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jouluk. 2024 – tammik. 2025

Te Araroa Trail - Südinsel

36-päiväinen seikkaillu — nc-hike Lue lisää
  • Matkan aloitus
    7. joulukuuta 2024

    Tag 67 - W. - Picton - Ship Cove

    7. joulukuuta 2024, Uusi Seelanti ⋅ ☀️ 18 °C

    Wellington - Picton auf der Südinsel - Ship Cove (Beginn Queen Charlotte Track)

    Um 05:15 Uhr morgens klingelte der Wecker und es ging wenig später mit gepackten Rucksäcken in die Küche für ein schnelles Frühstück.
    Gesagt getan, die Eiskaffeedosen aufgrund von Ekligleit nur genippt und weggeschüttet. Also keinen Kaffee erstmal, dachten wir.

    Nun schnell zur Plattform 10 des Bahnhofes, um den Shuttle zur Fähre nicht zu verpassen. Nachdem auch 15 Minuten nach der angegebenen Zeit kein Shuttle da war, rief ich mal bei der Servicehotline an. Der freundliche Herr erinnerte mich daran, dass mir 1 Stunde zu früh sind.🙈🙈 hätten also liegen bleiben können.

    Also gab es einen McDonald's Kaffee und ein weiteres Stündchen warten in der Sonne .

    Mit der Fähre hat alles reibungslos geklappt, ähnlich wie am Flughafen, Check in mit Gepäck wiegen und abgeben, Checkout mit Kofferband. Die Überfahrt über die berüchtigte Cool-Straße war leicht saukelig, aber absolut auszuhalten. Sie hielten uns hauptsächlich drinnen auf, da es draußen einfach zu stürmisch war. Die Fähre hatte entgegen der vielen negativen Bewertung auch keine Verspätung.

    Die Rucksäcke in Picton aufgenommen, ging es wenige hundert Meter weiter zum Wassertaxi, welches mich an die Nordspitze der Südinsel bringen sollte, wo der Trail weitergeht.

    Um 13:20 Uhr ging es dann los, so nach und nach fuhr das mit knapp 25 Leuten besetzte kleine Boot, verschiedene Buchten und Stege an.

    Für mich ging es quasi zur Endhaltestelle. Nach kurzem Rucksack einstellen, ging es für knapp 6 km entlang des Queen Charlotte Track. Nach ca. 5 Tagen ohne Rucksack auf dem Rücken, muss man sich erst mal wieder an das Laufen mit viel Gewicht eingewöhnen. Die Check in Stelle der Fähre sagte 16,5kg Gewicht - also Basisgewicht, plus 4 Tage Verpflegung.
    Dazu kommen 2x0,75L Wasser, Handy und GPS Gerät. Also am Ende ca. 19kg.

    Das heißt daher automatisch für mich, zu erst den schweren Mampf weg zu machen. Die 500g Dose Ananas kommt aber erst morgen auf den Tisch 🥰🍍.

    Beim Essen zubereiten bekam ich noch Besuch von hunderten Sandfliegen und einem Kiwi-ähnlichen, flugunfähigen Vogel. Garstige kleine Biester, die klauen alles. Daher kommt heute Nacht alles ins Zelt. Dabei ist mir aufgefallen, wie flockig das Innenzelt ist. Ich hatte schon die Befürchtung, dass sich eine Beschichtung gelöst hat oder ich massiv Schuppen bekommen habe. Nach kurzer Recherche habe ich jedoch festgestellt, dass die Tüte mit dem gefriergetrockneten Kartoffelpüree aufgeplatzt ist. 😄🙈Naja, dann gibt's halt morgen Abend Püü zum Dinner😉

    Gute Nacht aus 'Schoolhouse Bay' sagt
    Christian 🪅
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  • Tag 68 - Ship Cove - Bay of many coves

    8. joulukuuta 2024, Uusi Seelanti ⋅ 🌧 17 °C

    Im Zelt klingelt der Wecker natürlich wieder früh - 05:45 Uhr. Bis sieben Uhr hatte ich gefrühstückt, alles gepackt und war punkt sieben auf dem Trail. Keine Ahnung, was mich heute erwarten würde, denn es stehen 30 Kilometer auf dem Plan. Das Campsite natürlich Tage im Voraus vorgebucht, wobei das ohnehin niemand hier im Busch kontrolliert.

    Vorbei an unzähligen kleinen Buchten, mal leicht bergauf, mal leicht bergab, ging es 20 Kilometer durch leichten Sonnenschein und unter lockeren Wolken entlang.
    Lt. Garmin-Abfrage sollte es ab Nachmittags leicht, und ab späten Abend stark regnen. Ich konnte mir also nicht allzu viel Zeit lassen. Und doch war das Rucksackgewicht nicht der einzige Bremsklotz am heutigen Tage. Insgesamt hatte ich am Ende 1290 Höhenmeter bewältigt. Zwar gab es nur zwei kurze, heftige Anstiege, dennoch waren die bewältigten Höhenmeter überraschend für mich, erklärten aber auch 60 Minuten Tiefschlaf nach Zeltaufbau😄.

    Hunger hatte ich wenig, es gab jedoch eine Tüte dehydrierten Lamm-Couscous-Oliven-Mampf, eine Dose Ananas (yeah wieder 500g weniger zu schleppen) und eine halbe Tüte Salzbrezeln. Ach ja, und ein Ei, dass letzte von vieren.

    Gegen Abend nahmen Sturm und Regen zu und wir wollen mal schauen, wie meine Abspann-Künste so wirken (das hat sonst immer Nicole gemacht).

    An Augen schließen war jedoch nicht zu denken - der Wind raschelte mit aller Kraft an den knochigen Bäumen, der Wind blies unter die Zeltplane, der Regen jedoch erreichte mich aufgrund des dichten Bewuchses über mir nur mäßig. Mal sehen, wann es aufhört.

    Guten Nacht aus dem Wald sagt,
    Christian 🪅
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  • Tag 69 - Bay o.m.C - Davies Bay

    9. joulukuuta 2024, Uusi Seelanti ⋅ ☀️ 23 °C

    Eine durchzechte Nacht sollte man meinen - viel Schlaf gab es trotz frühen 05:45 Uhr Wecker nicht. Der Wind blies unaufhaltsam laut bis ca. zwei Uhr und bedeckte das Außenzelt mit kleinen, feinen Nadeln der Bäume. Aus diesem praktisch natürlichen Kokon grub ich mich nachdem Schlafsack und Isomatte verpackt waren heraus und stellte überraschend fest, dass das Außenzelt absolut trocken war. Der Wind in der Nacht hatte es trocken gepustet. Ich konnte also die ganzen Nadeln mit dem Lappen ganz leicht vom Zelt entfernen und das Zelt trocken verpacken. Das sparte mir schon mal ein Kilo Gewicht und meine Laune hob sich. Der wunderbare Sonnenaufgang über dem Sound machte den Rest.

    Nach dem Frühstück und dem finalen Packen, ging es gegen 7:10 Uhr los, denn es standen 32 km auf dem Plan.

    Unterwegs gab es wunderschöne Ausblicke auf die verschiedenen Sounds, die ich hier leider nicht alle namentlich benennen kann. Zwischendurch musste ich noch daran denken, an der Blackrock Campsite mein Wasser aufzufüllen, da es ungefähr 15 km keine Wasserquelle mehr geben würde.
    Im Grunde kein Problem, aber sicher ist sicher und aufgefüllt habe ich vollständig. Auch hier unter dem wachsamen Blicken der Wekas, der dreisten football-artigen und flugunfähigen Diebe.

    Heute war kein einziges Wölkchen am Himmel und ich hätte durchaus mehr Wasser haben können, aber all meine Flaschen gaben nur 2,25 l her, was bei der Neuseeland Hitze eigentlich zu wenig war.
    Insbesondere, weil es heute wieder 1100 Höhenmeter waren, die es zu bewältigen galt. Einige der Anstiege waren so heftig, dass ich nur mit vielen Pausen oben ankam.
    Zwischendurch traf ich auch Collin, der sich mitten auf dem Weg unter einen schattigen Baum gelegt hatte und Mittag gemacht hatte, ohne zu wissen, dass 100 m weiter den Berg hoch in der große Bank im Schatten stand. Als wir zusammen nach einem Plausch weiter liefen, mussten wir uns natürlich kurz auf die Bank setzen, denn auf die Bank setzen ist wichtig.😉
    Unsere Wege trennten sich nach wenigen Kilometern, da Collin eine Erkältung hatte und nichts riskieren wollte, bog er ins Misteltoe Camp ab.

