• Feuerlandkirsche
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kalós írthes stin Kríti

Willkommen auf der Insel Kreta Read more
  • Trip start
    May 14, 2026

    Adelianos Kampos, Kreta

    May 14 in Greece ⋅ 🌙 19 °C

    Grade zwei Wochen sind vergangen seit wir zuletzt am Flughafen Frankfurt waren - und heute, Himmelfahrts-Feiertag, Donnerstag, der 14.Mai - sind wir schon wieder unterwegs. Knallgelb leuchten blühende Rapsfelder auf dem Weg durch die Rhön, die Fahrt geht zügig. Und während zu Hause, nachdem uns in den vergangenen Wochen der Frühling schon so verwöhnt hatte mit Wärme und Farbenpracht, seit ein paar Tagen ein Wetterumschwung mit viel kaltem Regen und Temperaturen nur kurz über dem Gefrierpunkt herrscht, sind wir auf dem Weg in's Mittelmeer. Unser Ziel ist Griechenlands größte Insel - Kreta.

    Allzu viel habe ich nicht vorbereitet für diesen Urlaub, wir werden uns einfach mal überraschen lassen. An meinen ersten und letzten Besuch auf dieser Insel, im Jahr 2003, habe ich nicht allzu viele Erinnerungen. Damals waren wir ein Trüppchen, wohnten in einem größeren Hotel irgendwo in der Nähe von Chersonissos. Es war Ende Oktober und damals Kreta im Saison-End-Modus.
    Jetzt haben wir uns eine hübsche Ferienwohnung an der Nordküste gebucht, ein paar Kilometer außerhalb der Stadt Rethymno, in einem Gebiet, wo es viele Hotels gibt, jede Menge kleine Lädchen für den allgemeinen und besonderen Touristenbedarf, etliche Restaurants. Wir werden also sehn, was geht. Erstmal aber müssen wir ankommen.

    Der ursprünglich mit Aegaen-Airlines gebuchte Flug wurde irgendwann gecanceld, so daß ich zu Stefans allergrößtem Mißvergnügen auf Condor umswitschen musste. Zwar war der Flug sogar günstiger und auch Nonstop - aber an Condor erinnern wir uns nicht so gerne. Unsere letzte Reise mit diesem "Ferienflieger" war Cran Canaria - und damals kamen 150 von 300 Gepäckstücken nicht an.... Nun, zweite Chance.
    Jedenfalls war der Start pünktlich, 14:35 Uhr, Flugzeit knapp unter 3 Stunden bis Heraklion. Aber was für eine Sardinenbüchse. Wer jemals über Lufthansa meckert, ist wohl noch nicht Condor geflogen. Eng und unbequem ist geschmeichelt, dazu - Ferienflieger halt - proppenvoll mit Familien mit Klein- und Kleinstkindern, entsprechender Geräuschpegel inclusive. Kaum hört ein Kind auf zu plärren, fängt das nächste an.
    Man übersteht es, natürlich.

    Die Uhren werden um eine Stunde vorgestellt, so ist es 18:40 Uhr, als wir ankommen. Direkt nach der Landung bekommen wir schon einen Anruf von der Mietwagenfirma - wir sollen Bescheid geben, wann wir das Flughafengebäude verlassen, werden direkt erwartet.
    Der junge Mann spurtet mit uns im Schlepptau zügig über das ziemlich unübersichtliche Flughafenvorgelände, ein riesiger Parkplatz, chaotisch ist der Vorname, hier versammeln sich viele kleine Mietwagenfirmen. Dafür aber ist der Service erstklassig, und in kürzester Zeit sitzen wir in einem kleinen weißen Dacia und versuchen, uns erstmal zu orientieren.

