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- Saturday, June 9, 2018 at 2:24 PM
- 🌧 29 °C
- Altitude: 133 m
GermanyWiesbaden-Schierstein50°3’20” N 8°12’35” E
Nur ein Land und unendliche Vorbereitung

Wohnwagen, Flug, Audi, Peugeot! Dass mein Beatle noch nicht in der Liste der Möglichkeiten für unseren Urlaub ist, ist verwunderlich. Neben dem täglichen Stress, deutlich überarbeitet und im familiären Miteinander zunehmend verspannt, nimmt die Urlaubsplanung eigenartige Formen an. Weder ist das Reiseland klar noch die Reiseart. Uli spekuliert noch bis wenige Tage vor Abreise mit diversen Reisemöglichkeiten und Fahrzeugen. Lange war der Wohnwagen zweifellos unser Reisemobil. Dieses riesige Fahrzeug möchte aber auch gezogen werden. Und genau dieser Zug vor diesem 10m Monster fehlt. Urlaub im Wohnwagen in der Saarstraße war nicht unserer Plan. Also alles auf Null. Kein Wohnwagen, kein Flug, kein Audi! Der Peugeot, noch in Schmutz und Staub gebadet, km für km und Last um Last als Baustellenfahrzeug ge-und missbraucht und bis zur PKW - Unkenntlichkeit entfremdet, soll nun Reisebegleiter für unsere 3-wöchige Sommerreise werden! Trotz der beinahen Denkunfähigkeit stimmt mich das erschrocken bedenklich. Dennoch, Ulis Optimismus und Einsatz lässt dieses Seniorfahrzeug am Tag unserer Abreise in neuem jugendlichem Glanz erstrahlen. Und als ob diese mobile Gefahr nicht schon genug wäre, meldet sich Vincent 7 Tage vor unserer geplanten Abreise telefonisch, und das passiert nicht allzu oft, aus dem Krankenhaus! "Mum! ---- ?????? ---- Vincent? ------ Ich hab mir meinen großen Fußzeh gebrochen! " Die chaotische Planung dieser Reise durch die Ungewissheit von Wohin und Wie nimmt jetzt eine nahezu clowneske Form an. Verzweifelt nehme ich diesen Anruf entgegen und sehe unseren Urlaub, den Ort der Erholung und Flucht vor dem Alltag, in weite Ferne rücken! Nach telefonischer Rücksprache mit dem behandelnden Arzt ist Vincent gottseidank reisefähig. Ich sehe ihn schon auf ein einer Sänfte durch Avignon schweben! Getragen auf dem Rücken seiner Mum, Uli, Lara, Carlotta, Amon und Noah! Ein Abend der Verzweiflung! Früher lag ich einfach nur 3 Wochen und 7 Bücher lang auf einer Sonnenliege!Read more
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- Friday, June 22, 2018
- 🌧 19 °C
- Altitude: 134 m
GermanyWiesbaden-Schierstein50°3’21” N 8°12’34” E
Alle vollzählig und Auto auf Tiefststand

Freitag Abend: Alle Kinder reisen in der Saarstraße an! Das Gepäck von Humpelvincent und Lara hole ich schon am Vorabend in Gelnhausen. Am Freitag füllt sich das Haus. Fünf Menschen in vorfreudiger Reiserwartung erobern lautstark die Räume. Trotz übersichtlichem Gepäck ahne ich Schlimmstes! Sieben Menschen und ein überschaubar großes Seniorauto mit allem 3 - wöchig Notwendigem incl. meines neu erworbenen aufblasbaren Monsterbettes? Ich hoffe nur, dass Uli nicht auf das zusätzliche Handgepäck aller Kinder aufmerksam wird! Ich reduziere gedanklich meinen Anspruch an Kleidern und Schuhen;-(Read more
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- Day 1
- Saturday, June 23, 2018 at 10:00 AM
- ⛅ 13 °C
- Altitude: 192 m
GermanyVölklingen49°14’54” N 6°50’40” E
Das Völklinger Eisenmonster

Jeder cm des Autos ist genutzt. Die Dachbox mit Gepäckstücken gefüllt, eine Extrarunde wegen Vincents Reisepass gedreht und endlich sich wir auf dem Weg nach Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, in das Land der tausend Schlösser, des stinkenden Käses und der mir völlig unbekannten Sprache, Frankreich. Aber nicht das Ziel ist das Ziel, sondern der Weg. Und so reisen wir mit gefühlten 100 belegten Broten, die ich in völliger Apathie am Abend zuvor noch gegen Mitternacht bereitet habe, Richtung Frankreich, über Völklingen. Dort besucht heute der Blaue Salon die Völklinger Hütte. Wir schließen uns an und schicken die Kinder mit orangefarbenen Bauhelmen in das alte Eisenwerk. Wir klettern durch ein beeindruckendes Monster aus Eisen, wirklich eine Reise wert - oder eben eine Durchreise. Ohne auch nur die geringste Ahnung über die Funktion dieser Maschinen zu haben, fasziniert dieser fast majestätische Anblick. Eisenhart trotzen sie der Zeit.
Nach weiteren 400 km erreichen wir unsere erste Unterkunft in der Bourgogne. Die Kinder lieben irgendwo im nirgendwo - zumindest diese Wortkreation - und genau da landen wir. Ein Häuschen inmitten eines kleinen französischen Dorfes, unscheinbar, fast hässlich von außen, birgt aber drinnen unzählige Räume. Jeder findet einen gemütlichen Schlafplatz. Ich könnte augenblicklich im Stehen einschlafen. Das entscheidende Tor der deutschen Nationalmannschaft im Spiel gegen Schweden nehme ich nicht mehr war. Die Kinder sortieren sich selbst. Uli und ich liegen längst in unseren Betten und nur noch nebelige Jubelgeräusche der Kinder über das entscheidende Tor in der letzten Minute dringen flüsternd durch unseren Schlaf.
https://www.voelklinger-huette.org/willkommen/Read more
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- Day 2
- Sunday, June 24, 2018 at 11:00 AM
- ⛅ 17 °C
- Altitude: 437 m
FranceLa Rochepot46°57’36” N 4°40’51” E
Das Schloss hinter dem Schloss

