• Marc 'im' Polo
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August 2025

2025 // Baltikum

A 20-day adventure by Marc 'im' Polo Read more
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    Ladenburg
  • Chopin Denkmal & Royal Garden @ Warschau

    Yesterday in Poland ⋅ ☀️ 28 °C

    Frédéric Chopin (polnisch Fryderyk Franciszek Chopin, 1810–1849) war einer der bedeutendsten Komponisten und Pianisten der Romantik – und bis heute das musikalische Symbol Polens.

    Leben
    Geboren: 1. März 1810 im Dorf Żelazowa Wola nahe Warschau (damals Herzogtum Warschau).
    • Schon als Kind zeigte er außergewöhnliches Talent, trat öffentlich auf und wurde in Warschau als „Wunderkind“ bekannt.
    • 1830 verließ er Polen nach dem gescheiterten Novemberaufstand gegen Russland und ging nach Paris, wo er den Rest seines Lebens verbrachte.
    • In Paris wurde er zum gefeierten Pianisten und Komponisten, stand in Kontakt mit Künstlern wie Franz Liszt, Hector Berlioz und Eugène Delacroix.
    • Seine große Liebe war die Schriftstellerin George Sand (Aurore Dupin).
    • Er starb 1849 in Paris an Tuberkulose, erst 39 Jahre alt. Sein Körper ruht in Paris (Père Lachaise), sein Herz aber – gemäß seinem Wunsch – in Warschau, in der Heilig-Kreuz-Kirche.

    Werk und Stil
    • Chopin komponierte fast ausschließlich für das Klavier.
    • Typische Werke: Mazurken, Polonaisen, Nocturnes, Etüden, Préludes, Waltzer, Balladen und zwei Klavierkonzerte.
    • Seine Musik ist eine Verbindung aus polnischer Volksmusik, virtuoser Klaviertechnik und romantischem Ausdruck.
    • Besonders typisch sind die poetische Melodik und der Einsatz des „Rubato“ (freier Umgang mit dem Tempo).

    Bedeutung
    • Chopin gilt als Nationalkomponist Polens, sein Werk ist eng mit polnischer Identität und Geschichte verknüpft.
    • Zugleich war er ein internationaler Künstler, der den Klavierstil des 19. Jahrhunderts prägte.
    • Bis heute ist er einer der meistgespielten Komponisten weltweit.

    Chopin in Warschau
    • Geburtsort: Żelazowa Wola (ca. 50 km westlich von Warschau), heute ein Museum mit Park.
    • Chopin-Museum: Im Ostrogski-Palast in Warschau – eines der modernsten Komponistenmuseen Europas.
    • Denkmal: Im Łazienki-Park steht das berühmte Chopin-Denkmal, wo im Sommer kostenlose Chopin-Konzerte stattfinden.
    • Heilig-Kreuz-Kirche: Dort ist sein Herz beigesetzt.
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  • Museum Warschauer Aufstand @ Warschau

    Yesterday in Poland ⋅ ⛅ 27 °C

    Das Museum ist super! Es ist toll gemacht, allerdings ist die Wegführung etwas unter durchschaubar. So verhalte ich mich etwas in dem Museum. Aber was ich lerne und was ich lese, ist du auch schockierend und gleichzeitig bewundern wir doch gegenüber dem deutschen Maschinen von damals im Untergrund eine Gegenwehr organisiert wurde.! es geht nicht um Länder oder Nationen. Im Allgemeinen sollten wir sehr zufrieden sein mit dem, was wir haben und nicht in diese abscheuliche Zeit zurückkehren. Wir sind alle eine Menschheit und haben gleichermaßen die Berechtigung friedlich in Europa und auf der Welt zusammen zu leben.

    Das Museum des Warschauer Aufstands (polnisch: Muzeum Powstania Warszawskiego) ist eines der wichtigsten Museen in Warschau und ein zentraler Erinnerungsort für Polen. Es widmet sich dem Warschauer Aufstand von 1944, bei dem die polnische Heimatarmee (Armia Krajowa) am 1. August 1944 gegen die deutsche Besatzung kämpfte.

    Hier die wichtigsten Punkte:

    Hintergrund
    • Der Aufstand dauerte 63 Tage (1. August – 2. Oktober 1944).
    • Rund 200.000 Menschen kamen ums Leben, die Stadt wurde danach fast vollständig von den Deutschen zerstört.
    • Das Museum wurde 2004 eröffnet, zum 60. Jahrestag des Aufstands.

