Der Hermann-Josef-Brunnen am Waidmarkt
29 grudnia 2018, Niemcy ⋅ ⛅ 5 °C
Etwas südlich der Altstadt, direkt vor der Kirche St. Georg finden wir ihn, den Hermann-Josef-Brunnen. Ich denke, die „Apfellegende“ um Hermann-Josef kennt jeder, auch auf der Kölschgänger Homepage ist sie von Ramona unter dem Titel „Ein Apfel für das Jesuskind“ erzählt worden.
Der Brunnen wurde vom Kölner Verschönerungsverein gestiftet, als zweiter Brunnen nach dem Jan-von-Werth Brunnen am Alter Markt, übrigens wurde dieser Brunnen von einer Jury ausgewählt, mit in der Jury war Josef Stübben, ihr erinnert euch vielleicht, vor kurzem erst kam ein Beitrag von mir über ihn. Nachdem also die Jury sich für den „Volkstümlichsten Vorschlag“ entschieden hatte, setzte Wilhelm Albermann 1894 seine Idee um und baute den Brunnen. Dass der Vorstandsvorsitzende des Verschönerungsvereins ein enger Freund Albermanns war, hatte sicherlich nichts mit der Entscheidung zu tun. Ein Schelm, wem jetzt das Wort „Klüngel“ einfällt.
Der Brunnen hält die Geschichte um Hermann-Josef in einer Szene fest. Gerade durch die anderen spielenden Kinder wird die „Sonderstellung“ des braven Hermann-Josef herausgestellt. Seit Juli 1980 ist er in der Denkmalliste unserer Stadt eingetragen.
Aber kommen wir zum Brunnen selbst.
Er ist nicht mehr komplett im Original erhalten, einige Kriegsschäden haben ihm zugesetzt. Umfasst von einem flachen, etwa kniehohen Becken, das ursprünglich kleeblattförmig war, erhebt sich in der Mitte der Sockel mit der sitzenden Marienstatue als Spitze. Auf ihrem Schoß ruht das Jesuskind. Davor kniet der Knabe Hermann-Josef, der Maria einen Apfel reicht. Etwa auf halber Höhe des Sockels sind an den vier Ecken spielende/streitende Kinder dargestellt. Jeweils zwei Jungen mit einem Tier. Diese Darstellungen sollen den sinnlosen Streit der Menschen um die irdischen Güter darstellen, die Tiere stehen für die vier Elemente Erde (Hund), Wasser (Fisch), Luft (Adler) und Feuer (Krebs). Aus zwei als Delphinköpfe gestalteten Wasserspeiern läuft das Wasser dann in die seitlichen Schalen, und von dort über je fünf Delphinmasken in das untere Becken. Wenn er denn läuft. Neben der Säule stehen zwei Wasserbecken.
Eigentlich wurde der Brunnen damals als sogenannter „Laufbrunnen“ angelegt. Diese dienen der Entnahme von Wasser durch Menschen und Vieh und besitzen meist ein offenes Wasserbecken. Heute stellt er einen reinen Zierbrunnen dar.
Tja, damals hat der Verschönerungsverein diese Brunnen gestiftet, um eine Verbesserung des Stadtbildes zu erreichen. Der Brunnen stand am Platzeingang und war ein herrlicher Blickfang. Heute, nachdem sich das Stadtbild grundlegend verändert hat, ist sein Platz nicht mehr besonders schön. Er steht da, wie in die Ecke gedrängt und wird kaum beachtet. Schade, denn eigentlich ist er sehr hübsch und hat ja auch eine sehr spannende Geschichte zu erzählen.
Euer Ronald Czytaj więcej
Die Sternengasse kann was erzählen.....
22 grudnia 2018, Niemcy ⋅ ⛅ 9 °C
Ja, die kleine Sternengasse, eine kleine Seitenstraße in Köln, hat was zu erzählen, denn sie hat eine ganze Menge Persönlichkeiten beherbergt. Im Haus Jabach machte einst Goethe Station, hier in dieser Straße gab der jugendliche Beethoven eines seiner ersten Konzerte. Niemand ahnte wohl damals, welch genialem Musiker er gerade lauschte. Der berühmte Domkapellmeister Carl Leibl lebte hier in dieser Straße, er war einer der bedeutendsten Kölner Musikschaffenden und war von 1826 -1862 Domkapellmeister. Er erwies sich als Glücksgriff für Köln, denn außer der Dommusik schaffte er es auch, Kirchenmusik und Karnevalslieder zu vereinen. Das "O-jerum -Lied" wurde 1827 zu einem beliebten Song unter den Karnevalisten. Dass der berühmte Maler Wilhelm Leibl hier aufwuchs, ist ja nicht sonderlich verwunderlich, schließlich war er des Kapellmeisters Sohn.
Wenn ich heute durch die Sternengasse gehe, käme ich im Leben nicht auf die Idee, hier könnten weltberühmte Menschen gelebt haben. Die Straße wird von einem Zweckbau der Telekom dominiert und nichts erinnert an die berühmte Vergangenheit. Nichts? Das stimmt nicht ganz. Eine kleine Tafel gibt es. Sie weist auf Unglaubliches hin, denn die bisher Genannten waren nur ein Teil der berühmten Persönlichkeiten hier in der Sternengasse.
Im damaligen Haus Nr. 10 wuchs Peter Paul Rubens auf. Sein Vater Jan Rubens verdiente sich seinen Lohn als Anwalt in Köln. Als Calvinist musste er aus seiner Heimatstadt fliehen, kam 1568 als Emigrant in Köln unter, musste dann nach einem Techtelmechtel mit einer Prinzessin erneut mit seiner Frau fliehen, diesmal nach Siegen, wo Peter Paul Rubens dann das Licht der Welt erblickte. In Siegen. Mann, hätte der Vater seine Finger von der Prinzessin gelassen, dieser später berühmte Maler wäre Kölner. Aber so...Siegen. Da fällt mir doch der beliebte Spruch unter den Fußballfans ein, "was ist schlimmer als verlieren?....Siegen", okay flach, zugegeben.
Zurück zu Paule. Nach einem Jahr in Siegen kam die Familie zurück nach Köln und Peter Paul verbrachte noch 12 Jahre in Köln, ehe die Mutter nach dem Tod seines Vaters zusammenpackte und nach Antwerpen zurückkehrte. Jan Rubens liegt übrigens nicht weit von der Sternengasse in St. Peter begraben. Peter Paul Rubens kam nie mehr nach Köln zurück, auf Bestellung des Kölners Everhard Jabach und in Erinnerung an seine Kindheit in Köln malte er aber das Bild "Kreuzigung Petri", dieses hängt heute noch in St. Peter.
So, und ihr Lieben, ich lege jetzt noch einen drauf, denn das waren immer noch nicht alle Berühmtheiten. Es geht weiter. Später logierte hier im gleichen Haus die französische Königin Maria de Medici.
Dä.
Am französischen Hof war es zu Intrigen zwischen ihrem Sohn Ludwig XIII. und dem berüchtigten Kardinal Richelieu gekommen, Leidtragende war am Ende die Königin, die Frankreich verlassen musste und nach einigem hin und her 1641 nach Köln kam. Leider starb sie bereits am 3.7.1642. Ihr "Herz" wurde damals in der östlichen Achskapelle des Doms beigesetzt, direkt vor dem Dreikönigsschrein. Ihr "Leib" wurde nach St. Denis überführt, wo sie in der Königsgruft begraben liegt.
Aus dem Haus in der Sternengasse wurde später ein Brauhaus und im Hinterhof logierte in der Zeit von 1926 bis 1938 unser Puppentheater Hänneschen.
Neben dem Eingang zum Fernmeldeamt mit der Hausnummer 14-16 findet ihr ein Relief in weißem Marmor und Kupfer, dieses weist auf Rubens und die französische Königin hin.
Tja, das hättet ihr in dieser kleinen Seitenstraße nicht erwartet, oder? Ich ehrlich gesagt auch nicht. All diese berühmten Menschen haben hier auf diesem kleinen Fleck, in einer kleinen unscheinbaren Straße gewohnt. Gelebte Geschichte in der Sternengasse. Spannend.
Euch eine gute Woche, bleibt neugierig und aufmerksam,
euer Ronald Czytaj więcej
Loss jon - typisch kölsch
15 grudnia 2018, Niemcy ⋅ ☁️ 0 °C
Eine typische Aussage. Vielleicht als Aufforderung zu verstehen, in die Kneipe zu gehen...oder eben später auch wieder hinaus. Oder einfach, um etwas zu erledigen. Anwendungsmöglichkeiten gibt es genug. Es gibt allerdings eine Anwendung dieses Ausspruchs, wo ich dachte: typisch, das gibt es auch nur in Köln. Und tatsächlich nicht nur einmalig in Köln, sondern auf der ganzen Welt findet man so etwas kein zweites Mal.
Was ich meine? Nun, stellt euch vor, ihr sitzt im Dom. Es ist kurz vor 10 Uhr, jeden Moment beginnt die feierliche Messe. Ich habe die Erfahrung gemacht, auf das jetzt gleich einsetzende Spiel der Kirchenorgel zu warten und wenn es dann beginnt, trotzdem das Gefühl zu haben, DAMIT nicht gerechnet zu haben.
Dieser Klang der Orgel weit oben, der den Dom komplett ausfüllt, ist so berührend, einfach ein "Gänsehaut-Erlebnis". Ihr werdet wissen, wovon ich rede. Und um genau diese Orgel weit oben, die Schwalbennestorgel, geht es.
Im Jahr des 750-jährigen Jubiläums der Grundsteinlegung des Domes, 1998 also, bekam der Kölner Dom eine neue Orgel. Diese gewaltige Orgel über dem Mittelschiff des Domes, bestehend aus 25000 einzelnen Teilen und mit einem Gewicht von sage und schreibe 30 Tonnen, hängt in einer Höhe von 20 - 45 Metern, verankert im Dachstuhl des Domes. So weit, so gut. Bisher nichts ungewöhnliches.
Aber auf eben dieser Orgel ganz rechts oben, neben den anderen Registern, welche Namen wie "Prinzipal" oder "Praestant" tragen, findet sich ein weiteres Register mit dem Namen "Loss jon".
Zieht der Domorganist nun dieses Register, öffnet sich unter der Orgel eine Klappe und eine hölzerne Figur samt Narrenkappe auf dem Kopf fährt heraus. Dazu spielt die Orgel: "Mer losse d'r Dom in Kölle". Gibt es da noch mehr zu sagen, als: typisch kölsch?
Ursprünglich trug dieser kleine Narr in den Entwürfen der Orgelbaufirma Klais eine Kappe in den Kölner Farben rot und weiß. Das allerdings ging für den damaligen Dompropst Bernard Henrichs so gar nicht. Die Orgelbauer schauten den Propst entsetzt an, da er bis kurz zuvor noch so begeistert von dem Vorhaben war. Der Propst, natürlich wissend um den Schrecken der Mitarbeiter der Firma Klais, führte nun an, dass er, in seiner Eigenschaft als Dompropst des Kölner Domes, Feldkaplan der 1902 gegründeten Ehrengarde sei und deren Farben seien schließlich grün und gelb. Nicht rot und weiß. Gesagt, getan, der Narr bekam eine Kappe in den "gebührenden" Farben verpasst.
Seitdem wird das Register zweimal im Jahr gezogen, jeweils am Ende des Gottesdienstes. Einmal, vor der Proklamation des neuen Dreigestirns, bei einer ökumenischen Feier der Karnevalsgesellschaften Kölns und am Karnevalssonntag nach der 10-Uhr-Messe.
Tja... Köln, du bist eben anders als alle anderen. In diesem Sinne: loss jon!
Bis bald
eure Ramona Czytaj więcej
Zeppeline in Köln
15 grudnia 2018, Niemcy ⋅ ☁️ 0 °C
Am 5. August 1909 gegen 11:30 Uhr landete das Luftschiff "Zeppelin II" mit Ferdinand Graf von Zeppelin in Bickendorf. Bis dahin dürften die meisten Kölner noch nie einen Zeppelin gesehen haben, entsprechend stark war natürlich der Andrang und die Begeisterung kannte keine Grenzen. Man bedenke die Zeit, von der ich hier berichte. Es wurde mit Taschentüchern gewunken, Hüte geschwenkt, ja, die Stimmung war ähnlich wie im Karneval in der Stadt. Unzählige Kölner fanden sich am Dom und anderen Plätzen ein um den Überflug und den Landeanflug der 130 Meter langen "fliegenden Zigarre " zu beobachten, auch die Pänz hatten schulfrei um das Schauspiel beobachten zu können.
Das Luftschiff flog damals über Deutz und Mülheim, umkreiste gleich zweimal den Dom, bevor es nach Bickendorf abdrehte, und in der Mathias-Brüggen-Str. 20, wo heute ein Hochhaus steht, landete. Und das war noch mehr als spannend anzusehen. Vom Luftschiff aus wurden Seile heruntergelassen, jede Menge Menschen zogen nun daran um das Luftschiff langsam herunterzuholen. Jeder wollte dabei sein, anpacken, es in die Halle ziehen. Dem Grafen wurde ein Lorbeerkranz überreicht, Reden wurden gehalten, das Luftschiff bestaunt.
Hier in Bickendorf hatte das Militär in nur vier Monaten Bauzeit auf dem freien Feld einen Landeplatz mit Luftschiffhalle gebaut. 30 Meter hoch, 152 Meter lang und 50 Meter breit. Als besondere Herausforderung stellten sich die beiden Flügeltüren heraus. Sie waren riesig. Und sauschwer. 18 Tonnen Gewicht mussten, zwar auf Schienen und mit elektrischem Antrieb ausgestattet, jedes Mal bewegt werden. Das Luftschiff blieb damals in der Domstadt, als Vehikel für Aufklärungsflüge wurde es dem "Luftschiffer-Bataillon 3" unterstellt.
Eigentlich ja eine militärische Angelegenheit und damals auch als „geheim“ eingestuft, doch in Köln ist es mit der Ernsthaftigkeit ja immer etwas schwierig. So sah es vor dem Militärgelände bald aus wie auf einem Jahrmarkt. Dort standen Wurstbuden, Eisverkäufer fanden ihre Kundschaft, Zauberkünstler zeigten ihr Können, ja, sogar Ansichtskarten wurden verkauft. Sogar ein Rundgang durch die Halle war oft möglich. Die Luftschiffe zogen die Kölner in ihren Bann.
Schon bald war der Anblick von Luftschiffen für die Kölner normal, im Oktober 1909 fand sogar ein Luftschiff-Manöver in Köln statt. Es konnten teilweise bis zu vier Luftschiffe gleichzeitig auf ihren Übungsflügen beobachtet werden.
Was sich jetzt belustigend anhört, hatte aber leider auch schreckliche Folgen. Natürlich war der Hintergrund des Kölner Luftschiffhafens ein militärischer, und so erfolgte von Köln aus der erste Bombenangriff mit einem Luftschiff auf eine städtische Zivilbevölkerung in Europa, denn das Luftschiff „Cöln“ startete von Bickendorf aus und bombardierte die Innenstadt von Lüttich. Ebenfalls war Köln dadurch der erste Angriffspunkt in Deutschland. Eigentlich war der Luftschiffhafen das Ziel, getroffen aber wurde Ehrenfeld.
In den nächsten Jahren, genau bis 1918, fanden drei Luftschiffe hier in dieser Halle in Bickendorf ihren Platz. Nach dem ersten Weltkrieg war es dann vorbei mit den Zeppelinen in Köln.
Doch die Geschichte der Luftschiffe in Köln begann eigentlich schon etwas früher und ganz woanders. Denn bereits 1907 baute der Gummiwarenfabrikant Clouth in Nippes eine Luftschiffhalle und baute dort sein erstes Luftschiff, die „Clouth 1“.
Heute ist davon nicht mehr viel zu sehen. Bei Baggerarbeiten wurde 1991 zufällig der Luftschutzanker entdeckt, ein eher unanschaulicher Betonklotz, heute untergebracht in einem genauso hässlichen „Gewächshaus“ ,steht er auf der Mathias-Brüggen-Str. auf einem Grünstreifen in der Gegend herum. Das nach oben konisch zulaufende, rechteckige „Gewächshaus“ zeigt oben dann einen verrosteten Ring. Das ist alles, was übrig ist. Deshalb bin ich froh, das mir Marcel Jess, der Betreiber der Seite "Kölle, wie et es un war" mit ein paar Bildern ausgeholfen hat. Schön, wenn Kölner Seiten sich unterstützen und so freundschaftlich miteinander umgehen. Dankeschön Marcel.
Aber zurück zu unserem "Gewächshaus".
