June - July 2018
  • Day23

    Allez les bleus !

    July 15, 2018 in Germany ⋅ ⛅ 28 °C

    Nach 5 Stunden Fahrt und 3 spannenden, lustigen, anstrengenden, genialen, chaotischen, verrückten, bunten, abenteuerlichen, tollkühnen, streitvollen und liebenswerten Wochen sind wir wieder zu Hause, sitzen platt auf der Couch und feiern "Allez les bleus!"

    Nach dem Urlaub ist vor dem Urlaub;-)
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  • Explore, what other travelers do in:
  • Day23

    In Polizeieskorte durch die Nacht

    July 15, 2018 in France ⋅ ⛅ 21 °C

    In der Luft liegt das Adrenalin des Feuerwerksjubels, Rauch, Staub und Hitze. Den Schlussapplaus lassen wir uns nicht nehmen, genießen die letzten Sekunden dieser einzigartigen Stimmung, packen unser Deckeninventar und ..... treten mit 90.000 Menschen den Heimweg an. Sollte nur die Hälfte der 90.000 die Metro nutzen wollen, sind das 45.000 Menschen!!! Absolut ahnungslos wie und wo wir heute Nacht enden, aber in einem merkwürdigem Schwebezustand zwischen größter Euphorie und lähmender Müdigkeit, treiben wir 7 Menschen mit den Massen vom Platz. So oft Uli in den letzten 3 Wochen auch über Langsamkeit und eine zerrissene Reisegruppe gemurrt hat, hier, in der Not, funktioniert alles reibungslos. Wir halten uns an den Händen und drängen die Drängler von uns. Wir schaffen Luftraum für die Kleinsten, die ja in Hüfthöhe zwischen den Massen stehen, und mühen uns auf dem Weg in die Straßen der Freiheit. Die Macht dieser wabernden, schwitzenden Masse ist aber nicht zu unterschätzen. Vordrängeln funktioniert irgendwie ganz und gar nicht. Nach 30 min können wir uns lösen und sind jetzt schnellen Fußes auf dem Weg nach Hause. Unsere Wahl ist die übernächste Metrostation, und auch die ist unglaublich überfüllt, überall Menschen. Man kommt nicht nur schlecht rein, sondern auch schlecht wieder raus. Ich sorge mich um Vincent. Der wurde in Reihe 3 gedrängt, kann sich aber befreien. Sehr viel entspannter sitzen wir um 1.15 Uhr in unserer fast leeren Bahn nach Pontault - Combault. Unser Pariser Vorort ist ca 30 km von Paris entfernt und es ist es der letzte Nachtzug. Wir sind verschwitzt, verstaubt, unendlich müde und meine Füße schmerzen unerträglich. Uli versucht die Information darüber, dass dieser letzte Zug nicht bis zu unserem Ort fährt, vor den Kindern zu verbergen. Lässt sich aber kaum vermeiden. Der Wunsch nach unserem Bett und Schlaf ist jetzt übermächtig und jede noch so kleine Information über Zeitverzug lässt verzweifeln. Und so stehen wir endgültig verzweifelt an der Endstation. Ganz sicher hätten wir nur ein paar Minuten später unser Deckenlager auf dem Asphalt ausgebreitet.
    Doch da erscheinen sie 6 - Fach vor uns, dunkel, bewaffnet und bodybuildinggestählt, unsere polizeilichen Rettungsengel ! Nach vielen telefonischen Hilfsversuchen der Polizeieamten bei der Suche nach einem Taxi sitzen wir gegen Ende dieses langen, spannenden, abenteuerlichen, funkelnden und totmüden Tages im 9sitzer der Pariser Polizei! Wir feiern! Die Polizei, das Feuerwerk, Paris, Frankreich - und nur wenig später unseren tiefen verdienten Schlaf. Vive la France!!!!
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  • Day22

    Vive la France !