    Das Museum
    • Ausstellung: Multimedial und sehr eindringlich – mit Fotos, Tagebüchern, Filmaufnahmen, Waffen, Uniformen und nachgebauten Straßen aus der Zeit.
    • Besonderheit: Ein 3D-Film (Miasto Ruin – „Stadt der Ruinen“), der einen Flug über das völlig zerstörte Warschau nach dem Aufstand zeigt.
    • Symbolik: Ein hoher Stahlturm mit Glocke erinnert an die Kämpfer, daneben befindet sich eine Gedenkwand mit Namen der Gefallenen.
    • Atmosphäre: Besucher erleben den Aufstand fast „hautnah“ – durch enge Gänge, Geräuschkulissen und Zeitzeugenberichte.

    Bedeutung heute
    • Das Museum ist eines der meistbesuchten Museen Polens.
    • Es gilt als Ort der nationalen Erinnerung und soll vor allem jüngeren Generationen die Tragödie und den Mut der Aufständischen nahebringen.
    • Es zeigt nicht nur militärische Aspekte, sondern auch das Leid der Zivilbevölkerung.
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  • Kein Lautstärkeproblem @ Warschau

    August 29 in Poland ⋅ ☁️ 21 °C

    Es scheint wohl so, dass es in Warschau keine Schwierigkeiten mit Nachbarn gibt! Die Jugend verwandelt kürzere Hand einen ganzen Block in eine open Air Disco. In jeder Ecke steht ein DJ, die sich gegenseitig beschallen!Read more

  • Wenn ich gewusst hätte, dass "Kutteln" drin sind .... (war gar nicht so schlecht) mit WodkaRoute des Tages

    Old Town & Nowe Miasto @ Warschau

    August 29 in Poland ⋅ ⛅ 28 °C

    Die Altstadt (Stare Miasto) und die Neustadt (Nowe Miasto) gehören zu den faszinierendsten Stadtteilen Warschaus – und obwohl beide heute als ein geschlossenes historisches Ensemble wirken, haben sie eine sehr unterschiedliche Entstehungsgeschichte.



    🏰 Altstadt (Stare Miasto)
    • Entstehung: Sie geht auf das 13. Jahrhundert zurück und ist der älteste Teil Warschaus. Rund um das Königsschloss entwickelte sich ein Marktplatz mit Bürgerhäusern, Kirchen und Befestigungen.
    • Sehenswürdigkeiten:
    • Schlossplatz (Plac Zamkowy) mit der Sigismundsäule – Symbol Warschaus.
    • Königsschloss (Zamek Królewski) – Residenz der polnischen Könige.
    • Altstadtmarkt (Rynek Starego Miasta) – von farbenfrohen Bürgerhäusern umgeben, mit der Warschauer Meerjungfrau (Syrenka), dem Stadtwappen.
    • Stadtmauer mit dem Barbakan – ein Teil der mittelalterlichen Befestigung.
    • Besonderheit: Die Altstadt wurde im Zweiten Weltkrieg fast vollständig zerstört und nach 1945 akribisch rekonstruiert – bis ins Detail nach alten Gemälden von Bernardo Bellotto (Canaletto). Heute gilt sie als UNESCO-Weltkulturerbe, weil ihre Rekonstruktion selbst als Meisterleistung angesehen wird.



    🏘 Neustadt (Nowe Miasto)
    • Gründung: Entstand im 15. Jahrhundert, als sich die Stadt nach Norden ausdehnte. Obwohl sie heute direkt an die Altstadt anschließt, war sie damals eine eigenständige Siedlung mit eigenem Rathaus.
    • Architektur & Atmosphäre:
    • Weniger prunkvoll als die Altstadt, aber geprägt von barocken Kirchen und ruhigen Plätzen.
    • Besonders schön: der Marktplatz der Neustadt (Rynek Nowego Miasta), kleiner und ruhiger als der Altstadtmarkt.
    • Sehenswürdigkeiten:
    • Kirche St. Kasimir (Kościół św. Kazimierza) – barock, erbaut von Tylman van Gameren.
    • Paulinerkirche St. Maria – mit klassizistischer Fassade.
    • Spaziergang entlang der Freta-Straße, die beide Viertel verbindet.
    • Im Krieg: Auch die Neustadt wurde zerstört und in den 1950er Jahren weitgehend im barocken Stil wiederaufgebaut, wobei sie bewusster schlichter rekonstruiert wurde als die Altstadt.