    Bis zu unserem Ziel, der Feriensiedlung Namens "Adelianos Campos", liegen 75 km vor uns. Zuerst allerdings biegen wir beim nächsten Lidl-Supermarkt am Weg ab, Getränke bunkern und erste Bevorratung für's Frühstück. Als wir den Laden verlassen, bricht langsam die Dämmerung herein, von nun an folgen wir im zunehmenden Dunkel immer der kurvigen Küstenstraße (eine Autobahn gibt es nicht) nach Westen. Rechts das Meer, während uns auf der gesamten Strecke linkerhand wirklich imposante Bergketten begleiten. Wie erwähnt, eine rechte Erinnerung an die Insel habe ich nicht, mir war zwar klar, es gibt Bergland, aber so küstennah und mächtig ist es dann doch überraschend.

    Der Weg zur Ferienwohnung ist auch vollkommen unkompliziert, einmal rechts von der Küstenstraße abgebogen und schon sind wir am Ziel. Ein ganz neues Haus mit 3 Wohnungen, unsere ist die mittlere. Und - wow. Also ehrlich - diese Wohnung ist perfekt. Modern und klar eingerichtet, riesengroß - 2 Schlafzimmer, 2 Bäder, großer Wohn- und Aufenthaltsraum mit einer Küchenzeile und einer riesigen Terrasse über 2 Seiten. Ein Traum. Einziger Wermutstropfen - man hört natürlich die Straße direkt davor recht deutlich, sogar von der eine Etage höher gelegenen Küstenstraße weht noch Lärm her. Das stört tatsächlich etwas, aber wenigstens die Zimmer sind gut gedämmt.
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  • Ein Tag zum ankommen

    May 15 in Greece ⋅ ☁️ 16 °C

    Bei Hellem sehen wir uns erst mal wirklich um, wo wir hier angekommen sind. Die kleine Urbanisation bietet, wie gesagt, alles für den Urlauber, ungezählte Car-Rentals, Shops mit breitgefächertem Angebot von Bier bis zu Sonnencreme. Die Hotels sind aber glücklicherweise alle von sehr moderater Größe, keine Bunker.

    Ich mache einen kleinen Spaziergang zum Strand, das sind keine 5 Minuten zu gehen, aber meinen Sommerurlaub würde ich hier definitiv nicht verbringen wollen. Dieser Strand ist zwar endlos lang, aber zumindest an dieser Stelle hier auch ziemlich häßlich, mit breiten Steinen im Wasser, sowohl natürlichen Ursprungs als auch künstlich als Stege und Wellenbrecher angelegten. Grober Kies mit Sand gemischt, Priele, leicht fischiger Geruch. Mediterranes blau suche ich vergeblich. Nicht meins. Aber es soll ja für uns hier auch kein Badeurlaub sein - dazu wäre es mir im übrigen sowieso um einiges zu frisch.

    Ansonsten gammeln wir den gesamten Tag nur rum, lesen, auf der Terrasse sitzen, nix machen. Abends gehen wir gefühlte 60 Meter weit - bis zur übernächsten kleinen Taverne, mit einem wunderschönen, baumbestandenen Innenhof. Gyros, Mousaka, griechische Musik klimpert - hallo Griechenland-Klischee.
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  • Margarites - Dorf der Töpfer

    May 16 in Greece ⋅ ☁️ 25 °C

    Samstag, 16. Mai 2026

    Es wird Zeit, uns ein bisschen umzusehen auf der Insel, also klettern wir nach dem Frühstück in unser kleines Auto und brechen Richtung Inselinnerem auf. Unser Ziel ist erst einmal ein Dörfchen namens Margarites - das Dorf der Töpfer. Wirklich weit ist es nicht, kaum 20 km, aber natürlich teilweise schon enge, kurvige Straße. Das Dörfchen ist gut besucht, auf der Suche nach einem Parkplatz müssen wir erst einmal eine Ehrenrunde durch die wirklich engen Gassen drehen, die zusätzlich noch von sorglos dahinlatschenden Touristen frequentiert sind. Aber es lohnt sich - das Dörfchen ist richtig hübsch, mit pittoresken Ecken und, natürlich, jeder Menge Töpferwerkstätten. Also wirklich noch "echte" mit Handwerk, natürlich aber noch mehr Läden mit industrieller Ware. Trotzdem - es ist bunt und nett anzusehen.Read more

