• Claudia
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Kurs Südost

April 2016 - open end Læs mere
  • Bilderbuchfahrt nach Vergina

    9. oktober 2020, Grækenland ⋅ ⛅ 23 °C

    Noch immer restlos begeistert von unserem Zeltplatz und bei strahlend blauem, wolkenlosen Himmel starten wir in den heutigen Tag. Es ist 11 Uhr, als die Räder wieder beladen sind und wir uns auf den Weg machen. Vor uns haben wir zunächst eine lange Abfahrt, die uns aus den Bergen in die Ebene führen wird. So richtig wissen wir nicht, was uns bevorsteht und werden deshalb umso mehr positiv überrascht. Uns erwartet nicht nur eine Abfahrt, sondern eine Fahrt wie durch ein Bilderbuch. Wenn es eine Belohnung gibt für mühsam erarbeitete Höhenmeter, dann haben wir sie heute definitiv erhalten. Als eindeutiges Indiz dafür kann auch die Tatsache gewertet werden, dass wir für die ersten 15 Kilometer sage und schreibe vier Stunden brauchen, obwohl es fast ausschließlich bergab geht. Die Landschaft ist einfach unfassbar schön, alle paar Meter und an jeder Ecke halten wir an, staunen, freuen uns, machen Bilder...! Das Radeln durch diese Schlucht entlang des Flusses, vorbei an einem Wasserfall am Wegesrand sowie zweier Stauseen ist wahrlich ein Hochgenuss! So fällen wir auch bald die Entscheidung, dass wir uns alle Zeit der Welt für diesen Abschnitt nehmen und heute nur noch bis zum nächsten Ort namens Vergina fahren, wo wir ein Zimmer reservieren. Auf unserer weiterhin herrlichen Fahrt verlieren wir immer mehr an Höhe und nähern uns langsam aber sicher dem Flussniveau an. In der Ebene angekommen ist auch Vergina nicht mehr weit, passend zum heutigen Tag werden wir in der reservierten Unterkunft von einer sehr sympathischen Gastgeberin empfangen. Nachdem Bezug unseres Zimmers und einer Dusche machen wir uns auf den Weg in den Ort. Wir genehmigen uns Salat und Gyros in einer Taverne und beobachten das lebendige Treiben um uns herum. Jede Menge junge wie alte Menschen sind auf den Straßen unterwegs, ebenso reichlich Hunde und Katzen und die meisten, selbst die Tiere, scheinen sich irgendwie untereinander zu kennen. Dazu klingt griechische Musik aus den Lautsprechern der Taverne, alles in allem eine sehr angenehme Atmosphäre. Was für ein schöner Tag!Læs mere

  • Hotel Alexandros

    10. oktober 2020, Grækenland ⋅ ☀️ 22 °C

    Der Morgen beginnt mit einem sehr reichhaltigen Frühstück, das unsere Gastgeberin uns serviert. Das mit Käse gefüllte Blätterteiggebäck schaffen wir schließlich nicht mehr, es wird uns für die Fahrt eingepackt. Heiko schreibt auf Wunsch der sympathischen Griechin einige Sätze in das Gästebuch des Hauses und mit den beladenen Rädern posieren wir vor dem Haus noch zu einem Abschiedsfoto. Eigentlich hatten wir in Betracht gezogen, am heutigen Vormittag das hiesige Museum mit unterirdischen Grabstätten zu besuchen. Nach unserem spontanen Besuch in Vergina haben wir gestern durch Zufall festgestellt, dass sich hier eine der wichtigsten archäologischen Ausgrabungsstätte Griechenlands befindet. Zu besichtigen ist u.a. das Grab von Philipp II., dem Vater Alexander des Großen, welcher wiederum in Vergina gekrönt wurde. Aber kaum das wir einmal kulturelles Interesse bekunden wollen, können wir dieses Vorhaben auch schon wieder begraben (wie passend...), da das Museum coronabedingt geschlossen ist. Naja, dann machen wir eben zur Abwechslung mal eine Radtour...! Die Zeit der Berge ist vorbei, ungewohnt flott radeln wir nun durch die zum größten Teil landwirtschaftlich genutzte Ebene.
    Aktuell läuft offensichtlich die Baumwollernte auf Hochtouren, auf den Feldern herrscht Betrieb und immer wieder begegnen wir großen LKW, die voll beladen sind mit der weißen, weichen Ware. Auch darüber hinaus prägt die Baumwolle das Bild, denn sie ist einfach überall. Wie Unmengen an Wattebäuschen liegt sie an den Straßenrändern, schmückt Bäume und Sträucher, fliegt durch die Luft. Das lockere Dahinradeln in die Richtung unseres diesjährigen Zielortes Thessalonoki fühlt sich ein bisschen wie der Anfang vom Ende dieser kleinen Reise an. So langsam gilt es, Abschied zu nehmen, Abschied von Sonne und Strand, von Bergen und Schluchten, von wilden Zeltplätzen und leeren Hotels, von Souvlaki, Tzatziki und Dosenweinblättern, von Hundebebell und niedlichen Katzen, von steilen Schotterpisten und großen Hauptstraßen, von Granatapfelbäumen, Olivenhainen und ja, auch von Baumwollflusen...! Es ist deutlich zu merken, dass wir uns Thessalonoki nähern, die Gegend wird zunehmend vom Bild typischer Vorstadtindustrie geprägt. Diese Tatsache ist auch der Grund dafür, dass wir nicht wie geplant eine letzte Nacht im Zelt verbringen. Ein idyllisches Fleckchen, an dem wir möglichst unbemerkt die Nacht verbringen können, scheint die Strecke nicht mehr im Angebot zu haben. Statt dessen testen wir mal Urlaub im Industriegebiet und checken für heute im Hotel Alexandros vor den Toren Theassalonokis ein.
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  • (Vorerst) letzte Etappe

    11. oktober 2020, Grækenland ⋅ ☀️ 24 °C

    Wir frühstücken im Hotel, bevor wir in unsere letzte Etappe in die Nähe des Flughafens starten. Zunächst müssen wir das nicht gerade kleine Industrigebiet hinter uns lassen, anschließend steuern wir die Uferpromenade von Theassalonoki an und pausieren kurz am Weißen Turm, dem Wahrzeichen der Stadt. Vorbei an der Statue Alexandes des Großen radeln wir küstenah weiter, gönnen uns aber gar nicht viel später eine längere Rast an einem kleinen Strandabschnitt und lassen uns (zu viel) köstlichen Kuchen schmecken. Der Rest der Strecke führt an einer verkehrsreichen Hauptstraße entlang, bis wir unser Ziel, das Hotel Iris unweit des Flughafens erreichen. Dieses verlassen wir am heutigen Tag dann auch nur noch für einen Spaziergang zur Tankstelle, wo wir eine Tüte Tortellini und Getränke für unser Abendessen ergattern können.Læs mere