Nach einer Nacht in gefühltem Dauertiefschlaf schleichen sich alle gegen 9 Uhr aus ihren Betten. Die Teenager und Profichiller brauchen mehrere Anläufe. Es sind aber genügend Wecker in Form von Kindern im Haus, so fällt das Chillen am Morgen schwer. Ich mache ihnen Hoffnung auf die Provence. Unser erstes Ziel ist das Château de la Rochepot. Eine Schlossbesichtigung löst nicht immer Begeisterungsstürme bei Kindern aus. Die hier sind schon geübt, geübt Nörgeleien zu verbergen;-) Das Chateau de la Rochepot gehörte zu unseren besichtigten Schlössern auf Ulis und meiner Tour durch die Provence vor 2 Jahren und blieb in guter Erinnerung. Jedoch war es sehr schnell durchlaufen. Mehr als 5 Zimmer incl. einer wunderschönen Schlossküche waren leider nicht zu sehen.
Gut gelaunt und lautstark erreichen wir das Schloss. Der Ticketverkäufer im Eingangsbereich des Schlosses scheint der einzige Mensch heute morgen hier zu sein. Fast schon andächtig betreten wir die Stille des Schlosses. Kein Mensch zu sehen, außer Vogelgezwitscher nichts zu hören. Schnell verteilen sich die Kinder in alle Himmelsrichtungen. Das Schloss wird laut. Die Stimmen entfernen sich. Noch immer im Schloss aber in Räumen, die es auf unserer letzten Tour nicht gab. Wir schleichen durch engste Gänge. Eine geheime Tür folgt der nächsten. Wir "besichtigen" Privatgemächer von ... (wem auch immer), steigen über Staubsauger und betreten Bäder, die offensichtlich nicht von Herrschaften vergangener Zeiten genutzt wurden, sondern aktuell als Schlaf - und Wohnstätte dienen. Das Schloss vergrößert sich zunehmend. Carlotta sucht unentwegt das Plumpsklo, das die Jungs vorher entdecken. Dieses Schloss ist wunderschön und doch sehr eigenartig. Ein paar wenige andere Gäste laufen ebenso verstört durch die Räume. Ohne Zweifel hätten wir einen Großteil des beweglichen Inventars aus dem Schloss schleppen können. Keiner hätte es bemerkt oder gefragt. Alle Türme werden erkundet, jeder kleinste Raum durchsucht. Mit erstaunten Gesichtern verlassen wir das Schloss. Die Antwort auf unserer Frage folgt im Eingangsbereich. Völlig panisch greift der nette Herr an der Kasse nach seinem Telefon. Das Personal vergaß, die Privaträume und den Großteil des Schlosses, der nicht für die Öffentlichkeit bestimmt ist, zu verschließen und so war es uns möglich, durch den kleinsten Winkel zu kriechen und das Schloss hinter dem Schloss zu entdecken!
https://chateau-de-la-rochepot.com/fr/Read more
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- Day 2
- Sunday, June 24, 2018 at 5:00 PM
- ⛅ 22 °C
- Altitude: 258 m
FranceSavigny-lès-Beaune47°3’45” N 4°49’8” E
Einfach anders Anders!

Nach einem gemütlichen Picknick auf einer Wiese irgendwo im französischen Nirgendwo trifft uns die nachmittägliche Ferienmüdigkeit auf den Fuß. Uli verspricht uns auf dem Heimweg eine große Überraschung. Carlotta spekuliert auf ein Schwimmbad, der Rest befürchtet ein Schloss;-) Der Weg zur Überraschung führt uns an einer Felsenwand vorbei, nicht vorbei sondern darüber. Mit weitem Blick auf das unendliche Tal der Rhone schleichen wir uns auf allen Vieren an den Rand der felsigen Wand. Ich erkläre Vincent, das "meine" provencialische Wand aber Anders ist! Anders? Ja, einfach noch Anders, felsiger, steiler, schwärzer, Anders eben. Von nun an war alles Anders. Anders rennt durchs Auto, vor und zurück, hin und her - Anders Häuser, Anders Essen, Anders trinken, Alles Anders, Anders, Anders! Die Überraschung war auch Anders! Ein AndersSchloss, ohne schlossüblichem Inventar sondern mit Flugzeugen, Oldtimerautos, Traktoren und Motorrädern. Meine Müdigkeit und mein ausgeprägtes Desinteresse an Motoren lassen meinen Gang durch das Motorenschloss immer langsamer werden. Carlotta bemerkt treffend, dass doch irgendwie jedes Flugzeug gleich aussieht, Körper und Flügel eben. Vielleicht hier und da ein wenig Anders bemalt, der Rest gleich. Recht zügig führt uns ein Anderer Weg zu einer Parkbank, wo alle irgendwann auf Uli warten, dem ja bekanntlich Motorenöl durch die Venen fließt und der zu jedem Fahrzeug eine Geschichte erzählen könnte, wenn der Rest der Gruppe nicht den Anderen Weg gewählt hätte, die gechillte Parkbank.Read more
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- Day 2
- Sunday, June 24, 2018 at 5:05 PM
- ⛅ 21 °C
- Altitude: 447 m
FranceLa Rochepot46°57’36” N 4°40’54” E
Einfach anders Anders! 2

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- Day 3
- Monday, June 25, 2018
- ☀️ 24 °C
- Altitude: 279 m
FranceLioux43°56’7” N 5°19’10” E
Drölf km bis in die Provence

Flink rennen alle am Morgen durch unser Haus. Zum einen natürlich um weiter gen Süden zu reisen, zum anderen aber auch, um das Haus wieder in seinen Urzustand zu versetzen. Nein, wir tragen keine Steine ab und putzen nicht die Wände. Wir putzen das Klo, die Küche und den Boden. Das war die Vereinbarung für dieses Haus und ist mit vielen Händen schnell erledigt. Zwar fragendes kurzfristiges Maulen, aber dennoch schnell erledigt. Da mich eine solch große Reisegruppe immer irgendwie an eine Jugendherberge erinnert, führe ich recht schnell die Herbergsregeln ein. Der Küchendienst ist geboren. Carlotta und Noah trifft der Küchensklavendienst zuerst;-) Amon und ich folgen, die Teenager als Letzte in der Reihe. Kein Widerspruch! Außer vielleicht der Plan, besonders viel am Tisch stehen zu lassen, um die Sklaven zu quälen;-)
Mit voll gepacktem Auto reisen wir Richtung Provence. Während der Reisestunden ist es jetzt sehr still. Kopfhörer auf den Ohren verhindern ungezügeltes Quatschen. Das ist für das Cockpit meist sehr angenehm, möchte ich die hinteren Plätze aber auf etwas Schönes auf unserer Strecke hinweisen, verrenke ich mir fast den Nacken, um dann meist Vincent in Gebärdensprache zu bitten, sich für einen kurzen Moment der Ohrstöpsel zu entledigen. In der Regel kommt dann ein "Häää?" Und dann die ganze Ansage noch einmal von vorne!
Die Außentemperaturen steigen unentwegt Richtung Süden. Plötzlich öffnet Uli die Fenster. Sehr ungewöhnlich, denn nach bisheriger Ansage und um die Arbeit der Klimalage nicht zu stören, blieben die Fenster geschlossen. Ich befürchte Schlimmstes, auch weil ich Ulis fragendes Gesicht direkt neben mir beobachten kann. Der Klimaanlage scheinen diese Außentemperaturen nicht mehr zu gefallen und pünktlich zur Einreise in die Provence beendet sie ihren Einsatz. Die Kinder genießen die Luft um ihre Nase, ich ahne eine Hitzewelle auf uns zu rollen!
Die Gespräche, sofern alle von Ohrstöpseln befreit sind, nehmen immer wieder kuriose Formen an. Uli und ich streiten sich um Mr.Google. Ich vertraue auf die Navigation. Eine natürliche Navigation wurde mir nicht in die Wiege gelegt, und so vertraue ich blind auf die Dame in meinem Smartphone. Ulis Routenempfehlung ist oft eine andere. Die Mathematik sagt "was zu beweisen wäre"!
Die Kinder erweisen sich als Sprachtalente. In verschiedenen Sprachen wird das gesammelte Wörterchaos durch das Auto gebrüllt. In diesem Land würde mir schon französisch reichen, aber in diesem Auto jagen wir gerade durch alle Kontinente mit der sensationellen Erkenntnis, dass wir Deutschen doch eine eigenartige Anordnung der gesprochenen großen Zahlen haben. Warum gibt es eigentlich eine Dreizehn und keine Drölf?! Die Antwort bleibt aus und so fahren wir mit Drölf geöffneten Fenstern in die Provence.Read more
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- Day 4
- Tuesday, June 26, 2018 at 7:00 PM
- ☀️ 26 °C
- Altitude: 279 m
FranceLioux43°56’7” N 5°19’10” E
Unterwegs

