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Lykischer Weg

von Fethiye nach Antalya entlang der türkischen Mittelmeerküste Baca lagi
  • Tag 7: ... begann so toll - und ...

    29 April, Turki ⋅ ☀️ 16 °C

    ... endet mit dem Rescue-Team. Sarıbelen - Gökçeören. Aber alles der Reihe nach. Vielleicht hätte ich heute mal einen "Ich mache heute mal nix" - Tag einlegen sollen. Nach dem Frühstück geh ich los und schon nach den ersten Metern verpasse ich den Einstieg zum "Wanderweg" und bleibe auf der Straße. Gucke auf die Karte und sehe, daß der Wanderweg die Straße wieder kreuzt. Finde ihn auch wieder. Alles gut. Es kommt ein schönes Stück Weg durch einen Pinienwald. Totale Stille. Man hört nur die Vögel zwitschern. Von einer Anhöhe ein letzter Blick zurück auf die Bucht von Kalkan. Dann kommt eine Wiese, von der drei Wege abgehen. Ich nehme den obersten, der als Weg identifizierbar ist. Merke nach ein paar Metern, daß ich falsch sein muß, gehe zurück, Weg von vorne. Ich bleibe neben dem Weg. Gut gestern mußte ich mir auch den Weg ein Stück selber durch die Pampas suchen. Ich sag mir, ich geh dann parallel zum Weg, irgendwann hab ich ihn wieder. Denkste, irgendwann hab ich nicht mal mehr ein Ortungssignal. Der Pfad sieht vielversprechend aus, die Richtung stimmt. Ich komme auch an einer Zisterne vorbei. Sieht belebt aus. Noch sieht der Pfad gut aus, ... , bis nix mehr geht! Nach zweieinhalb Stunden Suche, d.h. umherirren durch Dornengestrüpp, sitze ich auf einem Felsen unter einer Stromleitung, weiß zwar die Richtung in die ich muß, aber es geht nix mehr. Ich warte dann auf's Rescue-Team. Mit Hilfe einer Drohne findet man mich. Die waren alle sowas von lieb. Meine Tränen hab ich jetzt schon fast wieder vergessen. Gestern mußte ich mir auch schon den Weg durch verbautes Gebiet selber suchen, da ging alles gut. Wenn ich in den Urwald will, dann ziehe ich mit GPS-Tracker los. Bei einem "ausgeschilderten" Wanderweg hätte ich das nicht erwartet. Morgen wird alles besser. Die Polizei setzt mich vor meiner Wunschunterkunft ab: "Yeşil Lodgings and Apart". Es wird von einem schon etwas älteren Ehepaar betrieben. Ich bekomme einen Platz auf dem Hof zugewiesen. Gegenüber an der Moschee kann ebenfalls gezeltet werden. Also, ich hab mich dort wohl gefühlt. Sehr viel Herzlichkeit, sehr viel Engagement. Gut, sieht da alles etwas chaotisch aus, aber mich stört sowas nicht. Das Abendessen war gut. Der Observer steht. Ich kann schlafen gehen.Baca lagi

  • Tag 8: Der Weg bringt mich zum Lächeln

    30 April, Turki ⋅ ☀️ 20 °C

    Gökçeören - Ruinen von Phellos - Çukurbağ - Kaş - 29 km. Nach einem schönen Frühstück, die Türken essen richtig viel Gemüse zum Frühstück, geht es erst einmal im Tal entlang neben einem kleinen Fluss. Eine Quelle kommt auch noch mal. Es ist beruhigend. Ich bin allein. So richtig viele "Likya Yolu" - Touris scheinen noch nicht unterwegs zu sein. Dann geht es noch mal stramm 520 m nach oben. Erstaunlicherweise fallen sie mir sehr leicht. Na ja, konnte mich gestern ja auch "ausruhen", wenn auch nur zwangsweise. Oben steht man auf einer Bergwiese und hat einen Blick auf's Taurusgebirge. Dann geht es fast nur noch bergab bis zu den Ruinen von Phellos. Ich bin ja heute "hin und weg". Es gibt Wegmarkierungen! Na bitte, es geht doch! Hinter den Ruinen von Phellos folgt Çukurbağ. Sowie ich auf der Straße bin kommt der "Anhalter - Daumen" raus. Eine junge Türkin allein im Auto. Sie hält an. Ich Frage: "Kaş?" Sie nickt lächelnd. Erspart mir zehn Kilometer laufen. Und so lande ich heute im "Kaş Camping". Sie sagt, ist der schönste Campingplatz von Kaş. Ich werde hier zwei Nächte bleiben. Meer direkt vor der Nase.Baca lagi