    Gegen circa 16:00 Uhr erreiche ich das Camp Davies Bay, reichlich spät für den Tag und ziemlich fertig, baute ich das Zelt im Wind auf. Auch nur paar Minuten Windstille reichen und die Sandfliegen fielen über mich her.

    Das Camp lag circa 100 m vom Strand entfernt, also schnappte ich mir das Handtuch und meine Wertsachen und ging an den Strand, wo Nicola gerade ihr Zelt aufbaute. Nach einer herzlichen Umarmung und einem Plausch zog ich mir die Klamotten bis auf die Unterhose aus und ging in das Meer hinein. Ca. 100 oder 150 m, bis es halbwegs knietief wurde, rückwärts fallengelassen und untergetaucht. Herrlich erfrischend! Nach einem salzigen Waschgang und noch einigen untertauchen mit dem Kopf ging es wieder zurück an den Strand und Richtung Camp.
    Auf halber Strecke gab es einen Trampelpfad nach rechts hinein an den kleinen Fluss, der ins Meer führte. Ein natürlicher 2 × 2 m großer 'Pool' lud dazu ein, das Salzwasser auf der Haut gegen Süßwasser einzutauschen und auch hier noch einmal im eiskalten Bergwasser unterzutauchen.

    Unendlich erfrischt und mit sauberer Unterhose ging es nun an die Zubereitung des Abendessens, Zelt aufräumen und Footprint schreiben.

    Gute Nacht sagt
    Christian 🪅
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  • Tag 70 - Davies Bay - Havelock

    10. joulukuuta 2024, Uusi Seelanti ⋅ ☀️ 22 °C

    Auch in dieser Nacht war ruhigen Schlaf zu finden nicht einfach. Die Vögel im Busch um mich herum erwachten zum Leben und es wurde immer lauter, denn jeder wollte mit seinem Gesang den anderen übertönen. Den Bock, nicht den Vogel, hat wieder der Weka abgeschossen. Wobei er treffenderweise auch mal eine Kugel verdient hätte.😉 Gleich mehrfach hatte ich einen von diesen flugunfähigen Vögeln in meinem Vorzelt. Glucksend und quiekend schleichen sie sich rein und wollen einfach nur klauen.

    Im Shelter des Campsites lagen auf der Anrichte, auf der man Kochen konnte, eine größere Tupperdose und ein größerer Kochtopf mit Deckel.
    Die Tupperdose entdeckte einer der Wekas tief in der Nacht, schmiss sie runter, hopste hinterher und hackte wie wild darauf rum. Vielleicht für eine Stunde drang ein trommeln aus dem Shelter. Kurze Zeit war Ruhe und mir fielen die Augen zu.

    Dann schmiss es den Topf runter und ich habe vor Schreck fast in den Schlafsack geschissen😅🙈.

    Um 05:30 Uhr klingelte dann wieder der Wecker und nach einem schnellen Wrap ging es auf die ca. 24km lange Strecke nach Havelock - diesmal jedoch mit nicht allzu viel Höhenmetern.

    Nach ca. 3km verließ ich den Queen Charlotte Track und lief entlang der Straße auf einem gut ausgebauten Wanderweg, der Picton mit Havelock auf über 30km auch für Mountainbiker verband.

    Unter sängeder Hitze erreichte ich ein Klohäuschen bei Linkwater, wo ich meine Trinkflaschen füllen konnte. Nach einigen Kilometern kam ich sogar an einer einsamen Tankstelle vorbei, an der ich eine Limonade und (hört hört) zwei Packungen Fishermens Friend kaufte, die wir in den großen Supermärkten bisher vergeblich gesucht hatten.

    Der sehr schöne Wanderweg schloss mit seinen Ausblicken und Bushwalks in allen Maßen am QCT an und endete vor den Toren Havlocks.

    Am dortigen Holiday Park traf ich Nicole wieder und nach einer langen Umarmung ging es zu Zeltaufbau, Duschen, Wäsche waschen, Einkaufen und letztlich zum Guten-Abend-Burger.

    Vor mir liegen die Richmond Ranges - eine alpine Region in der ich keinen Empfang haben werde.
    Mal sehen, wie lange ich da durch brauche. Zwischen 5 und 10 Tagen sagt man, je nach Wetter, Fitness und Flusdpegel.

    Bis bald also sagt
    Christian 🪅
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  • Tag 71 - Richmond Ranges 1/7

    11. joulukuuta 2024, Uusi Seelanti ⋅ ☀️ 23 °C

    Richmond Forest Park - Pelorus Ridge Track 1/2

    Früh morgens wurde das Zelt in Havelock zusammengepackt und es ging mit Nicole ins örtliche Café zum Frühstücken. Im Anschluss stellte ich mich an die Straße in Höhe der Tankstelle und hielt den Daumen raus. Denn von hier aus bis zum Pelorus Bridge Campground an der Interstate 6 20km neben der Straße, zwar nicht direkt darauf, aber sparen wollte ich es mir dennoch. Nach ca. 20 Minuten stieg ich in den ranzigen Pick Up eines Anfang 20jährigen ein und er nahm mich mit zum Trailhead. Unterwegs unterhielten wir uns über alles mögliche - insbesondere, dass er Hollywood so sehr mag, weil man dort so gute Pilze kaufen kann 😅🙈.

    Am Ziel angekommen verabschiedeten wir uns mit einem kräftigen Handschlag und ich ging die Route entlang des Pelorus River, erst knapp 5km auf Asphalt, dann weitere 9km auf Gravelroad. Unterwegs kam ich an einem Grundstück vorbei, wo ein freundlicher Kiwi junge Zitronen zum mitnehmen ausgelegt hatte, Stühle zum Sitzen aufgestellt und Wasser zum auffüllen anbot. Mit einer kleinen Zitrone im Gepäck ging es weiter die staubige Straße entlang. Kurz vor Ende schnitt ich die Zitrone auf und mampfte sie bis auf die Schale komplett auf. Gab mir frische Energie und ich marschierte weiter zum Trailhead. Dort angekommen wandelte sich die Gravelroad in einen schmalen Pfad über Stock und Stein.

    An der Captain Creek Hut angekommen, empfand entdeckte ich dort ein einzelnes Zelt, geöffnet, ohne Habe darin. In der Ungebung war auch niemand, sodass es für mich zu spooky war und ich zur Middy Hut weiterlief. Kurz vorher gab es eine Swing-Bridge, die doch etwas mehr schwang als mir lieb war.

    Hier, an der Middy Hut gab es eine große Ausbuchtung des Flusses und ich nahm, nachdem ich mir eine Matratze in der Hütte sicherte, genüsslich ein eiskaltes Bad in Unterhose.

    Nach dem Abendessen und Quatschen mit dem Israeli Didi ging es früh zu Bett.

    Bis morgen 🪅
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  • Tag 72 - Richmond Ranges 2/7

    12. joulukuuta 2024, Uusi Seelanti ⋅ ☀️ 16 °C

    Richmond Forest Park - Pelorus Ridge Track 2/2

    Der Tag startete wie er endete, mit einer Swing Bridge, die noch höher, noch deutlich mehr schwankte und viel viel länger war als die gestrige. Mit dem schweren Rucksack ging ich also in die Knie, um den Schwerpunkt nach unten zu ziehen. Hat mäßig funktioniert, denn die Brücke wippte und schwang wie ein Gummiband.

    Am Ende der Brücke ging es knapp 600hM nach oben. Quer durch Wald und über Wurzeln. Zwar nicht so steil wie im Profil der App dargestellt, aber dennoch sehr anstrengend.
    Angekommen an der Browning Hut, füllte ich mein Wasser auf und machte mich bald wieder auf die Socken.
    Die Aussicht auf das umliegende Land wurde mir durch die tiefhängende Wolkendecke verwehrt.

    Angekommen an der Hacket Hut traf ich Diddi, der kurz eine Pause machte, aber auch gleich wieder weiter ging, daher verabschieden wir uns voneinander, da wir dachten, wir sehen uns nicht mehr.
    Ich allerdings konnte nicht mehr und wollte auch nicht mehr, das reicht für heute 😏 und blieb in der Hacket Hut.

    Da ich der erste an der Hütte war, und diese natürlich auch wieder am Fluss lag, nahm
    Ich auch dort wieder ein genüssliches Bad.

    Nach dem Abendessen kam das übliche Prozedere, Flossen des Rucksacks mit Riegeln für morgen befüllen, Wasserflaschen füllen etc.

