Erster Tag auf Langoya
June 26, 2025 in Norway ⋅ ☀️ 11 °C
Heute früh haben wir unsere Reise gestartet. Von Berlin nach Oslo, dann nach kurzem Aufenthalt weiter nach Evenes. Der Flughafen liegt auf dem Festland - östlich der Lofoten. Unser Flug ging über endlose schneebedeckte Bergketten.
Am Flughafen Evenes haben wir unser Mietauto abgeholt und sind über die Ausläufer der Lofoten zu den Vesteralen gefahren. Die Vesteralen bestehen aus 6 Hauptinseln und vielen kleinen weiteren Inselgruppen.
Die Berge sind nicht ganz so hoch und die Landschaft etwas weicher geformt.
Was uns erschreckt hat ist ein riesiges Straßen Bauvorhaben, das die Hapterschliessungsstrasse zu den Lofoten umfasst. Hier wird eine breite Trasse in die bestehende Felsformationen gesprengt und Unmengen an Boden und Geröll bewegt. Dies eröffnet eine wesentliche bessere Zugänglichkeit für LKWs und Wohnmobile. Dabei geht aber auch der besondere Charme der naturnahen Landschaft mit den sensibel eingefügten schmalen Bestandsstrassen verloren.
Zum Glück haben wir diese ‚unverfälschte‘ Erfahrung noch vor 5 Jahren machen können, als wir zum ersten Mal hier waren.
Nach fast 1 1/2 Stunden haben wir die riesigen Baustellenabschnitte hinter uns gelassen und sind in die unberührte Natur der Vesteralen eingetaucht.
Wir haben ein wirklich spezielle Quartier in Boe an der Südspitze von Langoya. Wir haben ein Appartement in einer riesigen Bootshaus, in dem gerade ein altes Holzboot liegt. Das Bootshaus ist direkt am Strand mit einem spektakulären Blick auf eine riesige, von Bergen gegliederte Bucht. In der Ferne sehen wir die Kulisse der schroffen Bergspitzen der Lofoten.Read more
Ausflug nach Hovden
June 27, 2025 in Norway ⋅ ⛅ 16 °C
Bei traumhaft schönem Wetter sind wir die Küste entlang gefahren bis zum nördlichsten Punkt in Hovden. Eine schmale, meist einspurige, geschwungene Straße führt entlang der Küste. Auf der einen Seite das Meer, glitzernd, mit kleinen Inseln in der Ferne, auf der anderen Seite mächtige Bergrücken, teils grün, teils als schmale Spitzen, dramatische Blickpunkte und Landmarken.
Kleine Häuser verstreut entlang des Weges, meist aus Holz, in Rot, Ocker, oder Weiß. Angrenzend am Ufer Bootshäuser und davor ankernde kleine Boote.
Wir kommen an kleinen, in Buchten gelegenen weißen Stränden vorbei, die einladend warten.
Am Ende der Insel im kleinen Ort Hovden ein Fischerhafen, mit Kai und Pier, ein Leuchtturm als Wegweiser. Die langgezogene Bucht von Bergen und Inseln gesäumt. Die kleinen rotweiss gefärbten Leuchttürme setzen sich auf den Inseln fort und bilden Blickpunkte an der Fahrtrinne der Boote.
Bei 25 Grad zieht hat es uns an zwei der Strände. Zu mehr als einem Fußbad reicht es heute nicht, bei ca. 13-14 Grad Wassertemperatur …Read more

Was für eine Freude 😃, diese Landschaft bei sooo schönem Wetter! Hier ist es grau bei 19 Grad auf der Terrasse und es hat immer mal wieder geregnet! Lg 😎 [Jutta]

Wenn es nur „heute“ nicht zu mehr als einem Fußbad gereicht hat, dann freuen wir uns sicher alle auf Badehosen- und Bikini-Fotos bei kommenden Gelegenheiten … und 13-14 Grad. ;-) [Peter]
Rundfahrt um die Insel Hadseloy
June 28, 2025 in Norway ⋅ ☁️ 13 °C
Heute war das Wetter bedeckt, mit einzelnem, temporärem Nieselregen - aber immer wieder mit trockenen windstillen Phasen. Wir sind entlang des Eidsfjorden gefahren. Ein schmale, geschwungene Straße direkt am Wasser. Grün, blau, Rot, Grün und Weiß waren bestimmende Farben. Das saftige Grün der Wälder und Berghänge, Blau in vielen Schattierungen des Fjords, Rot und Weiß sowie auch Blau die Häuser, Bootsschuppen und Scheunen. Immer wieder andere Bergkulissen sowie davorliegende Inseln.
Kleine Siedlungen, verstreut liegende Häuser, kleine Kirchen und Friedhöfe. Man sieht nur wenige Menschen, vereinzelt bei der Gartenarbeit ( es ist Wochende …).
Zentren sind die kleinen Häfen, von wo aus die Fischerboote oder kleine Ausflugsboote in See stechen. Anglertouren oder Ausflüge zu den Seeadlern werden angeboten.
Wir besichtigen ein edel designetes Hotel an einem winzig kleinen Hafen, interessante Architektur und ein Restaurant mit schöner Aussenterrasse. Zu unserem Erstaunen lädt uns der relaxte, gutgelaunte Rezeptionist zu Café und Sandwich auf Kosten des Hauses ein …
Das Besondere an Norwegen, insbesondere den Vesteralen sind die Ruhe, der Frieden und die absolut entspannte Atmosphäre…
Der Verkehr läuft ruhig und ohne Drängelei ab, die Menschen haben Geduld mit ne müssen sich nicht beweisen.
Natur und Wetter bestimmen den Tagesablauf. Der Sommer ist kurz aber so konzentriert, dass man komplett überwältigt von der Intensität ist. Es blüht so intensiv, dass man es kaum fassen kann. Viele Arten, die bei uns 4 Monate auseinanderliegen, bei der Blütezeit, blühen hier zur gleichen Zeit:
Flieder, Mehlbeere, Mähdesüss, Apfelbäume… Bei 24 Stunden Sonnenschein hat die Natur einen anderen Turnus …Read more
Küstenwanderung bei Straumsjoen
June 29, 2025 in Norway ⋅ ⛅ 13 °C
Nach einem guten Frühstückt sind wir vormittags nach Straumsjøen gefahren, ca 20 Minuten von unserer Unterkunft entfernt. Wir hatten uns eine schöne Wanderrute entlang der Küste ausgesucht.