  • Tag 9: Kaş - und sonst nix

    1 Mei, Turki ⋅ ☀️ 19 °C

    Heute ist Faultier-Tag. Gegen sieben schafft es die Sonne, über die die Stadt umgebenden Berge zu gucken. Ich geh über den Campingplatz. Der ist so gut wie leer, aber riesig. Viele Zeltstellplätze, für Caravans und Holzbungalows. Ich komme am Campingplatz-Restaurante vorbei, sehe, daß da was für's Frühstück steht, frage und ist aber leider nur für's Personal. Also ab in die City. Ich brauche nur die Straße runter, komme am Antiphellos Antik Kenti, ein altes antikes Amphitheater, vorbei und durch Old Town. Antiphellos, so hieß die antike Stadt auf deren Resten Kaş aufgebaut wurde.
    Bis ich ein Locanta gefunden habe, dessen Frühstücksangebot mir zusagt dauert es fast eine Stunde. Dann lasse ich mir aber auch Zeit. Gehe dann noch mal hoch hinaus zu den "Lycia Rock Tombs". Entsprechend ist dann der Blick über Kaş. Ich treffe auf drei junge Russen und habe jemanden, der ein Photo von mir macht. Dann durch die Gassen von "Old Town". Gefällt mir hier richtig. Entdecke dann noch ein Restaurante, dessen Frühstücksangebot mir zugesagt hätte. Komme auch an einem Restaurante vorbei, wo das Essen - eine Katze - gleich ohne Bestellung auf dem Tisch liegt. Jetzt bin ich aber erst mal satt.
    Ist 12:30 Uhr und ich bin erst mal wieder auf dem Campingplatz. Muß wohl aber noch mal Old Town einen Besuch abstatten.
    Mit der jungen Türkin, die mich gestern bis vor die Haustür gefahren hat, hatte ich so richtig Glück. Sie erzählte mir, daß sie aus Ankara ist, 14 Jahre in New York gelebt hat. Hat dort ihren Mann, einen Franzosen, kennengelernt und ist mit ihm vor zehn Jahren selbst mit Backpack auf diesem Campingplatz aufgeschlagen. Jetzt haben sie in Kaş ein französisches Restaurant.
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  • Tag 10: Kaş - Limanağzı-Bucht - 4 km

    2 Mei, Turki ⋅ ☁️ 18 °C

    Kurz nach sechs stehe ich auf. Es ist einfach herrlich, das Meer so dicht vor der Nase zu haben. Zusammenpacken, bis alles ist wo es hin soll ist etwas über eine Stunde weg. Ich geh zur Rezeption, will die zwei Nächte bezahlen. Kommt mir etwas komisch vor. Man präsentiert mir eine Abrechnung in US $. Auf der Abrechnung steht: "I have been offered a choice of currencies and agreed to pay in USD." Da kommen bestimmt dann noch extra Gebühren drauf. Beim nächsten Mal besteh ich auf Abrechnung in TL. Ich werde es sehen.
    Dann geht es 7:40 Uhr endlich weiter. Erstmal nur Straße bis Büyükçakıl-Strand. Dann wird der Weg interessanter. Wieder mit ein bisschen Suche, aber nicht lange. Da half mir auch der schöne Wegweiser am Anfang nicht. Ab dann ist der Weg jedoch gut gekennzeichnet. Es ist ein schöner Wanderpfad bis zur Lilmanağzı-Bucht. Gegen Ende gibt es noch ein paar schöne Kletterpartien. Zur Hilfe auch ein Seil. Bin um 10:00 Uhr in Limanağzı und mache kurz Pause. Das waren dann die ersten vier Kilometer für heute - weiter geht's.
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  • Tag 10: Limanağzı - Üzüm İskelesi

    2 Mei, Turki ⋅ ☁️ 18 °C

    Limanağzı-Bucht - Çoban-Strand - Ufakdere - Bucht Üzüm İskelesi - 9 km.
    In der Limanağzı-Bucht gibt es ein kleines Restaurante. Am Tisch neben mir sitzt eine junge Türkin aus Istanbul. Auch sie ist allein unterwegs. Nach 40 Minuten Pause geht es weiter und der Weg bleibt so rauh und schön. Es folgen immer wieder Abschnitte mit Kletterpartien, aber auch mal einfach ebener Weg. Vorbei an einer alten Zisterne. Immer schön nach oben, um dann, nach ca. 7 km von Kaş, mit erneuten Klettereinlagen und über Brandungsfelsen den Çoban-Strand zu erreichen. Dann weiter nach Ufakdere. Ich halte mich in Ufakdere nicht lange auf. Mir versperrt noch einmal ein großes Tor den Weg. Dann entdecke ich links oben die Steinchen und weiter geht's. Über einen weiteren Gebirgskamm immer schön nach oben und wieder hinunter zur Bucht Üsüm İskelesi.
    Hier hat ein rühriger Türke so etwas wie einen Campingplatz geschaffen. Für 700 TL sind Abendbrot und Frühstück bereits inbegriffen.
    Die junge Türkin kommt kurz nach mir an. Eigentlich wollten wir heute beide Boğazcık erreichen. Das Rauf und Runter und Geklettere hat einfach zu viel geschlaucht heute. Die sieben Kilometer schaffe ich nicht mehr. Ein junges Paar aus Lübeck mit ihrer 9-Monate alten Tochter bleiben auch hier. Und heute bin ich im Verhältnis zu den letzten Tagen unterwegs mal richtig vielen Menschen begegnet
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  • Tag 10: Üsüm İskelesi - Der Abend

