April 2017
  • Day78

    Joburg - Jozi - Johustleburg

    June 21, 2017 in South Africa ⋅ ☀️ 17 °C

    Viel wussten wir von Johannesburg, oder Jozi, wie es auch liebevoll von seinen Einwohnern genannt wird, nicht, ausser, dass man nicht rumlaufen sollte und auch nicht lange bleiben braucht. So waren wir gespannt, was uns erwartet und wurden von einer hippen, offenen, inspirierenden Stadt überrascht.

    Aber alles von Anfang... nach 72 Tagen, 71 Nächten (ok, minus die Sambia Nächte im Hostel 69), 11'600km, einem Steinschlag, einem kaputten Reifen, einem Loch im Beifahrersitz, viel Sand, tiefem Wasser, etc. gaben wir unseren treuen Begleiter "Britzi" zurück. Heimlich verdrückten wir ein Tränchen und waren dankbar, dass er uns heil von Kapstadt durch Namibia und Botswana gebracht hat.

    Unser Glück war, dass wir ein Zimmer im supercoolen Curiocity Hostel gebucht hatten. Die Gegend, Maboneng, die im Zentrum liegt ist eigentlich bekannt für Kriminalität. So fragten wir am ersten Abend, ob wir rumlaufen können und wo es Essen gibt und waren überrascht als es hiess: "Ja klar, folgt der Linie auf der Karte, es gibt überall Security, und versucht das Pata Pata, aber es gibt viel Restaurantauswahl." So wanderten wir durch ein Hipster Viertel mit Kunstgalerien, coolen Restaurants, Vintage Shops. Wir fanden super Essen und coole Leute. Inspirierende Individualisten, wie z.B. der Besitzer des Hostels, der es mit 21 gegründet hatte, oder der dänische Künstler, der grade erst nach Johannesburg gezogen ist., und von seinem verkauften Bild eine DC9 (ein kleines ausrangiertes Flugzeug) kaufen will.

    Die obligatorische Soweto Tour und der Besuch des Apartheid Museums durfte nicht fehlen. Der Besitzer des Hostels hat auch ein Stadtführungsunternehmen und so fanden wir uns mit King, unserem Tourguide, im Bus auf einer der lustigsten Touren bis jetzt. Wir bekamen Afrikanische Namen (Flo war Fuzi Muzi, Leader of the Pack und Anja Buhle, the Beauty). Erwartet hatten wir ein Slum, und zu sehen bekamen wir freundliche Gesichter, helfende Hände, heruntergekommene Hütten, geschichtsträchtige Orte, normale Strassen. Zu sehen, wie eine Kinderkrippe alle möglichen Kinder aufnimmt und ihnen Essen und Erziehung gibt, war rührend. Die Freundlichkeit der Menschen zu erfahren, die uns in ihre Heime schauen liessen war herzergreifend. Die Orte zu besuchen, an denen Menschen im Kampf gegen die Apartheid ums Leben kamen war ergreifend. Die Häuser von Mandela und Tutu zu sehen war beeindruckend.

    Das Apartheid Museum rundete den Tag ab, und liess uns mit Bewunderung und Unverständnis zurück. Bewunderung für die Südafrikaner, die sich gegen die Apartheid aufgelehnt hatten. Vor allem die Jugendlichen, die so hart für ihre Freiheit gekämpft haben. Und Unverständnis für Menschen, die andere aufgrund von Hautfarbe einteilen, dafür, wie Menschen so brutal sein können, für alles, was hier in Südafrika geschehen ist. Bezeichnend für das Unverständnis und die Absurdität war u.a. auch die Sinnlosigkeit der Einteilung, wie ein Zitat verdeutlichte: "generell gelten Menschen die Fussball spielen als Schwarze und jene die Rugby spielen als Farbige" (Farbige sind eine der Einteilungen zwischen Schwarz und Weiß).

    So werden wir Johannesburg als aufstrebende Stadt in Erinnerung behalten, mit inspirierenden Persönlichkeiten und viel Unternehmertum.
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  • Day74

    Kubu Island

    June 17, 2017 in Botswana ⋅ ☀️ 19 °C

    Kubu Island, wir hatten schon so viel davon gehört und gelesen und doch keine Vorstellung davon.