Das Wetter sollte kühl und bedeckt sein, wurde aber zunehmend besser - bis hin zu einem sonnigen, fast wolkenfreihen Himmel.
An einem kleinen Fischereihafen startete die Rute an einem winzigen Parkplatz.
Vorbei an kleinen Ferienhäusern und ehemaligen Bauernhöfen wurde der Wg immer schmaler als ne abenteuerlicher. Man sollte Norwegische Wandervorschläge mit angeblich einfachem Schwierigkeitsgrad nicht unterschätzen.
Dies führte bei uns bis hin zu schroffen Felspartien und sumpfigen Hangquerungen.
Der Blick belohnte uns für die Mühe, kleine Leuchttürme, einsame Buchten, die Weite des Atlantik mit vielen kleinen Inseln. Bei immer wechselndem Licht wandeln sich Berge, blühende Berghänge und Meerströmungen kontinuierlich…
Völlige Ruhe, nicht einmal die Meervögel sind zu hören. Fast komplett menschenleer- nur zu Beginn und auf dem Rückweg treffen wir auf zwei Paare.
Nach ca. 3 Stunden Wanderung haben wir eine Pause eingelegt und den Blick genossen. Wir haben ca. Ein Drittel der Gesamttour erreicht- mit der Ankündigung, dass der Weg im letzten Teil sehr Anspruchsvoll werden soll…
Wir haben daher umgedreht und den Nachmittag bei einer sehr guten Fischsuppe und einem Kaffee auf einer Café-Terrasse mit Blick auf die Bucht ausklingen lassen.
Dafür gib tes noch unseren traditionellen Abendspaziergang an unserem Bootshaus…
Ein anstrengender, aber schöner Tag.Read more
Ausflug nach Nyksund und Stoe
June 30, 2025 in Norway ⋅ ☁️ 11 °C
In Spanien hat heute der Hitzerekord 46 Grad erreicht, wir haben 12-14 Grad mit leichtem Nieselregen…, Das ist deutlich angenehmer.
Trotz leicht bedecktem Wetter starten wir unseren Ausflug Richtung der Insel Oksnes. Wir fahren entlang des Ramsetfjorden durch eine intensiv grüne Landschaft.weite Blicke, gepflegte Grundstücke mit englischem Rasen inmitten einer blühenden Wiesenland- schaft. Am Ende der Straße ein kleiner Hafen und der Blick über die Fjorde mit hohen Bergen und Inseln die weiße Farbtupfer mit Häusern aufweisen. Der Strand ist übersäht mit Muschel und Schnecken, die hier niemand sammelt.
Der nächste Teil unseres Ausflugs führt uns zwei Fjorde weiter zum nördlichen Ausläufer von Langoya, nach Myre, dann nach Nyksund und Sto.
Dieser Landstrich ist erstaunlich dicht besiedelt und es gibt größere Kommunen mit Schulen, Kitas und Gewerbeflächen. Dennoch fragen wir uns, von was die Menschen alle leben. Insbesondere in den sehr langen Wintern ist hier nichts los. Dafür herrscht jetzt im Sommer reges Leben, Häuser und Straßen werden saniert, der Garten gepflegt und Ausflüge gemacht.
Die größte Ansiedlung ist Myre, eine Kleinstadt mit Hafen, Fischereiindustrie und Versorgungseinrichtungen. Wir sind jedoch ziemlich enttäuscht- weder Städtebau noch Architektur können uns überzeugen. Auch das Angebot an Läden ist sehr bescheiden. Es fehlt ein richtiges Zentrum und der Ort erinnert an eine amerikanische Straßensiedlung.
Der Weg nach Nyksund führt direkt am Prestfjorden entlang, absolut überwältigende Ausblicke. Die Straße besteht aus einer einspurigen Schotterpiste, insbesondere für die Deutschen Wohnmobile eine besondere Herausforderung 😁.
Nyksund wird in den Touristeführern als besonderes Highlight gehypt. Die Lage und die Geschichte ist sehr spannend. Ein alter Fischereistützpunkt, an einem schmalen Hafenbecken gelegene hohe Häuser mit ne Lagehallen in bunten Farben. Der Ort, am Ende der Welt, wurde verlassen und erst sehr viel später von Aussteigern und Künstlern wieder entdeckt und mit neuem Leben versehen. Soweit die Geschichte, die Realität sieht etwas anders aus. Ein heruntergekommener Ort, ohne viel eigenem Leben, der vom Strom der Touristen lebt. Ein bewohntes Museum in malerischer Umgebung …, das ist für mich zu wenig um den Mythos wachzuhalten.
In der Umgebung verlaufen sehr bekannte und beliebte Wanderwege, wie z. B. der Königinnenweg Droningshurta, der Weg, den Königin Sonja gerne läuft.
Leider ist das Wetter nicht sehr einladend für eine große Wanderung, daher beschränken wir unsere Wanderung auf das Umfeld des Ortes. Dafür soll eine Fischsuppe den Tag retten- diese fällt leider für unseren Geschmack etwas dünn aus ….
Dafür reißt danach das Wetter auf und belohnt uns mit schönen Blickbeziehungen zu den angrenzenden Inseln.
Auf dem Rückweg machen wir einen Bogen zur westlichen Inselspitze nach Stoe. Dort besichtigen wir eine malerisch gelegene Kirche in Langenes.
Von dort aus geht es entlang des breiten Gavlefjorden zurück.Read more
Ausflug nach Mehus auf Hinoya
July 1, 2025 in Norway ⋅ 🌬 11 °C
Morgens beim Frühstücken lesen wir, dass in vielen Regionen von Deutschland begonnen wird, denn Wasserverbrauch einzuschränken, um auf die Hitze reagieren zu können.
Da sind wir über den Regen, der uns Vormittags begleitet nicht ganz so unglücklich…
Wir stellen fest, dass die Vesteralen selbst bei Regen wunderschön sein können. Denn es regnet selten überall. Kaum überquert man einen Bergrücken und gelangt zu einem anderen Fjord- so ändern sich Licht, Farben und Wetter. Jeden Tag erleben wir neue Küstenabschnitte und Fjorde mit einem völlig anderen Charakter.
Heute waren wir auf der Ostseite von der Insel Hinnoya am Godfjorden. Riesige Bergmassive mit spitzen oder gratartig ausgebildeten Formen gehen am Fuß in langgezogene Ebenen zum Fjord über. Dies ergibt weite, offene Blickbeziehungen. Verstärkt wird dies durch die breite Form des Godfjorden. Beidseitig am Ufer liegen die kleinen, verstreuten Siedlungen und Einzelgehöfte.