    July 14, 2018 in France ⋅ ☀️ 26 °C

    Unser letzter Tag in Paris nach unserer 3 - wöchigen Tour quer durch Frankreich beginnt schon sehr früh. Sichtlich müde und fußlahm von unserem gestrigen Marsch durch die Stadt, sitzen wir 8.23 Uhr im Auto auf dem Weg zu unserem Startbahnhof. 3 Minuten zu spät, was Uli schon wieder so lange und langsam macht? ;-) Unzählige Brote werden geschmiert, Käse, Wurst, alles was der Kühlschrank noch her gibt und jeder Rucksack mit Wasserflaschen versorgt. Vor uns liegt ein uuuunendlich langer Tag. An Frankreichs größtem Feiertag wagen wir 7 uns in das Auge des Partyhurrikans mitten in Paris. Schon um 10.45 Uhr startet die große Militärparade. Geplant staunen wir dort bis 12.30 Uhr - und dann? Schlagen wir uns die Zeit um die Ohren in dieser Großstadt, bis dann um 23 Uhr das große Feuerwerk am Eiffelturm unsere Tour de France beendet, e Viola! Naja, nicht ganz - noch zurück in unsere Unterkunft und am nächsten Tag nach Hause. Dass unser Nachhauseweg in der Nacht zu einem der größeren Abenteuer in diesem Urlaub wird, ahnt am Morgen noch keiner.
    Beim Einsteigen in unseren Zug sind schnelle Füße gefragt, vor allem für Uli! Der steht noch am Kartenverkauf während wir schon in der Zugtür stehen. Ja, nein, ja, nein? In letzter Minute sprintet Uli in die Tür des 1. Waggons. Auf meinen Ruf " Alle rein!" reagieren die Kinder augenblicklich. Perfekt! Nein! Entsetzt sehe ich noch einen auf dem Bahnsteig springen, Amon! In letzter Sekunde noch ein Sprung in Tür 5, Unglaublich! Der Tag fängt gut an.
    Mit müden Füssen aber hoch motiviert erreichen wir nach längerem Fußmarsch gegen 9.30 Uhr den Louvre mit Blick auf den Park Tuileries, die Verlängerung der prächtigen Champs Elysee, um von hier die Flugparade des französischen Militärs bestmöglich zu sehen. Super Platz und mehr als ausreichend Zeit. Wir breiten unsere große Decke vor dem Louvre aus, neidische Blicke sind auf uns gerichtet, und ca 1 h später wird der Himmel über Paris bunt bemalt - Blau, Weiß, Rot, - Bravo!!!! Rot, blau, weiß, rot? Eigenartig. Mir fällt es auf, aber ich hinterfrage nicht. Meine Füße schmerzen und ich bin müde. Lara stellt die merkwürdige Anordnung als einzige in Frage. Die Antwort liefert die Presse nur kurze Zeit später. Wir sind Zeugnis einer ganz neuen Farbkombination der Flagge der Grande Nation! Das Talent dieses farbgenialen Piloten würde Carlotta ( und Vincent und alle....) wohl aber eher als "Mösö'r fökö'r bezeichnen;-) Wir bestaunen anschließend die Parade, die kleinere Version, eigentlich das Ende der Militärparade. Bis zur Champs Elysee sind es ca 4 km zu Fuß ;-( Noch ca 10 Stunden bis zum großen Feuerwerk ;-( Normalerweise breche ich solche Unternehmen bei einem solchen Aufwand tendenziell ab. 10 Stunden mit 5 müden Kindern bei 30 Grad in Paris! Doch das steht diesmal nicht zur Frage. Alle möchten das angekündigte grandioseste aller grandiosen Feuerwerke sehen und so mit Vollgas in die nächsten 10 Stunden. Ich feiere mich für meine Decke!( Und auch das Luftbett, das nahezu die Hälfte des Urlaubs im Einsatz war und dadurch noch mehr Streit verhindert hat!)
