• Eckhard Schultz
  • Eckhard Schultz

Peru 2021

Vom Regenwald zum Machu Pichu En savoir plus
  • Début du voyage
    20 novembre 2021
  • Safely arrived in Lima

    20 novembre 2021, Pérou ⋅ ☁️ 17 °C

    Liebe Familie, liebe Freunde,
    es ist wieder November und der Junge muss mal an die frische Luft. Coronamäßig ein Deja-vu, denn auch im letzten Jahr um diese Zeit, als ich meine Namibia-Tour gemacht habe, hat sich in Deutschland die Situation dramatisch zugespitzt - und da dachten wir noch, schlimmer geht‘s nicht… Und nun liegt Starnberg bei >500er Inzidenz…
    Nach einer 20-stündigen Anreise bin ich gestern Abend gut in Lima gelandet und in meinem Hotel in Miraflores eingecheckt. Der Besitzer ist Deutscher und hat mir gleich sein umfunktioniertes Büro gezeigt, wo er gerade 17 Flaschen Gin destilliert. Auf ein Tasting habe ich erst mal verzichtet (mir steckt noch die China-Erfahrung mit Weimin in den Knochen ) und bin noch schnell auf ein Bier und ein Pulpo piri piri (scharfes Hühnchengericht, yammie) in eine Kneipe um die Ecke, um dann totmüde ins Bett zu fallen.
    Heute und morgen habe ich dann Zeit, Lima und den schönen Stadtteil Miraflores zu erkunden, bevor es am 23.11. mit dem Flieger um fünf Uhr morgens 😳😣 ca. 1.000 km nordöstlich nach Iquitos in den Amazonas-Regenwald geht. Iquitos ist mit circa 500.000 Einwohnern die größte Stadt der Welt, die keinen Landzugang hat. Bekannt ist sie auch durch den genialen Werner Herzog Film Fitzcarraldo mit Klaus Kinski und Claudia Cardinale. Hier ein Link vom legendären Kinski-Ausraster:

    https://youtu.be/-n2kcLAYQBs

    Von Iquitos aus geht es dann mit einem Schnellboot circa 140 km flussaufwärts zur Muyana Lodge (siehe Foto), wo ich fünf Tage in zahlreichen Exkursionen Gelegenheit haben werde, ein Deep Dive in den Regenwald zu machen. Da es dort nur 2 Stunden am Tag über einen Generator Strom gibt und kein WLAN, werden die Reiseberichte in dieser Zeit etwas verzögert kommen. Back to the roots 🕷…

    Zurück in Lima (ca. 10 Mio. Einwohner) geht es dann ab dem 1.12. auf eine dreiwöchige, ca. 3.200 Kilometer lange Motorrad-Tour, die von Bruno, einem Schweizer, geführt wird. Mit dabei sind außerdem ein Österreicher, ein weiterer Schweizer und ein Local, der das Begleitfahrzeug fährt.
    Auf uns wartet ein tolles Programm, wo neben dem Fahrspaß und tollen Ausblicken auch genug Gelegenheit sein wird, Land und Leute besser kennenzulernen. Als ersten Überblick hier einige Highlights:
    die Oase Huacachina in der peruanischen Wüste, die mystischen Nasca-Linien vom Flugzeug aus, eine bezaubernde Bucht bei Chala (Puerto-Inka-Resort) samt Pinguinen und Seelöwen, eine Abenteuerfahrt durch den Canyon de Colca (das Zuhause der Kondore), aber auch den einzigartigen Titicaca-See, das geschichtsträchtige Cusco, die Inka- Ruine Machu Picchu auf 2.360m Höhe und viele atemberaubende Strecken durch die Anden, wo die Luft dünn sein kann.
    Abseits der typisch touristischen Wege begeben wir uns auf unseren Yamaha-Bikes (Tenere 700) anschließend ins ursprüngliche Peru, rein ins Andenhochland. Nachdem wir Abancay, Andahuaylas und Ayacucho hinter uns gelassen haben, erreichen wir wieder die Pazifikküste. Ein Ausflug in den Nationalpark von Paracas und ein Besuch der Ballestas-Inseln („Klein- Galapagos“) darf da natürlich nicht fehlen.