Insbesondere die Seite von Hunnesdal und Mehus hat einen speziellen Reiz, mit einem eigenständigen Haustyp, der sich häufig entlang der Straße findet. Kompakte weiße Häuser meist begleitet von Birkengruppen und rote Schuppen oder Bootshäuser.
Ein kleiner Friedhof, eingefasst mit waldartigem Rand, direkt am Fjord strahlt einen magischen Charakter aus. Daneben eine Steinsäule, auf der alle im Fjord ertrunkenen Fischer aufgeführt sind. Schönheit und Tragik, eng verbunden.
Auf dem Rückweg besichtigen wir ein kleines Handelszentrum in einer Bucht. Hier war früher ein wichtiger Umschlagplatz für Fisch und Bodenschätze, wie Grafit.
Inzwischen ist hier ein Museum mit Skulpturenpark entstanden.
Viel los ist hier nicht und das ganze steht zum Verkauf…. Es ist schade, dass sich im reichen Norwegen keine Mäzene für solche Orte finden.Read more

Danke Ihr Lieben für die anregenden und informativen Eindrücke! Und natürlich für die tollen Fotos! Um 21.40 haben wir in unserem gemeinsamen Gärtchen immer noch 27 Grad! Genießt den kühlen Norden! Lg Jutta [Jutta]
Bergtour auf den Veten
July 2, 2025 in Norway ⋅ ⛅ 11 °C
Heute haben wir uns eine Bergtour vorgenommen. Bei bedecktem Wetter starten wir nach einer kurzen Autofahrt in der Nähe unseres Quartiers. Die Länge der Tour ist ca 4 Kilometer bei rund 850 Höhenmeter. Aber bekanntlicher Weise sind norwegische Touren anders als deutsche. Der erste Anstieg geht gut los und die Betriebstemperatur steigt deutlich an. Nach unserem ersten höheren Rücken kommt eine gemütliche Berghütte, wo wir eine Rast einlegen. Genau im richtigen Augenblick, denn kaum sitzen wir in der Hütte, schon beginnt es heftig zu regnen.
Die Hütte ist von der Kommune bzw. von einer Sport- und Wandertruppe gebaut. Hier kann man Cafe kochen, Essen aufwärmen und wohl auch Feste feiern, wie das ausgelegte Fotoalbum zeigt.
Nach ca. Einer Stunde lässt der Regen nach und wir setzen unsere Wanderung fort.
Je höher wir kommen , um so überwältigender werden die Ausblicke. Wir können im Oste und Westen die Buchten und Fjorde sehen und in der Ferne die angrenzenden Inseln sowie die Bergkette der Lofoten.
Das Wettet wechselt ständig, leicht Schatten, Wilken, Nebelschleier sowie glitzernde Sonnenflecken über den Fjorden.
Der Aufstieg wird richtig anstrengend. Es geht steil einen felsigen Weg hoch und der Gipfel ist immer wieder im Nebelschleier.
Oben gibt es eine kleine Schutzhütte, die mit Stahlseilen gegen die Herbst- und Winterstürme verankert ist.
Kaum sitzen wir in der Hütte und packen unser Essen aus, da wird es dunkel und ein mächtiger Regenschauer geht los. Zum zweiten Mal Glück gehabt …..
Im Gipfelbuch sehen wir, dass sich die Anwohner einen heftigen Wettkampf Kiefer, wer pro Jahr am häufigsten auf den Gipfel geht ( bzw. Wohl auch rennt 😁).
Der lokale Champion hält den Rekord mit sage und schreibe 366 Begehungen pro Jahr … das ist für uns nicht ganz nachvollziehbar..
Nach einem ordentlichen Guss zieht der Regen und der Nebel weiter ab ne wir können bei einem klaren Blick wieder absteigen.
Die Landschaft ist überwältigend. Die Weite und Vielfalt lässt sich nicht fotografisch wiedergeben. Dies geht vom Großen ins Kleine. Die Berge, die Buchten oder ne der Atlantik zum Einen, aber auch die Moose, Farne und Flechten, verbunden mit unterschiedlichsten Steinformationen ergeben farbenfrohe Miniaturwelten, die ständig wechseln.
Erschöpft kommen wir unten an und nehmen uns aber noch die Zeit eine Freiluftgallerie mit Exponaten von unterschiedlichen Künstlern anzusehen. Auf einer Schautafeln sind die auf den verschiedenen Inseln verteilten Exponate dargestellt.
Ein gelungener Abschluss unseres Tages.Read more
Wechsel zum neuen Quarier am Gullesfjord
July 3, 2025 in Norway ⋅ ☁️ 9 °C
Schweren Herzens verlassen wir unser Quartier in Boe. Der Strand, die angrenzenden Blühwiesen mit den vielen Kibitzen und der weite offene Blick nach Westen auf den offenen Atlantik haben es uns angetan.
Auf der Fahrz besichtigen wir eine alte Grabstätte auf der Eisenzeit, auf einem Hügel mit Blick aufs Meer gelegen. Nur Wind und der Rufe der Kibitze, sonst nichts ….
Durch fruchtbare Hochtäler mit einer Vielzahl an Bauernhöfen gelangen wir nach Sortland, wo wir über eine mächtige, leicht geschwungene Brücke den Sortlandfjord queren.
Nach kurzer Fahrt auf der Hauptstraße biegen wir nach Holand auf eine kleine Straße ab, die sich am Gullesfjord entlangschlängelt.
Die Straße endet in Flesnes - ab hier kann man nur mit der Fähre nach Revsnes übersetzen. Kurz dahinter liegt unser neues Quartier.
Im hochtechnisierten Norwegen kann man die Fähre nur per App bezahlen… Aber was passiert, wenn das Internet schwächelt und man festhängt ….
Das führt zu Stress - und plötzlich legen wir auch schon an. Also schnell zum Auto, um die Ausfahrt nicht zu behindern. Dazu regnet es plötzlich aus Eimern … Wir kommen problemlos von der Fähre herunter und fahren 300 -400m da sagt mir eine innere Stimme: ‚irgendwas stimmt nicht??!‘
Ich denke kurz nach und stelle fest, dass ich durch die Beschäftigung mit der Fähre-App und die schnelle Abfahrt meinen Fotoapparat im Café auf der Fähre liegengelassen habe. Da läuft es mir kalt den Rücken herunter …
Schnell gewendet und zurückgefahren … im Schweinsgalopp auf die Fähre - zum Glück dauert das Verfrachten der Fahrzeuge länger - ….
