancherorts setzten sich schon wieder kleine Grasnarben durch und die Baumspitzen waren grün. Beängstigender Anblick. Gedanken zur Eindämmung von Waldbränden machen sich breit.

    Die Nacht brach herein. Die Umgebung verschwand im Dunkeln. Der Blick und die Konzentration richten sich nun komplett auf die Straße. Teilabschnitte waren sehr gut, andere Abschnitte eine Berg- und Talfahrt, wie bei einem Wellenreiter aus Kindheitstagen. Schwellen und Kannten, die das Fahrwerk erschüttern, wenn die Geschwindigkeit zu hoch war. Löcher, in denen manchmal von der Tiefe halbe Räder verschwinden können. Baustellen, mit unbefestigter Straßendecke. Neu asphaltierte Strecken ohne Straßenmarkierung. Pechschwarz in einer dunklen Nacht ohne Wolken. An den Baustellen wird rund um die Uhr gearbeitet, auf denen schweres und moderne Geräte zum Einsatz kommen.
    Keine Lichter von Ortschaften. Die Besiedelung ist zwischen Chabarowsk und Tschita sehr dünn. Kaum Gegenverkehr. Der Transport wird in der Region zu fast 100% auf die Schiene verlegt. Alle 150-200km eine Tankstelle mit kleinem Kassenhäuschen und schwacher Beleuchtung. Rasthöfe 3 auf ca 1.500km. Parkplätze verschwinden im dunklen Nirgendwo. Die Zufahrten dorthin haben noch ca 15m befestigte Straße. Und danach…? Wir haben es nicht ausprobiert.

    Später, in der Nacht, machte sich Nebel breit. Danach folgte Regen, der durch ein starkes  Gewitter begleitet wurde. Die Entladungslinien konnten teilweise sehr klar und in unmittelbarer Nähe erkannt werden. Löcher füllten sich mit Regenwasser und wurden zu kleinen Seen. Die durchschnittliche Geschwindigkeit musste gedrosselt werden.

    Während der Fahrt wurde bei Verfügbarkeit des Internets nach einem Hotel, mit früher Anreisezeit, in Tschita gesucht.

    Bei abklingendem Gewitter und nachlassendem Regen machten wir Halt an einer der wenigen Raststätten, die endlich wieder auftauchte. Es war 3Uhr in der Früh und wir waren noch 327km von Tschita entfernt. Halbe Stunde Kurzzeitschlaf, Kaffee und nach einer Stunde ging es mit einem erneuten Fahrerwechsel wieder auf die Straße zurück.

    Weiterfahrt.

    Gefahrene Kilometer: 1.468 (bis Tschita)
    Wetter: am Morgen Regen, tagsüber bewölkt mit Auflockerung, in den Nachtstunden Regen und Gewitter
    Temperatur: am Tage bis 26°C, in der Nacht bis 5°C
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  • Russland 9/34

    September 4, 2019 in Russia ⋅ ⛅ 17 °C

    Ankunft in Tschita (Чита)

    ... Weiterfahrt.

    Am dunklen Horizont flackerten noch die Lichter vom Gewitter und zauberten tolle Bilder in die Nacht. Eineinhalb Stunden später dämmerte der aufkommende Morgen. Die Silhouette einer Berglandschaft war zu erkennen. Und auch hier wurden mit zunehmendem Tageslicht Brandschäden sichtbar.

    Wir rollten mit dem Morgendunst aus den Bergen nach Tschita. Die Stadt war schon erwacht. Volle Straßen, teilweise Stau. Das Hotel unserer Wahl wurde angesteuert. Und tatsächlich! Wir bekamen ein Zimmer am Morgen für die kommende Nacht, ohne Aufpreis. Eine halbe Stunde später sanken wir müde und erschöpft, aber zufrieden – gesund und ohne Unfall – in saubere, frisch gemachten Betten.