  • Kloster Arkadi

    May 16 in Greece ⋅ ☁️ 24 °C

    Wir fahren weiter, durch beeindruckende Bergwelt, ab und aufwärts, zum orthodoxen Kloster Arkadi.
    Das ist anscheinend das berühmteste hier auf der Insel. Auf dem riesigen Parkplatz ist glücklicherweise so gut wie gar nichts los, die Außenmauer der Anlage wirkt aber erstmal wenig einladend. Für 4 Euro Eintritt lassen wir uns überraschen - und ich bin begeistert. Im Inneren umgibt das Mauerwerk nicht nur die Klosterkirche, sondern einen hübschen Garten voller duftender Rosen, alte Gewölbegänge laden zum flanieren ein. Es ist beschaulich.Read more

  • bergauf und bergab

    May 16 in Greece ⋅ ☁️ 26 °C

    Dem Klostergelände gegenüber lockt ein großes Cafe, hier nehmen wir Platz für eine kleine Pause, bevor wir weiterfahren. Ein echtes Ziel haben wir nicht mehr, orientieren uns grob Richtung des Potamon-Stausees, wobei wir aber immer wieder auf schmalen und schmalsten Bergsträsschen die Richtung verlieren. Fast ein bisschen Offroad hier, aber jedenfalls eine wirklich beeindruckende Bergwelt um uns herum. Manchmal wie auf einem Hochplateau voller blühendem Ginster winden sich die Strässchen wieder bergab, geben Blicke frei auf die nächste mächtige Bergwand, schrauben sich die Hänge hoch. Olivenbäume säumen die Straße, die karstig-gelben Berghänge sind saftig grün bewachsen - gar nicht das Bild, welches einem zu Kreta zuerst einfällt. Aber es ist ja auch erst Mai, eine gute Zeit, hier zu sein. Noch nicht zu voll, noch nicht zu heiß, nicht zu trocken.
    Keine Ahnung, wo genau wir sind, ab und zu geht's eng an eng durch ein für uns namenloses Dorf (Panik beim fast an der Hauswand entlangschrammen auf meiner Seite inbegriffen), in einem davon tanken wir. Auch hier kostet der Sprit ein Vermögen, 2,15 Euro für den Liter super. In Griechenland scheint die Regierung keinen Tankrabatt zu verschenken.

    Ich habe irgendwann aufgegeben, das störrische Navi, das uns immer wieder die engsten Kehren entlangfahren lässt, mit einem wirklichen Ziel zu füttern, Orientierung ist jetzt einfach wieder Direktion Rethymno und den Kreis nach Hause schließen.

    Auf der Küstenstraße, die wir irgendwann wieder erreichen, bietet sich noch ein Abstecher zum einkaufen an, bevor wir zu Hause eintrudeln. Ein wirklich sehr schöner Tag heute.
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  • Von Nord nach Süd - eine Fahrt mit 50.000 Kurven

    May 17 in Greece ⋅ ☁️ 21 °C

    Nahezu genau gegenüber Rethymnos, im Süden der Insel, liegt Matala.
    Matala muss man gesehen haben, so wird suggeriert - eine Hippie-Kommune machte das Fischernest zwischen den Kalksteinfelsen in den 1970er Jahren zu seinem Hotspot, woraus sich inzwischen ein Zentrum des Tourismus auf Kreta gebildet hat. Also gut, fahren wir heute mal gen Süden.
    Beim Blick auf die Route, die für 75 km beinahe 2 Stunden veranschlagt, kann man sich schon denken - es wird kurvig.
    Denn zwischen Norden und Süden liegt das Ida-Gebirge, eines der über 2000 Meter hohen Gebirgsmassive Kretas, und will bezwungen werden.