    Wir spazieren durch die Straßen von Sant - Germain, versorgen uns im Supermarkt mit Leckereien - und dekorieren den Park Jardin de Luxembourg mit unserer farbenfrohen Decke :-) Schon wieder die Größte;-) Fast 4 h sitzen, essen, quatschen, schlafen, streiten wir im Park auf unserer Decke. Und schauen das Spiel um den 3. Platz der Fußball WM. Die Füße enstpannen sich, die Heimatlosigkeit macht trotzdem müde. Der nächste Ortswechsel führt uns zu Burgerking und H&M. Mit neuer französischer "Designerkleidung " im Gepäck gilt es die nächsten 4 h zu meistern. Und nach einer weiteren Stunde in der Metro erscheint er prächtig und aufrecht vor uns - der Eiffelturm, das Wahrzeichen Paris' und das perfekte Finale für unsere Reise!
    Der Platz Champs de Mars, direkt vor dem Eiffelturm ist schon besetzt, 3 h vor dem Feuerwerk! Wir ergattern unmittelbar dahinter ein in nächstbester Lage gutes Fleckchen, und - breiten unsere Decke auf staubigem Boden aus. Blockiert, Reserviert! In den nächsten 2 Stunden fällt es uns schwer, die müden Augen offen zu halten. Es wird wieder gespielt, gequatscht, gegessen, getrunken - nicht geschlafen! Wir müssen die Ränder unseres Deckenlandes bewachen. Ich habe auf unserer Reise Frankreich und seine Franzosen wirklich lieb gewonnen, aber mein sicherer Deckenplatz unter 90.000 Menschen ist mir noch lieber! Vincent nörgelt kaum, außer das zu ignorierende Teenagernörgeln. Hier zu später Stunde kommt ein leidendes " Mum, ich bin gerade einfach nur überfordert! Kennst du das?" Ich kenne das leider nur zu gut ! Einen kurzen Moment denke ich, das Warten auf das Feuerwerk doch abzukürzen und das ganze Zuhause am TV zu schauen. Die wunderschönen Melodien und Lieder des Orchesters in den letzten 1,5 h vor dem Feuerwerk lassen die Zeit dann doch vergehen.
    Der Countdown läuft! Diese unendlichen Stunden sind jetzt ganz schnell vorbei. Unser Sicherheitsdeckenland verkleinert sich, die Marseillaise wird von 90.000 Menschen sehr bewegend gesungen - wir fühlen uns fast als Franzosen - und dieses mächtige Eisengerüst vor uns strahlt 30 Minuten lang in den schönsten Farben. Feuerwerk und Musik in perfekter Harmonie. Die schmerzenden Beine und Füße, die Streitigkeiten, oft der Müdigkeit geschuldet, sind vergessen. Für jeden von uns überleuchtet dieses Feuerwerk jetzt alle Nervmomente des Tages, der letzten Tage, absolut umwerfend und nicht zu beschreiben.
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  • Day21