    Nachdem wir die Minenstadt Lethlakane hinter uns gelassen hatten, ging es bald wieder über Holperstrassen Richtung Pfanne. Anfangs fuhren wir noch zögerlich auf den Salzpfannen. So ganz geheuer war uns der Untergrund nicht...im Hinterkopf hatten wir Geschichten von Autos, die in vermeintlich trockenen Pfannen versunken waren. Doch bald vergassen wir alles um uns herum und genossen die weisse Weite, die von beigen Grassflächen unterbrochen wurde. Auf einmal tat sich von weitem ein Hügel auf: Kubu, was so viel wie Hippo heisst. Eine Insel voll mit Baobabs inmitten der weissen Salzpfannen. Fast mystisch wirkten die Baobabs je näher man der Insel kam. Vor der Insel entspannten sich ein paar Springböcke in der Pfanne, gab es für sie hier ja keine Gefahren.

    Die Campingplätze waren unter Baobabs, mit Blick auf die Pfanne und Plumpsklo bzw. Buschklo und den Nachbarn ausser Sichtweite. Von einem Steinhügel hinter unserem Campingplatz hatten wir einen wunderschönen Ausblick auf den romantischen Sonnenuntergang und die Baobabs. Gestört wurde die Idylle nur von zwei Drohnen, die permanent über unserem Kopf schwebten. Wir wünschten uns Waffen, Steinschleudern oder Störsender, und ärgerten uns über die anderen Camper, die weder auf die Regeln des Campingplatzes (Ruhe), noch auf die Privatsphäre anderer (Buschklo und Drohne verträgt sich nicht so gut) Rücksicht nahmen. Nichts desto trotz, genossen wir den Abend am Lagerfeuer ohne Wildtiere und mit einem wunderschönen Sternenhimmel.

    Der Sonnenaufgang am nächsten Morgen tauchte die Insel in ein wunderschönes Orange. Von der einen Seite der Insel reichte die Pfanne bis an den Horizont und weckte Urinstinkte, zu rennen, springen und schreien. Wir konnten uns grade noch zurückhalten uns nicht die Kleider vom Leib zu reissen und nackt durch die Pfanne zu hüpfen ;-)
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  • Day73

    Makgadikgadi National Park

    June 16, 2017 in Botswana ⋅ ⛅ 20 °C

    Der Sand wird tiefer, die Luft stinkt nach verbrannter Kupplung und kaputtem Getriebe und das Auto wird plötzlich immer langsamer, bis es irgendwann stehenbleibt und sich nicht mehr bewegt sondern immer tiefer in den Sand eingräbt. Klingt bekannt, schließlich hatten wir das Problem bereits in Namibia gehabt…

    Daher waren wir auch ganz froh, dass wir unser Sandexamen bereits bestanden hatten und es dieses Mal nicht uns getroffen hat. Auf der Strecke in den Park kam uns plötzlich jemand in der Mittagssonne entgegen. Weit und breit kein Auto und keine andere Person, nur ein Mann mit zwei Wasserflaschen. Ihr Auto war im Sand steckengeblieben und er war auf dem Weg zum Gate um Hilfe zu holen. Da unser Auto sehr gut durch den Sand fährt und sie gar keine Sanderfahrung hatten, haben wir ihn bei uns mitgenommen und zurück zu dem steckengebliebenen Auto gebracht. Dort mussten wir erst mal die Luft aus ihren Reifen lassen. In der Zwischenzeit sind noch ein britisches Paar sowie zwei Ranger gekommen. Aus der vermeintlich professionellen Hilfe der Ranger wurde allerdings nichts und sie haben fast ihr eigenes Auto festgesetzt beim Versuch die anderen zu befreien… Aus dem kombinierten Halbwissen der anwesenden Touris haben wir das Auto einfach gemeinsam geschoben bis es aus dem Sand raus war - so einfach ging es dann doch ;-)

    Also weiter in den Park rein. Der National Park hat vor allem eine Riverfront zu bieten, an die zur Trockenzeit mehrere Tausend Zebras, Impalas sowie einige Herden Giraffen und Elefanten kommen. Da das Stück gut erreichbare Riverfront recht kurz ist, tummeln sich alle auf sehr kleinem Raum. Bei so viel Beute lassen natürlich auch die Raubtiere auf sich warten (das sollte uns aber leider wieder nicht vergönnt sein).

