Armenia
Yerevan

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44 travelers at this place

  • Day463

    Totale Hochkultur ... und Pizza

    April 24, 2019 in Armenia ⋅ ☀️ 12 °C

    Jerewan - die „Pink City“ nennen anderthalb der insgesamt drei Millionen Einwohner Armeniens ihr Zuhause - empfängt uns mit einem klasse Zimmer in einem netten Guest House im Herzen der Stadt. Die Küche darf ebenfalls mitbenutzt werden und ich habe derart Hunger, dass ich bei der kurzen Besichtigung einen von vier lecker strahlenden Muffins klaue. Also stibitze, das klingt harmloser. Fertig ausgepackt und zurück vom Zimmer auf dem Weg in die grosse, fremde Stadt, packt mich aber dann doch das schlechte Gewissen und ich gestehe mein Verbrechen ungefragt. Er sei wirklich total lecker gewesen. Das diebische Feedback freut die gute Irina aber dermassen, dass sie uns sogleich Brot, Käse, Eier und Weisswein sowie die restlichen drei Muffins auf den Tisch stellt. Esst, esst! Ehrlichkeit zahlt sich also doch aus. Manchmal.

    Armenien hat neben einer sehr lebendigen Kaffeekultur leider nach wie vor mächtig Beef mit Azerbaijan - es geht um post-sovjetische Landverteilung und die Zugehörigkeit seither autonomer Regionen innerhalb Azerbaijans - und der Türkei, die den Genozid vom Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts nach wie vor leugnet und innerhalb deren Landesgrenze das armenische Wahrzeichen - der Berg Ararat - liegt. Über Georgien, das seinerseits mit allen einigermassen gut auskommt, macht man sich gerne lustig und die grossen Verbündeten heissen Russland und(!) die USA. Der Kaukasus ist so gesehen wenig harmonisch. Der Wein aus der Region hingegen schon. Armenien für sich hat eine interessante und in weiten Teilen tragische Geschichte. Im Bezug auf Azerbaijan leider noch immer mit tödlicher Dynamik. Ein paar Anekdoten dazu erfahren wir während der eher mittelmässigen Free Walking Tour mit einem Guide vom Typ „Kunstlehrer mit narzisstischen Zügen und regelmässigen Anflügen von Schwachmatismus“. Den Namen von Ramon habe ich mir erst gar nicht gemerkt. Fragen sind zwar ausdrücklich erwünscht aber ungern beantwortet. Auf meine Frage, ob die eben erwähnte Cognac-Fabrik am Oster-Montag wohl offen hat, bekomme ich ein vielsagendes „if it‘s open, it‘s open“ ... ah, shut up, bitch! Das abschliessende Bier halten wir kurz. So kurz wie möglich. Schliesslich wartet eine extrem leckere Pizza auf uns. Vor allem auf Sue. Die ist total aus dem Häuschen. Ich irgendwie auch. Das Teil ist so authentisch, dass wir den Laden die Tage noch ein zweites Mal aufsuchen. Für Menschen vom Land mit einfachen Gemütern wie uns braucht es definitiv nicht viel, um glücklich zu sein. Und sonst ist da ja noch der Wein.

    Wir kompensieren diesen Ausbruch frivoler Freude an einfachem italienischen Essen mit einem kulturell um einiges höher gestellten Besuch der Jerewan’schen Philharmonie. Alexander Romanovsky und das armenische Symphonie-Orchester geben Sergei Rachmaninoffs übel schweres Piano Concerto No.3 in D-Moll zum Besten. Kein Stück verlangt mehr Noten pro Sekunde am Klavier. Total kranker Scheiss. So krank, dass der australische Pianist David Helfgott bei seinem Konzert in London 1970 einen Nervenzusammenbruch erlitt und für mehrere Jahre in die Klapse wanderte. Alex behält aber zum Glück die Nerven und spielt das total toll. Und das ganz ohne Noten. Wir sind beeindruckt. Und haben geklatscht.