    l'arène de Paris !

    July 13, 2018 in France ⋅ ⛅ 24 °C

    Nach einer nicht allzu langen Nacht sind wir gerüstet für unseren Ausflug in das Herz Frankreichs - Paris, die Stadt der Liebe! Rucksäcke sind mit Brot und Wasser gefüllt und schon sitzen wir in der Metro gen Paris. Die beiden Teenager unterwerfen sich nicht Ulis Müslidiktat. Ganz im Gegenteil zu den 3 Kleineren, die egal zu welcher frühmorgentlichen Uhrzeit den Magen mit Körnern füllen sollen und wollen. Ob mit oder ohne schlaftrunkenem Frühstück, gegen 10 Uhr verlangen peu a' peu alle Kinder nach Versorgung.
    Auf dem Spazierweg nach Sacré-Cœur de Montmartre locken die wunderbaren französischen Düfte von frischem Baguette meinen Teenager als erstes. Ulis Spaziergang wird nahezu nie ungeplant unterbrochen von kulinarischen Gelüsten oder Begehrlichkeiten in Schausfensterauslagen - Schuhe, Kleider, Taschen, Süßigkeiten. Unbeirrt spaziert er schnellen Fußes seinem Ziel entgegen. Ich bremse durchaus hin und wieder, aber leckere Düfte gegen 10 Uhr am Vormittag sprechen einen leeren Magen unmissverständlich an, verlangen nach einem Halt direkt vor deren Auslage. " Mum, das sieht so gut aus und ich hab Hunger !" ( Funktioniert bei mir immer in großer Sorge um mein dünnes Kind ;-) )
    Uli , der unbeeindruckt und zielgerichtet schon die nächste Straße überquert , steht uns mit zerknirschtem und ungeduldigem Gesicht gegenüber. Die Arena ist eröffnet! ;-) Weder lässt sich Vincent in seiner "Welches Baguette nehme ich?" Entscheidung drängen, noch die nette Verkäuferin hinter der Theke in der Geschwindigkeit der Kundenbedienung. Und nach meiner Theorie auch völlig egal. 10 min früher oder später zu " Keiner Verabredung an einem Irgendwo Platz" im Urlaub ist völlig ok, total in Ordnung, absolut total in Ordnung!
    Zwei Zeitgladiatoren stehen sich in der Montmatrearena gegenüber. Das Ergebnis des Gladiatorenkampfes nach einem verbalen Schlagabtausch: keine Einigung auf ein gemeinsames Spaziertempo! Die Separatisten Vincent, Lara und ich schlendern im Alleingang leichtfüßig, gechillt, ungeplant und hin und wieder etwas orientierungslos durch den Pariser Tag und Uli übernimmt die Kontrolle der anderen Gruppe. Er, Noah, Carlotta und Amon spazieren in schnellerem Schritt mit durchaus größerer Aussicht auf viele, schöne Stadtansichten durch den Pariser Tag. Vermeintlich als Sieger mit stolzer Brust setzen beide Gruppen ihren Weg in entgegengesetzte Richtung fort. Der süße Geschmack des Sieges lässt aber schon kurze Zeit später an Intensität nach. Da nach altem Sprichwort aber "Viele Wege führen nach R.... Sacré-Cœur de Montmartre" führen, begegnen sich die Separatisten hoch über Paris am Fuße der wunderschönen Kirche geläutert wieder. Noch ein wenig zähneknirschend aber kompromissbereit setzen wir unseren Weg durch Paris gemeinsam fort. Hier ein bisschen langsamer und Zeit für gechillten Unsinn und dort ein bisschen schneller, um sich in der Grossstadt nicht zu verlieren, wird es doch noch ein langer, spannender und lustiger Tag in der Stadt der Liebe.
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  • Day20