    Am Nachmittag erwachten wir. Als wir wieder in die Gänge kamen, setzten wir uns in Richtung Stadtzentrum in Bewegung. Am Bahnhofsvorplatz hielten wir an. Die Transsibirische Eisenbahn wurde erwartet. Bis zum Eintreffen des Zuges schauten wir uns dort um und versuchten in Erfahrung zu bringen, was eine Zugfahrt nach Moskau bzw. Wladiwostok kosten würde. Der Reisepass sollte vorgelegt und ein verbindliches Reisedatum genannt werden. Wir kamen nicht überein und erhielten keine Auskunft am Schalter.

    Am Bahnsteig herschte reges Treiben - Reisende, Bauarbeiter, Zuschauer, Bahnhofspersonal, Polizei. Fahrgäste liefen mit ihrem Gepäck ganz selbstverständlich über die Gleise zu ihren Bahnsteigen, die nur eine Treppenstufe höher lagen als das Gleisbett. Unzählige lange Güterzüge, meist mit Schüttgut beladen, rollten in beiden Richtungen im Schritttempo an uns vorüber. Mit einem Signalton wurde die Einfahrt der Züge angekündigt. Wir beobachteten Gleisbauer, die zwei Schienen über eine Unterführung installierten. Interessant war der Einsatz der Technik und der Werkzeuge. Unter deutschen Gesichtspunkten undankbar!

    Der Bahnsteig füllte sich mit Reisenden. Auf welchem Gleis der Zug einfahren sollte, war auch den russisch sprechenden Menschen unbekannt. Auf dem Fahrplan stand Gleis 3. Das war aber nicht befahrbar. Bauarbeiten. So schauten alle ganz gespannt in beide Richtungen des Bahnsteigs und erwarteten die Trans-Sib, die pünktlich eintraf. Nichts nostalgisches – ein einfacher Zug mit unterschiedlich gekennzeichneten Wagons zum Start- und Endpunkt auf der Strecke. Ganz am Ende des Zuges befanden sich die Schlafwagen, die über die gesamte Strecke von Moskau nach Wladiwostok rollten. Der Wagen wurde nur an einer Seite geöffnet. Die andere Wagentür blieb verschlossen. Nach dem Öffnen der Tür stieg zuerst das gut gekleidete Bahnpersonal aus, dann die ankommenden Fahrgäste. Die neuen Fahrgäste mussten sich noch etwas gedulden. Nach der Fahrkarten- und Passkontrolle am jeweiligen Wagen wurde der Zustieg vom Bahnpersonal gewährt. Somit konnten wir leider keinen Blick in das Innere der Waggons werfen. Alles ging sehr geordnet und ruhig zu - keine Drängelei oder Diskussionen. Eine Reisegruppe wurde am Bahnhof in Tracht mit Brot und Salz begrüßt. Alle Blicke richteten sich auf den farbenfrohen Punkt. Schnell bildete sich eine neugierige Menschengruppe darum und ein Fotograf dokumentierte die Ankunft.
    Wer es nostalgisch mag, kann mit dem Zarengold – so heißt der touristisch hochwertige Zug – die Strecke befahren. Im Internet gibt es viele Angebote mit unterschiedlichem Rahmenprogramm.

    Nach dem ausgiebigen Aufenthalt am Bahnhof liefen wir nach gut dünken durch die Stadt, kamen an einigen Sehenswürdigkeiten vorbei, schlenderten durch sehr gepflegte Parkanlagen, suchten nach einer Apotheke und erledigten ein paar Einkäufe im Supermarkt.

    Im Dunkeln erreichten wir wieder das Hotel, sichteten noch die Bilder und schrieben Postkarten an die daheim Gebliebenen.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Tschita

    Gefahrene Kilometer: 18
    Wetter: heiter
    Temperatur: 23°C am Tag
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  • Russland 10/34

    September 5, 2019 in Russia ⋅ ⛅ 19 °C

    Abreise Tschita (Чита)
    Anreise Ulan-Ude (Улан-Уде)