    2 Mei, Turki ⋅ ☁️ 16 °C

    Da hatte der Türke die richtige Nase sich hier am Strand zu positionieren. Das Abendessen macht sich jeder selbst. Insgesamt eine tolle Truppe auf den Abend. Der Chef hat einfach eine große Kiste mit Geschirr und einen Korb mit Gemüse und Eiern hingestellt.
    Ich kann doch überhaupt nicht kochen! Schnippel aber einfach von allem was zusammen, was so in die Pfanne kann. Zwiebeln, Paprika, Aubergine, Tomate. Noch einen Gurken-Tomaten-Salat dazu und dann stell ich mich auch an's Feuer. Die Feuerstelle sieht aus wie 'ne ausrangierte Waschtrommel. Nach endlicher Zeit ist mein Essen auch gar, noch zwei Eier drüber, ... Ist essbar geworden :)
    Wir sitzen dann noch bei türkischem Tee am Feuer 🔥.
    Das war dann heute mal eine der schönsten, wenn nicht sogar die schönste Etappe seit meinem Beginn des Likya Yolu ❤️.
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  • Tag 11: Ruinen von Apollonia

    3 Mei, Turki ⋅ ⛅ 14 °C

    Für diese Aussicht über Boğazcık bin ich ca. 2 km hinter dem Ort noch einmal 350 m nach oben gekraxelt. Also der Ausblick ist ja noch mal hinreißend. Für die Ruinen hab ich mir leider nicht die Zeit genommen, die sie verdient hätten. Wegen des Wetters, das mir im Nacken saß. Ich habe auch nicht wirklich viele Informationen dazu gefunden. Sie thronen halt über Boğazcık. Und dem Schlimmsten bin ich heute grad noch so entgangen.Baca lagi

  • Tag 11: Üzüm İskelesi - Kaleüçağız

    3 Mei, Turki ⋅ ⛅ 13 °C

    Bucht Üzüm İskelesi - Boğazcık - Ruinen von Aperlai - Kaleücağız. Kurz nach sechs krabbel ich aus dem Zelt. Bin der erste. Kümmer mich dann mal um den Abwasch des Geschirrs von gestern Abend und packe alles zusammen.
    Kurz nach halb acht geht es los. Nochmal stramme 300 m nur nach oben. Diese Strecke hätte ich gestern ab 17:00 Uhr keinesfalls mehr bewältigt. Gestern und heute ging es größtenteils nur mit 2 km/h vorwärts. Mehr geht hier nicht. Ich muß wohl langsam mein 1969-er Baujahr akzeptieren. Die jungen Hüpfer wieseln nur so an mir vorbei.
    Also alles richtig gemacht gestern 🙃.
    Ich komme an Wildcampern vorbei. Die hatten die Zeit für die Strecke bis Boğazcık wohl auch falsch eingeschätzt.
    Irgendwann höre ich zwei Männer und eine Ziegenherde. Die wird mir genau entgegengetrieben. Die ersten verschrecke ich schon wieder. Schaffe es aber doch noch, der Herde aus dem Weg zu gehen.
    Zwischendurch fällt immer mal ein bisschen Regen vom Himmel. Nicht viel, reicht aber, die rote Erde feucht genug zu machen, daß meine Hosen entsprechend aussehen.
    Gegen Mittag schaffe ich es, auf diesen Wegen dann auch noch so blöde aufzutreten, daß ich mir meinen linken Fuß verknackse. Es schmerzt etwas. Ich kann aber laufen.
    Dann kommt endlich der Blick auf Boğazcık und dessen Moschee.
    Hinter Boğazcık geht es optional noch einmal 350 m nach oben zu den Ruinen von Apollonia. Ich tu mir das an. Und dann nur noch abwärts, bis zu den Ruinen von Aperlai.
    Dann folgt eine sehr ausgedehnte Ebene mit vielen Weideflächen. Hier kann und muß ich jetzt die Beine ganz schön in die Hand nehmen, denn ein Blick zurück Richtung Meer sagt mir, daß mich eine ordentliche Regenfront verfolgt, ... Und, ...
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  • Tag 11: Das Mistwetter

    4 Mei, Turki ⋅ ⛅ 11 °C

    , ... Und der Regen holt mich ein! Ich sehe jedoch schon meine Rettung. Ca. 50 m vor mir liegt das Yörük Ramazans Boat House Restaurant. Es wird von einem älteren Ehepaar geführt. Kostenlose Zeltstellplätze. Aber nein, heute kein Camping.
    Ich sitze hier jedenfalls erst mal im Trockenen. Dann fällt mein Blick auf das kleine Motorboot am Steg. Ich schau in den Wanderführer, ja, Bootstransport nach Kaleüçağız. Ich frage und man möchte 2000 TL, also 40,00 Euro, dafür. Ich nehme das. Die Alternative wäre dann nass werden und frieren.
    Inzwischen kommt auch noch ein kleiner Trupp an. Wir waren gestern zusammen im selben Camp.
    Als es mal eine kurze Regenpause gibt starten wir. Meine Blicke auf das linke Ufer, an dem der Wanderweg verläuft, sagen mir, daß das gerade die richtige Entscheidung war. Es geht noch einmal ganz schön auf und ab.
    Bei den Ruinen von Aperlai traf ich auf ein junges türkisches Pärchen und er meinte irgendwas von vier Stunden für die acht km. Jetzt glaube ich ihm die vier Stunden.
    Kurz vor dem Hafen von Kaleüçağız haben wir den Regen eingeholt und ich werde doch noch etwas nass.
    Und dann sitze ich bei Hassan, das ist der nette junge Mann vom Selfie. Er betreibt ein Restaurant direkt am Hafen. Man gibt mir erstmal Überzieher für meine dreckigen Wanderschuhe. Ich blicke an mir runter: Nass, dreckig und einen Dreiangel hab ich auch plötzlich in meiner Wanderhose. Was soll's, ich sitze glücklich und zufrieden im Trockenen. Hassan kann gut Deutsch. Hat er sich selber beigebracht.
    Ich bestelle ein Abendessen und er hat auch ein Zimmer für mich. Für 3500 TL inklusive Frühstück habe ich es heute Abend warm und trocken. Der heutige Tag liegt zwar überhaupt nicht in meiner Preiskategorie, aber die Alternative hätte mir noch weniger gefallen.
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  • Tag 12: Kaleüçağız - Andriake 14 km