    Schön, dass Ihr dabei seid, und ich meine Reiseerlebnisse mit Euch teilen kann. Ein ganz großes Dankeschön an Stephanie und die Kids, die mich solange alleine in die Ferne lassen und mitmachen, dass ich erst am 23.12. abends pünktlich unter den geschmückten Weihnachtsbaum zurückkehre 🙏😬. Und für heute abschließend das Versprechen: ich werde kein Quad ausleihen 😂.
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  • Discovering Miraflores & centre of Lima

    21 novembre 2021, Pérou ⋅ ☁️ 20 °C

    Gestern habe den Stadtteil, wo ich im Hotel untergebracht bin – Miraflores– ein wenig erkundet. Kein Highlight, ein wenig morbid alles, wobei die Häuser hier noch deutlich jünger sind, als zB in Havanna. Teilweise recht gesichtslose Hochhauslandschaften, zwischen denen man auch mal schöne Häuser sieht. Lage ist toll, direkt am Pazifik gelegen, wo ich auch den so genannten Parque del Amor angeschaut habe, der hier als Treffpunkt für ein erstes Date hochbegehrt ist (Statur mit einem sich küssenden Paar). Dort wurde ich auch von einem 68 jährigem Indio angequatscht, der mir peruanische Devotionalien und Cocapulver andrehen wollte, was ich natürlich dankbar abgelehnt habe. War aber ein sehr interessanter Plausch.
    Der Peruaner ist eher von kleiner, gedrungener Statur, gefühlt habe ich noch keine Frau/Jugendliche mit Normalfigur gesehen. Das hindert aber nicht, sich - wie auch immer - in knallenge Klamotten zu pressen 😳.
    Hier gibt es auch viele Künstlermärkte, wo peruanische Devotionalien verkauft werden. Der Weg dadurch hat mich aber an die Duftterroristinnen in Kaufhäusern erinnert. Man wird an jedem Stand angesprochen, was ich aber mit dem fehlenden Angebot für meine Körpergröße mittlerweile formvollendet abmoderieren kann.
    Ansonsten ein ruhiger Tag, an dem ich erst mal den Jetlag ein wenig verdaut habe. Heute stand dann die Altstadt von Lima auf dem Programm, viel alte Bausubstanz mit einem Hach des verfallenden Havannas.
    Neben der beeindruckenden Plaza Major standen die Kathedrale von Lima und das Franziskanerkloster im Fokus, die vom Glanz vergangener Epochen zeugen.
    In der Kathedrale gibt es gefühlt neben dem Hauptaktar 30 Nebenaltäre, die sich in ihrer Pracht nichts geben, 100erte Kruzifixe, Marias & Josefs etc. Als Highlight die Gebeine vom Heiligen Francisco Pizarro. Um noch einen drauf zu setzen, habe ich mir noch das Franziskanerkloster mit seinen Katakomben gegeben. Von bescheidenem Leben keine Spur, Highlights sicher die Bibliothek mit seinen über 20.000 Büchern und die Katakomben, wo über 25.000 Menschen beerdigt sind - damals gab es noch keine oberirdischen Friedhöfe. Heute leben noch 40 Mönche dort, in Hochzeiten waren es über 300. Der Fachkräftemangel schlägt auch hier erbarmungslos zu.
    Damit reicht es für meinen Trip mit Kirche, aber das ist in Südamerika halt ein großes Ding, was man mal gesehen haben muss.
    Als Tourist läßt es sich hier prima klarkommen: Mittagessen mit zwei Gängen und einer Liter (!)flache Bier (hatte ein grande cerveza bestellt 😳) kostet 6€, die 30 minütige Uber-Fahrt vom Zentrum nach Miraflores 10 Soles - 2,50€ 😊.
    Heute werde ich früh schlafen gehen, das Taxi holt mich morgen früh um 2:30 Uhr zum Flughafen ab, dann geht es 1.000 Kilometer nordöstlich nach Iquitos in den Dschungel, worauf ich mich schon riesig freue.
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  • In Iquitos angekommen