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- Day 4
- Tuesday, June 26, 2018
- ☀️ 23 °C
- Altitude: 713 m
FranceForêt de Saint-Lambert43°58’48” N 5°18’51” E
Die andere Wand!

Heute möchte ich Vincent "meine" andere Wand zeigen. Während meiner letzten Reise mit Uli sind wir nichts ahnend am Rande eines kleinen provencialischen Dörfchens auf eine Wand gestossen, dunkel, mächtig, felsig, einfach da, wie aus dem Nichts. Meine Begeisterung war übergroß. Mein "anders" hat ja schon für einige Lacher in diesem Urlaub geführt. Heute dränge ich meinen Sohn an die "Anderswand";-) Und nicht weniger staunend steht Vincent, und der Rest unserer Gruppe, vor diesem Felsmassiv. Wirklich anders! Vincent redet unentwegt in Superlativen. Heute wirkt die Anderswand aber viel weniger bedrohlich, nicht groß und dunkel und übermächtig, sondern groß und hell und übermächtig. Nicht weniger imposant aber viel weniger bedrohlich. Das Wetter ist wunderbar, der Himmel tiefblau. Die Sonne lässt ihre Strahlen auf dem Felsmassiv tanzen und so leuchtet meine "Anderswand" in hellen, fast goldenen Tönen.Read more
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- Day 4
- Tuesday, June 26, 2018
- ☀️ 25 °C
- Altitude: 279 m
FranceLioux43°56’7” N 5°19’10” E
Chilltime

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- Day 5
- Wednesday, June 27, 2018
- ☀️ 25 °C
- Altitude: 279 m
FranceLioux43°56’7” N 5°19’10” E
Pooltime und SchlossShopping

Die Kinder ignorieren den Morgen und liegen den Tag ignorierend in ihren Betten. Gemeinsam mit Carlotta, der kein Ausflug zu viel oder zu weit ist, fahren wir mit Julien, dem Vermieter unseres Häuschens zur etwas anderen Schlossbesichtigung. Uli hegt den Traum eines kleinen eigenen Häuschens in der Provence. Die provencialische Romantik wird in Büchern oft beschrieben und bei jedem Aufenthalt in diesem wunderschönen Fleckchen Erde erwacht der Traum aufs Neue. Also warum sich nicht einfach ein paar schöne Häuschen oder Schlösschen anschauen und träumen.
In einem beliebten "alle sind wichtig" Dorf fahren wir durch ein imposantes, in die Jahre gekommenes Tor in ein scheinbar unbewohntes, mit Efeu und Dornen bewachsenes Grundstück, und halten vor einem schlossähnlichen sehr großen Landhaus. Kneift man seine Augen ganz fest zu, verschwinden Staub und Löcher im Putz, und man kann man deutlich den verflossenen, ehemaligen Glanz erkennen. Das Zukneifen beherrsche ich sehr gut. Makulatur war die Kunst des Ostens. Auch Carlotta schreitet nahezu durch das "Schloss". Selbst die staubigsten und hässlichsten Ecken glänzen bei ihr in Gold und Diamanten. Das Haus gewinnt deutlich an Wert, als sie auf das Wertvollste im ganzen Gebäude stößt, Braungold und Weißgold - 2 Schlosspferde! Ob die wohl Teil des Deals wären? Diese Frage wird ihr in den nächsten Stunden, Tagen keine Ruhe lassen. Mit jedem Schritt durch das gesamte Anwesen rechnet und kalkuliert Uli, und auch er hat seine Beschäftigung für die nächsten Tage hier in der Provence gefunden. Ich spaziere einfach nur friedlich und detailverliebt durch die Räume, auf der Suche nach anderen, vergessenen Schätzen. Pferde schließe ich aus;-)Read more
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- Day 6
- Thursday, June 28, 2018 at 10:00 AM
- ☀️ 23 °C
- Altitude: 88 m
FranceLa sorgue43°55’21” N 5°7’37” E
Zur "kleinen" Quelle der Sorgue

