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Weltreise

Ein Abenteuer von Nolf Around The World & 30kg Gepäck mit offenem Ende Weiterlesen
  • Beginn der Reise
    3. Oktober 2018

    Start unsere Weltreise nach Bali Amed

    3. Oktober 2018 in Indonesien ⋅ ☀️ 30 °C

    Am 3.Oktober sind wir Richtung Bali aufgebrochen und kamen 24h später in unsere Unterkunft Stairway to heaven in Amed an. Über holprige Wege, zwischen Palmen und rasenden Mopeds brauchten wir für 64km von Denpansar nach Amed 3,5h (inkl. 2 Pinkelpausen und einen kurzen Stopp um das erste Mal abgezockt zu werden) Außerdem machte ich - Nori - Bekanntschaft mit einer asiatischen Hocktoilette und statt Klopapier eine Wasserkelle. Fazit: Hocken geht klar! Schöpfen no way!
    In Amed angekommen bezogen wir unser wunderschönes Bungalow!
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  • Amed, Hitze und eine Erkenntnis

    7. Oktober 2018 in Indonesien ⋅ ⛅ 30 °C

    "Komm wir laufen bis nach Amed rein." Ganz blöde Idee...(Amed Zentrum etwa 10km entfernt) Bei gefühlten 45 Grad in der Sonne ☀ sind 10 Meter schon zu viel. Wir haben uns natürlich trotzdem auf den Weg gemacht und sind etwa 3 km gelaufen. Obwohl es mir länger vorkam. Das war gestern.
    Heute haben wir uns entschlossen Schnorcheln zu gehen und das Japanische Wrack unter Wasser zu erkunden. Richtig schön! Also nicht das Wrack aber die vielen Fische drumherum 🐠. Und wieder mal wurden wir abgezockt :) Aber nicht dramatisch. Abgezockt bedeutet hier auch, dass man statt 2 Euro 5 Euro für Schnorchel bezahlt. Zur Erklärung:
    1 Euro sind etwa 17.400 Rupiah. Das heißt man bezahlt für Schnorchel zum Beispiel 80.000 Rupiah (4,57 Euro). Obwohl wir schon gehandelt haben und dachten wir wären gut, bot uns ein Warung-Besitzer seine Schnorchel für 40.000 Rupiah für 3 Tage. So kanns gehen. Gestern haben wir so hart gehandelt, dass uns die Indonesier einfach stehen ließen 😅. Wir müssen noch so viel lernen...
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  • Eine laute Nacht

    9. Oktober 2018 in Indonesien ⋅ ⛅ 28 °C

    Es knallt. Ich sitze im Bett. In unserem wunderschönen Himmelbett. Schwere Stürme schlagen auf unsere Bambushütte, wir glauben wegzuwehen. Unkontrolliert fang ich an zu zittern. Nicht vor Angst. Mein Körper hört das Donnern und den Groll des Windes und denkt es würde regnen. Regen bedeutet Kälte. In unserem Zimmer sind 30 Grad. Ich zieh den Vorhang weg und sehe eine Wolkenwand auf uns zukommen. Die Monsunzeit kündigt sich an.
    Wir machen wieder die Augen zu. Es dauert... Man muss sich erst an die klatschenden Blätter gewöhnen. Es wird eine unruhige Nacht und wir schlafen fast 10h.
    Als wir aufwachen wirkt alles so als wäre nichts gewesen. Es ist noch heißer...
    Ich trage immer noch meine grünes Kleid. Alle anderen Sachen sind einfach zu heiß. Wir müssen wohl shoppen gehen...
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  • Unsere erste Kokosnuss und Jackfrucht

    9. Oktober 2018 in Indonesien ⋅ ⛅ 28 °C

    Ralf sagt sie schmeckt wie Nimm2. Ich denke eher an fruchtige Gummibärchen. Wir brauchen keinen Süßkram mehr. Ab jetzt bin ich großer Fan von Jackfrucht.
    Ralf kugelt neben mir her als wir vom Schnorcheln nach Hause laufen. Er fühlt sich, wie nach dem Weihnachtsessen bei Familie Müller... Heute waren es aber 3 Kilo Früchte.
    Mein Highlight: eine Kokosnuss trinken. Es ist mein erstes Mal und es ist unglaublich lecker. Es schmeckt fruchtig, etwas säuerlich aber eher mild. Ich finde kein Vergleich. Die Kokosnuss ist so schwer, dass ich sie kaum anheben kann. Anders als erwartet, aber super lecker!
    Außerdem fällt mir auf, dass einige Gastronomen Bambus-Strohhalme nutzen. Sehr gut. Das ist ein Anfang. Bali hat nämlich ein sehr großes Plastik-Müllproblem. Bisher wurden wir noch verschont von Müllstränden, sobald der erste Regen einsetzt, wird die Wahrheit angespült. Wir haben es beim Schnorcheln gesehen und einige Verpackungen rausgefischt.
    Amed ist ein guter Ort um alleine zu entspannen. Heute hatten wir den Strand fast nur für uns. Trotzdem sind wir bereit weiter zu fahren. In zwei Tagen geht es nach Candi Dasa.
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  • Sonnenaufgang