    23 novembre 2021, Pérou ⋅ ☁️ 22 °C

    Am 23.11. bin ich um 7:10 Uhr (!) gut in Iquitos gelandet. Eine komplett andere Welt: nur über den Luft- und Wasserweg zu erreichen hatte die Stadt mit mittlerweile 1 Mio. Einwohnern ihre Blütezeit in der Epoche der Kautschukbarone, heute lebt sie im Wesentlichen von der Ölförderung, wobei die Kapazitäten noch rd. 10 Jahre halten. Mal sehen, was danach kommt…
    Busse fahren hier mit Holzkarosserie ohne Fenster (lokal gefertigt), Coronaimpfungen erfolgen to go auf der Straße. Das vorherrschende Verkehrsmittel sind Dreiradmopeds, allerorten sieht man die verwelkte Pracht der Kautschukära…der Regenwald fängt direkt neben der Straße an, schon beeindruckend 😳.
    Der Fahrer, der mich vom Flughafen hierher gebracht hat, berichtete, dass Iquitos die am schwersten von Corona betroffene Stadt Perus war. Über 100.000, also jeder 10. ist im Zuge der Corona-Pandemie gestorben und die Leichen wurden in riesigen Gruben im Regenwald in Plastiksäcken beigesetzt. Damit wissen die Menschen nicht, wo ihre Angehörigen begraben sind - unvorstellbar. Kein Wunder, kaum Krankenhauskapazitäten und kein Sauerstoff. Mittlerweile sind hier 80 % geimpft, durch die Massendurchseuchung gibt es derzeit nur noch vereinzelt Coronainfektionen.
    Die Luftfeuchtigkeit liegt hier bei 90 %, es regnet an ca. 200 Tagen im Jahr und mein erstes T-Shirt ist schon nach 10 Minuten durchgeschwitzt 😰… Die Lodge muss wohl toll sein, auf meinem kleinen Rundgang habe ich schon mit verschiedenen Leuten gesprochen, die meinten, dass das wohl eine der ökologisch besten Lodges hier in dem Gebiet ist.
    Nun geht‘s los mit dem Schnellboot 140 Kilometer stromaufwärts zur Munyuna- Lodge, die an einem Seitenarm des Amazonas gelegen ist. Über 60 % der Landesfläche Perus werden vom tropischen Regenwald bedeckt, doch nur 10 % der Bevölkerung leben in diesen über 1000 km langen Streifen im Osten Perus. Der Amazonas ist ein Fluss der Superlative. Er transportiert ein Fünftel des gesamten Süsswassers der Erde, ist innerhalb Perus zwar nur maximal 2 km, an der Mündung in Brasilien jedoch stattliche 230 km breit. Mit einer Länge von 6762 km ist er der längste Fluss der Erde und übertrifft damit mit rund 100 km den Nil in Afrika. Big !!!!
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  • Muyana Lodge - day 1

    23 novembre 2021, Pérou ⋅ 🌧 26 °C

    Offensichtlich habe ich Glück und mit Jorge einen Führer, der sich ausschließlich um mich kümmert, hier groß geworden ist und mir sehr fachkundig seine Heimat näher bringt. Die Fahrt mit dem Boot über den Amazonas und seine Seitenarme war schon für sich ein Erlebnis. Ab und zu kreuzen Fischer und Kinder in Kanus unseren Weg. Nach einem leckeren Lunch unternehmen wir mit einer Machete bewaffnet und jeder Mege Chemie eingesprüht unsere erste zweistündige Exkursion in den Regenwald, wo wir unzählige Affen, Vögel und Schmetterlinge und sogar eine Tarantula beobachten können. Nach dem Abendessen geht es in der Dunkelheit mit dem Boot hinaus auf den Fluss, wo wir den ohrenbetäubenden Sound des Regenwaldes genießen dürfen. In der Nacht ist richtig was los am Fluss: Jorge hat einen ca. 30 cm grossen Cayman mit der Mega-Taschenlampe entdeckt, mit der Hand (!) aus dem Wasser gezogen und mir dann vertrauensvoll in die Hände gedrückt 😳. Die Viecher können bis zu 180 Jahren alt und über drei Meter groß werden. Andere Fotos vom Nachtrip gibt es davon leider nicht, weil das iPhone 13 promax mit der entsprechenden Kamera vor Dezember leider nicht mehr lieferbar war 😞. Dazu noch unzählige Vögel, die knapp über der Wasseroberfläche fliegen und in absoluter Dunkelheit Piranhas aus dem Wasser fischen, eine Boa, die sich an einem Baum herunterschlängelt und floureszierenden Insekten, die den Fluss zur Disko machen. Den Sound habe ich auch in meinem Zimmer, das keine Fenster hat, sondern nur mit Moskitonetzen von der Außenwelt getrennt ist. Wow ! So kann man im frischen Luftzug der Deckenventilatoren herrlich schlafen und von wilden Tieren träumen 😴 . Der Generator wird um 9:30 Uhr abgestellt, Wifi/WLAN gibt es gar nicht - da merkt man mal, was für uns schon so alltäglich geworden ist. Morgen um 6:30 Uhr geht‘s weiter 🕷 🐊.En savoir plus

  • Muyana Lodge - day 2

    24 novembre 2021, Pérou ⋅ ☁️ 24 °C

    Heute Vormittag erkunden wir mit dem Boot den Amazonas. Mein absolutes Highlight waren die pinkfarbenen Delfine, mit denen wir im Amazonas circa 1 Stunde geschwommen sind. Die Pink Dolphins werden bis zu zwei Meter lang und fressen 24 Stunden am Tag ca. 30 Kilo Fisch. Schlafen müssen sie nicht, da die beiden Gehirnhälften abwechselnd wach sind 😳.