    Spätabends wurde ich dann von dem mittlerweile eingetroffenen spanischen Paar gebeten, das Fenster zu schließen - ihnen wäre nachts zu kalt, sie hätten nur einen +15 Grad Hüttenschlafsack. Nach meinem Argument, dass hier drinnen heute Nacht sieben Leute atmen, faulige Kleidung von der Decke hängt und muffige Schuhe stehen, durfte ich das Fenster ein Stück offen lassen (was mich natürlich nicht daran erinnerte, es später komplett zu öffnen).

    Gute Nacht sagt
    Christian 🪅
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  • Dosen dürfen nicht fehlenSlaty HutDa oben hin gehtsRanzoomen - auf dem Kamm ist der WegOld Man HutOld Man Hut

    Tag 73 - Richmond Ranges 3/7

    13. joulukuuta 2024, Uusi Seelanti ⋅ ☀️ 17 °C

    Richmond Forest Park - Richmond Alpine Track

    Ab heute beginnt der Richmond Alpine Track. Das Gelände wird schroffer, es geht höher hinaus und die Aussichten werden grandioser.

    Früh gings los und gleich zu Beginn über 900hM zur Starvell Hut. Dort gab es Wassernachschub, ein paar Scheiben Salami und eine Dose lag auch noch hier ;-).
    Zum Wasser: im Grunde gibt es an jeder Hütte Wasser zum auffüllen (filtern nicht vergessen) oder eben an den zahlreichen Bächen. Ich trinke bei diesen Anstiegen mind. 1,5 L in 3 Stunden. Teils immer noch zu wenig, aber mit fast 10 Tagen Verpflegung auf dem Rücken, muss man aufs Gewicht achten. Allerdings muss man auch haushalten, wenn die Trail-App einen begrenzten Wassernachschub aufzeigte.

    Unterwegs war keine Menschenseele anzutreffen. Nur kurz vor der nächsten Hütte, der Slaty Hut, traf ich zwei Damen um die 60. In der Slaty Hut, wo ich zwei Wraps mit Erdnussbutter aß, eine weitere Dame die sehnsüchtig auf die anderen beiden wartete.

    Später kamen mir noch zwei Damen entgegen mit riesigen Rucksäcken, beide deutlich über 70.

    Wenige hundert Meter später, ein größerer Absatz nach unten, links glatter Fels, rechts ein Baum direkt an der Kante. Davon wegragend, ein langer Ast, armdick und voller Moos. Nur in der Mitte des Astes kein Moos. Schien ne Griffspur zu sein und anderen bereits zuvor beim Abstieg geholfen zu haben.
    Also Griffspur gegriffen, gegengelehnt, abgerissen! Morsch! Mit samt Rucksack, Ast, Wanderstäben neben den Absatz in den Hang gestürzt, über einen Meter tief gefallen und von einer größeren Strauch-Struktur aufgefangen worden und vorne über gekullert, den Hang hinunter. Ein blinder Griff nach hinten und ich konnte einen dünnen Ast des Strauches greifen und so weitere 20m abrutschen verhindern. Mir ist nichts passiert, der Schock saß jedoch tief, denn mit dem Rucksack bringe ich knappe 100kg auf die Waage, die schnell und ungebremst hangabwärts rollen können.

    Später, nach einer Stärkung mittels schwerem Müsliriegel ging es über grasbedeckte Ebenen, schroffen Schotter und viel auf und ab zur nächsten Hütte. Zur Old Man Hut. Diese lag ca. 1km off Trail und gut 300hM runter.

    Katastrophe der sehr steile Abstieg, Knie schmerzen und ich kann einfach nicht mehr. Bin total fertig gewesen - zwar waren es nur 18km, aber die waren heftig.

    Hier traf ich Didi wieder, der sichtlich überrascht war, dass ich diese Strecke auf mich nahm.

    Dazu kamen später auch zwei NoBo's (Northbounder - die den TA von Süden aus beginnen).

    Diesmal gibt's nur Baby-Feuchttücher und keinen Fluss zum waschen.

    Gute Nacht🪅
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  • Tag 74 - Richmond Ranges 4/7

    14. joulukuuta 2024, Uusi Seelanti ⋅ ☀️ 19 °C

    Richmond Ranges - Richmond Alpine Track

    Der Tag der Drei Gipfel. Na dann mal Happy Birthday 😅

    Zum Weg ist gegenüber gestern nicht viel hinzuzufügen - außer das ich mit atemberaubenden Aussichten belohnt wurde, viel über schroffes Gestein musste und weite, flache Ebenen und teils heftige An- und abstiege bewältigen musste!

    Als Highlight der Richmonds ging es, nach Überqerung des kleinen Bruders, des Little Rintoul, auf den Mt. Rintoul, mit 1716 Metern Höhe mit einem Finish auf das kleinere Purple Top.

    Zu den Höhen:
    Von der Old Man Hut auf 1116m zum Little auf 1624m runter auf 1400m auf 1716 runter 1220m auf das Purple mit 1499m.

    Von hier oben sah man so viele unendlich aneinandergereihte Wälder und Gipfel, wie ich das noch nie zuvor gesehen habe. So viele Kilometer durch so viel Grün, so viel über Steine, Felsbrocken, Schotter und Geröll.

    Kilometer um Kilometer, Höhenmeter für Höhenmeter, jeden Schritt gilt es hier konzentriert zu setzen und dann gibt plötzlich beim bergabwärts gehen der Schotter nach und ich falle vorne über (also keine 90 Grad sondern ca. 120Grad), der Rucksack drückt mich vornüber nach unten und ich lande kopfüber im steil abfallenden, weichen Schotter, links neben mir am Kopf große Felsbrocken, der linke Ellenbogen, Handrücken, Bein aufgeschürft, sonst nichts weiter passiert. Die Wanderstäbe glücklicherweise nicht in der Handschlaufe gehabt. Das GPS Gerät mit Schrammen auf der Displayschutzfolie. So einen Sturz braucht man auch nicht alle Tage.

    Gegen 16 Uhr an der Tarn Hut angekommen, gleich mal den See inspiziert, ob dieser zum Baden einlädt. Sieht mir aber eher nach schmuddeligem Wasser aus. Da ich noch alleine an der Hütte bin, kann man sich auch fix am Wassertank waschen😉 sogar mit Seife. Und siehe da, das erste Mal seit vier Tagen gabs wieder Seife am Körper und man kann sich wieder selbst riechen😁.

    Zum Thema Körper - ich bin fürchterlich übersäht mit Sandfly Bissen - überall. Und wenn sie dich beißen, ist es zu spät sie zu töten, dann ist ihre Arbeit getan; in der Regel bluten die Bisse auch sofort. Wenn man nicht kratzt, und es juckt elendig, ist es in 2 Tagen vorbei. Wenn man kratzt, hat man 2 Wochen etwas davon.

    Nach dem Geburtstagsbierchen waren es wieder 400g weniger auf dem Rücken!

    Nun noch fix ins Logbuch eingetragen und ab in die Koje.

    Gute Nacht aus Sandflyistan sagt
    Christian 🪅
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  • Tag 75 - Richmond Ranges 5/7

    15. joulukuuta 2024, Uusi Seelanti ⋅ ☀️ 16 °C

    Richmond Ranges - Richmond Alpine Track

    Etwas angespannt ging es in den Tag. Zum einen stehen heute nach einer kurzen Aufwärtspassage knappe 3km sehr steiles Downhill an, was meine Knie aktuell gar nicht möcen. Zum anderen soll heute die herausforderndste Strecke überhaupt anstehen. Nicht nur in den Ranges, sondern auf dem gesamten TA.

    Ich bin gespannt.

    Doch von vorne. Abends warf ich bereits alles in den Rucksack, um morgens sang und klanglos nach draußen zu gehen, ohne jemanden zu wecken. In der Hütte waren der Welllingtoner, Patrick 🇨🇭und ich.

    Während des sehr steilen und knieschmerzenden Abstiegs, überholte mich auch Patrick und bedankte sich fürs Leisesein am Morgen. Ihn traf ich am Ende des Abstiegs an der Mid Wairoa Hut. Dort quatschten wir etwas und er fragte mich, wann der Wellingtoner mich überholt hätte. Ich sagte, er ist nach mir los. Jedoch hat Patrick ihn nicht eingeholt. Komisch. Sein Verbleib ist ungewiss - eine andere Route gibt es nicht.

    Dann kam der Weg zur Top Wairoa Hut.