  • Bus statt Rad

    12. oktober 2020, Grækenland ⋅ ⛅ 24 °C

    Heiko fährt direkt nach dem Frühstück zu einem nahegelegenen Fahrradgeschäft in der Hoffnung, große Kartons ergattern zu können. Leider ist die Aktion nicht von Erfolg gekrönt, so dass wir statt dessen die Altpapiertonne vom Supermarkt gegenüber unseres Hotels plündern, um Material für die flugtaugliche Verpackung unserer Räder zu haben. Vor dem Hotel lässt Heiko die Räder hinter viel Pappe und Paketklebeband verschwinden und bestellt über die Hotelrezeption ein großes Taxi, welches uns morgen früh um halb vier zum Flughafen bringen soll. Am Nachmittag fahren wir mit dem Bus nach Thessalonoki, wollen hier noch etwas einkaufen und den Weißen Turm nicht nur von unten, sondern auch von oben sehen. Am Abend schließlich verschnürt Heiko die Fahrradpacktaschen wieder zu zwei Gepäckstücken, während Claudia an einem Live-Classroom ihres jüngst begonnenen Master-Studiums teilnimmt.Læs mere

  • Flughafen Thessaloniki

    13. oktober 2020, Grækenland ⋅ ☀️ 23 °C

    Es ist schon nicht besonders schön, um kurz nach drei aufstehen zu müssen. Wenn sich dann aber auch noch die von Claudia gestern gehegten Zweifel, ob wohl mit dem Taxi alles klappt, bewahrheiten, wird die Laune nicht besser. Das Taxi ist zwar pünktlich da, aber leider nicht groß genug um die angekündigten zwei Personen und zwei Fahrräder mitnehmen zu können. Nach kurzer Diskussion zwischen Taxifahrer und Hotelrezeptionist findet sich dann aber doch eine akzeptable Lösung in der Form, dass wir zu einem für uns annehmbaren Preis in zwei Touren zum Flughafen gebracht werden. Das Einchecken von Gepäck und Rädern klappt erfreulich problemlos, so dass wir vor dem Ablug noch in Ruhe Kaffee/ Tee und Croissants frühstücken können. Pünktlich startet unser Flieger gen Heimat und wie schon am Ende der vergangenen Reisen ist es gut zu wissen: Wir kommen wieder...Læs mere

  • Santorini?!

    13. oktober 2020, Grækenland ⋅ ⛅ 23 °C

    Randnotiz:

    Planmäßig hebt unser Flieger in Thessalonoki ab, alles deutet auf eine reibungslose Heimreise hin. Während des Landeanfluges auf Athen sind dann jedoch eindrucksvolle Blitze am ansonsten finsteren Himmel zu sehen. Bald ist auch zu spüren, dass das Flugzeug wieder steigt und durch die Lautsprecher vernehmen wir die Erklärung des Piloten: Ein Gewitter über Athen macht eine Landung unmöglich, wir fliegen weiter nach Santorini. Hier bleiben wir direkt in der Maschine sitzen, die neu betankt wird, um nach einem halbstündigen Aufenthalt erneut Richtung Athen zu starten...

    Der Anschlussflug nach Hamburg ist durch den kleinen Ausflug nach Santorini nicht mehr erreichbar, aber irgendwann werden wir wohl irgendwie in Kronshagen stranden.
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  • Zurück in Thessaloniki

    30. august 2021, Grækenland ⋅ 🌙 27 °C

    Seit zwei Wochen radelt Heiko bereits durch die griechischen Berge, zur Fortsetzung der gemeinsamen Unternehmung "Kurs Südost" reist heute auch Claudia an. Schon im Flugzeug wird die erste neue Erfahrung gemacht: Wenn man sich nach Durchsage der Flugbegleitung als medizinisches Personal zu erkennen gibt und zur Tat schreitet, wird man anschließend großzügig beklatscht und hat freie Auswahl im Bordbistro..., interessant..., und auch etwas unangenehm. Der Rest des Fluges verläuft glücklicherweise ruhig und auch bei Ankunft klappt alles reibungslos: Gepäck da, Fahhrad da, Heiko da, juhuuu, der Urlaub kann beginnen! Nach dem Zusammenbasteln des Fahrrades radeln wir zum Hotel Iris, wo wir im Oktober letzten Jahres zum Abschluss unserer Reise ausgecheckt hatten. Der in Kronshagen gebackene Kirschkuchen hat den Weg nach Griechenland heil überstanden und wird nun im Hotelzimmer mit einer Kerze gekrönt: Herzlichen Glückwunsch nachträglich, Heiko!!!Læs mere

  • Hotel Iris

    30. august 2021, Grækenland ⋅ 🌙 25 °C

    Nach üppigem Frühstück im Hotel packen wir unsere sieben Sachen, checken aus und lassen uns an einem schattigen Plätzchen vor dem Hotel nieder. Mal wieder ist erste Hilfe nötig, diesmal handelt es sich bei dem Patienten um Heikos Fahrrad. Während seiner Solotour durch die Berge hat seine Rohloff-Schaltung einen umfangreichen Schaden erlitten. Claudia hat die notwendigen Ersatzteile aus Kiel mitgebracht, nun bleibt zu hoffen, dass die OP gelingt...Læs mere

  • Ageas-Camping

    31. august 2021, Grækenland ⋅ 🌙 26 °C

    Die OP ist gelungen, das Fahrrad lebt und Heiko hat wieder mehr als einen Gang zur Verfügung! So können wir also gegen 13 Uhr auf die bepackten Räder steigen und in die diesjährige erste Etappe starten. Wir verlassen Thessaloniki, erhaschen einen letzten Blick auf die Landebahnen des Flughafens und freuen uns, nun unterwegs zu sein. Bei Temperaturen um die 30 Grad erwarten uns heute interessante und bisweilen recht herausfordernde Wegführungen. Schotter in verschiedenen Ausprägungen sowie Abschnitte durch weichen Sand sorgen nicht immer für pure Radelfreude, die gleichzeitig zu bewältigenden Steigungen machen das Unterfangen nicht leichter. Und so kommen wir nur seeehr langsam voran, unser abendlicher Tachostand zeigt entsprechend magere 32km. Wir checken auf dem an der Küste gelegenen Campingplatz Ageas ein und schlagen unser Lager auf, bevor wir uns anschließend ein erstes Bad im Meer gönnen. Die Wassertemperatur erinnert stark an Badewanne, Erfrischung geht anders, herrlich ist trotzdem...! Es ist bereits dunkel, als wir unseren abendlichen Salat verspeisen und zum Abschluss des Tages noch einen kurzen Spaziergang zum nahegelegenen Hafen unternehmen.Læs mere