    4 Mei, Turki ⋅ ⛅ 17 °C

    Kaleüçağız - Smugglers Inn - Çağıllı-Strand - Andriake.
    Ich habe gerade eine Nachricht von Şevval aus Istanbul über WhatsApp erhalten. Sie hat heute morgen aufgegeben und fliegt von Antalya zurück. Ich stell mal noch das Selfie von uns beiden rein. Wir haben uns am Tag 10 bei meinem Stop in der Limanağzı-Bucht kennengelernt. Total liebes tolles Mädel. Hätte sie durchgehalten, wenn wir zusammen geblieben wären? Aber ich bin so ein fucking-Einzelgänger, so ein fucking-Eremit.
    Aber jetzt mal zum heutigen Tag: So kurz nach acht bin ich zu Hassan's Restaurante. Erst mal Frühstück. Ich lasse mir wieder eine geschlagene Stunde Zeit dafür. Irgendwann meint er, ich sollte doch mal losgehen, sonst würde ich heute nicht mehr ankommen. Ich lächle, und denke an Vicky, die ich in Sarıbelen kennengelernt habe: GELASSENHEIT 🙃. Danke dafür! Um zehn bin dann auch ich wieder in der Spur.
    Raus aus Kaleüçağız folgt man erstmal der Straße, die dann zu einem Feldweg und schließlich Wanderpfad wird. Zu Beginn ist der Weg noch eben und hält sich in Küstennähe. Entsprechend schöne Aussicht hat man auf's Meer und die Felsenlandschaft davor. Unterwegs war jemand kreativ und hat Stein-Spiralen am Weg hinterlassen. Dann geht es etwas weiter in's Innere und die üblichen Kletterpartien der letzten Tage wiederholen sich. Ehrlich gesagt, so sehr die Strecke seit Kaş mir bisher auch gefallen hat, ich hoffe der heutige Tag bietet die letzten Wege dieser Art.
    Nach 5 km kommt das "Smugglers Inn", leider verlassen. Statt einer Pause mache ich hier nur ein paar Photos und geh weiter. Nach weiteren 6 km sehe ich langsam Land für heute. Ich erreiche Çaıllı-Strand mit seinen schneeweißen Steinen. Die letzten drei Kilometer noch mal Kletterpartien. Ich komme an einer Ziegenherde vorbei. Das sind ja wahre Kletterkünstler. Noch zwei Brücken über die Ausläufer des Demre und dann steh ich vorm Andriake-Camping, meinem heutigen Domizil.
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  • Tag 13: Noch mal ein Fauli-Tag

    5 Mei, Turki ⋅ ☀️ 17 °C

    Aber nicht, weil ich das so möchte, nein dieses Mal notgedrungen, weil jetzt normalerweise Etappen kommen würden, da muss für zwei Tage Wasser mitgenommen werden. Uli mit 16 Kilo am Mann? Und auf knapp 1800 m geht es dann auch noch rauf! Da muss ich leider realistisch sein und diese Etappen "skippen".
    Also ab, noch 5 km zu Fuß, in die City von Demre. Was zum Frühstück gesucht. Und dann zum Busbahnhof und Richtung Finike/ Karaöz oder Kumluca. Ich "skippe" dann mal fix vier Etappen.
    Ich besuche noch die Nikolaus-Kirche - für vollkommen überzogene 17,00 €. Eine alte byzantinische Kirche. Sie wurde vom 5. bis 12. Jh. genutzt und vor allem bekannt durch die Grablege des Heiligen Nikolaus von Myra.
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  • Tag 13: Demre - Çıralı

    5 Mei, Turki ⋅ ☀️ 19 °C

    Nachdem ich mich zum Busbahnhof begeben habe und die Haltestellen sehe muß ich schnell noch mal umdisponieren. Ich muß 6 Etappen "skippen". Bin jetzt also nicht in Kumluca sondern gleich bis zum Fuße des Objektes der Begierde.
    Im ersten Photo, da erhebt er sich der Tahtalı Dağı mit 2.366 m. Der Tahtalı-Pass, den ich in zwei Tagen überqueren will liegt auf 1.812 m und ist somit die höchste Erhebung auf dem gesamten Lykischen Weg. Dieses Mal jedoch mit ausreichend Wasserversorgung.
    Der kleine Ort Çıralı erschlägt einen förmlich mit Unterkünften und Campingmöglichkeiten. Entsprechend hab ich hier mit 500 TL den bisher preiswertesten Campingplatz.
    Ich begebe mich zum Strand. Das Meer werde ich dann so schnell nicht mehr wieder sehen.
    Neben mir schlägt eine Österreicherin ihr Zelt auf. Ich frage sie, ob sie die beiden Etappen vor Çıralı gemacht hat. Und ja, und ich hab nix verpasst. Die gleiche Kraxelei wie ab Kaş. Hatte ja paar Tage Spaß gemacht, aber immer wieder das Gleiche brauch ich auch nicht.
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  • Tag 14: Çıralı - Ulupınar