    Wir hatten eine gute Nacht, sind ausgeschlafen und hatten unser erstes russisches Frühstück im Hotel, dessen touristischer Schwerpunkt chinesischer Fremdenverkehr ist. Einfach, aber alles, was wir benötigten, wurde uns anhand einer Menüzusammenstellung zur Verfügung gestellt. Wir entschieden uns für das herzhafte Menü. Zum Abschluss wurden statt Marmelade süße Hörnchen und Plinis gereicht. Einen typischen Getreidebrei (Kascha / Каша) wollten wir probieren. Darauf hätten wir wegen der Vorbereitung von ca 1h warten müssen. Wir waren scheinbar die einzigen Frühstücksgäste an dem Morgen. Die Kaffeemaschine wurde für uns an- und der Toaster auf den Tisch gestellt.

    Im Internet existiert ein Reisebericht, der für die Stadt sehr ansprechend ist. Die darin genannten Sehenswürdigkeiten haben wir nicht wahrgenommen. Wir sind ohne Vorbereitung dort eingetroffen und wollten das Umfeld ganz natürlich auf uns wirken lassen, ohne Hast auf die HotSpotts.

    https://tourism.restexpert.de/russia/chita/

    Am späten Vormittag setzten wir unsere Fahrt fort. Ziel war Ulan-Ude, das wir in den Abendstunden, nach ca 700km erreichen wollten.

    Als wir Tschita verließen, hörte am Stadtrand plötzlich die Straße auf. Ohne vorheriger Ankündigung wurde sie gesperrt. Bauarbeiten. Keine Umleitungsbeschreibung. Nur eine schlammige Abfahrt zu den Vorstadt-Datschen. Mit dem Blick auf die Navigation konnten wir keine unmittelbare Umfahrung erkennen.
    Inzwischen hielt ein Transporter neben uns an. Rechts-Lenker. Neben dem Fahrer zwei Personen. Eng war es bei ihnen im Innenraum. Eine Person drückte sich schon an die Beifahrertür und wollte das Fenster für einen Austausch öffnen. Das gelang jedoch nicht. Kurzerhand fuhr der Fahrer zurück, wechselte die Seite. Nun standen beide Fahrer neben einander. Kopfnickend auf die Frage: Ulan-Ude?, bekamen wir eine Wegbeschreibung. Unsere russisch Kenntnisse reichten aus, um ihn zu verstehen. Freundlich lächelnd verabschiedeten wir uns voneinander und nahmen den zweiten Anlauf, die Stadt zu verlassen.
    Den beschriebenen Weg hatten wir gefunden. Wir verließen Tschita gen Süden durch flaches Land. Die Berge noch weit in der Ferne, in den tiefhängenden Wolken versteckt. Wir nehmen das erste Mal großflächige Landwirtschaft und Viehzucht wahr. Kühe säumen den Straßenrand oder wechselten vereinzelt die Seiten.

    Die Straßen waren für ca 200km in Ordnung. Danach wurden sie wieder ruppiger, rauer und welliger. Baustellen. Die Beschilderung wurde besser. Es befanden sich mehr Tankstellen und Gasthäuser an der Strecke. Wieder in den Bergen, konnten wir Spuren von Waldbränden vorangegangener Jahre entdecken. Dichter Busch verdeckte die kahlen, abgebrannten Stämme.

    Das Land veränderte sich wieder. Die Täler wurden größer. Flache Hochlandebenen ermöglichten den Blick über die Weite. Mehrere Ortschaften waren entlang der Straßenführung oder in der Ferne zu entdecken. Wir durchfuhren nun pittoreske Landstriche entlang der Transsibirischen Eisenbahn. Flüsse schlängelten sich im natürlichen Flussbett durch die Ebenen mit sattem Grün.

    In den Abendstunden erreichten wir Ulan-Ude, das am Rande des Borschtschowotschny-Gebirge liegt.

    https://de.m.wikipedia.org/wiki/Borschtschowots…

    Die städtischen Ausläufer schmiegten sich mit einer Vielzahl an Lichtern an die Berghänge. Kurz vor der Stadt war ein Unfall. Mehrere Autos standen am Straßenrand, Glassplitter lagen auf der Straße. Das Unfallopfer war eine Kuh.