  • Camping Rea

    1. september 2021, Grækenland ⋅ 🌙 24 °C

    Um kurz nach neun verlassen wir den Campingplatz und hoffen für heute auf einen "fahrbareren" Untergrund. Tatsächlich rollen wir die ersten Kilometer auf Asphalt und so haben wir mittags bereits mehr Strecke zurückgelegt als am gestrigen Tag. Im Schatten eines kleinen Olivenbäumchens lassen wir uns zur Pause nieder und genießen frisches Obst mit Joghurt sowie den Blick auf Meer, Palmen und Berge am Horizont. Der Rest der Etappe lässt sich als durchwachsen beschreiben. Kurze, sehr schöne Abschnitte wechseln sich ab mit Schotterpisten durch seltsame Gegenden und auch ziemlich stark befahrener Hauptstraße. Über den Bergen ziehen zwischendurch finstere Wolken auf. Obwohl wir den Donner des Gewitters deutlich hören und den Regen in der Ferne erahnen können, bleiben wir aber glücklicherweise verschont. Als wir uns unserem für heute angepeilten Zielgebiet nähern, sind die Wolken schon wieder im Begriff, sich in Wohlgefallen aufzulösen. Wir erreichen die touristisch geprägte Küste, an der wir einen Campingplatz ansteuern wollen, auch liebäugeln wir mit einem leckeren Tavernenessen. Dieser Plan geht jedoch nicht auf, die Campingplätze, die wir passieren, sind entweder geschlossen oder gar nicht mehr vorhanden. Also müssen wir uns vom Ort Nikiti an der Westseite des mittleren "Fingers" Sithonia in der Region Chalkidiki auf die östliche Seite desselben begeben, wo der nächste Campingplatz verzeichnet ist. Sicherheitshalber stellt Heiko telefonisch sicher, dass dieser Platz auch existiert, geöffnet ist und Kapazität für uns hat. Gegen 20 Uhr erreichen wir nach heutigen 83 geradelden Kilometern schließlich unser Ziel, wo unser Zelt an einer kleinen Bucht zum Stehen kommt, in der unzählige kleine Boote vor Anker liegen und im Abendlicht auf dem Wasser schaukeln. Auch auf eine warme Mahlzeit müssen wir nicht verzichten, auf der Terrasse des Campingplatz-Restaurants, die wir mit einigen Gästen und sehr vielen ausgesprochen niedlichen Katzen teilen, genießen wir griechische Küche und abschließend einen Teller 🍉, sehr lecker!!!Læs mere

  • Panorama-Pause

    2. september 2021, Grækenland ⋅ ☀️ 26 °C

    Heute fällt der Startschuss um 10 Uhr, zunächst geht es auf demselben Weg hinauf, den wir gestern Richtung Campinplatz hinuntergerollt sind. Schon bald können wir erfreut feststellen, dass wir heute auf der landschaftlich schönsten Etappe unserer noch jungen Reise unterwegs sind. Leuchtend grüne Bäume vor blau-glitzerndem Meerespanorama, wunderschöne kleine Buchten und felsige Küstenabschnitte, und das ganze auf einer verkehrsarmen, asphaltierten und somit perfekt befahrbaren Straße, herrlich! Dafür nimmt man die notwendigerweise zu überwindenden Höhenmeter gern in Kauf. An einem netten Pausenplatz mit wunderbarem Panorama-Blick legen wir gegen Mittag eine Rast. Heiko schickt seine Drohne zum Rundflug über das Meer und wir verspeisen Köstlichkeiten in Form von Spanakopita und Bougatsa, mit denen wir uns am Morgen im Mini-Markt des Campingplatzes eingedeckt hatten. So darf der Tag gerne weitergehen.Læs mere

  • Ierissos Beach

    2. september 2021, Grækenland ⋅ ☀️ 26 °C

    Auch der weitere Streckenverlauf nach unserer Mittagspause enttäuscht uns nicht. Er hält zwar einige Anstrengungen angesichts diverser Höhenmeter und teilweise ziemlich steilen Anstiegen bereit, das tut aber dem Genuss keinen Abbruch. Die spektakulären Aussichten, u.a. auf den Berg Athos auf dem gleichnamigen östlichen Finger von Chalkidiki, und die anschließende Abfahrt entschädigen für den schweißtreibenden Aufstieg. In einem kleinen Dorf genehmigen wir uns als einzige Gäste eines Restaurants eine eiskalte Cola, bevor die letzten 10 Kilometer des Tages in Angriff genommen werden. Noch einmal gilt, es 150hm zu überwinden, danach rollen wir fast nur noch abwärts bis zum Zielort Ierissos. Wir checken auf dem direkt am Strand gelegenen Campinplatz ein und finden uns bald nach dem Zeltaufbau im Meer wieder. Interessanterweise ist das Wasser hier deutlich kälter als bei bei unserem letzten Bad, warum auch immer. Die anschließende warme Mahlzeit haben wir uns heute nach ca. 850 erklommenen Höhenmetern wahrlich verdient und bei anständigem Hunger wird auch "Dosenfutter" zur Delikatesse...Læs mere