Wir sind ja in Norwegen- ein mehr als ehrliches Land (?!), so liegt meine Kamera noch da wo hingelegt - Schwarze Kamera auf schwarzem Sessel! Philharmonie - Glück gehabt - die war/ist ganz neu 😉
Nach diesem Schreck atme ich einmal kurz durch, dann geht es weiter.
Nach kurzer Fahrt gelangen wir zu unserer neuen Unterkunft- eine wunderschöne, romantisch gelegene und eingerichtete rote Hütte direkt am Fjord.
Dort wartet schon Bernd auf uns, der schwäbische Vermieter, der seit 18 Jahren hier auf Vesteralen wohnt. Er hat sein Café in Deutschland verkauft und ist hierher umgesiedelt. Edith und Bernd laufen in schwäbische Hochtouren auf …. Und wir bekommen eine vertiefte Einführung.
Der Blick vom Häuschen auf den Fjord ist fantastisch - jetzt muss nur noch das Wetter besser werden…
Die Berge sind bis weit herunter noch mit Schnee bedeckt- zum Glück hat Bernd die Heitzung angemacht. Ich denke an Deutschland mit derzeit 38 Grad 😁Read more

Da hast Du aber Glück gehabt, dass Deine Kamera noch da ist. So könnt Ihr Euch über die neue Unterkunft freuen! Habt eine schöne Zeit dort [Kurt]
Fahrt um den Kvaefjorden nach Harstadt
July 4, 2025 in Norway ⋅ ☁️ 9 °C
Nach einem Frühstück in unserer Hütte habe ich morgens einen kleinen Spaziergang am Fjord gemacht. Dazu habe ich die Gummistiefel unseres Gastgebers genutzt, um durch die feuchte Wiese zum Strand zu waten …
Das ruhige Plätschern des Wassers, die Möven und die Austernfischer begleiten mich mit ihren Rufen.
Danach starten wir auf eine Rundfahrt am Oesundet und am Kvaelfjorden. Es gibt dichte Fichtenwälder, die zum Fjord in lichtere Birkenhaine übergehen. Über eine langeBrücke und einen Damm queren wir auf die kleine, langgezogene Insel Kvaenja. Die Strasse führt auf der Südwestseite entlang. Die Häuser und Höfe liegen auf halber Höhe. Zum Fjord grenzen bewirtschaftete Flächen aus Wiesen, vereinzelt Äckern an, oberhalb der Straße verläuft ein Waldstreifen. Diese Zonierung entlang des Fjords gibt der Landschaft eine klare Prägung.
Am Ende der Insel liegt ein einsam gelegener Hof und ein Aussichtspunkt auf den Fjord. Die Fahrt geht weiter um die Halbinsel am Kvaelfjord, mi schönen Ausblickspunkten bei Elda und Bremmes. Bei der letzteren gibt es ein Radtplatz mit fantasievoll gestaltetem Pavillon sowie Grill- und Spielbereichen.
Hinter Kasfjord biegen wir auf die Halbinsel von Aun und Elgsnes ab. Über einen steilen Bergrücken gelangen wir in einen Hochmoorbereich mit uralten Birken. Danach windet sich die Straße in Serpentinen hinunter nach Aun. Dieser steile Abschnitt ist im Winter wohl oft aufgrund von Steinschlag, Schnee und Eis gesperrt . Dennoch leben hier viele Menschen auf ihren abgelegenen Höfen. Wir spekulieren, dass die norwegische Regierung viele Subventionen an diese winzig kleinen und sicherlich unrentablen Höfe bezahlen muss ….
Kurz vor Ende der Insel steht auf einem Hügel eine Kirche mit Blick über den Toppsundet. Die Straße endet kurz danach an einer schönen Bucht mit 3-4 Häusern. Ein kleiner Trampelpfad führt zu einem felsigen Aussichtspunkt. hier erleben wir ein kleines Higlight. Nicht weit vor uns sehen wir einen mächtigen Seeadler, der durch uns aufgeschreckt, mit majestätischen Flügelschlägen davonfliegt. Ein besonderer Moment…
Aber auch der Blick an diesem besonderen Ort war den langen Abstecher wert!
Danach fahren wir weiter nach Harstadt, die größte Stadt auf Hinnoya. Wie alle Städte auf den Vesteralen ist auch Harstadt eher entäuschend. Zu schnell gewachsen, ohne klare Struktur, wurden die historischen Gebäude bzw. das alte Zentrum komplett überformt. Dies ergibt eine zufällig erscheinende Ansammlung an Hotels, Verwaltungsbauten sowie ein zweitklassiges Einkaufszentrum..,., ergänzt durch 2-3 große Parkplätze. Einziger interessanter Bereich ist der Hafen mit seinen unterschiedlichen Bootstypen - dazu die Blickbeziehungen auf den angrenzenden Fjord und die rahmenden Berge.Read more
Ausflug auf die Lofoten
July 5, 2025 in Norway ⋅ ☀️ 14 °C
Nach zwei Tagen mit bedecktem Himmel hatten wir heute einen Traumtag, wie es ihn nur im Norden gibt. Es ist das spezielle Licht, das aus der Stellung der Sonne resultiert. Es erscheint weicher und wärmer ( nicht unbedingt von der Temperatur 😁). Das Wasser auf dem Fjord ist spiegelglatt, nur an wenigen Stellen von einem leichten Windhauch gekräuselt, als wir mit der Fähre übersetzen.
Nach 5 Jahren kehren wir zu einem Ausflug auf die Lofoten zurück. Was Vesteralen an weichen Hügeln und farbenfroher Vegetation aufweist, wird auf den Lofoten von harschen, rauhen, manchmal bedrohlichen Berggipfeln kompensiert. Die Landschaft ist dramatischer, steile, felsige Gipfel, die oft abrupt ins Meer oder einen der vielen Seen abstürzen. Glitzernde Wasserfälle und türkise Strände, die einen Hauch von Karibick aufweisen.
Es ist Kurze-Hose-Wetter und wir genießen die (relative) Wärme.