Schon gegen 9 Uhr sitzen alle am Frühstückstisch. Ich habe heute mit Amon Küchendienst. Eigentlich habe ich immer Generalküchendienst. Ich schwebe sozusagen im Backround wachend über die Durchführung. Der eigentliche Dienst vermeidet oft den Geschirrspüler wie der Teufel das Weihwasser. Alles wird in der Küche gestapelt und getürmt mit der festen Überzeugung, das räumt sich wohl selbständig in den Spüler. Also ist der Generalküchendienst notwendig, um zeitnah einzugreifen, bevor alle augenblicklich im Pool verschwinden. Nichts funktioniert bei dieser Anzahl von Menschen geräuscharm. Nur dieser eine Moment, nachdem das Geschirr schnell in der Küche ungeschickt gestapelt wurde, ist der Moment ohne Diskussionen, ohne lautstarkem Fragen oder Klagen. Hauptsache schnell und leise aus dem Ort der Plackerei raus, verpissen sozusagen. Hockt man einmal im Pool, ist die Chance groß, dass man triefnaß nicht wieder zurück gebeten - befohlen - wird, um die Sklavenarbeit zu beenden.
Heute sind wir auf dem Weg zur Fontaine de Vaucluse, zur Quelle der Sorgue am Fuß einer riesigen Felswand. Nur ca 30 min mit dem Auto durch wunderschöne Dörfchen hier im Liberon und schon stehen wir in Fontaine de Vaucluse, inmitten sonnenschirmgeschützter, fofografierender, bunt gekleideter Chinesen. Wir fotografieren auch oft anstrengend viel, Uli und ich in gleichem Maß, aber eben anders ;-), nicht chinesisch, ohne Pause in jeder erdenklichen Ecke oder Unecke. Uli befürchtet sowieso die chinesische Invasion in nicht allzu ferner Zukunft. So betrachtet er die große Zahl der Besucher des anderen Kontinents doch sehr skeptisch. Sollten uns 1,4 Mrd freundliche Chinesen besuchen, wird es tatsächlich wackelig auf unserem Kontinent.
Bei schönstem Wetter spazieren wir in morgendlicher Frische der Quelle der Sorgue entgegen. Meine bisherigen Quellen, meist in meiner Kindheit besucht, waren eher kleine plätschernde Rinnsale, die aus einem Steinvorsprung hervor sprudeln. Diese Quelle hier ist ein reißender Strom, nicht flüsternd plätschernd sondern lautstark sprudelnd. Der Blick in den Wasserlauf lässt erahnen, welche Gestalt die Quelle nach ein paar Tagen Regen annehmen kann. Ich sehe panisch flüchtende, sonnenbeschirmte, fotografierende Chinesen vor meinem inneren Auge.
https://de.m.wikipedia.org/wiki/Fontaine-de-Vau…
http://www.oti-delasorgue.de/entdecken/land-der…Read more
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- Day 6
- Thursday, June 28, 2018 at 8:00 PM
- ☀️ 25 °C
- Altitude: 279 m
FranceLioux43°56’7” N 5°19’10” E
Hollywood in der Provence

Unseren Nachmittag verbringen wir nach provencialischer Manier sonnenträge auf der Liege, am oder im Pool. Wie immer lautstark! Gegen Abend begleiten die Mädels der Reisegruppe , Carlotta, Lara und ich, Uli auf eine kleine Landfahrt, ohne Ziel. Ohne Ziel findet man meist das schönste Ziel, das kleine, stille Örtchen Joucas. Wunderschön, fast wie die Kulisse eines französischen Filmes, und ein Fest der Sinne mit herrlichem Blick auf den Luberon. Da die 3 Jungs in der Hoffnung auf ein paar unbeobachtete Momente am Smartphone maulend ihr Zuhausebleiben einfordern, genießen wir kulinarisch und optisch eben alleine ;-)
Ach und dann kam da noch Jonny Depp ;-) ;-) ;-) (Interviews dazu gibt Carlotta!)Read more
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- Day 7
- Friday, June 29, 2018 at 11:00 AM
- ⛅ 23 °C
- Altitude: 375 m
FranceRustrel43°55’12” N 5°29’58” E
Colore Colorado

Wieder recht früh auf den Beinen ist unser Ziel heute der Colorado Provencal, eine in verschiedenste Ockertöne getauchte Felsenlandschaft. Mit festem Schuhwerk und Wasserproviant gerüstet entscheiden wir uns für die längere der beiden Strecken. Trotz des beeindruckenden Schauspiels versuche ich den Begriff "längere Strecke" bei den Kindern zu vermeiden. Kommt nie gut an! Am besten man erwähnt nur "leichter Spaziergang". Und tatsächlich reden wir hier von nur 3,9 km!
In der Sahara, der ersten Formation in diesem Ockersteinbruch, hört man das erste große Staunen. Am lautesten von mir, den ich liebe diese Naturschauspiele. Die Kinder erklimmen den ersten felsigen Gipfel und mit ockerfarbenem Kopf winken sie auf die im Tal geblieben, Carlotta und mich;-) Carlotta stopft sich die Taschen voll Reiseandenken, dem Sand der Ockersahara;-).
800 m unseres "Spaziergangs" haben wir schon zurück gelegt. Die Felsbesteigung und der beschwerliche Abstieg lässt die Kinder auf einen schnellen Ausgang dieses Spaziergangs hoffen, trotz großer Begeisterung. Ich hoffe auf den Schatten des Waldes, der die erhitzten und farbigen Köpfe der Bergsteiger wieder normal temperiert. Das funktioniert weniger schnell als gewünscht. Humpelvincent schlägt sich tapfer. Sein Zeh scheint schon wieder felsresistent zu sein. Zu Beginn des Urlaubs habe ich ihn ja schon auf Krücken, schlimmstenfals auf einer Sänfte durch die Provence gleiten sehen.
Wir setzen unseren Weg fort. Gelb, der "lange" Weg, ist unsere Wahl. Gelb scheint aber gesperrt, ein Hindernis blockiert den Weg und plötzlich ist gelb gleich blau. Diese Farbmischerei gefällt uns nicht. Wir trennen die Mischung. Mit einem Plan in unserer Hand überwinden wir die "Hürde" - und schleichen auf verbotenem gelbgelben Weg weiter durch das Ockerland. Schleichen war die Ansage, impliziert Stille. Die Dezibel in dieser Gruppe erinnern eher an das durchgehende Schwatzlautstärkelevel eines provencialischen Wochenmarktes. Amon übernimmt die Dezibelspitzen mit gewohntem ungewöhnlichem Kinderbasston und Noah übernimmt das Permanentrauschen im mittleren Bereich. Eine unendliche Wortflut begleitet die Teenager hinter mir. Wann dieses Kind Luft holt, ist mir ein Rätsel. Die Teenager ertragen in scheinbar unendlicher Geduld.
Der gelbgelbe Weg ist vor unseren Füßen noch sichtbar, verjüngt sich aber zusehends. Irgendwie lässt mein Vertrauen in den Plan nach. Vorsichtshalber versuche ich Google Maps zu aktivieren, natürlich ohne Erfolg. Ocker und Wald sind Google-resistent. Uli übernimmt weiterhin die Führung. Hier und da muss er sich an Wegkreuzungen entscheiden. Er versichert noch immer absolute Ortskundigkeit. Dem entgegnen steht der verunsicherte Blick an einer kaum erkennbaren Wegkreuzung. Carlotta und ich spazieren entspannt hinter Uli. Carlottas Geschichten sind ebenso zahlreich wie Noahs. Da sie aber doch hin und wieder Luft holt, bestaunt und fotografiert, ist mir diese Begleitung sehr angenehm. Hinter uns in etwas größerem Abstand der Rest der Gruppe, unuberhörbar selbst bei fehlender Sicht. Irgendwann erreichen wir mit leeren Wasserflaschen und für die Kinder gefühlten "vielen" km den Hauptweg, gelb und blau mischen sich hier wieder. Ein letzter, fast schon nachlässiger Blick auf die ockerfarbenen Feenfelsen und wir erreichen schon bald unseren Parkplatz, unter größtem Stöhnen über diese unglaubliche Anstrengung. Ach, aber war doch super, diese Ockrigkeit! ;-)
The Provençal Colorado
Association du Colorado de Rustrel, siège: cabanon de Petacheu, D 22, 84400 Rustrel
04 90 75 04 87
https://g.co/kgs/Z2rptsRead more
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- Day 7
- Friday, June 29, 2018 at 11:00 AM
- ⛅ 24 °C
- Altitude: 293 m
FranceRoussillon43°54’16” N 5°17’35” E
Hangover 4 und Raoul Petite