    Zu Gast beim Sonnenkönig in Versailles

    July 12, 2018 in France ⋅ ⛅ 24 °C

    Die Tickets für das Schloss Versailles sind schon gebucht. Zögerlich teile ich den Kindern 2 Tage zuvor unsere Besichtigungszeit mit, incl. der bis da hin zu fahrenden km. Ich hoffe, sie können rechnen! 9 Uhr Einlass plus 196 km Anreise plus Reinigung der Unterkunft fordert sein Schlafopfer! Ich stehe 5.45 Uhr auf, um putzend durch die Bude zu wirbeln und den Kindern noch ein paar Minuten mehr zu gönnen. Etwas mehr als eine Stunde später sitzen 7 schlaftrunkene Menschen im Auto auf dem Weg nach Versailles. Die fehlende Klimaanlage ist bei kühleren Morgentemperaturen das erste Mal kein Problem. Dieser Aspekt wiegt aber deutlich weniger, als das mehrheitliche Klagen über zu wenig Schlaf. Die schläfrige Fahrt endet pünktlich um 9 Uhr vor den Toren von Versailles. Da bei der Buchung der Tickets nur für diesen Zeitpunkt Karten zur Verfügung standen, war ich davon überzeugt, dass sicher kaum ein anderer Mensch zu so früher Morgenstunde ein Museum besuchen möchte, und wir gemütlich alleine durch das große Schloss spazieren werden. Große,verblüffte Augen hingegen, als wir schon jetzt eine ca 100 m lange Schlange vor den Toren des Schlosses sehen, allen voran viele sonnenschirmgeschütze, papageienbuntgekleidete Chinesen ;-) Das gefällt Uli natürlich besonders gut und für einen kurzen Moment erwähnt er, dass ihm Versailles von außen eigentlich ausreichend gefällt, und es an Besonderheiten drinnen außer dem Spiegelsaal weniger üppig sei. Vielleicht wäre ich gar enttäuscht! Und jetzt erst recht! Ich stelle mich hinter die 100 Chinesen und schlängle mich in der Schlange zum Einlass. Die Kinder und Uli sitzen bequem wartend auf Bänken. Das steigert meine Trotzmotivation ungemein ;-)
    Ich bezwinge die Warteschlange und wir spazieren durch ein schon jetzt volles Schloss. Wie das nur 2 Stunden später aussehen wird, wage ich mir gar nicht vorzustellen. Dann hätte mir der Anblick von außen wohl auch genügt. Ulis "Befürchtungen", ich könne vielleicht enttäuscht sein, bewahrheiten sich ganz und gar nicht. Niemals bin ich durch königlichere Räume geschritten. Das Wort gelaufen ist hier völlig fehl am Platz. Mehr ist mehr, Größer ist Größer, und Goldener ist Goldener! Hoch lebe der Sonnenkönig Ludwig XIV!
    Mit fehlen die Worte. Irgendwie sollten sie wohl so klingen und wären noch unendlich fortzuführen.

    Bedeutung: den Kindern [a]

    pomphaft, prachtvoll, prunkvoll, barock, bombastisch, schwülstig, verschwenderisch, überladen, üppig, brillant, fürstlich, glanzvoll, glänzend, herrschaftlich, illuster, pompös, kaiserlich

    Nach dieser goldenen Sprachlosigkeit sind wir nun auf dem Weg zur Krönung;-) Zur Krönung unserer Reise! Auf nach Paris! Oder für mich mit Bauchschmerzen in den anstrengensten Teil unserer Tour de France, 2 heiße Tage mit 7 Menschen in eine europäische Metropole in Feierlaune. Oje!

    https://de.m.wikipedia.org/wiki/Schloss_Versailles
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  • Day19

    Ein Schloss über der Loire

    July 11, 2018 in France ⋅ ⛅ 20 °C

    Die drei Großen , Noah wurde schon seit längerem so betitelt, fordern heute ihren Chilltag ein. Das Wetter ist zum ersten Mal seit langem etwas kühler und so gibt es ein fröhliches "Transformer" Abhängen in unserer neuen Unterkunft, auf einem Bauernhof.
    Carlotta freut sich, ohne Zweifel, auf ein neues Loire Schloss und Amon? Der möchte so gerne zu Hause chillen, darf (soll, muss, wird gezwungen) aber auch mit uns durch das Schloss marschieren. Entsprechend gut ist seine Laune, anfänglich. Im Laufe des Tages verblasst aber die Erinnerung an die anderen Drei mit Chips, Schokolade und Film auf der Couch, und seine Stimmung steigt wieder. Carlotta ist wie schon in den Schlössern zuvor auf der Suche nach Küche und Kinderzimmern. Und wird enttäuscht auch hier nicht fündig. "Hatten die keine Kinder?" "Und wenn doch, wo haben die geschlafen?" " Hatten die kein Spielzeug?" "Wo wurde gekocht?" Unentwegt, in einem fort. Meine Empfehlung an sie, später Schlossforscherin zu werden, unterbricht für einen kurzen Moment den Fragefluss. "Kann ich dann das erforschte Schloss auch behalten?" Und weiter geht die Fragerunde. Doch deutlich motivierter, sofern das überhaupt möglich ist, in der Hoffnung auf zukünftigen Schlossbesitz - mit vielen Kinderzimmern und großer Küche.

    https://www.chenonceau.com/
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  • Day18

    Schnell durch 400 Zimmer !