Man steht davor und fragt sich, was’n das für ein Unsinn? Tja, und hier die Lösung. An diesem Ring gingen Luftschiffe vor Anker, die wegen zu schlechtem Wetter nicht landen konnten. Angeblich ist der Anker hier in Bickendorf der letzte noch vorhandene seiner Art in ganz Europa. Also irgendwie doch was Besonderes. Allerdings ist es in diesem Fall wohl eher die dahinter stehende Geschichte die interessant ist.
Wer mehr darüber erfahren möchte, dem kann ich die Seite des Kölner Luftschiffarchivs ans Herz legen, sie erzählt die ganze Geschichte sehr ausführlich und hat viele tolle Fotos aus dieser Zeit. Klasse gemacht, lohnt sich.
Ronald Czytaj więcej
Hermann-Joseph-Brunnen
12 grudnia 2018, Niemcy ⋅ ⛅ 4 °C
Mittlerweile bin ich langsam im Advent angekommen, nachdem ich vorletzte Woche noch über ausgekochte Hunde geschrieben habe. Advent, die Zeit des Schenkens.
Habt Ihr da die Geschichte von Ernst-August von Hannover gelesen? Der hat seine Marienburg in Hannover seinem Sohn Ernst-August (Junior) geschenkt und zieht die Schenkung zurück, weil sein Sohn „grob undankbar“ sei. Selbstverständlich gibt es jetzt Streit.
Für mich ist ja eines der schönste Gefühle, wenn sich jemand richtig freut, wenn er ein Geschenk bekommt. Gut, bei der Adelsfamilie geht es da bestimmt um andere Dinge als die Freude. Aber es geht auch ganz anders:
In Köln lebt Ende des 12. Jahrhunderts der kleine Herrmann Joseph. Er ist arm, weil seine Eltern arm sind. Die Kleidung ist verschlissen, das Essen einseitig und knapp und das Schulgeld ist kaum aufzutreiben. Dabei ist er blitzgescheit.
Man weiß nicht mehr, was genau ihn antreibt. Vielleicht ist es Frömmigkeit, Liebe, Hoffnung, Dankbarkeit oder einfach ein wenig Mitleid. Auf jeden Fall betet der kleine Herrmann Joseph in jungen Jahren regelmäßig vor dem Marien-Alter in unserer Basilika „Maria im Kapitol“. Einmal schenkt er ihr dabei einen Apfel und legt ihn zu ihren Füßen ab.
Die heilige Maria ist jetzt aber alles andere als „grob undankbar“. Findet Hermann Joseph doch am nächstem Tage einen Schatz, der an Wert alles übersteigt, was seine Familie besitzt und dem gescheiten Jungen das Schulgeld über Jahre hinweg sichert.
Selbstverständlich setzt Herrmann Joseph diese Gabe sinnvoll ein, lebt fromm, lernt fleißig und ist am Ende Chorherr der Prämonstratenser in im Kloster Steinfeld bei Kall in der Eifel.
Wenn man aus dem Herzen schenkt, bekommt man etwas zurück. Mindestens ist es die Freude des anderen. Im Fall des Herrmann Joseph mag ich am Ende nicht sagen, wer reicher beschenkt wurde, ob es Maria war oder eben er. In jedem Fall verband die beiden Liebe ein Leben lang und wer weiß, ich glaube doch, darüber hinaus noch.
Der dritte im Bunde, der beschenkt wurde, sind ja wir. Wir Kölner erzählen uns diese Geschichte schon über Jahrhunderte und ziehen daraus unsere Schlüsse. Bei einigen ist sie Teil des Lebens geworden. Geht mal in die Basilika St. Maria im Kapitol. Ihr werdet eben diese Marien-Figur finden. Ganz sicher.
Wie präsent diese Geschichte über Jahrhunderte ist zeigt auch der Brunnen am Waidmarkt. Der Kölner Verschönerungsverein, der im vorletzten Jahrhundert das Aufstellen einiger Brunnen bewirkt hat, hat 1894 auch für diesen wunderschönen gesorgt. Er ist ungefähr stattliche 8 Meter hoch und aus Sandstein.
Eine Erinnerung an eine schöne Geschichte, die nicht jeder kennt, aber tief in unseren Herzen lebt.
Michael
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Jetz ben ich och ald em Advent aangekumme, nohdäm ich jo en der vürletzte Woch noch üvver usgekochte Hüngk geschrevve han. Advent, die Zigg en dä geschenk weed.
Hat ehr der neue Verzäll vum Ernst-August vun Hannover gelese? Dä hat sing Maireburg en Hannover singem Sonn dem Ernst-August (Junior) geschenk un trick die Schenkung zoröck, weil singe Sonn ärg undankbar wör. Selverständlich gitt et jetz Strigg.
För mich es jo ei vun de schönste Geföhle, wann sich einer esu richtig freue deit, wann hä e Geschenk kritt. God, bei der Adelsfamillich geiht et es do bestemmp öm andere Saache wie de Freud. Ävver off läuf et och anders:
En Kölle läv am Engk vum 12. Johrhundert der kleine Manes-Jupp (Hermman Joseph). Hä es ärm, weil sing Eldere ärm sin. De Pluute sind verschlesse, et Esse luuter et gliche bellige, wat ze krige es un suwiesu winnig un et Schullgeld es nor met Hänge un Würge ze berappe. Dobei es hä ärg luus.
Mer weiß nit mih, wat in driev. Vielleich es et Frömmigkeit, Liebe, Hoffnung, Dankbarkeit ov einfach jet Metleid. Op jedde Fall bedd der kleine Manes Jupp en junge Johre luuter vörm Altar vum Hellige Maria en unser Basilika „Maria em Kapitol“. Eimol schenk hä im dobei ene Appel un läht en im an de Föß av.
Et Hellige Maria es jetz ävver alles andere wie „ärg undankbar“. Der Manes Jupp fingk doch am nächste Dag ene Schatz, dä em Wäät alles üvversteig, wat sing Famillich hät un däm gewätze Jung mem Schullgeld üvver Johre fotthilf.
Selvsverständlich setz der Manes Jupp die Gav esu en, dat et Hand un Foß hät, läv fromm, liert iefirg un es am Engk der Chorbaas vun der Prämonstratenser em Kluster Steinfeld bei Kall en der Eifel.
Wann mer usem Hätze schenk, kritt mer jet widder. Zomindes die Freud vum andere. Em Fall vum Manes Jupp mag ich am Engk nit sage, wä richer beschenk woodt, ov et die Maria wor ov evvens hä. Secher es, dat se de Liebe e Levve lang verbunge hät un wä weiß, ich gläuve doch, dodrüvver erus noch.
Dä drette em Bund, dä beschenk woodt, sin jo mir. Mir Kölsche verzälle uns dat Kreppche ald üvver Johrhunderte un tricke dodrus uns Schlüss. Bei e paar es et e Deil vum Levve gewoode. Geiht ens en de Basilika Zint Maria em Kapitol. Ehr weed evven die Figur vun dem Maria usem Kreppche finge. Ganz secher.
Dat mer dat Rümche üvver Johrhunderte em Senn han, zeig och der Pötz am Waidmaat. Der Kölner Verschönerungsverein, dä em vürletzte Johrhundert dat Opstelle vun su einige Pötze erreich hät, hät 1894 och för dä wunderschöne Pötz gesorg. Hä es öm die staatse aach Meter huh un us Sandstein.
En Erinnerung an e schön Rümche, dat nit jeder kennt, ävver deef en unsem Hätze läv.
Mechel Czytaj więcej
Das Zunfthaus der Fassbinder
7 grudnia 2018, Niemcy ⋅ ⛅ 12 °C
Früher waren Fässer sehr wichtige Transportgefäße. Nicht nur flüssige Güter wurden darin transportiert, sondern auch z.B. eingesalzene Heringe wurden in Holzfässern transportiert. Und diese Fässer musste ja schließlich jemand herstellen, dies waren die sogenannten „Fassbinder“, andernorts auch Böttcher, Küfer oder als Tonnenmacher bezeichnet. Natürlich stellten diese nicht nur Fässer, sondern auch andere Alltagsgegenstände wie Kannen, Becher, oder Eimer her.
Diese Handwerker schlossen sich dann zu einer Zunft zusammen. Wann genau diese Zunft gegründet wurde, ist leider nicht bekannt. Man schätzt, dass sie irgendwann im 12. Jahrhundert entstanden ist. Damit würde sie zu den ältesten Zünften gehören, entstanden aus dem Wunsch der Handwerker, sich zusammenzuschließen, um ihre Angelegenheiten selbst regeln zu können, so wie es seit längerem bereits den Kaufleuten zugestanden wurde. Natürlich bekamen sie so auch mehr politische Macht. Die Zunft gehörte aufgrund ihres Einkommens und ihres politischen Einflusses zu den bedeutendsten Berufsgruppen der Stadt. So wurde ihnen das Recht auf Ausübung militärischen Schutzes der Stadt zugesprochen, dies war wichtig im ewigen Streit mit dem Erzbischof.
Nach der Bürgerrevolution 1396 organisierten sich die Kölner in den Gaffeln und gaben der Stadt eine neue Verfassung. Dadurch konnten die Zünfte mehrere Vertreter in den Rat der Stadt einbringen und ihre Macht wurde weiter gestärkt.
Nun waren die vielen Fassbinder in einer eigenen Zunft vereinigt und hatten auch ihr eigenes, prächtiges Zunfthaus am Filzengraben, ausgestattet mit aufwändigem Giebelaufbau und großen Doppelfenstern. Dieses dreistöckige Haus war wohl eines der ersten und eines der ganz wenigen Bauten in Köln, die als Renaissancebau errichtet wurden. Zur Straße hin waren an den Giebelseiten flankierende Figuren zu sehen, die wohl Agrippa und Marsilius darstellten. Dazu sah man zwei aufgerichtete Löwen, die eine Wappenkartusche mit dem Zunftzeichen hielten. Oben sorgte eine schmiedeeiserne Blume mit einer Wetterfahne dafür, dass man dieses Haus bereits von weitem sehen konnte.
Dieses Zunfthaus wurde 1539 erbaut, 1943 im Krieg zerstört und leider nicht wieder aufgebaut. Trotzdem gibt es heute wenigstens eine Bronzetafel, welche an das Zunfthaus erinnert. Zu verdanken haben wir diese dem Kaufmann Dr. Joachim Bohn, er hatte das brachliegende Grundstück 1957 erworben und ließ dort ein Wohn- und Geschäftshaus errichten. In Erinnerung an das alte Zunfthaus ließ er vom chinesischen Bildhauer Hon Sang Tong 1961 die Fassade des Zunfthauses auf einer Bronzetafel festhalten, unter der Fassade ließ er eine Inschrift anbringen. Diese lautet: „1539-1943. An dieser Stelle stand das Fassbinderzunfthaus“.
Noch heute können wir diese Tafel an diesem Geschäftshaus am Filzengraben 18-20 bewundern.
Schaut sie euch doch mal an, wenn ihr mal in der Gegend seid.
Ronald Czytaj więcej
Magister Gerardus
26 listopada 2018, Niemcy ⋅ ⛅ 5 °C
Seid gegrüßt, ihr Leute, Männer und Frauen. Mir wurde zugetragen, dass hier an diesem Orte schon von mir kundgetan wurde. Wer ich bin? Ich bin der, den ihr als Meister Gerhard genannt bekamt.
Aber wisset, dass es einiges mehr von mir zu erzählen gibt. Bevor ich den Auftrag zum Bau dieser Kathedrale, die größer als alle anderen werden sollte, erhielt, habe ich einiges erlebt, von dem ich euch nun berichten werde...
Mein Geburtsname ist Gerhard von Rile. Meine jüngeren Jahre widmete ich der Schulung meiner Fertigkeiten in Nordfrankreich. Ich erlernte den Beruf des Steinmetzes auf der Baustelle der Abteikirche von Saint-Denis. Mein Lehrmeister, Pierre de Montereau lehrte mich die Baukunst Stein um Stein. Ich war ehrgeizig, übte mich in mathematischen Berechnungen ebenso wie in meiner Ausbildung zum Steinmetz. Ich war ein exzellenter Schüler. So arbeitete ich während meiner Lehr- und Wanderjahre an den Kathedralen von Troyes oder Sainte Chapelle in Paris. Auch pflegte ich zum Austausche den Kontakt zu Jean de Chelles, der den Bau der Kathedrale Notre Dame in Paris leitete.
In kurzer Zeit hatte ich es zum Parlier gebracht, und stand somit den Maurern, Zimmerleuten und Steinmetzen als Leiter zuvor.
Davon, dass im weit entfernten Köln eine Kirche, nein, eine Kathedrale immensen Ausmaßes erbaut werden sollte,erfuhr ich nach dem Beschluss zu deren Bau vom Kölner Domkapitel. Nachdem ich mir in Frankreich bereits einen Namen gemacht hatte, wurde ich von Konrad von Hochstaden, dem Erzbischof, als Werkmeister nach Köln berufen.
Bereits im Jahr darauf, am 15. August 1248 wurde durch von Hochstaden der Grundstein gelegt. So war es nun an mir. In meiner Verantwortung lag es, eine Kathedrale zu erschaffen, wie es sie noch nie gegeben hatte. Tag und Nacht saß ich über ausgebreiteten Pergamenten, berechnete, zeichnete, radierte, berechnete neu, bis alles so war, wie ich es wollte. Denn vor meinem geistigen Auge entstand ein Bauwerk, welches der gotischen Kathedrale von Amien in Nordfrankreich, die mir gut bekannt war, ähnelte, nur größer und prächtiger sollte sie werden. Ein Abbild des Himmels auf Erden. So setzte ich durch, dass auch die Kathedrale zu Köln in gotischer Bauart errichtet wurde und übernahm die Gewölbeform und Wandgliederung von Amien.
Offenbart sei euch, dass die Pläne einzig aus meiner Feder stammen, nicht aus Albertus Magnus', dies ist ein Irrglaube.
Nun war die Zeit gekommen. Gestein, Trachyt vom nahegelegenen Drachenfels wurde zur Baustelle geschafft und Steinmetze begannen, daraus Steine zu hauen und zu schleifen, damit die Maurer ihr Werk beginnen konnten. Zimmerleute bauten Gerüste, denn der Chor, das erste, was ich baute, wuchs und wuchs. Unzählige Handwerker gaben ihre ganze Kraft für den Bau dieser Kirche, meiner Kathedrale.
Die Domherren würdigten meine Verdienste, indem sie mir im Jahre 1257 Land bei meinem Haus in der Marzellenstraße überließen, um für mich, Frau und Kinder dort ein großes Steinhaus bauen zu können. Ich hatte es weit gebracht, Ehre und Ansehen als Dombaumeister erlangt. Manche glaubten, es müsse mit dem Teufel zugehen, weil der Bau so schnell voranschritt, denn im Jahre 1265 war der Kapellenkranz um den Chor bereits fertig.
So verging Jahr um Jahr, der Chor hatte schon eine Höhe von 20 Metern erreicht. Dann kam jene Nacht, der 25. April im Jahre 1271, in der ein Sturm tobte, wie ich ihn nie zuvor erlebt hatte. Von Sorge gepeinigt, ging ich des Nachts noch einmal zur Baustelle, um mit einer Laterne leuchtend nach dem Rechten zu sehen. Wind und Nässe erschwerten mir den Aufstieg auf dem Gerüst und als ich mich fast schon oben angekommen wähnte, rutschte ich auf der Leitersprosse aus und stürzte in die Tiefe.
Wird auch von einer Wette mit dem Leibhaftigen gemunkelt, die ich verloren haben soll und mich deshalb zu Tode stürzte, so muss ich euch enttäuschen. Ungeschick war's, reines Unglück.
Wie es mit dem Bau des Doms zu Köln weiterging...nun, mein Geist ist dort, war dort und wird dort in alle Ewigkeiten verbleiben. Wer weiß, vielleicht hört ihr wieder von mir.
Euer Meister Gerhard Czytaj więcej
Der heilige Kunibert
22 listopada 2018, Niemcy ⋅ ⛅ 4 °C
Hallo ihr lieben. So, ich denke uns alle hat nach all den Feiertagen der normale Lebensrythmus wieder. Auch wir schreiben wieder fleißig an unseren kleinen "Heimatstorys". Diesmal möchte ich ein wenig über den heiligen Kunibert berichten, denn ich habe zwei kleine aber sehr schöne Legenden über ihn gelesen, die ich euch nicht vorenthalten möchte. Aber zuerst ein kleiner Abriss über unseren Kunibert.
Geboren gegen Ende des 6. Jahrhunderts an der Mosel. Erzogen wurde er am Metzer Hof Theudeberts II, da er das Glück hatte zum moselfränkischen Adel zu gehören. Im Jahr 623 wurde er zum Bischof von Köln ernannt. Dies passte ihm gar nicht, aber er beugte sich natürlich dem Befehl des Königs und einer Synode. Und wie gesagt, er war Bischof, nicht wie immer wieder zu lesen, Erzbischof. In seiner Amtszeit sollen die Kirchen und Klöster im Bistum aufgeblüht sein, gute Zeiten. Es heißt, er hätte an der Stelle der heutigen Kunibertskirche einen dem hl. Clemens geweihten Vorgängerbau errichten lassen, in dem er 664 auch beigesetzt wurde.