    10. Oktober 2018 in Indonesien ⋅ ⛅ 25 °C

    5.45 Uhr. Zwei Hähne schreien im Chor und kündigen den Tag an. Die Sonne geht in Amed auf. Touriführer sagen, hier gibt es den schönsten Sonnenaufgang der Insel.
    Nagut dann legen wir uns nach draußen. Der Hahn steht eh gefühlt neben unserem Bett.
    Am Horizont sind schwarze Punkte zu erkennen. Es sind die Fischer. Bald werde sie mit ihrem Fang zurück kommen.
    Das Wasser ist heute ganz ruhig und schenkt uns den Moment. Es ist kitschig. Es ist wunderschön. Ich mache viele Fotos, kann das Farbenspiel aber nicht gut einfangen. Ralf begleitet den Sonnenaufgang mit geschlossenen Augen. Ist ihm wohl etwas zu früh.
    Die Sonne steigt immer höher. Gleich wird es zu heiß werden für unsere Position.
    Während ich mich so bewege, spüre ich ein Brennen. Mist, hab ich mir beim Schnorcheln den
    A...llerwertesten verbrannt. Gut, dass ich Ralf gestern einen Vortrag übers richtige eincremen gehalten habe.
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  • Ein Abschied und eine neue Unterkunft

    11. Oktober 2018 in Indonesien ⋅ ⛅ 31 °C

    Madi steht vor der Tür. "Mister Ralf?" fragt er in unsere Bungalow. Er ist mir sofort sympathisch. Er hat was ehrliches, was liebenswürdiges. Aber vielleicht wünsche ich mir das auch einfach für die Fahrt. Ich bin etwas nervös. Warum weiß ich auch nicht so genau. Mein Magen ist grummelig und ich hoffe die Autofahrt wird kein Horrortrip. Ralf fühlt sich nicht so wohl und meine Reisekrankheit kommt oft schnell und ohne Vorwarnung. Deswegen schmeiß ich mir eine Tablette ein und zieh meine Seabands über die Handgelenke. Wir verabschieden uns vom Meer und machen uns auf den Weg nach Candi Dasa.
    Die Autofahrt ist verrückt. Niemals sollte man hier Auto fahren. Die Mopeds quetschen sich zwischen Autos und Lkws vorbei und ich zucke jedes Mal zusammen. Aber Madi fährt toll. Er fährt ruhig und drängelt nicht. An Reisfeldern vorbei durch kleine Dörfer fahren wir 28km. Ein Mann mit Moped transportiert kleine Fische in Plastiktüten und ich komm aus dem Staunen nicht mehr raus. Einen Augenblick vergesse ich wie schrecklich das ist und lache über das Schauspiel. Es ist für die Kinder in der Schule. Damit sie die Fische kennenlernen.
    Madi erzählt uns wie der Vulkan vor Jahren ausbrach und der komplette Osten dicht gemacht wurde. Außerdem bittet er uns, nicht über booking.com zu buchen. Durch die ganzen Abgaben bleibt den Unterkunftbesitzern am Ende sehr wenig.
    Er erzählt viel und stellt Fragen. Nicht aufdringlich. Er besitzt Reisfelder und hat 2 Söhne und eine Tochter. Er wirkt sehr stolz auf sein Land und seine Insel. Madi ist großartig und ich bin sehr dankbar ihn als Fahrer zu wissen.
    Bisher ist jeder hier den wir kennengelernt haben, Fahrer + Handwerker +Warungbesitzer usw. Hier hat man mehrerer Jobs. Aber trotzdem irritiert mich, dass hier jeder seine Fahrkünste ungefragt anbietet.
    Bei Madi ist es irgendwie anders. Wir kommen in unserer neuen Unterkunft "Jipun Didulu" an und sind nun eingeladenene Gäste auf der Hochzeit von Madis Sohn in 11 Tagen.

    Die "Jipun Didulu" liegt nicht am Meer, doch wir haben einen kleinen schönen Pool. Um uns herum sind unglaublich viele Blumen und alles ist schön bewachsen. Wir werden mit einer Blumenkette und einem kalten schwarzen Tee begrüßt. Ich fühle mich gleich willkommen.
    Ralf legt sich sofort ins Bett. Sonnenstich vermute ich. Das bekommen wir hin, wenn ich mich mit eines auskenne ist es Sonnenstich.
    Während Ralf schläft lerne ich Anja am Pool kennen. Sie ist allein unterwegs seit nicht ganz 3 Wochen. Es ist spannend zu hören wo sie alles war und freue mich noch mehr auf unsere Reise. Sind findet uns großartig - Weltreise etc. aber irgendwie fühle ich mich garnicht so. Die Kategorie Weltreisende passt noch nicht zu mir und so bin ich eher viel neugieriger was sie schon alles erlebt hat.
    Während ich das hier schreibe, kackt mich doch wirklich ein Geko an und erfahre, dass es in der Nacht ein Erdbeben nordwestlich von Bali gab. Wir haben alles verschlafen. Der Osten hat nichts gemerkt.
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  • Malaria & Co.

    11. Oktober 2018 in Indonesien ⋅ ⛅ 29 °C

    (Vorweg: Uns geht es gut und wir sind gesund!)