    July 10, 2018 in France ⋅ ☀️ 20 °C

    Mit großem Bedauern verlassen die Kinder den Campingplatz. Der See war toll und einen Pool gab es auch. Unsere nächste Fahrstrecke ist ca 300 km lang, fast schon ein Katzensprung zu den 500 km von gestern. Da es einen kleinen Temperatursturz gegeben hat, ist die Fahrt etwas erträglicher. Carlotta freut sich überschwenglich über ein neues Schloss auf unserer Reise - das Chateau Chambord. Eines der größten und eindrucksvollsten Schlösser ganz Frankreichs. Der Rest der Kinder ist mittelmäßig begeistert in Erwartung unseres Besuches dort. Ganze 400 Zimmer soll dieses Schloss besitzten. Carlotta gerät in Panik, wie viel Zeit wir wohl für unseren Besuch brauchen? Hoffentlich genug!
    Die Anfahrt zu diesem riesigen Schloss ist atemberaubend, riesig, übermächtig, prunkvoll, mehr ist mehr. Verwöhnt durch unseren Alleingang im ersten Schloss Rochepot unserer Reise in der Bourgogne fällt es uns etwas schwerer, die Schönheit des Schlosses zu genießen. Irgend ein Tourist trampelt uns ständig vor den Füßen herum. Die einzige Chance, das zu vermeiden, ist vor deren Füßen zu trampeln. Das versuchen wir dann auch. Carlotta und Amon ziemlich erfolgreich, irgendwie stehen die immer ganz vorne. Sehr zu Carlottas Verzücken, bei jedem königlichem Bett in erster Reihe! Und immer wieder ein tiefes Säufzen " Ich bin so neidisch!" In jedem Raum richtet sie sich aufs Neue ein, sucht ohne Unterlass die Kinderzimmer, Küchen und Esszimmer des Schlosses, und fragt ohne Pause nach jedem klitzekleinem Detail. "Wer genau hat hier geschlafen? Was hatte der nachts an? Hatte der Kinder? War das ein König? Hatte der ein Pferd? Wie hieß das Pferd? .......... Unfähig, diese Fragen zu beantworten, und fast schon unwillig, sie unentwegt zu hören, packen wir Carlotta voller Schlossprospekte und ich kaufe ihr am Ende des Besuches ein Buch mit der kompletten Historie des Schlosses. Die Großen staunen hier und da, aber doch eher in cooler Teenager Manier.
    Durch den wunderschönen Schlossgarten Richtung Parkplatz bemerkt Carlotta sichtlich betrübt " Ein bisschen enttäuscht bin ich ja schon von dem Schloss!" --- ???? --- "Wir waren nie in 400 Zimmern, und ich wollte die anderen auch noch sehen! "
    Die Großen steigern merkbar ihre Schrittgeschwindigkeit in einem Schloss oder Museum. Carlotta könnte in jedem Schloss ihren ganzen Tag verbringen, und natürlich noch viel lieber in einem echten Schlosskleid.

    https://www.chambord.org/fr/
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  • Day17

    Heiß - Heißer - Carcassonne !

