• Christine Vogl
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Oman

Et 44-dagers eventyr av Christine Les mer
  • Bimmah Sinkhole & Wadi Shab: Teil 2

    13. september 2019, Oman ⋅ ⛅ 33 °C

    ...denn weiter geht es für uns direkt zum nächsten Highlight unseres Wochenendtrips! Nach einem kurzen, besonders gesunden Mittagessen bestehend aus kühlem Wasser und getrockneten Kartoffeln (allgemein möglicherweise bekanner als Omani-Chips) haben zumindest wir Austauschstudenten unsere FlipFlops gegen etwas festeres Schuhwerk getauscht. Nach einer kurzen Flussüberquerung auf dem Boot, erwartete uns nämlich zum ersten Mal während unseres Aufenthaltes eine richtige Wanderung. Während ich bei unserer Durchquerung des Wadis (=ausgetrocknetes Flusstal) ganz froh um meine Turnschuhe war, haben manche der uns begleitenden Omanis tatsächlich den mehr als einstündigen Weg in FlipFlops zurückgelegt. Aber die Mühen sich in der heißen Nachmittagshitze bis ans Ende des ausgetrockneten Flusstals zu kämpfen haben sich mehr als gelohnt! Nicht nur der Weg selbst ist beeindruckend. Schroffe, sehr steile Wände aus braunem Felsgestein bieten etwas Schatten bei der Wanderung durch das Flusstal. Am Boden selbst wachsen Palmen, grüne Sträucher und immer wieder schlängeln sich einige Wasserquellen entlang. Aber von der Idyllle darf man sich nicht täuschen lassen. Wenn es heftige Regenfälle gibt, können sich die Wadis in eine Todeszone verwandeln. Das Wasser kann innerhalb von wenigen Stunden meterhoch ansteigen, ein Aufenhalt dort ist dann lebensgefährlich. Aber von Regen war seit Wochen keine Spur in Sicht. So sind wir circa eine Stunde lang über Stein und Stock gewandert, bis wir vor der letzten Etappe standen, die nicht mehr in Straßenkleidung zurückzulegen war. Wir standen nämlich vor natürlichen Pools in einladendem kühlem Wasser. Kurzerhand haben wir unsere Taschen und Kleidung abgelegt, und uns in Badeklamotten aufgemacht zum letzten Teil, den man anfangs noch gehend im Wasser zurücklegt. Empfehlenswert wären hier auf jeden Fall Wasserschuhe o.Ä. gewesen, da die runden Steine den Fußsohlen nach ein paar Minuten nicht mehr ganz so wohlwollend gegenüber waren. Um zum allerletzten Teil des Wadis zu gelangen, musste man aber auf jeden Fall schwimmen können. Nach wenigen hundert Metern kann man sich im letzten Teil dann schwimmend durch einen schmalen Felsspalt in das Innere einer runden Höhle bewegen, in der man den Wasserfall findet, von welchem dieser letzte Naturpool gespeist wird. Beeindruckend! Im schummrigen Licht, das von einem schrägen Loch kommt, in welches die Sonnenstrahlen einfallen und die kleine Höhle speisen, kann man sich dann noch einer kleinen Mutprobe stellen: per Seil kann man an den schroffen Wänden einige Meter in die Höhe auf ein Felsplateau steigen und von dort dann wieder zurück in den Naturpool springen. Tief genug ist das Wasser auf jeden Fall - manche machen sich auch noch einen Spaß daraus noch höher auf das Felsplateau zu steigen, und den Sprung von mehr als 5 Metern Höhe zu wagen. Im späten Nachmittagslicht haben wir uns dann allerdings schon schön langsam auf den Rückweg gemacht, da niemand von uns auch im Finsteren den Weg zurück legen wollte. Und für den Tag standen noch weitere Programmpunkte an....Les mer

  • Bimmah Sinkhole & Wadi Shab: Teil 3

    13. september 2019, Oman ⋅ ⛅ 29 °C

    Doch da für das letzte Highlight des Tages wirklich erst tiefschwarze Nacht herrschen musste, haben wir uns erst mal zu einer Stärkung Richtung Abendessen aufgemacht. Das ausgewählte Restaurant war zwar in der Hinsicht nicht ganz typisch omanisch, da es in einem Teil mit Stühlen und Tischen ausgestattet war, aber den "Oman-Anteil" hat das Restaurant dann doch wieder erfüllt, da gleich mehrere Eingänge in das Restaurant hineingeführt haben.
    In Restaurants gibt es tatsächlich meist mehrere Eingänge. Einmal einen Eingang speziell für die Männer, den auch nur Männer benutzen dürfen. Für Frauen existiert ein eigener Eingang ins Restaurant, oder sie benutzen den Familieneingang. Der Familieneingang kann dabei sowohl von Frauen als auch Männern (und natürlich auch Kindern) benutzt werden. So hat unsere Gruppe dann über den Familieneingang das Restaurant betreten, aber an der großen gemeinsamen Tisch haben wir dann wieder bunt durchgemischt Platz gefunden. Beim Essen hat sich dann auch wieder der omanische Charakter gezeigt. Viel Fleisch, und Besteck gab es erstmal keines. Aber immer mit den Fingern essen zu dürfen macht schon auch besonders viel Spaß muss ich sagen!

    Gestärkt haben wir unseren Ausflug dann fortgesetzt zum Turtle Beach Resort. An diesem wissenschaftlichen Zentrum haben wir an einer von dortigen Naturschützern geleiteteten Tour teilgenommen und hatten die einmalige Erfahrung Wasserschildkröten bei der Eiablage zu sehen. Ein echt spektakuläres Erlebnis diese Tiere in ihrem natürlichen Lebensraum zu beobachten. Die Touren sind geführt, und es wird bspw. auch darauf geachtet, dass nie mehr als 2-3 Gruppen gleichzeitig am Strand sind. Zudem sind Taschenlampen oder Handyblitz streng verboten, und unterhalten sollte man sich direkt am Strand auch nicht. Es wird eben streng darauf geachtet, die Tiere kaum zu stören und trotzdem den Besuchern einen Einblick geben zu können. Wirklich einmalig!