    Unser Hotel befand sich in unmittelbarer Nähe zum Stadtzentrum. Auf den 3spurigen Straßen in eine Fahrbahnrichtung war noch viel Verkehr. Laute Musik dröhnte aus machen Autos an unser Ohr. Das Hotel machte einen guten und sauberen Eindruck. Wir bekamen ein Zimmer in den oberen Etagen und hatten einen tollen Blick ober das nächtliche Ulan-Ude.

    Unser kuriosestes Erlebnis an diesem Tag: Zwei Pferde an einer Bushaltestelle

    Gefahrene Kilometer: 672
    Wetter: heiter bis sonnig
    Temperaturen: tagsüber bis 23°C
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  • Russland 11/34

    September 6, 2019 in Russia ⋅ ⛅ 15 °C

    Reisebericht ist in Arbeit

    Ulan-Ude (Улан-Удэ) und Abreise
    Fahrt zum Baikalsee nach Ust-Barkusin (Усть-Баргузин)

    Unser kuriosestes Erlebnis an diesem Tag:

    Gefahrene Kilometer:
    Wetter:
    Temperaturen:

  • Russland 12/34

    September 7, 2019 in Russia ⋅ ⛅ 13 °C

    Baikalsee (о́зеро Байка́л)
    Halbinsel Swjatoi Nos (Свято́й Нос)

    Unsere Tour führte uns heute am Ostufer des Baikalsees entlang. Dazu fuhren wir in den Nationalpark Transbaikal, auch Sabaikals, zu der die Halbinsel Swjatoi Nos (Heilige Nase) gehört. Die höchste Erhebung, Berg Markovo, beträgt 1.877m. Bei guter Sicht kann dort der noch liegende Schnee gesichtet werden. Wir hatten mit dem Wetter kein Glück. Wolken versperrten uns den Blick bis auf den Schneegipfel, die dort hängen blieben und im Verlauf des Nachmittags immer mehr wurden. Von uns in Süd-Westlicher-Richtung konnten wir Sonnenlöcher erkennen, rechts (Nord-Ost) war bedeckt. Die Sonne kam dort nicht durch. Somit fehlte die Thermik, um die Wolken über die Berge zu heben.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Swjatoi_Nos
    http://www.baikalinfo.com/html/german_landbaika…

    An der Süd-West-Spitze der Halbinsel fällt der Baikalsee bis zu einer Tiefe von 1.625m ab und erreicht dort fast den tiefsten Punkt. Der Linie weiter folgend, ragt ca. 25-30km weiter die Insel Olchon aus dem Baikalsee empor, die wir aufgrund der wechselhaften Witterung (Regenschauer gehen immer wieder auf den Baikalsee hinunter) nicht sehen konnten.

    Der Nationalpark bietet geführte Touren an. Oder die Erkundung erfolgt selbständig, so wie bei uns und vielen Einheimischen. Nachdem wir die ersten dichten Waldabschnitte passiert hatten, führte uns der Weg zum Strand. Kalter starker Wind kam uns entgegen und zottelte an unserer Kleidung. Wir mussten uns wärme Sachen anziehen. Mütze, Schal und Wärmemantel waren jetzt unser Oberbekleidung. Die Wellen rauschten krachend an das sandige Ufer. Die Strände wechselten zwischen sandigem und steinigendem Untergrund sowie dichten Waldabschnitten. An der Wasserseite gab es unzählige Rastplätze mit Feuerstätten und vielen Toilettenhäuschen. Unvorstellbar, wie viel Menschen dann dort anzutreffen sind, wenn Hauptsaison ist. Im Wald trafen wir viele Pilzsammler, die große Exemplare in vollen Eimern zum Auto trugen.

    Wie schon mehrfach erlebt, gibt es auch hier keine befestigten Straßen. Sand war der Untergrund, der teilweise locker lose lag. Bei festerem Untergrund haben sich harte Wellen gebildet, die entsprechend Fahrwerk und Fahrzeuginsassen forderten.