    Ralf sein Zustand verbessert sich nicht. Das Thermometer führt uns an der Nase herum. Es springt von 37,8 auf 38,4 und wieder zurück. Er hat Kopfschmerzen und fühlt sich jetzt richtig unwohl. Ich glaube immer noch an einen Sonnenstich, aber ich bin auch keine Ärztin.
    Also wird nicht lang gefakelt. Ich atme einmal tief ein und funktioniere wie ein Roboter. Ab zur Rezeption. Denen mit meinem Englisch und ihrem Englisch klarmachen, dass wir einen Arzt brauchen. Dann steht Madi auf der Matte. Ich sehe er hat einen Helferinstinkt und fährt uns zu einem besseren Hospital. "International & good english" sagt er.
    Dann sitzen wir im Wartebereich. Der Raum ist einfach eingerichtet. Alles ist einfach eingerichtet. Das Hospital entpuppt sich als eine Art Arztpraxis mit Notaufnahmebereich und zwei Ärzten. In der Ecke hängt ein Fernseher in dem das Musikvideo von Depeche Mode "people are people" läuft. Vielleicht ist hier die Zeit stehen geblieben? Ralf darf sich hinlegen, weil er kaum sitzen kann. Der Arzt kommt und ist sehr gewissenhaft und freundlich. Mit einem Hämmerchen schlägt er auf Ralfs Arme und Knie. Vielleicht ist hier die Zeit stehen geblieben?
    Diagnose: Kein Malaria (ist auf Bali wohl sehr unwahrscheinlich), es könnte ein Virus sein oder Dengue Fieber. Okay... Wenn er mit vielen blauen Flecken aufwacht, sollen wir schnell wieder kommen. OKAY...
    Wir bekommen Paracetamol und was gegen Übelkeit.
    Der Ablauf stockt etwas. Die Praxis ist an einer Straße und die Arzthelferin und ich schreien uns an um uns zu verstehen. Doch es klappt alles. 50 Euro + Tranfer kostet uns dieses Erlebnis und wir sind sehr gespannt, wie unsere Reisekrankenversicherung (STA Travel) reagiert...
    Auf dem Weg zurück kaufe ich zwei Beutel Orangen für 90.000 Rupiah. Ich glaube ich wurde wieder abgezockt. Aber das ist mir egal.
    Wieder in "Jipun Didulu" angekommen drück ich Ralf eine Orange und die Tabletten gegen Übelkeit in den Mund. Zwei Sekunden danach ruft er übern Klo nach Ulf. Ob die Tabletten so gedacht waren?
    Doch es geht ihm dadurch besser und er schläft ein.
    Ich sitze mit Anja zusammen und genieße noch den Abend mit Nasi Goreng und kaltem Wasser.
    Am nächsten Morgen geht es Ralf viel besser. Keine blauen Flecken: "Ich hab jetzt Hunger!" sagt er mit seinen Rehsaugen und wir starten den Tag mit Ananas und Omelettes.
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  • Die Wahrheit der Jackfrucht