    Nach unserem Besuch bei den Babyschildkröten sind wir mit den Autos dann noch ein paar Minuten weiter an den öffentlichen Teil des Strandes gefahren. Dort hatten die Omanis auch wieder ihre dicken Teppiche dabei und die großen Autos so geparkt, dass sie einen leichten Schutz vor dem doch recht starken Wind geboten haben. So konnten wir mit unserer Gruppe noch gemeinsam bis in die frühen Morgenstunden gemeinsam am Strand sitzen, bis uns irgendwann die Müdigkeit übermannt hat und wir nach und nach alle eingeschlafen sind.
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  • Wadi bani Khalid & Wahaiba Sands: Teil 1

    14. september 2019, Oman ⋅ ⛅ 28 °C

    Da Aurelia und mir am Abend zuvor als Erste die Augen zugefallen waren, hatten wir gegen sieben Uhr morgens bereits einige Stunden Schlaf hinter uns und waren lange vor dem Rest der Gruppe wach, die noch tief und fest auf den ausgebreiteten Teppichen am Strand schliefen. So konnten wir beide die Morgensonne am Sandstrand genießen, uns im noch (!) kühlen Meer erfrischen und beim Strandspaziergang Muscheln sammeln. Als dann zwei Stunden später gegen neun Uhr auch der Rest der Gruppe schön langsam erwachte, haben wir schnell die Sachen zusammengepackt und uns Richtung Frühstück aufgemacht. Frisch gepresste Fruchtsäfte und Karak haben uns dann trotz der sehr kurzen Nacht dann wieder einigermaßen wiederbelebt. Und es ging auch gleich weiter zum nächsten Highlight unseres Wochenendausfluges: das nächste Wadi wollte von uns erkundet werden. Das Wadi bani Khalid zählt zu einem der bekanntesten Ausflugsziele im Land und das zu Recht. Auch wenn der Anfangsteil des Flusstales eher einer Hotelanlage mit Poollandschaft erinnert, ändert sich dieses Bild sehr schnell, wenn man einige Minuten tiefer in das Tal hineinwandert. Nach einem sehr kurzen Fußmarsch bei dem das feste Schuhwerk fast überflüssig war, konnten wir uns schon wieder an der wunderschönen Landschaft mit den grünen Naturpools umgeben von schroffem Gestein erfreuen. Ab in unsere Badesachen und sind die Naturpools einer nach dem anderen schwimmend und kletternd erkundet worden. Andere Aktivitäten sind bei den warmen Außentemperaturen auch fast gar nicht vorstellbar.
    Neben den einzelnen Pools und Felsschluchten, kommt hier allerdings auch der Abenteuer-Urlauber wieder auf seine Kosten. Wir wurden von einem circa 15-jährigen Einheimischen angesprochen und gefragt, ob wir Lust haben in einer Höhle einen Wasserfall zu besichtigen. Also warum eigentlich nicht. Abenteuervorstellung vs. Realität.: Statt spektakulärem Wasserfall mit toller Aussicht haben wir uns auf Händen und Füßen in der stockdunklen, etwa 1m tiefen Höhle langsam vorwärtsbewegt, als einzige Orientierung das Handylicht unseres Führers. Haben den Wasserfall nur kurz Plätschern gehört, ohne irgendwas zu sehen und dann beschlossen uns gemeinsam wieder auf den Rückweg zu machen. Zurück im Sonnenlicht angekommen mussten wir glücklicherweise auf dem Rückweg auch wieder einige der Naturpools schwimmend durchqueren, sodass wir uns den Staub der Höhle auch wieder abwaschen konnten.
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  • Wadi bani Khalid & Wahaiba Sands: Teil 2

    14. september 2019, Oman ⋅ ⛅ 37 °C

    Ausgehungert vom vielen Höhlen klettern und durch Pools schwimmen, haben wir uns dann zu einem späten Mittag bzw. frühen Abendessen zum Haus von Omrans Bruder aufgemacht. Nach Fernseher und großem Sofa sucht man im Wohnzimmer bzw. Empfangszimmer eines omanischen Haushalts zunächst vergeblich. Stattdessen ist der ganze Raum ausgelegt mit großen Teppichen, und nur kleinen Bänken am Rande des Zimmers. Denn gegessen wir natürlich auch wieder auf dem Boden - zum Schutz werden über die kostbaren Teppiche natürlich wieder Plastikfolien ausgelegt. Und was man in jedem Haushalt natürlich in mehreren Ausführungen findet, ist ein Abbild des Sultans!
    Gestärkt von unserem Mahl verabschieden wir uns von Omran und seinem Bruder, denn ein letztes Highlight steht uns auf unserem Ausflug noch bevor...
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  • Wadi bani Khalid & Wahaiba Sands: Teil 4

    14. september 2019, Oman ⋅ ⛅ 34 °C

    Am Rande der Wüste angekommen, wurden wir nicht nur von unserem menschlichen omanischen Freunden empfangen, sondern im Hintergrund warten ein paar Gesichter, die ich sofort ins Herz geschlossen haben. Nur keine menschlichen. Wie süß die Kamele mit ihren langen Wimpern, unter denen ein paar große Augen hervorblinzeln im echten Leben sind, hätte ich mir nur anhand von Bilder nicht vorstellen können. Zwar sind sie auch beeindruckend groß und als wir der Reihe nach auf ihren Rücken steigen und eine Runde von ihnen getragen wurden, merkt man auch, welche Lasten diese Tiere imstande sind zu tragen. Über Jahrhunderte haben sich diese Tiere perfekt an die Lebensbedingungen in der Wüste angepasst. Die langen Wimpern sehen nicht nur süß aus, sondern schützen vor den Sandkörnern. Die Hufe sind so geformt, dass das Einsinken im Sand verhindert wird. Ganz zu schweigen von den Anpassungen bis auf zelluläre Ebene, mit welchen Kamele ihren Wasserverlust minimieren können. Faszinierende Lebewesen!
    Um den Sonnenuntergang von einer der Dünen aus zu beobachten, fahren wir zunächst auf der Ladefläche eines Jeeps den halben Hügel schon hinauf - für die letzten Meter wird allerdings die Düne dann doch zu steil für das Gefährt, sodass wir den letzten Anstieg noch zu Fuß zurücklegen. Ganz schön anstrengend allerdings im rutschigen Sand einen Hügel hochzusteigen. Aber für die Aussicht lohnt es sich! Der perfekte Ausklang zu diesem Wochenende!
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  • Start der 3. Famulaturwoche