    Über den Nachmittag verteilt haben wir Dutzende Elefanten im Wasser herumtollen gesehen, wie es nicht einmal an der Chobe Riverfront zu sehen war, sowie riesige, schier endlose Herden an Zebras auf dem Weg zu oder von ihrem Sundowner Drink. Wir hatten von beiden Tierarten schon sehr viele gesehen, aber in dieser Anzahl war das ein ganz besonderer und seltener Anblick.

    Zum Abschluss mussten wir noch mit der Fähre über den Fluss fahren, um zu unserem Campingplatz zu kommen. Wir hatten ja bereits die Fähre in Kazungula von Sambia nach Botsuana genommen, diese war allerdings nochmal von einem ganz anderen Kaliber: Das Auto hat gerade so drauf gepasst und sie wurde von zwei Außenbordmotoren betrieben (je einer in jede Richtung), die sonst auf kleinen Booten benutzt werden. Vertrauenserweckend war das nicht gerade, aber sie war ja schon lange in Betrieb und es spät und wir hatten keine andere Option um über den Fluss zu kommen. Also raufgefahren und auf das Beste gehofft. Ein etwas anderes Afrika-Abenteuer als unsere bisherigen, aber es ist alles gut gegangen :-)
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  • Day72

    Nxai Pan Game Reserve

    June 15, 2017 in Botswana ⋅ ⛅ 25 °C

    In den Salzpfannen steht noch immer das Wasser der Regenzeit weshalb Kubu Island nur vom Süden her erreichbar ist und unser geplante Route durcheinander bringt. Also haben wir uns dazu entschlossen heute eine etwas kleineres System von Salzpfannen zu besuchen, die größtenteils schon trocken waren.

    Die Strecke vom Gate bis zur Pfanne war wieder die reinste Schüttelfahrt - Namibia lässt grüßen (gut, dass wir keine rohen Eier mehr im Kühlschrank hatten ;-) )! Es hat sich allerdings gelohnt, kaum angekommen sind wir zum Wasserloch und wurden auf dem Weg dorthin von Elefanten und Giraffen begleitet, die sich alle ebenfalls zu dem Zeitpunkt auf den Weg dorthin gemacht hatten. Dort haben wir dann auch die Trinkordnung an botsuanischen Wasserstellen kennengelernt: Obwohl zuerst die Gnus da waren, gefolgt von den Giraffen, haben alle abgewartet bis die Elefanten kamen und dabei recht unruhig in der Gegend rumgeschaut. Auch wenn sie nur einen kleinen Teil des Wasserlochs brauchten, haben die Elefanten während dem Trinken und Nassspritzen keine anderen Tiere zugelassen und sie sofort vertrieben, sollte sich jemand doch mal anmaßen in Richtung Wasser zu laufen. Anschließend waren die Giraffen dran und danach erst die Antilopen (Gnus, Kudus etc.).

    Die Raubtiere wollten sich in der ganzen Pfanne leider wieder nicht zeigen und so sind wir zu den Baines’ Baobabs aufgebrochen, eine Gruppe Affenbrotbäume, die am Rande einer der Pfannen stehen und sich nicht verändert haben seitdem Baines sie 1862 gezeichnet hat; lediglich ein Ast an einem der sieben Bäume ist abgebrochen.

    Die gleiche Schüttelfahrt auf dem Weg raus hat dann allerdings dazu geführt, dass wir etwas spät dran waren und es bereits dunkel wurde als wir unsere nächste Unterkunft aufgesucht haben (in Afrika und bei massiven Schlaglöchern auf der Straße ist Nachtfahren keine so gute Idee). Wir sind aber noch gut angekommen und haben den Tag bei gutem Essen und ein paar Drinks unter beleuchteten Baobabs ausklingen lassen.
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  • Day69

    Der Ruf der Kalahari

    June 12, 2017 in Botswana ⋅ 🌙 12 °C

    Sollten wir das wirklich machen, in die Kalahari fahren, Wüste, und die Reiseführer sagen, man soll nicht alleine fahren und nur mit langer 4x4 Erfahrung und Satellitentelefon. Aber es soll beeindruckend sein, Katzen geben, und einen traumhaften Sternenhimmel. No risk no fun, also los :-)

    Die erste Nacht verbrachten wir in Kori, die zweite in Pokhojie und die dritte in Deception. Campingplätze ohne Zaun, mit Plumpsklos und ohne Dusche.