    Angegebenen waren 5h. Es war der mit Abstand gefährlichste Abschnitt der letzten knapp 2000km. Es ging entlang des Waiora Flusses, den man immer wieder mal kreuzte. Es ging auf sehr schmalen Pfaden, hoch über dem Fluss. 20, 30m ging es rechts runter (oder eben links). Hochkonzentriert, jeden einzelnen Schritt abwägend, dankbar dafür, dass es nicht geregnet hatte. Teilweise an Wurzeln hangelnd, an Felskanten gedrückt und hinter mir immer die noch 15kg Rucksack. Bergauf teilweise auf allen vieren kriechend, bergab die Füße nach Stand suchend. Runter, sehr steil, an Wurzeln und Felsen krallend runter an den Flusd, drüber oder durch, gleiches wieder hoch.

    Zwischendurch eine Felskante (siehe Bild), die ein überqueren unmöglich machte. Rechts, 20m bergab, vorne eine glatte Steinwand, ca. 100cm hoch und darüber ein anderer Felsen ragend der mit seinem Vorsprung alle Blicke versperrte. Unmöglich zum festhalten. Kein Baum, keine Wurzel, keine Kante. Ich zog den Rucksack aus. Werfen war keine Option. Ich wusste nicht was hinter dem Vorsprung war. Der Rucksack könnte runter in den Fluss fallen. Ich versuchte das Hindernis ohne den schweren Rucksack zu überwinden. Keine Chance. Nach über 20 Minuten abwägen meiner Möglichkeiten entschied ich mich, etwas zurück zu gehen und den Steilhang nach oben zu gehen. Verdorrte Äste krachten unter mir, feiner Sand machte das Aufwärtsgehen schwer. Keine Bäume zum festhalten. Oben am 'Hauptfelsen' des ganzen Konstrukts angekommen, konnte ich über den Felsen klettern und fand auf der anderen Seite, jede Menge kleine Bäume, an denen ich mich nach unten hangeln konnte. Mit knapp 30 Minuten Zeitverlust setzte ich meinen Weg fort.

    Die Knie schmerzen, der Kopf ist matsch und nach fünf Kilometern und der letzten Flussquerung musste ich einen sehr schroffen Steilhang nach oben; dort fand ich die Hütte für heute. Darin, Patrick, genauso schockiert und zermürbt von heute wie ich, beide fertig mit der Welt. Und besorgt um den Wellingtoner, der nach wie vor nicht auftauchte.

    Nach dem Belegen des Bettes, ging ich auf der anderen Seite der Hütte einen kleinen Hang hinunter zu einem anderen Fluss, füllte mein Wasser auf und säuberte mich und meine Kleidung von heute im eiskalten Wasser.

    Abends entfachte Patrick ein kleines Feuer und der Tag klang langsam aus.

    Funfact am Rande:
    oberhalb der Baumgrenze gibt es halt nunmal keine Bäume - daher muss der ein oder andere knorrige Strauch dran glauben - gut, dass die Hütten mit Axt und Säge ausgestattet sind!

    Rauchige gute Nacht sagt
    Christian 🪅
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  • Tag 76 - Richmond Ranges 6/7

    16. joulukuuta 2024, Uusi Seelanti ⋅ ☀️ 18 °C

    Richmond Alpine Track

    Früh um 05:20 Uhr klingelte der Wecker, um genug Zeit für den langen Tag zu haben. Für die Mittagszeit war Regen angekündigt, daher wollte ich bis dahin an der nächsten Hütte, der Hunters Hut, sein.

    Zuvor musste ich jedoch wieder auf knapp 1500 Metern ansteigen. Mystisch hier oben den Kamm und die Hänge entlang zu laufen, denn die Wolken hiengen bei ca. 1200 Metern. Der Weg war mit Hilfe der Markierungen und Trittspuren auch gut durch die Wolken zu gehen.

    Anfänglich steil bergauf über große Lavagesteine und durch Wälder, Täler und durch immer wieder kleine Flüsse schlängelte sich der Trail bis an einen Hang, von dem aus man die Hunters Hut sehen konnte. Hochhoben im Wald, ca. 2km entfernt. Leichter Regen setzte ein. Leider sind bei dem Gelände 2km nicht so schnell zu bewältigen wie bspw. auf dem Rheinsteig. Kurz bevor ich einen größeren Fluss queren musste, ein Blick in die Wolken. Man sah das Regenband (siehe Bild). Wie ein Vorhang hing es über den grünen Kronen des Waldes. Schnell ein Foto gemacht, Handy weg gepackt und schon war er da - der kurzzeitige Weltuntergang. Strömender Regen binnen Sekunden, für ca. 15 Minuten. Danach regnete es 'normal' weiter, und ich ging den letzten Anstieg hoch zur Hütte. Nass von außen und von innen, denn die Regenjacke armet ja nicht. Dort angekommen, machte ich mir erst mal gemütlich einen Kaffee und saß den Regen aus. Nach ca. 1h war alles vorbei und der Himmel strahlte wieder - so typisch in NZ.

    Nun ging es weiter durch mondlandschaftartige Strukturen, entlang größerer ausgewaschener Flussbetten - kaum auszumalen wie es ist, wenn diese voll gelaufen sind. Sehr interessant fand ich auch die rötlichen Steine - die rosten nämlich.

    Auf dem letzten Kamm angekommen, erspähte ich die knallorangene Hütte und begab mich auf den ca 1500m kurzen und seichten Abstieg.

    Aufgrund des Wetters war die Hütte jedoch fast voll, nur oben waren noch zwei Betten frei, jedoch ohne Leiter erreichbar. Deswegen, und auch aufgrund des feuchten Gestanks von vier verschwitzten Wanderern, entschloss ich mal wieder mein Zelt aufzubauen. Dort hatte ich Platz und konnte gemütlich vor mich hin dösen, bis es die obligatorischen Nudeln zu Abend gab.

    Gute Nacht aus Zeltistan sagt Christian 🪅
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  • Tag 77 - Richmond Ranges 7/7

    17. joulukuuta 2024, Uusi Seelanti ⋅ ☀️ 17 °C

    Richmond Ranges - Richmond Alpine Track

    Der letzte Tag in den Ranges. Reicht auch
    Wird ein langer Tag, daher ging um 05:20 Uhr der Wecker. Die Nacht über war es arschkalt. 4 Grad lt. Garmin Wetter-Abfrage.

    Gehen 06:15 Uhr war alles gepackt, gefrühstückt und abmarschbereit. Keiner sagte, dass der Tag einfacher werden wird, nur weil es dem Ende zugeht.😅

    Nach ca. 3,5 h kam ich an der letzten Hütte für heute an. Der Red Hills Hut. Zuvor ging es jedoch knappe 30 Minuten über eine sumpfige Wiesenlandschaft, die so einen weichen Boden hatte, dass man das Gefühl hatte, man läuft auf Schaumstoff (oder einer Swingbridge)😅.

    Die Hütte selbst war Ausgangspunkt für eine Mountainbike-Strecke, die von der Interstate 63 mittels Gravelroad verbunden war. Ab hier begann eine nur für Experten ausgeschriebene Mountainbike Strecke, die den letzten Abschnitt bis an das Ende des Richmond Alpine Track darstellte.

    Wer hier Mountainbike rauf (oder runter) fährt, muss ganz schön einen an der Waffel haben.

    Zum Schluss ging es noch mal auf knapp 1500 m nach oben, bis es dann 90min lang knapp 1000 Höhenmeter abwärts ging.

    Unten traf ich Nicole und wir fielen uns in die Arme und fuhren geschichtenerzählend Richtung St. Arnaud.

    Dort gab es am Abend für mich eine Pizza und eine Käseplatte😅

    Frisch geduschte Grüße,
    Christian 🪅
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  • Tag 78 - Zeroday St. Arnaud

    18. joulukuuta 2024, Uusi Seelanti ⋅ ☀️ 16 °C

    Nicoles Ausführungen ist nichts hinzuzufügen 🤗
    Außer, dass ich Hunger habe wie ein Scheunendrescher😝

    Tolle Grüße von Christian 🪅

  • Entlang des RotoitiWarnung vor Geröllabgang - schnell passieren!☝️Ein seltener WegweiserSchlafplatz für heuteKea

    Tag 79 - Waiau Pass Track 1/3

    19. joulukuuta 2024, Uusi Seelanti ⋅ ☁️ 10 °C

    St. Arnaud - Lakehead Hut - John Tait Hut - Upper Travers Hut

    Nach einem gemeinsamen Frühstück packte ich die letzten Dinge in den Rucksack und gegen 7 Uhr verließ ich mit Nicole die Unterkunft. Sie begleitete mich noch bis hinunter zum Lake Rotoiti, wo wir uns verabschiedeten.