    15. september 2019, Oman ⋅ ⛅ 32 °C

    Irgendwie fühlt es sich immer noch komisch an, dass die neue Arbeitswoche an einem Sonntag startet. Aber so sind wir nach einem Wochenende mit erneut viel zu wenig Schlaf alle morgens brav zum Uniklinikum gefahren. Für mein Team & mich stand heute der OP auf dem Plan. Für die Gynäkologie gibt es in der Nähe des Kreissaals einen eigenen OP-Saal, in dem auch die geplanten Kaiserschnitte oder sonstigen gynäkologischen OPs durchgeführt werden. Leider dauert es dadurch auch immer eine gefühlte Ewigkeit bis der nächste Patient vorbereitet ist, da eben auch nur ein Anästhesist anwesend ist, und sich mit den Vorbereitungen auf die OP bzw dem Warten, bis der Patient wieder wach ist, alles unglaublich in die Länge zieht...Erstaunlich find ich es aber auch hier, dass sich immer sehr viel Zeit genommen wird, um den Assistenzärzten bestimmte OP Techniken zu zeigen. So war nach den 3 geplanten Eingriffen der OP Tag auch schon rum, und ich bin gemeinsam mit dem Team dann noch auf die Stationen. Dort haben wir noch die verschiedenen Patientinnen der letzten Woche untersucht, bevor dann gegen halb 3 Uhr Feierabend war.
    Am Spätnachmittag habe ich mich dann mit Aurelia & Zuzia auf den Weg Richtung Mall gemacht - diese Mall ist so ziemlich das einzige Ziel das man mit einem öffentlichen Bus, der von unseren Appartements losfährt, erreichen kann. Und für 200 Baisa (also knapp 40ct) ist das auch ziemlich preiswert. In der Mall haben wir dann einige Souvenirs gekauft, da es für Aurelia bald wieder zurück nach Deutschland gehen wird - ihre letzte Famulaturwoche hatte nämlich gerade begonnen. Ein paar Stunden später und um einige Rial erleichtert, sind wir alle gemeinsam mit den omanischen Studenten noch Billiard spielen gegangen. Meine Hoffnung bald mal meine Fertigkeiten im Billiard zu verbessern, schwindet leider immer mehr. Mein Talent liegt definitiv in anderen Bereichen! Aber da sich der Großteil von unserer Gruppe auf dem gleichen technischen Niveau befindet, haben wir wenigstens viel zu lachen, wenn jemand mal wieder als erste Kugel die schwarze versenkt oder die Kugeln sich vor unserem Billiardspiel verstecken wollen und sogar ganz vom Tisch hüpfen!

    Heute gelernt 🤓 Als Frauen sind wir oft die einzigen weiblichen Gäste an Orten wie der Billiardhalle oder auch beim Bowlen. Gefühlt gehen abends vor allem die Jungs "aus" und gemischte Freundesgruppen aus Männern und Frauen sieht man sowieso eigentlich nie. Die Frauen bleiben lieber unter sich, und gehen - wenn sie denn mal ausgehen - lieber in einer größeren Gruppe bspw. zum Essen in ein Restaurant...
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  • Klischee: Auslandsfamulatur ✔

    16. september 2019, Oman ⋅ ☁️ 30 °C

    Viele Leute denken, wenn man eine Famulatur im Ausland macht verbringt man eh nur einen Bruchteil der vorgegebenen 30 Tage im Klinikum. Bis heute hatte ich das Klische der pünktlichen Deutschen stets erfüllt und bin sogar nachmittags freiwillig zu den Studentenkursen gegangen. Deshalb habe ich heute beschlossen, mal das andere Klischee zu erfüllen, ein wenig Schlaf nachzuholen und die Gynäkologie mal Gynäkologie zu lassen. Typisch für mich war ich allerdings zum ersten Mal um 5 Uhr morgens wach - dank des Muezinns der nächsten Moschee, der mich mit schiefem Gesang aus meinen Träumen gerissen hat. Zum Glück konnte ich dann noch ein bisschen vor mich hindösen, und ich bin dann nicht mit den anderen Studenten frühmorgens zur Uniklinik gefahren, sondern habe den Vormittag damit verbracht, Postkarten zu schreiben und ein wenig Unikram abzuarbeiten.
    Am frühen Nachmittag sind wir dann wieder an "unseren" Strand gefahren. Das Taxi zu dem Strand "The Wave" kostet zwar nur 1€ pro Person, aber mindestens genauso schnell bwz. zum Teil noch schneller, findet man per Anhalter jemanden, der so freundlich ist ein paar Studierende aufzusammeln.
    Auf unserem Rückweg zur Unterkunft hatten wir dann noch einen Überraschungsmoment: es ist für 5 Minuten tatsächlich leichter Nieselregen (minimalst!) vom Himmel gefallen. Regen im Oman - das ist fast schon einen Feiertag wert. Um uns diesem "schlechten" Wetter anzupassen, sind wir abends dann Richtung Eishalle gefahren. 21 Uhr, 30°C Außentemperatur, und wir flitzen auf gefrorenem Plastik in unseren Schlittschuhen umher. Amüsant war es vor allem, unsere omanischen Gastgeber dabei zu beobachten, wie sie etwas unbeholfen versucht haben in den Schlittschuhen wenigstens kurz stehen zu bleiben. Erfolg des Abends war es, dass sich außer ein paar Steißbeinprellungen niemand von ihnen glücklicherweise ernsthaft verletzt hatte😀

    Heute gelernt 🤓 Um per Anhalter zu fahren, streckt man nicht wie in Europa seinen Daumen nach oben, sondern im Oman winkt man mit Zeige + Mittelfinger die Autos herbei.
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  • Quadbiking: Bowshar Sand Dunes