    Beim Reinfahren hatten Südafrikaner vor uns direkt einen Defekt am Trailer. Aber ein Satellitentelefon bringt auch nichts, wenn es Sonntag ist und man die Nummer vom Ranger nicht hat. So campten sie am Strassenrand und wir fuhren weiter.

    Am ersten Tag sahen wir noch einige Autos und die erste Nacht war extrem ruhig und wir schliefen friedlich und glücklich ein und träumten von den Abenteuern von Mark und Delia Owens, die hier in den 70ern 7 Jahre verbracht hatten.

    Am zweiten Tag ging es Richtung Südwesten und wir fanden mehr Wild, aber immernoch keine Katzen. Seit Mittags hatten wir kein Auto mehr gesehen und wir waren die einzigen Menschen in einem mindestens 20km Radius. Die Stimmung am Lagerfeuer unter dem Sternenhimmel war fast mystisch und ausser Wüstenmäusen, die uns mit ihrem Rascheln erschreckten war es ruhig. Kaum im Zelt und den Reisverschluss geschlossen hörten wir tiefes Brüllen, ziemlich laut und mehrstimmig. Wir wagten kaum zu atmen und schauten uns mit offenen Mündern an. Da waren wohl unweit von unserem Campingplatz ein paar Löwen am jagen. Das war einer der beeindruckendsten Momente! Was wenn die sich jetzt entscheiden hier morgen rumzuliegen? Dann wird uns wohl für ein paar Tage niemand finden und wir kommen nicht weg.

    Am Morgen danach präsentierte sich die Kalahari jedoch friedlich mit den ersten Sonnenstrahlen. Von den Löwen war nichts zu sehen. Tagsüber kreuzten Löffelhunde, Schakale und ein Gepard unseren Weg. Nach 24h ohne jemanden gesehen zu haben teilten wir die Campsite diesmal mit anderen Campern und schliefen wie Steine.

    Bei der Fahrt aus dem Reserve haben wir nochmal beim Gate gehalten und dort unter anderem einen Blick auf die Klimatabelle der letzten Jahre geworfen: diesen Sommer hatte es statt der üblichen monatlich 170mm ganze 280mm geregnet! Das hilft den Tieren zwar nicht zum Ende der Trockenzeit hin, aber so verstanden wir dann auch warum an den Wasserlöchern in ganz Botsuana noch relativ wenige Tiere waren.

    Die Kalahari war definitv einen Stop wert. Die sich verändernde Landschaft ist beeindruckend und es ist kaum vorstellbar wie die Tier hier ohne Wasser überleben.
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  • Day66

    Das Okavango Delta hautnah

    June 9, 2017 in Botswana ⋅ ⛅ 27 °C

    Nach mehreren Tagen und Wochen auf Safari im Auto - hinter Glasscheiben und mit wundgesessenen Hintern - versprach unser nächstes Abenteuer, eine Kajaktour, eine intensivere Begegnung mit den Wildtieren (zuvor hatten einige andere Reisende noch versucht uns Angst vor den Hippos und Krokodilen einzujagen - mit mehr oder weniger großem Erfolg…). Dazu würden wir einen Blick auf das Okavango Delta werfen können, dessen Bild in unseren Köpfen bisher noch überwiegend von Erzählungen geprägt war.

    Am ersten Morgen ging es dann erst mal mit dem Boot raus aus der Stadt und weit hinein ins Delta - stromaufwärts, damit wir dann mit der Strömung paddeln und mehr Strecke bewältigen könnten. Es war ein phantastischer Anblick - überall um uns herum Wasser, das Gras wuchs hoch und die Seerosen blühten. Hin und wieder ließen sich dazwischen ein paar Hippos blicken, aber zum Glück keine Krokodile. Und so schwanden dann auch die letzten Bedenken.

    Nach dem Mittagessen ging es dann endlich in die Kajaks! Die Ruhe und die Kraft, die das Delta ausstrahlt sind einfach enorm und wir sind mitten durch gepaddelt. Eine besondere Atmosphäre wenn man sich vorstellt, dass dies alles von den Regenfällen in Angola gespeist wird und größtenteils hier in Botsuana versickert.