    🎨 Heute
    • Beide Viertel sind voller Cafés, Restaurants, Galerien und kleiner Museen.
    • Die Altstadt ist touristischer und lebhafter, die Neustadt wirkt beschaulicher, fast dörflich – obwohl sie mitten in Warschau liegt.
    • Zusammen bilden sie das Herz des historischen Warschaus.
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  • Auf der anderen Flussseite @ Warschau

    August 29 in Poland ⋅ ☀️ 30 °C

    Das östliche Ufer der Weichsel (polnisch: Praga) ist so etwas wie die „andere Seite“ Warschaus – lange Zeit weniger entwickelt als die repräsentative Westseite, aber mit einem ganz eigenen Charakter. Viele Besucher empfinden Praga heute als den authentischeren, kreativeren und raueren Teil der Stadt.



    🗺 Überblick
    • Name: Praga (unterteilt in Praga-Północ = Praga-Nord und Praga-Południe = Praga-Süd).
    • Geschichte: Praga war bis ins 18. Jahrhundert eine eigenständige Stadt. Erst unter König Stanisław August Poniatowski wurde es offiziell Teil von Warschau.
    • Unterschied zur Altstadt: Während die westliche Seite im Zweiten Weltkrieg fast völlig zerstört wurde, blieb Praga weitgehend verschont. Deshalb finden sich dort noch viele originale Vorkriegsbauten.



    🌆 Charakter & Atmosphäre
    • Alt und neu: Bröckelnde Mietshäuser mit Einschusslöchern neben trendigen Cafés und Ateliers.
    • Multikulturell: Früher lebten hier viele Juden, Russen und andere Minderheiten. Die Spuren dieser Vielfalt sind noch sichtbar.
    • Künstlerisches Zentrum: In alten Fabrikhallen und Hinterhöfen haben sich Galerien, Theater und Clubs etabliert.



    🎯 Sehenswürdigkeiten & Orte
    • Zoo Warschau (Praski Ogród Zoologiczny) – seit 1928, bekannt durch die Geschichte der „Zookeeper’s Wife“.
    • Kathedrale St. Michael und St. Florian – neugotische Doppelturmkirche, Wahrzeichen von Praga.
    • Maria-Magdalena-Kathedrale – russisch-orthodoxe Kirche mit Zwiebeltürmen.
    • Soho Factory – Kulturzentrum mit Ateliers, Restaurants und dem Neon-Museum, das alte Leuchtreklamen aus der Nachkriegszeit sammelt.
    • Praga-Museum – erzählt die Geschichte dieses Stadtteils.
    • Straßenkunst – Murals, improvisierte Galerien und bunte Hinterhöfe prägen die Straßen.



    🌳 Natur & Freizeit
    • Am Ufer der Weichsel gibt es auf der Praga-Seite breite Strände – im Sommer sehr beliebt bei den Warschauern. Von dort hat man einen großartigen Blick auf die Skyline der Westseite mit dem Königsschloss und der Altstadt.
    • Die Weichselufer hier sind naturnah, teilweise bewaldet, und gehören zu den grünsten Ecken der Stadt.



    ✨ Heute

    Praga hat lange als „gefährlich“ gegolten, doch in den letzten Jahren ist es zu einem aufstrebenden, hippen Viertel geworden – ähnlich wie Kreuzberg in Berlin oder Prag 7 in Tschechien. Es zieht Künstler, junge Leute und Kreative an, bleibt aber gleichzeitig ein Stück „echtes Warschau“.
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  • Schloß Wilanów @ Warschau

    August 29 in Poland ⋅ ⛅ 30 °C

    Das Schloss Wilanów (polnisch: Pałac w Wilanowie) ist eines der bedeutendsten Baudenkmäler Polens und wird oft als das „polnische Versailles“ bezeichnet. Es liegt im Warschauer Stadtteil Wilanów, südlich des Stadtzentrums, und ist eine der wenigen königlichen Residenzen, die den Zweiten Weltkrieg nahezu unbeschadet überstanden haben.

    Historische Hintergründe
    • Erbauer: Das Schloss wurde zwischen 1677 und 1696 für den polnischen König Jan III. Sobieski erbaut, der als Sieger über die Osmanen bei der Schlacht am Kahlenberg (1683) in die europäische Geschichte eingegangen ist.
    • Architektur: Der Bau verbindet barocke Schlossarchitektur mit italienischen Villen- und französischen Gartenanlagen. Es ist ein Musterbeispiel für die Adelsresidenzen der polnischen Aristokratie im 17. und 18. Jahrhundert.
    • Nach Sobieski: Nach dem Tod des Königs wechselte das Schloss mehrfach den Besitzer (u. a. die Familien Lubomirski, Czartoryski und Potocki) und wurde immer wieder umgebaut und erweitert.