    Und so schrauben wir uns also mehr und mehr hinauf, in weiten Schwüngen zunächst, in eine wunderbare Landschaft. Wie bereits gestern begeistert mich vor allem das satte Grün, gesprenkelt von knallgelb leuchtenden Blüten. Es geht bergan, es geht bergab - ich kann nicht genug bekommen vom schauen. Doch bei allem spektakulären - es zieht sich dann doch, ehe wir endlich wieder Richtung Ebene kommen.

    Ganz in der Nähe von Matala steuern wir die minoischen Ausgrabungen von Phaistos kurz an, beschränken uns jedoch auf einen Blick über die Ausgrabungsstätte und ein Eis auf der Besucherterrasse - für die alten Steine hier wird pro Person ein Ticketpreis von 15 Euro aufgerufen, was ich, als weitestgehend nicht interessierter Laie, etwas überzogen finde.
    Leider hüllt der Himmel sich inzwischen immer stärker in zartgraue Schleier, schade.
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  • Matala

    May 17 in Greece ⋅ ☁️ 23 °C

    Das letzte kleine Stück bis Matala, wenige Kilometer noch. Immer mehr Verkehr schiebt sich vor uns her, die von gelben Felsen gesäumte Einfahrt in den Ort bereits ist rechts und links von Autos zugeparkt. Noch finden wir einen Platz zum parken auf einer Huckelpiste nahe der Strandbucht - dafür werden 4 Euro fällig - doch der Blick auf das Meer aus Blech ringsum lässt bereits nichts gutes ahnen.
    Zu der gehypten Bucht, rechts und links eingerahmt von Felsen, sind es keine 50 Meter. Der Felsen rechts der Bucht leuchtet warm und golden, man kann gut die darin in früheren Zeiten eingegrabenen Höhlen sehen. Der Strand selber ist sogar recht leer - was aber angesichts der nicht unbedingt hochsommerlichen Temperaturen wenig verwunderlich ist. Eher bin ich erstaunt, daß sich Menschen so hartgesotten bei kühlem Wind überhaupt im Badefähnchen hier aufhalten. .
    Doch der Himmel ist halbwegs blau, das Gesamtbild nett. Schweift der Blick nach links, begrenzt auch hier ein Felsen die Bucht, dieser jedoch ist zugebaut von neuzeitlichen Bauwerken - höflich formuliert. Der eigentliche Ort hinter der Strandbucht ist ein einziger Freiluftzirkus - ein Restaurant am anderen, Souvenirbuden und Klamottenläden, viele davon angehaucht mit billigem Esoterik-Massenkram, Smoothie- und Teeläden, grellbunte Pappaufsteller mit bebilderten Speisekarten.... nein, da greift direkt mal unser Fluchtreflex.
    Eigentlich hatte ich gedacht, hier gemütlich etwas zu essen - und das wäre auch kein Problem, es sind all die unzähligen Freisitze ja keineswegs zum bersten voll, nein, aber alles ist nur grell und bunt und sieht einfach sehr nach Touristenfertigfutter aus, so daß wir den Ort auf schnellstem Weg verlassen.
    Schade irgendwie, der weite Weg, den wir ja nun auch zurück noch einmal bewältigen müssen, für ein Ziel, das für uns nur enttäuschend war.

    Auf weitere Erkundungen der Südküste haben wir jetzt ohnehin keine Lust mehr, das Hinterland grüßt mit riesigen, plastikplanen verhangenen Tomatenplantagen und wenig ansprechenden Straßendörfern - also machen wir uns direkt auf den Weg zurück.