Nach unserer "beschwerlichen" Ockerreise und einem schläfrigem Nachmittag sind wir mit Vincents Gästen, Elisa einer Schulfreundin und deren Eltern, auf dem Weg zum ersten Platz des kleinen Ortes. Dort tritt heute Raoul Petit, ein französischer ungewöhnlich bunter Sänger mit seiner Band auf. In bester Urlaubskleidung flanieren wir in den Ort. Der Platz füllt sich. Mit Pommes, vegetarischem Irgendwas und Crepes in der Hand überdauern wir die 4! Vorbands. Das dauert gefühlt ewig und nach unserem Ockertrail sind wir fußlahm. Die Teenager sitzen auf dem Asphalt. Wir warten. Carlotta findet die kreative Lösung für das lange Warten - einen Hennatattoostand. Alle Kinder und Teenager folgen und einer nach dem anderen lässt sich Hand, Arm oder Schulter mit einem indischprovencialischen Hennamuster schmücken. Ich warte geduldig und bin etwas erstaunt über Ulis Großzügigkeit für diesen kreativen Unsinn. Noch mehr erstaunt mich unwesentlich später dass Uli versehentlich beinahe beim Durchqueren des Hennazelttempels eine Zeltstange umreißt, damit den ganzen indischen Zauber beinahe beendet hätte und dann selbst auf dem Behandlungsstuhl der Henna-Künstlerin sitzt. Die Teenager weisen mich ununterbrochen lautstark lachend auf Uli auf dem Hennastuhl hin. Ich hoffe inständig, dass die Hennadame ihn nicht von einem Tattoo auf der Stirn überzeugt. In seiner aktuellen Großzügigkeit und überschwenglichen Freundlichkeit hätte er sich sicher von der Hennadame überzeugen lassen. Die kam gottseidank nicht auf die Idee! ( Meine wäre es sicher gewesen ;-) ) Die Teenager sind großzügig in ihrem Urteil " Bei den paar Pommes im Magen! Das Bier war sicher Starkbier!!" Ich bleibe ruhig und versuche die Übersicht zu behalten. Meine Geduld wird aber wirklich deutlich strapaziert, als Uli unentwegt mit Hennahand und Finger vor meinem Gesicht herum wedelt.
Pünktlich zum Ende des Vorprogramms verlassen wir alle, außer Uli, den Platz. Die Füße verlangen ihren Ockertribut. Die 3 Kleinen schauen nun schon seit mehr als 2 Stunden den Menschen auf Po und Nacken und können die Musik und Geräusche auf der Bühne nur optisch interpretieren. Das ist wenig spaßig und so geben wir auf, ohne Raoul Petit kennengelernt zu haben.
Das hat Uli für uns übernommen. Scheinbar hat der Starkbiereinfluss nachgelassen und am nächsten Morgen erzählt er uns von einem unglaublichen, überwältigendem, bunten, hochmusikalischem Spektakel - ein grandioses Konzert, dass wir leider zu früh verlassen haben. Uli erzählt sehr bewegungsintensiv - schon wieder wackelt seine Hand vor meinem Gesicht und beschreibt seine Begeisterung. - Und ich sehe Henna !!!
https://de.m.wikipedia.org/wiki/Raoul_Petite
https://www.youtube.com/watch?v=lk8moc-Hcf4Read more
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- Day 8
- Saturday, June 30, 2018 at 1:00 PM
- ☀️ 31 °C
- Altitude: 23 m
FrancePont du Gard43°56’51” N 4°32’6” E
Nur Feiglinge bremsen!