    Bedeutung
    • Kulturelles Zentrum: Schon im 18. und 19. Jahrhundert war Wilanów ein wichtiger Ort für Kunst, Kultur und das polnische Nationalbewusstsein. Besonders in Zeiten, als Polen zwischen Preußen, Russland und Österreich aufgeteilt war, galt das Schloss als Symbol der polnischen Eigenständigkeit.
    • Museum: Seit 1805 beherbergt das Schloss ein öffentlich zugängliches Museum – eines der ältesten Museen in Polen. Heute werden dort Kunstwerke, Möbel, Porzellan und Gemälde ausgestellt, die die Geschichte des polnischen Adelslebens dokumentieren.

    Garten- und Parkanlage
    • Um das Schloss erstreckt sich ein Barockgarten nach französischem Vorbild, ergänzt durch englische Landschaftsgärten aus späteren Epochen.
    • Der Park ist reich an Skulpturen, Brunnen und Alleen und dient heute auch als beliebtes Ausflugsziel für Warschauer.

    Heute
    • Das Schloss Wilanów gehört zu den größten touristischen Attraktionen Warschaus.
    • Es ist ein Ort für Ausstellungen, Konzerte, Festivals und im Winter besonders bekannt für seine Lichtinstallationen im Park (Królewski Ogród Światła – Königlicher Garten des Lichts).
    • Zusammen mit den königlichen Residenzen im Łazienki-Park und dem Königsschloss in der Altstadt bildet es die „Königliche Route“ Warschaus.
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  • Last Group Dinner @ Vilnius

    August 26 in Lithuania ⋅ ☁️ 14 °C

    Heute Abend ist der letzte gemeinsame Abend unserer Baltictour mit Intrepid – ein Moment, der ein bisschen Wehmut in sich trägt. Wir treffen uns zu einem letzten gemeinsamen Abendessen in einem gemütlichen Restaurant in Vilnius. Das Licht ist gedämpft, die Gespräche locker, aber man spürt die kleine Melancholie, die in der Luft liegt: Bald wird jeder seinen eigenen Weg weitergehen.

    Einige aus unserer Gruppe fliegen direkt in ihre Heimatländer zurück – nach Australien, Frankreich und Amerika. Andere setzen ihre Reise fort, fahren Richtung Polen oder bleiben noch ein, zwei Tage in Vilnius, bevor auch sie die Heimreise antreten.

    Beim Abendessen lachen wir über die Erinnerungen der letzten Tage: die verwinkelten Gassen von Tallinn, die Seen des Aukštaitija-Nationalparks, die witzigen Kajak-Abenteuer und die vielen überraschenden Entdeckungen unterwegs. Gleichzeitig spüre ich, wie wertvoll diese gemeinsamen Erlebnisse waren – die Gespräche im Zug, das Teilen von kleinen Alltagsmomenten, das gemeinsame Staunen über Städte und Natur.

    Am Ende des Abends stoßen wir an. Ein letzter Blick auf die Gruppe, ein letztes „Bis bald“ oder „Safe travels“ – und dann weiß ich: Die Baltictour mag zu Ende gehen, aber die Erinnerungen daran werden noch lange nachklingen.
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  • Kirchen @ Vilnius

    August 26 in Lithuania ⋅ ☁️ 13 °C

    Beim Rundgang durch Vilnius fällt mir eines sofort auf: Diese Stadt ist eine wahre Stadt der Kirchen. An beinahe jeder Ecke entdecke ich ein Gotteshaus – groß oder klein, barock, gotisch oder klassizistisch. Man sagt, in Vilnius gebe es über 40 Kirchen allein in der Altstadt, und tatsächlich scheint jede ihre eigene Geschichte zu erzählen.

    Ich beginne meinen Weg in der Kathedrale St. Stanislaus und St. Ladislaus, am großen Kathedralenplatz. Sie wirkt fast wie ein klassizistischer Tempel, hell, weit und klar. Innen herrscht eine feierliche Stille, und in der unterirdischen Krypta liegen litauische Fürsten begraben.

    Ein völliger Gegensatz dazu ist die St.-Anna-Kirche, ein Meisterwerk der Gotik. Die Fassade aus rotem Backstein ist so kunstvoll gestaltet, dass Napoleon einst gesagt haben soll, er wolle sie am liebsten nach Paris versetzen. Schon von außen bleibt mir der Anblick lange im Gedächtnis, und innen beeindruckt die Kirche mit ihrer schlichten Eleganz.