    13. Oktober 2018 in Indonesien ⋅ ⛅ 28 °C

    Ich schau um die Ecke und sehe einen weißen Gorilla. Neben ihm ist ein Käfig und darin befindet sich ein riesen großes Wesen mit dem Körper eines Affen und dem Kopf eines haarlosen Büffels. Es schaut mich an: "muahhhh."
    5.30 Uhr reiße ich die Augen auf. "Muahhhh." Ich hab das Gefühl neben meinem Bett steht eine Kuh oder etwas ähnliches. Es ist einer tiefer, röhrender Ton. "Was ist das?" frage ich Ralf. Er meint, einige Käfer machen solche Geräusche oder es ist eben einfach nur eine Kuh. Der Käfer ist unerbittlich. Kein Schlafen mehr möglich.
    Nagut. Wir freuen uns eh auf den Tag. Heute machen wir einen Ausflug. Beim Aufstehen merke ich schon, dass mir etwas schummrig ist. Erstmal den Kreislauf in Gang bringen...
    Nach dem Frühstück (Omelette und Früchte) fahren wir mit Madi und Anja ins Tenganan Dorf. Es ist das älteste Dorf der Insel. Hier ist die Zeit stehen geblieben, wenn man die westliche Toilette (mit Schöpfkelle) am Eingang übersieht. Im Dorf leben knapp 750 Menschen in 250 Familien. Jeder hat seine Aufgabe und sie leben alte Traditionen. So darf eine Ehe niemals außerhalb des Dorfes geschlossen werden, sonst wird man verbannt. Die Gesetze sind streng und die Männer verteidigen ihre Ehre bei Kämpfen mit scharfen Blättern bis sie bluten. Obwohl das wohl freiwillig ist. Wir sind allein dort und genießen es, das Dorf fast für uns zu haben.
    Danach fährt uns Madi zum Katzenkaffee. Ja genau.. Der Kaffee den die Katzen fressen, ausscheißen und den wir dann trinken. Außerdem handelt es sich um eine Bienenfarm. Bali besitzt zwei Arten an Bienen. Die einen ähneln unseren sehr, die anderen sind schwarz und besitzen keinen Stachel. Die Honigwaben erinnern an getrocknete Pflaumen und der Honig schmeckt fruchtig und sanft.
    Die Farm ist spannend und unser Guide ist toll. Sie spricht sehr gut englisch und ist wunderschön. Während wir Kaffee, Tee und Honig verkosten, geraten wir in einen Plausch und lachen über Sprachen und Geschmäcker und Katzenkacke (die übrigens nicht so aussieht, weil es auch eigentlich keine wirklichen Katzen sind).
    Dann geht es zum Lempuyang Tempel. Auf den Weg kommt die Reisekrankheit. Ich wusste, dass heute kein guter Tag zum Auto fahren ist. Ich bin sehr konzentriert und wir kommen an. Als wir aussteigen ist mein Kreislauf ganz runter. Okay... Jetzt brauch ich Adrenalin. Madi erklärt uns, dass es weiter mit Trucks auf den Berg geht. Okay.. Ich hätte nicht zu sehr nach Adrenalin schreien sollen. Es kommt schneller als bestellt. Innerhalb von 5 Minuten sitzen wir auf dem Truck und peitschen gefühlt mit 100 Sachen die Serpentinen hoch. Oben angekommen bin ich nur am Zittern. Das war etwas zu viel Adrenalin. Meine Intuition sagt mir ich brauche was Salziges und Cola. Ich gebe Ralf ein Zeichen. Kurz danach knabbern wir Süßkartoffelchips und scharfe Peanuts. Binnen 5 Minuten geht es mir besser. Als wäre nichts gewesen. Puh...
    Der Tempel ist wunderschön und wir verzichten darauf 1h mit 100 anderen Touristen anzustehen um das beste Instagramselfi zu bekommen. Für uns geht es weiter nach oben. Wir wollens wissen. Schweißnass erfahren wir nach 30 Minuten, dass es noch 2h zum nächsten Tempel dauern würde. 2h nur Treppen nach oben. Abbruch!
    Ich hatte Anja von der leckeren Jackfrucht erzählt (Nimm2 und Gummibärchen) und sehe sie auf dem Weg nach unten bei einem Stand liegen. "Die lassen wir uns aufschneiden." sagt Ralf.
    Die Kapseln sind etwas heller, als in meiner Erinnerung, aber das liegt wohl an der Reifezeit. Denke ich zumindest. Anja beißt in die Kapsel. Ihr Gesicht ist etwas irritiert. Mm? ... mag sie keine Gummibärchen? Sie reicht mir ihr Stück. Als ich mit der Nase näher komme, ist es schon zu spät, sie ist in meinem Mund! KOTZEFRUCHT! Ohhh mein Gott wie widerlich. Wie unglaublich widerlich. Die indonesischen Frauen lachen über die drei Weißen die angewidert und hilflos versuchen die Reste aus ihrem Mund zu bekommen. Ich komme aus dem Lachen nicht raus und muss einen Würgereiz unterdrücken. Widerlich. Als Wiedergutmachung schenken uns die Frauen eine Banane und eine Mangosting. Unsere Rettung. Bis nach unten haben wir noch mit dem Geschmack zu kämpfen. Die Gummibärchen-Frucht heißt Schlangenfrucht und ich hab mich da wohl vertan.
    Danach fährt uns Madi zur Chocolate Factory, wo wir dann endlich unser Instagramfoto auf der Schaukel bekommen. Ich mache eine wunderbare Figur mit Kleid in der Arschritze und so endet der Tag mit viel Lachen am Pool.
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  • Abschied von Jipun Didulu

    15. Oktober 2018 in Indonesien ⋅ ☀️ 28 °C

    Wir verabschieden uns von Candi Dasa und unserer Unterkunft "Jipun Didulu". Anja entscheidet sich noch einen Tag mit uns mitzureisen und wir wählen die gleiche Unterkunft.
    Abschied und Fazit:
    Jipun Didulu war wunderschön. Candi Dasa hat mich nicht überzeugt. Klein, etwas touristisch aber ohne Seele und sehr ruhig. Wir hatten trotzdem unsere kleinen Abenteuer zum Beispiel im ersten einheimischen Warung, wo wir typisches frittiertes Hühnchen mit Tomatensoße gegessen haben. Ich musste schon ziemlich über meinen Schatten springen. Die Einheimischen waren sehr überrascht und erfreut über unseren Besuch. Das Essen war wirklich einfach und gut, und manchmal darf man sich die Küchen eben nicht genau anschauen. (Es gibt eine Regel: Alles muß lange und komplett durchgebraten sein!)
    Genauso habe ich es mir vorgestellt. Wir wollen nicht nur touristisch unterwegs sein, sondern in das Leben der Einheimischen eintauchen.
    So gingen wir auch irgendwie davon aus, dass man uns das doch ansehen muss. Falsch gedacht. Wir sind weiß und typische Touristen. Was wollen typische Touristen? Madi hatte eine klare Vorstellung als wir ihn eines Abends darum baten uns zu einem Restaurant seiner Wahl zu fahren. Er sagte, dort gäbe es das beste Essen. Ich freute mich auf tolle typische, indonesische Küche in einem gemütlichen Warung am Strand.
    Wir fuhren auf einen Parkplatz eines Hotels. Als ich Anja anschaute ahnten wir beide schon was jetzt auf uns zukommen würde. Wir wurden durch ein Foyer in den Restaurantbereich geführt. Die Tische hatten weiße Tischdecken und Stoffservietten. Alles strahlte edlen Kitsch aus. Unser Tisch war direkt auf der Terrasse am Strand und wir schauten Madi mit großen Augen an als er uns verließ um im Auto auf uns zu warten.
    Er meinte es komplett ernst. Wollen das Touristen?
    Wir mussten laut loslachen, als wir saßen. Von der Terrasse ging ein Steg aufs Meer und mitten auf dem Steg in der Mitte, wo er nochmal horizontal verlief strahlte uns ein riesiges, weißes Herz an. Sowas hässliches hatte ich echt noch nie gesehen. Wir wusste ja das Madi im Hochzeitwahn war, aber das war zu viel. Ich konnte mich bis zum Hauptgang nicht einkriegen. Ist es das was Touristen wollen?