Unser Ausflug führt uns zu den mittleren Inseln der Lofoten zwischen Oeksfjorden und Austnes Fjorden. In Fiskeboel biegen wir von der Hauptstraße (E10) Richtung Norden zum Hadselfjorden ab. Von hier haben wir ein schönen Blick über die weite Bucht auf den südlichen Teil der Vesteralen , wo wir die vergangene Woche verbracht haben. Zweimal machen wir am Ufer halt, blicken in die Ferne, Lesen oder machen ein Picknick. Es ist nicht leicht unseren Freunden, den Wohnmobilen zu entkommen, die an vielen schönen Stellen die Uferbereiche blockieren und sich wie selbstverständlich breit machen. Deutsche, Holländer, Pollen, vereinzelt auch Franzosen…
In Delp treffen wir in einem kleinen Fischerdorf auf ein Dorffest. Zum ersten Mal sehen wir eine große Zahl an Norwegern an einem Ort versammelt. Es wird gegessen ( und zwar in großen Mengen), Kaffee getrunken, gespielt, Musik gemacht und zusammengesessen. Das haben wir bisher eher selten gesehen. Die Norweger sind Familien-Menschen und meiden ansonsten größere Menschenansammlungen. So erscheint es zumindest auf dem Land zu sein …
Mitten auf der Fahrt erhalten wir die Nachricht, dass unsere Wal-Bootsfahrt aufgrund des drohenden Wetterumschwungs auf Morgen verschoben werden muss. Daher kürzen wir unsere Lofoten-Tour ab und genießen dafür ein Abendessen auf unserer Terrasse.Read more
Fahrt nach Andoya und Whale-Warching
July 6, 2025 in Norway ⋅ ☁️ 12 °C
Heute war ein langer Tag: wieder aufgewacht bei traumhaftem Sonnenschein und wolkenlosem Himmel- der Fjord spiegelglatt (siehe beiliegendes Foto). Wir starten mit der ersten Fähre und kommen abends knapp mit der letzten Fähre zurück…
Unser Ziel ist die nördlichste Insel der Vesteralen- Andoya. Man erreicht sie über eine langgespannte Brücke.
Die Insel liegt auf der Höhe von Grönland. Daher gibt es neben weich geschwungenen grünen Bergkuppen, weite ebene Flächen mit Tundra. Die Insel ist erstaunlich dicht besiedelt. Dies liegt sicherlich an der landschaftlichen Schönheit. Auf der Westseite verstärkt durch ‚karibische‘ Sandstrände mit türkisfarbenem Wasser - nur die Wassertemperatur kann trotz Golfstrom nicht ganz mit der Karibik mithalten.
Weiterhin haben wir nach mühevoller Studie herausgefunden, dass Andoya eine deutsche Enklave ist, bewohnt von mobilen Einwohnern in großen beweglichen weißen Kisten, die überall verteilt auf der Insel stehen und manchmal auch darauf herumfahren.
Im Norden von Andoya sind große Abhöranlagen installiert, die vom Militär zur Überwachung des stark umstrittenen/ umkämpften arktischen Raum dienen. Neben Russen und Chinesen haben mit dem expansionsfreudigem Herrn Trump auch die Amerikaner ihre Ansprüche auf diesen Fisch- und bodenschatzreichen Raum angemeldet.
Es gibt hier übrigens auch eine Station für Weltraum-Raketen!
Der wichtigste Attraktionspunkt sind jedoch die Whale-Watching-Bootstouren, die scharenweise/busladungsweise Touristen anlockt.
Auch wir sind natürlich dabei, mit einer Busladung, teilweise gelangweilter Tschechen. Seltsamerweise lieben nicht alle Menschen Wale. Ich habe aber festgestellt, dass die Fangemeinde bei Frauen scheinbar größer ist. Männer sind wohl traditionell eher auf Jagen und Essen von Walen ausgerichtet 😁. Außer mir natürlich ….
Unsere Waltour dauert ca. 4 Stunden. Ich bin erstaunt wie gut vorbereitet die kundigen Mitfahrer auf die Bootstour in arktischen Gewässern sind. Von kurzen Hosen, Turnschuhen, bis zum Baumwoll-Hoodi ist alles dabei. Daneben gibt es aber auch sehr gut ausgerüstete Exkursionsteilnehmer ( wie z. B. die schwäbische Fraktion 😄).
Ich muss die Erwartungshaltung an das Whale-Watching kurz relativieren: der befahrene arktische Atlantik ist riesig- bevorzugter Suchbereich ist ein bis zu 2 km tiefer Graben mit planktonreichem Kaltwasserstrom. Hier ist die Wahrscheinlichkeit einen Wal anzutreffen sehr hoch (99 % gemäß Organisator).
Mit dem Abhören von Sonargeräuschen schleichen wir uns an. Das verlangt Zeit und Geduld, da die großen Wale 20Minuten abtauche auf ein Tiefe von 600 m bis zu 2.000 m.
Wir haben Glück und sichten auf unserer Fahrt 2 Wale. Zu erst einen kleinen Grindwal und später nach langer Suche einen großen Wal (Buckelwal).
Bei einer Entfernung von ca. 50 m ist das Erlebnis beeindruckend, aber fotografisch nicht wirklich überzeugend ( außer man hat ein Profi-Monster-Teleobjektiv).
Nach der Sichtung waren alle Teilnehmer begeistert und das Boot konnte erfolgreich zurückschippern.
Ich war erstaunt, welche touristische Infrastruktur durch die Wale entwickelt wurde: Souvenir-Shop, Bekleidung, Gastronomie, Museum -bis hin zu einer internationalen Mannschaft aus Österreich, Italien und Menschen von sonstwoher …
Der einzige Wermutstropfen unserer Tour war, dass Edith die Bootsfahrt nicht ganz so gut verkraftet hat. Die nächste Wal-Fahrt muss also auf unbestimmte Zeit verschoben werden…
Auf der Rückfahrt nehmen wir dir Route auf der Westseite von Andoy. Diese ist landschaftlich besonders schön. Hier wurden auch einige Rastplätze angelegt, die es bis in die Bauwelt (deutsche Architekten- und Stadtplanerzeitung) geschafft haben.
Wir waren beeindruckt von der gut gewählten Lage und dem hohen Standard. Nur Pflege und Unterhaltung lassen zu wünschen über ( das liegt aber wohl auch an der schmutzigen Touristen-Bande, die alles verdreckt 😁).
Nach einem sehr vollen und erlebnisreichen Tag kehren wir erschöpft in unser Häuschen zurück. Insbesondere 4 Stunden in arktischer Sonne und Wind sind nicht zu unterschätzen!Read more

Der spiegelglatte Fjord ist meiner Meinung nach erheblich beeindruckender als das whale watching Spektakel,. Den Event mit allen Facetten hast Du sehr humorvoll beschrieben 👍 [Kurt]

Stephan BuddatschDanke mein Lieber, die Natur ist das überwältigende, den Rummel muss man wegdrängen.