    Nicht weit entfernt stoße ich auf die St.-Peter-und-Paul-Kirche – von außen unscheinbar, innen ein barockes Wunder. Mehr als 2.000 Stuckfiguren schmücken das weiße Innere: Engel, Heilige, florale Muster. Ich stehe lange da, überwältigt von der Detailfülle.

    Mein Rundgang führt mich schließlich zur Heiliggeistkirche, die von der polnischen Gemeinde genutzt wird, und zur Russisch-Orthodoxen Kirche des Heiligen Geistes, wo bunte Ikonen und der Duft von Weihrauch eine ganz andere Stimmung schaffen. Hier spüre ich, wie vielfältig die religiöse Geschichte von Vilnius ist – katholisch, orthodox, protestantisch, jüdisch.

    So wird mir klar: Die Kirchen sind nicht nur Bauwerke, sie sind Spiegel der wechselhaften Geschichte der Stadt – von der Zeit des Großfürstentums über die polnische und russische Herrschaft bis hin zur heutigen litauischen Identität. Jede Kirche erzählt ein Stück davon, und zusammen machen sie Vilnius zu einem einzigartigen Mosaik aus Glaube, Kunst und Geschichte.
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  • Vilnius @ Litauen

    August 26 in Lithuania ⋅ ☁️ 12 °C

    Am Nachmittag kehren wir nach Vilnius zurück, und ich nutze die Zeit, um noch einmal durch die Straßen zu schlendern. Die Stadt wirkt nach den Tagen in der Natur fast wie ein Gegenpol – lebendig, historisch dicht und voller Spuren vergangener Jahrhunderte.

    Vilnius, erstmals 1323 urkundlich erwähnt, war über Jahrhunderte ein Schmelztiegel der Kulturen. Großfürst Gediminas machte die Stadt zur Hauptstadt des Großfürstentums Litauen, später war sie Handelszentrum, Universitätsstadt und kultureller Treffpunkt zwischen Ost und West.

    Mein Rundgang beginnt am Kathedralenplatz, dem historischen Zentrum. Die weiße Kathedrale mit ihrem freistehenden Glockenturm erinnert an die lange christliche Tradition, gleichzeitig liegt hier auch das politische Herz der Stadt. Ein Stück weiter erhebt sich der Gediminas-Turm, Überrest der mittelalterlichen Oberburg, von wo man noch heute einen weiten Blick über die Stadt hat.

    Ich gehe weiter durch die engen Gassen der Altstadt, die seit 1994 UNESCO-Welterbe ist. Besonders eindrucksvoll ist die Universität Vilnius, eine der ältesten Hochschulen Nordeuropas, gegründet 1579. Ihre Innenhöfe atmen Geschichte, und gleichzeitig ist sie bis heute lebendiges Zentrum studentischen Lebens.

    Ein weiteres Ziel ist die St.-Anna-Kirche, ein Meisterwerk der Gotik aus rotem Backstein, das selbst Napoleon bei seinem Russlandfeldzug bewunderte. Schließlich führt mich mein Weg nach Užupis, das alternative Künstlerviertel, das sich zur „Republik“ erklärt hat – mit eigener Verfassung, die voller augenzwinkernder Lebensweisheiten steckt.

    So schließt sich mein Tag in Vilnius mit einem Rundgang, der Vergangenheit und Gegenwart verbindet. Zwischen mittelalterlichen Mauern, barocken Kirchen und kreativen Straßenkunstwerken spürt man, warum diese Stadt als Herz Litauens gilt – traditionsbewusst und doch immer offen für Neues.
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  • Spaziergang @ Ginunčiai

    August 25 in Lithuania ⋅ 🌧 14 °C

    Nach dem Kajakfahren am Vormittag zeigt sich plötzlich die Sonne – warm und freundlich, als wolle sie den Tag erst so richtig beginnen lassen. Ich beschließe, die Gelegenheit zu nutzen, und starte zu einem kleinen Spaziergang. Mein Plan: den nahe gelegenen See zu umrunden.

    Der Weg führt mich zunächst durch dichten Wald, vorbei an moosbedeckten Steinen und stillen Lichtungen. Vögel zwitschern, und das Wasser blitzt immer wieder zwischen den Bäumen hindurch. Alles wirkt friedlich und klar – genau die Ruhe, die ich mir nach dem lebhaften Vormittag wünsche.

    Doch am anderen Ende des Sees folgt die Überraschung: Der auf der Karte eingezeichnete Weg existiert schlichtweg nicht. Stattdessen finde ich nur ein Dickicht aus Sträuchern und überwuchernden Pflanzen. Kein Durchkommen möglich. Also kehre ich um und gehe denselben Weg zurück.