Wie verabschieden uns von der Provence. Ich komme ganz bestimmt wieder, vielleicht in Ulis neues Schloss;-) Das Haus ist geputzt und das Auto gepackt. Dieses Unternehmen funktioniert immer erstaunlich gut. Alle verantworten ihr Zimmer und Gepäck selbständig. Ein Kontrollgang am Ende und schon reisen wir weiter gen Cevennen. Schon vor unserer Reise buchen wir eine Kanufahrt auf der Gard, auf mein Drängen. Ich war von Pont du Gard restlos begeistert und das Viadukt zu unterpaddeln, empfand ich als grandiose Idee. Die Kinder sind begeistert, und verängstigt. Vincent erzählt in stolzen Tönen von seiner Kanukunst. Schließlich saß er schon einmal in einem solchen Boot - 30 min lang;-) Er sieht sich schon raftend heldenhaft durch die Stromschnellen kämpfen ;-) Wir haben also einen Profi an unserer Seite;-) Amon, Carlotta und Noah schwatzen beängstigend und ängstlich durcheinander " Sitzen wir alleine im Boot? Gibt es Wasserfälle? Tauchen wir unter? Fahren wir sehr schnell? Ist der Fluss tief?" Diese Fragen sind nicht zu beantworten. Keiner von uns ist je auf der Gard Kanu gefahren. Da sie aber bedenkenlos kleine Kinder auf den Fluss lassen, kann es kein reißerischer Amazonas sein. Wir sitzen in 5 Kanus . Vincent, Lara und Noah dürfen sich alleine durch die Strömung kämpfen, Uli und Amon als Duo und Carlotta zusammen mit mir im Kanu. Das Wetter ist wie immer bisher grandios, ca 30 Grad, eine leichte Brise und herrlich klares, erfrischendes Wasser unter uns. Alle reden begeistert durcheinander. Es ist himmlisch auf der Gard. Hier und da könnte der Fluss ein bisschen an Fahrt zulegen, aber so schaffen es selbst die absoluten Kanuneulinge gefahrenlos auf der Gard zu gleiten. Carlotta springt als Erste in das kühle Nass, großartig! Ich hinterher, wunderbar! Wir unterbrechen immer wieder für ein Bad. Ich schätze die Temperaturen der Gard auf ca 26 Grad. Das Wasser ist sehr flach und der Fluss fließt sehr langsam, also ausreichend Zeit für angenehme Temperaturen. Carlotta und ich entscheiden uns von Beginn an für die Poleposition, von hinten ;-) Irgendwie scheint unser Kanu langsamer als das der anderen, obwohl wir ständig unserer Paddel ins Wasser tauchen, vielleicht nicht immer ganz synchron;-) Der Vorteil dieser Position ist aber die komplette Übersicht und das Erkennen von Gefahren im Voraus. Die anderen sind ja schon durchgefahren:-) Klitzekleine Niagarafälle sind zu überwinden. Den ersten hat der Rest unserer Gruppe schon gemeistert. Wie sammeln unseren Mut und paddeln auch geradewegs auf den sprudelnden Abgrund zu. Und schon wieder macht dieses Kanu was es will! Eben nicht geradewegs, sondern immer im Kreis vor dem vermeintlichen Abgrund. Die anderen parken ihr Kanu auf der gegenüberliegenden Seite. Man könnte meinen etwas spöttisch. Nach einigen Piruetten schaffen wir endlich den Weg über den sprudeligen "Abgrund" . Wir feiern uns. Leider etwas zu lange, denn vor uns erscheint nur wenige Sekunden später eine Felswand. Da unsere Gedanken noch rückwärts gerichtet sind, rasen wir ungebremst auf diese Wand zu. Carlotta springt in letzter Sekunde noch in den mittleren Teil des Kanus und schon trifft die Spitze des Plastikkanus auf den Vorsprung des Felsens. Von 100 auf 0 kmh , das muss erstmal jemand schaffen! Spott und Häme treffen uns augenblicklich, großes Gelächter von den anderen Booten. ------ Ha! "Nur Feiglinge bremsen!!!!" Wir mutigen Kanuhelden fahren stolz weiter auf der Gard. Auch Lara mag Abenteuer. Erst lässt sie sich von Amon nach einem Blitzangriff in feindlicher Übernahmeabsicht aus ihrem Kanu schmeißen und als ob das nicht genug wäre, verfängt sie sich kurze Zeit später mit ihrem Kanu in den "entsetzlichen kanufressenden Gardschlingpflanzen". Mit letzter Kraft und hochrotem Kopf kann sie sich befreien. Und wer jetzt denkt, sie hat doch ihren Prinzen dabei, der genau auf solche Rettungsaktionen wartet, der sei eines Besseren belehrt. Vincent gleitet stolz, nonchalonce in vorderster Poleposition über das Wasser ohne Blick zurück auf seine Prinzessin in den Schlingpflanzen.
Nach ca 90 min flussabwärts erreichen wir den Höhepunkt unserer Flussreise, die Pont du Gard. Hier gleiten wir auf unseren Booten langsam und staunend unter dem antiken, sensationell großen Viadukt hindurch. Vincent erzählt von seinem weniger erfolgreichen Test im Französischunterricht mit dem Thema Pont du Gard. Ich denke, lieber erfolgreich und echt in der Praxis als erfolglos in der Theorie! Also 15 Punkte für diesen Ausflug;-)Read more
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- Day 8
- Saturday, June 30, 2018 at 7:00 PM
- ☀️ 29 °C
- Altitude: 216 m
FranceThoiras44°3’52” N 3°55’37” E
In den Wäldern der Cevennen

Müde und glücklich finden wir unser kleines Schloss - irgendwo im französischen Nirgendwo - in den Wäldern der Cevennen. Das Haus ist toll! Sehr schnell besetzen wir das Haus, strömen aus und finden unsere Lieblingsplätze. Nach dem Abendessen wird es still im Haus. Alle ziehen sich entkräftet aber zufrieden zurück, meist in die Smartphonewelt ;-) Die Welt soll schließlich von unserem Abenteuer erfahren;-)Read more
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- Day 9
- Sunday, July 1, 2018 at 4:00 PM
- ☀️ 31 °C
- Altitude: 311 m
FrancePic de Montvaillant44°3’10” N 3°53’54” E
Rivertale

Ein entspannter Tag und ein Bad in der erfrischenden Gard!
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- Day 10
- Monday, July 2, 2018 at 1:44 PM
- ☀️ 28 °C
- Altitude: 356 m
FranceMerdanson43°54’31” N 3°44’39” E
Grotte des Demoiselles u.ein kühles Bad