  • Camping Asprovalta

    3. september 2021, Grækenland ⋅ ☀️ 25 °C

    Heiko hält es mal wieder nicht im Zelt und so entstehen bereits mit dem Aufgang der Sonne die ersten Fotos am Strand. Als auch Claudia den Weg aus dem Schlafsack gefunden hat, gibt es Frühstück und gegen halb zehn ist unser Lager geräumt. Wieder im Fahrradsattel erwartet uns nach einem kurzen Abschnitt entlang der Hauptstraße ein Weg der eher abenteuerlichen Art. Zunächst ist lediglich der Untergrund aus grobem Schotter beschwerlich, aber diesbezüglich sind wir ja inzwischen geübt. Wir treffen noch zwei sehr hübsche Pferde, bevor wir beim Anblick des sich uns bietenden Verlaufs des weiteren Weges ratlos vom Rad steigen und fast kapitulieren. Ein großer Stock dient dazu, einen halbwegs gangbaren Weg durch dichtes Dornengestrüpp zu bahnen, um dann unsere Räder über Stock und Stein sowie unter Inkaufnahme der einen oder anderen Schramme zur Straße zu schieben. Weiter geht es auf der asphaltierten Hauptstraße, es steht ein Anstieg auf 290m an. Zu unserer Rechten können wir stets tolle Ausblicke auf Meer und Küste genießen und so rollen wir langsam aber sicher zum höchsten Punkt. Die für diesen Zeitpunkt geplante Pause gestaltet sich zwar sehr lecker, aber auch unerwartet kurz. Uns wehen ziemlich unangenehme Gerüche um die Nase, so dass es uns zügig nach Verzehr unserer Köstlichkeiten wieder auf die Räder zieht. Es folgt eine herrliche, lange Abfahrt, die fast bis zu zu unserem heutigen Zielort führt. An der quirligen Küstenpromenade angekommen müssen wir jedoch ein weiteres Mal feststellen, dass der auf der Karte verzeichnete Campingplatz nicht existiert. So verschnaufen wir hier nur kurz bei einer kalten Cola und steuern den nächsten Campingplatz an. Nach sechs Kilometern ist das Ziel erreicht und zu unserer Freude nimmt man uns auch auf. Das weitere Procedere ist inzwischen schon fast zur Routine geworden Einchecken, Zeltaufbau, Bad im Meer (heute mal mit ordentlichen Wellen), Dusche. Abendessen. Letzteres kommt heute mal nicht aus der Büchse, sondern Heiko bereitet eine leckere Mahlzeit aus frischem Gemüse und Thunfisch zu, die wir auf einer Bank mit Meerblick genießen. Die erste Kniffelrunde dieser Reise gewinnt Claudia, dies stört Heiko aber bei weitem nicht so sehr wie der Lärm aus Musik und Hundegebell, der bis in die Nacht über den Campingplatz schallt...Læs mere

  • Küstenbegeisterung

    4. september 2021, Grækenland ⋅ ⛅ 24 °C

    Wir lassen den Tag ruhig angehen und frühstücken verhältnismäßig spät. Die Abfahrt verzögert sich dann leider noch zusätzlich, da Heiko einen Platten an seinem Vorderrad entdeckt. So ist es, als der Schaden behoben ist und wir vom Campingplatz rollen, bereits halb zwölf. Eine ganze Weile radeln wir eine asphaltierte und noch dazu ebene Straße entlang - dieses Phänomen hatten wir bislang kaum und empfinden es als sehr angenehm. Die Halbinsel Chalkidiki liegt nun hinter uns, es geht weiter Richtung Osten. Wir steuern in einem kleinen Ort einen Supermarkt und einen Bäcker an, um uns mit Proviant für die nächste Pause einzudecken. Der griechische Eigentümer des Supermarktes identifiziert schnell unsere Herkunft und beginnt, deutsch mit uns zu sprechen. Es stellt sich heraus, dass er eine deutsche Ehefrau hat und beide gemeinsam vor 16 Jahren von Deutschland nach Griechenland gekommen sind. Kurz sitzen wir mit den beiden zusammen und erfahren u.a., dass die Straße, auf der wir unterwegs sind, bis zum Bau der Autobahn die Haupttrasse für den gesamten Verkehr in die Türkei war. Auch an dieser Stelle verzögert nicht nur die Plauderei unsere Ab- bzw. Weiterfahrt, sondern abermals ein Platten an Heikos Fahrrad - diesmal hinten...! Nach der Reparatur desselben schwingen wir uns in den Sattel und bringen noch einige Kilometer hinter uns, bevor wir an der Küste im Schatten einiger Bäume einen Tee trinken und unsere erworbenen Köstlichkeiten vertilgen. Es folgt ein wunderschöner Küstenabschnitt, den wir auf einer weitestgehend gut befahrbaren Schotterpiste erradeln. Die Kulisse ist grandios und alle Technik in Form von Kamera, GoPro und Drohne wird zum Festhalten der Eindrücke ausgepackt, so dass von zügigem Vorankommen mal wieder nicht die Rede sein kann. Auch ein Verbleiben in dieser reizvollen Gegend wäre gut vorstellbar, leider verfügen wir jedoch nicht über ausreichend Wasserreserven für eine "Wildübernachtung".Læs mere

  • Hochzeit auf dem Campingplatz

    4. september 2021, Grækenland ⋅ ⛅ 22 °C

    Wir genießen wir den letzten Teil des schönen Küstenweges, bevor wir zurück auf der Hauptstraße das Tempo anziehen. Ohne weitere Vorkomnisse absolvieren recht zügig wir die folgenden 20km in Richtung Kavala und erreichen noch vor Einbruch der Dunkelheit den Campingplatz Paradiso in Nea Iraklitsa. Ganz so paradiesisch wie der Name anmutet, ist der Platz jedoch nicht - eine kleines staubiges Fleckchen für Zelte zwischen zwei Sanitärgebäuden wird uns für die Nacht zugewiesen. Unser Abendessen können wir leider auch nicht wie geplant in der Campingplatz-Taverne zu uns nehmen, hier findet am heutigen Tag eine große Hochzeit mit geschlossener Gesellschaft statt. Also spazieren wir in den Ort und essen in einem mittelmäßigen Restaurant am Hafen. Zurück am Campingplatz wird gerade ein Feuerwerk zu Ehren des Brautpaares in Himmel geschossen, die Musik der Veranstaltung wird uns noch in den Schlaf begleiten...Læs mere