    Und ja - die Luft ist jetzt raus, obwohl wir eine etwas andere Route fahren - es bleibt das gleiche Gebirgsmassiv zu überwinden, Kurve um Kurve - und der Kilometerzähler bis zu unserer Unterkunft scheint auf der Stelle zu stehen.
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  • Altstadtbummel Rethymno

    May 18 in Greece ⋅ ☁️ 21 °C

    Montag, 18. Mai 26

    Heute war mal Pause vom fahren, bis zum späten Nachmittag haben wir gefaulenzt und sind erst kurz vor halb fünf nach Rethymno aufgebrochen. Es ist ja wirklich nicht weit, aber entlang der belebten und touristisch bebauten Uferstraße geht es nur im stop and go vorwärts, so daß wir für die kaum 7 km 20 Minuten brauchen.
    Rechterhand haben wir das Meer, auf dem Strand reiht eine Batterie an Liegen mit Sonnenschirmen sich an die nächste, unendliche, exakt gleichförmige 10er-Reihen. Noch herrscht hier kaum Betrieb, aber beim Gedanken, in der Hochsaison hier eng an eng Urlaubstage zu verbringen, gruselt's mich.

    Die Altstadt Rethymnos' voller verschlungener Gassen und Gässchen ist teilweise venezianisch, aber auch osmanisch geprägt. Davon künden schöne Holzbalkone, neben Kirchenkuppeln sind auch Minarette zu sehen und die Hand der Fatima gehört zum Standartrepertoire der Touristenshops. Während in nahezu jedem Haus eine Boutique, ein Souvenirladen, Eisdielen, Schmuck- oder Taschengeschäfte um Kundschaft buhlen, überwachsen blühende Bougainvileen die oberen Stockwerke und geben dem ganzen einen hübschen, mediterranen Anstrich. Fast alles ist pastellbunt restauriert, auf den Plätzen drängen sich Restaurants aneinander.

    Wollte man sich mit Shopping bespaßen, man könnte hier Stunden stöbern und schauen, denn neben dem üblichen fernöstlichen Kitsch gibt es immer wieder auch hübsches Kunsthandwerk oder individuelle kleine Bekleidungsgeschäfte.
    Wir lassen uns planlos durch die Gassen treiben, erreichen schließlich einen relativ ruhigen kleinen Platz mit griechischem Kirchlein, an dem wir uns in einem Restaurant niederlassen.
    Insgesamt finde ich diese gewachsene Altstadt, obwohl natürlich auch voller flanierender Menschen und Geschäfte, doch ausgesprochen charmant - ganz im Gegensatz zu Matala gestern mit seinem baulich nichtssagendem und künstlich aufgeblasenem "Geschäftszentrum".
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  • Hafen & alte Festung

    May 18 in Greece ⋅ ☁️ 20 °C

    Nach dem Abendessen schlendern wir wieder Richtung Hafen, kommen an der palmengesäumten Uferpromenade vorbei, zum doch sehr kleinen Leuchtturm und weiter entlang eines kleinen Bootshafens, an dessen geschwungener Uferseite ebenfalls ein Restaurant neben dem anderen um Gäste buhlt.

    Hinter dem Bootshafen steigen die Gassen ein wenig bergan, man gelangt zur etwa um 1580 durch die Venezianer errichteten Festungsanlage -bzw. was davon noch übrig ist. Aber ohnehin sind es nicht die weitestgehend verfallenen Gebäudereste im Inneren der weiten Anlage, die uns reizen, sondern ein Spaziergang im herrlichen Abendlicht entlang der umgebenden Mauern. Kuriosum und interessantestes erhaltenes Gebäude auf dem Gelände ist tatsächlich eine Moschee, die nach der osmanischen Eroberung von Rethymno 1646 entstand.
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  • Unterwegs unter einer Wolkendecke