    Wir haben unseren Besuch in Jerewan bewusst so geplant, dass wir während des „Genocide Memorial Days“ hier sind, an welchem den mehreren hunderttausend Opfern der Kriegsverbrechen des Osmanischen Reichs an den Armeniern vor und während dem ersten Weltkrieg gedacht wird. Bewegende Stunden, während denen über achthunderttausend Menschen die über der Stadt liegende Gedenkstätte besuchen. Die niedergelegten Blumen bilden zum Schluss gigantische Wände und schaffen eine einzigartige Atmosphäre. Sehr bewegend. Ein anderer Tagesausflug bringt uns ins unendlich weit entfernte Tatev, eine der grossen Touristenattraktionen Armeniens. Im Sommer. Es ist aber auch bei Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt schön. Wie Sue, einfach anders. Zurück in Jerewan finden wir - wie eigentlich in allen Städten und grösseren Gemeinden im Kaukasus - auch hier einen permanenten Rummel. Dieser kommt aber weit weniger solidarisch daher, als die Rummel die wir bisher in der Region gesehen haben. Das Riesenrad ist zwar rostig, dreht sich aber fröhlich im Kreis und auch sonst sind diverse Familien mit Kindern unterwegs. Der schönen Sue kommt der aktive Betrieb ganz gelegen. Sie will sofort Popcorn. Und das kriegt sie natürlich. Wie sonst alles im Leben. Zum Beispiel mich. 

    Da wir nach dem wiederholten Pizza-Flash das kulturelle Niveau nochmals aufzubessern haben, Bier ja eher für Bauern ist und „because if it’s open, it‘s open“, besuchen wir Menschen von Welt noch die berühmte Cognac-Fabrik „Noy“, bei der uns als Teil des Tastings auch ein Gläschen 75-jähriger Port für zweitausendfünfhundert Dollar die Flasche gereicht wird. Total classy eben. Damit schliesst sich aber der armenische Kreis allmählich und wir verlassen Jerewan in Richtung Norden. Irgendwo auf dem Weg soll es ja noch die „Armenische Schweiz“ geben. Aber wehe es gibt dort keine Cervelats. Da versteh ich keinen Spass!
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  • Day2

    Wo ist Radio Eriwan?

    September 29, 2019 in Armenia ⋅ 🌙 18 °C

    Morgens um vier Ankunft in Jerewan. Man mag es kaum glauben, aber vor der Zollkontrolle ist es mehr als voll. Es dauert über eine Stunde, bis wir durch sind. Aber ohne Probleme und inzwischen ohne Visum. Arsen wartet über zwei Stunden auf uns - geduldig. Dann bringt er uns mit unserem Gepäck ins Hotel. Ein Willkommensbier, dann ab ins Bett, nochmal eine Mütze voll Schlaf nehmen. Um neun Uhr sind wir fast alle beim Frühstück, werfen noch einen Blick auf das großartige Wetter draußen, machen noch ein kleines Nickerchen, bevor wir uns um 12 Uhr zu einer Stadtrundfahrt zu einigen Highlights der armenischen Hauptstadt treffen. Die am Fluss Hrasdan gelegene armenische Hauptstadt Eriwan wurde vor etwa 2.800 Jahren gegründet und zählt mithin zu den ältesten Städten der Welt. Leider wurden große Teile der Altstadt in den dreißiger Jahren abgerissen. Die neuen Gebäude sind meist in dem für Armenien typischen braun-rosafarbenen Tuffstein erbaut. Als erstes fahren wir zum Genozid-Denkmal für die Opfer des Völkermords von 1915.
    Der Denkmalkomplex erinnert an die 1,5 Mio. Opfer des Völkermords von 1915, den die Türkei zu verantworten hatte. Er liegt auf dem Eriwaner Hügel Zizernakaberd, der „Schwalbenfestung“. Wir bekommen eine sehr eindrucksvolle Führung. Das gilt genau so für das Matenadaran. Das Mesrop-Maschtoz-Institut für alte Manuskripte, kurz Matenadaran ist das Zentralarchiv für alte armenische Handschriften in Jerewan. Seit 1962 ist es nach dem Heiligen Mesrop Maschtoz benannt, dem Entwickler des armenischen Alphabets. Das Gebäude in der Stadtmitte beherbergt eine Sammlung der ältesten Manuskripte der Welt, über 17.000 Handschriften. Wir essen mit gutem Ausblick zu Mittag, spazieren noch durch die Stadt, bis wir uns nach einem hervorragenden Abendessen - schon wieder eine Schlemmertour! - noch etwas vom Nachtleben in Jerewan mitbekommen.
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  • Day16