  • Vor den Toren Xanthis

    5. september 2021, Grækenland ⋅ ☁️ 26 °C

    Es hat sich gestern schon angedeutet, heute früh bestätigt es sich: Heikos Hinterrad ist schon wieder platt. Etwas übermüdet nach der lauten Nacht (die Hochzeitsparty war auch um vier Uhr morgens noch nicht beendet...) frühstücken wir aber erst in Ruhe, bevor Heiko sich abermals an die Reparatur macht. Gegen halb zehn sind schließlich die Räder beladen und wir machen uns auf den Weg. Nach 20km erreichen wir die Küstenstadt Kavala, wo wir das erste Mal ein Schild entdecken, welches den Weg nach Konstantinopel/ Istanbul weist. An dieser Stelle am Hafen haben wir auch einen schönen Blick auf die Anhöhe der Landzunge Panagia, auf der die Akropolis-Festung, das Wahrzeichen der Stadt Kavala, thront. Wir stellen unsere Räder ab, machen diverse Bilder und füllen an der öffentlichen Wasserstelle unsere Trinkflaschen. Auf der Weiterfahrt durchqueren wir mit dem im 16. Jahrhundert von den Osmanen erbauten Kamares-Aqädukt mit seinen 60 Bögen eine weitere Sehenswürdigkeit der Stadt. Als Kavala hinter uns liegt, geht es unspektakulär weiter. Wir fahren viele Kilometer entlang einer schnurgeraden Straße, zu sehen bekommen wir hauptsächlich Industrieanlagen und Olivenhaine. Den Schatten eines Olivenbäumchens nutzen wir auch mal wieder für unsere Mittagspause, mit unseren geschätzten Spanakopita sowie Bougatsa hatten wir uns bereits eingedeckt. Auch den Rest des Tages fühlt es sich so an, als würden wir nur geradeaus fahren, allerdings wird die Landschaft rechts und links der Straße reizvoller. Vor einer Kulisse aus Bergen, Fluss, Feldern und Wiesen und begleitet von kräftigem Gegenwind radeln wir dem Abend entgegen. Nicht ganz so einfach gestaltet sich heute die Suche nach einen Schlafplatz. Während Heiko gerade in einem Feldweg verschwunden ist und nach einem geeigneten Platz Ausschau hält, bekommt Claudia Gesellschaft von einem älteren Bauern, der sogar einige Worte deutsch spricht. Er schenkt uns drei große, leckere Feigen und will uns klar machen, dass wir unbedingt in den wenige Kilometer entfernten Ort Xanthi fahren sollen, um dort ein Zimmer für die Nacht zu nehmen. Er begleitet uns sogar noch mit seinem Moped, damit er uns den Weg weisen kann und bittet eine fließend deutsch sprechende Griechin aus dem Ort noch, seine Wegbeschreibung für uns zu übersetzen. Wir schaffen es leider nicht, ihm klar zu machen, dass wir weder nach Xanthi noch in ein Zimmer wollen, sondern lediglich ein Stück Wiese für unser Zelt suchen. Entsprechend schaut er sehr verdutzt und ungläubig, als er mit seinem Moped vorfährt und uns nach links lotsen will, wir aber freundlich wirkend nach rechts abbiegen. Kurz darauf entdeckt Heiko dann auch tatsächlich ein Plätzchen an einem Feldrand, dass von der Straße nicht einsehbar ist. Als erstes widmen wir uns unserem Hunger, Heiko köchelt wieder ein leckeres Gericht aus frischem Gemüse, dazu knabbern wir Olivenbrot. Pünktlich zum Sonnenuntergang bauen wir unser Zelt auf und besonders Heiko freut sich auf eine Nacht ohne Campingplatzbeschallung.Læs mere

  • Camping Kryoneri

    6. september 2021, Grækenland ⋅ ☀️ 26 °C

    Für unsere Verhältnisse recht früh verlassen wir um 9 Uhr nach Frühstück, Zeltabbau und dem üblichen Packprocedere unseren Wildcampingplatz. Der Wind bläst uns ziemlich kräftig entgegen, so dass wir nicht allzu flott vorankommen. Teilweise haben wir auch wieder Schotterpisten unter den Reifen, die aber heute zumindest weitestgehend gut befahrbar sind und uns durch wahrlich schöne Landschaften führen. Nach etwa 25km pausieren wir erstmals und genießen frisches Obst mit Joghurt, bevor wir es wieder mit dem nach wie vor starken Gegenwind aufnehmen. Ein Highlight im Verlauf des Tages ist sicher die Fahrt durch einen Teil des Nestos-Nationalparks. Wir radeln entlang des Sees Vistonida, dem viertgrößten See Griechenlands und entdecken u.a. mehrere Reiher, Flamingos und sogar einen Pelikan. Mitten im See liegt das über eine Brücke erreichbare Kloster von Agios Nikolaos auf einer kleinen Insel. Eine ganze Weile halten wir uns hier auf, machen Fotos und auch die Drohne kommt zum Einsatz. Ein paar Kilometer weiter quert eine riesige Kuhherde die Straße und verteilt sich in der Weite der staubigen Landschaft. Es ist ein tolles Bild, das sich uns bietet, wir könnten auch mitten in der Kulisse eines alten Western-Films stehen. Ansonsten wirkt die Gegend hier insgesant sehr einsam und dünn besiedelt, sehr rar sind die winzigen Dörfer, die wir durchqueren. Als wir in Richtung Küste schwenken, dürfen wir tatsächlich für einige wenige Kilometer Rückenwind genießen, was wir als echte Wohltat empfinden. Wir steuern einen kleinen Campingplatz im Ort Kryoneri an, wo wir auch freundlich aufgenommen werden. Frisch geduscht ist dann auch bald Zeit für unser Abendessen, heute stehen drei Gänge auf der Karte: Gefüllte Weinblätter, Gemüsetopf mit Kidneybohnen und Olivenbrot sowie den einen oder anderen Keks zum Nachtisch. Bei herrlichem Abendlicht sitzen wir noch eine Weile vor dem Zelt und trinken Tee, bevor uns die Dunkelheit und der kühle Wind in den Schlafsack treiben.Læs mere

  • Irgendwo im Nirgendwo bei Alexandroupoli

    7. september 2021, Grækenland ⋅ ⛅ 21 °C

    Schon während unseres Frühstücks um sieben Uhr in der Frühe stellen wir mit Unbehagen fest, dass der Wind heute noch einmal an Intensität zugenommen hat. Zu allem Überfluss wird es auch weiterhin so sein, dass dieser fiese unsichtbare Gegner uns wieder direkt von vorne erwarten wird. Gegen 9 Uhr beginnt unsere Fahrt, selbst bei ebener Straße kommen wir angesichts des Windes teilweise nicht mit mehr als 8-10kmh vorwärts. Äußerst positiv empfinden wir dabei aber die unerwartet schöne Strecke ohne Verkehr entlang der Küste, die an diesem Abschnitt scheinbar vom Tourismus (noch) unentdeckt ist. Im weiteren Verlauf folgen wir der Hauptstraße durch das bergige Hinterland, auch hier herrscht erfreulicherweise kaum Verkehr, lediglich alle paar Minuten kommt mal ein einzelnes Auto vorbei. Wir sind immer wieder begeistert von der Gegend und der traumhaften Landschaft, erwartet hatten wir das hier in dieser Form tatsächlich nicht. In einem netten, kleinen Dorf füllen wir unsere Taschen mit reichlich Proviant auf, bald darauf ereilt uns das, was scheinbar zur lästigen Routine werden will: Heiko hat einen Platten! Während der Reparatur kommen nicht viele Autos vorbei, aber diese (inklusive griechische Polizei) halten allesamt an und die Fahrer erkundigen sich, ob alles okay ist oder wir Hilfe brauchen, sehr nett! Wieder auf dem Rad werden wir von der Drohne begleitet, die Heiko vorher in den Himmel geschickt hat. Vier freundliche Hunde, auf die wir einige Kurven später treffen, zeigen sich sehr interessiert und scheinbar reichlich verwirrt ob des unbekannten Flugobjekts. Nach etwa 30km mit 500hm genehmigen wir uns eine Pause am Straßenrand, bevor wir gestärkt die herrliche Abfahrt in Richtung Alexandroupoli in Angriff nehmen. Kaum in die Stadt eingerollt, vermeldet Heiko zur Abwechslung mal wieder Luftverlust, die Plattenserie nimmt ihren unerfreulichen Lauf. Diesmal Hat Heiko beim Flicken sogar Publikum, zwei kleine Jungs verfolgen sehr interessiert das Geschehen und inspizieren ganz genau unsere Räder. Da wir schon einmal in einer Stadt sind, kaufen wir sicherheitshalber noch einen neuen Schlauch und eine Ladung Flicken. Der Rest der heutigen Etappe verläuft ohne besondere Vorkommnisse. Wir verlassen Alexandroupoli, die Fahrt führt vorbei am Flughafen und durch so etwas wie ein Gewerbegebiet, das sich über viele Kilometer erstreckt. Weiterhin bläst uns kräftiger Gegenwind ins Gesicht, so dass wir uns freuen, im Windschatten einiger kleiner Bäume etwas abseits der Straße einen Platz zum Zelten und somit dem wohlverdienten Feierabend zu finden. Das letzte Tageslicht wird zum Kochen und Essen sowie dem anschließenden Zeltaufbau genutzt, nicht viel später dürfen wir einen beeindruckenden Sternenhimmel mit leuchtender Milchstraße bestaunen.Læs mere