    Der Amazonas ist eine ziemlich braune Brühe, und so war ich erst ein bisschen skeptisch, da reinzusteigen. So habe ich Jorge erst mal Versuchskaninchen spielen lassen, bevor ich mich getraut habe. Das war echt erfrischend und hat ein Riesenspaß gemacht. Menschenseelenallein im Amazonas zu planschen, hat schon was 🏊‍♀️ 👍😊. Auf der Rückfahrt hat es dann Bindfäden geregnet - echtes Amazonas-Feeling - und so konnte meine Arctrixjacke, die ich mit Matzi vor zwei Jahren in Vancouver gekauft hatte, mal so richtig zeigen, kann was sie kann - TOP, worth every cent 💲. Auf der Bootsfahrt gibt es viel Gelegenheit, sich ausgiebig mit Jorge über Gott und die Welt, die (schwierige) politische und wirtschaftliche Situation in Peru, die Situation im Amazonasgebiet und die schlimme Corona Situation (hier Impfpflicht) auszutauschen und so langsam ein besseres Verständnis vom Land zu gewinnen. Gemessen an dem, leben wir in Deutschland im Schlaraffenland und die ganzen Nörgeleien von vielen Leuten relativieren sich doch recht stark, wenn man mal über den Tellerrand schaut.
    Am Nachmittag sind wir dann auf Piranhajagd und haben unser Soll für das Abendessen erfolgreich geliefert. Für meinen ersten gefangenen Fisch musste ich dann auch erst 56 Jahre alt werden….Gut, dass die Viecher heute nicht beim Baden zugebissen haben 😬😱. Abgerundet wird der Tag nach dem Dinner von einem einstündigem Nightwalk durch den Regenwald.
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  • Muyuna Lodge - day 3

    25 novembre 2021, Pérou ⋅ ☁️ 23 °C

    Heute hat der Tag beim Frühstück mit einem Schreckmoment begonnen. Ich habe mich mit einem sehr netten Mexikaner unterhalten, daneben saß eine recht füllige junge Frau. Die stand plötzlich auf, zog ihre Hose runter und zum Anschein kam ihr String Tanga mit einem gigantischen Hinterteil - so in etwas die Größe des halben Mount Everest 😳😳😳. Sie erklärte dem Mexikaner im Detail, wo sie von Mosquitos heute Nacht gestochen wurde. Ich möchte nicht ins Detail gehen, aber das Frühstück war in dem Moment für mich beendet.
    Am Vormittag haben wir dann einen tollen 4-stündigen Hike durch den Regenwald gemacht - mit Abenteuerkomponente: durch den Morast mussten wir uns „Brücken“ bauen, d.h. Machete raus und kleinere Stämme abholzen, auf denen man dann durch das Wasser balancieren muß. Nicht daneben treten, dann kann man schon mal zwei Meter im Morast versinken. Nicht gut, Dr. Jones, zumal sich da auch Aale tummeln, die bei Kontakt bis zu 400 Volt absondern ☠️. Finally we made it und kamen am Stück mit klitschnassen Schuhen und Hosen wieder zurück ins Camp. Das war fast so schön, wie der SWCP @Stephanie 😘😘😘. Ganz nach Papas Geschmack 😊. Auf der Hinfahrt haben wir noch eine seltene 5 Meter lange Anaconda-Schlange entdeckt, die friedlich im Schilf vor sich hin verdaute.
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  • Muyuna Lodge - day 3 Sunset

    25 novembre 2021, Pérou ⋅ 🌧 26 °C

    Am Nachmittag fahren wir noch 1 1/2 Stunden einen Seitenarm des Amazonas hoch und werden um 17:30 Uhr mit einem spektakulärem Sonnenuntergang belohnt - Amazon on 🔥 fire. Mit dem Boot legen wir uns ins Schilf und genießen in aller Stille diesen Moment - herrrrlisch !
    Nach dem Abendessen habe ich Jorge noch in eine Nachtkanufahrt reingequatscht. Hauptsache die Caymen machen keinen Schnapper 🐊 😬. Ein bisschen Nervenkitzel muss ja sein, sind ja schließlich im Dschungel….und am Ende ist auch alles gut gegangen 👍. Das Wetter hat mitgespielt, kein Regen und sogar sternenklare Nacht . Begleitet wird das nächtliche Dahingleiten auf dem Fluss vom spektakulären Sound der Tiere. Wahnsinn, was hier los ist …..
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  • Muyuna - day 4: Camping (1/2)