    6 Mei, Turki ⋅ ⛅ 20 °C

    Heute mal schon sehr früh auf den Beinen. 5:30 Uhr aufgestanden, 6:35 Uhr starte ich.
    Ich folge den Schildern "Yanartaş/Chimaira" zu den "Ewigen Flammen". Um 8:00 Uhr steh ich am Kassenhäuschen, keine Seele zu sehen. Dann kommt doch noch jemand, 100 TL und es geht weiter. Noch 1.000 m, dann sollen sie kommen. Der Weg führt ganz schön bergan über Monster-Treppen, die kann keiner steigen.
    Der "Lykische Weg" führt direkt durch das erste Flammenfeld. Aus dem Gestein austretende Gase entzünden sich hier selbst. Yanartaş = "brennender Stein".
    Dann geht es noch mal ganz schön steil nach oben, bis ich in ca. 330 m Höhe auf dem Chimaera-Pass stehe.
    Hier oben gibt es ein paar Stellen für Zelte. Ich mache kurz Pause und esse einen Apfel.
    Dann geht es weiter, wieder hinunter. Jetzt zum Glück nicht ganz so steil, wie ich auf der anderen Seite hinauf mußte. Links höre ich irgendwann das Rauschen des Ulupınar Çay, ein kleines reißendes Flüsschen, welches es gleich zu queren gilt.
    An einer angeblichen Furt. Steh auf dem Weg, gucke auf den Fluss. Das soll 'ne Furt sein? Im Sommer vielleicht, wenn alles ausgetrocknet ist. Egal, Schuhe und Strümpfe aus, Hosen hochgekrempelt und durch da.
    Als ich auf der anderen Seite stehe bin ich bis zu den Oberschenkeln nass. Es kommt grad wieder ein Trupp Russen und ich bekomme ein Photo von mir.
    Weiter geht's, bis Ulupınar. Da ich außer einem Apfel heute noch nix im Magen habe, gefühlt aber 2000 kcal verbraucht, gibt es erst mal Frühstück. Ist jetzt 12:15 Uhr und ich lasse mir wieder Zeit.
    Dann geht's weiter nach Beycik.
    (Höhenprofil (c) Conrad Stein Verlag, "Lykischer Weg", Autor Raffaele Nostitz)
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  • Tag 14: Ulupınar - Beycik

    6 Mei, Turki ⋅ ☀️ 13 °C

    Es geht 13:15 Uhr weiter. Die Stunde Pause mußte einfach sein. Am Ortsausgang gibt es auch noch mal eine Quelle und ich kann mein Wasser wieder auffüllen. Man unterquert die D400, die Küstenstraße zwischen Fethiye und Antalya. Der Weg folgt eine ganz schön lange Strecke der Straße, da ich die Kraxelei irgendwie satt habe finde ich das ganz angenehm. Es bleiben mir im Folgenden aber weitere solcher Abschnitte nicht erspart. Kletterpartien wechseln sich mit schönen Waldwegen ab. 17:30 Uhr habe ich endlich Beycik erreicht. Mein Domizil heißt heute "Beycik Panorama Restaurant & Camp". Scheint von einem einsamen Türken betrieben zu werden. Mein Zelt kann für 300 TL auf die Terrasse. Es gibt hier auch Baumhäuser. Ich stell mal ein paar Bilder rein. Ein großer lieber Hund - ein Kangal - bewacht das Ganze. Steckdosen sind außerhalb Mangelware. Muß die Powerbank noch mal ran.
    Ja, und zwei Stunden nach meiner Ankunft, da gibt's noch mal eine Überraschung. Plötzlich kommt Gerti aus Österreich die Treppe rauf und fragt nach einem Zeltstellplatz. Ich freu mich ja sowas von, ... Das Selfie vom ersten Bild, Gerti & ich.
    Gestern in Çıralı hatte sie ihr Zelt auch neben meinem. Aber sie ist wesentlich jünger und schneller als ich. Ich hab heute reine Gehzeit 10 Stunden gebraucht. Früh losgehen war auf jeden Fall gut.
    Das wird meine bisher kälteste Nacht heute. Es geht bis auf fünf Grad runter.
    Der Hund auf den letzten zwei Bildern, den hat Gerti mitgebracht, der ist ihr von Ulupınar gefolgt.
    So, hab grad vom Chef noch ne dicke Kuscheldecke bekommen für die fünf Grad kalte Nacht 🙃. Gute Nacht! Morgen wird's anstrengend!
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  • Tag 15: Beycik - Pass - Yaylakuzdere