    Auch wenn die Runde nicht vollständig war, bleibt ein schönes Gefühl. Der Spaziergang durch die Wälder des Aukštaitija-Nationalparks war erholsam, voller Naturgeräusche und kleiner Entdeckungen. Manchmal ist der Weg zurück genauso wertvoll wie der geplante Weg nach vorn.
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  • Kayak @ Aukštaitija National Park

    August 25 in Lithuania ⋅ ☁️ 10 °C

    Am Morgen treffen wir uns am Ufer, wo die bunten Doppelsitzer-Kajaks für uns bereitliegen. Die Verteilung sorgt gleich für erste Aufregung: einige schauen die Boote skeptisch an, ein wenig Unsicherheit liegt in der Luft. Am Ende entscheide ich mich, allein zu fahren – mein eigenes kleines Abenteuer.

    Kaum sind wir auf dem Wasser, zeigt sich, dass Theorie und Praxis zwei verschiedene Dinge sind. Während ich noch stolz mein Gleichgewicht halte, höre ich hinter mir Gelächter und Rufe: Zwei Boote haben sich gleichzeitig in niedrigen Ästen am Ufer verfangen, und die Paddler versuchen hektisch, sich wieder freizumachen. In den Doppelsitzern ist es besonders amüsant – mal will der eine nach links, der andere nach rechts, und am Ende dreht sich das Boot munter im Kreis.

    Zwischen den komischen Szenen gleiten wir aber auch ruhig dahin: erst durch schmale Flussläufe, in denen das Wasser sanft strömt, dann hinaus auf zwei größere Seen, die wie Spiegel in der Sonne glänzen. Das Gefühl von Freiheit ist überwältigend, und trotz der kleinen Pannen spüren wir, dass dies genau die richtige Art ist, den Nationalpark zu erleben.

    Am Ende steigen wir lachend und ein wenig durchnässt wieder aus den Booten. Aus Unsicherheit ist Freude geworden, und aus kleinen Missgeschicken gemeinsame Erinnerungen. „Kayaking“ war tatsächlich ein kleines Highlight.
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  • Kneipe @ Guninčiai

    August 24 in Lithuania ⋅ 🌧 14 °C

    Eigentlich hatte ich erwartet, dass es hier kaum mehr als ein paar verstreute Holzhäuser gibt – und tatsächlich, viel größer ist es auch nicht. Gerade einmal rund 40 Menschen leben hier. Umso überraschter bin ich, als wir im Dorfzentrum auf einen kleinen Lebensmittelladen stoßen. Und noch kurioser: Es gibt sogar ein Pub.

    Von außen wirkt es unscheinbar, fast so, als wäre es eine einfache Hütte. Doch drinnen eröffnet sich ein winziger Raum, gerade groß genug für zwei Tische mit je sechs Plätzen und eine kleine Theke. Alles wirkt ein wenig improvisiert, aber liebevoll gepflegt. Die Wände sind schlicht, hier und da hängen Fotos von früheren Dorffesten, und hinter der Theke schenkt der Wirt mit einem breiten Lächeln ein.

    Natürlich müssen wir das ausprobieren. Es fühlt sich fast unwirklich an, in einem so kleinen Ort plötzlich in einem echten Pub zu sitzen.

    Ich finde es witzig und zugleich charmant, dass ausgerechnet in diesem verlassen wirkenden Ort ein Pub existiert – und dass er regelmäßig geöffnet ist. Es zeigt, dass auch in der kleinsten Gemeinschaft ein Ort zum Zusammensitzen und Geschichten erzählen wichtig bleibt.
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  • Homestay @ Guninčiai

    August 24 in Lithuania ⋅ 🌧 15 °C

    Nach der langen Zugfahrt sind wir nun im Aukštaitija-Nationalpark angekommen – und sofort umfängt uns eine völlig andere Welt. Die Luft ist klarer, die Stille eindrucksvoller, nur durchbrochen vom Rascheln der Kiefern und dem Rufen der Vögel.

    Der Nationalpark ist der älteste Litauens, gegründet 1974, und erstreckt sich über fast 410 Quadratkilometer. Über 120 Seen liegen hier, viele miteinander durch kleine Flüsse und Bäche verbunden. Zwischen den Wasserflächen ragen sanfte Hügel auf, dazwischen dichte Wälder, in denen man Beeren sammeln oder Pilze finden kann. Auch kleine Dörfer mit traditionellen Holzhäusern gehören zum Bild – sie wirken wie aus einer anderen Zeit.