    26 novembre 2021, Pérou ⋅ ⛅ 30 °C

    Am Nachmittag des heutigen Tages werden ich mit meinen beiden Guides campen gehen, ein eigenes Lager aufbauen und direkt im Regenwald im Zelt übernachten- Achtung: Mosquitos. Davor haben wir vormittags noch eine kleine Tour über den Amazonas gemacht und sind auf dem Rückweg in einem typischen Amazonasdorf eingekehrt. Hier gibt es einen Kindergarten und eine Grundschule. Die Mädchen heiraten circa mit 15, die Jungen mit 18 Jahren. Die Jungs müssen mit dem Vater der Braut drei Monate vor der Hochzeit jeden Tag verbringen, um zu beweisen, dass sie zum Beispiel ein Haus bauen können, fähig für die Jagd sind etc., also in der Lage sind, eine Familie zu ernähren. Erst wenn der Vater sie für gut befindet, gibt er seinen Segen für die Hochzeit. Scheidungen sind hier übrigens kulturell nicht so vorgesehen, was bedeutet, dass Mädchen mit 15 schon eine sehr gute Entscheidung fürs Leben treffen müssen. Frauen werden hier im Durchschnitt 60-65 Jahre alt, Männer zwischen 50 und 60 💀. Ansonsten ist das Leben hier recht karg. Die „Bar“, in der wir ein Bier getrunken haben, dient gleichzeitig als Treffpunkt und Mittelpunkt des Ortes. Mit Satellitenempfang werden hier sogar Fußballspiele übertragen. Der Strom kommt aus der Batterie. Simple life 👍.En savoir plus

  • Muyuna Lodge day 4 Camping (2/2)

    26 novembre 2021, Pérou ⋅ ☁️ 30 °C

    Um 15 Uhr brechen wir mit Jorge und Cesar, der aus dem Nachbarort stammt, zum Camping auf und machen noch einen kleinen Abstecher ins Cesars Dorf, wo wir uns spezielle Anti-Moskitospiralen besorgen. Es geht ziemlich tief rein in den Regenwald und als wir einen schönen Platz gefunden haben, bauen wir die Zelte regenfest auf. Die Anti-Moskitospiralen werden um die Zelte positioniert und wie durch ein Wunder hat man für circa 8 Stunden Ruhe vor diesen Plagegeistern. Auf dem Lagerfeuer wird im Handumdrehen ein köstliches Essen gezaubert, bevor es danach in der Dunkelheit noch einmal mit dem Boot raus auf den Amazonas geht. Hier habe ich mit meinen bloßen Händen einen Cayman gefangen (call me Rambo) und auch mit einem Speer mich in Fischen versucht, was allerdings weniger gut geklappt hat. Sehr zur Belustigung meiner beiden Guides, die feststellten, dass ich für den Rain Forrest noch nicht heiratsfähig wäre. Völlig nassgeschwitzt geht es dann um 22 Uhr auf die Matratze - ein Königreich für eine kalte Dusche. Dank der Moskitospiralen und jeder Menge Moskitospray verbringe ich eine gute Nacht.En savoir plus

  • Muyuna Lodge day 5 - leaving Muyana

    27 novembre 2021, Pérou ⋅ ⛅ 25 °C

    Am nächsten Morgen stehen wir um 6 Uhr auf, da frühmorgens die Affen am besten zu sehen sind. Einen Wecker braucht man dafür nicht, weil spätestens beim Sonnenaufgang ab 5:30 Uhr die Tiere des Regenwaldes und insbesondere die Affen ein ohrenbetäubendes Konzert abliefern. Auf unserem 2 1/2 stündigen Hike vorm Frühstück haben insbesondere Jorge und César einen heftigen Workout gehabt, weil sie mit den Buschmessern den Weg abseits der Trails freimachen mussten. Und ich habe meinem Doc noch gesagt, dass es nicht richtig tief rein geht in den Regenwald 😣. Alles in allem ein tolles Outdoorerlebnis mit zwei echten Amazon guys. Und Glück mit dem Wetter hatten wir auch, es hat nicht geregnet 😳👍. Zurück geht es am Nachmittag nach Iquitos, wo ich in der Casa Morey, die vormals einem Kaitschukbaron gehörte, übernachten. Morbid feudal: mein Zimmer hat 65 m² und 5 m hohe Decken. Morgen Vormittag werde ich mit dann von Jorge noch ein bisschen die Stadt zeigen lassen, um dann am Nachmittag nach Lima zurückzufliegen.En savoir plus

  • Back to Lima (1/2)

    28 novembre 2021, Pérou ⋅ ☁️ 28 °C

    Um 8 Uhr holt mich mein Amazonas Guide Jorge mit seinem 11-jährigen Sohn mit dem Dreiradmoppet vom Hotel zur Tour nach Belen ab. Um 5:30 Uhr stand ich senkrecht im Bett, weil die ganze Casa Morey bebte. Die Leue liefen aufgeregt in die Lobby, aber ich dachte mir, wenn das Gebäude schon seit dem 19. Jahrhundert steht, wird es ja nicht ausgerechnet heute einstürzen. Damit. hatte ich auch recht und nach 10 Minuten war der Schreck vorbei. War ein Erdbeben der Stärke 7,5, das Zentrum war aber sehr weit entfernt. Kommt hier öfter vor…