    Nach 11km paddeln im Camp angekommen wurde erst mal Feuer gemacht, das ist hier die einzige Energiequelle: Getränke, leckeres Essen und Licht wurden aus dem Feuer gespeist. Es gab sogar eine Dusche im Busch mit heißem Wasser von der Feuerstelle! Erschöpft vom Tag (im Freien statt im Auto) und der physischen Arbeit haben wir super geschlafen.

    Am nächsten Morgen haben wir noch einen Versuch gestartet und sind nochmal zu einem Bushwalk aufgebrochen (am Abend zuvor hatten wir keine Tiere gesehen). In der Morgendämmerung bekamen wir einige Zebras, Impalas und Giraffen zu sehen - mitten drin fingen auch noch die Löwen an zu brüllen. Zu Fuß und ungeschützt werden plötzlich alle Sinne schärfer und man nimmt die Umgebung stärker wahr - definitiv eine viel intensivere Begegnung als im Auto!

    Am Morgen auf dem Wasser war es noch ruhiger und wir konnten die Stille und die Weite des Deltas noch besser spüren. Unterwegs kamen uns noch ein paar Touriboote entgegen, die uns natürlich alle wie wild fotografiert haben - so haben wir dann auch mal erlebt wie sich die Tiere fühlen müssen wenn die Safaris über sie herfallen ;-)

    Auf der Rückfahrt zur Stadt kamen wir auch noch an ein paar Elefanten vorbei, die direkt neben dem Boot standen. Ein beeindruckender Anblick wenn man ihnen von einem so kleinen Boot entgegenblickt und sie beim gemütlichen Grasen beobachtet.

    Unterwegs haben wir noch gelernt, dass ein Erdbeben dieses Jahr dafür gesorgt hat, dass mehr Wasser östlich von Chief's Island und damit im Moremi entlang fließt. Das erklärt auch warum dort so viel unter Wasser stand :-)
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  • Day62

    Moremi oder das Wasserexamen

    June 5, 2017 in Botswana ⋅ ⛅ 14 °C

    Bereits am Gate des Chobe Parks hatten wir gehört, dass in Moremi noch sehr viel Wasser stehen muss und die Straßen erst gerade so passierbar wurden. Auf botsuanisch heißt das so viel wie „das Wasser reicht bis knapp unter die Fensterscheiben“. Bereits vor dem Eingang ins Moremi war der Weg von Wasser versperrt und der Grund nicht sichtbar. Da in dieser Region aber zum Glück ab und zu noch Safariautos vorbeikommen mussten wir nur eine halbe Stunde warten bis wir einem folgen konnten. Nach einem prüfenden Blick auf unser Auto meinte er einfach nur „follow me“. Das war dann in der Tat auch besser so, da mitten im Wasser eine scharfe Rechtskurve gefahren werden musste um auf die andere Seite zu kommen. So hatte unser Auto dann inklusive der Motorhaube eine schöne Wäsche spendiert bekommen. Gut, dass unser Auto einen Schnorchel hat… Am Gate angekommen und total glücklich über unsere Wasserfahrkünste, stand schon eine andere Safarigruppe dort, die eigentlich hinter uns war. So haben wir dann festgestellt, dass es auch eine Strecke mit weniger Wasser gegeben hätte… No risk no fun :-)

    Abends hatten wir dann unsere erste Wildtierbegegnung (oder auch „Dinner Entertainment“). Beim Abendessen haben sich zwei Elefanten dazugesellt und direkt neben unserem Campingplatz gegrast (5m von unserem Esstisch entfernt). Diese riesigen, wilden Tiere direkt vor sich zu haben ist zwar sehr beeindruckend und etwas beängstigend zu Beginn, aber irgendwie auch total friedlich und beruhigend.