    17. september 2019, Oman ⋅ ☁️ 34 °C

    Überpünktlichst stand unser Shuttlebus heute um 7:28 Uhr vor unserer Unterkunft, und nach einem kurzen Frühstück in der Klinik ging es für mich heute direkt in die Tagesklinik. Dort war ich an diesem Vormittag nicht mit den Ärzten aus meinem Team unterwegs, sondern Dr. Lovina hat mich gebeten, den einzigen männlichen Arzt in der Gynäkologie - Dr. Hani - zu begleiten. Zwei alltägliche Problem begleiten ihn: erstens stammt er ursprünglich aus Indien und spricht deshalb nur wenige Worte arabisch, und zweitens ist er männlich. Normalerweise begleitet ihn deshalb eine Studentin, um zu übersetzen und dann auch die körperlichen Untersuchungen durchzuführen. Das erste Problem konnte ich leider nicht lösen, da sich meine Arabischkenntnisse immer noch auf das minimalste beschränken, aber zumindest gehöre ich dem weiblichen Geschlecht an. So durfte ich bei den Patientinnen alleine die Untersuchungen machen oder den fetalen Herzschlag mit dem Sonogerät darstellen, während er dann im gleichen Zimmer hinter dem Untersuchungsvorhang dann alles dokumentiert hat. Stress kommt jedoch auch hier nur selten auf. In der Zeit zwischen den einzelnen Untersuchungen, habe ich mit ihm dann seinen anstehenden Urlaub in Europa geplant und die Pflegekräfte haben mir Kaffee & traditionelle Süßigkeiten gebracht - damit ich auch ja alles einmal durchtesten kann während meiner Zeit im Oman.
    Also alles in allem eigentlich eine ganz gute Erfahrung, aber da alles so viel länger dauert hier, haben wir an dem ganzen Vormittag nur 3 Patientinnen gesehen. Da das allerdings schon eine durchschnittliche Leistung für 4h Arbeit ist, meinte Dr. Hani, dass wir uns jetzt wirklich eine Pause verdient haben, um unseren Kopf wieder freizubekommen. So bin ich dann nach einer frühen Mittagspause mit Zuzia weiter zum Bedside Teaching. Leider hatten wir das erste Thema zu postpartalen Blutungen in der vergangenen Woche schon besprochen, aber der zweite Studentenvortrag zum Thema Verhütung war ziemlich spannend zu hören, wie unterschiedlich, aber auch in vielen Dingen sehr ähnlich dieses Thema angesprochen wird.
    Nach unser nachmittäglichem Kaffeeklatsch in der Unterkunft haben uns um 17 Uhr Ahmed, Mohammed und Amjad abgeholt, da es für uns an diesem Abend noch zum Quadbiking in die Wüste ging. Das sieht leichter aus als es ist, in dem Sand trotz der starken Quads nicht stecken zu bleiben, aber wenn man einmal den Dreh ein wenig raus hat, hat es mir super viel Spaß gemacht. Leider geht die Sonne viel zu schnell unter, und so war es bald zu dunkel um noch länger fahren zu können. Im Anschluss sind wir alle gemeinsam noch zu einem Strandlokal gefahren, um dort eine Kleinigkeit zu essen und den Abend ausklingen zu lassen.

    Heute gelernt 🤓 Gol = eine traditionelle Speise aus dem Süden Indiens, die ein bisschen wie Kaffee aussieht und auch ein wenig danach schmeckt, aber kleine Gemüsestücke enthält, die stark gewürzt sind.
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  • Teamworkshop & Royal Opera House: Teil 1

    18. september 2019, Oman ⋅ ☀️ 35 °C

    Nach unserem kurzen Frühstück in der Krankenhauscafeteria haben Zuzia, Aneta und ich uns auf den Weg Richtung Kreissaal gemacht, da auf diesem Flur auch der Seminarraum für die Morgenbesprechung liegt. Viel zu spät stolpern wir wie jeden Tag in den Besprechungsraum (unser Busfahrer entspricht halt den omanischen Traditionen und nimmt es mit der Pünktlichkeit nicht ganz so genau. Und ohne Frühstück in den Tag zu starten ist ja wie Mediziner:innen sagen auch nicht gesund). Heute blicken wir drei allerdings in einen halbleeren Raum und erkennen nur ein paar vertraute Gesichter, u.a. die Chefärztin der Gynäkologie sowie eine Oberärztin aus meinem Team. Leider hatte uns niemand mitgeteilt, dass die Morgenbesprechung heute in einem anderen Raum stattfindet, da in diesem Raum heute ein interdisziplinärer Teamworkshop stattfindet. Spontan wird uns allerdings angeboten, dass wir gerne daran teilnehmen können, falls es uns interessieren würde. Neben Hebammen aus dem Kreissaal, Pflegekräften der Frühgeborenenstation, Mitarbeitern der Anästhesie und natürlich Ärzt:innen der Gynäkologie sitzen wir drei jetzt als einzige Studenten mit in dieser Fortbildung. Nach einer kurzen Einführung, was es überhaupt bedeutet ein Team zu sein, und in einem Team zusammenzuarbeiten, folgen zwei Vorträge zu Notfallsituationen, die im gynäkologischen Alltag vorkommen können und dabei eine starke Zusammenarbeit fordern: das Krankheitsbild einer fulminanten Sepsis und eine Geburt in Beckenendlage. Mit vielen Videos, praktischen Beispielen und Belohnungsschokolade für die richtige Antwort ist die Zeit bis zur ersten Kaffeepause um halb 11 wie im Flug vergangen. Danach dürfen wir drei Studentinnen beim ersten Gruppenspiel der einzelnen Teams assistieren. Als Abschluss des Vormittages werden in zwei Räumen verschiedene Rollenspiele aufgebaut. Ein Team soll sich in dieser Notfallsituation zurecht finden, während das andere Team die Handlungen beobachtete. Im Anschluss wird Rückmeldung gegeben, wie gut die Situation gemeistert wurde, wie die Kommunikation im Team abgelaufen ist und an welchen Stellen noch Verbesserungsbedarf besteht. Wir wurden sowohl als Beobachter als auch als Mitglied des Rollenspiels direkt in den Workshop miteinbezogen. Als Abschluss des Tages hatten alle Teilnehmer noch Essen & Trinken mitgenommen, sodass wir noch in den Genuss von viel traditionellem Essen gekommen sind. Da sie auch so viel Freude daran hatten, uns die Speisen zu zeigen wurden wir am Ende dazugedrängt, noch ungefähr die Hälfte des Buffets einzupacken, damit wir auch ja alles probiert haben! Mit Sicherheit war der heutige Tag einer der lustigsten, und auch lehrreichsten in dieser Famulatur bisher. 😊Les mer

  • Teamworkshop & Royal Opera House:Teil 2

    18. september 2019, Oman ⋅ 🌙 30 °C

    Nach unserem täglichen Kaffeeklatsch zu Hause in unserer Unterkunft mussten wir uns fast schon beeilen noch kurz unter die Dusche zu hüpfen und danach in unsere schicksten Klamotten zu schlüpfen. Denn unser nächster Höhepunkt für diese Woche stand auf dem Plan - ein Besuch in der Royal Opera. Unser Großraumtaxi war auch tatsächlich pünktlich zur Stelle, was wir nach mehreren interessanten Anrufen am Nachmittag nicht zu 100% erwartet hatten. Genau zu Sonnenuntergang waren wir dann bei der Oper angekommen, die für mich auch beim 2. Besuch noch eine genauso beeindruckende Architektur aufweist. Auch von innen lässt einen dieses Bauwerk immer wieder staunen, und wir durften über 2 Stunden den Klängen der Filarmonica della Scala lauschen, die dieses Konzert zur Einweihung des neuen Saals im House of Musical Arts spielten. In der ersten Hälfte kamen wir in den Genuss von Werken der großen italienischen Opernkomponisten wie Rossini und Verdi, in dem zweiten Teil gab das Philharmonieorchester dann Dvořáks 9. Sinfonie in e-Moll zum Besten.
    Nachdem uns Mundher & Sabei nach dem Konzert an der Oper netterweise aufgesammelt haben, konnten wir den Abend noch entspannt bei Sabei mit Pizza ausklingen lassen.
    Ein Highlight erwartet mich noch bei unserer gemeinsamen Rückfahrt.An diesem Abend überlässt Amjad mmir das Steuer und er selbst schlüpft in die Rolle des menschlichen Navis auf dem Beifahrersitz.