    Auf der Halbinsel sind wir westlich  bis zum Hotspot Glinka (Глинка) vorgedrungen. Am Fuße der Berge, versteckt am Ufer im dichtem Grün, fanden wir eine kleine Ansiedlung von ca. 10 Häuschen vor. Der Zugang wurde mit einem verwitterten Tor angekündigt. Zwei Häuser sind noch in Nutzung und bewohnt. Die anderen sind leerstehend oder marode. Die Natur ist hier wieder am vordringen und erobert sich die Flächen zurück. Glinka ist auch der Ort, an dem ein Wanderpfad in die Berge und auf den Berg Markovo beginnt.

    http://www.baikalinfo.com/html/german_lbo_swjat…

    Wir wollten dort nicht mehr weiter, kehrten um und erkundigten die östliche Seite der Halbinsel. Es begann zu regnen. Anhand der Hinweisschilder gab es 15 bzw. 20km entfernt zwei Orte. Wir steuerten den ersten Punkt an. Es war der kleine Hafen in Manachowo. Die Außenanlage wird gerade komplett erneuert. Das, was noch nicht fertig war, versank im nassen Sand, der teilweise schlammig war. Wieder eine Baustelle für die Ertüchtigung der Infrastruktur. Auch hier können wir uns dem Eindruck nicht entziehen, dass in den Sommermonaten der Bedarf an den neuen Installationen vorhanden ist und der Ort belebt ist.

    Die Feuchtigkeit drang durch. Uns war wupperig. Bis zum nächstgelegenen Ort Kurbulik, der größte auf der Halbinsel, sind wir nicht mehr vorgedrungen. Dort gibt es den einzigen Verkaufsladen, Unterkünfte und Fischerboote, die Ausflüge auf den See anbieten. Der Richtung weiter folgend, befinden sich warme schwefelhaltige Thermalbäder und die Schlangenbucht.

    Wir beendeten unseren Tagesausflug in Manachowo und fuhren zurück zum Hotel nach Ust-Bargusin.

    http://www.baikalinfo.com/html/german_reisenbai…

    Das beeindruckende Erlebnis an diesem Tag: die hohen kraftvollen Wellen auf dem Baikalsee

    Gefahrene Kilometer: 117
    Wetter: bewölkt, später Regen
    Temperaturen: 15°C
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  • Russland 13/34

    September 8, 2019 in Russia ⋅ ⛅ 8 °C

    Reisebericht ist in Arbeit

    Abreise Ust-Bargusin (Усть-Баргузин)
    Anreise Irkutsk (Ирку́тск)

    Unser besonderes Erlebnis an diesem Tag:

    Gefahrene Kilometer: 631
    Wetter:
    Temperaturen:

  • Russland 14/34

    September 9, 2019 in Russia ⋅ ⛅ 12 °C

    Reisebericht in Arbeit

    Insel Olcheon (Ольхон)

    Uner besonderes Erlebnis an diesem Tag:

    Gefahrene Kilometer: 583
    Wetter: sonnig und heiter
    Temperatur: 18°C am Tag, in der Nacht 4°C

  • Russland 15/34

    September 10, 2019 in Russia ⋅ ⛅ 11 °C

    Reisebericht in Arbeit

    Irkutsk (Ирку́тск)

    Unser besonderes Erlebnis an diesem Tag:

    Gefahrene Kilometer: 29
    Wetter: heiter bis sonnig
    Temperatur: 21°C am Tag

  • Russland 16/34

    September 11, 2019 in Russia ⋅ ⛅ 14 °C

    Abreise Irkutsk
    Ankunft Bratsk (Братск)

    Abfahrt 10.30 Uhr, berechnete Ankunftszeit für 607km ohne Pause 18.30 Uhr. Regen.

    Nach einer kurzweiligen Unterhaltung mit dem Vermieter des Apartments verstauten wir die restlichen Sachen im Auto, dachten noch einmal über den Erwerb des Bildes nach, verzichteten, und entschieden uns für die Fahrt nach Bratsk. Dafür fädelten wir uns in den Stadtverkehr von Irkutsk ein, der uns 20km stadtauswärts führte.