Nach dem Frühstück sitzen wir wieder in unserem Auto auf dem Weg zu einer neuen Sensation, zumindest kündigt Uli es so an. Und es sollte sich bewahrheiten! Ungewöhnlich friedlich fahren wir durch die bewaldete Landschaft der Cevennen in das ca 40 km entfernte Saint-Bauzille-de-Putois. Wir erwarten eine Höhle am Fuß des Berges. Zu unserer Verwunderung führt uns der Weg aber über Serpentinen an der Bergwand hinauf. Kein anderes Auto ist auf der Straße zu sehen, weder auf unserer Seite noch uns entgegen kommend. Panisch versuche ich einen eventuellen Irrtum in den Öffnungszeiten zu ergoogeln. Einige wenige Autos sind auf dem Parkplatz zu sehen, womöglich die Angestellten? Im großen Eingangsbereich der Höhle kein Mensch! Totenstille! Laut Google geöffnet, aber ich bin skeptisch. Eilig laufe ich vor und siehe da, man verkauft uns Karten für die Höhle, also tatsächlich geöffnet. Eine der schönsten Höhlen Frankreichs, und keiner geht hin! Komisch! Später erfahren wir, dass sich Mitte Juli zur französischen Ferienzeit die Menschen hier am Einlass drängen. Und so kommen wir in den Genuss einer Privatführung, in französisch ;-) Unser Guide ist ein ausgesprochen netter und kompetenter Höhlenmensch. Während der Führung erfahren wir, dass er seit mehr als 15 Jahren ca 200 Tage jährlich in einer Höhle verbringt, führt und forscht. Ich mag gar nicht ausrechnen, wieviele dunkle und feuchte Stunden das sind. Dafür sieht er aber erstaunlich gut aus, erinnert jedefalls nicht an einen Gollum.
Eine kleine Bahn fährt uns in das kalte Innere des Berges. Wir bewundern großartige Höhlenräume, geschmückt mit den schönsten Stalaktiten und Stalagmiten. Uli ist unentwegt am übersetzen. Tatsächlich spricht der Höhlenmensch aber so angenehm langsam und deutlich, dass ich ohne die Sprache je gelernt zu haben, vieles verstehe. Die Teenager verstehen laut Vincent nahezu alles. Unser kleines Urlaubsforschungsteam schleicht andächtig durch die Höhle. Der Höhlenmensch erklärt uns, dass hier unter Tage in diesen Millionen von Jahren alten glitzernden, märchenhaften, fast sincefiction mäßigen "Erdlöchern" das Klima unseres Planeten erforscht wird. Jeder dieser "Zapfen" - Stalaktiten und Stalagmiten - gibt - wie die Jahresringe eines Baumes, nur viiiiiiiiel viel älter - Zeugnis unserer vergangenen Klimaperioden, und damit vielleicht auch Rückschlüsse auf unsere Zukünftigen.
Beeindruckend, faszinierend, wunderschön! So laufen wir staunend durch die Höhle. Und das Beste kommt fast zum Schluss! Durch einen engen Gang gelangen wir in die "Kathedrale" der Höhle. Hier finden wir keine Worte! "Ah,Oh,Wau,Puh, - Wahnsinn!" Ich habe nie etwas vergleichbares gesehen! Vielleicht die Sacrada Familia, von Menschenhand gebaut und ungleich jünger. Das hier ist ein Wunder tief im Berg. Uns allen stockt der Atem. 60m tief, 100 mal 40 m breit stehen wir am Rand der schönsten Naturkathedrale. Kristallzapfen größer und beeindruckender als man es sich je vorstellen kann. Wir stehen hier in Demut bei 14 Grad Celsius ;-) Der Höhlenmensch erzählt uns in wohlklingendem französisch von der Kathedrale, von der Höhle, von vielen Höhlen. Viele Fragen liegen uns auf der Zunge, die er sehr geduldig beantwortet, der Luxus einer Privatführung. Nach ca 1,5 h verlassen wir den Berg, die schönste aller schönen Höhlen - und die nicht mehr ganz angenehmen 14 Grad. Wir blinzeln noch immer völlig geflasht ins Sonnenlicht.
Ich bemühe eilig meinen Google Übersetzer :
"Vielen Dank für die großartige Führung. Es hat uns sehr gut gefallen! - Merci beaucoup pour les super tours que nous avons vraiment aimé! "
Alle staunen!!!! - Ich war schnell;-)
http://www.demoiselles.fr/index.php/en/Read more
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- Day 11
- Tuesday, July 3, 2018 at 3:40 PM
- ⛅ 29 °C
- Altitude: 311 m
FrancePic de Montvaillant44°3’10” N 3°53’54” E
Garde de tortures !

"Aua, autsch, Mist, Sch..." fluchend kämpfen sich Lara, Carlotta und ich durch die Strömung. Anfangs bin ich noch Flipflopgerüstet in der Gard unterwegs. Viele wackelige, nahezu gefährliche, rutschige, glitschige Momente später verabschiedet sich mein Flipflop in die Fluten der Gard. Nein, ich springe NICH hinterher, NICHT die Staustufe hinunter! Mit schmerzenden Füßen kämpfen wir uns langsam und vorsichtig dem Schlappen hinterher. Der wurde aber schon lange von den reißenden Fluten verschluckt. Immer wieder fallen wir, rücklings, bäuchlings, seitwärts. Unsere Füße stecken in den Spalten der größeren Steine, zwischendurch wieder schmerzende Kiesel. Wir lachen und schimpfen gleichzeitig. Ich beende die Tortur früher als Lara und Carlotta. Irgendwie funktioniert mein Gleichgewichtssinn deutlich weniger gut als der der Beiden. Ich stürze unentwegt. Nach einer gefühlten Ewigkeit landen alle wieder am steinigen Strand. Lara und Carlotta deutlich erschöpft, Amon hinterher, und Noah und Vincent? Lachend und heldenhaft laufen sie mit ihren dicken Schwimmreifen an Land. Von Schmerzen keine Spur!
Blaugefleckt jammern wir Unbereiften noch bis zum späten Abend über unsere Tour de Force.Read more
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- Day 12
- Wednesday, July 4, 2018 at 12:01 PM
- ☀️ 29 °C
- Altitude: 216 m
FranceThoiras44°3’52” N 3°55’37” E
Happy Birthday Vincent!

Unser Tag steht heute im Zeichen unseres Geburtstagskindes Vincent. Die letzten Tage waren Vorboten und Carlotta hatte kaum ein anderes Thema auf ihren Lippen. Das baut Druck auf. Carlotta wurde offizielle Geburtstagsplanerin und seitdem versucht sie, jeden noch so kleinen Laden zu entdecken, der Partyzubehör in seinem Sortiment führt. Konfetti, Girlanden, Luftschlangen und die von Vincent gewünschten Luftballons! Dazu kommen das Festessen, der Geburtstagskuchen, die Rede, das Programm und natürlich die Geschenke. Je näher der Geburtstag rückt, umso deutlicher ihre Anweisungen. Der Tag vor dem großen Tag steht fast ausschließlich unter Carlottas Regie. Mit diktatorischer Deutlichkeit fordert sie die gesamte Geburtstagsgesellschaft zum mehrfachen Proben des Programms auf. Ein Ablaufplan muss geschrieben werden. Die Jungs schlürfen nur widerwillig in den Probenraum, auf die Terrasse, und leidlich gelangweilt folgen sie der Anweisung der Regisseurin. Diese Kommandantur ihrer Schwester missfällt ihnen deutlich. Carlotta plant 2 h Proben ein, das Ensemble verweigert sich und so nimmt sie missbilligend die notdürftige Probe und die fehlende Textsicherheit hin. Da hier in den Cevennen "überraschenderweise" kein Partyzubehörladen zu finden ist, basteln wir aus bunten Papptellern Geburtstagshüte, eine Krone für Vincent, Girlanden und - Konfetti! Carlotta ist bis kurz vor Mitternacht mit nicht endend wollendem Eifer am Basteln, Dekorieren und Kuchen backen. Ich auch , mit nachlassendem Eifer und totmüde. Pünktlich zu Mitternacht sitzt der Geburtstagsprinz auf seinem Tron, und wir schauen gemeinsam seinen Geburtstagsfilm. Den hab ich dann auch noch in den wenigen freien Minuten geschnitten. Vincent ist jetzt 16 Jahre alt!!!!! Hoch soll er leben!!!
Heute morgen ist die Regisseurin schon um 7 Uhr wach. Ich bin noch fürchterlich müde, aber so ein Geburtstagsfrühstück richtet sich ja nicht von alleine. Girlanden werden aufgehangen, Kuchen noch verziert, Tisch dekoriert, 100 Wasserbomben gefüllt ( anstelle der Luftballons) und - es wurde geprobt! Amon wurde als erster von der Probebühne verwiesen. Er weigert sich tatsächlich, sein Hütchen aufzusetzen!!!! Unter Androhung von Geburtstagsstrafe sitzt er schließlich doch geläutert mit Hütchen am Tisch ;-) Der bekronte Vincent wird beim Einmarsch mit "selbstgeschnittenem" Konfetti beschmissen, nimmt auf seinem Thron platz und lauscht andächtig dem Programm ;-) ( OK, vielleicht auch ein bisschen peinlich amüsiert ;-) Carlotta, auf dem Höhepunkt ihrer planerischen Perfektion, erklärt danach den Jungs die Regeln des Wasserbombenspiels, ausführlich und präzise. "Ja, Ja, Ja" ( Ein Schelm, wer böses dabei denkt;-) Sie erbittet sich jedoch ausreichend Zeit, ihr Partykleid vorher in Badekleidung zu tauschen. Keine 3 Sekunden nach ihrem Abgang fliegen die Bomben über Tische und Bänke, lautstark lachend und triefnaß in Tempo um den Geburtstagstisch. Nur Carlotta fehlt, die zieht sich ja noch um ;-)Read more
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- Day 13
- Thursday, July 5, 2018 at 1:00 PM
- ⛅ 17 °C
- Altitude: 933 m
FranceLe Margnès43°38’39” N 2°39’54” E
Die Blaue Lagune - Cirque de Navacelles