    Das 1. Mal Autofahren auf omanischen Straßen ✔ Geht zumindest in der Nacht echt klar, wenn die Straßen leer sind :D
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  • Urlaubstag & Überraschungsparty

    19. september 2019, Oman ⋅ ☀️ 32 °C

    Das Glück ist in dieser Woche auf meiner Seite würde ich sagen! Für die omanischen Studenten steht heute als Abschluss ihrer Rotation in der Gynäkologie eine Klausur an, und da wir diese natürlich nicht mitschreiben müssen, wird uns stattdessen freigegeben. Ein verlängertes Wochenende also für Zuzia, Aneta & mich. Wir starten am späten Vormittag also per Anhalter direkt Richtung The Wave, und arbeiten am Strand eine anspruchsvolle Checkliste ab: Schwimmen ✔, Nickerchen ✔, Muscheln sammeln ✔, Sonne genießen ✔.
    Gegen 3 Uhr machen wir uns allerdings (z.T. vom Hunger angetrieben) wieder auf den Weg Richtung Unterkunft, allerdings erst mal 10 Minuten in die falsche Richtung, da unser Fahrer kaum ein Wort Englisch spricht und die falsche Universitätsklinik ansteuert. Aber wir kommen rechtzeitig an, um schnell zu duschen und Zuzia & ich fahren noch 5 min weiter ans Uniklinikum, um dort mit unseren Coupons Wasser & Snacks fürs Wochenende zu besorgen.
    Lange Zeit zum Ausruhen gönnen wir uns selber aber nicht, da es 1h später für uns gemeinsam mit Amjad zu Sabeis Haus geht.
    Amjad betritt das Haus in dem Glauben einen gemütlichen Abend zu verbringen, aber stattdessen haben wir anlässlich seines Geburtstages vor 2 Tagen eine kleine Überraschungsfeier organisiert. Da im Oman der Geburtstag normalerweise gar nicht so groß gefeiert wird, freut er sich umso mehr über unseren Kuchen und das kleine Geschenk, das wir für ihn noch schnell gebastelt hatten.
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  • Schnorcheltrip

    20. september 2019, Oman ⋅ ⛅ 35 °C

    Hoch die Hände, Wochenende! Bevor wir jedoch zu zunserem nächsten Wochenendtrip aufbrechen, können wir sogar noch ein paar Stunden Schlaf aufholen. Wir starten nämlich erst gegen 9 Uhr, da wir für unseren 1. Programmpunkt erstmal nur 45min bis ans andere Ende von Maskat fahren. Als wir aus dem Auto steigen, wird der Salzduft des Meeres noch intensiver, denn wir parken direkt an einem kleinen Hafen, in dem viele Motor- und Segelboote anlegen. Natürlich kennen unsere omanischen Freunde über drei Ecken wieder einen Bekannten, der ein eigenes Boot besitzt und unsere Gruppe einmal aufsteigen lässt. Als wir mit dem Boot den Hafen verlassen, langsam Fahrt aufnehmen, Salzwasser und Wind durch meine Haare fahren und mir die Sonne angenehm warm ins Gesicht scheint, habe ich nur einen Gedanken: so glücklich & frei wie in diesem Moment habe ich mich noch nie in meinem Leben gefühlt und ich versuche das Gefühl ganz fest in mir aufzunehmen und in ein Marmeladenglas für die kalten Winter zurück in Deutschland einzuschließen. Kann es etwas schöneres geben, als durch die Wellen zu brausen, gute Musik im Hintergrund zu hören, von wunderbaren Leuten umgeben zu sein und sich von der Sonne wärmen zu lassen?
    Irgendwann halten wir in einer Bucht, die unsere omanischen Freunde für ungefährlich halten (zuvor hatten wir schon an ein paar Stellen gehalten, jedoch hatten die Einheimischen immer ein paar Pflanzen bzw. Fische im Wasser gesehen, von welchem man beim Baden nicht berührt werden möchte). Jetzt sind wir allerdings von türkisblauem, ungefährlichem Wasser umgeben und es bleibt nur eins zu tun: vom Boot ins kühle Nass zu springen und mit der Schnorchelausrüstung die Fische in der Bucht zu beobachten. Und natürlich sind die Omanis nicht nur die perfekten Naturbeobachter, Automechaniker und Verhandlungskünster, sondern niemand von uns wundert sich noch darüber, als plötzlich Omran das Steuer übernimmt - natürlich hat der gute Mann auch einen Bootsführerschein, wie sollte es auch anders sein.
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  • Schnorcheltrip (Teil 3)

    20. september 2019, Daryā-ye ‘Omān ⋅ 35 °C

    Nachdem wir wieder an Land angekommen sind, müssen die Energiereserven, die wir beim Wettschnorcheln verloren haben, natürlich wieder aufgefüllt werden. Und direkt am Hafen isst man natürlich: frischen Fisch! Hier muss ich auch sagen, je unscheinbarer oder zum Teil auch dubios die Restaurants manchmal von außen auch erscheinen mögen, umso besser und frischer sind die Speisen, die hier auf den Tisch kommen! Unfassbar lecker, was hier der Koch wieder auf den Tisch gezaubert hat. Und wie immer: selbst im kleinsten Restaurant oder Imbiss findet man das Abbild des Staatsoberhauptes wieder!
    Zum Glück können Zuzia und ich uns bis zu unserer nächsten Station sicher von Mohammed fahren lassen, denn Sonne, Meeresluft und gutes Essen fordern ihren Tribut...
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  • Privates Ferienressort

    20. september 2019, Oman ⋅ 31 °C

    Sicher haben uns unsere omanischen Fahrer nach dem Abendessen noch in unsere Unterkunft für diese Nacht gefahren. Ein Ferienhaus mit mehreren kleinen Gebäuden, zwei Pools und einem großen Garten ganz für uns. Mit Wassermelone gestärkt und guter Musik, haben sich die Pools dann auch für eine nächtliche Wasser-Tanz-Party gut umfunktionieren lassen - wir müssen schließlich ja auch die Tradition hochhalten, nicht zu früh am Wochenende schlafen zu gehen, um ja nicht ausgeschlafen von einem Wochenendtrip zurückzukommen!Les mer