    Die Wasser-Erfahrung hat sich an den nächsten Tagen noch so weitergezogen: viele Passagen waren völlig unbefahrbar, einige wieder nur wenn man wusste wo lang. Und so haben sich die Tiere hier auch wieder die meiste Zeit versteckt gehalten, da das Wasserangebot dieses Jahr einfach zu hoch ist. Am zweiten Tag ist so auch Anja zum Wasserexamen gekommen. Da der Weg zur nächsten Campsite durch mehrere tiefe Wasser und die Strecke nicht auffindbar war, ist einer der Ranger netterweise ein Stück mitgefahren und hat ihr den Weg sowohl an Land als auch durchs Wasser gezeigt. Zu dem Zeitpunkt schien das alles noch relativ einfach, wenn man nur wusste wo man genau Langfahren muss. Auf der letzten Campsite hatten wir zwei Nächte gebucht und bei der zweiten standen abends plötzlich als unser Empfangskomittee drei Autos vor unserem Eingang und hatten gefragt ob sie sich bei uns dazustellen können. Sie waren in anderer Richtung an die Wasserstellen gefahren und hatten dort einen der Locals drin stecken sehen, der abgeschleppt werden musst. War wohl doch nicht so einfach, diese Wasserstelle… Also mussten sie umdrehen und da es bereits spät abends war konnten sie die nächste Campsite nicht mehr erreichen. So wurde es noch ein lustiger und internationaler (Belgien, Italien und USA) Abend. Bei so viel Radau auf der Campsite hat sich auch kein gefährliches Wildtier mehr zu uns getraut ;-)

    Zwischendurch haben wir im Moremi auch noch einen Mokoro-Trip gemacht. Das sind kleine Boote, die früher mal aus Baumstämmen waren (das botsuanische Pendant zu den Gondeln in Venedig). Eine solche Fahrt ist super schön und gibt einen wunderbaren Eindruck des Okavango-Deltas. Zwar sieht man nicht viele Wildtiere, aber die Ruhe, die das Delta dort ausstahlt, ist enorm.

    Insgesamt haben wir im Moremi somit wieder jede Menge Elefanten, Giraffen, Zebras, Antilopen (hier Schwarzfersen Impalas) und Warzenschweine gesehen. Die Landschaft war traumhaft schön und wir konnten erahnen, warum viele mit denen wir vorher gesprochen hatten beim Stichwort Moremi glänzende Augen bekommen. Die großen Raubtiere blieben allerdings aus. Das sollte sich kurz nach Verlassen des Moremi ändern. 20km nach der Parkgrenze stank es wahnsinnig und ein kleiner Abstecher ins Gebüsch zeigte, dass hier ein Rudel Löwen in der Nacht zuvor eine junge Giraffe erlegt hatten und ein Löwe gerade noch am Fressen war. Das war eine Wildtierbegegnung der wirklich besonderen Art.
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  • Day60

    Chobe / Savuti oder das Tiefsandexamen

    June 3, 2017 in Botswana ⋅ ☀️ 24 °C

    Kaum war die Sonne aufgegangen, ging es auch direkt los auf die nächste Safari-Tour in den Chobe Nationalpark - immerhin mussten wir zu unserem nächsten Campingplatz und der war 85 km entfernt! Nunja, in Botsuana bedeuten 85 km nunmal eben gute 5 Stunden Fahrzeit. Das liegt insbesondere an den sandigen Pisten und hier heißt das eben Tiefsand, der nur langsam befahren werden kann. Dazu kommen dann noch die gelegentlichen Elefanten, die vor einem plötzlich aus dem Wald stolpern und zum Abbremsen zwingen.

    Aber für die riesigen Elefantenherden und den allgemeinen Tierreichtum ist Chobe schließlich auch bekannt. Nur in diesem Jahr will es nicht so richtig. Die vielen Regenfälle haben dafür gesorgt, dass die Tiere überall im Park genug Wasser finden und sich somit nur in geringerer Zahl den Touristen zeigen. Aber trotzdem gibt es noch genug Elefanten, so dass wir am Nachmittag bei einer Pirschfahrt in eine Elefantenherde geraten und eine halbe Stunde warten müssen bis sie weitergelaufen sind und der Weg wieder frei ist. Nachdem uns noch ein paar weitere Elefantenherden den Weg versperrt haben und wir immer wieder Umwege fahren mussten, haben wir abends noch eine große Gruppe ans Wasserloch kommen und dort baden sehen.

    Zurück im Camp haben wir uns auf unsere erste Nacht in der Wildnis eingestellt. Erstmals keine Zäune um den Platz und mitten im Raubtier- bzw. Elefantengebiet. Was, wenn uns ein Löwe für ein geeignetes Abendessen hält? Solange das Feuer am Campingplatz brennt und dieser gut beleuchtet ist, ist das kein Problem wurde uns gesagt. Also haben wir für schöne Licht gesorgt und in der Tat: die einzigen Besucher, die wir nachts hatten, waren Eichhörnchen, Vögel und eine Ratte, die den Weg ins Auto gefunden und fast unseren Permit für die nächsten Campingplätze und Nationalparks gefressen hat. Wenn das mal nicht Wildnis pur ist!