    Der gut ausgebaute Pfad schlängelte sich durch einen Laubwald entlang des Sees, bis ich nach ca. 10km am Ende des Sees an der Lakehead Hut ankam. Kurz ins Logbuch eingetragen, weiter gehts.

    Nach weiteren vier Stunden entlang des Zuflusses des Lake Rotoiti kam ich an der John Tait Hut an und war ziemlich fertig. 1 Rest-Day ist nach der letzten Tour definitiv zu wenig gewesen 😅!

    An der Hütte angekommen stellte ich jedoch fest, dass sich dort eine Schulklasse eingenistet hatte und es dort drinnen ziemlich voll, laut und warm war. Ansporn für mich, weitere zweieinhalb Stunden zur Upper Traverse Hut zu laufen, die ich ohnehin gebucht hatte.

    Leider muss man aktuell aufgrund des großen Ansturms von TA Hikern viele Hütten vorbuchen, obwohl man gar nicht weiß, ob man diese an dem gewünschten Tag erreicht oder nicht.

    An der Zielhütte angekommen, waren dort schon in einem Raum ein Vater mit seinen beiden Teeny-Kindern. Später kam noch ein Slowene und zwei Franzosen an.

    Die Dame, die sich hier aufhielt, war der Hut-Warden. Sie verbrachte etwas mehr als eine Woche hier oben.

    Zum Abendessen gab es eine Tüte Uncle Bens Reis mit Avocado, einem Schuss Öl, 2 Knofi-Zehen und Avoado. Ach und als Nachtisch eine 400g Dose eingelegte Pfirsiche 😅🙈, wieder weniger Ballast aufm Rücken.

    Geschirr gespült, dann Kreischen.

    Jemand kreischt und heult da draußen.

    Bei der Warden, die draußen gemütlich auf
    der Terrasse saß, brach Panik aus - sie sprang auf, hechtete durch den Aufenthaltsraum und am anderen Ende der Hütte wieder raus auf die hintere Terrasse.

    Hurry up - your boots - your socks - inside - now!!!

    Ein Kea.

    Ein äußerst diebischer und dreister Papagei hat sich auf den Baum neben der Hütte gesetzt und schrie was das Zeug hält. Diese Viecher sind zwar eine bedrohte Art, klauen jedoch alles was nicht niet- und nagelfest ist. Sogar Dichtungen aus Autoscheiben sollen sie aufreißen können, Motorradsitzbänke und Scheibenwischer zerstören sie mit Hingabe.

    Alles rein gebracht, gesichert, Fenster und Türen geschlossen.
    Die Panik flaut ab.

    Dann mal gute Nacht 🪅🦜
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  • Tag 80 - Waiaupass Track 2/3

    20. joulukuuta 2024, Uusi Seelanti ⋅ ☁️ 10 °C

    Upper Traverse Hut - West Sabine Hut - Blue Lake Hut

    Früh ging's wieder los, denn für heute war Regen angekündigt.
    Ich wollte so schnell wie möglich über den Sattel des Mt. Traverse drüber sein, bevor der Regen einsetzen würde. Zwar sollte es den ganzen Tag regnen, jedoch blieb ich vorerst verschont.

    Nach ca. 1h erreichte ich den Mt. Traverse Saddle, loggte noch eine Dose auf dem Kamm und machte mich auf der anderen Seite an den knapp 3 Km langen Abstieg.

    Die Knie schmerzen zwar, jedoch nicht so arg wie erwartet!

    In der Talsohle angekommen, ging es noch knapp einen Kilometer zur West Sabine Hut. Dort gab es die obligatorischen beiden Wraps mit Erdnussbutter und ein Smalltalk mit Patrick (mit meiner Bitte, wenn ich an der Blue Lake Hut ankomme, ich gerne ein warmes Feuerchen hätte😉).

    Einen blöden Umstand, den ich aktuell nicht ändern kann ist, ich habe hunger. Dauerhaft, auf alles.

    Kurz nach der West Sabine Hut ging es über eine weitere Swingbridge an eine Junction, an der man rechts zur Sabine Hut am Lake Rotoroa, nahe St. Arnaud, oder eben weiter nach links Richtung Blue Lake Hut gehen konnte.

    Den sagenumwobenen Blue Lake wollte ich nicht verpassen, auch wenn ich körperlich ziemlich am Ende bin.

    Auch ein Umstand, den ich nicht ändern kann. Mein Körper, meine Muskeln, meine Gelenke, alles ist einfach über dem Limit und schafft sich nicht mehr in der Nacht zu erholen. Jeder Meter bergauf ist immens anstrengend und noch kräftezehrender als der vorherige.

    Ich entschied mich dennoch für die 8km zur Blue Lake Hut, weil ich dieser See ziemlich weit oben auf der NZ-Bucketlist steht.

    Eine Stunde vor Ankunft fing es an zu regnen und hörte nicht mehr auf.

    Für morgen ist eine äußerst gefährliche Wegführung vorgesehen, an einem Steilhang mit klettern auf allen vieren. Dem gefährlichsten Abschnitt des TA - auch wenn er nur wenige hundert Meter lang ist.

    Ich fühle mich weder fit dafür, noch hat das Wetter gute Aussichten, den Part sicher zu begehen.

    Meiner Überlegung, zurück zu gehen und einen andern Weg nach St. Arnaud einzuschlagen, den ich gekommen bin, wurde damit untermauert, dass ich am Abend urplötzlich starkes Nasenbluten bekam. Draußen den Kopf an einen Baum gelehnt und über 20 Minuten laufen lassen, denn Taschentücher hatte ich nur begrenzt dabei.

    Auch ein Zeichen, auf die Bremse zu treten.

    Während der Abendgespräche in der Hütte erfuhr ich auch, dass ein Aussitzen des Regens nichts bringen würde, denn nach dem Pass überquert man einen größeren Fluss, der mit tagelangem Regen umso schwieriger zu passieren sei.

    Die beiden Niederländerinnen, die ich hier in der Hütte kennenlernte, haben erhebliche Bedenken den Pass zu laufen, ließen sich jedoch am folgenden Morgen vom Gruppenzwang breitschlagen ihn zu gehen.

    Blue Lake:
    Der Blue Lake ist dem hiesigen Māori-Stamm sehr heilig. Das Berühren oder gar darin schwimmen ist verboten und mit einem deftigen Bußgeld verbunden. Deswegen hat die Hut hier auch einen wöchentlichen wechselnden Warden, der das kontrolliert.
    Des Weiteren hat der See sogenannten Lake Snow, eine schleimige und zähe Algenart, die keinesfalls an Körper, Kleidung oder in die Trinkflasche gehört.
    Die Snow-Lake-Alge ist nicht sichtbar, dennoch hat das Wasser ungeahnte Klarheit. Bei Windstille kann man vom Ufer aus über fünf Meter tief an den Grund sehen, was den Blue Lake zum klarsten und optisch reinsten Gewässer auf diesem Planeten macht, trotz dass er von verschiedenen kleinen Wasserfällen und Zuflüssen gespeist wird.

    Bis morgen,
    Christian 🪅
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  • Tag 81 - Waiau Pass 3/3 - Die Umkehr

    21. joulukuuta 2024, Uusi Seelanti ⋅ ☁️ 13 °C

    Blue Lake Hut - West Sabine Hut - Sabine Hut

    In dieser Nacht regnete es teils wie aus Eimern auf die kleine Hütte herab und riss mich immer wieder aus dem Schlaf. Neben mir schnarchte noch King Snorr - trotzdem fand ich irgendwie einen erholsamen Schlaf.

    Um 05:45 klingelte der Wecker. Da die Hütte keine abgetrennten Räume hatte (16 Kojen in Doppelbetten, Essen, Kamin, Küche - alles in einem Raum), habe ich abends alles vorbereitet. Nur der Gaskocher durchbrach mit seinem Zischen die Stille.

    Um 06:40 Uhr war alles gepackt, Regencape überm Rucksack und los gings ins Ungewisse.

    In welche Richtung?

    Schweren Herzens zurück, zur West Sabine Hut und dann zur Sabine Hut entlang des, Achtung, jetzt kommts, Sabine River😅.

    Den Übergang über den Waiau Pass traute ich mir bei diesen Wetterbedingungen nicht zu. Die Wolken sehr tief, ständig Regen und eine 20-30m hohe Wand im knapp 70 Grad-Winkel, die es nur auf allen Vieren zu bewältigen galt.

    Das war mir zu viel Spekulation - abgesehen davon, dass der Weg dorthin noch knapp 2h mit jeder Menge Höhenmetern dazwischen stand und ein Umkehren dort oben wenig Optional war. Aussitzen ging auch nicht, da für die nächsten Tage weiterer Regen angekündigt war - das bedeutet, dass der Fluss nach dem Pass schwierig bis gar nicht überwindbar wäre.