Wir verlassen die Cevennen Richtung Mittelmeer. Unser Seniorauto ist wieder gepackt, und wir fahren wir über die Berge der Cevennen Richtung Cirque de Navacelles. Ich war schon auf unserer letzten Reise restlos begeistert von diesem Naturspektakel und kann es kaum erwarten, dass die Kinder diesen Ort erleben. Im Mittelpunkt des Cirques wartet ein grandioser Wasserfall auf uns. Ich packe selbstverständlich die Badesachen in die Tasche. Uli zweifelt, ich ganz und gar nicht. Die Badeentscheidung war natürlich bei den Kindern nicht einen Moment lang in Frage gestellt. Lautstark klettern wir über den Rand des Wasserfalls. Ein kurzer Moment des Überlegens. Kinder sind aber auch auf der unteren Plattform zu sehen, also sollte es machbar sein. Nur wenige Momente später stehen wir vor dem ersten Felsenbasein an der Seite des sprudelnden Wasserfalls. Hier fällt uns die Entscheidung nicht mehr ganz so leicht ;-) Mit skeptischen Gesichtern stehen wir vor diesem herrlich klarem, glitzerndem - bedrohlich kaltem Wasser. Lara erwähnt ganz geschickt einen möglichen Kreislaufschock beim Eintauchen in eisige Temperaturen. Die Entscheidung fällt jetzt noch schwerer! Beantwortet wird die Frage "ob?" aber nur Sekunden später, als ein höchstens 4jähriges Mädchen an der Hand ihres Vaters ohne eine Spur von zögerlicher Angst in das kalte Nass springen. Lara und Carlotta sind unsere Sprunghelden! 1 2 3 - und rein!. Und fast erfroren wieder raus! Brrrrrrrr! Ich lasse keine weiteren Gedanken zu, hinter her! Amon und Noah folgen, und Vincent? Der tänzelt noch immer ängstlich von einem auf dem anderen Fuß am Felsrand hin und her! Die Panik vor Laras erklärtem Kreislaufschock bremst ungemein! Dann aber doch! Und wieder ist Lara die Erste, die in die große Fontäne des Wasserfalls springt!!!! Applaus!!!! Alle hinterher, doch Lara ist die unbestrittene Heldin unserer blauen Lagune!!!!
Viele Sprünge später und voller Stolz verlassen wir den Cirque. Auf zum südlichsten Punkt unserer Reise!
http://www.cirquenavacelles.com/Read more
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- Day 13
- Thursday, July 5, 2018 at 6:00 PM
- ⛅ 27 °C
- Altitude: 8 m
FranceGrau de Leucate42°53’22” N 3°3’2” E
Immer gen Süden!

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- Day 14
- Friday, July 6, 2018 at 11:17 AM
- ☀️ 23 °C
- Altitude: 179 m
FranceVilallonga dels Monts42°30’58” N 2°54’43” E
Am Fuß der Pyrenäen

Bei heißen 32 Grad beziehen wir unser kleines Häuschen am Rand der Pyrenäen. Und dieses mal wirklich etwas kleiner. Die Teenager sind glücklich über ein eigenes Zimmer. Die 3 Kleineren beziehen das Wohnzimmer. Carlotta darf nun endlich auf der neuen großen Matratze schlafen. Der Nachteil an dieser Schlafkonstellation liegt deutlich bei mir. Die einzig ruhigen Stunden am Tag sind die Morgenstunden. Ich stehe meist gegen 7 Uhr auf, schreibe und lese in aller Ruhe, bevor die große chaotische Wortflut aller Kinder auf mich einbricht. Als hätten sie Nachts ein Wörterbuch verschlungen, ohne Pause und am liebsten mit dem Finger in der Wunde des Geschwisterteils. Den Gedanken an diese Ruhe muss ich wohl in den nächsten 4 Tagen begraben ;-( Auch wenn die Milch für den Kaffee noch so leise kocht und ich auf Samtpfoten durch den Raum schleiche, bei irgend einem Kind blinzeln augenblicklich die Augen. Und alleine wach sein in den Morgenstunden ist ja unendlich langweilig. Also wird ganz "versehentlich" natürlich völlig "unauffällig" an das Bett der anderen geklopft, getreten, gekratzt oder gepustet. Das führt meist zu schnellem Erfolg. Meine einzige Chance ist Ignoranz. Da Ignoranz aber auch eher aktiven als passiven Einsatz bedeutet, verabschiede ich mich von meinen 2 ruhigen Stunden in den nächsten 4 Tagen. Tief durchatmen! ;-)Read more
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- Day 15
- Saturday, July 7, 2018
- ☀️ 29 °C
- Altitude: 45 m
FrancePerpignan42°41’19” N 2°53’41” E
Schlendern durch Perpignan

Es ist heiß, sehr heiß. Wir sind auf der Suche nach einem kühlen Plätzchen am Meer. Ich versuche, Ulis Badezeitfenster für die Kinder stetig zu vergrößern. Für ihn oft unverständlich. Was tun am Strand mit vielen Leuten und kaltem Wasser?🤔 Für die Kinder und mich die einzige Möglichkeit, diese Temperaturen zu ertragen. Und glücklicherweise ist das Wasser noch angenehm erfrischend. Nach genug Wasser und Sonne schlendern wir durch das schöne Städtchen Perpignan.Read more