  • Hotel Ermis

    8. september 2021, Grækenland ⋅ ⛅ 23 °C

    Das laute Flattern der Zeitplanen sorgt schon beim Aufwachen für die Erkenntnis, dass auch am heutigen Tage der Wind unser Begleiter sein wird. Soviel Treue wäre doch gar nicht nötig gewesen....! Und damit wir uns nicht umgewöhnen müssen, bläst er uns wie gehabt direkt von vorne um die Nase. Kurz vor dem Abzweig zur Grenze bei Kipoi fällen wir endgültig die vorab bereis vage angedachte Entscheidung, noch einen Schlenker über Bulgarien und den Ort Svilengrad einzubauen. So fahren wir also an dieser Stelle auf griechischer Seite nordwärts anstatt nach Osten in die Türkei. Unser Weg führt entlang der Hauptstraße, deutlich nehmen wir eine zunehmende Zahl an Militärfahrzeugen wahr. Bei weiterhin kräftigem Gegenwind arbeiten wir uns vorwärts, immer entlang der natürlichen griechisch-türkischen Grenze in Gestalt des zu unserer Rechten fließenden Flusses Evros. Mit der natürlichen Grenze allein ist es jedoch nicht getan. Neben der deutlich spürbaren Militärpräsenz prägen Zäune und zusätzliche Gräben das Bild dieser EU-Außengrenze. In regelmäßigen Abständen weisen Schilder darauf hin, dass das Fotografieren hier verboten ist. Schließlich werden wir auch Zeugen einer Szene, die uns noch länger nachhängt. Etwa 20 junge Menschen hocken in einer Reihe nebeneinander, vor ihnen stehen in machtvoller Postion zwei griechische Soldaten, die im Umgang mit den wahrscheinlich auf der Flucht Aufgegriffenen alles andere als zimperlich sind. Die Szene stimmt uns sehr nachdenklich, vor allem angesichts der Tatsache, dass wir an selber Stelle entlangradeln und Urlaub machen. Stets ist doch das Reisen mit Rad und Zelt mit einem enormen Freiheitsgefühl verbunden, hier bekommt der Begriff Freiheit eine ganz andere Bedeutung. Mal wieder wird uns in aller Deutlichkeit ins Bewusstsein gerufen, wie privilegiert wir sind mit unserem deutschen Pass im Gepäck, den wir lediglich angesichts der Tatsache, dass wir zufällig zur richtigen Zeit am richtigen Ort geboren sind, unser Eigen nennen dürfen. Die Fahrt unmittelbar entlang dieser Grenzregion ist bedrückend und dennoch eine wichtige Erfahrung. Neben allen anderen Eindrücken von touristischer Küste und verschiedenen Inseln bis hin zu einsamen Bergdörfern und wilder Natur, die wir in vielen Wochen in Griechenland sammeln durften, gehört eben auch dieser Teil dazu. Im Windschatten der Mauer eines Industriegeländes verbringen wir unsere heutige Mittagspause und treffen die Entscheidung, weiter als vorgesehen zu fahren. Neues Ziel ist der Ort Didymoticho der auf der Karte einen recht ansprechenden Eindruck macht. Angesichts der Etappenlänge und der eher schwierigen Windbedingungen buchen wir schon von unterwegs ein Zimmer in einem Hotel im Zielort, so ist uns ein Schlafplatz auf jeden Fall gewiss. Zu unserer Freude nimmt der Wind im Tagesverlauf etwas ab, nur noch einen Zwischenstop legen wir auf unserer Fahrt an einer Tankstelle ein. Beim Verzehr einer kalten Cola stellen wir fest, dass die ursprüngliche Planung einer Wildübernachtung in dieser Gegend wahrscheinlich schwierig geworden wäre: Hauptstraße, Zäune rechts wie links sowie reichlich Militärpräsenz..., keine perfekten Bedingungen zum Campieren. Gegen 18 Uhr rollen wir in Didymoticho ein, Heiko navigiert uns sicher und zügig zum Hotel. Der Ort präsentiert sich in der Realität dann doch nicht so attraktiv wie wir ihn erwartet haben, aber was soll's. Immerhin haben wir von unserem Balkon aus einen direkten Blick auf den Stadthügel mit beleuchteter Festung. In einem Restaurant um die Ecke gehen wir ein letztes Mal auf griechischem Boden essen, genießen traditionellen Salat, Bifteki und Souvlaki. Bedient werden wir von einem deutschsprachigen Kellner, der 8 Jahre in Deutschland in Holzminden gelebt und deutsch gelernt hat. Die köstliche Honigmelone mir Walnusseis, die wir auf Kosten des Hauses erhalten, rundet diesen sehr gelungenen und schmackhaften Restaurantbesuch ab. Nun heißt es ein letztes Mal "Gute Nacht' in Griechenland, morgen wartet Bulgarien...