    Ergo ging es für mich über 8km und 3 1/2 Stunden bergab zur West Sabine Hut, trug mich dort ins Logbuch ein, aß zwei Wraps mit Erdnussbutter und quatschte mit ein paar Kiwis, die mich aufgrund meines Akzents fragten, woher ich denn käme.

    Der nun folgende fast fünfstündige Marsch zur Sabine Hut am Lake Rotoroa war durchwachsen mit leichtem und starkem Regen, nassen, sehr nassen Füßen und praktisch keinem trockenen Körperteil - dafür lies ich sogar zwei Dosen aus, die direkt am Wegesrand lagen.

    Kurz vor der Hütte bemerkte ich bereits Rauch in der Luft. Jemand hatte bereits den Kamin angemacht. Herrlich!!!

    In der Hütte sondierte ich meine Optionen für morgen. Mit weiter durchwachsenem Wetter im Genick weiter nach St. Arnaud, knappe 9h lt. Infotafel, oder zahle 70 NZ$ für ein Wassertaxi über den Lake. 210NZ$/Nase - zwei Franzosen und ich, also durch drei geteilt. Bei den beiden hat sie sich den Fuß verletzt und sie fahren direkt weiter ins Krankenhaus.

    Das Wassertaxi ruft man hier per klassischem CB-Funkgerät.

    Der restliche Abend bestand aus Holz für den Kamin aus der Blechhütte holen und entspannen. Die schwere Axt schwang ich ebenfalls in ein paar Holzblöcke, aber auch hierfür fehlt Kraft.

    Als Abendbrot gab es Green Thai Curry. Scharf ohne Ende - aufm Schacht tausend Sandfliegen und mindestens genauso viele Wespen. Also einhalten😅☝️

    Baum/Pflanze in schwarz:
    Viele Bäume, Wurzeln, Farne, Gräser und sogar Steine sind mit einem schwarzen Flaum bedeckt. Manche Bäume sind abgebrochen, innen jedoch noch 'saftig'. Was das genau für eine Krankheit ist, ob es überhaupt eine ist, kann ich nicht sagen. Aber wenn der Flaum von Baum zu Baum, über Steine und Wege schleimt und ganze Abschnitte tiefschwarz färbt, wirkt das sehr bedrohlich.

    Dann mal gute Nacht 🪅🙃
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  • Ausblick auf den Lewis Pass

    Tag 82 - Lake Rotoroa - Christchurch

    22. joulukuuta 2024, Uusi Seelanti ⋅ ☀️ 16 °C

    Ausschlafen in der Hütte, na das ist ja mal was. Bis geschlagene sieben Uhr blieben die Augen zu.

    Zum Frühstücken gab es ausnahmsweise mal Erdnussbutter und Wraps. Dazu einen Instant-Kaffee und ein paar Datteln.

    Das Wassertaxi, welches ich mir mit den beiden Franzosen Camille und Thomas teilte war gegen 08:30 Uhr angekündigt.

    Natürlich regnete es wieder und die Wolken hingen immer noch sehr tief und versperrten die Sicht auf die umliegenden Berge und Wälder.

    Das kleine Boot mit seinem 300ps Außenboarder brachte uns drei in ca. 40 Minuten über den See. Im Anschluss noch fix ins Büro bezahlen und dann warteten wir auf Nicole mit ihrem kleinen Auto 🚗 .
    Sie wusste noch nichts von ihrem Glück, drei stinkende Wanderer samt Rucksäcken mit dem kleinen Auto auf knapp 200km zu fahren 😅🙈.

    Während der Wartezeit wurden wir von tausenden Sandflies umflogen - tausende....! Nur der Schlitz der Regenjackenkapuze lies einen Landeplatz frei... immer in Bewegung bleiben!

    Mit großem Stirnrunzeln und vertieften Tetris-Kenntnissen kamen wir alle im Auto unter und fuhren Richtung Hamners Springs.

    Zwischendurch ein Halt am Lewis Pass Viewpoint (auch um eine Dose zu heben).

    Cecilia und Thomas waren mega happy, dass wir sie bis Hamners Springs mitnahmen.

    Gegen Nachmittag checkten wir dann im Motel in Christchurch ein und ließen den Abend ausklingen.

    Gute Nacht 🪅
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  • Tag 83 - Christchurch Restday

    23. joulukuuta 2024, Uusi Seelanti ⋅ ☀️ 25 °C

    Verweis auf Nicoles Text (Tag17)
    🪅

  • Tag 85 - Christchurch Weihnachten

    25. joulukuuta 2024, Uusi Seelanti ⋅ ☁️ 21 °C

    Mein Rucksack ist wieder mit frischen Lebensmitteln und Wasser gepackt und startklar für die nächste Sektion des Trails.

    Morgen werde ich allerdings noch mal einen Tag Regen aussitzen müssen.

    Ereignisse des Tages bitte auch diesmal wieder bei Nicole gucken 👀

    Bis bald,
    Christian 🪅
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  • Tag 86 - Methven

    26. joulukuuta 2024, Uusi Seelanti ⋅ 🌫 16 °C

    Bevor es wieder auf den Trail geht, sitze ich noch einen Tag den Regen aus. Rund um die Region schüttet es heute den ganzen Tag.

    Bis bald zum Sonnenschein sagt,
    Christian 🪅

  • Tag 87 - Colerige Bypass - Comyns Hut

    27. joulukuuta 2024, Uusi Seelanti ⋅ ☁️ 15 °C

    Trailtag, trotz weitern Regens und schlechter Prognose für heute, geht es zurück auf den Trail.

    Intro:
    Hier auf der Südinsel gibt es zwei große Bypässe, die nicht durchwandert werden können. Nun, sie können schon, jedoch sind die beiden Abschnitte von knapp 4km und 7km kein offizieller Teil des Trails, damit niemand auf die Idee kommt da durch zu laufen.

    Im Grunde sind das zwei ausgesetzte, sehr breite Flussbette mit teils duzenden Einzelflüssen, die mal größer und mal kleiner sind.

    Das Gefährliche daran, regnet es 100km nördlich in den Neuseeländischen Alpen, kriegt man das vor Ort nicht mit. Jedoch können die Flüsse in wenigen Minuten um das vielfache anschwillen und man sitzt fest (oder schlimmer).

    Daher werden Shuttle-Services (für teile horendes Geld) von Privatleuten angeboten, um die Hiker um die Beipässe zu fahren. Teils 150km Umweg, meist Schotterstraße/Gravelroad.

    Trailtag:
    Gegen 7 Uhr gings mit dem kleinen roten Blitz von Nicole los zum Trailhead. Ohne zu wissen, ob wir diesen mit dem kleinen Mietwagen erreichen können (siehe oben - Gravelroad).

    Nach knapp 15km des Zuwegs zum Trailhead hörte die befestigte Straße auf und das kleine Auto hatte auf der Gravelroad schwer zu kämpfen. Wir entscheiden uns, dass ich laufe, auch wenn der Weg zum Trailhead noch 20km beträgt.

    Ich hatte bereits meinen Rucksack aufgesetzt, da hielt ein schwerer Jeep mit drei Frauen an Board neben uns an und die Fahrerin fragte uns, ob alles ok wäre. Nach kurzer Erläuterung der Situation stieg ich in den V8 Landcruiser und wurde bis zum Trailhead mitgenommen.
    Die drei Damen wohnen auf der anderen seite des großen Flusses/Bypasses neben Lake Coleridge. Der Fahrerin ihrer gekonnten Fahrweise entnommen, fahren die drei das hier nicht zum ersten Mal. Sie machen hier mal eben 2-3h Trailrunning in den Bergen, erfuhr ich.

    Um ca. 08:00 Uhr machte ich mich auf den knapp 6km langen Anstieg der ersten Kuppe. Wenngleich der Anstieg bei weitem nicht so heftig war wie vorherige, kam ich schnell aus der Puste.

    Kurz nach der Kuppe erschien 'the most cutest hut on TA'.
    Die 'A Frame Hut' mit lediglich drei Schlafplätzen.

    Dann ging es weitere 2h über teils befestige Wege, teils über matschige Wiesen zur Comyns Hut, an der ich planmäßig schlief. Auch wenn ich diese recht früh gegen 13 Uhr erreichte, war die folgende Hütte mit 17km/7h zu weit weg, um sie heute noch anzulaufen.