    Wir verabschieden uns um 9.00 von Jipun Didulu um 2 Stunden weiter Richtung Süden nach Sanur zu fahren. Ich freue mich auf Sanur. Es soll sehr touristisch sein, aber eine tolle Strandpromenade haben. Außerdem haben wir ein Schnäppchen-Hotel mit Anja gebucht, was gut liegt und sehr viel verspricht.
    Na, wenn wir uns da mal nicht zu früh gefreut haben...
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  • Sanur und der Tourismus

    15. Oktober 2018 in Indonesien ⋅ ⛅ 31 °C

    Von Candi Dasa nach Sanur fährt man ungefähr 2,5h.
    Ich bin gespannt auf unsere Unterkunft. Diesmal das Hotel Yulia 1. Das Hotel hat einen Vogelpark und verspricht ein paar Gehminuten zum Strand.
    Als wir ankommen ist es laut und stickig. Yulia befindet sich mitten im Zentrum. Das Hotel ist richtig eingekästelt zwischen Shops und anderen Unterkünften. Durch einen langen Gang gelangen wir in einen Hof. Der Hof ist eng und grün bewachsen. Die Hotelzimmer liegen eng an eng um den Pool herum. Auf den ersten Blick ganz ok. Die Vögel befinden sich in Käfigen was mich stört. Irgendwie habe ich Vogelpark anders interpretiert.
    Wir betreten das Zimmer und ein schrecklicher Geruch schlägt uns entgegen der aus dem Bad kommt. Das Zimmer ist klein und dunkel (14 Euro/Nacht). Erste Reaktion: erstmal wieder raus und ab an den Pool. Dort warten Anja und ich auf Ralf, der uns Boottickets für den nächsten Tag besorgt. Unsere Intuition ist genau richtig. In Sanur wollen wir maximal eine Nacht verbringen.
    Als Ralf vom Hafen kommt ist die Laune im Keller. Von der Oase in den Rummel. Das ist etwas zu viel. Anja gönnt sich etwas Beauty und wir erkunden Sanur.
    Zu Sanur können wir nur wenig sagen: sehr touristisch, sehr voll, sehr laut. An jeder Ecke wird man angebrüllt, ob man ein Taxi oder eine Massage braucht. Einmal halte ich zu lange Augenkontakt und zwei Balinesinnen folgen uns fast 500 Meter um uns in ihren Souvenirshop zu ziehen.
    Die Rettung ist ein Warung am Strand, wo wir das bisher beste Nasi Goreng essen.
    Wir treffen wieder auf Anja und machen es uns in einem Café am Strand gemütlich. Zu unserem Glück gibt es glutenfreien Kuchen in sämtlichen Sorten und der Tag ist für Ralf gerettet.
    Mein Highlight in Sanur kommt am Abend - der Nachtmarkt. Dort gibt es viel zu entdecken und ausgefallene Essenstände, wo die Einheimischen gerne essen gehen. Ich esse einen Mahi-Mahi-Fisch, Ralf gönnt sich Tintenfisch und Anja genießt einen roten Fisch, dessen Name ich vergessen habe. Als zweiten Gang gönnen wir uns Garnelen. Alles wird frisch neben uns auf dem Grill zubereitet. Kosten pro Person für Essen und Getränke an diesem Abend: 4.00 Euro. Jop vier Euro und keine Magenprobleme. Es war wirklich sehr lecker.
    Nach einer schrecklichen Nacht, verlassen wir das Hotel sehr früh am Morgen um am Hafen mit einem Speedboot nach Nusa Penida überzusetzen.
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  • Nusa Penida - Unser Bali?