    May 19 in Greece ⋅ ☁️ 19 °C

    Dienstag, 19. Mai 2026

    Leider lässt das Inselwetter uns mehr und mehr im Stich. Schon gestern überwog tagsüber eine Wolkendecke, heute sieht es noch schlechter aus. Fette Bewölkung hängt über allem.
    Doch natürlich möchte ich trotzdem nicht im Apartment versauern und tüftele eine Route für heute aus, die nicht ganz so ewige Fahrerei mit einigen Zielen kombiniert. Am späteren Vormittag starten wir also unseren kleinen Flitzer, wenden uns westlich von Rethymno wieder nach Süden. Eine schöne neue Straße zieht sich zunächst durch die grüne Bergwelt, breit, statt enger Kurven weite Bögen - und doch herrscht hier ein Geschwindigkeitslimit von nur 50 kmh - weshalb auch immer. Viele der wirklich heftigen Bergstraßen, die wir in den vergangenen Tagen schon gefahren sind, erlauben eine glatte 90.

    Schon recht weit in Südlicher Richtung zweigen wir ab zum Kotsifou-Canyon, einer beeindruckenden Schlucht, die man durchfahren kann. Die Straße wurde erst in den 1960er Jahren gebaut und führt durch Felsüberhänge hindurch. Unter einem Überhang wurde ein malerisches kleines Kirchlein direkt in den Fels gebaut, wirklich hübsch. Glücklicherweise ist die Route, wahrscheinlich auch wegen des trüben Himmels, nicht stark befahren und wir finden Gelegenheiten für Fotostops anzuhalten.

    Nach der Schlucht öffnet sich die Sicht zur Südküste, wobei es eben keine Sicht gibt. Nur als verwaschenes graublau liegt die Plakias-Bucht tief unten, daher fahren wir direkt weiter zum Kloster Preveli.
    Wobei uns das Handy hier wiederum über eine Route lotst, die sich gewaschen hat, steile Spitzkehren, handtuchschmale Sträßchen und mitten durch ein ohnehin schon enges winziges Dorf. Luft anhalten und hoffen, daß man nirgends anschrammt oder etwa ein Fahrzeug entgegenkäme. Es hätte ohne Zweifel auch eine "normale" Straße gegeben, keine Ahnung, welche Einstellung das Teufelsding verwendet. Wahrscheinlich war diese Route 2 km kürzer, aber dafür hat man auch gleich ein paar graue Haare zusätzlich.

    Das Kloster selbst ist kleiner und weniger beeindruckend als das Kloster Arkadi, aber einen kurzen Besuch kann man ihm durchaus widmen.
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  • Blick zum Preveli-Strand & Kourtaliotiko

    May 19 in Greece ⋅ ☁️ 21 °C

    Trotz der Wettersuppe nehmen wir auch noch den Abzweig zum Preveli-Strand, wenn wir denn nun schon einmal hier sind. Dieser als "Palmenstrand" gerühmte Strand ist allerdings nur zu Fuß erreichbar, und soweit gehen unsere Ambitionen dann aber doch nicht. Vom großen Parkplatz aus gehen wir lediglich ein Stück des steilen, gerölligen Wegs bis zu einem Aussichtspunkt. Nun gut. Wenn denn die Sonne schiene - vermutlich wäre da allerdings deutlich mehr los - ja, wenn, könnte diese Aussicht beeindrucken. So jedoch hält sich der Schauwert in Grenzen und wir klettern das Stückchen Hang wieder hinauf.
    Den nächsten Abstecher zu einem Strand, nach Frangokastello, verwerfen wir gleich. Macht bei der trüben Bewölkung nicht wirklich Sinn.

    Stattdessen winden wir uns wieder bergauf, wobei uns die Route nach Spili führen soll.
    Dabei bot uns die Strecke zurück in den Norden noch ein unerwartetes Highlight - eine weitere Schlucht hat sich hier durchs Kedros-Gebirge gegraben, die wir nun ebenfalls durchfahren. Die Kourtaliotiko-Schlucht beeindruckt mit vielen natürlichen Höhlen, der Wildbach am Grund der Schlucht ist einer der wenigen der Insel, der ganzjährig Wasser führt und er ist es auch, der dann am Palmenstrand vom Preveli mündet. Natürlich wusste ich das vorher alles nicht, glücklicherweise hilft Wikipedia. Für uns reichte es nur zu einem kleinen Fotostop, wobei hier doch einige Wanderer entlang der Straße parkten und die Schlucht erlaufen.
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  • Bergdorf Spili & Abendspaziergang