Obwohl er ja erst überhaupt nicht Bischof in Köln werden wollte, fanden Köln und er doch zusammen. Man kann sogar sagen, er liebte "sein" Köln. Nun, auch heute soll es ja ab und an Menschen geben, die unsere Stadt kennenlernen. Viele lernen sie nicht nur kennen, sondern verlieben sich in sie.
Aber zurück zu Kunibert und endlich auch zu seinen beiden kleinen Legenden, die ich erzählen wollte. Denn eines haben wir Kölschgänger längst bemerkt, ihr liebt die kölschen Legenden. Dies beweisen immer wieder die vielen Kommentare dazu. Also, hier kommen noch zwei.
Kunibert war sehr fromm, und er liebte sein Köln. Die Menschen, und ganz besonders den Rhein. Einmal, Kunibert heilte gerade einen Besessenen, als der böse Geist des Besessenen diesen verließ und in den Rhein gehen wollte. Bischof Kunibert aber sagte: "Was, du unsauberer und schmutziger Gast, du willst ein solch heiliges Wasser besudeln, das der Weltschöpfer gesegnet und den Kölnern geschenkt hat? So viele Wunder sind hier auf diesem Strom geschehen, so viele Heilige haben es verehrungswürdig gemacht, so viele von Gott geschenkte Naturkräfte adeln dieses Gewässer. Und nun willst du es besudeln? Hinfort mit dir in die Hölle, raus aus meinem Kölle" (Ok, vielleicht geht mir auch gerade etwas der Gaul durch, aber so in etwa muss er es gesagt haben).
Ja, so war er, unser Kunibert. Auch hatte er schon lange nach dem Grab der heiligen Ursula gesucht, es aber wie alle anderen auch nicht gefunden. Damals wusste niemand mehr, wo genau sich Ursulas Grab in der ihr geweihten Kirche befand.
Eines Tages im Jahr 640, Kunibert las gerade die Messe in der St. Ursula Kirche, da schwebte plötzlich eine wunderschöne, schneeweiße, vor Reinheit strahlende, Taube lautlos auf ausgebreiteten Schwingen aus der Höhe des Chores herab und landete keck auf dem Haupt des Bischofs. Dann erhob sie sich, umflog dreimal den Altar und flog dann in eine Seitenhalle der Kirche, wo sie sich auf dem Boden niederließ und dann plötzlich verschwunden war. Kunibert aber deutete dies als Hinweis, ließ genau an der Stelle nachgraben, an der die Taube so spurlos verschwunden war, und siehe da, in geringer Tiefe wurden die Reliquien Ursulas gefunden. Es soll sogar eine Tafel daneben gelegen haben, auf der Ursulas Name stand. Ihr Haupt wird seitdem in einem silbernen Schrein aufbewahrt und den Gläubigen zur Verehrung ausgestellt.
In Köln wird Kunibert als Heiliger verehrt, sein Gedenktag ist der überlieferte Todestag, der 12. November. Seine Gebeine wurden im Mittelalter erhoben und werden heute in einem Schrein in der Apsis der ihm geweihten Kirche St. Kunibert in Köln aufbewahrt.
Schenkt ihm doch ein paar Minuten eurer Zeit und gedenkt ihm, wenn ihr das nächste mal am Rhein spazieren geht und St. Kunibert erblickt.
Im Rahmen der Neukonzeption des Skulpturenprogramms des Kölner Rathausturms in den 1980er Jahren wurde Kunibert durch eine Figur von Majka Wichner im vierten Obergeschoss auf der Ostseite des Turms verewigt. Auch dort könnt ihr ihm begegnen, dem heiligen Kunibert, der sein Köln liebte bis zuletzt.
Euer Ronald Czytaj więcej
Der heilige Severin
22 listopada 2018, Niemcy ⋅ ⛅ 4 °C
Zeit mal „Danke“ zu sagen.
Letzten Sonntag gehen wir spazieren. Wir gehen die Severinstraße von der Innenstadt in Richtung Severinstor entlang. Direkt an Sankt Johann Baptist steht ja die Figur des St. Severin. Der Namenspatron des ganzen, großen Viertels, dass sich von der Severinsbrücke entlang der Severinstraße bis zur Severinstorburg erstreckt.
Ihr versteht jetzt nur noch „Severin“? Ja, man kommt im Süden des alten Kölns nicht an ihm vorbei. Der Namensgeber all dieser Orte ist unser dritter bekannter Bischof in Köln. Geboren ist er vermutlich um das Jahr 344 und gestorben in etwa um das Jahr 397 und wirkte folglich in der zweiten Hälfte des vierten Jahrhunderts in Köln. Sein Name bedeutet „der Strenge“, aber, obwohl sich aus seinem Leben wenig belegen lässt, gilt er als ein sehr mildtätiger Mensch. Kein Wunder, dass er beliebt ist und verehrt wird. Ronald berichtete schon über ihn und ich selbst hatte vor Monate die nach ihm benanntet romanische Kirche St. Severin vorgestellt. Die Texte findet Ihr natürlich noch unter www.koelschgaenger.de .
Aber ich möchte heute von der Statue erzählen. Wir gehen also auf St. Johan Baptist zu und ich sage zu meiner Begleitung „Guck mal, der war doch nie so hell!?“. Das war er wirklich nie. Richtig verrottet war die Statue, die auf die Abfahrt der Severinsbrücke herabblickt. Mich hat das immer beklommen gemacht. Jetzt strahlt sie von weitem schön hell. Natürlich schauen wir uns an, was passiert ist. Das nächste, was ich höre ist „Die ist ja aus Marmor!“. Stimmt, fein ziselierter Marmor. Wunderschön. Ich antworte „Ey, da hat die Stadt aber mal wirklich was richtig Gutes gemacht.“ und denke „Warum habe ich darüber nie etwas gelesen? Komisch.“
Zuhause möchte ich das wissen und schlage nach. Der St. Severin ist tatsächlich aus Carrara-Marmor gefertigt. Habe ich vorher nie erkannt. Eigentlich wollte man schon 1959 zur Einweihung der Severins-Brücke diesem Heiligen eine Statue widmen und 1964 beauftragte man den Bildhauer Professor Elmar Hillebrand, den St. Severin anzufertigen. 1968 war er fertig. Am 28. November wurde er aufgestellt und dort irgendwie, ja, darf man „vergessen“ sagen? Abgase und Reifenabrieb haben ihm zugesetzt, sagt Frau Schock-Werner, unsere ehemalige Dombaumeisterin.
„Vergessen“ ist aber auch nicht ganz richtig. Mindestens ein Mensch leidet mit ihm mit. Der Stadt-Anzeiger berichtet am 24. April 2018: als im Jahr 2016 der Bildhauer Elmar Hillebrand auf dem Sterbebett liegt, sagt er voller Sorge zu seinem Sohn, Johannes Hillebrand, dass der Bischofstab vom Heiligen Severin kaputt ist. Wen fasst das jetzt nicht an?
Natürlich arbeitet das in Johannes Hillebrand, der auch Bildhauer ist. Als sich eine Bürgerinitiative um Rudolf Conrads vom Rheinischen Verein für Denkmalpflege, Ursula Jünger vom Verein des Severinsbürgerpreises, Johannes Oepen von der katholischen Gemeinde St. Severin und dem evangelischen Pfarrer Matthias Bonhoeffer von der Kartäuserkirche bildet, ist Johannes Hillebrand selbstverständlich dabei und begleitet das Projekt. Ziel ist, dass St. Severin am 28. November 2018, 50 Jahre nach seiner Aufstellung, wieder im alten Glanz erstrahlt.
Das haben sie offensichtlich geschafft. Ich muss sagen, dieses Jahre habe ich mich noch nicht derartig über eine Veränderung in der Stadt gefreut. Allen, die daran beteiligt sind, auch wenn ich sie hier nicht genannt habe, möchte ihr hiermit von ganzem Herzen sagen: Dankeschön.
Michael
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Zigg ens „Danke“ ze sage.
Letzte Sonndag gonn mer spazeere. Mer gonn lans de Vringstroß vun der Innestadt noh der Vringspooz. Tirek an Zint Johann Baptist steiht jo de Figur vum Zinter Vring. Der Namenspatron vum ganze, große Veedel, dat sich vun der Vringsbröck lans der Vringsstrroß noh der Vringstorburg trick.
Ehr verstoht jetz nor noch „Vring“? Jo, mer kütt em Süde vum aale Kölle nit an im vürbei. Der Namensgeber vun all dä Oote es uns drette bekannte Bischoff vun Kölle. Gebore es hä vermodlich öm et Johr 344 un gestorve öm et Johr 397 un wirkte dämnoh en der zweiten Hälvde vum veete Johrhundert en Kölle. Singe Name bedügg „der Strenge“, ävver, ovschüns sich us singem Levve winnig beläge lööt, gild hä als ene ärg mildtätige Minsch. Kei Wunder, dat hä god geledde es un verihrt weed. Der Ronald hät jo ald en Avhandlung üvver in geschrevve un ich selvs hatt vür Monate die romanische Kirche Zinter Vring vürgestallt, die noh im benannt es. Die Texte fingt Ehr natörlich noch unger www.koelschgaenger.de .
Ävver ich mööch hügg vun der Statue verzälle. Mer gonn alsu op Zint Johann Baptist aan und ich sage zo minger Gesellschaff „Luur ens, dä wor noch nie esu hell!?“ Dat wor hä en ech nie. Richtig verrott wor die Statue, die op die Avfahrt vun der Vringsbröck eravluurt. Mich hat dat luuter jet bedröv gemaht. Jetz strohlt se vun wiggem schön hell. Secher luure mer uns aan, wat passeet es. Et nächste, wat ich hüre es „Die es jo us Marmor!“ - Stemmp, fing zieseleete Marmor. Wunderschön. Ich antwoode „Ey, do hät die Stadt ävver ens wirklich wat richtig Godes gedon.“ un denke „Woröm han ich dorüvver nie jet gelese? Komisch.“.
Zehus mööch ich dat wesse un schlonn noh. Der Zinter Vring es wirklich us Carrara-Marmor gemaht. Han ich vürher nie erkannt. Eigentlich wollt mer ald 1959 zor Einweihung vun der Vringsbröck däm Hellige en Statue widme un 1964 hät mer der Beldhauer Professor Elmar Hillebrand beopdrag, der Zinter Vring ze maache. 1968 wor hä fäädig. Am 28. November woodt hä opgestallt un do, jo darf mer „vergesse“ sage? Avgase un Riefeavrieb han im zogesatz, säht ie Frau Schock-Werner, unse fröhere Dombaubaas.
„Vergesse“ es ävver och nit ganz richtig. Mendestens eine Minsch ligg met im met. Der Stadt-Anzeiger bereech am 24. Aprel 2018: wie em Johr 2016 der Beldhauer Elmar Hillebrand om Stervebedd litt, säht hä voll Sorg för singe Sonn, Johannes Hillebrand, dat der Bischoffsstab vum Helligen Vring kapodd es. Wä fass dat nit aan?
Natörlich arbeid dat em Schäng Hillenbrand, dä och Beldhauer es. Wie sich en Bürgerinitiative öm der Rudolf Conrads vum Rheinische Verein för Denkmolfläg, dem Ooschel Jünger vum Verein vum Vringsbürgerpreis, dem Schäng Oepen vun der katholische Gemeinde Zinter Vring un dem protestantische Pastur Matthes Bonhoeffer vun der Kartäuserkirch beld, es der Schäng Hillebrand selvsverständlich dobei un geiht mem Projek met. Ziel es, dat der Zinter Vring am 28. November 2018, 50 Johr noh singer Opstellung, widder em aale Glanz erstrohlt.
Dat han se ganz klor geschaff. Ich muss sage, dat Johr han ich mich noch nit esu üvver en Veränderung en der Stadt gefreut. All denne, die dran beteilig sin, och wann ich se hee nit genannt han, mööch ich heemet vum ganze Hätze sage: Dankeschön.
Mechel Czytaj więcej
Ins Gesicht geschrieben
20 listopada 2018, Niemcy ⋅ ⛅ 3 °C
Kennt ihr das? Es gibt Orte, zu denen man sich immer wieder hingezogen fühlt. Wo man immer wieder hin muss und die bei zu langen Abständen auch wirklich fehlen. Der Kölner Dom ist für mich so ein Ort. Betrete ich ihn, betrete ich eine andere Welt. Eine Welt, die mich in verschiedene Epochen führt. Bin ich hier, umgibt mich etwas, was ich auch für mich selbst immer wieder versuche, in Worte zu fassen, was mir aber aufgrund der Vielfältigkeit nicht recht gelingt.
Zum einen ist es sicher das Wissen, dass hier etwas "schwebt", was schon über 1000 Jahre alt ist, denn vor unserem Dom gab es ja an derselben Stelle schon den "Alten Dom" oder "Hildebold-Dom" genannt. Über den ersten Erzbischof des Erzbistums Köln, Hildebold, werde in an anderer Stelle berichten.
Zum anderen ist es die Geschichte um seine Entstehung. Meister Gerhard, der Baustop und schließlich die Vollendung. Der Geist aller, die daran beteiligt waren, ist hier zu spüren.
Aber es gibt noch etwas, was hier vermutlich oft in den Hintergrund gerät. Klar, der Kölner Dom ist die Sehenswürdigkeit Nr. 1 in Deutschland mit täglich über 20.000 Besuchern und in der nun bald kommenden Adventszeit auch sehr vielen mehr...aber der Dom ist vor allem eines, nämlich Kirche...ein Haus Gottes. Und wenn wir uns auf einen Rundgang begeben, sind wir auch begleitet von Heiligen, Engeln und biblischen Malereien. Und auf einem meiner Rundgänge, die ich am liebsten mache, wenn der Dom noch nicht oder nicht mehr so gut besucht ist, also ganz früh morgens oder abends, ist mir etwas aufgefallen, was mich fasziniert hat und worüber ich dann auch mehr wissen wollte...
In der Kreuzkapelle, am Eingang zum Kapellenkranz mit seinen sieben Chorkapellen, befindet sich ein 2,88 m hohes und 1,66 m breites Kreuz aus Eichenholz. An diesem zu sehen der gekreuzigte Jesus. Das Besondere daran ist aber, dass dieses Abbild Christi ihn im Moment seines Sterbens zeigt. Zuvor wurde er oft in aufrechter Position dargestellt und als Held. In dieser monumentalen Skulptur aus dem 10. Jahrhundert aber ist das anders. Erstmals wird hier ein leidender Mensch dargestellt. Viele spätere Bildnisse des gekreuzigten Jesus Christus im Mittelalter orientierten sich an dieser Skulptur, die auch unter dem Namen Gerokreuz bekannt ist.
Benannt nach seinem Stifter, Erzbischof Gero, der dieses Amt in Köln von 969 bis 976 bekleidete. Man vermutet, dass er derjenige war, der dieses Kreuz in Auftrag gab. Gero hatte während eines längeren Verweilens in Konstantinopel die byzantinische Kunst kennengelernt und nutzte seinen Einfluss, diese Kunst in die Gestaltung des Kreuzes mit einfließen zu lassen. Lediglich der Strahlenkranz, der das Kreuz umgibt, wurde nachträglich im Jahre 1683 vom Domherren Heinrich Friedrich von Mering gestiftet.
Seit über 1000 Jahren befindet sich das Gerokreuz nun im Kölner Dom. Den Brand des "Alten Domes" 1248 überstand es und wurde 1270 am Sarkophag des Erzbischofs Gero, welcher sich noch heute in der Stephanuskapelle befindet, wieder aufgestellt. Ca. im Jahre 1351 dann fand es seinen Platz dort, wo es sich noch heute befindet.
Wenn auch ihr einen Rundgang durch den Dom macht und dann vor diesem Kreuz steht, macht euch bewusst, dass ihr vor dem ältesten Großkruzifix steht, welches es nördlich der Alpen gibt, und all die Zeit überdauert hat.
Mit all diesen Reliquien und Geschichten nimmt er mich immer wieder gefangen. Zauberhafter Kölner Dom.
Eure Ramona Czytaj więcej
Hohenzollernbrücke + Reiterstandbilder
15 listopada 2018, Niemcy ⋅ ⛅ 7 °C
Hallo ihr Lieben. Erstmal ein frohes neues Jahr auch von mir. Ich hoffe, ihr seid gut rüber gekommen. Und damit bin ich auch schon bei meinem ersten Beitrag 2019. Rüberkommen ist ein schönes Stichwort, denn bestimmt jeder von euch ist schon einmal über die Hohenzollernbrücke gegangen oder gefahren. Jetzt möchte ich euch etwas über diese Brücke erzählen.