    Rückkehr nach Jerewan

    October 13, 2019 in Armenia ⋅ 🌙 10 °C

    Das Ende unserer Reise durch Armenien naht. Noch einmal 250 Straßenkilometer sind es bis Jerewan. Nach einem kleinen morgendlichen Sonnenstrahl zieht es sich bei unserer Abfahrt aus Goris zu, es wird nebelig und frisch. Aber schon nach einer Weile reißt es auf. Spätestens nachdem wir durch eine karge Landschaft den 2.344 m hohen Worotan-Pass am monumentalen Tor von Syunik überquert haben, wird es zunehmend wärmer. Armenien ist hier nur 40 km breit zwischen der Grenze von Aserbaidschan und der seiner Exklave Nachitschewan. Die M2 führt hinunter nach und Vayk in die Schlucht von Jeghegnadsor.
    Wir machen noch einen Abstecher durch einen eindrucksvollen Canyon zur bedeutenden Klosteranlage von Noravank. Dann passieren wir das Weindorf Areni und fahren über die vielbefahrene M2 weiter zurück Richtung Hauptstadt Jerewan. Mit einem kleinen Schlenker cruisen wir auf der sichtlich schöneren Strecke über Vedi zur Klosteranlage von Khor Virap, immer den Berg Ararat im Blick. Die Besichtigung des Klosters sparen wir uns aber, denn an diesem Sonntagnachmittag ist es hier besonders voll. Außerdem wollen wir noch etwas Zeit in Jerewan haben. Wir bringen die Motorräder zurück und lassen und zum Hotel fahren. Dann packen unsere Sachen für den Rückflug und werden dann noch zum Abschiedsessen abgeholt. Sehr schön ist es, dass Arsens Mutter Susanne dabei ist, ebenso wie mein „alter“ Freund Vahe Galstyan. Ein großartiger Abschiedsabend von einer ganz besonderen Reise.
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  • Day2

    Jerewan - Tag 1

    July 6, 2019 in Armenia ⋅ ⛅ 27 °C

    Den Sitzplatz ab Wien gab's schließlich doch und so ging es endgültig nach Jerewan. Ankunft und Treffen der Gruppe einfach. Durch die Zeitverschiebung von zwei Stunden war es inzwischen frühmorgens und ein paar Stunden Schlaf bis zum Frühstück dringend nötig. Das Hotel ist edel. Hyatt.

    Viele Museen und Kirchen. Man spürt Stolz auf die Geschichte, Trauer und Wut über den Genozid und Enttäuschung von den Großen allein gelassen zu werden.

    Die Bilder sind von einem Kreuzstein, einem Besuch bei einem Brotbacken und gefüllten Paprika...
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  • Day14

    Zizernakaberd

    October 17, 2019 in Armenia ⋅ ☀️ 18 °C

    Zizernakaberd „Schwalbenfestung“ ist ein Denkmalkomplex in Jerewan zum Gedenken der Opfer des Völkermords an den Armeniern 1915. 
    Ein halbes Jahrhundert lang wurde der Völkermord an den Armeniern 1915 von den sowjetischen Behörden verschwiegen. Erst die Massenkundgebungen der Bevölkerung Jerewans zum 50. Jahrestag des Völkermordes 1965 veranlassten die Behörden zum Errichten einer Gedenkstätte, ohne den Genozid jedoch damit offiziell anzuerkennen.
    Zum Bau des Monumentes wurde der Hügel Tsitsernakaberd, hoch über dem Hrasdan-Fluss gewählt, mit Blick auf den Ararat
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  • Day14

    Mutter Armeniens

    October 17, 2019 in Armenia ⋅ ☀️ 11 °C

    Siegespark
    Der Standort des Monuments im Siegespark auf einem der Hügel von Jerewan soll das Gefühl vermitteln, dass Mutter Armenien über die gesamte Stadt wacht. Es nimmt eine Fläche von 3.000 m² im Herzen des großen Jerewaner Parks ein. Der 36 Meter hohe Sockel beherbergt ein Museum auf fünf Etagen, das militärische Museum des Verteidigungsministeriums. Es ist vor allem dem Heldentum der 650.000 Armenier gewidmet, die am Zweiten Weltkrieg teilnahmen, sowie den Soldaten des Bergkarabachkonfliktes. Die Statue selbst hat eine Größe von 24 Metern, die Gesamthöhe beläuft sich auf 51 Meter.Read more