Ein ‚ruhiger‘ Tag
July 7, 2025 in Norway ⋅ ☁️ 11 °C
Nach der anstrengenden Tour nach Andoya lassen wir den heutigen Tag ruhig angehen. Frühstücken, Lesen, Entspannen…
Am frühen Nachmittag machen wir einen kleinen Ausflug. Wir beginnen an einem historischen Handelshaus in Hemmestadt, direkt am Fjord. Dort wurde Fisch gegen alle wichtigen Handelsgegenstände getauscht. Leider hatte das Museum heute nicht auf. Danach ging es nach Trondenes, einem kleinen Ort oberhalb von Harstadt. Hier gibt es die größte Kirche von Nordnorwegen- finanziert durch die reichen Einkünfte des Fischfangs. Direkt angrenzend ist eine Gedänkstätte für gestorbene russische Kriegsgefangene. 100.000 davon kam auf die Vesteralen, rd. 15.000 sind hier gestorben und wurden an diesem zentralen Ort gemeinsam begraben. Die Kriegsgefangenen haben das Gräberfeld mit vielen Holzkreuzen selber errichtet. Inzwischen gibt es nur noch einen Gedenkstein mit Inschrift.
Neben der Kirche wurde ein Museum für Geschichte errichtet. Hier werden auf dem angrenzenden Gelände historische Gebäude und Bewirtschaftungsformen gezeigt. Zwischen Kirche und Museum wurde ein sehr schöner Staudengarten angelegt, der im Augenblick in voller Blüte steht. Der Landschaftsarchitekt / Gärtner freut sich!
Nach Trondenes fahren wir ins angrenzende Harstadt, um in einer Bäckerei mit Café einen Imbiss zu nehmen.
Zurück geht es über die Berge auf einer eng gewundenen Straße, vorbei an grünen Tälern mit zwei malerisch von Bergen (bis zu fast 1.100 m hoch) gerahmten Seen. An diesen finden wir die ‚Datschensiedlungen‘ der Norweger, stationäre Wohnwägen mit einem angrenzenden kleinen Funktionsgebäude. Sehr monoton und fantasielos. Ich denke die pragmatischen Norweger wissen, das dies ein gutes Fischrevier ist. Alles andere ist zweitrangig 😁.
Heute war unser Tag der ‚Tiererlebnisse‘. Am Morgen, auf dem Weg nach Trondenes laufen uns 3 Rentiere vor das Auto auf die Straße und marschieren danach weiter zum Fjord (sehr zur Freude von Edith!).
Auf dem Rückweg über die Berge steht plötzlich ein Rudel von Kälbern vor uns auf der Straße und betrachtet uns neugierig. Da sie keinerlei Ansätze machten, sich fortzubewegen, musste ich aussteigen und als deutscher Cowboy sie behutsam wegtreiben. Sie waren sehr zutraulich und liessen sich streicheln… nur sie von der Straße wegzubringen war nicht ganz einfach. Am Ende ist mir dies gelungen, worüber sich zwei hinter uns stehende Autos mit Norwegern sichtlich freuten und mir lautstark ihren Dank aussprachen (natürlich auf Norwegisch…).
So wurde es doch noch ein ereignisreicher Tag.Read more
Kurze Anmerkungen zur Geschichte
July 8, 2025 in Norway ⋅ ☁️ 10 °C
Heute haben wir zwei Geschichtsmuseen besucht, die gestern schon geschlossen waren. Museen sind hier von 11:00 Uhr bis 15:00 Uhr geöffnet.
Das erste Museum war der Handelsplatz in Hammerstedt. Dieses besteht aus einer großen Lagerhalle mit einem Tausch- oder Verkaufstresen. Hier wurden Fisch, Fleisch, Felle und Leder gegen Kaffee, Zucker, Gewürze und sonstige, für den Alltag wichtige Dinge getauscht, die hier nicht selber anzubauen oder verfügbar waren. Es wird ein guter Überblick über den Alltag der Fischer und Bauern im 17. -18. - und 19. Jahrhundert gegeben. Das Leben war hart, spartanisch, kalt und relativ dunkel. Die wenigen Petroliumlampen in der langen, dunklen Wintertagen waren nur eine schwache Lichtquelle. Auch die Kleidung und Ausrüstung der Fischer zeigen den harten und gefährlichen Alltag auf den kleinen Fischerbooten.
Das Museum in Trondenes rundet die geschichtliche Entwicklung ab und zeigt das größere Bild.
In der Stein- und Bronzezeit war es in der Region deutlich milder. Zunächst gab es Jäger und Fischer, dann auch verstärkt Bauern und Rentierzüchter. Große Teile von Norwegen und Finnland war von Samen besiedelt. Naturgötter spielten eine wichtige Rolle.
Auch die Vikinger waren hier heimisch und zogen von hier aus auf weitreichende Beutezüge aus.
In zunehmendem Maße gewann Fischfang und Pelzhandel an Bedeutung. Letzteres hat mi dem Modebewusstsein der mittelalterlichen Höfe zu tun, wo Pelzbesatz und Federschmuck eine wichtige Rolle spielten.
Ein weiterer Einflussfaktor war die katholische Kirche, die erst relativ spät das Gebiet missionierte und die alten Götteranbetungen verbot bzw. die heiligen Orte zerstörte.
Mit der Fastenzeit führte die Kirche andererseits dazu, das ganz Europa auf den reichen Fischfang auf den Vesteralen und Lofoten angewiesen war.
Der Handel reichte schon sehr früh bis Mitteleuropa und Südeuropa (Stockfisch spielt in Portugal) immer noch eine wichtige Rolle).
Zum Abschluss des Tages gab es ein üppiges Essen mit Lachs und Jakobsmuscheln. Frischen Fisch gibt es kaum zu kaufen. Ich denke die Norweger gehen sehr gerne zum Angeln und versorgen sich selbst, oder werden über irgendein Familienmitglied versorgt, das auf einer Fischfarm oder einem Fischerboot arbeitet…..
Ansonsten nur Tiefkühlkost aus dem Supermarkt…☹️Read more
Fahrt nach Senja
July 9, 2025 in Norway ⋅ ☁️ 11 °C
Die Zeit rinnt uns wie Sand durch die Finger. Um noch ein möglichst schönes und intensives Erlebnis als krönenden Abschluss einzubauen, entschließen wir uns nach Senja zu fahren.