  • Hot Springs

    21. september 2019, Oman ⋅ ☀️ 38 °C

    Nach der doch wieder kurzen Nacht haben wir den Tag doch noch etwas langsamer begonnen, alles aufgeräumt und wie es manchmal halt so ist, wenn sich Männer um den Einkauf kümmern, gesunde Omani-Chips zum Frühstück gegessen. Danach ging es auf direktem Weg zu den Hot Springs, die unsere Reiseführer groß angekündigt hatten. Vor Ort angekommen, war zwar das Wasser wirklich beeindruckend heiß, sodass man kaum die Hände hineinhalten konnte, die heiße Quelle, die eingezäunt war und inmitten eines Viertels lag und nicht in idyllischer Natur, fanden wir jedoch nicht ganz so beeindruckend. Aber der Ausflug sollte hier auch noch nicht enden, denn....Les mer

  • Al Sawadi Beach (Teil 1)

    21. september 2019, Oman ⋅ ☀️ 32 °C

    ...nach kurzer Fahrt ging es zu einem der schönsten Strände, die ich bisher hier im Oman gesehen hatte: den Al Sawadi Beach. Hier stieß auch Anwar, der Freund von Amjad, der Ingenieur, der bei unserem Ausflug in die Berge im Handumdrehen unsere Autobatterie repariert hatte, zu uns. Gemeinsam setzten wir in einem kleinen Boot von dem Strand auf eine kleine Insel über, auf welcher wir dann einen kleinen Hügel inklusive eines Aussichtsturmes - Suwadi Watch Tower - erklommen, von welchem wir eine fantastische Aussicht über die Bucht bei Sonnenuntergang hatten. Fast ein wenig schade, dass wir erst so spät im Laufe des Tages hier ankamen, denn wir waren uns einig, dass man sich den Ausflug zu den eher unspektakulären Hot Springs sparen hätte können, und lieber noch länger die Zeit hier an diesem wunderschönen Strand verbringen hätte können. Als wir dann aufs Festland zurück übersetzen wollte, wurde aufgrund der einsetzenden Ebbe das Wasser auf einnmal so flach, sodass das Boot nicht weiterfahren konnte. Aber es wäre ja gelacht, wenn unsere Gastgeber eine solche Situation nicht schon erlebt hätten. Kurzerhand sind die Jungs aus dem Boot in das knietiefe Wasser gesprungen und haben einfach das Boot lauthals singend angeschoben und uns so sicher ans andere Ufer gebracht. So etwas erlebt man auch nicht alle Tage :)Les mer

  • 4. Famulaturwoche

    22. september 2019, Oman ⋅ ☀️ 33 °C

    Gleiches Spiel wie letzten Sonntag. Übermüdet vom Wochenende stehen wir alle wieder pünktlich vor der Haustüre, um auf unseren Shuttlebus zu warten. Kurzes Frühstück in der Klinik, und anstatt ins Morgenmeeting zu gehen, hüpfe ich gleich in meine grünen Scrubs. Für mein Team steht heute wieder der OP auf dem Plan. Nachdem sich der erste Eingriff unerwartet verkompliziert, und wichtige Strukturen mit der Kamera einfach nicht darstellbar sind, führt die leitende Oberärztin den Eingriff schließlich nur unter Palpation blind durch. Aber mit Erfolg! Hierdurch haben sich aber die restlichen anstehenden Operationen nach hinten verschoben, sodass es für omanische Verhältnisse sogar sehr zügig vorangeht. Anstatt zum Beispiel die nächste Patientin dann in den OP zu bestellen, wenn die vorangehende schon auf dem Weg in den Aufwachraum ist wie sonst, beginnen die Anästhesievorbereitungen heute für den nächsten Eingriff zügig, sobald die erste Patientin fertig ist. So müssen heute sogar manchmal 2 Patientinnen im OP-Flur aneinander vorbeigeschoben werden - das hab ich hier in der Gyn bisher noch nicht gesehen 😀
    Nach einem geplanten Kaiserschnitt, und einer Tubenligatur (für die Nicht-Mediziner: der Durchtrennung der Eileiter als endgültige Verhütungsmethode), kommt für mich das Highlight des heutigen Tages. Ich darf mich für den nächsten Kaiserschnitt steril einwaschen, d.h. gemeinsam mit den operierenden Ärzten mit an den OP-Tisch. Anders als in Deutschland steht allerdings nicht die OP-Schwester mit dem sterilen Kittel und den Handschuhen bereit, sondern jeder - egal ob Student oder Chefarzt - muss sich alleine steril vorbereiten. Aber mein Team erklärt mir sehr freundlich die einzelnen Schritte, und wie ich z.B. den Kittel alleine anziehe, um mich nicht unsteril zu machen. Eine gute Stunde stehe ich also mit dabei, darf ein paar Haken halten und die Fäden abschneiden. Verantwortungsvolle Aufgaben, aber man hat einfach eine viel bessere Sicht wenn man direkt am Tisch steht.
    Glücklich über meine "erste richtige OP" hier in der Gyn, schaue ich noch bei der Entfernung einer Zyste zu, und darf schließlich auch noch einen PAP-Abstrich (übersetzt: Abstrich des Gebärmutterhalses zur histologischen Untersuchung) durchführen. Ein ziemlich interessanter Tag für mich, bei dem ich aus praktischer Sicht bisher am meisten gelernt habe. Mohammed - ein omanischer Student fährt uns dann um 16 Uhr nach Hause (heute war ich tatsächlich mal sehr lange im Klinikum!) . Nach dem langen Arbeitstag und dem schlaflosen Wochenende, treffen wir Austauschstudenten uns nur im Aufenthaltsraum der Frauen - den einzigen Kerl aus unserer Gruppe "schmuggeln" wir rein, um eine Überraschungs/Dankeschön Party für die omanischen Studenten in der kommenden Woche zu planen. Eigentlich wollten wir heute Abend ins Kino gehen, aber da ich zum ersten Mal gegen 19 Uhr auf meinem Bett eindöse, entscheide ich mich zum ersten Mal in diesem Austauschmonat daheim zu bleiben und den Abend gemütlich mit Christina in unserem Appartement zu verbringen.

    Heute gelernt 🤓
    Entscheiden sich Frauen im Oman für einen geplanten Kaiserschnitt, müssen sie vor dem Eingriff dafür sorgen, dass sie im Vorfeld mindestens zwei Blutspender finden. Dieses Spenderblut muss nicht der Blutgruppe der werdenden Mutter entsprechen, um den möglichen Blutverlust während der OP zu decken. Stattdessen soll über diese Regelung bei geplanten Eingriffen dafür gesorgt werden, dass genügend Blutprodukte im Allgemeinen zur Verfügung stehen und nicht etwa zu Gunsten der geplanten Eingriffe andere Patienten nicht gut versorgt werden können.
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  • Wieder Montagsmüdigkeit!