    May 19 in Greece ⋅ ☁️ 20 °C

    Das Dorf Spili klebt mitten am Berg und ist berühmt für seinen aus dem 16. Jahrhundert stammenden venezianischen Brunnen in der Ortsmitte. 25 Löwenköpfe speien frisches Quellwasser, ringsum im kleinen Dorfkern locken allerlei Tavernen und Souvenirgeschäfte Gäste an. Ein netter Abstecher.

    Besser werden soll das Wetter auch in den folgenden Tagen nicht mehr, aber am frühen Abend kommt dann immerhin doch noch mal die Sonne raus und ich drehe noch eine kleine Runde am Strand vis a vis unseres Apartments. Nun vergoldet die Sonne zwar alles, dafür kommt ein immer heftiger werdender Wind auf, der ordentlich Wellen auftürmt.
    Alles in allem heute ein sehr abwechslungsreicher und schöner Tag, immerhin.
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  • Sonne satt - völlig unverhofft

    May 20 in Greece ⋅ ☀️ 20 °C

    Mittwoch, 20. Mai 2026 - unterwegs nach Chania

    Von wegen, es bleibt schlechtes Wetter. Heute lag unsere der Vorhersage entsprechende Erwartung mal so absolut daneben... Ja, der Vormittag blieb verhangen und verhieß kaum Sonne, also starteten wir heute mit eher etwas "festerer" Klamotte (was bei Stefan lange Hose bedeutet und bei mir zumindest nicht das dünnste Shirt). Ziel heute war Chania, immer entlang der Nordküste gen Westen. Und ich meine, wir waren noch keine 15 Kilometer weit gekommen, da strahlte die Sonne wie seit Tagen nicht, der Himmel griechisch weiß-blau, ebenso blau das Meer, das immer wieder rechts zu sehen war. Ein Traumtag.

    Wir halten an der Küste für ein paar Fotostops und zum ersten Mal kann ich mir vorstellen, tatsächlich ein paar faule Stunden hier am Meer zu verbringen, wenn auch meine Vorstellung von Traumstränden weiterhin eine andere ist.
    Eine wirklich schöne kleine Bucht entdecken wir in der Nähe des Dorfes Georgioupoli, hier hat jemand auch ein Modell des Minoischen Palastes von Knossos nachgebaut.

    Es sind noch immer 40 km bis Chania, eine schöne Strecke, viel blühender Oleander entlang der gut ausgebauten Straße, wobei erneut häufig ein Tempolimit von 60 gilt. Wie zügig könnte man hier unterwegs sein, stattdessen ewiges gezuckel.
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  • Chania

    May 20 in Greece ⋅ ☀️ 21 °C

    Chania, zweitgrößte Stadt der Insel (nach Heraklion) war bereits in der Antike besiedelt, später kamen Römer, Osmanen, Venezier… Heute lockt die hübsche Altstadt viele Touristen an, venezianischer Hafen, Gassen zum Shoppen und zahllose Restaurants. Wir lassen uns ein bisschen treiben, genießen das herrliche Wetter.
    Natürlich finden wir auch einen hübschen Innenhof für eine kleine Stärkung, ehe wir uns in den Gassen dem Erwerb von ein bisschen Keramik widmen. Schönes Andenken an den Urlaub.
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  • mal zu Fuß unterwegs

    May 21 in Greece ⋅ 🌙 14 °C

    Donnerstag, 21. Mai 2026

    An unserem vorletzten Tag hier auf der Insel haben wir mal was ganz verrücktes gemacht - wir sind gewandert!