    Die R-255 (Р-255) ist für die nächsten 4-5h unsere Route, bevor wir in Tulun (Тулун) den Abzweig nach Bratsk nehmen.

    In Bratsk wollen wir uns den Staudamm mit der Wasserkraftanlage ansehen. Der Bau entstand von 1954-1966 und war zum damaligen Zeitpunkt eine technologische Hochleistung mit der Ausfertigung einer Staumauer von 127m. Für vier Jahre war es das größte Wasserkraftwerk der Erde. Heute nimmt das Wasserkraftwerk mit seiner Leistung von 4,6MW denn 22. Platz in der Welt ein. Mit seinem Stauvolumen von fast 170.000 m³ liegt der See weltweit auf dem 3. Rang.

    Auf unsere Fahrt konnten wir auf den Flächen vordergründig Landwirtschaft und Viehzucht feststellen. Mancherorts wurde gerade die Ernte eingefahren oder das Korn stand noch. Freie Felder waren bestellt.

    Alles machte auf uns einen ordentlichen und sauberen Eindruck bis hin zur Fahrbahn, die uns heute viel Freude bereitet hat. Die Strecke war fast durchgängig in einem guten bis sehr guten asphaltierten Zustand, mit kleinen, kurzen und vertretbaren Bauabschnitten. Im Besonderen überraschte uns der nördlich geführte Abschnitt von Tulun nach Bratsk positiv.

    Ab Tulun ging es wieder in die Berge. Ackerflächen wechselten in Waldflächen über. Kiefern, Lärchen, Birken, Birken und wieder Birken. Einige sahen nicht gut aus. Dünner, fader Blattbestand. Eine Luftverschmutzung durch Industrie konnten wir vom Wegesrand nicht ausmachen. Schädlinge?

    Am Straßenrand boten warm angezogene Sammler Früchte des Waldes an. In den Ortschaften säumten viele Holzhäuser den Straßenrand. Die meisten sahen schief, verschroben, marode und feucht aus und waren aus unserer Sicht in einem sehr schlechten Zustand. Wir philosophierten im Auto über die hiesigen Lebensbedingungen, die Schlichtheit des kargen Lebens, die starken Temperaturschwankungen mit den damit verbundenen Auswirkungen, den Schneemassen, die Versorgung mit Lebensmitteln, Strom, Wasser, Ärzten,, Schulen

    Noch vor Einbruch der Dunkelheit erreichten wir Bratsk. Unangenehmer Geruch machte ich im Auto breit. Mit anderen Worten – es stank. Wir suchten eine Unterkunft. Das erste Hotel, welches wir aufsuchten, war ausgebucht. Ein großes Hotel mit 200 Zimmern. Das zweite, von uns gewählte, war auch voll. Von der Rezeption erhielten wir eine Empfehlung. Beim Eintreffen bekamen wir die Auskunft, dass auch dieses Hotel ausgebucht ist. Während wir noch überlegten, im Auto zu schlafen oder weiter nach einem Hotel zu suchen, klingelte das Telefon an er Rezeption. Der Anruf kam vom zweiten Hotel. Wir sollten wieder zurück kommen. Unsere Freude und das Zimmer waren groß, die Luft besser. Im hoteleigenen Restaurant aßen wir noch eine Kleinigkeit, nahmen ein Bierchen mit auf’s Zimmer und waren zufrieden.

    Ein besonderes Erlebnis an diesem Tag: der Charme einer Raststätte. Ein großer Gastraum, an die Wand gequetschte, mit Lederimitat überzogene Sitzgruppen. In der Mitte des Raumes eine Stützsäule, die mit bunt schimmernder Folie beklebt war. Der Verkaufstresen stand im Dunkeln. Der Getränkekühlschrank klapperte. Kalt war es und ungemütlich. Und – auf der anderem Straßenseite ein Kirche. Herausgeputzt.