    23. september 2019, Oman ⋅ ⛅ 31 °C

    So spannend es am Sonntag im OP immer ist, so langweilig geht es am Montag immer weiter. Und außerdem war ich extrem müde, da sich mein innerer Wecker heute um halb 5 Uhr morgens gemeldet hat, und mich im Anschluss auch nicht mehr einschlafen lassen hat. So wird man halt dafür bestraft, wenn man am frühen Abend noch ein Nickerchen macht...
    Für die Visite von den 7 unserem Team zugeteilten Patienten haben wir dann wieder mehr als 2 h gebraucht, und nachdem wir anschließend in der Tagesklinik genau eine Patientin hatten, bin ich mit meinem Team nach einer Kaffeepause in den Seminarraum, da die beiden Assistenzärzte sowie die PJlerin aus meinem Team Vorträge zu verschiedenen Themen für das Team vorbereitet haben.
    Danach ging es für uns dann nochmal auf die Stationen 2 Yellow und 4 Blue für die Nachmittagsvisite. Nachdem sich diese auch gefühlt ewig hingezogen hat, und wir dann gegen 15 Uhr endlich fertig waren, hat mir eine Oberärztin aus meinem Team netterweise noch angeboten, mich nach Hause zu fahren. Nachdem ich mir in der Cafeteria noch mein Mittagessen zum Einpacken mitgenommen und dabei Teo, Aleksandra & Zuzia getroffen haben, hat Dr. Shahila uns kurzerhand alle 4 ins Auto gepackt. Und man merkt mal wieder wie unglaublich freundlich die Leute hier sind. Da ich ihr nämlich erzählt habe, dass wir für die omanischen Studenten einige internationale Gerichte vorbereiten wollen, hat sie uns kurzerhand noch weiter zum nächsten Supermarkt gefahren und dabei angeboten, sogar zu warten bis wir unsere Einkäufe erledigt haben, um uns danach wieder zur Unterkunft zu fahren :) Aber da wir ihr versichern konnten, selbstständig auf irgendeine Art und Weise zurück zu kommen, konnten wir ihr das zumindest ausreden.
    Nachdem wir alles Nötige für die Überraschungsparty eingekauft hatten, sind wir zu fünft gemeinsam mit Mundher noch einmal nach Matrah zum Souq gefahren. Dort haben wir noch einmal herumgestöbert, ein paar Souvenirs gekauft, Kaffee getrunken und den Abend dann gemeinsam mit Amjad noch in einer Shishabar ausklingen lassen.

    Heute gelernt 🤓 Wie unverzichtbar ein Auto in diesem Land ist, hat sich heute ganz eindrucksvoll gezeigt. Während Mundher uns gegen 16 Uhr für den Matrah Souq abgeholt hat, haben sich eine gute Stunde drei Mädels aus unserer Gruppe dazu entschieden, auch dorthin zu kommen. Da für diese weite Strecke (mit dem Auto braucht man knapp 25 min) ein Taxi zu teuer ist, haben sie also den Bus genommen. Sonderlich schnell kommt man mit den öffentlichen Verkehrsmitteln allerdings nicht voran, da sie bis nach Matrah in 3 verschiedene Busse einsteigen mussten und ganze 2,5h unterwegs waren.
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  • Internationale Überraschungsparty

    24. september 2019, Oman ⋅ ⛅ 29 °C

    In der vorletzten Famulaturwoche wird es im Klinikum leider auch nicht viel interessanter. Ich musste heute zwar keine zweistündige Visite überstehen, da ich Dr. Lovina sofort in die Tagesklinik gefolgt bin. Aber dort haben wir auch wieder nur drei Patienten gesehen, und ich habe den Rest des Vormittages damit verbracht zum International Office zu gehen um meine Famulaturbescheinigung "vorzubestellen", Karak aus der Cafeteria zu holen und den Rest der Zeit mit Dr Lovina über omanische Traditionen zu sprechen. Nach einem gemeinsamen Mittagessen mit einem Teil des gynäkologischen Teams haben wir dann für den Rest des Tages frei bekommen, da meine Oberärzte von unserer geplanten Überraschungsparty für unsere omanischen Gastgeber wussten, und uns deshalb am Nachmittag genügend Zeit für die Vorbereitungen der Spezialitäten zur Verfügung stellen wollten. Dr. Shahila aus meinem Team hatte auch extra - da wir ihr gestern bei unserer Fahrt zum Supermarkt erzählt hatten, dass die Küchen in unseren Appartements nur sehr sporadisch eingerichtet sind - heute in die Klinik eine große Tasche mit allen möglichen Küchenutensilien wie einer Kuchenbackform, Nudelholz, Servierplatten, usw mitgenommen. So sind wir voll ausgestattet dann zu unserer Unterkunft zurück, und haben den Nachmittag dann alle fleißig damit verbracht unsere Gerichte zuzubereiten. Nachdem wir unser Talent zu improvisieren mehrmals unter Beweis stellen durften und auch das Problem mit unserem Gasherd und Backofen gelöst hatten, war dann alles am frühen Abend vorbereitet. Unsere omanischen Jungs - Amjad, Mohammed, Ahmed, Mundher, Skinny Ahmed, Sabi und Omran, die uns die letzten Wochen betreut haben, haben uns und unsere vollen Tüten und Dosen dann eingepackt und wir sind alle gemeinsam zum Strand nach Seeb gefahren. Natürlich hatten sie längst geahnt, was wir vorbereitet hatten als wir vollbepackt aus der Haustür gekommen sind. Aber natürlich haben sie sich alle (und wir uns natürlich auch) über polnische Piroggen und Kartoffelecken, rumänischen Salat, slowenische Köstlichkeiten und deutsche Apfeltaschen sowie Apfelkuchen und leckere Pfannkuchen gefreut. Außerdem hatten wir noch eine Fotocollage vorbereitet, die wir für jeden noch persönlich gestaltet haben. Das hatte alle besonders gefreut, da sie als gesamte Gruppe wohl noch nie ein Geschenk erhalten hatten.
    Und eine zweite Überraschung ist uns auch noch gelungen: wie es der Zufall wollte war es auch der Geburtstag von Teo, und dank der Kuchenbackform von Dr. Shahila habe ich auch noch einen Geburtstagkuchen vorbereiten können. Optisch hat er zwar er nicht die Bestnoten bekommen, da er beim Herausnehmen aus der Form leider zerbrochen ist (aber die Kerzen haben das ein wenig kaschiert), aber er soll ja auch in erster Hinsicht vor allem schmecken. So haben wir den Abend dann gemütlich mit Essen am Strand verbracht und uns gegen 1 Uhr morgens dann wieder auf den Heimweg zu den Unterkünften gemacht.