    Am nächsten Morgen durften wir dann erst mal das Chaos der Ratte beseitigen und haben so ein paar große männliche Löwen verpasst… So ist halt die Natur…
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  • Day56

    Chobe Riverfront

    May 30, 2017 in Botswana ⋅ ☀️ 23 °C

    Wir hatten jetzt schon so viel über Chobe und die Riverfront gelesen und gehört, wie schön es sein soll und waren mega gespannt!

    Kaum angekommen, sind wir gleich auf Bootssafari gegangen. Der erste Schock waren die Massen an Touristen, hauptsächlich Amerikanisch und mindestens 30 Jahre älter als wir. Nun waren wir also auf dem riesen Boot, mit all den anderen und die Vorfreude schwand dahin. Dann wurde auch noch eine Bar aufgebaut und der Guide meinte: "je mehr ihr trinkt, desto mehr sehen wir". Na das kann ja was werden.... Und es wurde toll!!! Der Guide erzählte super viel und war richtig gut und wir sahen Elefanten im Wasser, am Wasser, Hippos, Krokodile, Wasserbüffel (damit waren unsere Big 5 komplett), und alles in einer traumhaften Landschaft!

    Am nächsten Tag 7Uhr standen wir dann am Gate, um den Park diesmal mit dem Auto auf eigene Faust zu durchqueren. Den ganzen Tag fuhren wir über sandige Pisten, und obwohl wir gar nicht so viele Tiere sahen, war es traumhaft schön! Die Landschaft ist traumhaft und die Pisten abenteuerlich (wir haben 9 Stunden für etwa 70km gebraucht). Und die Tiere am Fluss zu sehen wunderschön!

    So schön die Chobe Riverfront war, so merkwürdig war unser Campingplatz. Wir dachten immer die Security wäre da, um uns vor den Tieren zu beschützen, aber hier mussten sie in der Nacht betrunkene Gäste beruhigen. Dabei waren sie aber super entspannt und machten einen wirklich guten Job! Wir sind jetzt nur froh, dass wir vor dem nächsten Abenteuer bei Mabele in einer ruhigen Lodge etwas entspannen können.
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  • Day55

    Kazungula - die Grenze

    May 29, 2017 in Botswana ⋅ ☀️ 24 °C

    Kazungula wird durch den Sambesi getrennt und ist auf der einen Seite Sambia und auf der anderen Botsuana. Eine Brücke gibt es noch nicht, sondern nur eine Fähre. Und mit der mussten wir mit. Doch diesmal waren wir vorbereitet: wir hatten Dollar, wir wussten was die Fähre kostet, und wir wussten, dass wir einen Fixer brauchen, der uns auf die Fähre hilft, und wir hatten uns geistig auf Chaos eingestellt.

    Schon bei der Anfahrt zur Grenze fährt man ewig lange an LKW Schlangen vorbei. Angeblich warten die Wochen, bis sie drüber kommen. Wir fahren dann einfach mal vorbei. Vorne angekommen, belagern uns diverse Männer, die uns sagen, was wir machen sollen. Wir suchen uns einen aus und dackeln ihm durch diverse Büros hinterher. Überraschend schnell haben wir dann alles. Nur wenn man nicht weiss wohin, kann das hier ewig dauern. Flo und unser Fixer laufen dann voraus und ich mit dem Auto hinterher. Vorbei an der Polizeikontrolle, vorbeigedrängelt an anstehenden und entgegenkommenden LKWs. Und schnell noch vor einem LKW auf die Fähre gedrängelt. Die legt auch schon ab, aber wo ist Flo?!?! Shit, doch nicht alles so rund gegangen. Ich steig mal aus, und sehe auf der einen Seite der Fähre nichts. Auf der anderen Seite auch nichts...panik! Aber dann kommt er doch und ist im letzten Moment noch auf die losfahrende Fähre gesprungen. Puh!

    Die Einreise nach Botsuana ist dann kinderleicht :-)
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