    16. Oktober 2018 in Indonesien ⋅ ⛅ 28 °C

    Wir werden mit dem Taxi von Yulia 1 zum Hafen gebracht. Das Großraum-Taxi rechnet nicht mit unseren großen Rucksäcken und so schaffen wir es nur mit viel quetschen und ziehen den Kofferraum zu schließen. Der Taxifahrer ist nicht sehr erfreut. Das fängt ja gut an. Ralf bereitet mich auf Menschenmassen am Hafen vor. Doch um 8 Uhr schläft halb Sanur noch oder hängt am all inklusiv Buffet, sodass sich die Massen aushalten lassen. Von "Hafen" kann auch nicht unbedingt die Rede sein. Es sammeln sich einfach ein paar Speedboote im Wasser. Nachdem wir unsere Rucksäcke abgeben und diese im Gewühle verschwinden, laufen wir Richtung Boot. Am Strand sehe ich, wie Ralfs Rucksack aufs Boot gehieft wird. Da pusten sogar die Indonesier. 22 Kilo sind nicht ohne.
    Schuhe aus und ab ins Wasser. Als ich etwa Oberschenkel tief im Wasser stehe kann ich aufs Boot steigen. Irgendwie lustig und abenteuerlich. Es ist eh so heiß, dass die Hose schnell wieder trocknen wird.
    40 Minuten später ankern wir auf Nusa Penida. Ohne Kotzen und flauen Magen, dank Seabands.
    Unser Fahrer wartet bereits am Parkplatz und schreit in die Menge meinen Namen.
    Gede, der Besitzer von den Timbool Bungalows, holt uns persönlich ab und zeigt uns sehr höflich unsere Unterkunft für die nächsten 3 Tage. Mir gefällt alles auf Anhieb. Die Insel sieht weniger touristisch aus und alles hat noch einen eigenen Scharm. Wir machen uns direkt los um zu Fuß die Umgebung zu erkunden und ein Frühstück zu essen. Nicht weit von den Timbool Bungalows, direkt am Meer landen wir im 'Penida Colada'. Ein gemütliches, hippi Café/Bar/Restaurant mit der richtigen Einstellung: "Sammle eine Tüte Müll am Meer und erhalte einen Kaffee gratis." Die ganze Insel geht bewusster mit dem Müllproblem um. Was nicht heißen soll, dass sie keines haben. Wir beenden den Tag mit einem Spaziergang am Strand und Nasi Goreng im "Nextlevel". Morgen geht es auf eine ganztägige Inselrundfahrt. Mal schauen, welche Ängste wir da überwinden müssen...
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  • Nusa Penida - Inseltour Teil 1

    17. Oktober 2018 in Indonesien ⋅ ⛅ 28 °C

    Wir starten um 8 Uhr Richtung Wasserfall-Tempel. Wir haben uns gegen Moped entschieden. Die Straßen auf der Insel sind sehr kaputt und wir haben keine Lust auf einen Unfall. Also buchen wir unseren Fahrer 'Gusto' . Er nimmt seinen Neffen mit, den er liebevoll 'Captain Morgen' nennt. Beide sprechen sehr schlecht Englisch. Das macht aber nichts. Captain Morgen hängt sein Handy ans Radio und schon düsen wir mit balinesischen Pop-Trance-Elektro über die Insel. Wir sitzen in einem schwarzen Jeep ohne Sicherheitsgurte und werden später noch feststellen, dass das genau das richtige Fahrzeug für unseren Trip ist.
    Vorbei an vielen Dörfern, fahren wir immer weiter bergauf. Die Straße ist eine Spur breit und vor jeder Kurve wird heftig gehupt. Hier gibt es keine Schilder oder Regeln. Nur eine wichtige Sache: wenn gehupt wird kommt was von hinten oder vorne. Dann bleibst du auf deiner Seite (linksfahrgebot). Und so kommen wir am Wasserfall-Tempel an. Für 20.000 Rupiah leihen wir zwei Sarongs. Das sind breite Schals, die zum Rock gebunden werden. Jeder, ob Frau oder Mann, darf nur mit Sarong einen Tempel betreten. Zwei Männer weisen uns den Weg. Einmal um die Ecke und schon befinden wir uns an einem schmalen Weg der am Berg nach unten führt. Wir laufen auf eine Treppe zu. Nach der achten Stufe sehe ich nicht das es weiter geht. Sie liegen am Überhang. Tja mit Höhenangst geht da garnichts. Neben der Treppe steht ein Schild: "Woman on period. Do not enter." Und schon habe ich eine Ausrede oben zu bleiben.
    Ralf macht sich für den Abstieg bereit.
    30 Minuten später sehe ich ihn wieder. Schweißnass. Der Tempel wurde in einer Brandung in die Felswand eingeschlagen. Und die erste Treppe sei wohl nicht die schlimmste gewesen. Hatte ich einen richtigen Riecher. Auch wenn ich es dreimal versucht habe während Ralf weg war, aber Stufe 9 habe ich nicht geschafft. Und so bin ich noch recht entspannt während Ralf und Captain Morgen neben mir hecheln.
    Weiter geht es Richtung Klingkling Beach. Hier ist schon mehr Verkehr und die Touris klettern auf Bäume und gehen bis zum Felsrand um ein gutes Selfie zu bekommen. Trotzdem ist die Aussicht großartig. Wer sich traut läuft auf dem Klingkling runter zum Strand. Die Einheimischen raten aber davon ab. Der Weg ist steil und nicht gut gesichert. Von weiten sehen wir wie die Touris sich auf dem Weg sammeln und weder vorwärts noch rückwärts kommen. So muss es auf dem Mount Everest sein. Erinnert mich an eine Doku die ich letztens gesehen habe. Wir haben unsere Fotos und machen weiter zum Billerbong Beach...
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  • Nusa Penida - Inseltour Teil 2