  • Day51

    Jerewan, Armeniens Hauptstadt am Arrarat

    July 30, 2019 in Armenia ⋅ ☀️ 30 °C

    Nach den Straßen außerhalb Jerewans zu urteilen, müsste Jerewan graußig aussehen, aber ganz im Gegenteil, uns gefällt die Stadt fast noch besser als Tiflis. Ihr Zentrum ist erstaunlich modern, sauber und wunderschön, vor allem Abends. Ed gibt einiges zu entdecken. Wir übernachten oben auf dem kühlen Hügel neben der Statue der gewaltigen Mutter Armeniens mit dem fantastischen Blick auf die Stadt und den Arrarat. Es ist der beste Übernachtungsplatz den wir uns in dieser bis 40 Grad heißen Stadt vorstellen können.
    (Mit der Marshrutka ist man für 20 Cent in 10 Min. in der Stadtmitte) Doch wir laufen lieber durch den angrenzenden Vergügungspark zum Sowjet Denkmal und der riesigen darunterliegenden Cascade die hinunter zur Oper und ins Zentrum führt. Vorher besuchen wir aber noch ein wichtiges Heiligtum der Armenier das in einem Erdben.- u. bombensicheren Gebäude dem Matenadaran untergebrachten Zentralarchiv der alten Handschriften. Nichts ist in Armenien so kostbar wie diese uralten Handschriften und Zeugnisse der ältesten christlichen Kultur unserer Zeit. Ihr ideeler Wert und die Schönheit dieser Schriften ist unermesslich. Weiter gehen wir an der Oper vorbei, ins schöne Zentrum dem Platz der Republik, an dem jeden Abend herrliche Wasserspiele stattfinden. Von dort fahren wir zum Genocid Denkmal ( u. Museum) hier erfahren wir alles über den Völkermord an den Armeniern im osmanischen Reich 1915 der bis heute von den Türken nicht anerkannt wird. Weiter geht es zur 2001 eingeweihten neuen Kathedrale in der 3000 Gläubige Platz finden. Abends genießen wir die sehr schönen Lichtspiele vor dem historischen Museum.
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  • Day14

    Museum Kaskaden

    October 17, 2019 in Armenia ⋅ ☀️ 16 °C

    Mehr als 200 Exponate der modernen Kunst sind hier ständig zu Hause. Die Skulpturwerke sind unter freiem Himmel ausgestellt. Drei mit Travertinstein ummantelte Gebäude sind für ständige und wechselnde Ausstellungen vorgesehen. Die vierte obere Halle des Kaskadekomplexes ist für Musikfreunde bestimmt. Hier finden an Wochenenden Konzerte der Jazz- und Kammermusik statt.
    Bild 1 : Find Pinguin....hurra...endlich einen gefunden....
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  • Day14

    Kaskadengebäude

    October 17, 2019 in Armenia ⋅ ☀️ 15 °C

    Die Kaskade ist eine riesige Treppe aus Kalkstein in Jerewan, Armenien. Es verbindet die Innenstadt von Kentron mit dem Viertel Monument. Der von den Architekten Jim Torosyan, Aslan Mkhitaryan und Sargis Gurzadyan entworfene Art Deco Bau der Kaskade begann 1971 und wurde 1980 teilweise abgeschlossen.Read more

  • Day14

    Platz der Republik bei Tageslicht

    October 17, 2019 in Armenia ⋅ ⛅ 22 °C

    Bild 4: Kathedrale des Heiligen Gregors des Erleuchters. Die römisch-katholische Kirche in Armenien ist von ihrer Struktur her eine junge Diasporagemeinde.
    Geprägt von einer alten christlichen Kultur, zählt die katholische Kirche Armeniens heute 50.000 lateinische und 220.000 orientalische Katholiken.
    Der Staat Armenien und der Heilige Stuhl (Vatikan) unterhalten diplomatische Beziehungen. Der Sitz des Apostolischen Nuntius, welcher zugleich für Georgien und Aserbaidschan zuständig ist, befindet sich in Tiflis. Seit dem 1. März 2018 ist Erzbischof José Avelino Bettencourt Nuntius in Armenien.
    Bild 5 : unterirdische Einkaufspassage
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You might also know this place by the following names:

Yerevan, Ereván, Erevan, Քաղաք Երէվան, ერევანი

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