    Gefahrene Kilometer: 623
    Wetter: Regen, im weitern Verlauf des Tages bewölkt.
    Temperaturen: max 15°C
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  • Russland 17/34

    September 12, 2019 in Russia ⋅ ⛅ 8 °C

    Der Reisebericht ist noch nicht vollständig.

    Abreise Bratsk (Братск) mit OZ=D+6h
    Anreise Krasnojarsk (Красноярск) mit OZ=D+5h

    Bis zur Abreise wurde unsere Neugierde in zwei Punkten gestillt. Die SibExpo2019 findet in diesem Jahr in Bratsk statt und ist einer der Gründe für die gut ausgebuchten Hotels. Bratsk ist vom 11.-13.09.2019 das erste Mal Austragungsort der Fachmesse, bei der es u.a. um die Nutzung und Pflege der Wälder sowie um die Eindämmung der Waldbrandgefahr und deren Bekämpfung geht.
    Der Gestank, der in Bratsk immer mal wieder an die Nase dringt, stammt von der dort ansässigen Industrie. Die Schwerpunkte sind Aluminium, Chlor, Zellulose und Holz.

    www.sibexpo.ru/en/events/sibwoodexpo2019.html

    https://de.m.wikipedia.org/wiki/Bratsk

    Nach dem Frühstück ging es wieder auf Tour. Unser erstes Ziel war der Staudamm, der sich von unserer Position noch 30km nördlich befand.

    Das zweite Tagesziel war die Stadt Krasnojarsks, die ca 850km von uns entfernt lag. Wir machten uns um die Mittagszeit auf den Weg. Lt. dem Navi sollen es 11,5 Stunden Fahrzeit, ohne Pause, sein. Die Route führte uns in das 210km entfernte Tulun zurück, um dort wieder auf die R-255 zu kommen.

    Tulun ist noch schwer von den diesjährigen Überschwemmungen gekennzeichnet. Sichtbare Spuren der Verwüstung am Straßenrand und auf den freien Flächen, zerfallene und leerstehende Häuser, Schlamm. Innerhalb des Ortes wird viel weggeräumt und ausgebessert - um ein halbwegs geordnetes Leben bis zum Winter wieder herzustellen, der unmittelbar vor der Tür steht. Die Tagestemperaturen liegen schon beständig unter 10°C, die Laubfärbung hat eingesetzt und bringt die bunten warmen Herbsttöne zum Vorschein.

    www.russland.news/sibirien-das-land-der-gegensa…

    Gefahrene Kilometer: 968
    Wetter: heiter, mit Regenschauern
    Temperaturen: 9°C am Tage, in der Nacht 2°C
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  • Russland 18/34

    September 13, 2019 in Russia ⋅ 🌧 4 °C

    Reiseberich in Arbeit

    Krasnojarsk
    Weiterfahrt nach Nowosibirsk (Новосибирск)

    Gefahrene Kilometer: 538
    Wetter: heiter bis bewölkt mit Regenschauern
    Temperaturen: 9°C am Tag, -2°C in der Nacht

  • Russland 19/34

    September 14, 2019 in Russia ⋅ ☁️ 4 °C

    Tagesfahrt nach Nowosibirsk (Новосибирск)
    Reparatur der Scheibe

    Wir erwachten auf dem Rasthof in den Bergen. Nebel hüllte die Umgebung ein. Es war frisch. Im Auto und draußen. Die Temperaturen waren aber wieder über Null. Das Gewächs neben dem Auto lies die Blätter hängen und statt glitzernden Reif funkelten nun Wassertropfen an den Blattspitzen.

    Nachdem wir rasch die Bettsachen gut verstaut und den Innenraum fahrbereit hatten, nahmen wir ein Frühstück in der Raststäte ein. Gut gestärkt rollten wir Nowosibirsk entgegen. Für die noch vor uns liegenden 335km benötigten wir am Ende 6 Stunden. Die Fahrt führte uns über die Schnellstraße (R-255) durch mehrere Ortschaften. Neben der regulären Geschwindigkeitsbegrenzung, kam erhöhtes Verkehrsaufkommen durch die Geschäftstätigkeit des Tages hinzu. In Kamlowskaja benötigten wir von Ortseingang bis -ausgang 50‘. Dabei legten dabei eine Distanz von 40km zurück.