Der Reiseführer preist die Insel Senja als eine der schönsten und wildesten Orte weltweit, die gut und gerne mit Neuseeland mithalten könnte. So, das wollen wir testen. Das bedeutet aber auch um kurz nach sechs loszufahren, mit der ersten Fähre von Stangnes nach Soerrollnes überzusetzen und ca. 300 Kilometer auf teilweise ‚verwegenen‘ Straßen unterwegs zu sein. Das Abenteuer dauert insgesamt 15 Stunden…
Zuerst die Frage: hat es sich gelohnt? Ja das hat es - es war nochmals ein ganz besonderes, sehr eindrückliches Erlebnis!
Nach dem Übersetzen mit der Fähre (dank Edith waren wir mit weitem Abstand die ersten am Fährableger 😁) ging es über zwei Inseln hinüber zum Festland.
Beide Inseln, Rolla und Andorja sind relativ klein und bestehen aus riesigen, steilen Bergen von 900 m bis 1.200m. Vom Meeresspiegel aus betrachtet ist dies sehr beeindruckend. Die Straße verläuft auf der Ostseite, eingeschnitten, oder besser gesagt hineingesprengt in steil abfallende Berghänge. Das Wasser fällt teilweise als Sturzbach direkt an der Straße hinunter. Wie aufgrund dieser Rahmenbedingungen zu erwarten ist die Straße mehrheitlich einspurig und abenteuerlich geschwungen. Einziger Vorteil - die Straße ist eine Sackgasse, die an der Fähre endet. Entlädt die Fähre, dann bewegt sich eine Karawane an Fahrzeugen in eine Richtung…. Einziges Handicap sind mögliche Bauarbeiten. Wie zu erwarten war dies natürlich der Fall, da die ständig notwendigen Reparaturen und Ausbesserungsarbeiten nur in den Schnee- und frostfreien Sommermonaten erfolgen können ☹️. Dennoch ist die Strecke einzigartig hinsichtlich der vielfältigen Ausblicke über den Astafjorde und die beiden abgehenden Fjorde Gratangen und Lavangem. Dazu kommen die kleinen Ansiedlung, die entlang der Straße verteilt auftauchen… Die Frage, was die Menschen machen, oder von was sie leben (Fisch, Fisch , Fisch und etwas Landwirtschaft) hatten wir schon einmal.
Für die ca. 30 Kilometer haben wir 1 1/2 Stunden gebraucht …
Die Verbindung der Inseln untereinander bzw. Mit dem Festland erfolgt über Tunnel (sehr steiler Schlund!) und Brücken (absolut dramatischer Ausblick!).
So hatten wir schon ein sehr frühes Aha-Erlebnis.
Danach ging es auf dem Festland über einen Pass mit Hochebene, auf der der Skoevatnet-See malerisch liegt. Die umgebende Vegetation mit Krüppelbirken und Moorwäldern begeistert jeden Naturfreund.
Eine kurze Kaffeepause am See beglückt die Reisenden zusätzlich. Zur Info, es gibt in den Einkaufsläden, Iskaffee von Tine in 4 Kaffeestärken, mit einer Qualität, die jeden Kaffeetrinker ins Schwärmen geraten lässt. Es gibt schon Überlegungen zu einer kontinuierlichen Importorder nach Berlin😁.
Nach dem Pass windet sich die Straße am Übergang des Solbergefjord in den Gisundet Fjord entlang. Von hier aus sieht man in der Ferne die größte Siedlung Finnsnes, vor einer Kulisse an schneebedeckten Bergen. Es ist übrigens 11 Grad ‚warm‘ später auf den Inseln bis zu 15 Grad😄.
In Finnsness quert eine Brücke den Fjord an seiner engsten Stelle. Nach insgesamt ca. 2 1/2 Stunden sind wir auf der Insel Senja angekommen.
Die Insel ist für ihre dramatische Bergkulisse bekannt (bis zu 1.200m), die auf der Westseite steil in den Atlantik abfällt. Dazwischen traumhaft schöne Buchten und Strände…
Weiterhin liegen im inneren der Insel diverse Seen und Wasserläufe. Ein Eldorado für Fischer. Wir waren waren spaßeshalber in einem Angelladen. Was es dort zu kaufen gab, ist unvorstellbar. Allein das Sortiment zur Herstellung von Ködern für Fliegenfischer übertrifft alles, was ich je gesehen habe…
Es gibt eine wunderschöne Rundtour um Senja, diese dauert jedoch mindestens 4 Stunden ( reine Fahrtzeit).
Wir überqueren das Inselzentrum mit der Straße von Silsamd nach Saetra. Die Hochebene mit den Birkenwäldern, Seen und Hochmooren sowie den schneebedeckten Bergen übertrifft alle unsere Erwartungen. Auch die Siedlungen, d. H. Die Architektur der Gebäude und Stallanlagen/ Schuppen unterscheidet sich von den bisherig gesehen Typologien auf den Vesterålen.
Dann kommen wir auf die Westküste. Diese hält die im Reiseführer versprochene Schönheit und Dramatik. Es gibt steile Küstenabschnitte mit hohen Bergen, tief eingeschnittenen Buchten, aber auch weiche, weite Täler mit Sandstränden und türkisem Wasser. Davor erstreckt sich im offenen Atlantik eine Vielzahl kleiner Inseln.
Auf Senja ist auf der Hauptstraße eine Fahrradroute ausgewiesen und wir treffen auf eine Vielzahl an Fahrradfahrern (davon etliche Pärchen an ‚Bestagern‘, Ende 60 …).
An einem wunderschönen, einsamen Sandstrand machen wir Halt und nehmen einen stärkenden Imbiss, bei bester Aussicht und wunderschönem Wetter ein.
Dann geht es weiter. Bei Hamm liegt eine kleine Naturbucht. Hier befindet sich eine aus kleinen Einzel- und Reihenhäusern zusammengesetzte Hotel-Anlage im Hochpreissegment. Sie hat eine eigene Fischzucht, ein Edelrestaurant und bietet alle Möglichkeiten des Wassersports. Weiterhin werden diverse Aussichtsplattformen, -Pavillons angeboten, die auch im Winter für das Beobachten der Polarlichter nutzbar sind.
Wir sehen uns die Anlage und die Aussichtspunkte an und genießen den Blick auf die Vielzahl an vorgelagerten kleinen Inseln.