Schon 1859 stand hier eine Brücke, damals kombiniert als Eisenbahn und Straßenbrücke. Sie war die erste feste Rheinbrücke nördlich der Alpen. Den Grundstein legte damals König Friedrich Wilhelm IV. und Wilhelm I. war 1859 bei der Einweihung als Prinzregent anwesend.
Und hier beginnt nun die eigentliche Geschichte der Reiterstandbilder auf der Hohenzollernbrücke, denn "auf königliche Anregung" sollte den beiden Herrschern auf der Brücke je ein Reiterdenkmal in doppelter Lebensgröße aufgestellt werden. So schuf der Bildhauer Gustav Blaeser das Reiterstandbild von Friedrich Wilhelm IV. und Friedrich Drake schuf das Reiterstandbild von Kaiser Wilhelm I., aufgestellt wurden sie auf einem Pfeiler zwischen den beiden Brückentürmen. Wilhelm IV. auf der Kölner und Wilhelm I. auf der Deutzer Seite. Heute sind beide rechtsrheinisch platziert.
Der Verkehr nahm stetig zu und irgendwann war die Brücke den Anforderungen nicht mehr gewachsen und so wurde 1910 eine neue Brücke fertiggestellt. Sie wurde am 22. Mai 1911 durch Kaiser Wilhelm II. eingeweiht. Die Planungsarbeiten für den Neubau wurden unter dem Präsidenten der Eisenbahndirektion Köln, Paul von Breitenbach begonnen und 1906 an dessen Nachfolger Rudolf Schmidt übergeben.
Vielleicht sagt ja der Name Schmidt dem einen oder anderen fleißigen Leser unserer Beiträge etwas, ich hatte ja erst vor kurzem einen Beitrag über ihn veröffentlicht. Und wie es damals "in" war, wurde auch diese Brücke verschönert. Die Bauherren wollten schon alleine wegen der direkten Nachbarschaft des Domes, das diese Brücke "ins Bild" passen müsse und einer Ausschmückung bedarf. So bekam die Hohenzollernbrücke Portale mit hohen Türmen und kleinere Türme auf den Strompfeilern, und diesmal wurde die Brücke mit jeweils zwei großen steinernden Türmen auf jeder Uferseite gebaut.
Da es aber nur zwei Reiterdenkmäler gab, wurde nun von der Verwaltung der mittlerweile verstaatlichten Eisenbahn der Auftrag erteilt, zwei weitere Denkmäler zu bauen. So wurde die Hohenzollerndynastielinie um die Reiterstandbilder von Friedrich III. und Wilhelm II. erweitert. Letzterer lebte zu dieser Zeit sogar noch. Diese wurden von dem Berliner Künstler Louis Tuaillon erbaut.
Des Weiteren bekam die Brücke nun den Namen "Hohenzollernbrücke". Am 22.Mai 1911 wurde die neue Brücke in Anwesenheit des Kaisers eingeweiht. Zum Ende des zweiten Weltkrieges wurde sie leider von den Nazis zerstört. Auch die Reiterdenkmäler wurden beschädigt.
Nach Kriegsende wurde die Brücke erstmal notdürftig repariert, und am 8.5.1948 konnte sie wieder in Betrieb genommen werden. Lediglich das südliche Straßenbauteil wurde nicht mehr aufgebaut, auf Deutzer Seite kann man noch ein kleines Stück Straße mit Straßenbahngleis aus dieser Zeit sehen, der Rest wurde beim Bau des Kölntriangles entfernt.
Die Brücke bestand jetzt aus sechs einzelnen Brückenüberbauten, teils komplett neu gebaut. Leider wurden die erhaltenen Portalbauten und Brückentürme nicht wieder instandgesetzt, sondern 1958 abgerissen. Nachdem die Brücke 1959 wieder vollständig aufgebaut wurde, gab die Bundesbahndirektion die Restaurierung und Wiederaufstellung der Reiterstandbilder in Auftrag und so wurden sie wieder auf ihre alten Plätze gestellt.
Dann, 1985 wurde eine zusätzliche Brücke mit zwei weiteren Gleisen für die S-Bahn, sowie einem Fuß/Radweg gebaut. So wurden an der Nordseite drei Brückenteile angefügt und die Brückenpfeiler verbreitert. 1989 waren diese Arbeiten beendet. Wenn man genau hinsieht, erkennt man aber einen Unterschied zu den alten Teilen. Die alten Brückenteile sind genietet, die neuen geschweißt, auch auf den Gleisen ist ein Unterschied zu sehen. Der neue Abschnitt hat Schottergleise, beim alten Abschnitt sind die Gleise direkt auf die Brückenkonstruktion gesetzt. So hat also die Hohenzollernbrücke wieder ungefähr die alte Größe. Der südliche Straßenbrückenteil ist weg, dafür ist das nördliche Teil für die S-Bahnen neu. Die Hohenzollernbrücke gilt allgemein auch als die meistbefahrene Eisenbahnbrücke Europas.
Seit 1998 kann man am östlichen Brückenkopf auf der Deutzer Seite sogar klettern, da der Deutsche Alpenverein dort eine öffentliche Kletteranlage mit rund 850 Quadratmetern Wandfläche unterhält.
Seit Spätsommer 2008 hat sich auf der Brücke der aus Italien stammende Brauch der Liebesschlösser ausgebreitet und ist längst zum Kult geworden.
Vier Reiterstandbilder preußischer Könige und deutscher Kaiser der Hohenzollern-Familie begrüßen oder verabschieden die Menschen, die den Rhein, unseren Strom überqueren. Dazu der Dom, ein Bild, das regelmäßig um die Welt geht und auf das wir Kölner zu Recht stolz sind.
Ronald Czytaj więcej
Severin ein Regengott?
15 listopada 2018, Niemcy ⋅ ⛅ 7 °C
Ist der Hl. Severin eigentlich ein Regengott? Diese Frage stelle ich mir immer wieder. Immer, wenn es regnet ohne Ende und ich ihn bitte,ein Einsehen zu haben, oder wenn es mal wieder so heiß ist, so wie diesen Sommer, und ich ihn schon wieder anrufe. Und kann ich ihn von überall bitten, oder muss ich in die Südstadt? Bin ich ihm da näher und es funktioniert besser? Jede Menge Fragen, und ihr fragt euch vermutlich, wovon schwätzt der Ronald eigentlich? War der wieder zu lange im Brauhaus? Schon wieder ne Frage. Ahhhhhhh.......
Damit ihr mich besser versteht, sollte ich euch wahrscheinlich eine Legende über den hl. Severin erzählen.
Wir schreiben das Jahr 397, es ist November, arschkalt, Sonntag. Und wie immer begibt sich Bischof Severin von seinem selbst gegründeten Kloster aus auf einen Sonntagsspaziergang. Nicht alleine, er ist beliebt und wird geachtet, so einer wird gerne begleitet. Kennt ihr vom Frühschoppen. Junge Praktikanten und Anhänger Severins begleiten ihn also auf seinem Weg, dieser führt ihn aufs Martinsfeld, das heutige Gebiet am Kartäuserhof. Auf einmal bleibt Severin stehen, lauscht, fragt die anderen, ob sie auch die singenden Stimmen vernommen haben. Haben sie nicht, das sagen ihm die ratlosen Blicke. So hört doch genauer hin, bittet er, aber nichts, er schaut nur in ratlos dreinblickende Gesichter.
Severin jedoch hat himmlische Psalmen vernommen, so klar und deutlich, das er völlig hin und weg ist. Dies erzählt er seinen Begleitern, aber niemand außer ihm hatte etwas gehört. Nun ist Severin aber nicht als Spinner verschrien und fest im Glauben, deshalb lässt er sich nicht beirren. Einzig, was hatte das zu bedeuten, fragte er sich. Einige Tage später, als die Nachricht vom Tode Bischof Martins Köln erreicht, ist Severin sich sicher. Er hat die Engelschöre gehört, die den heiligen Bischof Martin im fernen Tours in den Himmel begleitet haben.
Einige Zeit später beschließt der noch rüstige Severin, sich seinen Traum zu erfüllen und in seine Heimatstadt Bordeaux zurückzukehren. Er verlässt also Köln und kehrt in seine Heimatstadt zurück, wo er schon bald verstirbt. Hier wird er nach seinem Tod um etwa 403 heilig gesprochen. Kurze Zeit später wird Bordeaux von Feinden eingekesselt und belagert. Und was unternehmen die Bürger? Sie legen die Reliquien des heiligen Severin auf die Mauer und siehe da, die Feinde fliehen. Absurd? Legende halt.
Aber zurück nach Köln. Denn hier herrscht Not. Severin ist vor drei Jahren aus Köln weggegangen, und seitdem hat es hier in Köln kaum geregnet. Überall verdorrte Felder, das Vieh verdurstet, die Not ist groß und kein Regen in Sicht.
Doch eines Nachts träumt ein Domvikar, es müsse mit Severin zusammenhängen. Deshalb solle man die Reliquien des heiligen Severin nach Köln holen. Ihr könnt euch vorstellen wie begeistert man den Vorschlag in Bordeaux aufnahm. Doch da in Köln die Not so groß ist und die Kölner Abgesandten nicht aufhören zu bitten und betteln, hat man endlich ein Einsehen und willigt ein. Die Kölner dürfen die Hälfte der Knochen mitnehmen.
Nach zügiger Rückreise an den Rhein, der Geleitzug ist gerade auf Höhe von Melaten, passiert was? Riiichtiiig, es fängt an zu regnen. Dä.
Heute liegen die Reliquien des heiligen Severin in einem Hoch-Schrein hinter dem Altar von St. Severin. Jeden Montag können Gläubige in einer kleinen Prozession unter ihm hindurchziehen.
Mich aber zieht es an die Ecke Kartäuserhof, Ecke Kartäusergasse, denn hier in einer Häusernische steht ein Denkmal des heiligen Severin. Und hier sage ich ihn auf, den heilsbringenden Spruch:
"Heiliger Severinus, der Du an diesem Orte die Seele des heiligen Bischofs Martinus von den Engeln in den Himmel hast tragen sehen, bitt für uns".
So lautet die Inschrift hier an diesem Denkmal. Besucht ihn doch mal, hier in der Südstadt. Czytaj więcej
Die Antoniterkirche am Neumarkt
8 listopada 2018, Niemcy ⋅ ⛅ 12 °C
Diese Kirche wurde bereits in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts als Klosterkirche der Antoniter errichtet. Deshalb hat sie wie alle Klosterkirchen dieser Zeit auch keinen Turm. Heute steht sie am Neumarkt mitten im Trubel der Kauf- und Bummelsüchtigen, inmitten großer Konsumtempel und Schnellimbissketten. Und so hat sie von dem Kabarettisten Jürgen Becker auch irgendwann ihren Spitznamen bekommen. Dieser bezeichnete die Antoniterkirche wegen ihrer 10 Minuten Andachten mal als "Drive-in-Kirche", in Anlehnung an eine Fastfood-Kette. Sicherlich hat er dies nicht respektlos gemeint, denn immerhin ist die Antoniterkirche das älteste protestantische Gotteshaus in Köln.
Für viele Menschen ist sie auf dieser hektischen Meile ein Ort der Stille, ein Rückzugsort um eine Kerze zu entzünden, ein stilles Gebet zu sprechen, sich Barlachs Kunstwerke anzusehen, denn mit der "Schwebenden", dem "Lehrenden Christus" und dem "Kruzifix II" beherbergt die Antoniterkirche Köln drei Ausstattungsstücke von der Hand des Künstlers Ernst Barlach.
Oder eben um 18:00 Uhr an der 10 Minuten Andacht teilzunehmen. Nach dem Dom gilt sie als meistbesuchte Kirche Kölns.
Hier werden bereits seit 1805 Gottesdienste gefeiert. Und das erst rund 300 Jahre nach der Reformation, bis dahin war es den Protestanten im katholischen Köln verboten, ihre Religion auszuüben. Dies änderte sich erst mit dem Einmarsch der Franzosen. Diese führten die Religionsfreiheit ein.
Der erste Gottesdienst fand allerdings nicht hier, sondern ein paar Meter entfernt in der Schildergasse 96, dem Haus der Brauerzunft, statt. Dies geschah im Jahre 1802.
Im Inneren können wir uns den schwebenden Engel anschauen. Diese von Ernst Barlach geschaffene Plastik hat eine sehr interessante Besonderheit. Sie trägt die Gesichtszüge der Künstlerin Käthe Kollwitz. Da diese von Barlach sehr verehrt wurde, gab er seiner Plastik diese Gesichtszüge. Die Plastik soll an die Toten des zweiten Weltkrieges erinnern.
Was viele nicht wissen, der hier hängende fliegende Engel ist nicht das Original. Dieses war eigentlich für den Dom in Güstrow bestimmt, wurde aber von den Nazis eingeschmolzen da sie es als entartete Kunst betrachtet hatten. Vom Gipsmodel wurde dann später dieser neue Engel gegossen.
Ihr habt bei uns im Zusammenhang mit dem Dom sicher schon von Boisseree gelesen. Und auch hier treffen wir wieder auf ihn. Während der französischen Besatzung wurden natürlich fast alle mittelalterlichen Stücke entfernt. Auch hier kamen die Brüder Boisseree zum Einsatz und sie bewahrten einige Stücke vor der sicheren Zerstörung.
Auch in der jüngeren Vergangenheit war die Antoniterkirche immer wieder im Fokus der Öffentlichkeit. Debatten, Stadtpredigten und vor allem das politische Nachtgebet in den 1968ern sorgte immer wieder für Aufsehen. So war sie lange Zeit das Zentrum der kritischen Christen. Dann, Anfang der 90er war sie erneut im Fokus, da sie als eine der ersten Kirchen "Kirchenasyl" gewährte.
Und so steht sie weiterhin inmitten der Konsumtempel und bietet den Menschen einen Ort der Ruhe und Besinnung. Mitten auf der Schildergasse.
euch allen eine schöne Zeit.
euer Ronald Czytaj więcej
Weit zurück
7 listopada 2018, Niemcy ⋅ ⛅ 15 °C
So, wie in meiner letzten Geschichte, möchte euch heute noch einmal mit in die Vergangenheit nehmen. Lange Zeit, bevor, wie ich letzte Woche erzählt habe, selbst das alte Chorgestühl entstand.
Von unserem Dom gab es noch nichts zu sehen. Vom "alten Dom" oder auch karolingischen Dom genannt, existierte nach nach einem großen Brand nicht mehr viel. Um den Chor des neuen Domes errichten zu können, wollte man die Ostteile des alten Domes niederbrennen. Die Flammen aber gerieten außer Kontrolle und der größte Teil des westlichen Baus fielen dem Feuer zum Opfer. Dennoch wurde der Westteil des alten Domes soweit wieder hergestellt, dass man dort wenigstens die Gottesdienste abhalten konnte, bis der neue Chor fertig war.
Es gab im Gegensatz zu unserem Dom eine Besonderheit im alten Dom. Er besaß zwei Chöre, den Westchor, der dem heiligen Petrus geweiht war, unter dessen Patronat auch unser heutiger Dom steht und einen Ostchor, welcher der Gottesmutter Maria geweiht war. Im Westen, wie auch im Osten des Domes befand sich ein großes Atrium, ein zentraler Raum. Der alte Dom war im Osten durch dieses Atrium mit der Stiftskirche St. Maria ad Gradus verbunden. Erinnert ihr euch? Ich hatte von ihr erzählt und die einzige Säule, die von dieser Kirche geblieben ist, steht auf dem Domherrenfriedhof. Ich denke, ihr habt jetzt ein Bild vor Augen, wie es vor unserem Dom dort ausgesehen hat.
Gehen wir wieder zu dem Punkt, an den nun daran ging, unsere jetzige Kathedrale zu bauen. Mehr oder weniger haben wir ein Gelände vor uns, was man sich heute vermutlich so nicht mehr für einen Neubau vorstellen könnte. Sandiger und steiniger Boden, vielleicht schauen ein paar Grashalme aus der Erde. Mit einfachsten Hilfsmitteln und vor allem der Menschen Hände entstand das, was wir heute als den Mittelpunkt der Stadt, den Kölner Dom, kennen. Aber was steht ganz am Anfang eines Neubaus? Richtig. Der Spatenstich. Den machte niemand geringeres als der damalige Erzbischof von Köln, Konrad von Hochstaden. Aber wer war dieser Mann eigentlich?
Geboren wurde er um das Jahr 1205 als Sohn des Grafen Lothar I. von Are-Hochstaden und Mathilde von Vianden. Mit dem Geschlecht der Staufer war er blutsverwandt. Er hatte noch zwei Brüder und vier Schwestern.