    17. Oktober 2018 in Indonesien ⋅ ☀️ 30 °C

    ... Es geht weiter Richtung Billerbong und Brokenbeach. Auch hier tummeln sich viele Touris. Es ist aber so weitläufig hier, dass sich alles gut verteilt. Wir fühlen uns ganz klein neben dem Naturschauspiel. Die Wellen krachen nur so gegen die Brandung, sodass man glauben könnte sie bricht bald. Man muss es selbst gesehen haben. Die Bilder halten es nicht wirklich fest. Ralf genießt ein paar gebackene Bananen, die wie wir finden, die besten bisher sind.
    Nun geht es weiter zum Crystal Bay. Die Straßen sind auf diesem Teil der Strecke wirklich extrem zerstört. Wir springen nur so hinten auf unseren Sitzen hoch und runter, während Withney Houston zu Elektrobeats singt.
    Der Crystal Bay ist unglaublich schön. Captain Morgen und Gusto versprechen uns aber einen besseren Strand und so heißt es nun klettern. Ich bin garnicht so glücklich darüber. Meine Birkenstocks sind extrem rutschig und der Pfad am Hang sehr schmal. Meine Laune verschlechtert sich als Ralf und Captain nur so neben mir her tänzeln und ich immer halb im Gestrüpp sitze um nicht zu weit außen zu laufen. Der 10-minütige Weg lohnt sich.
    Wir kommen an einem Strand an, der fast menschenleer ist. Ralf springt in die Wellen. Mir sind die Strömungen zu stark. Noch kann ich meinem Arm nicht so viel zumuten.
    Es ist wunderschön und beängstigend. Einmal stehe ich kurz, weil Ralf rausgezogen wird. Er sagt mir später, dass er ziemlich kämpfen musste. Ich dachte er hätte sich zwischendurch treiben lassen. In Wirklichkeit ist er die ganze Zeit gegen die Strömung geschwommen. Aber die Wellen tragen ein wieder zum Strand. Und dann kommt mein erstes Highlight an diesem Tag: Eine Schildkröte guckt mit ihrem Kopf aus dem Wasser und lässt sich von den Wellen treiben. Ein toller Moment.
    Das zweite Highlight kommt, als wir zurück sind am Crystal Bay und dort eine hindu-Zeremonie abgehalten wird. Absoluter Gänsehaut-Moment. Wir versuchen nicht zu oft die Kamera zu heben um den Moment zu genießen und nicht zu zerstören. Obwohl man ihnen anmerkt, dass sie Kameras gewohnt sind und sich nicht stören lassen.
    Der Tag endet mit einem Sonnenuntergang am Crystal Bay und hinduistischen Klängen.
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  • Nusa Penida - Abschied

    19. Oktober 2018 in Indonesien ⋅ ☀️ 28 °C

    Nach unserem Ausflugstag verbringen wir noch einen ruhigen Tag im 'Penida Colada'. Ich will arbeiten und endlich mal den Laptop aufklappen. Doch Nusa Penida hat andere Pläne. Erst kein WLAN. Dann Stromausfall auf der ganzen Insel. Nagut. Dann muss ich eben chilln. Also futtern wir uns durch die Karte und gucken aufs weite Meer. Zwischendurch schaffen wir es irgendwie eine Unterkunft auf Bali in Ubud zu buchen und unsere Abreise mit Speedboot für den nächsten Tag zu organisieren.
    Zum ersten Mal bin ich etwas traurig, dass wir einen Ort verlassen. Nusa Penida ist unser Bali. Alles hier hat uns gefallen. Unsere Unterkunft: Timbool Bungalows können wir nur empfehlen. Noch ist Nusa Penida nicht so touristisch überrannt. Wenn die Insel weiter daran arbeitet sich treu zu bleiben, könnte sie es schaffen. Überall entdecken wir Hinweisschilder und Graffitis, wo auf den Erhalt der Natur hingewiesen wird. Das ist ein Anfang.
    Bali hat sich (laut unserer Einheimischen-Quellen) so verändert, weil viele ausländische Investoren die Insel nach und nach aufkaufen. Die Balinesen sind dafür zu arm. Nusa Penida ist noch ärmer. Wollen wir hoffen, dass die Insel erstmal noch uninteressant bleibt und die Einheimischen es selbst schaffen kleine Unterkünfte, wie das Timbool aufzubauen.
    Fazit: Wir kommen wieder!
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  • Ubud - eine Kleinstadt voller Gegensätze