    Unser Ziel ist das winzige Dorf Gunančiai, in dem gerade einmal rund 40 Menschen leben. Die Fahrt dorthin führt über schmale Straßen, vorbei an spiegelnden Seen und weiten Wiesen. Es ist einer dieser Orte, wo die Welt langsamer tickt.

    Dort erwartet uns ein Homestay – eine Unterkunft bei Einheimischen, die nicht nur ein Dach über dem Kopf bietet, sondern auch einen Einblick in das echte litauische Landleben. Ich freue mich darauf, traditionelle Speisen zu probieren, Geschichten von den Gastgebern zu hören und vielleicht sogar mehr über das Leben im Nationalpark zu erfahren.

    Der erste Eindruck ist klar: Hier im Aukštaitija-Nationalpark beginnt eine Reise zu den Wurzeln – zu Natur, Ruhe und einem Stück authentischem Litauen.
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  • ... wenig behindertengerecht. 😬

    Trainride @ Litauen

    August 24 in Lithuania ⋅ 🌧 13 °C

    Nach meinem Stadtrundgang durch Vilnius, bei dem ich die wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Altstadt entdeckt habe, setze ich meine Reise fort – mein Ziel ist der Aukštaitija-Nationalpark. Am Bahnhof wartet bereits der Zug, der mich dorthin bringen soll.

    Schon beim Anblick spüre ich eine gewisse Nostalgie: die Waggons wirken, als könnten sie noch aus sowjetischer Zeit stammen. Die Metalltüren sind schwer, die Farben blättern hier und da ab, und der Einstieg verlangt einiges an Beweglichkeit – eine große Stufe, dazu steile Treppenstufen. Für Menschen mit Einschränkungen ist dieser Zug kaum geeignet, an Barrierefreiheit ist hier nicht zu denken.

    Als ich schließlich meinen Platz finde, bin ich überrascht: Trotz des rustikalen Äußeren gibt es im Inneren modernes WLAN. Ein kleiner Kontrast, der fast ein Schmunzeln hervorruft – alt und neu zugleich. Die Sitze sind einfach, die Fenster lassen sich noch per Hand öffnen, und als der Zug ruckelnd anrollt, habe ich das Gefühl, eine kleine Zeitreise anzutreten.

    Die Landschaft zieht gemächlich an mir vorbei: Wälder, Felder, kleine Dörfer mit bunten Holzhäusern. Es wird immer ruhiger, je weiter wir uns von der Hauptstadt entfernen. Der hektische Rhythmus der Stadt liegt hinter mir, und die Vorfreude auf unberührte Natur wächst mit jedem Kilometer.

    So beginnt meine Weiterreise in den Aukštaitija-Nationalpark – mit einem Zug, der zugleich ein Stück Geschichte erzählt und mich doch mit einem kleinen WLAN-Signal zurück in die Gegenwart holt.
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  • Orientierungswalk @ Vilnius

    August 24 in Lithuania ⋅ ☁️ 14 °C

    Vilnius beginnt mit einem Spaziergang durch die Altstadt – UNESCO-Welterbe und Herz der Stadt. Enge Kopfsteinpflastergassen führen mich vorbei an farbenfrohen Fassaden, barocken Kirchen und kleinen Cafés.

    Zuerst zieht mich der Kathedralenplatz an, wo die weiße Kathedrale mit ihrem freistehenden Glockenturm ein imposantes Bild abgibt. Von dort geht es hinauf zum Gediminas-Turm, dem Wahrzeichen der Stadt. Der Aufstieg lohnt sich – der Blick über die Dächer von Vilnius ist atemberaubend.

    Wieder unten schlendere ich zur Pilies-Straße, der wohl lebendigsten Flaniermeile der Altstadt. Hier reihen sich kleine Läden, Straßenmusiker und Restaurants aneinander. Ein Abstecher führt mich zur Universität Vilnius, einer der ältesten Hochschulen Europas, und schließlich zur barocken St.-Anna-Kirche, deren filigrane Backsteinfassade sogar Napoleon beeindruckt haben soll.

    Es ist aber erstmal ein kurzer Rundgang, den Nachmittags geht es direkt weiter in den Aukštaitija Nationalpark.
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  • Central Market @ Vilnius

    August 24 in Lithuania ⋅ ☁️ 14 °C

    Der zentrale Markt von Vilnius befindet sich in einer beeindruckenden roten Backsteinhalle aus dem 20. Jahrhundert. Früher war sie eine der modernsten Markthallen Osteuropas, heute verbindet sie Tradition mit einem Hauch von moderner Urbanität.