Nachdem er Propst von St. Maria ad Gradus war und offenbar seit 1226 auch der "herrschende" Domherr Kölns, wurde er am 30. April 1238 zum Erzbischof als Nachfolger Heinrichs I. von Müllenark gewählt. Bis dahin hatte er bereits seit 1234 das Amt des Dompropstes unrechtmäßig an sich gerissen und den rechtmäßigen Dompropst gebannt, was soviel heißt, dass er ihn aus der kirchlichen Gemeinde ausgeschlossen hatte. Dieser jedoch bemühte sich daraufhin um einen Prozess vor der römischen Kurie. Deren Aufforderung an Konrad von Hochstaden, sich in Rom zu verantworten, wurde seinerseits nicht nachgekommen. So wurde er exkommuniziert und durfte keine gottesdienstlichen Handlungen mehr ausüben, egal, wo er sich auch aufhielt.
Nachdem er zum Erzbischof gewählt wurde, überließ er das Amt des Dompropstes nun großzügigerweise seinem Widersacher, dem eigentlich rechtmäßigen Propst.
Nun sollte man meinen, das Wort Bischof sei gleichzusetzen mit einem Mann der Güte und Gnade, ein Mann der Kirche eben. Das war damals aber alles andere als das. Erzbischöfe hatten eine unglaubliche Macht, auch im weltlichen Bereich. Und sie nutzten diese, wenn nötig, auch mit Gewalt. Nach seinen Kriegen mit z. B. Brabant und Jülich war er Mitte der 1240er Jahre zum mächtigsten Reichsfürsten aufgestiegen. Seine weiteren politischen Machenschaften hier näher zu erläutern würde den Rahmen sprengen.
Die zwei Dinge, die meiner Meinung nach als die besondersten aus seiner Amtszeit hervorgingen, war die Verleihung des Stapelrechtes im Mai 1259 und eben der Spatenstich zum Bau unserer wunderschönen Kathedrale am 15. August 1248.
Gestorben ist Konrad von Hochstaden 1261. Sein Grabmal befindet sich in der Johanneskapelle des Kölner Domes. Ob er ein guter Mensch war, sei dahingestellt. Aber in Gedanken an unseren Dom steht er mit in erster Reihe.
Eure Ramona Czytaj więcej
Die älteste Legende Kölns
31 października 2018, Niemcy ⋅ ⛅ 8 °C
Wir schreiben das Jahr 69 n. Chr. Ein für das Geschehen in der großen Politik unbedeutender Hauptmann hatte für den Fall vorgesorgt, dass Köln einer Belagerung durch die Römer ausgesetzt sein könnte und dieser Umstand wurde auch tatsächlich erwartet. So ließ er Nahrungsmittel aller Art durch die Tore der Stadt bringen, auch viele Fässer Kölsch durften dabei nicht fehlen (nun gut, Kölsch wird es nicht wirklich gewesen sein, denn das gab es im Jahr 69 noch gar nicht, aber schließlich befinden wir uns in einer Kölner Legende).
Sein Name war Marsilius. Und so weitsichtig der Hauptmann auch war... eines hatte er vergessen...nämlich daran zu denken, auch für ausreichend Brennholz zu sorgen.
Aber warum bestand überhaupt die Sorge vor einer römischen Belagerung?
Nun, im Jahre 68 starb Kaiser Nero in Rom und aus den vier möglichen Nachfolgern ging Vespasian als neuer Kaiser hervor. Einem der drei noch verbliebenen anderen, Aulus Vitellius, passte das so gar nicht und so ließ er sich am 2. Januar 69 zum römischen Gegenkaiser ausrufen und wurde in der römischen Provinz Niedergermanien, dessen Hauptstadt die Colonia Claudia Ara Agrippinensium war, Oberbefehlshaber. Unseren eigensinnigen Kölnern gefiel es jedoch überhaupt nicht, irgendwelche Nicht-Kölner in ihrer Nähe zu wissen und einen Herrscher aus diesen Reihen akzeptieren zu sollen, kam auch nicht in Frage. Also taten sie alles mögliche, um den Römern den Zugang in ihre Stadt zu verweigern.
Kommen wir zurück zu dem Problem mit dem vergessenen Brennholz:
So kreativ unsere Kölner sind, so waren sie es auch damals schon. Jener genannte Hauptmann Marsilius nämlich steckte sämtliche kölschen Mädchen in germanische Rüstungen und setzte ihnen Helme auf, so dass man nicht erkennen konnte, dass das gar keine wirklichen Männer waren. Marsilius schickte diese nun mit Karren durch ein Stadttor in den Wald, es sah also so aus, als wollten sie Holz sammeln. Eher noch aber wirkten sie kriegslustig.
Die Truppen des Kaisers Aulus Vitellius fielen auch tatsächlich darauf rein, und als sie die Mädchen in Rüstungen, die sie für Brennholz suchende Männer hielten überfallen wollten, kam Marsilius mit den wirklichen Soldaten von dem Wald gegenüberliegenden Stadttor in denselben, kreisten die Krieger des Möchtegern-Kaisers Vitellius ein und überfielen sie hinterrücks. Nach schrecklichem, aber gewonnenen Kampf nahm Hauptmann Marsilius den Vitellius gefangen.
Bis ihm am nächsten Tag der Garaus gemacht werden sollte - es sollte ihm auf dem Marktplatz der Kopf abgeschlagen werden - wurde Vitellius von Marsilius in einen Turm gesperrt.
Der nächste Tag kam und der ach so mächtige "Kaiser" jammerte und flehte um sein Leben. Kurz bevor das Beil des Henkers niedersauste, zeigten die Kölner Erbarmen mit dem armen Wicht, aber nicht, ohne den Verurteilten vorher zu etlichen Zugeständnissen zu ihren Gunsten zu bewegen, welche Vitellius mit Unterschrift und Siegel beglaubigen musste.
Das war die Legende zur Rettung der Stadt Köln durch den mutigen Hauptmann Marsilius. Seit jeher gilt der Pfingstdonnerstag als Holzfahrtag, der Tag des Sieges über die Mannen des Kaisers Vitellius.
Am Gürzenich, über dem Eingang zum Weinkeller findet man ein Denkmal mit Inschrift für den tapferen Marsilius.
Und es gibt noch mehrere Orte, die ihm gedenken, z. B. die Marsiliusstraße oder direkt im Gürzenich der Marsilius-Saal. Man sagt ja, jede Legende beinhaltet immer auch ein Stückchen Wahrheit. Sicher auch hier, denn - mit einem Schmunzeln zu verstehen - wer weiß, was sonst aus unserer schönen Stadt geworden wäre.
Bis bald
eure Ramona Czytaj więcej
Was uns vom Mittelalter blieb
20 października 2018, Niemcy ⋅ ⛅ 10 °C
"Mir dünkt, ich muss gewohnte Wege beschreiten, um euch kundzutun, was nicht dahingerafft, sondern aus alter Zeit erhalten uns blieb..."
Nachdem meine letzten Beiträge sich eher "im Schatten des Domes" abspielten, zieht es mich heute in den Dom hinein. Ich spüre wieder, dass es hier noch einiges gibt, über das es sich zu schreiben lohnt. Ich gehe, wie so oft, durch die Hallen "meines Domes", vorbei an den Sitzbänken, in denen Menschen ins Gebet vertieft, oder einfach nur die Stimmung in sich aufnehmend, sitzen, vorbei an überlebensgroßen Figuren, angebracht an den mächtigen Säulen, den Fenstern, auf denen biblische Szenen dargestellt sind. Auf Höhe des Binnenchores fällt mir etwas ins Auge, was dem Besucher in der Regel nicht frei zugänglich ist. Das Chorgestühl des Kölner Domes. Dieses Chorgestühl ist mit 104 Sitzen eines der größten aus dem Mittelalter erhaltenen Gestühle. Entstehungszeit 1308 bis 1311. Erschaffen aus 29 Eichenstämmen.
Versetzen wir uns für einen kurzen Moment in diese Zeit. Handwerker, Zimmerleute, Bildhauer usw. laufen geschäftig zwischen den verschiedenen zu verrichtenden Arbeiten hin und her. Figuren und Reliefs werden in die massiven Eichenhölzer geschnitzt, an andere Stelle wird am Dom selbst weitergebaut. In den Pausen wird aus Tonkrügen Wasser in Becher gegossen, denn es ist staubig...könnt ihr es fühlen, die alte Zeit? Mit ein bisschen Fantasie klappt das gut.
Es waren vermutlich dieselben Arbeiter, die auch schon die Chorpfeilerfiguren geschaffen hatten, denn die Art der Figuren auf dem Chorgestühl ähneln den steinernen Figuren, die kurz nach 1300 erschaffen wurden, sehr. In den Jahren 1308 bis 1311 wurden die Teile gefertigt und dann nach Baukastensystem zusammengebaut.
Vor den steinernen Chorschranken mit den Gemälden darauf, die gleichzeitig die Rückwände des in zwei Reihen ansteigenden Chorgestühls darstellen, fanden im Mittelalter, wie auch heute noch die Herren des Domkapitels, sowie auch weltliche Besucher derselben ihren Platz während der Liturgie.
Zwei der 104 Plätze sind besonderen Menschen vorbehalten (gewesen). Einer dem Papst, der andere dem deutschen Kaiser.
Nun zum Chorgestühl selbst:
Die einzelnen Sitze, auch "Stallen" genannt, sind von sogenannten Wangen voneinander getrennt. Die Wangen sind geschmückt mit Knäufen, die wiederum mit Blattwerk oder figürlichen Darstellungen versehen sind. Die Abschlusswangen der einzelnen Sitzreihen stellen eine rheinische Sonderform der Wangen dar, nämlich niedrige Formen mit eingefügten Relieffeldern. Insgesamt finden sich auf dem Chorgestühl über 500 Reliefs und Figuren in Form von Laub bzw. Blattwerk, aber ebenso findet man auch kirchliche und weltliche Bildnisse von Tugend und Sünden.
Eine Besonderheit möchte ich noch erwähnen:
Die Sitzflächen lassen sich hochklappen. An den Unterseiten befinden sich Misericordien, kleine Stützbretter (Misericordien, lat. misericordia = Barmherzigkeit, Mitleid). Diese Stützbretter waren nämlich dafür gedacht, dass die Kirchenmänner, sollten sie während einer Liturgie stehen müssen, sich wenigstens abstützen konnten.
Wir können das Chorgestühl zwar nur aus einigen Metern Abstand bewundern, aber wir haben das Glück, dieses Relikt alter Zeit noch im Original sehen zu können. Ein Relikt von vielen, deren Heimat der Kölner Dom ist.
Eure Ramona Czytaj więcej
Dr. Gathe
9 października 2018, Niemcy ⋅ ⛅ 13 °C
Wisst Ihr, was ein für mich wichtiger Teil von Köln ist? Der Zoo.
Ich kann nicht sagen, wann ich zum ersten Mal hier war. Vermutlich war es aber ein Sonntag und ich lag ich im Kinderwagen. Für mich war er immer schon da.
Seit 1860 haben wir den Zoo. Dr. Caspar Garthe verdanken wir das. Komisch, man will ja meinen, dass wenn man schon in unserem schönen Köln soetwas großartiges wie den Zoo ins Leben ruft, dass man eben mal die Eckdaten des Gründers nachschlagen kann. Denkste!
Das Geburtsjahr von Caspar Garthe scheint unklar. 1795 oder 1796 stehen zur Wahl. Er wird in Frankenberg an der Eder geboren. Das liegt ziemlich mittig im Viereck Kassel – Marburg – Siegen – Brilon, wenn ihr genauso wenig eine Ahnung habt wie ich, wo Frankenberg liegt oder die Eder fließt. Aber vielleicht ist er auch in der Nähe von Marburg selbst geboren. Herrje, wer hat denn da die Kirchenbücher gepflegt? Ein Katholik war es wohl nicht.
Nun, er studiert 1812 in Marburg Kammeralswissenschaften. - Ja, vor diesem Wort stand ich auch gerade. Das sind die Fähigkeiten, die man haben muss, um in einem absolutistischen Staat in der Verwaltung arbeiten zu können. Sagen wir einfach, er wollte Beamter werden. Bald schwenkt er aber zur Physik, Mathematik und Naturwissenschaften um. 1817 ist er Doktor der Philosophie und verdingt sich als Privatdozent und Gymnasiallehrer.
Er hat aber auch richtig Spaß an Tüfteleien. Er beobachtet den Himmel durch ein selbst gebautes Fernrohr und erfindet einen „Kosmoglobus“, eine Glaskugel, die den Himmel darstellt und in dessen Kern sich die Erde als Holzkugel befindet. Eine Art Streichholz und eine frühe Form eines Aquariums bastelt er auch. In Köln bekommt er dann eine Stelle als „Erster Oberlehrer“ an der „Höheren Bürgerschule“ am Quartermarkt. Prompt baut er im Kölner Dom im Jahr 1852 das „Foucault’sche Pendel“ nach. Und bei diesem Mann ist nicht mal das Sterbejahr klar? 1874 und 1876 stehen zur Auswahl.
1858 gibt er den Anstoß die „Actiengesellschaft Zoologischer Garten zu Cöln“ zu gründen. Das bekannte Gelände in Riehl wird erworben und am 22. Juli 1860 der Zoo eröffnet. Dieser ist als Amüsiergelände gedacht und ist es noch heute. Darüber werden wir hier bestimmt noch schreiben. Ich meine, über die vielen schönen und auch traurigen Geschichten, die sich abspielten, bis er ein moderner Zoo geworden ist, der unterhält, lehrt und die Arten mit erhält.
Ist er für Euch eigentlich ein großes Thema? Wie steht Ihr zu ihm? Viel besungen ist er ja, „Ene Besuch em Zoo…“ von Hans Knipp, zum Beispiel. Wenn ich durch ihn spaziere, hat sich wenig geändert. Kinderwagen werden geschoben, so wie damals, als ich noch selbst drin lag, Bollerwagen werden gezogen, Kinder spielen oft lieber auf dem Spielplatz, als sich in Ruhe die Tiere anzugucken, Jugendliche und Pärchen knipsen Selfies und ältere Männer versuchen sich am schönsten Tierbild. Das ist alles so ewig vertraut, auch wenn ich die ruhigeren Stunden mittlerweile mehr schätze.
Billig ist der Eintritt ja nicht. Mein Trick: die Dauerkarte. Damit gehe ich auch gern mal für ein oder zwei Stunden hin und gucke mir gezielt das ein oder andere Gehege an – obwohl ich am liebsten einfach bei den Elefanten stehe. Über das Jahr wird es mit der Dauerkarte so günstiger. Und ich weiß von einigen, die regelmäßig da sind und nicht nur zu den „großen Sonntagsausflügen“.
Mein bester Freund geht am liebsten am Freitag nach der Arbeit hin, wenn es leicht nieselt. Dann sei er fast allein mit den Tieren – und erlebt einen ganz anderen Zoo.
Michael
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Wesst Ehr, wat för mich ene wichtige Deil vun Kölle es? Der Zolonische Gaade.
Ich kann nit sage, wann ich et eeschte Mol hee wor. Wahrscheinlich wor et ävver ene Sonndag un ich log em Kinderwage. För mich wor hä immer ald do.
Zick 1860 han mir der Zolonische Gaade. Dem Dr. Caspar Garthe verdanke mer dat. Komisch, mer sollt jo meine, dat, wann mer ald en unsem schöne Kölle sujet großaatiges wie der Zolonische en et Levve röf, mer ens flöck de Eckdate vum Gründer nohschlage kann. Am Aasch e Trötche!
Et Gebootsjohr vum Caspar Garthe es schings unklor. 1795 ov 1796 kann mer sich ussöke. Hä weed en Frankenberg an der Eder gebore. Dat litt zemlich en der Medde vum Viereck Kassel – Marbug – Siegen – Brilon, wann ehr genausu winnig en Ahnung hat wie ich, wo Frankenberg litt ov de Eder flüüß. Ävver vielleich es hä och en der Nöhde vun Marburg selvs gebore. Morjü, wä hät dann do de Kircheböcher gefläg? Ene Katholik wor et wall nit.
No, hä studeet 1812 en Marburg Kammeralswesseschafte. - Jo, vür däm Wood stundt ich och grad. Dat muss mer liere un künne, wann mer en enem absolutistische Staat en der Verwaltung arbeide well. Sage mer einfach, hä wöllt Ampmann weede. Baal schwenk hä ävver op Physik, Mathematik un Naturwesseschafte öm. 1817 es hä Dokter en Philosophie un verdingk sich als Privatdozent un Lehrer am Gymnasium.