    7 Mei, Turki ⋅ ☀️ 16 °C

    Beycik - Tahtalı-Pass - Yaylakuzdere
    Heute alles etwas später. Ich merke schon beim Aufstehen, daß mir die letzten Tage ganz schön in den Beinen sitzen.
    Egal, es muss gehen. Ich will da hoch!
    7:35 Uhr geht es los. Gerti geht vorher noch zum Chef, ein Seil holen, um den Straßenhund von der weiteren Anhänglichkeit abzuhalten.
    Er jault uns ganz schön hinterher.
    Wir starten bei 845 Höhenmeter. Nach 1 h 45 min erreiche ich den mit Café bezeichneten ersten Zwischenstop auf ca. 1.230 m.
    Das sieht hier alles etwas Hippie-mäßig cool aus. Plattformen für Zelte. Bretterbude ist Küche und Bar. Ist grad 'ne Kohorte junger Russen da und richtig Stimmung. Das ältere türkische Ehepaar scheint sich eher ein bisschen hinzuzuverdienen, denn ein Café zu betreiben.
    Nach dreißig Minuten geht es weiter. Die restlichen Höhenmeter bewältige ich ohne Pause. Kurz vor dem Pass ein letzter Blick zurück auf Beycik. Nach dem Pass kommt noch mal ein Photopoint auf 1.823 m, und dann geht's abwärts.
    Der blanke Horror ☹️ !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
    Geröllhalden und nur Geröllhalden 😥.
    Gleich die erste mache ich nach einer kurzen Zeit rückwärts auf allen Vieren wie eine Schildkröte runter. Dann kommt ein kurzes Stück fester Fahrweg, das Glück währt aber nicht lange, und die Geröllhalden werden tagfüllend. Für die verbleibenden sieben Kilometer brauche ich fünfeinhalb Stunden.
    Mir tun die Füße weh und ich habe es satt für heute !!!!!
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  • Tag 16: Der Weg spuckt mich aus, ...

    8 Mei, Turki ⋅ ☁️ 21 °C

    ... und sammelt mich wieder ein.
    Yaylakuzdere - Gedelme - Nirvana - Göynük Yaylasi - Doğa Camping.
    Der Tag startet gut mit einem tollen Sonnenaufgang. Frühstück zu dritt. Es sitzt noch ein anderer Deutscher bei uns mit am Tisch. Wir unterhalten uns über den Weg. Er geht ihn reverse und startete in Antalya.
    Um 8:45 Uhr starte ich. Bis zum nächsten Ort alles gut. Nach Gedelme breche ich innerlich endgültig mit diesem Weg. Wieder nur Schotterpiste bis hoch zum Pass. Ich will das nicht mehr! Noch ein letzter Rückblick auf Gedelme.
    Auf der anderen Seite runter geht ein Stück weit gut, es gibt Markierungen und ich sehe auch auf meinem Handy, daß mein Standort den gpx-Daten folgt.
    Irgendwann bin ich wieder im Nirvana. Sehe auf dem Handy, daß ich eine Chance habe, wieder in zivilisierte Gegend zu gelangen und schaffe es auch, über Pfade, die zu Wegen werden, eine Straße zu erreichen, die aber am entgegengesetzten Ende liegt, was ich erreichen wollte.
    Egal - Straße - AnhalterDaumen - Auto hält - und - nicht irgendein Auto. Alter klappriger ausrangierter Dolmuş. Im Frontfenster ein Schild "Doğa Camping". Wir fahren ewig über Serpentinen in's Tal. Zu Fuß hätte ich das vielleicht bis Mitternacht geschafft.
    Am Steuer sitzt der Chef des Campingplatzes, für den Gerti und ich uns verabredet hatten.
    Ich freue mich total, zeige ihr meinen Nirvana-Weg. Sie sagt, war besser für mich so. Sie hatte wieder total steile Kraxelei in's Tal. Sie hatte versucht, mir eine Nachricht zu schicken, daß ich vorsichtig sein soll. Kein Netz, keine Nachricht.
    Dann war das also einfach von einer höheren Macht so gewollt. Ich sollte den Weg verpassen. Alles gut!
    Wenn man Abendbrot bucht ist der Zeltstellplatz kostenlos. Das machen wir beide. Morgen werden sich unsere Wege für immer trennen. Auch wieder eingesammelt zu werden versöhnt mich nicht mehr mit diesem Weg, auch wenn ich hier im Rückblick eine richtig tolle Zeit hatte.
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  • Tag 17: "Mandalina Camping Beldibi"

    9 Mei, Turki ⋅ ☀️ 21 °C

    Bin im "Mandalina Camping Beldibi" gelandet in Beldibi, ca. 30 km südwestlich unter Antalya.
    Hat sich "Aus-ge-Lykischter-Weg" 🙃.
    Ich gehe zum Strand. Die im Strandabschnitt nebenan müssen wohl zahlungskräftiger sein als 500 TL pro Übernachtung. Haben 'ne Überdachung und die Steine wurden auch beräumt. Liegen jetzt als "Wegbefestigung" auf dem Weg zum Meer.
    Neben mir zeltet ein hübscher Franzose. Lagerfeuer gibt's auch.
    Ich werde hier drei Nächte bleiben.
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  • Tag 17: Göynük Yaylasi - Beldibi