    Am Spätnachmittag erreichten wir die Stadtgrenze von Nowosibirsk. Mit über 1,5 Millionen Menschen ist Nowosibirsk die drittgrößten Stadt Russlands. Auch hier, wie in Krasnojarsk, haben sich Industrie und große Autohäuser westlicher Marken am Stadtrand angesiedelt.

    Unsere Frontscheibe zeigt Spuren von Steinschlägen, die wir reparieren lassen wollten. Der letzte Kracher schlug laut und tief ein. Aufgrund der Größe der Stadt suchten wir nach einer Filiale von Carglass. Im Internet wurden wir fündig. Mit Hilfe des Navis steuerten wir die Adresse an. Jedoch gab es keinen Hinweis zu Carglass oder zu einer Autowerkstatt. Wir kreiselten um den angegebenen Punkt herum. Nichts. Im Internet konnten wir nach längerem Suchen Koordinaten finden. Unsere letzter Versuch. Als wir eintrafen – Fehlanzeige. Ein aufgeräumter Hof – ohne Autos. An der Hauswand wurde der Service von Honda angekündigt. Hinter der kleinen unscheinbaren Tür befand sich ein Büro mit direktem und offenen Zugang zur sauberen Werkstatt. Eine Servicekraft befand sich an diesem Samstag noch im Büro. Wir näherten uns mit rudimentären Englisch-/Russischkenntnissen unserem Begehren an. Es wurden ein paar Telefonate von der Servicekraft mit dem Ergebnis geführt, dass eine Reparatur vor Montag nicht möglich wäre. Aufgrund unserer Verwunderung stellte sich heraus, dass die telefonische Anfrage einer neuen Scheibe galt. Schnell wurde alles aufgeklärt und nach ein paar weiteren Telefonaten hatten wir eine Reparaturempfehlung in der Nähe.

    Mit dem Navi fanden wir die versteckte Werkstatt. Zwei junge Männer, nicht älter als 30, erwarteten uns und prüften die Steinschläge. Im Fachgespräch entwickelte sich das notwendige Vertrauen für den Auftrag. Wir blieben und saßen bei kühlen 9°C und frischem Wind auf der Wartebank vor der Tür. Die Zeit nutzten wir, um noch für diese Nacht ein Hotelzimmer zu buchen. Wir entschieden uns für ein kleines günstiges Hotel in de Nähe des Theaters, im Zentrum. Während wir vor der Werkstatt saßen, konnten wir eine rege Geschäftigkeit wahrnehmen. Am Objekt befanden sich zwei Waschanlagen, die guten Zuspruch fanden. Auf unserer Fahrt durch Russland konnten wir an den Tankstellen keine Autowaschanlagen finden. Die Fahrzeuge werden hier mit Hochdruckreinigern in kleinen gefliesten Servicehallen gesäubert. Auch kamen drei weitere Kunden, die eine Ausbesserung ihrer Frontscheibe wünschten. Unsere Zuversicht wuchs, dass die Arbeit gut wird.

    Nach 1,5 Stunden waren unsere Steinschläge ausgebessert und wir mit der Reparatur zufrieden. In der Abenddämmerung errichten wir das Hotel. Wir verspürten Müdigkeit und beschlossen, nach einem Abendessen zur Ruhe zu kommen. Somit endet der heutige Tag ohne weitere Aktivitäten.

    Gefahrene Kilometer: 346
    Wetter: heiter bis bewölkt
    Temperaturen: 11°C am Tag
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  • Russland 20/34

    September 15, 2019 in Russia ⋅ ⛅ 21 °C

    Nowosibirsk > Omsk

    Bericht ist in Arbeit

    Gefahrende Kilometer: 652
    Wetter: bewölkt bis heiter, mit Regenschauern
    Termperaturen: Nowosibirsk bis 12°C, unterwegs bis 22°C, Omsk um Mitternacht 11°C