    Belen ist ein recht armes Viertel der Stadt, wo man ohne Guide als Turi nicht hinsollte, die Hände fest am Geldbeutel haben sollte und so war ich heute auch die einzige Langnase auf diesem umtriebigen Markt. Bereits um 8 Uhr herrscht hier das pralle Leben, die Marktleute kochen parallel und so kann man hier direkt neben dem Marktstand an Plastiktischen für ca. 7 Soles (1,60€) köstlich essen - morgens wohlgemerkt ! Die Männer gönnen sich zum Frühstück schon mal gerne ein Cerveza, ist ja Sonntag. Der ganze Stadtteil ist aufgeständert, so das in der Rain Season (beginnt im Dezember) der 1. Stock schlicht geräumt und ins OG umgezogen wird. Für kleines Geld mieten wir uns ein Boot und erhalten so tolle Einblicke vom Wasser aus. Neben Schweineköpfen, gegrillten Würmern, Caymans und Schildkröten erhält man auf dem Belen Markt alles, was das Herz begehrt und der Amazon bereitstellt. Natural medicine ist hier natürlich ein großes Ding und so gibt es keine Krankheit, gegen die es keine natürlich gewonnene Medizin gibt.
    Ich bin ja kein Früchtefan, aber hier komme selbst ich tatsächlich auf die Mango, Avocado & Co. und köstliche Früchteshakes - das schmeckt einfach anders als in Deutschland. Der Tag vergeht wie im Flug und um 17 Uhr geht‘s zurück nach Lima. Eine tolle und erlebnisreiche Woche im Amazon ! Glad I made it 😊, auch wenn‘s in der Dauer-Türkischen Sauna manchmal anstrengend war 😰….
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  • Das etwas andere Museum in Lima (2/2)

    29 novembre 2021, Pérou ⋅ ☁️ 21 °C

    Heute Abend treffe ich mich dann mit einem Freund von Stefan Müller. Er hat einen anderen amigo von sich mit eingeladen, der auch Motorradfahrer und Amazonas-Fan ist. Wird bestimmt ein lustiger, feucht fröhlicher Abend.En savoir plus

  • Das etwas andere Museum in Lima (1/2)

    29 novembre 2021, Pérou ⋅ ☁️ 21 °C

    Heute bin ich auf ein ganz besonderes Juwel gestoßen, das etwas außerhalb des Zentrums liegt: das Museo de automovil.
    Hinter der Entstehung des Museums steckt eine schöne Geschichte. Sie beginnt im Jahre 1962 als ein junger Mann, Jorge Nicolini, in Lima einen Lincoln aus dem Jahre 1925 sah. Er war so fasziniert von dem Design, dass er das Auto kaufen wollte. Es wurde als Taxi genutzt, deshalb hatte er keine Schwierigkeiten, es wiederzufinden.
    Allerdings besaß er nicht das Geld, um sich ein Auto zu leisten, seine Mutter gab es ihm. Sein zweites Auto war ein Ford T, und auch da hatte er wieder Glück: Das neueröffnete Fordwerk schrieb einen Wettbewerb aus, wer den ältesten und besterhaltenen Ford finden würde, gewann einen Ford Taunus. Nicolini war der Gewinner, er verkaufte den Taunus und konnte sich mit dem Erlös zehn weitere Oldtimer leisten. In den folgenden Jahren reiste er durch ganz Peru, um alte Autos zu finden und herzurichten. 2002 war die Sammlung so weit angewachsen, dass Nicolini beschloss, ein Museum zu gründen, das Museo de Automóvil mit heute mehr als 150 Oldtimern.

    Just diesen heute 78jährigen Herrn Nicolini habe ich dort getroffen und weil ich der einzige Besucher war, hat er sich die Zeit genommen, mir eine 1 1/2-stündige Privatführung zu geben und mit die Geschichten hinter den Autos zu erzählen. Das Foto von mir und dem Chefe zeigt uns vor seinem Lieblingsauto, einem Supercharger von 1935, mit dem er schon bei der Mille Miglia dabei war.
    Auch ein Schmuckstück: der Cadillac Presidential Series von 1953, der von mehreren peruanischen Präsidenten genutzt wurde und mit dem schon Charles de Gaulle, Kaiser Akahito und Richard Nixon während Staatsbesuchen in Peru chauffiert wurden. Herr Nicolini hat ihn 1984 vom Staat Peru für einen Appel und ein Ei spottbillig geschossen. Und natürlich der Ford T, der 1920 durch die neuartige Serienfertigung Automobilgeschichte geschrieben hat.