    Heute gelernt 🤓 Die Omanis feiern ihren Geburtstag eigentlich nie wirklich. Einer der Studenten hat uns sogar erzählt, dass er bis zu seinem 15 Geburtstag gar nicht wusste, an welchem Tag er geboren ist.
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  • Große Moschee

    25. september 2019, Oman ⋅ 32 °C

    Entspannt geht es diese Woche weiter in Hinblick auf unsere physische Anwesenheit im Krankenhaus. Wir "müssen" nämlich heute von offizieller Seite aus einen Famulatur- bzw Labortag opfern, da der Besuch der großen Moschee angesetzt ist. Diese Moschee ist als einzige im Land auch für Nicht-Muslime zur Besichtigung geöffnet, aber man muss zeitig aufstehen, da sie um 11 Uhr vormittags die Tore für Besucher schließt, damit danach die Gläubigen zum Mittagsgebet kommen können. Ganz so zeitig sind wir allerdings dann wie wir es mittlerweile von unseren omanischen Freunden gewohnt sind nicht losgekommen - aber zum Glück ist die Moschee nur ca. 20 Minuten Autofahrt entfernt. Da im Oman das neue Semester schon Anfang September begonnen hat, und alle Omanis, die uns normalerweise betreuen, mit Pflichtveranstaltungen eingespannt waren, haben uns dann zwei Freunde von Majid abgeholt.
    An der Moschee angekommen war es es heute zum allerersten Mal über alle Maße hinaus wichtig, sich korrekt zu kleiden. Denn ansonsten wird einem der Eintritt verwehrt. Männer müssen sich an keine Vorschriften halten, so dürfen diese beispielsweise auch in kurzen Hosen die Moschee betreten. Bei Frauen dürfen nur das Gesicht und die Hände zu sehen sein und die Kleidung sollte nicht zu eng anliegend oder transparent sein. Außerdem sollen Frauen am Eingang auch ihre Haare mit einem Schal bedecken. Dann konnten wir allerdings über das weitläufige Gelände erstmal zum Gebetsraum der Frauen gehen, und im Anschluss dann den weitaus größeren Raum für die Männer besichtigen. Diese Halle für die Männer kann zusammen mit dem Außenbereich fast 20 000 (!) Gläubige unterbringen. Das ist nach Abu Dabi die zweitgrößte Moschee weltweit! Ich persönlich war zum allerersten Mal in einer Moschee und fand es sehr beeindruckend. Interessant fand ich auch, dass im Großen und Ganzen die Inneneinrichtung nicht zu prachtvoll oder verspielt ist, wie man es aus manchen katholischen Kirchen kennt. Der Gläubige soll sich nämlich auf den eigentlichen Zweck seines Besuchs in der Moschee konzentrieren können - dem Gebet - und nicht durch zu viele Kunstwerke oder Ähnlichem "abgelenkt" werden. Leider wird man tatsächlich pünktlich um 11 Uhr dann als Besucher gebeten, die Moschee zu verlassen. Wir alle hätten gerne noch länger das Gelände erkundet, aber für uns stand auch noch ein zweiter Programmpunkt am Vormittag auf dem Plan. Auf dem Weg zum Nationalmuseum haben wir noch kurz vor einem Coffeeshop angehalten und uns Karak mitgenommen. Wie es die Gastfreundlichkeit der Omanis will, hat es sich Ismail - ein Student aus dem 4. Jahr und einer unserer Fahrer heute - nicht nehmen lassen, diesen für uns zu bezahlen. Da kann man mit ihnen auch nicht diskutieren.
    Nachdem wir im Nationalmuseum im alten Teil von Maskat (das für alle unter 25jährigen kostenlosen Eintritt bietet) noch mehr über die omanischen Traditionen lesen konnten, Modelle von Festungen und traditionelle Kleidung betrachtet haben, haben uns unsere beiden Fahrer bei der Grand Mall abgesetzt, da die zwei in die Uni zurück mussten. In der Mall haben wir Sabei & Omran getroffen, gemeinsam was gegessen und den Nachmittag in den kühlen Innenräumen verbracht. Da Omran früher zurück zur Arbeit mussten, haben wir uns zu siebt dann alle in Sabis Auto zusammengequetscht, um zurück zur Unterkunft zu gelangen. Das war eine der lustigsten Autofahrten in meinem Leben, da sogar der Tankwart zweimal ungläubig nachzählen musste, wie viele Personen in diesem Auto sitzen. Wir haben unser Glück bzgl. der korrekten Sitzplatzierung im Auto auf dem Rückweg dann noch zusätzlich ein wenig herausgefordert, da wir absichtlich noch eine Polizeistation angesteuert haben. "Schuld" an diesem Besuch war indirekt ich, da ich dort nämlich mein 30-Tages-Touristenvisum nochmal verlängern musste.
    Aber da wir uns höchst professionell immer geduckt haben, sobald ein Polizeiwagen in Sicht war, sind wir alle einigermaßen bequem am Spätnachmittag an der Unterkunft angekommen. Nach ein paar Stunden packen, schlafen und Kuchen backen , haben wir uns dann um 9 Uhr noch an den Strand in der Nähe des Flughafens aufgemacht. Denn für die erste aus unserer Gruppe - Aleksandra - war es der allerletzte Abend im Oman, sodass wir bis zu ihrem Flug um 1 Uhr morgens alle gemeinsam die Zeit am Strand verbracht haben.
    Zum allerersten Mal durfte ich dann - zumindest im kleinen Ausmaß - hier auch ein Naturschauspiel sehen. Plankton, das im Wasser leuchtet.
    Die Rahmenbedingungen sind zwar im Moment nicht ideal, da ein Hurrikan im Indischen Ozean wütet und so die Vorraussetzungen die Biolumineszenz vom Strand aus zu sehen eher gering ist. Aber wir haben unsere Schwimmsachen gepackt und sind ein wenig tiefer ins Wasser gewatet, und dort hat man dann tatsächlich vor allem wenn man das Wasser in Bewegung gesetzt hat, Plankton wie leuchtenden Sternenstaub um einen herumwirbeln sehen.

    Heute gelernt 🤓 Der Gebetsraum für die Frauen ist deshalb so viel kleiner, da diese zum Beten normalerweise nicht in die Moschee gehen, sondern dies zu Hause machen.
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