    Kleiner, aber feiner Nachtrag: Heiko hatte heute KEINEN Platten!!!
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  • Grenze Griechenland - Bulgarien

    9. september 2021, Bulgarien ⋅ ☁️ 23 °C

    Statt unserem Standard-Zelt-Frühstück bestehend aus Porridge und Obst in köstlichem Wasser laben wir uns als einzige Gäste am Buffet des Hotels. Gut gestärkt starten wir anschließend in die heutige Etappe, die keine Fortsetzung der gestrigen Grenzroute wird. Wir haben beschlossen, etwas ins Landesinnere zu schwenken, um unter Inkaufnahme einiger zusätzlicher Höhenmeter auf kleineren Straßen und direkterem Kurs die bulgarische Grenze kurz vor Svilengrad anzusteuern. Zunächst durchqueren wir eine Region mit riesigen Sonnenblumenfeldern auf sanften Hügeln und stellen uns vor, wie schön es wäre, diese in voller Blütenpracht zu sehen. Dafür ist es jedoch zu spät, trocken und blütenlos lassen die Pflanzen ihre Köpfe hängen. Als wir uns zur Mittagspause an einem Feldrand niederlassen, strahlt dann aber doch noch ein einzelnes Exemplar, das dem Verfall erfolgreich Widerstand geleistet hat, in leuchtend gelber Farbe. Weiter geht es durch das hügelige Gelände und über einen breiten Flusslauf, an welchem sich zahlreiche Wasservögel tummeln. Das Wetter kann sich heute nicht recht entscheiden: Der Wind ist heute milder und kommt auch nicht so garstig von vorne, dafür zeigt sich der Himmel mal mehr und mal weniger stark bewölkt und hin und wieder fallen ein paar Regentropfen bei leicht schwüler Luft. Irgendwie passen diese äußeren Bedingungen zu den Eindrücken, die wir in den Dörfern des weiteren Streckenverlaufes sammeln. Alles wirkt einsam und verlassen, fast wie ausgestorben. Unsere Hoffnung, noch etwas Proviant für den morgigen Tag einkaufen zu können, um in Bulgarien kein Geld wechseln zu müssen, erfüllt sich nicht. Die meisten Häuser scheinen unbewohnt zu sein, viele Gebäude sind verrammelt, offene Geschäfte sucht man vergebens. Bis auf sehr vereinzelte Ausnahmen älterer Bewohner sind die Straßen menschenleer, es ist fast eine gespenstische Atmosphäre. Ob diese Dörfer in ein paar Jahren noch existieren? Man kann es sich kaum vorstellen. Die letzten Kilometer bis zur Grenze legen wir auf der Schnellstraße zurück. Hat uns der Gedanke an das Radfahren auf dieser Trasse vorab noch etwas Unbehagen bereitet, stellt sich dies nun als völlig unbegründet dar: Die Straße ist ähnlich leergefegt wie die zuletzt durchquerten Dörfer, fast allein sind wir auf dem "Highway" unterwegs. Etwas wehmütig spulen wir unsere letzten griechischen Meter ab, viele schöne Erlebnisse und Erinnerungen an dieses Land nehmen wir mit. Ja, und dann geht alles ganz schnell: Kurzer Check des Personalausweises bei der Ausreise, das obligatorische Foto am Grenzschild, schnelle unproblematische Einreise nach Vorlage von Reise- und Impfpass und schwupps, nun sind wir in Bulgarien.Læs mere

  • Svilengrad

    9. september 2021, Bulgarien ⋅ ☁️ 22 °C

    Nur wenige Kilometer sind es von der Grenze bis zum Ort Svilengrad, wo wir ein Zimmer für die Nacht gebucht haben. Die kleine Stadt, die in unmittelbarer Nähe der Grenzen nach Griechenland und zur Türkei liegt, scheint in der Hauptsache aus Casinos zu bestehen. Riesige Hinweisschilder auf die verschiedenen Spielhöllen reihen sich am Straßenrand aneinander, die großen Gebäude mit ihrer Leuchtschrift prägen das Bild des Ortes. Auf dem Weg zu unserem (Casino-)Hotel "Complex Monaco" überqueren wir die im Jahr 1529 erbaute Mustafa-Pascha-Brücke. Ein paar Fotos und Radfahrmeter später checken wir gegen 19 Uhr im Hotel ein und verlassen dieses auch nicht mehr. Das Abendessen kocht Heiko auf dem Balkon vor dem wechselnd-schillernden Farbenspiel der Leuchtschrift des großen Casinos auf der gegenüberliegenden Straßenseite. Griechenland ist nur 2km entfernt und doch ist hier schon alles irgendwie anders.Læs mere

  • Grenze Bulgarien -Türkei

    10. september 2021, Tyrkiet ⋅ ⛅ 21 °C

    Auch im "Complex Monaco" sind wir scheinbar die einzigen Gäste. Das Frühstück bekommen wir im im Eingangsbereich des Hotels serviert. Das Ambiente ist gewöhnungsbedürftig, das Frühstück aber durchaus schmackhaft. Nachdem es in der Nacht geregnet hat, macht das Wetter beim Verlassen des Hotels nun einen sehr freundlichen Eindruck. 12 Kilometer sind es bis zur türkischen Grenze, zusammen mit den zwei Kilometern vom gestrigen Tag auf bulgarischem Boden wird unser Eindruck von diesem Land folglich sehr begrenzt bleiben. Und dennoch sind wir froh, den Schlenker gemacht und diesen Hauch bulgarische Luft geschnuppert zu haben. Auf der wenig befahrenen Hauptstraße rollen wir in Richtung Grenze, mal kommt uns ein Pferdegespann entgegen, mal steht ein Esel am Wegesrand in dieser deutlich heruntergekommen wirkenden dörflichen Umgebung. Ähnlich reibungslos wir gestern verläuft auch das heutige Grenz-Procedere. Ohne dass wir besonders lange in der Schlange stehen müssen, werden erst die Impf- und am folgenden Schalter dann die Reisepässe kontrolliert. An der letzten Station, und zwar der des Zolls, winkt uns ein freundlicher Beamter sogar an der Autoschlange vorbei. Als wir seine kurze Frage nach zollpflichtigen Waren verneinen, dürfen wir unsere Fahrt direkt fortsetzen. Ein weiterer Halt dient dann noch der Pflege unserer Tradition: Fototermin an Schild oder Flagge bei Einreise in ein neues Land. Als die Bilder im Kasten sind, lassen wir die Grenzstation hinter uns und freuen uns auf das neue Land, neue Abenteuer, neue Eindrücke, neue Sitten und Bräuche, neue Gerüche und nicht zuletzt auf die gute türkische Küche. Tschüß Bulgarien, hallo Türkei!Læs mere