Hä hät avver och richtig Spass an Knuuverei. Hä beluurt sich der Himmel durch e Fäänrühr, dat hä sich selvs gebaut hät un erfingk ene „Kosmoglobus“, en Glaskugel, die der Himmel darstellt un em Kään en Holzkugel hät, die die Ääd sin soll. En Aat Schwävelche un en fröh Form vum Aquarium fisternöllt hä och. En Kölle kritt hä dann en Stell als „Eeschte Oberlehrer“ an der „Höheren Bürgerschule“ am Quartermaat. Tirek baut hä em Dom em Johr 1852 et „Foucault‘sche Pendel noh. Un bei däm Kääl es nit ens et Stervejohr klor? 1874 un 1886 han mer op der Palett.
1858 gitt hä der Aanstoß die „Actiengesellschaft Zoologischer Garten zu Cöln“ ze gründe. Et bekannte Terrain en Riehl weed gekauf un am 22. Juli 1860 der Zolonische Gaade eröffnet. Dä es als Amesiergelände gedaach un es et noch hügg. Dodrüvver weede mer hee bestemmp noch schrieve. Ich meine, üvver die ville, schöne un och bedrövte Kreppcher, die sich avgespillt han, bes hä ene moderne Zoo gewoode es, dä ungerhäld, leht un die Aate erhäld.
Es hä för Üch eigentlich e groß Thema? Wie stoht Ehr zo im? Vill besunge es hä jo, „Ene Besuch em Zoo…“ vun Hans Knipp, för e Beispill. Wann ich durch in spaziere, hät sich winnig geändert. Kiderwage weede gedäut, esu wie dozomol, wie ich noch selvs dren log, Bolderwage weede gertrocke, Pänz spille off leever om Spillplatz, wie sich de Diercher aanzeluure, Lällbecke un Päärcher knipse Selfies un aal Kääls versöke sich am schönste Dierbeld. Dat es alles esu iwig vertraut, och wann ich hügg die Stunde mih mag, die räuhiger sin.
Bellig es der Entredd jo nit. Ming Tour: die Dauerkaat. Domet gonn ich och gään ens för ein ov zwei Stunde hen un luure mer gezielt dat ein ov andere Gehög aan – ovschüns ich am leevste einfach bei de Elefante stonn. Üvver et Johr weed et met der Daurkaat su günstiger. Un ich weiß vun ener Rötsch Lück, die regelmäßig do sin un nit nor för de „große Sonndagsusflög“.
Minge beste Fründ geiht am leevste am Friedag noh der Arbeid hen, wann et e bessche fiselt. Dann wör hä fass allein met de Diercher – un erläv ene ganz andere Zolonische Gaade.
Mechel Czytaj więcej
"Triumph der Eucharistie"
20 września 2018, Niemcy ⋅ ⛅ 23 °C
Wenn ihr schon einmal morgens ganz früh im Dom wart, zu einer Zeit, in der sich nur sehr wenige Menschen dort aufhalten, habt auch ihr sicherlich diese besondere Stimmung wahrgenommen. Man hat das Gefühl, den Dom fast ganz für sich allein zu haben, bevor ihn kurze Zeit später wieder Menschenströme durchwandern.
Diese unglaubliche Stille und Ruhe, wenn selbst ein Flüstern noch zu laut erscheint.
In dieser Stille nehme ich ihn ganz anders wahr.
Und um dieses endlich einmal erleben zu können, bin ich bereits um 3 Uhr morgens zuhause aufgebrochen, um kurz nachdem die Türen des Doms geöffnet werden, da zu sein. Nachdem mein letzter Versuch dank eines Wintereinbruchs auf der Autobahn scheiterte, hat es diesmal geklappt.
Draußen geht gerade die Sonne auf und wirft schon vorsichtige Lichter durch die Fenster in den Innenraum. Jetzt verändert sich der Anblick hier drin fast minütlich. Wunderschön. Aber mir fällt noch etwas anderes ins Auge: zwischen den Langhauspfeilern hängen 8 Teppiche. Ich erinnere mich, dass ich diese schon einmal hier gesehen habe und freue mich, dass ich die richtige Zeit für meinen Köln-Besuch gewählt habe. Diese Teppiche hängen nämlich jedes Jahr um diese Zeit hier. Dieses Jahr noch bis zum 16.Mai, ihr solltet euch also beeilen, solltet ihr sie noch sehen wollen (falls dies nicht schon längst geschehen ist).
Bei diesen Teppichen handelt es sich um die sogenannten "Rubensteppiche", benannt nach Peter Paul Rubens, der sie entworfen hat. Hergestellt aber wurden sie in der Brüsseler Manufaktur Frans van der Hecke. Bei den Exemplaren hier handelt es sich bereits um eine Zweitanfertigung. Nachdem die ursprünglichen Teppiche (von denen es einst 11 gab) für ein Kloster in Madrid gedacht waren, und die alttestamentarischen Bildnisse sich so großer Beliebtheit erfreuten, wurde die Serie mehrmals hergestellt.
Mit den Darstellungen sollte das katholische Eucharistieverständnis hervorgehoben werden. Es war also auch eine politische Botschaft gegen die Reformation. Ebenso wie die Szenen aus dem alten Testament sind Triumphbildnisse zu sehen, wie etwa Triumphwagen, von Löwen, Engeln und Pferden gezogen, die unten liegende Symbole des Unglaubens überwinden, was den Namen "Triumph der Eucharistie" erklärt.
(Zur Erklärung: Eucharistie bezeichnet den Dank an Gott für das, was er für uns getan hat und tut. Weiterhin ist sie Bestandteil des Gottesdienstes in Bezug auf das Abendmahl).
Im Dom befinden sich die Teppiche seit (wahrscheinlich) 1687 als Geschenk des Wilhelm Egon von Fürstenberg. Dieser war Fürstbischof von Straßburg und wollte nun auch Kurfürst und Erzbischof von Köln werden. Er hoffte, die Schenkung der Teppiche würde ihm dazu verhelfen. Die Wahl fiel allerdings nicht auf ihn, sondern auf Joseph Clemens von Bayern, den Kandidaten des Papstes. Nachdem sich von Fürstenberg auch mit militärischer Gewalt das Erzbistum Köln bzw. die Herrschaft darüber, nicht einverleiben konnte, flüchtete er nach Paris. Aber ohne die Teppiche. Die blieben im Dom, wo sie zunächst über den gotischen Wandmalereien der Chorschranken angebracht wurden.
Als der Domchor 1842 instandgesetzt wurde, nahm man die barocken Rubensteppiche ab. Sie paßten geschmacklich nicht mehr in die Zeit. Für eine Weile wurden sie noch als Prozessionsteppiche benutzt, worunter sie ziemlich litten, bevor sie irgendwann ganz vergessen wurden.
Erst eine Ausstellung 1954/55 und die Restaurierung 20 Jahre später, die ihrerseits über 10 Jahre dauerte, brachte sie wieder in die Öffenlichkeit.
Aus konservatorischen Gründen hängen die kostbaren Teppiche nur für wenige Wochen jedes Jahr im Dom. Die restliche Zeit werden sie in Depoträumen aufbewahrt.
Jedes Teil hier im Dom hat seine ganz eigene Geschichte und irgendwie entdecke ich immer noch etwas neues. Es ist faszinierend, findet ihr nicht auch?
Schaut euch die Rubensteppiche ruhig noch einmal an, vielleicht jetzt aus einer anderen Perspektive...bevor sie schützend gelagert wieder für ein Jahr gut aufgehoben ruhen.
Bis bald
eure Ramona
Übrigens: Einen Teil der Fotos dieser wunderschönen Teppiche hat uns unser Kölschgänger-Freund Heiko Mißfeldt zur Verfügung gestellt. Lieben Dank hierfür
Eure Ramoan Czytaj więcej
Böckederöck Wau Wau
14 września 2018, Niemcy ⋅ ⛅ 16 °C
Ihr seht doch bestimmt auch sonderbare Leute auf der Straße, die jeder kennt, oder? Meist kennt man den Namen nicht, aber jeder hat einen Spitznamen und man weiß sofort, wer gemeint ist.
Vor ein paar Tagen stehe ich im Hänneschen-Theater und gucke nach oben unter die Decke. Dort sind Holzfiguren, die Originale darstellen. Schwer zu fotografieren, weil sie noch über den Lampen hängen. Die Männer erkenne ich schnell. Bei den beiden Damen rätsele ich. Bei dieser hier auf dem Bild, formt sich der Name irgendwie aus dem Bauch, ohne ein sicheres Indiz zu haben: Böckderöck Wau Wau. Falls ich mich irre, muss mich ein Leser bitte aufklären.
„Böckderöck Wau Wau“ ist ein Name, den man sich erarbeitet und der Spitzname einer Frau, die über den Tod hinaus als Original bekannt ist. Und das kam so:
Anna Maria Zaudig wird am 15. Oktober 1803 im Severinsviertel geboren und wächst dort als Bäckerstochter auf. Mit 24 Jahren heiratet sie Jakob Jansen, einen gleichaltrigen Weißgerber. Die beiden gelten eigentlich als Traumpaar. Das sind sie bestimmt auch. Nur Anna Maria, die vorher in der Bäckerei der Eltern mitgearbeitet hat, wird es allein in der gemeinsamen Wohnung in der Spielmannsgasse schnell langweilig. Jakob ist ja den ganzen langen Tag über arbeiten. Sie weiß sich nicht zu helfen und fängt an zu trinken, Alkohol natürlich.
Die Spielmannsgasse ist damals, anders als heute, eine Straße, in der richtig viel los ist. Sie liegt ja direkt bei der Kirche St. Johann Baptist. Das ist die Kirche, deren Turm wegen der Arbeiten am U-Bahn-Tunnel im Jahr 2004 schnell abgestützt werden musste, weil das Erdreich unter ihm nachgab. Wir alle haben das Bild noch vor Augen. In diese Kirche zog es viele Kölner und, wie der Straßenname schon sagt, wohnen hier viele Schauspieler uns Spielleute. Anna Maria bekommt kurz hintereinander zwei Kinder und ist offensichtlich mit dieser Gesamtlage, Alkohol, lebendige Straße und plärrende Kinder, überfordert. Und dann zieht gegenüber auch noch ein Mann ein, der sich eine Wachtel hält. Diese stellt er bereits früh morgens ins Fenster. Und welches Geräusch machen Wachteln? – Eines das klingt wie „Böckderöck“.
Anna Maria wird schier wahnsinnig und schreit Tag für Tag wild um sich, „Böckderöck, böckderöck, dä Vugel geiht mer op der Wecker. Dat Drecksbieß soll die Schnauz halde.“ Und ihre Lage verbessert sich nicht, als nach fünf Jahren Ehe ihr Jakob stirbt. Die wunderliche Alte, die ja eigentlich nicht alt ist, nur durch die Verwahrlosung alt aussieht, wird zum Gespött der Leute – und der Kinder. Kinder sind ja gnadenlos. Am einen Ende der Straße rufen sie lauthals „Böckderöck, böckeröck“ und wenn sie ihnen mit dem Besen in der Hand hinterherläuft, schallt es vom anderen Ende „Wau, wau“… .
Sie bettelt und stiehlt, um an Geld für Alkohol zu kommen. Ihre kleine Tochter auf dem Arm, geht sie von Haus zu Haus. Wird die Tür tatsächlich geöffnet, kneift sie sie so feste, dass sie laut schreit. Den Leuten erzählt sie, es sei der Hunger und bittet um eine Gabe, die in Alkohol investiert wird. Auch steht sie vor der Kirche und erzählt, dem Kindchen habe man das Gebetsbuch gestohlen und sie habe kein Geld für ein Neues…. Es wundert mich, dass sie damit Erfolg hatte, war sie doch stadtbekannt.
So wird sie 73 Jahre alt. Am 24. April 1876 stirbt sie an Altersschwäche in der letzten Wohnung in der Kämmergasse 1. Haben die Kölner der Zeit ein schlechtes Gewissen? Wehmütige Gedichte werden geschrieben, in denen man um sie trauert. Ihr mögt sie lesen? Ihr findet sie und die ganze Geschichte im Buch „Kölner Originale“ von Reinold Louis.
Michael
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Ehr seht doch garanteet och komische Lück op der Stroß, die jeder kennt, oder? Miets kennt mer der Name nit, ävver jeder hät ene Spetzname un mer wieß tirek, wä do gemeint es.
Vür en paar Dag stonn ich em Hänneschen-Theater un luur noh bovve unger de Deck. Do sin Holzfigure, die Orgenale darstelle. Schwer ze fotografiere, weil se noch üvver de Lampe hänge. Die Kääls erkenne ich flöck. Bei dä beide Fraulück rödsele ich. Bei dä hee om Beld, formt sich der Name irgendwie em Buch, ohn dat ich en secher Hinwies han: Böckderöck Wau Wau. Wann ich mich verdun, muss ene Leser esu god sin un mich opkläre.
„Böckderöck Wau Wau“ es ene Name, der mer sich erarbeitet und der Spetzname vun ener Frau, die üvver der Dud erus als Orgenal bekannt es. Un dat kom esu:
Et Anna Maria Zaudig weed am 15. Oktober 1803 em Vringsveedel gebore un wähß do als Doochter vun enem Bäcker op. Met 24 Johr hierod et der Köbes Jansen, enem Wießgerver em gliche Alder. Die beide gelte eigentlich als Draumpaar. Dat sin se bestemmp och. Nor dem Anna Maria, die vürher em Backes bei der Eldere metgeholfe hät, weed et allein en der gemeinsame Wonnung en der Spillmannsgass flöck langwielig. Der Köbes deit jo der ganze lange Dag üvver arbeide. Et weiß sich nit ze helfe un fängk aan ze drinke, Schabau natörlich.
De Spillmanngass es zu dä Zigg, anders wie hügg, en Stroß, en der jet mangs es. Se litt jo tirek bei der Kirch Zinter Johann Baptist. Dat es die Kirch, vun dä der Turm wäge der Arbeide am U-Bahn-Tunnel em Johr 2004 flöck avgestötz weede moot, weil et Äädrich unger im nohgov. Mer all han dat Beld noch vür Auge. En die Kirch trick et ville Kölsche un, wie dä Stroßename ald säht, wonne hee vill Schauspiller un Spilllück. Et Anna Maria kritt koot hingerenein zwei Puute un es, mer kann dran föhle, met dä gesamte Lag, Schabau, lebendige Stroß un plärrende Puute üvverfordert. Un dann trick gägeüvver och noch ene Kääl en, dä sich en Wachtel häld. Die stellt hä ald fröh am Morge en et Finster. Un wat för en Geräusch mäht dat Dierche? – Et klingk wie „Böckderöck“. (Weswäge Wachtele em Kölsche och „Böckderöck“ genannt weede.)
Et Anna Maria weed knatschjeck un schreit Dag för Dag weld öm sich „Böckderöck, böckderök, dä Vugel geiht mer op der Wecker. Dat Drecksbieß soll die Schnauz halde.“ Un ehr Lage deit sich nit verbessere, wie noh fünf Johr Ih ehre Köbes stirv. Die klüchtige Aal, die jo eigentlich nit ald es, nor esu verkumme, dat et ald ussüht, weed zom Gespött vun de Lück – un vun de Pänz. Pänz sin jo gnadeloss. Am eine Engk vun der Stroße rofe se lauthals „Böckderöck, böckderök“ un wann et inne mem Besem en der Hand hingerherläuf, schallt et vum andere Engk „Wau, wau“… .
Et kött un stillt, öm an de Moppe för de Schabau ze kumme. Ehr klein Dochter om Ärm, geiht et vun Huus zo Huus. Weed de Pooz wirklich opgemaht, knief et et esu fass, dat et Kindche laut schreit. De Lück verzallt et, dat et der Schless es un bedd öm en Gav, die et en Schabau aanläht. Och steiht et vür der Kirch un verzällt, dem Ströppche hät mer et Gebeddboch gestolle un et hätt kei Geld für en Neues… Et wundert mich, dat es domet Erfolg hatt, wor et doch stadtbekannt.
Esu weed et 73 Johre ald. Am 24. Aprel 1876 stirv et an Alderschwäche en der letzte Wonnung en der Kämmergass 1. Han de Kölsche en der Zigg e schlääch Gewesse? Wihmödig Rüümche weede geschrivve, en denne mer öm et troot. Ehr mööcht se lese? Ehr fingk se un et ganze Kreppche em Boch „Kölner Originale“ vum Reinold Louis.
Mechel Czytaj więcej
Letzte Ruhestätte - Kölner Dom Teil 2
9 września 2018, Niemcy ⋅ ⛅ 17 °C
Unser Kölner Dom. Ein Ort der Begegnung, der inneren Einkehr, Heimat zahlreicher Reliquien...und Friedhof...