Wir fahren weiter zu dem kleinen Örtchen Gryllefjord, von wo aus eine Fähre nach Andoy übersetzt. Dort, auf Anfoy, waren wir vor zwei Tagen und hatten noch nicht alle Teile gesehen. Die Fähre würde uns ca. 2 Stunden Fahrzeit auf den beiden wilden Insel einsparen.
So dachten wir besonders schlau zu sein und machten uns schnell auf dem Weg, um 1 Stunde vor Abfahrt der Fähre vor Ort zu sein.
Tja, wir hatten die Rechnung ohne die Camper gemacht. Als wir eine Stunde vorher ankamen, gab es bereits eine endlos lange Schlange von mehr 45 Fahrzeugen vor uns-mehrheitlich Camper. Auf die Fähre passen aber voraussichtlich nur 35-40.
Die nächste Fähre fährt erst 4 Stunden später, … weiterhin zeigte sich hier die Moral und Einstellung der unterschiedlichen Menschentypen und Nationalitäten. Die Norweger und ein Großteil der Deutschen stellte sich brav in der Schlange hintenan. Franzosen, Tschechen und einige Deutsche überholten trotz Proteste der Wartenden frech die Schlange, um sich vorne reinzudrängeln. Auf dieses Spiel wollten wir uns nicht einlasse und kehrten um. Für die Camper ist es kein Problem in der Schlange am Straßenrand zu übernachte - sie haben viel Zeit. Das Deutscher Rentner-Ehepaar hinter uns meinte treuherzig: Ja, bis September sollten wir wieder zu Hause sein …
Ich dachte mir, der Weg zurück bietet uns bestimmt noch ein besonderes Erlebnis, nach dem Frust an der Fähre. Genau so war es auch; kaum waren wir auf der Hochebene, als wir dicht vor uns auf der Straße unseren ersten Elch beobachten konnten. Dieses Erlebnis fehlte uns noch.
Als letztes haben wir noch einen sehr schönen Abendspaziergang in Soerllness, vor unser letzten Fährüberfahrt gemacht. Wir wurden mit Trollen, Vögeln und schönen Aublicken bei Abendlicht belohnt.
Ein sehr langer, aber schöner Tag geht damit zu Ende.Read more
Letzter Tag - letzte Wanderung
July 10, 2025 in Norway ⋅ ☁️ 14 °C
Wehmutsvoll blicken wir aus unserem Fenster auf das grandiose Panorama des Fjords mit der rahmenden Bergkulisse - unser letzter Tag.
Erst einmal ausschlafen nach dem harten Tag gestern … dann eine kleine Wanderung. Wir fahren bis an das Ende unserer Bucht, dem Austernfjord, vorbei an mächtigen Wasserfällen, die die Berge hinunterstürzen. Wir parken am Ende der offiziell befahrbaren Straße und laufen entlang der Küste weiter.
Beim Aussteigen sehen wir ein riesiges Rentier, das ruhig neben einem Haus liegt und genüsslich wiederkäut. Es beobachtet uns und unser Interesse gelassen, ohne sich stören zu lassen. Wir umrunden einen großen Teil der Bucht und treffen auf einzelne verlassene Häuser, bzw.. Höfe. Die wenigen Wiesen werden gemäht, um Heu für den langen Winter zu gewinnen. An den Häusern, selbst in den entlegensten Ecken fährt ein Rasenrobotter herum. Bei so viel Wildnis muss es um die Häuser ordentlich (amerikanisch) gepflegt aussehen. Das ist für uns oft befremdlich …
An einem schönen Rastplatz machen wir ein Picknick mit Blick über den Fjord.
Unser Rentier wartet bei derRückkehr auf uns, um uns mit einem leichten Kopfnicken zu verabschieden 😁.
Auf dem Rückweg machen wir noch einen kleinen Abstecher zu einem wilden Flusslauf- dem Auslauf des größten Wasserfalls. Dort liegt auf einem Hügel im Wald eine Hütte für Wanderer. Dort treffen wir auf ein junges Pärchen, dass zu Fuß auf dem Weg zum Nordkap ist. Sie haben sich 3 Monate Auszeit genommen, um sich diesen Traum zu erfüllen…
Letzte Station ist ein ‚Sommer-Cafe‘ im Dorf. Hier gibt es Kaffee und Kuchen, sowie diverse örtliche Produkte, wie z. B. Elchsalamie. Es stellt sich heraus, dass der Betreiber ein Deutscher aus Thüringen ist, der seit 2009 hier mit seiner Frau lebt. Er arbeitet als Koch im Pflegeheim, betreibt eine Kateringfirma und das Café. Seine Frau arbeitet zusätzlich als Busreiseführerin. Daneben haben sie schon das dritte Haus erworben, das sie renovieren und dann als Ferienhaus vermieten. Sie sind mit dem relativ entspannten Leben in Norwegen sehr zufrieden. Es ist immer wieder interessant alternative Lebenskonzepte kennenzulernen…
Er erzählt, dass sie sehr offen von den Inselbewohnern aufgenommen wurden. Was sie hinter ihrem Rücken wirklich über die Deutschen denken, kann er nach eigenen Worten schwer abschätzen.
Wichtige Einkünfte bringt das Katering für Kreutzfahrschiffe. Von den eher geizigen deutschen Campern ist nicht viel zu holen. Die bringen alles selber mit. Franzosen und Italiener sind da die besseren Kunden …
Es läuft entspannter, aber arbeiten muss man hier auch, um zu überleben.
Damit schließt mein Reisebericht- der Rucksack ist gepackt und morgen am späten Vormittag geht es zum Flughafen und dann zurück nach Berlin. Irgendwie scheint das momentan noch gar nicht richtig vorstellbar für mich. Weg von diesem wunderschönen Ort? Unmöglich 😁!!!Read more








































































































































































































































































uii. zeigt doch mal euer bootshäuserl. herzliche grüße, peter [peter]
Traveler
Das sieht echt schön aus