    Wieder war dieser Tag obwohl ohne große Steigungen versehen, für mich sehr anstrengend und kräftezehrend. Mein Körper, meine Gelenke und meine Knochen sind definitiv am Ende ihrer Leistungsfähigkeit angekommen. Ein paar Tage Pause helfen da nicht mehr. Zur vollständigen Erholung brauche ich sicher einige Wochen. Mir macht es außerdem Sorge, dass meine wabbeligen Gelenke zu einem gravierenden Sturz oder Bänderriss führen könnten.

    Ich entschloss, diese Etappe noch planmäßig zu beenden und dem Trail dann auf Wiedersehen zu sagen.

    Mit leichtem Gepäck plane ich noch auf den höchsten Punkt des TA zu gehen und die letzten 50-60km nach Bluff, mit ebenfalls leichtem Gepäck, anzugehen.

    Mein Körper sagt mir, dass Feierabend ist. Auch wenn der Geist noch drei mal die Insel(n) umrunden könnte, sagt das Gesamtsystem Christian 'Nein' dazu!

    Morgen geht's auf eine lange und vegetativ schwer zugängliche Tour, daher gehen heute früh die Lichter aus.

    ....und zwischendurch um 23 Uhr wieder an, um Ratten/Mäuse von meinem auf dem Boden stehenden Rucksack zu vertreiben - ab damit auf den Tisch...

    Gute Nacht 🪅
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  • Tag 88 - Comyns Hut - Manuka Hut

    28. joulukuuta 2024, Uusi Seelanti ⋅ ☁️ 26 °C

    Eine epische Wasser- und Hitzeschlacht!

    Früh um 5:30 Uhr ging der Wecker, denn zum einen ist der Weg der vor mir liegt lang und zum anderen soll es heute sehr warm werden. Wie sich am Ende rausstellte, der heißeste Tag seit Monaten.

    Um 6:20 Uhr ging es nach einem lustlosen Frühstück los, zunächst über einen kleinen Hügel der direkt an die Hütte angrenzte und dann stand ich vor einem Fluss. Dies musste ich überqueren, wollte aber meine Schuhe nicht fluten, da ich wusste, wie viele Kilometer heute noch vor mir liegen würden. So zog ich meine Schuhe aus und watete in Schlappen durch den Fluss. Nach fünf weiteren Flussüberquerung entschied ich mich, meine Stiefel wieder anzuziehen und mit dem Schicksal des Flusses zu ergeben.😅

    Nach geschlagenen sieben Kilometern und gut drei Stunden konnte ich den Fluss endlich hinter mir lassen. Mit so einer Hausnummer habe ich nicht gerechnet.
    Nicht nur, dass mir das eiskalte Wasser manchmal bis zum Hintern stand, auch die starke Strömung des Flusses machte ein schnelles Vorankommen unmöglich, denn ich musste gegen den Strom laufen. Jeden Schritt konzentriert in das Flussbett setzen, nicht ausrutschen, die Wanderstäbe bildeten wieder das zweite Paar Beine um mich abzusichern.

    Zweimal zog ich zwischendurch die Schuhe aus, um Steinchen auszuschütten.

    Meine Füße, meine Zehn, meine Beine spürte ich da schon lange nicht mehr, so kalt war das Wasser.

    Zwischenzeitlich wurde es immer und immer wärmer und die Sonne lugte über die hohen Gipfel in die Schlucht des Roundhill Creek hinein.

    Mit einer gewaltigen und ungeplanten Verzögerung des heutigen Vorankommens erreichte ich einen Hügel, der mich weg vom Fluss zu einem Kamm bringen sollte.

    Mit quietschend nassen Schuhen schlurfte ich zwischen teils meterhohem Buschgras noch ca. 1 km bergauf. Das Papmpasgras war so hoch, dass man hin und wieder den Überblick verlor, wo man sich befand. Man muss dabei höllisch aufpassen, denn die Wurzeln der Gräser bilden so tiefe löcher, dass beim 'Antesten der Tiefe' teils der ganze Wanderstab darin versank.

    Angekommen auf dem Kamm, völlig matsch im
    Kopf wegen der ganzen Konzentrationsarbeit, sah ich was nun vor mir lag.

    Getreu dem Motto des Tages, episch.

    Epische Weiten, sängende Hitze.

    Mittlerweile war es nach Mittag und die Sonne drehte noch weiter auf.

    Ab hier oben (und nach einer längeren Verschnaufpause) ging es weitere 8km bergab, an Steilhängen entlang, durch sehr hohe Gräserpfade, entlang sehr robuster, dorniger Büsche und der hübschen aber 5-10cm langstachelig gelben Pflanze. Manchmal waren die Gräser so hoch, dass man die Marker des TA nicht mehr sah und blind lief, was auch zu der ein oder anderen Detour am Hang, mal rauf, mal runter, fühlte.

    Auch hier, immer wieder der Blick nach unten wegen der Löcher.

    Nach weiteren drei Stunden und mittlerweile getrockneten Schuhen und Socken kam ich in einem gigantischen, ausgetrockneten Flussbett an. Hier war schon lange kein großer Strom mehr vorhanden, das verieten auch die Spurrillen für Allradfahrzeuge, welche mir den Weg ebneten.

    So ganz trocken war das Flussbett dann doch nicht und ich setzte zur letzten Flussüberquerung für heute an (dachte ich). Der knapp 5m breite und recht schnelle Fluss, der sich durch das trockene Tal schlängelte, forderte wieder höchste Aufmerksamkeit beim Durchwaten.

    Ohne Schatten und ohne Gnade der Sonne, die nicht nur von oben brannte sondern auch von den Steinen reflektiert wurde, brannte die Sonne erbarmungslos.

    Hier, mitten im Nichts, ein Schild zur 'Double Hut' (20min 1km) oder zu meinem eigentlichen Ziel für heute, der 'Manuka Hut' (5km 1,5h). Es war Zeit für die fünfte Lage Sonbencreme am heutigen Tage. Dazu trug ich Hut, Sonnenbrille, Armlinge die bis ans Shirt reichten und ein Halstuch, um mich vor der Sonne zu schützen.

    Immer ein Schlückchen trinken, immer und ständig. Immer den Blick auf kleine Flüsse gerichtet, etwas Wasser nachzufüllen - dabei die Frage, filtern oder nicht, oder mit Chlortablette? Letzteres dauert 30min zum einwirken.

    Die Hitze brennt, die Schuhe sind auch nach der letzten Flussquerung binnen 30 Minuten innen wie außen furztrocken.

    Nach knapp 9 1/2 Stunden an der 'Manuka Hut' angekommen, davor, natürlich ein Fluss... sch... drauf, schnell durch... da...angekommen...Feierabend für heute!

    In der Mauka Hut, das Grauen. Zwei 5jährige ständig plappernde und nervende Buben. Und zwei Hunde (die waren knuddelig).
    Glücklicherweise hatten die Kinder viel mehr Spaß daran am Fluss zu spielen, als in der Hütte. Draußen baute die Mutter auch ein Zelt auf, in dem sie mit einem der Kinder (und den beiden Hunden) die Nacht über schlief.

    In einem unbeobachteten Moment zog ich mir die Shorts an und ging zurück zum Fluss und setzte mich erstmal ins eiskalte Wasser um mich abzukühlen und zu waschen. Dass der Vater der Kinder Flussabwärts seine Getränkeflaschen auffüllte, bemerkte ich erst hinterher.

    Kurz darauf kamen auch die drei Auckländer, mit denen ich mir gestern die Hütte teilte. Sie machten das was ich nicht konnte, eine lange Pause in der 'Double Hut'. Mit im Schlepptau, Luke, ein voll tätowierter Jesus-Verschnitt, voller Haare, voller Armbämder und Halsketten, mit einem viel zu kleinen Rucksack an dem außen ein monströser Schlafsack, Zelt und weitere Habe geschnallt waren. Regendicht? Sicher Fehlanzeige. Aber immerhin hatte er drei Bücher dabei 😅!

    Zum Abendessen gab es traditionell wie immer an heißen Tagen Suppe mit Knoblauch, dehydrierten Erbsen, Öl und Cayennepfeffer.

    Heute schlafe ich oben im Stockbett. Mein Körper ist nach wie vor am Ende, die Gelenle sehr steif und ich laufe wie ein 90jähriger. Bücken, schwierig. Treppenstufen, schmerzhaft. Der Puls auf Dauerfeuer.