  • Hotel Kalerooms

    10. september 2021, Tyrkiet ⋅ ⛅ 23 °C

    Unser erstes Ziel in der Türkei ist die Stadt Edirne, von der uns an der Grenze nur etwa 15 Kilometer trennen. Glücklicherweise verfügt die recht stark befahrene Hauptstraße nach Edirne über einen breiten Seitenstreifen, so dass die regelmäßig von hinten vorbeidonnernden LKW kein allzu großes Problem darstellen. Bereits am frühen Nachmittag erreichen wir unser Hotel, dass zwar sehr zentral, aber dennoch in einer recht ruhigen Seitenstraße liegt. Wir werden sehr freundlich aufgenommen, dürfen unsere Räder für die Dauer unseres Aufenthaltes im Keller des Hauses abstellen. Das uns zugewiesene Zimmer gefällt uns ebenfalls sehr gut, angesichts des für morgen geplanten Ruhetages und folglich zwei Nächten vor Ort freuen wir uns um so mehr über die gelungene Wahl unserer Bleibe. Nach Bezug des Zimmers werfen wir uns rasch in frische Klamotten und begeben uns direkt auf einen ersten Erkundungsspaziergang in die Stadt. Wir schlendern durch die lebendige Fußgängerzone, lassen uns mit der Menge über den einen oder anderen Basar treiben, gönnen uns köstliches Baklava, machen Fotos von der beeindruckenden Selimiye-Moschee und kehren schließlich zum Essen in einem kleinen Restaurant ein. Auf dem Heimweg kaufen wir an einem Stand an der Straße eine Kırkağaç-Melone (türkische Honigmelone), die wir uns im ausgesprochen nett hergerichteten Hinterhof unseren Hotels schmecken lassen. Bei herrlichem Abendlicht begeben wir uns auf die zweite Runde durch die Start, erstes Ziel ist die historische Meriç-Brücke. Von dort aus zieht es uns wieder in die Innenstadt, bei auch um 20 Uhr noch sommerlichen Temperaturen können wir beim Anblick der Auslage eines Straßencafés der Versuchung nicht widerstehen, uns niederzulassen und eine weitere üppige Portion Baklava mit Çay zu ordern. Sehr satt und zufrieden treten wir den Rückweg zum Hotel an und freuen uns auf einen weiteren Tag mit Sehenswürdig- und Köstlichkeiten in Edirne.Læs mere

  • Ruhetag in Edirne

    11. september 2021, Tyrkiet ⋅ ☀️ 27 °C

    Heute ist Ruhetag und damit fangen wir auch direkt an, indem wir zunächst mal ohne Wecker ausschlafen. Nach gutem Frühstück im "Garten" unseres Hotels und etwas Beschäftigung und Tagesplanung im Zimmer starten wir gegen Mitag unsere Touri-Runde. Unser erstes Ziel ist nach einem Schlenker durch Fußgängerzone und Markthallen die prächtige Selimiye-Moschee, die der Architekt Sinan im Alter von 80 Jahren im Auftrag des Sultans entworfen hat und heute als Symbol der Stadt gilt. Schon aus der Ferne sind die Minarette dieses imposanten Bauwerks osmanischer Architektur zu sehen. Nachdem wir uns einen ersten Eindruck von außen verschafft haben, entledigen wir uns unserer Schuhe und begeben uns in den Innenraum des Gebäudes. Uns überrascht das lebendige Treiben in der Moschee: Kinder toben ausgelassen über den Teppich, Menschen filmen und fotografieren oder lassen sich zu einem Plausch auf den Treppenstufen nieder, während sich in abgetrennten Bereichen gläubige Frauen und Männer ihren Gebeten widmen. Wir bestaunen die innere Ausgestaltung und Ausschmückung der Moschee, lassen die Eindrücke auf uns wirken und schlendern im Anschluss noch über den großen Vorhof und den Außenbereich, bevor unsere Mägen einen ersten kleinen Hunger anmelden. So wählen wir einen freien Tisch im Außenbereich des nächstbesten Restaurants an der Straße und bestellen Linsensuppe, Köfte und gegrilltes Hähnchenfilet. Üblich scheint es in Edirne überall zu sein, dass man vorab sehr scharfe getrocknete Peperoni mit ebenso scharfer Sauce serviert bekommt. Nach dem verbrannten Gaumen von gestern lassen wir heute lieber die Finger davon. Ebenfalls in allen Restaurants auf der Karte und auf fast allen Tellern der Einheimischen befindet sich gegrillte Leber, scheinbar eine Spezialität in dieser Region. Wir verzichten aber auf einen Test und bleiben lieber bei dem, was wir kennen und mögen. Apropos mögen: Nur wenige Schritte entfernt liegt das Café, in welchem wir gestern dem Baklava nicht widerstehen konnten. Kurzerhand wechseln wir also die Lokalität und genehmigen uns noch einen üppigen Nachtisch und den einen oder anderen Tee, bevor wir unsere Sightseeing-Tour fortsetzen.Læs mere

  • Historischer Bahnhof

    11. september 2021, Tyrkiet ⋅ ⛅ 27 °C

    Auf unserem Weg zur nächsten Sehenswürdigkeit steuern wir die bereits gestern schon besuchte Tunca-Brücke an. Heute wissen wir, dass kurz nach dieser Brücke eine weitere folgt, die noch etwas größer ist und den Namen Meriç-Brücke trägt. Nach Überquerung der Flüsse Tunca und Meriç spazieren wir entlang einer breiten Allee ins die ca. 3km entfernte Ortschaft Karaağaç, kommen u.a. vorbei an einem Denkmal zum Andenken an Şükrü Paşa und die Gefallenen des Balkankrieges. Schließlich erreichen wir den historischen Bahnhof, in dem heute das Rektorat der Trakya-Universität untergebracht ist. Wir besichtigen die sehr schöne Anlage einschließlich der alten Lokomotive nebst Eisenbahnwaggon, die vor vor den Gebäuden auf einem Stück Schienen stehend präsentiert wird. Nur wenige Schritte weiter ragt das Lausanne-Denkmal in den Himmel, welches ein Symbol des Weltfriedens darstellt. Der im Jahr 1923 in Lausanne unterzeichnete Friedensvertrag gilt als Anerkennung des unter der Führung von Atatürk durchgeführten Unabhängigkeitskampfes und belegt die damit errungene Unabhängigkeit des türkischen Volkes. Im Abendlicht spazieren wir zurück, vorbei an verschiedenen großen und festlich vorbereiteten Hochzeitslokalitäten. Samstags scheint in der Türkei geheiratet zu werden... ! Zurück im Zentrum der Stadt wiederholen wir das Procedere vom Nachmittag: Leckeres Essen im bzw. vor einem Restaurant mit Live-Musik und zum Abschluss Tee und Baklava an inzwischen bekannter Stelle - selbst die Kellner kennen uns schon. Schon deutlich übersättigt wartet dann im Hotelzimmer noch eine halbe Melone auf uns, wir können sie ja morgen schlecht auf dem Fahrrad transportieren...Læs mere