    Beim Betreten umfängt mich sofort ein Duftgemisch: frisches Brot, geräucherte Würste, Kräuter, süßes Gebäck – ein Kaleidoskop litauischer Küche. In den Gängen reihen sich Marktstände aneinander, fein säuberlich gefüllt mit regionalen Produkten. Hier finde ich dunkles Roggenbrot, das in Litauen beinahe Kultstatus hat, daneben goldenen Bienenhonig und frischen Käse aus kleinen Bauernhöfen.

    Doch der Markt ist mehr als nur ein Ort zum Einkaufen. Junge Gastronomen haben kleine Streetfood-Ecken eröffnet. Besonders schön finde ich die Atmosphäre: Man spürt, dass der Markt ein Treffpunkt ist, ein Ort, an dem sich Vilnius im Kleinen widerspiegelt – zwischen Tradition und Moderne, zwischen Handwerk und junger Esskultur.
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  • Blick nach KaliningradFerienhaus von Thomas Mann

    Neringa @ Kurische Nehrung

    August 23 in Lithuania ⋅ 🌬 15 °C

    Schon die Anreise auf die Kurische Nehrung ist ein kleines Abenteuer. Mit der Fähre setze ich von Klaipėda über und betrete eine andere Welt. Zwischen Ostsee und Kurischem Haff zieht sich ein schmaler, fast 100 Kilometer langer Landstreifen, der wie eine Naturgrenze wirkt. Mal ist er nur wenige hundert Meter breit, mal ein paar Kilometer – und doch erscheint er unendlich weit, weil er eine eigene, stille Atmosphäre hat.

    Die Landschaft ist atemberaubend. Riesige Wanderdünen ragen auf – manche bis zu 60 Meter hoch. Die bekannteste ist die Hohe Düne bei Nida, die wie eine kleine Wüste wirkt. Wenn ich den Blick über das endlose Haff schweifen lasse, fühlt es sich an, als sei ich in einer anderen Welt – weit weg von der Zivilisation. Gleichzeitig rauscht hinter den Dünen das Meer, und Möwen kreisen im Wind.

    Besonders spannend ist die Geschichte der Nehrung. Jahrhundertelang kämpften die Menschen hier gegen die Natur. Immer wieder verschlangen wandernde Dünen ganze Dörfer, sodass sie mehrmals neu aufgebaut werden mussten. Erst im 19. Jahrhundert gelang es, die Dünen mit Kiefernwäldern zu befestigen. Bis heute bestimmen diese Wälder das Gesicht der Nehrung.

    Ein Highlight ist das Künstlerdorf Nida. Früher zog es Schriftsteller und Maler an – darunter auch Thomas Mann, der hier sein Sommerhaus hatte. Heute ist es ein kleines Museum und erzählt von den Sommern, die er mit seiner Familie hier verbrachte.



    Besonderheiten der Kurischen Nehrung
    • Einzigartige Dünenlandschaft – die größten Wanderdünen Europas.
    • Kulturelles Erbe – alte Fischerorte mit bunten Holzhausfassaden und traditionellem Brauchtum.
    • Tierwelt – Rastplatz für Millionen Zugvögel, seltene Pflanzenarten in den Dünen.
    • Grenzlage – Die Nehrung ist zweigeteilt: eine Hälfte gehört zu Litauen, die andere zur russischen Exklave Kaliningrad.



    UNESCO-Welterbe

    Seit 2000 gehört die Kurische Nehrung zum UNESCO-Weltnatur- und Kulturerbe. Sie wurde ausgezeichnet, weil sie ein einzigartiges Beispiel für das Zusammenspiel von Mensch und Natur ist:
    • Ohne die jahrhundertelangen Bemühungen der Menschen, die Dünen mit Bepflanzungen zu befestigen, wäre die Nehrung längst verschwunden.
    • Gleichzeitig blieb die Landschaft weitgehend unberührt und zeigt eine seltene Mischung aus Natur- und Kulturlandschaft.
    • Die Region ist ein „lebendiges Labor“ für nachhaltigen Umgang mit Naturgewalten.



    Am Ende meines Tages auf der Kurischen Nehrung spüre ich, warum sie so besonders ist. Sie ist nicht einfach nur ein Strand oder eine Insel, sondern ein Ort zwischen Meer und Haff, zwischen Wildnis und menschlicher Gestaltung. Ein Ort, an dem man versteht, wie fragil Natur sein kann – und wie großartig, wenn Mensch und Landschaft im Einklang leben.
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