    Gute Nacht aus dem Backofen, denn die Hütte wird nur langsam kühler...
    Christian 🪅🌋

    P.s. Wenn das Plumsklo-Häuschen ebenfalls den ganzen Tag in der Sonne steht, macht man business eben mit offener Tür 😅
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  • Die Zeichen sind überallLake EmilyViehtriebBesagter Fluss

    Tag 89 - Inoffizielles vorzeitiges Ende

    29. joulukuuta 2024, Uusi Seelanti ⋅ ☁️ 17 °C

    Manuka Hut - Hakatere Potts Road Trailhead

    Intro zum inoffiziellen Ende:
    Mein körperlicher Zustand macht nach wie vor nicht mehr den besten Eindruck. Meine Gelenke sind wabbelig, ich bin nach wenigen Kilometern unkonzentriert und stolpere über meine eigenen Füße, kann keine 100m eine leichte Anhöhe bergauf laufen ohne mehrfach stehenzubleiben und durchzuatmen und bin generell am Ende meiner Kräfte.

    Die letzten knapp 400 KM auf der Südinsel in drei Wochen mit über 20.000 Höhenmetern sowie über 1.000km auf der Nordinsel haben ihren Tribut gezollt.

    Ich beschließe schweren Herzens den TA in seiner Sache heute zu beenden.

    Ein paar Tage Regeneration helfen hier nicht mehr.

    Auch beim gestrigen Marsch durch die Hitze habe ich mir ernsthaft Sorgen gemacht, umzuknicken oder einfach aus Erschöpfung umzufallen.

    Mein Wille, den TA Meter für Meter zu Ende zu laufen ist ungebrochen, jedoch bevor mein Körper an irgend einer Stelle bricht, ich mir Bänder reiße oder ernsthaft stürze, ziehe ich hier den inoffiziellen Schlussstrich.

    Inoffiziell deswegen, da die heutigen 16km zum Trailhead, wo mich Nicole abholen wird, nicht ganz die letzten auf dem Te Araroa Trail sein sollen. Wie in einigen Footprints zuvor bereits beschrieben, möchte ich den höchsten Punkt des TA, den Stag Saddle, als auch die letzten Kilometer von Invercargill aus zum Final Terminus in Bluff laufen. Aber das erst in zwei bis drei Wochen und auch nur mit leichtem Gepäck.

    Vorher werde ich mit Nicole weiter per Auto die Südinsel erkunden, mich entspannen und wenn dann kleine Wanderungen ohne Gepäck unternehmen.

    Der Tag:
    Mit steifen Gelenken und schweren Knochen stand ich gegen 06:30 Uhr auf dem Trail.

    Der Pfad war weiterhin der 4WD Track, bis der TA auf einen kleinen Hügel abbog. Oben blickte man über das weite Land, über den Lake Emily hinweg bis zu den schneebedeckten Bergen.

    Recht unspektakulär schlängelte sich die Schotterstraße durch Felder und Wiesen. Entlang einer Wiese, die als Airstrip deklariert war. Dennoch immer noch eine gewöhnliche Wiese😅.

    Nach 14km traf ich auf Nicole, die mir entgegenkam und die letzen 2-3km begleitete.

    Kurz vor dem Auto ein Jeep mit Warnblinklicht. Die Dame darin bat uns, hier hinter ein Tor der angrenzenden Wiese zu gehen, sie begleitet grade eine Horde Jungbullen.

    Das lassen wir uns natürlich nicht zweimal sagen und brachten uns hinter dem Tor an Sicherheit und beobachteten das Schauspiel, wie circa 30 Rinder durch zwei Hunde und Autos die Straße entlang getrieben wurden.

    An Nicoles Auto angekommen, fuhren wir den Bypass gen Süden und schauten uns an einem Parkplatz am Rangitata-River (jener um den der Bypass lief) die Kraft und Größe des Flusses an.

    Bis demnächst auf dem Trail und zur Fortführung der Footprint-Reise 'Te Araroa Trail - Südinsel'

    Christian 🪅
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  • Tag 102 - Te Araroa - The last chapter

    11. tammikuuta, Uusi Seelanti ⋅ ☁️ 12 °C

    Tag 102 - Invercargill - Bluff

    Das offizielle Ende!

    Auch wenn Nicole in Wellington und Christian bei Hakatere den Te Araroa Trail beendet haben, konnten wir es uns nicht nehmen lassen, den letzten Abschnitt zu laufen. Also von Invercargill nach Bluff, an den letzten Meter des Te Araroa Trails.

    Entsprechend war heute ein emotionaler Tag, denn wir kehrten für einen Tag auf den Te Araroa zurück. 🥹

    Früh ging wieder der Wecker, denn vor uns lagen ~34 Kilometer. Daher standen wir nach dem Frühstück um kurz vor halb sieben auf dem Trail. Das Wetter war kalt und feucht🥶; um unsere Rucksäcke packten wir daher die Regencover.

    Die ersten 5 Stunden und 25 Kilometer liefen wir entlang der Interstate 1, auf einem für Wanderer und Radfahrer ausgebauten und von der Straße abgetrennten Schotterpfad.
    Trotz längerer Pause seit der letzten Langstrecke, schmerzten unsere Füße und Gelenke. Über den sportlichen 5er Schnitt waren wir beide dennoch selbst erstaunt.

    Als wir endlich das liebevoll aufgebaute Ortsschild Bluff erreichten, wussten wir das es nun noch ca. 8 Kilometer waren und wir unser Buch Te Araroa Trail zuklappen werden 🥲🥲.

    Nicole wurde bewusst, dass der Trail ihr nicht die Lust am weitwandern verdorben hatte und sie sich freut, wieder mit dem Rucksack unterwegs sein zu können! 🥹
    Uns gingen noch viele Geschichten durch den Kopf, die wir alle samt auf dem Trail erlebt hatten.

    Der Trail war und ist für uns eine einzigartige Reise, die uns an unsere Grenzen geführt hat, uns die Möglichkeit gab, neue Menschen kennenzulernen, und auf der wir viel lernen konnten. 🤗🥲

    Nun aber zurück zu den letzten 8 Kilometern auf dem Te Araroa Trail:
    Wie nicht anders zu erwarten, ging es über Farmland an der Küste entlang. Kleinere Flüsse mussten wir ebenso passieren und genauso das abenteuerliche kraxeln eines Hangs nach oben auf allen Vieren🤪🤪. Aber das kannten wir ja schon.

    Wie sagte Christian so schön: "es hört auf wie es angefangen hat"😅😅.

    Als es am Ende über zwei Elektrozäune ging, wieder mit Holztreppchen, bemerkte Christian bei einem der Holzmasten ein Kribbeln in der Hand. Auf dem Zaun war so viel Spannung, dass sich der Strom bis ins feuchte Holz fortbewegt hat und man das am Holz fühlen konnte. Also tunlichst nicht berühren, dass Metall des Zaunes beim überqueren.

    Nachdem das Farmland passiert war, ging es einen gut ausgebauten Weg zwischen Farnen, Buschland und großen Sträuchern zum Bluff Hill, dem letzten höchsten Punkt dieser einen Reise. Natürlich durften auch mehr als hundert Treppenstufen nicht fehlen, um auf den Bluff Hill hinauf zu kommen.🥵🥵

    Oben angekommen, ging es auf der anderen Seite ebenso wieder herab. Nicht ganz so steil, aber eben stetig bergab.

    Nach praktisch genau acht Kilometern hinter dem Bluff Schild kamen wir am Southern Terminus, dem Stirling Point an. 🤗🥳

    Hier waren ganz schön viele Touristen unterwegs und jeder wollte natürlich ein Bild mit dem Wegweiser haben. Selbstverständlich auch wir, denn hier endet nun die Reise auf dem Te Araroa für uns. 🤭🤭 Bilder waren gemacht und wir hatten noch gute 2 Stunden Zeit bis das gebuchte Shuttle uns zurück nach Invercargill bringen wird.

    Daher gab es im Restaurant vor Ort noch einen kleinen Snack und einen leckeren Kaffee für uns. Als Nicole Richtung Toilette verschwand, kam sie anschließend mit einem TA Tagebuch zurück, welches am Eingangsbereich des Restaurants aufgestellt war. Hier können sich Hiker eintragen, die den TA gelaufen sind. Demnach stehen wir beide nun auch in dem Buch drin 🤗🤗!

    Gegen 17:00 Uhr kam unser Shuttle und auf ging's nach Invercargill. Hier angekommen fuhren wir noch schnell für unsere Abendessen einkaufen.
    Lecker Chilli con carne gegessen, frisch geduscht liegen wir nun im Zelt und lassen den Tag in Gedanken revue passieren 🥰🥰.

    bis bald,
    Nicole & Christian 🪅🪅
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    Matkan lopetus
    11. tammikuuta 2025