    9 Mei, Turki ⋅ ☀️ 21 °C

    Doğa Camping - Göynük Canyon - Göynük - Mandalina Camping Beldibi
    Gerti war heute vor mir wach. Als ich den Kopf aus'm Zelt stecke hat sie schon gut zusammen gepackt. Aber wir frühstücken wenigstens noch zusammen. Ich lass einfach alles erstmal liegen.
    Ich versuche, mich kurz zu fassen und die Bilder sprechen zu lassen.
    Der Campingplatz nebenan hat sich mit einem Werbeschild, wie weit verbreitet in der Türkei, gut auf "Russisch" eingestellt. Zudem wirbt er mit der besonderen Idee eines "Panorama-WC" :).
    Mehrmalige Querung des Flusses Göynük. Manchmal gab es Hilfsmittel, siehe Photos.
    Insgesamt war meine letzte Etappe nochmal sehr fordernd. Es ging entspannte 400 m runter, dann kam die Fluss-Kraxelei. Danach noch mal 600 m rauf und letztendlich 900 m runter, die es noch mal in sich hatten..
    Die letzte Etappe hat aber auch noch mal Spaß gemacht. Vielleicht wegen dem Wissen, daß es meine letzte auf dem Likya Yolu ist.
    Ab Göynük leiste ich mir noch mal ein Taxi. Es ist schon 18:00 Uhr und die verbleibenden ca. acht Kilometer wollen meine Füße nicht mehr.
    Und jetzt bin ich am Meer.
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  • Tag 18: Tag 1 auf dem Campingplatz

    10 Mei, Turki ⋅ ☀️ 20 °C

    Gegen 7:30 Uhr bewege ich mich aus dem Zelt. Bei angenehmen 18 Grad Tiefsttemperatur in der Nacht. Als erstes fällt mir auf, daß meine Füße plötzlich nicht mehr so schmerzen, wie die letzten Tage. Ohne IBU bin ich ja die letzten drei Wandertage schon nicht mehr gestartet. Diese ständige ungesunde und unnatürliche Fußhaltung beim Bergauf über steile Schotterpisten wollten sie einfach nicht mehr.
    Jetzt scheinen sie froh zu sein.
    Eine Hauskatze habe ich hier auch. Sie fängt sofort an zu schnurren als ich sie streichel. Von diesen Campingplatz-Lieblingen gibt es hier mehrere.
    Und bei allem Gejammer über das Gewicht, das ich schleppen mußte, habe ich mir 230 gr extra eingepackt. Die Frau schreibt schön. Ist ein Stück Auto-Biographie.
    Sitze im Schatten, ... und gucke mal, was der Tag noch bringt.
    Habe noch mal in den Wanderführer von Raffaele Nostitz geschaut. Ab Göynük die nächsten drei Etappen keine Einkaufs- und Einkehrmöglichkeiten. Eine einzige Übernachtungsmöglichkeit auf der Strecke. Mal abgesehen von meinen widerwilligen Füßen wäre für mich also hier eh Schluss gewesen. Für drei Tage Nahrung fällt aus. Und es würde wieder ordentlich hoch und runter gehen, einmal 1477 m nach oben und wieder runter und dann 1400 m wieder hoch. Brauch ich nicht mehr.
    Hab grad noch was entdeckt. Werde morgen mit dem Bus nach Göynük fahren. Muß unbedingt nochmal in die Göynük-Canyons. Da bin ich gestern auf dem letzten Teil des Weges an einigen Schönheiten vorbeigeführt worden, bzw. hatte nur einen Blick von weiter oben. Das hol ich morgen mal nach. Und der Mountain Ali hört sich auch interessant an.
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  • Tag 19: Göynük-Canyons

    11 Mei, Turki ⋅ ⛅ 23 °C

    Hatte ja gestern beschlossen, mir die Göynük-Canyons mal anzusehen.
    Also ab zum Dolmuş. Noch ein ganzes Ende zu Fuß und fünf Euro Eintritt.
    Ein paar schöne Holzskulpturen gibt es auch am Weg und einige schöne smaragdgrüne Wasserbecken. In einigen darf auch gebadet werden. Ich gehe nur durch den unteren Teil des Canyon, über eine Hängebrücke und wieder zurück.
    Ein sympathischer Eisverkäufer verführt mich zum Eis. Das Selfie mit ihm gibt es gratis.
    Es gibt hier noch jede Menge Spektakel, wie Bootstouren, River-Rafting, Zip-Line. Alles was ich nicht brauche.
    Dann trete ich den Rückweg an. Sind etliche Kilometer zu laufen, bis wieder eine Bushaltestelle kommt. Es kommen natürlich auch laufend Dolmuş an, die wahrscheinlich die Gäste aus den umliegenden Hotels rankarren.
    War noch mal 'n schöner Tag heute.
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  • Tag 20: The End

    12 Mei, Turki ⋅ ☀️ 19 °C

    Heute muss ich mich wieder zum Flughafen bewegen. Morgen früh 6:55 Uhr geht mein Flug mit A-Jet über Istanbul nach Berlin. In der Nacht fahren leider keine Busse.

    Ich versuche mal ein Fazit:
    1. Das Geld
    Die Mega-Inflation hat auch vor der Türkei nicht halt gemacht und die Spirale dreht sich auch hier ständig weiter. Übernachtung im Zelt steht im Wanderführer - der noch nicht mal ein Jahr alt ist - für 8,00 € bis 10,00 €. Es sind jetzt 10,00 € bis 15,00 €. Das selbe gilt für Pensionen und Hotels. Sind Preise mit 45,00 € angegeben, so kann man eher mit 55,00 € bis 60,00 € rechnen. Manchmal ist Frühstück mit dabei.
    Die angegebenen Eintrittspreise haben sich auch entsprechend erhöht. Extrem billig sind Fahrten mit den öffentlichen Verkehrsmitteln (Dolmuş).
    Die Türkei ist nicht gerade preiswert zu bereisen. Mit dem Zelt hat man den großen Vorteil, sein Lager auch mal einfach irgendwo im Nirgendwo aufschlagen zu können.