    Tatsächlich. Wer hin und wieder meine Reiseberichte verfolgt, weiß, daß Fortbewegung zu Fuß in freier Natur einfach nur um des Laufens willen gar nicht zu unseren bevorzugten Urlaubsaktivitäten zählt, daher hat das wirklich Seltenheitswert.
    Andererseits ist Kreta eine Insel, auf der es angeblich mehr als 400 Schluchten gibt, einige davon sind regelrecht berühmt und für anspruchsvolle Freizeitsportler hier ein Muss, und mit Längen von 4 bis zu 15 Kilometer und allen Schwierigkeitsgraden ist da wohl für jeden was dabei.
    Sogar für uns, deren Ambitionen im absolut niederschwelligen Bereich angesiedelt sind, gibt's das passende - die Mili-Schlucht. Die hat sogar gleich noch den Vorteil, daß sie quasi um die Ecke liegt, bis zum Parkplatz am Start fahren wir keine 5 km.
    Mili - oder auch Myli, es gibt auf Kreta immer mehrere verschiedene Schreibweisen - steht für Mühle, also Mühlenschlucht. Wohl schon zur Zeit der venezianischen Herrschaft auf Kreta, im 16. Jh., entstanden diese und sind teilweise bis in die 1970er Jahre betrieben wurden. Schwer vorstellbar bei dem kleinen Murmelbächlein, welches man ein paar mal auf flachen Steinen überqueren muss. Ein paar halbzerfallene Reste von Gebäuden sind noch vorhanden, ansonsten wilder Weg hinauf und hinab zwischen Felsen und Bewuchs. Da der Pfad überwiegend schattig verläuft, ist es gut zu gehen.
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  • das waren 9 Tage Kreta

    May 22 in Greece ⋅ 🌙 18 °C

    letzter Tag - Freitag, 22.05.

    Nein, heute gibt es keinen Bericht - es gibt nichts zu berichten. Der letzte Tag auf Kreta verging wie der erste - mit Nichtstun, chillen. Noch mal lecker griechisch gegessen, nur ein paar Meter vom Apartement, das war auch schon alles.

    Morgen heißt es dann leider wieder zeitig aufstehen, denn der Urlaub ist vorüber, um 9 spätestens muss der Mietwagen zurückgegeben werden, 11 Uhr geht unser Flug.

    Fazit dieser 9 Tage? Durchwachsen, würde ich sagen.

    Es gab Landschaften, die mich beeindruckt haben, aber jetzt nichts, was explizit außergewöhnlich gewesen wäre. Schöne türkisblaue Buchten mit klarem Wasser, was noch am meisten den Urlaubereindruck prägt, haben andere Mittelmeerinseln genauso. Unterschätzt habe ich die Größe der Insel bzw. war nicht darauf vorbereitet, daß es so zeitraubend ist, von A nach B zu kommen, wenn man eben auch etwas mehr sehen möchte als nur den Strand vor der Tür.
    Die kleineren Dörfer sind baulich bei weitem nicht so charmant und pittoresk, wie ich erwartet hätte, ansonsten langweilige Siedlungen mit langweiligen Häuern aus quaderförmigem Beton, oft nur halbfertig, überall verwahrloste Ecken, alte Autowracks, die seit Jahren auf öffentlichen Parkplätzen vor sich hingammeln...
    Dazu im Gegensatz das touristisch aufgepimpte Kreta, mit völlig gleichförmigen Restaurants, völlig gleichförmigen Souvenirläden. Keine Ahnung warum, woanders hat mich das nie so gestört, aber hier wollte einfach kein Funken überspringen.

    Jedenfalls ist Kreta für uns definitiv nicht zu einer Einstiegsdroge für weitere Griechenlandreisen geworden, dazu hat es nicht gereicht. Aber das romantische Idealbild suche ich immer noch, in der Hoffnung, daß andere griechische Inseln eventuell mehr dem Klischee entsprechen. Vielleicht müssen wir irgendwann doch mal auf die Kykladen.
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    Trip end
    May 23, 2026