Der Domherrenfriedhof draußen vor dem östlichen Domchor gelegen, von dem ich euch im ersten Teil von "Letzte Ruhestätte - Kölner Dom" erzählt hatte, ist nicht der einzige Ort, an welchem hochrangige Menschen beigesetzt wurden. Seit in der Mitte des 20. Jahrhunderts mit den Ausgrabungen im bzw. unter dem Kölner Dom begonnen wurde, wurden unzählige Gräber entdeckt. Die Gebeine der Menschen, welche nicht identifiziert werden konnten, kamen in eines der drei Massengräber, die sich unter dem Dom befinden sollen, eines davon zum Beispiel bei der Christopherus-Figur, welche sich am Übergang vom südlichen Querhaus in den Chorumgang an einer Säule befindet. Mystische Bilder aus alten Zeiten schleichen sich in meine Fantasie. Unser Dom ist voller Geheimnisse. Werden sie je alle entdeckt und entschlüsselt sein? Wer weiss...
Weiter zu den offensichtlichen Gräbern. Machen wir einen kleinen Rundgang. Bereits 1261 fand in der Achskapelle die erste Beisetzung in einem sogenannten Hochgrab statt. Von niemand geringerem als DEM Mann, der 1248 den Grundstein für unseren "Himmelsstürmer" legte. Erzbischof Konrad von Hochstaden. Allerdings musste der Erzbischof noch einmal umziehen, als 1322 der Dreikönigenschrein seinen Platz einnahm, nämlich in die benachbarte Johanneskapelle. Jene Kapelle, in der sich heute auch der Originalplan, der sogenannte Riss F, der Grundriss der Westfassade, geschützt vor Licht, hinter einem grünen Vorhang verbirgt.
Hier laufen also die Anfänge zusammen...zumindest ein Teil derer. Ich fühle mich gerade wieder sehr demütig angesichts dessen. Nebenbei gesagt handelt es sich bei der Liegefigur um das bedeutendste Bronzewerk Deutschlands des 13. Jahrhundert.
Auch die Gebeine Rainald von Dassels, welcher die Überreste der Heiligen drei Könige 1164 von Mailand nach Köln brachte, bekam seinen Platz hier im Dom in der Marienkapelle. Die mittelalterliche Liegefigur aus Bronze gefertigt, auf der verzierten aus Sandstein bestehenden Tumba (anderes Wort für Hochgrab; bezeichnet ein freistehendes Grabmal in Form eines Sarkophags), wurde Ende des 18. Jahrhunderts durch französische Truppen zerstört und vom Kölner Bildhauer Alexander Iven Anfang des 20. Jahrhunderts aus Kalkstein neu geschaffen.
Jetzt kommen wir zu etwas kuriosem: Vielleicht ist jemandem von euch schon mal aufgefallen, dass immer im September eines jeden Jahres, ein Kranz an einem Steingrab, welches sich ebenfalls in der Marienkapelle befindet, niedergelegt wird? Seit 600! Jahren findet dieses Ritual bereits statt. Zu Ehren des Grafen Gottfried von Arnsberg. Als Dank und aus Treue. Denn der Graf verlieh der Gemeinde Neheim, welche heute zu Arnsberg gehört im Jahre 1358 die Stadtrechte und schenkte ihr ein großes Waldgebiet. Es wurde von ihm aber auch in einer Stiftsurkunde festgelegt, wie die Stadt die Jahrestage dessen zu begehen hat, unter anderem eben die Huldigung am Grab. Und zwar bis in alle Ewigkeit. Und wie gesagt: Seit 600 Jahren wird sich daran gehalten. Dass er hier begraben wurde, liegt daran, dass der kinderlose Graf seine Güter im Jahre 1368 dem Domstift vermachte. Das Arnsberger Land kam so gegen eine hohe Zahlung unter die Herrschaft des Kölner Erzbischofs.
Des Weiteren finden sich die Gebeine des Erzbischofs Engelbert I., welcher am 7. November 1225 von der eigenen Familie kaltblütig ermordet wurde, in einem Schrein in der Schatzkammer des Domes.
Es ist schier unermeßlich, wieviel Geschichte hier in der Luft liegt. Auch Frauen wurden hier beigesetzt. Königin Richeza von Polen, um nur eine zu nennen. Ursprünglich, bis zum Abbruch 1816 im Stift Sankt Maria ad Gradus (Maria zu den Stufen) beerdigt, steht ihr Sarkophag bis heute in der Johanneskapelle des Kölner Domes. Ich könnte immer weiter aufzählen. Und dabei existieren längst nicht mehr so viele Gräber, wie einst, denn viele von ihnen wurden während der französischen Revolution Opfer von Plünderungen.
Heute werden im Kölner Dom "nur" noch Erzbischöfe beigesetzt. Ihre Särge werden in der Krypta, welche nicht öffentlich zugänglich ist, in Wandnischen eingemauert. So ruhen hier unter anderem Kardinal Frings und Kardinal Meisner.
Mit dem Sterben ist nicht alles zu Ende...hier haben Menschen ihre letzte Ruhestätte bekommen und wir werden sie so nie vergessen.
Spürt ihr das auch gerade? Diese Verbindung zu unserer wunderschönen Kathedrale? Sie wird niemals aufhören, denjenigen ihre Geschichte zu erzählen, die offenen Herzens durch ihre Hallen schreiten... Czytaj więcej
Weltkugel von H.A. Schult
5 września 2018, Niemcy ⋅ ⛅ 23 °C
H.A. Schult ist ja ein Künstler. Ich selbst bin ja oft bei dem Gedanken „Das sollt Kunst sein?“. Aber gut, Kunst, da bin ich ein Banause. Kurt Sol, der auf Kos fröhlich seine Bilder malt und Kurse gibt, fragte mich zu seinem Bild „Was siehst Du denn darin?“. Ich sagte „Das ist für mich ein Partyabend.“ Er nickte, nahm das Bild, stellte es zurück und sagte „Denk nochmal darüber nach.“. Das muss ich vorwegschicken.
In Köln verfolgen mich eben Flügelautos, Müllhäuser und Müllmenschen. Und dann hat er auch noch eine Muse, Elke Koska, die vor Jahren aus der gemeinsamen Wohnung in der Deutzer Brücke ausgezogen ist. Also ich habe „nur“ eine Frau und es gibt Orte, da könnte ich niemals ausziehen, weil ich nie eingezogen wäre. Mein Leben ist einfach zu sehr das eines Spießbürgers. Und das meine ich nicht negativ. Bürger mit Spießen in der Hand, waren der Grund, weswegen kein Feind je über die Kölner Zinnen kam.
Das erste Mal, wie ich H.A. Schult wahrgenommen habe, fuhr ich gerade mit meinem roten Nissan-Micra über die Severinsbrücke. Das war 1996. Da prangte plötzlich da oben diese bunte Neon-Weltkugel. Jeder Kontinent leuchtet in einer anderen Farbe und ein Männlein steht auf ihr. Irre albern fand ich das.
Mir erklärt man, dass es ein Zeichen ist, dass Köln Menschen integriert und dass Köln eine weltoffene Stadt ist. Ja, nun, na und? Köln, Menschen kommen, Menschen gehen, Menschen bleiben. Alles ist im Fluss, in ständiger Bewegung. Nichts bleibt, wie es ist. Das ist hier Grundgesetz seit Anbeginn dieser Stadt. Römer, Ubier, Merowinger, Franken, Franzosen und Preußen ließen sich hier nieder. Holländer, Engländer, Friesen und noch viel mehr kamen, um zu handeln oder suchten Schutz.
Erzkatholisch, diese Stadt. Aha. Den Anfang machten aber Odin und Thor, Jupiter und Mars. Darf man mal nicht vergessen. Neben den ganzen christlichen Gruppen, leben hier jetzt Juden, Moslems, Hindus, Buddhisten und eine Bahá’i-Gemeinde, von der ich mal gehört habe. Bei dem ganzen bunten Haufen fallen die Atheisten schon gar nicht mehr auf. Am Ende wollen alle lachen und Kölsch trinken.
Köln und nicht weltoffen? Selbstverständlich ging und geht es hier nicht immer friedlich zu. Nach meiner Beobachtung immer dann, wenn jemand stehen bleibt, die Bewegung ganz aufhalten will, anstatt mitzuschwimmen und die Richtung als Teil des Ganzen mitzubestimmen. Oft genug stellen wir hier Persönlichkeiten vor, die mit der harten Konfrontation berühmt wurden. Hatten sie jemals dauerhaften Erfolg? Ich glaube nicht. Es dauert nur meist sehr lange, bis sich das Misstrauen legt und man wieder menschlich miteinander umgeht. Wem hat das am Ende je genutzt?
Und über diesen Ganzen schillert seit 1996 diese Weltkugel. Der Rat erlaubte den Standort auf der Severinsbrücke bis zum 1. Mai 2000 und bestand auch konsequent auf den Abbau. H.A. Schult zankte sich und kämpfte mit der Stadt. Er drohte, aus der Stadt auszuziehen, wenn die Kugel wegkäme. Am 15. Oktober 2000 wurde ein russischer Transporthubschrauber angemietet, der die tonnenschwere Last bewegen konnte. Die Kugel wurde auf dem Dach der DEVK, gegenüber dem Zoo, platziert. Ein akzeptabler Mittelweg für den Künstler. Sie steht ein wenig am Rande, aber von der Zoobrücke her, kann man sie gut sehen. Ob wir ihn wohl so lieb haben, dass wir ihn nicht gehen lassen wollen?
Mittlerweile habe ich auch eine Meinung, was H.A. Schult mit der Kugel sagen möchte, die ja in dunkelster Nacht am hellsten leuchtet. Sollte der russische Hubschrauber gerade einfach mal wieder vorbeikommen und die Weltkugel auf das Rathaus setzen? Nur für ein paar Monate?
Michael
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Der H.A. Schult es jo ene Künsler. Ich selvs denke jo off „Dat soll Kuns sin?“. Ävver god, Kuns, do ben ich ene Banause. Der Kurt Sol, der op Kos löstig singe Belder molt un Lihrgäng gitt, frogte mich zo singem Beld „Wat sühs Do dann dodren?“. Ich saht „Dat es för mich ene Partyovend.“ Hä nickte, nohm et Beld, stallt et zoröck un saht „Denk noch ens dorüvver noh.“. Dat muss ich vürm Tex sage.
En Kölle verfolge mich evvens Flügelautos, Müllhüüser und Müllminsche. Un dann hät hä och noch en Mus, et Elke Koska, die vür Johre us der gemeinsame Wonnung en der Düxer Bröck usgetrocke es. Also ich han „nor“ en Frau un et gitt Oote, do künnt ich nie ustrecke, weil ich nie engetrocke wör. Mi Levve es einfach zo sehr dat vum Spießbürger. Un dat mein ich nit bös. Bürger mit Speeße en der Hand, wore der Grund, weswäge keine Feind je üvver de Kölsche Zinne kom.
Et eeschte Mol, wie ich der H.A. Schult metgekräge han, wor ich met mingem rude Nissan-Micra üvver de Vringsbröck am fahre. Dat wor 1996. Da wor op eimol do bovve die bunte Neon-Weltkugel. Jeder Kontinent leuch en einer andere Färv un e Männche steiht op ehr. Ärg jeck fung ich dat.
Mir verklört mer, dat et e Zeiche es, dat Kölle Minsche integreet un dat Kölle en weltoffene Stadt es. Jo, no, no un? Kölle, Minsche kumme, Minsche gonn, Minsche blieve. Alles es em Fluss, luuter en Bewägung. Nix bliev, wie et es. Dat es he Grundgesetz zick Aanfang vun der Stadt selvs. Römer, Ubier, Merowinger, Franke, Franzuse un Preuße leete sich hee nidder. Holländer, Engländer, Freese un noch vill mih kome, för ze handele ov soke Schotz.
Ääzkatollisch, die Stadt. Aha. Der Aanfang mahte ävver der Odin un der Thor, der Jupiter un der Mars. Darf mer ens nit vergesse. Nevve de ganze chressliche Schmölzche, levve hee Jude, Moslems, Hindus, Buddhiste un en Bahá’i-Gemeinde. Bei däm ganze bunte Haufe falle de Atheisste ald gar nit mih op. Am Engk wolle alle laache un Kölsch drinke.
Kölle un nit weltoffe? Selvsverständlich ging un geiht et hee nit luuter friddlich zo. Noh minger Beobachtung luuter dann, wann einer stonn bliev, die Bewägung ganz ophalde well, statt metzeschwemme un die Richtung als Deil vum Ganze metzebestemme. Off genog stelle mer hee Persönlichkeite vür, die mem hadde Strigg bekannt gewoode sin. Hatte die je beständige Erfolg? Ich gläuv nit. Et duurt nor miets ärg lang, bes sich et Meßtraue läg un mer widder minschlich ungerein es. Wäm hatt dat am Engk je genötz?
Un üvver däm Ganze schillert zick 1996 die Weltkugel. Der Rod erlaubte der Standoot op der Vringsbröck bes zum 1. Mai 2000 un bestundt och konsequent op der Avbau. Der H.A Schult zänkte sich un kämfte met der Stadt. Hä drohte, us der Stadt uszetrekke, wann die Kugel fottköm. Am 15. Oktober 2000 woodt ene russische Transporthubschrauber aangemeedt, dä die tonneschwere Lass bewäge kunnt. Die Kugel woodt om Daach vun der DEVK, gägeüvver vum Zolonische Gaade, platzeet. Ene akzeptabele Meddelwäg för dä Künsler. Se steiht e winnig am Rand, ävver vun der Zoobrück her, kann mer se god sinn. Ov mer en wall esu leev han, dat mer en nit gonn looße wolle?
Meddlerwiel han ich och en Meinung, wat der H.A. Schult met der Kugel sage mööch, die jo am hellste leuch, wann et dunkelste Naach es. Sollt der russische Hubschrauber grad einfach ens widder vürbeikumme un die Weltkugel op et Rodhuus setze? Nor för e paar Monate?
Mechel Czytaj więcej
Hut ab
3 września 2018, Niemcy ⋅ ⛅ 19 °C
"Gestatten: Ernst-Friedrich Zwirner, meines Zeichens Architekt und Dombaumeister zu Köln. Geboren wurde ich in Jakobswalde in Oberschlesien am 28.Februar 1802.
Mein Amt als Dombaumeister des Kölner Doms trat ich am 14. August 1833 nach dem Tode meines Vorgängers Friedrich Adolf Ahlert an. Trotz meiner Bedenken, als Protestant diese Stellung anzunehmen, zu der mich die staatliche Bauverwaltung in Berlin vorgesehen hatte, begann ich mit meiner Arbeit in diesem hohen Amt. Doch hatte ich gegen Widerstände mit den Konservativen zu kämpfen..."
Was meinte Zwirner damit? Nun, er setzte etwas durch, wofür wir ihm heute nur dankbar sein können. Denn als es darum ging, im Zuge der Domvollendung den Dachstuhl zu kontruieren, setzte er auf Stahl. Und tatsächlich setzte er sich gegen die Kräfte um August Reichensperger (Politiker, Jurist, und auch Förderer des Kölner Doms) durch, die an alten Traditionen festhalten wollten, sprich, einem Dachstuhl aus Holz, schließlich war ja der Dachstuhl des um 1300 fertig gewordenen Chores auch aus Eichenholz gefertigt worden.
(Zur Ergänzung: 1824 wurden die Eichenbalken des Chor-Dachstuhls durch Tannenholz ersetzt, da das erstgedeckte Bleidach nicht mehr vollständig war und der ursprüngliche Dachstuhl zu Teilen verwittert war. 1883 erhielt dann auch der Chor einen Dachstuhl aus Stahl).
Die schlagkräftigen Argumente Ernst-Friedrich Zwirners für eine Stahlkonstruktion überzeugten dann in einer scharfen Diskussion. Die Brandgefahr wäre deutlich verringert, ebenso konnte der Widerstand gegen Wind besser gewährleistet werden. Auch war Stahl in dieser Zeit günstiger als Holz.
Im Gewicht würden sich beide Baumaterialien nur unwesentlich voneinander unterscheiden. So entstand ca. 30 Jahre vor dem Bau des Pariser Eiffelturmes eines der wichtigsten Denkmäler frühen Eisenbaus.
Der gesamte Dachstuhl hat ein Gewicht von ca. 180 Tonnen. Das allein ist schon beeindruckend. Dazu kommt aber noch das Gewicht der Bleiplatten, mit dem das Dach des Kölner Doms gedeckt ist. Dieses beläuft sich dann auch noch einmal auf ca. 600 Tonnen. Jedesmal, wenn wir uns also im Dom aufhalten, haben wir insgesamt ein Gewicht von ca. 780 Tonnen Dach über uns. Der Gedanke, dass die Fundamente und Mauerwerke all das tragen, läßt mich ehrfürchtig werden und wieder einmal wird mir bewußt, was für ein imposantes und wundervolles Bauwerk wir hier betreten dürfen.