    Die Restaurationsabteilung ist der Hammer. Erst wenn die Fahrzeuge fahrbereit und in einem perfektem Zustand sind, kommen sie mach dem Placet des kritischen Maestros in die Halle. Gerade in der Mache: eine BMW Isetta, die nach 8 Monaten Restauration fertig sein wird. Kaum vorstellbar, wie die neun Techniker das schaffen, zumal die Ersatzteile hier in Peru ja nicht gaaaanz so easy zu bekommen sind.
    Ich habe dem Maestro jedenfalls aufrichtig zu seinem Lebenswerk gratuliert. Er hat als Privatperson das bedeutendste Automobilmuseum Südamerikas aufgebaut. Chapeau !
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  • Where the other half lives…

    30 novembre 2021, Pérou ⋅ ☁️ 20 °C

    Nachdem ich ja schon einige Fotos eingestellt habe, die mehr den morbiden Charme Limas gezeigt haben, habe ich gestern Abend und heute sehen dürfen, wie die „andere Hälfte“ der Gesellschaft lebt. Der Stadtteil San Isidro, wo Carlos sein Haus hat, ist ein wunderschöner, sehr lebhafter und gepflegter Stadtteil nördlich von Miradores. Der Abend war super nett, Carlos und sein Freund Michael konnten mich noch mit zahlreichen Tipps und Anekdoten versorgen. Heute hat mich dann Carlos mit seinem Schwager Pepe in den Privatclub Waikiki eingeladen. Das ist ein wunderschöner Club direkt an der Strandpromenade, wo wir ein köstliches Lunch hatten. Als Hauptspeise gab es das bekannte Gericht Cebiche (roher Fisch, eingelegt in eine Zwiebel-, Chili- und Zitronenmarinade - Yammie). Dazu standesgemäß das Nationalgetränk Getränk Pisco sour. Eine peruanische Weisheit sagt: einer ist zu wenig, drei zu viel, und so haben wir es bei zweien belassen. In dem Club gibt es wirklich alles, was man sich vorstellen kann: über Tennis- und Squash Plätze, einen Boxring, einen großen Swimmingpool und natürlich jede Menge Facilities fürs Surfen. Sogar einen Concept 2 - Ergometer habe ich entdeckt - wohl aber schon länger unbenutzt. Dort haben wir einen sehr entspannten Nachmittag verbracht und anschließend hab ich noch ein bisschen am Strand gechillt, den Surfern zugeschaut und das Beach Life genossen. Morgen kommt dann der Rest der Motorradgruppe an. Tagsüber werde ich wahrscheinlich noch einmal nach Lima reinfahren und mir das ein oder andere anschauen.En savoir plus

  • Kulturteil im District Pueblo Nuevo

    1 décembre 2021, Pérou ⋅ ☁️ 20 °C

    Heute habe ich den sehr schönen Stadtteil Pueblo Libre erkundet, in dem ich auf zwei interessante Museen gestoßen bin. Das Museo Nacional de Historia ist in der ehemaligen Residenz der Generäle Simon Bolivar und Rose de San Martin untergebracht und zeigt die Zeit von der Eroberung Perus durch die Spanier bis zu den spätkolonialen und frührepublikanischen Zeiten des Unabhängigkeitskampfes sowie den blutigen Ablösungsprozess Lateinamerikas von Spanien (1532/Invasion der Spanier unter Francisco Pizarro, das ist der mit den Gebeinen in der Kathedrale von Lima - 1821/Unabhängigkeitserklärung Perus).
    In dem privat geführten Museo Rafael Larco Herrera hat man sich auf die Präsentation Präkolumbianischer Artefakte konzentriert. Die Ausstellungsstücke zeigen die unglaublich hoch ausgeprägte peruanische Kunst von den Jahren 1250 v. Chr. (!!) bis zu der Inkakunst im 15 Jahrhundert. Als weiteres kleines Highlight habe ich dann in dem sehr schön angelegten Garten des Museums das Café del Museo entdeckt, dass von Perus Spitzenkoch Gaston Acurio betrieben wird. Das hab ich natürlich nicht liegen lassen und ein sehr schönes Lunch zu mir genommen. Herrrrrrrrlisch - could be really worse 😊 😋.

    https://de.m.wikipedia.org/wiki/Gastón_A…
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  • Bike day 1: nach Huacachina in die Wüste

    3 décembre 2021, Pérou ⋅ ⛅ 19 °C

    Heute geht es endlich los: mit den Yamaha Tenere 700 circa 300 km südlich an der Küste entlang auf der Panamericana. Das ist eine vier bis sechsspurige Straße mit recht viel Verkehr, die fahrerisch nicht besonders anspruchsvoll ist, wenn man mal von den ganzen LKW und Bussen absieht, die munter auf der Gegenspur überholen und fest davon ausgehen, dass man entsprechend ausweicht. Tagesziel ist die Oase von Huacachina, wo wir uns ein Mad-Max Spezialmobil mieten, um damit in den Wüstendünen dem Sonnenuntergang entgegen gefahren zu werden. Wie versprochen habe ich mich nicht selbst ans Steuer gesetzt 😊.