    July 9, 2018 in France ⋅ ☀️ 31 °C

    Die Anstrengung der gestrigen hitzigen Reise liegt noch auf unseren Gemütern. Einen gechillten Tag mehr könnten wir alle gut vertragen. Leider ist unsere Weiterreise über die Loire nach Paris schon gebucht. Wir sind sehr früh reisebereit. Ca 500 km liegen vor uns. Immer wieder drängt sich der Gedanke an diese "Out of Work" Klimaanlage bedrohlich in mein Hirn. Ich vermeide es zu erwähnen. Wäre auch gar nicht möglich. Grundsätzlich ist ein Gespräch im Auto aktuell sehr schwer möglich. Und das liegt diesmal nicht an den schon erwähnten Kopfhörern. Ich würde feiern, wenn es nur Die wären! Da die Fenster jetzt mehrheitlich geöffnet sind, um den Fahrtwind in unser Auto zu leiten, sitzen wir alle lautstark im Wind. Die Haare fliegen wirr um unseren Kopf und in den Ohren donnert und rauscht es. Ich möchte gar nicht daran denken, wie sich die Holzklasse in der 3. Reihe fühlt ( Amon und Carlotta). Während der Fahrt erfahren wir deren Leid aber nicht. Wir hören es ja nicht! Alles hat auch irgendwie seine Vorteile ;-) Ich würde unseren Weg an einen See, Fluss, Bach, Pfütze, irgendein Wasser leiten. Unser Weg führt uns aber nach Carcassonne. Eine beeindruckende Altstadt mit vielen alten Türmen, vielen Touristen, und - immer noch heiß! Trotzdem schleichen alle geduldsam durch die Stadt, in der Hoffnung, dass die Reise bald fortgesetzt wird.
    Belohnung für diese anstrengende Reise gibt es auf dem Campingplatz, unserer Zwischenstation für eine Nacht auf dem Weg in das Loire Tal. Die Zimmer sind noch nicht bezogen, aber die Kinder und ich springen blitzschnell aus dem Auto , um unverzüglich die Hitze von uns zu spülen und die gelähmten Autositzknochen wieder geschmeidig zu schwimmen. Die Kinder feiern den Campingplatz!

    https://de.m.wikipedia.org/wiki/Cité_von_Carcassonne
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  • Day16

    Ausflug nach Spanien

    July 8, 2018 in Spain ⋅ ☀️ 28 °C

    Heute überfahren wir die französische Ländergrenze und reisen nach Spanien. Schon wieder eine Sensation auf unserem Reiseplan! Am Abend zuvor versuche ich, die Kinder von der Reise nach Spanien zu begeistern. Sollte ich das Strandhaus und DaliMuseum in Cadaques an erste Position in meiner Erzählung setzen, befürchte ich abgesenkte Mundwinkel. Also ist meine Reihenfolge folgende: Spanien als drittes Land unserer Reise - "OK, cool" - Küstenfahrt an der Costa Brava mit Badepausen " - OK, cool, passt" - und ganz leise, kaum hörbar - das Dali Wohnhaus - "Hä? Schon wieder! Och neee! " Schnell wieder von Dali ablenken und die Schönheit der Costa Brava in den Vordergrund der Erzählung rücken.
    Der Wunsch, ein weiteres Dali Museum zu besuchen, hält sich bei den Kindern in Grenzen. Auf den Strand an der Costa Brava lassen sie sich ohne große Widerworte ein. Die Fahrt bei 33 Grad Aussentemperatur und einer Klimaanlage, die sich ja schon zu Beginn des Urlaubs verabschiedet hat, ist alles andere als fröhlich. Die Kinder und ich liegen hitzegelähmt im Auto, immer in der Hoffnung, bald den nächsten Strand zu erreichen. Luftlinie ja auch nicht sehr weit. Da sich die Schönheit der Costa Brava aber noch viel besser von deren kurvigen Küstenstraße aus entdecken lässt, liegen wir in Hitze zerflossen, mit von Kurven geschütteltem Magen und erhitztem wortlosem Hirn im Auto. Uli scheint hitzeresistent zu sein. Ich wünsche mich an den Nordpol!
    Das Dali Wohnhaus ist OK. Aber eben nur OK. Seine sensationellen, phantastischen, kuriosen Werke haben wir schon im April in Figueres ausreichend bewundert. Hier bekommt kann man nur eine flüchtige Idee von seinem genialen Wahnsinn.
    Durstig und sprachlos kommen wir am Abend wieder nach Hause. Der Tag war irgendwie OK, nicht mehr, nicht weniger - heiß und OK, OK und heiß!

    https://www.salvador-dali.org/en/museums/house-salvador-dali-in-portlligat/
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