Und Zwirner hat mit seiner modernen Denkweise und dem daraus resultierenden Ergebnis für noch etwas gesorgt. Damals natürlich noch nicht wissen könnend, was Jahrzehnte später geschehen sollte. Der eiserne Dachstuhl unseres Doms nämlich hat im zweiten Weltkrieg 14 schwere Bombentreffer mit Brandbomben fast unbeschadet überstanden.
Herr Ernst-Friedrich Zwirner, auch heute, über 150 Jahre nach Ihrem Wirken verneige man sich vor Ihnen in Dankbarkeit für Ihr Tun um unseren geliebten Kölner Dom.
Eure Ramona Czytaj więcej
Am Anfang war...
28 sierpnia 2018, Niemcy ⋅ ⛅ 19 °C
...der Chor. Das war, wie wir ja wissen, der erste Abschnitt unserer gotischen Kathedrale, der erbaut wurde und ist somit der älteste Teil.
Jedesmal, wenn ich im Dom bin und der Chorumgang geöffnet ist, nutze ich die Gelegenheit für einen Rundgang und immer wieder bin ich auf's neue fasziniert. Zum einen ist es diese Stimmung, die man ja sowieso überall im Dom spürt, und ich bin mir fast sicher, dass genau diese Stimmung niemanden kalt läßt, aber in diesem Bereich herrscht nochmal eine besondere Atmosphäre.
Ich weiss, ich gerate gerade wieder ins schwärmen, aber bei "meinem" Dom kann ich einfach nicht anders. Hier spürt man etwas bedeutendes, das Alter, hier wird die Geschichte des Kölner Domes wieder lebendig. Das liegt zum einen sicherlich am Schrein der Heiligen Drei Könige als Mittelpunkt, aber auch an den sich im Chor befindenden Kapellen (den Chorumgang mit den Kapellen nennt man auch Kapellenkranz). Sieben sind es und auf eine möchte ich jetzt besonders eingehen. Es ist die Achskapelle, auch Dreikönigenkapelle genannt. Durch deren Fenster bei den beiden Tag- und Nachtgleichen im Frühjahr und Herbst bei Sonnenaufgang und schönem Wetter Chor und Langhaus in einer Linie in ein wunderschönes Licht getaucht werden, erinnert ihr euch?
Und dieses Fenster ist kein geringeres als das älteste erhaltene Fenster des Domes, nämlich das zweibahnige Bibelfenster. Ich spüre im Dom ja immer Ehrfurcht und Demut, vor dem, was hier vor langer Zeit von Menschenhand geschaffen wurde, aber zu wissen, dass dieses Fenster tatsächlich noch aus dem Jahr 1260 stammt und Meister Gerhard vielleicht selbst noch an der Gestaltung beteiligt gewesen ist, und jetzt davor stehen zu können bzw. zu dürfen, läßt meine Ehrfurcht noch größer werden.
Das besondere an dieser Kapelle ist, dass von 1322 bis 1864 hier der Dreikönigenschrein stand. Ursprünglich war zur Erinnerung dessen hier auch ein Mosaik verlegt, welches die Fahnen der drei Heiligen zeigte. Bei Ausgrabungen im Jahre 1947 wurde dieses jedoch zerstört. Über der offenen Ausgrabungsstelle wurde damals eine Betondecke eingebracht, die aufgrund durchgerosterer Stahlträger aber 1977 erneuert werden mußte. Hierauf wurden nun Mettlacher Fliesen verlegt. 1974 hatte man diese aus der (nicht mehr bestehenden) Dominikanerkirche in Düsseldorf gerettet.
Düsseldorfer Fliesen im Kölner Dom?? Naja, wir wollen mal darüber hinwegsehen.
In die unterste Stufe des Altarpodestes wurde sogar eine Inschrift diesbezüglich eingemeißelt.
Aber noch etwas ist besonders an dieser Kapelle. Hier wurde einst ein Herz beigesetzt. Das Herz der französischen Königin Maria von Medici. In der Mitte findet man eine verlegte Marmortafel, die an beides erinnert, an den Dreikönigenschrein und an die im Jahre 1642 verstorbene Mutter der Könige, Königin der Franzosen.
Ebenfalls bemerkenswert finde ich auch die weitere Ausstattung dieser Kapelle. Nachdem das Mausoleum, welches die drei Heiligen Könige beherbergte, abgetragen worden war, wurde die Achskapelle umgestaltet. Die Hauptfarben, von Kirchenmaler Friedrich Schimmel aufgetragen, waren rot, blau und gold.
Wenn ihr das nächste Mal im Dom seid, schaut euch diese Kapelle etwas näher an. Ich bin mir sicher, auch ihr werdet diese Faszination und Ehrfurcht spüren. Czytaj więcej
Boisserée's Vermächtnis
18 sierpnia 2018, Niemcy ⋅ ☀️ 21 °C
Im Gegensatz zu den luftigen Höhen des Parkdecks, von dem mein letzter Beitrag handelte, befinde ich mich heute wieder in "sicheren Gefilden", sprich unterwegs in den Straßen der Stadt. Das heißt, eigentlich suche ich eine ganz bestimmte Straße: Blaubach, Hausnummer 14. Dort gibt es eine Gedenktafel an einen Mann, der bestimmt - nein, ganz sicher sogar - maßgeblich dafür gesorgt hat, dass unser Dom genau so da steht, wie wir ihn alle kennen und lieben. Sein Name: Sulpiz Boisserée. Ronald wies ja kürzlich darauf hin, dass ich euch von ihm berichten werde. Aber wer war dieser Mann?...
Ich lehne mich jetzt mal ganz weit aus dem Fenster und behaupte, dass Köln ohne ihn heute nicht das wäre, was es ist. Denn ein nicht vollendeter Dom, eine seit Jahrhunderten verwahrloste Ruine hätte aus Köln nicht die Stadt gemacht, die sie heute ist. Womit ich all den vielen anderen geschichtlichen Reliquien nicht die Bedeutung absprechen möchte. Köln hat völlig ohne Zweifel sehr viele davon zu bieten. Nur würden diese allein vermutlich nicht diese Massen an Besuchern in die Stadt locken. Mal davon abgesehen, dass diese wunderschöne Kathedrale eine unglaubliche Ausstrahlung und Wirkung auf die Menschen ausübt.
Sulpiz Boisserée, geboren am 2. August 1783, Kaufmannssohn aus Köln, ist selbst auch Kaufmann geworden, um mit seinen Brüdern in den elterlichen Betrieb einzusteigen. Glücklich aber war er damit nicht. Er gab seinen Beruf auf und begann im Alter von 19 Jahren zu studieren. Heute gilt er als Gemäldesammler, Kunst- und Architekturhistoriker.
Im Alter von 24 Jahren dann hatte Boisserée einen Traum, eine Vision, in deren Umsetzung er seine ganze Kraft steckte und die für ihn Lebensziel war. Die Vollendung des Kölner Domes.
Einfach war dieses Vorhaben nicht, die Zeit der Gotik war längst vorbei. Seit bald 300 Jahren war die begonnene Kathedrale nur noch eine Ruine, lediglich der Chor war fertig geworden. Und dann mußte das ganze ja auch noch finanziert werden. Dennoch schaffte Boisserée es, Johann Wolfgang von Goethe, seines Zeichens Dichter, aber auch Naturforscher und Gelehrter der Rechtswissenschaft, dem der Sinn eher nach der feinen italienischen Kunst stand, als nach alten halbfertigen Gemäuern, von seinem Vorhaben zu überzeugen und mit seiner Unterstützung Begeisterung am preußischen Hof zu wecken.
Auf einer seiner Reisen fand Boisserée in Paris eine Hälfte des über 4 Meter großen Fassadenplans des Dombaumeisters Johannes, nachdem sein Freund, der Oberbaudirektor Georg Moller in Darmstadt auf dem Speicher eines Gasthauses die andere Hälfte gefunden hatte. Er begann mit dem Baumeister Karl Friedrich Schinkel die Planung des Weiterbaus der Kathedrale, was sich natürlich aber auch nochmal über Jahre zog. Ab dem Jahr 1842 stand Boisserée dann Herrn Ernst Friedrich Zwirner, damaliger ausführender Dombaumeister, sowie König Wilhelm IV bei der Vollendung beratend zur Seite.
Finanziert wurde der Weiterbau vom Staat Preußen, sowie vom unter anderen von Sulpiz Boisserée gegründete Zentral-Dombau-Verein zu Köln, wo auch im Rahmen einer Lotterie Geld gesammelt wurde.
Ihr seht, er hat alle Hebel in Bewegung gesetzt, um seinen Traum wahr werden zu lassen. Erlebt hat er die Vollendung des Kölner Domes leider nicht mehr. Er starb am 2. Mai 1854.
An der Stelle, wo jetzt das Haus mit der Gedenktafel steht, stand übrigens einst das Geburtshaus Boisserée's. Achtet mal darauf, wenn ihr daran vorbei kommt.
Eure Ramona Czytaj więcej
Saisonstart
17 sierpnia 2018, Niemcy ⋅ ⛅ 17 °C
Eigentlich möchte ich mich mit dem FC etwas zurückhalten. Dann läuft mir das Bild von Anna auf Instagram in ihrem Blog „a.homies“ über den Weg. Klar, sagt sie, darf ich es zeigen. Es verpixelt hier etwas. Aber egal, es hat Ausdruck.
Der Saisonstart steht an. Die FC-Familie kommt wieder zusammen um gemeinsam den Roman weiterzuschreiben. Ja, so sehe ich das. Der Fußball erzählt Geschichten, die sich in einer endlosen Reihe von Kapiteln zu einem Roman zusammenfügen. Die Figuren, die handeln, sind gleichzeitig die Autoren: die Clubleitungen, Spieler, Trainer, Platz- und Zeugwarte, Schiedsrichter und letztendlich die Fans - Du und ich. Wir alle schreiben an einem Roman.
Eine Saison fängt meist langsam an. Aber bald bilden sich Spannungsspitzen, die gegen Ende dichter werden und schnell dem Höhepunkt entgegenstreben. Oft ist es für viele der letzte Spieltag, der über das Ende entscheidet. Wird es gut? Wird es schlecht? Ein ganzes Jahr läuft oft auf die letzten 90 Minuten hin. Am Ende steht das Kapitel dieser Saison. Was meint ihr, weswegen sich die Saisonrückblicke so gut verkaufen? Die ganze wahnsinnige Geschichte nochmal erzählen und immer wieder in Erinnerung rufen.
Gut, die letzte Saison endete in der Tragödie des Abstiegs. Ärgerlich. Aber noch mehr ärgert mich die Sommerpause. Da kann eine WM gespielt werden oder nicht. Sie geht mir auf die Nerven. Ich mag unser nächstes FC-Kapitel aufschlagen.
Das Vorwort beginnt ja auch rasch: Transfers. Die handelnden Autoren werden getauscht. Entsteht eine bessere Geschichte? Klar, wir diskutieren. Das Training allein lässt keine sichere Folgerung zu. Was ist gut? Was ist schlecht? Testspiele. Welchen Wert haben sie? Was lässt sich ahnen?
Endlich, das Kapitel beginnt, der erste Spieltag ist da. Gewonnen. Aber wie? Das war eng. Das hätte anders ausgehen können. Ratslosigkeit. Wo stehen wir?
Unseren Zweifeln und Hoffnungen verleihen wir Ausdruck. Wir beten im Kölner Dom für den FC, für uns. Beten für eine Fußballclub? Klamauk, Folklore oder doch ernsthaftes Gebet? Du trägst sicher einen Glücksbringer. Deine Form bei all den Fragen etwas Halt zu suchen. 4.000 von uns entscheiden sich für das Gebet zum Lieben Gott im Dom. Ihre Form bei all den Wünschen und Befürchtungen Rückhalt zu suchen. Und sei es nur das Gefühl der Gemeinschaft. 4.000 Fans vom FC und von Gott – der Dom ist ausverkauft.
Ausverkauft ist auch das Stadion. Die 50.000 von uns, die eine Karte bekommen haben, sind da. Alte bekannte Romanhelden aus dem vorigen Kapitel. Wir umarmen uns, erzählen vom Sommer. Wir lachen viel. Unser Plan für das nächste Kapitel wird besprochen. Machen die anderen Autoren mit? Da sind sie wieder: Zweifel und Hoffnung.
Sie bleiben auch nach dem Spiel. Unentschieden. Nicht gut genug für einen Sieg, aber auch nicht so schlecht, dass wir verloren hätten. Gute Ansätze, begeisternde Spielzüge aber auch Lethargie und Ideenlosigkeit lassen ein banges Gefühl: die Leere der Ratlosigkeit und die Spannung, was jetzt noch kommen wird.
Und schon wieder suchen wir Halt. Was für ein Glück die von uns haben, die den Halt auch im Partner finden, der Teil der FC-Familie ist. Wie der Freund von Anna.
Michael
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Eigentlich mööch ich mich mem FC jet zoröckhalde. Dann läuf mer ävver dat Beld vum Änn op Instagram en ehrem Blog „a.homies“ üvver der Wäg. Klor, säht et, darf ich et zeige. Et verpixelt hee jet. Ävver egal, et hät Usdrock.
Der Saisonstart steiht aan. Die FC-Famillich kütt widder zesamme, för zesamm dä Roman wiggerzeschrieve. Jo, su sinn ich dat. Der Foßball verzällt Kreppcher, die sich en ener endlose Reih vun Kapitele zo nem Roman zesammeföge. De Figure, die handele sin, glichziggig de Autore: de Clubleitunge, Spiller, Trainer, Platz – un Zeugwarte, Schiedsreechter un letzendlich de Fans - Do un ich. Mer all schrieve an enem Roman.
En Saison fängk miets langsam aan. Ävver baal bilde sich Spannungsspetze, die gäge Engk deechter weede un flöck dem Hühepunk entgägeschröme. Off es et för vill der letzte Spilldag, dä de Entscheidung üvver et Engk brängk. Weed et god? Weed et schlääch? E ganz Johr läuf op die letzte 90 Minutte hin. Am Engk steiht et Kapitel vun dä Saison. Wat meint ehr, weswäge sich die Saisonröckblecke esu god verkaufe? Dat ganze wahnsinnige Kreppche noch ens verzälle un immer widder en Erennerung rofe.
God, die letzte Saison endte en der Tragödie vum Avsteeg. Verdreeßlich. Ävver noch mih ärgert mich die Sommerpaus. Do kann en WM gespillt weede ov nit. Se geiht mer op de Nerve. Ich mag unser nöchstes FC-Kapitel opschlage.
Et Vürw ood fängk jo och flöck aan: Transfers. De Autore, de geschrevve han, weede getuusch. Kütt e besser Kreppche? Klor, mer diskuteere. Et Training allein lööt keine sechere Schloss zo. Wat es god? Wat es schlääch? Tessspille. Wat för ne Wäät han die? Wat lööt sich ahne?
Endlich, dat Kapitel fängk aan, der eeschte Spilldag es do. Gewonne. Ävver wie? Dat wor eng. Dat hätt anders usgonn künne. Rodlosigkeit. Wo stonn mer?
Uns Zwiefel un Hoffnunge verlihne mer Usdrock. Mer bedde em Dom för der FC, för uns. Bedde för ene Foßballclub? Klamauk, Folklore ov doch äänshaff Gebedd? Do drähs bestemmp ene Glöcksbringer. Ding Aat bei all dä Froge jet Hald ze söke. 4.000 vun uns entscheide sich för et Gebedd zom Leeve Godd em Dom. Ehr Aat bei all dä Wünsch un Befürchtunge Röckhald ze söke. Un wör et bloß et Geföhl vun Gemeinschaff. 4.000 Fans vum FC un vun Godd – der Dom es usverkauf.
Usverkauf es och et Stadion. Die 50.000 vun uns, die en Kaat kräge han, sin do. Aale bekannte Romanhelde usem vürrige Kapitel. Mer lige uns en de Ärm, verzälle vum Sommer. Mer laache vill. Mer schwaade üvver unse Plan för et nächste Kapitel. Maache die ander Autore met? Do sin se widder: Zwiefel un Hoffung.
Se blieve och nohm Spill. Unentschiede. Nit god genog för ene Seeg, ävver och nit esu schlääch, dat mer verlore hätte. Gode Aansätz, Spillzög die begeistere ävver och Schlofmötzigkeit un kein Fantasie em Spill looße e bang Geföhl: dat leere Geföhl, wann mer sich keine Rod weiß, un die Spannung, wat jetz noch kumme weed.
Un ald widder söke mer Hald. Wat för e Glöck die vun uns han, die der Halt och em Partner finge, der Deil vun der FC-Famillich es. Wie der Fründ vun der Änn.
Mechel Czytaj więcej




