    Was für ein krasser Gegensatz: Sonntag noch im Regenwald und heute in der 🏜 Wüste. Die Truppe ist sehr nett, sie besteht aus dem Schweizer Guide Bruno der circa Anfang 60 ist und schon ewig in Peru lebt, Wolf-Dieter, ein Ende 60-jähriger ehemaliger Airbus-Manager, der mit seiner Familie in Paris lebt, Ewald aus Graz, ein 59-jähriger Physiker, der Mikrochips entwickelt und Urs, ein Ende 40-jähriger Architekt aus Luzern - eine gepflegte Altherrenrunde also, die alle schon weit gereist und Motorraderfahren sind.
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  • Bike day 2: Spuren der Nasca-Kultur

    4 décembre 2021, Pérou ⋅ ☁️ 27 °C

    Heute führt uns eine kurze, 160 km lange Etappe nach Nasca. Die Bodenzeichnungen der Nasca-Kultur geben auch heute noch Raum für zum Teil sehr phantasievolle Spekulationen. 1939 entdeckte der US-Amerikaner Paul Kossack die Figuren aus einem Flugzeug. Kossack bezeichnete die in einem 50 km langen und 20 km breiten Streifen in der Pampa Colorado gelegenen Figuren als größtes Astronomiebuch der Welt. Maria Reiche, eine aus Deutschland emigrierte Mathematikerin, hörte von diesen Scharrbildern, zog nach Nasca und studierte bis zu ihrem Tod 1988 die oft nur 20 cm breiten Furchen im Wüstensand. Den Theorien Reiches zufolge haben die Nasca-Künstler eine kleine Originalskizze vielfach vergrößert übertragen - so sind sie auch nur aus der Luft sichtbar. Dabei nutzten sie Pflöcke und Seile, mit denen sie zum Beispiel erstaunlich exakte Kreise und Spiralen in den Boden markierten. Mit diesen einfachen Hilfsmitteln zeichneten sie vor circa 1500-1800 Jahren beispielsweise eine 188 Meter lange Eidechse, deren Schwanz von der Panamericana zerschnitten wird, sowie einen Condor mit einer Flügelspannweite von staatlichen 180 Metern. Ferner erkennt man bei einem Rundflug einen Colibri, einen Hund mit aufgestellten Schwanz, zahlreiche Dreiecke und Trapezoide, einen Wal, einen Baum mit ausladen Ästen und einen 80 Meter langen Affen. Seit der Entdeckung der Geoglyphen wurden eine Vielzahl von Erklärungen über deren Sinn und Zweck publiziert. Keine Interpretation konnte bisher befriedigen und sowohl die geometrischen als auch die figürliche Darstellung, d.h. das Phänomen als Ganzes, deuten. Morgen früh werden wir uns eine Cessna mieten, um dieses Weltkulturerbe von oben bewundern zu können. Von einem Aussichtsturm an der Panamericana, der von ebenjener Maria Reiche gespendet worden ist, haben wir heute schon mal einen allerersten Eindruck von den Scharrbildern bekommen.En savoir plus

  • Bike day 3: Nasca - Halloween

    5 décembre 2021, Pérou ⋅ ☁️ 23 °C

    18 km südlich von Nasca breitet sich der Cementario de Chauchilla aus. Der gesamte Friedhof wurde von Grabräubern geplündert; mehr als 1000 Jahre alte Knochen, Schädel, ja sogar ganze Mumien, Tücher und Kleiderfetzen, sowie Scherben von Keramikgefäßen lagen hier lange einfach im Wüstensand verstreut; viele sind nun in rekonstruierte Gräber verbracht worden. Sicherlich einige gute Ideen für das nächste Halloween dabei ☠️En savoir plus

  • Bike day 4: Puerto Inka (1/2)

    6 décembre 2021, Pérou ⋅ ⛅ 21 °C

    Heute sind wir eine circa 160 km kurze letzte Etappe auf der Panamericana gefahren, bevor es in die kurvigen Berglandschaften geht. Am Wegesrand begegnen wir ausgebrannten LKW-Wracks und in den Kurven auch gerne LKW’s die es in den Graben gehauen hat. Unser Tagesziel ist die bezaubernde Bucht von Puerto Inka, wo wir in dem Hotel fast die einzigen Gäste sind. Unterwegs kaufen wir uns noch Proviant für unser Lagerfeuer, was wir heute am Strand machen werden. Da dürfen die köstlichen Oliven, die hier eine besondere Spezialität sind und von den Spaniern nach Peru gebracht worden sind, natürlich nicht fehlen. Ein echter Herrgottswinkel 🌊.En savoir plus