    2. Der Wanderweg
    In mir sträubte sich schon recht früh alles, den "Lykischen Weg" als "Wanderweg" zu bezeichnen. Gerti hatte dann den Begriff "Gebirgswanderweg", aber auch damit kann ich mich nicht anfreunden, es steckt immer noch das Wort "Wanderweg" drin.
    Ich möchte eine Definition des Wortes "Wandern" und freu mich, daß die von mir überhaupt nicht gemochte KI mal keine Antwort hat. Sucht sich doch sonst jeden Mist aus dem Web zusammen, ob es passt und stimmt oder nicht ist der egal.
    In meinen Augen ist der Lykische Weg kein typischer Wanderweg. Was er ist kann ich aber auch nicht sagen. Wenn man Herausforderungen und ein bisschen Abenteuer-Feeling sucht, dann ist man hier mit dem Zelt ganz richtig.

    3. Die Ausrüstung
    3.1. Zelt
    Ich bin mit dem Observer Plus von CARINTHIA auf die Reise gegangen. Eigentlich wohl eher für militärische Zwecke entwickelt. Ich liebe ihn und würde dieses Biwakzelt jederzeit wieder kaufen. Packmass 35,00 cm x 12,00 cm und 1,6 kg. Nicht nur Material und Verarbeitung sind top, auf der Unterseite hat er auch noch Laschen für eine EVA-Matte. Kosten: 580,00 €.
    3.2 EVA-Matte
    Wurde mir vor meiner Reise noch an's Herz gelegt, mir so ein Teil zu besorgen (Danke Wosko ❤️). Sie schützt den Zeltboden nicht nur vor feuchtem, schlammigen Untergrund sondern die eigentliche Isomatte - die kommen ja relativ dünnhäutig daher - vor eventuell durchpieksenden scharfkantigen Steinchen. Und ohne Isomatte kann man gleich die Heimreise antreten. Kosten: 5,00 €. Gewicht 80 Gramm.
    3.3 Isomatte
    Die Isomatte ist von Hikenture. Nachdem ich bereit war für das angebliche Top-Produkt von Therm-A-Rest sagenhafte 220,00 € auszugeben und diese enttäuscht wieder Retoure schickte (Sie ließ gleich an zwei Stellen Luft, einmal schrottig eingeklebtes Ventil und dann am Ventil selbst. Patentierter WingLock-Valve-Mist. Therm-A-Rest schafft es bei Bewertungen ständig ganz nach oben, aber man kann sich erste Plätze ja auch erkaufen.) Die Hikenture-Isomatte ist 7,00 cm dick und der Liegekomfort, gerade wenn man auf der Seite liegt, bekommt von mir fünf Sterne. Ich wiege aber auch nur 60 kg. Das Ventil dieser Isomatte bekam bei frostigen Temperaturen negative Kritik. Material zieht sich bei Kälte zusammen und dann hielt die Matte die Luft nicht mehr. Der R-Wert dieser Isomatte ist mit 6,2 angegeben. Mit den mitgelieferten Pump- und Transportsäcken komme ich überhaupt nicht zurecht. Ich hol lieber 25 mal Luft und dann ist sie auch prall. Kosten: 80,00 €. Gewicht ca. 500 Gramm.
    3.4 Schlafsack
    Der Schlafsack von "Where Tomorrow" wurde als Drei-Jahreszeiten-Schlafsack beworben. Es waren als Untergrenze -5 ° angegeben. Die spreche ich ihm voll ab. Minimum +5 °. Ich bin aber 'ne Frau und daher eh Frostbeule. Kosten: 45,00 €. Gewicht ca. 700 Gramm.
    3.5 Brusttasche und Beintasche
    Diese Beiden waren mir mit die liebsten Ausrüstungsgegenstände. In der Beintasche hatten zwei 0,5 l Wasserflaschen Platz. Ich kam immer ran, was man von der Seitentasche des Backpacks nicht sagen kann. In der Brusttasche waren Handy, Brille, Reisepass und Geld.
    3.6 Backpack
    Ich habe einen Deuter Quantum 55+10. Gekauft bereits 2015. Er hat ein Tragesystem und es läuft sich gut mit ihm. Trotzdem würde ich ihn wahrscheinlich nicht noch einmal kaufen. Er kommt als "Schwergewicht" daher. Das nackte Backpack bringt 1,7 kg auf die Waage. Dazu kommt mit weiteren 0,3 kg die Regen- und Transporthülle. Kosten (2015): 149,00 €.

    4. Thema Blasen
    Bin vollkommen blasenfrei mit meinen Füßen durch diese drei Wochen gekommen. Ich bin ein Fan der "Zwei-Socken-Methode", d.h. dünne Socken und Wandersocken drüber. Andere wieder schwören auf Hirschtalg, dem ich leider gar nichts abgewinnen kann.

    Online-CheckIn ist auch erledigt. Ist etwas nervig, jeder kommt mit seiner eigenen App daher. Der freundliche Campingplatz-Chef hat mir die Sprache von Türkisch auf Englisch umgestellt.
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