    19. Oktober 2018 in Indonesien ⋅ ☀️ 28 °C

    Heute ist es sehr bewölkt. Das ist angenehm, weil es nun weiter nach Ubud geht. Mit dem Speedboot ankern wir, nach einer etwas wilderen Fahrt, wieder in Sanur. Mit dem Taxi geht es 23 km Richtung Ubud. Nach einer Stunde schmeißt uns der Taxifahrer auf einem Parkplatz raus. Der Rest muss gelaufen werden. Das ist gut. So bekommen wir einen ersten Eindruck von der Kleinstadt. Ubud ist bekannt aus dem Film "eat, pray, love " mit Julia Roberts. Aber schon viele Jahre vorher, sammeln sich hier Künstler und Esoteriker um sich inspirieren zu lassen. Vor einigen Jahren war Ubud nur unter den Backpackern bekannt. Heute ist es das Mekka für Yogis und Plauschtouristen.
    Wir müssen die Monkey Forest Road hinauf laufen um zu unserer Unterkunft Kartika zu gelangen. Und was der Name der Road verspricht, hält er auch: Affen. Überall wilde Affen. Sie balancieren über die Stromkabel und Dächer.
    Die Straßen sind voller Stände und Läden. Es ist touristisch, fühlt sich aber gleich anders an als Sanur. An jeder Ecke finden sich kleine und große Tempel und zwischen Designer und Yogiläden, sammeln sich balinesische Restaurants und Märkte. Ubud ist eine Synergie mit dem Tourismus eingegangen. Es prallen viele Welten aufeinander und reichen sich hier die Hand.
    Als wir im Kartika Homestay ankommen, werden wir herzlich begrüßt. Unser Zimmer ist schön und sauber. Und in den folgenden Tagen wird sich noch herausstellen, dass das Frühstück großartig ist. Es gibt einen großen Pool und wir haben eine Terrasse mit einem wundervollen Blick ins tropische Grün. Und das alles für 20 Euro die Nacht (inkl. Frühstück).
    Nachdem wir den Pool kurz testen, machen wir uns auf den Weg Ubud zu erkunden.
    Wir kommen nicht drumherum direkt Kleidung zu kaufen. Hier kann man nur in einen Shoppingrausch geraten.
    Am Abend landen wir in einem veganen Rohkostrestaurant und mit Bauchschmerzen im Bett. Ubud ist außerdem die Hochburg für Veganer und kulinarische Vielfalt. Das können wir aber auch in Berlin haben. Wir bleiben dann doch lieber beim einheimischen Nasi Goreng..
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  • Ubud und die Affen

    20. Oktober 2018 in Indonesien ⋅ ⛅ 28 °C

    Wir wollen mehr Affen sehen! Es ist noch recht früh und eine sehr hohe Luftfeuchtigkeit umgibt uns. Gestern Abend hatten wir unseren ersten tropischen Regen. Es schüttet dann einfach wie aus Eimern. Und am Tag danach ist alles leicht klamm. Das erklärt auch den Schimmel überall.
    Wir laufen die Monkey Forest Road runter und betreten nach einem Eintrittsgeld von 2,86 Euro pro Person den Affenwald. Großartig! Ein Regenwald mitten in einer Kleinstadt und alles voller Affen. Die Affen leben hier freiwillig. Wenn sie wollten könnten sie gehen. Tun sie aber nicht. Hier werden sie gefüttert und medizinisch versorgt.
    Es tummeln sich viele Touristen im Wald. Manchmal sind uns die Affen nicht ganz geheuer. Immer Brille festhalten, Affen nicht in die Augen schauen und keine Babys anfassen. Wir sehen, dass die Affen an uns gewöhnt sind. Aber hier ist ihr Territorium. Wenn sie etwas wollen, nehmen sie es sich auch. Und dann passiert es: schnapp. Ein Kind schreit.
    Während wir da sind werden drei Menschen gebissen. Der Mensch will hier einfach zu viel. Auch wenn sie Affen sehr umgänglich sind, sollte man sie nicht nerven. Und man spürt es. Diese leichte Unruhe, die entsteht bei den Affen, wenn die Menschen zu viel verlangen. Und dann zeigen sie wer der König im Dschungel ist.
    Es ist schön zu wissen, dass es den Affen hier sehr gut geht.
    Uns wird das aber zu viel und so verlassen wir den Wald und gönnen uns noch ein zweites Frühstück. Wir entscheiden im Laufe des Tages, dass wir noch einen Tag in Ubud ranhängen. Morgen geht es zum Kochkurs und übermorgen möchten wir eine kleine Wanderung machen....
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  • Ubud - Unser Kochkurs

    21. Oktober 2018 in Indonesien ⋅ ⛅ 25 °C

    Wir werden 8 Uhr bei unserer Unterkunft abgeholt. Ralf und ich sind müde. So langsam spüren wir das Reisen. Doch heute geht's zum Kochkurs und darauf freuen wir uns sehr.
    Nachdem der Kleinbus voll ist, fahren wir auf den Markt.
    Erste Station: der größte Markt in Ubud.
    Und er ist groß. Ab 5 Uhr in der Früh tummeln sich hier die Händler. Es gibt einen Bereich für Blumen, Früchte, Fleisch, Gewürze und Stoffe. Ganz so geordnet, wie es klingt, ist es aber nicht. Die Händler sitzen überall. Auf den Böden und Treppen. Es ist ein wildes und lautes Getümmel. Und wir lieben es. Es macht Spaß, kurz ein Teil davon zu sein. Auch wenn in Deutschland der Markt sofort vom Gesundheitsamt geschlossen werden würde. Uns stört das nicht. Wir probieren verschiedenste Früchte, die uns Made aufbricht. (Made ist in Indonesien der dritte männliche Name. Das heißt, wenn du als Dritter geboren wurdest, ist dein Name Made. Wir treffen somit auf viele Mades)
    Zweite Station: Die Reisfelder. Danach zeigt uns Made seine Reisfelder und erklärt uns etwas über indonesische Familien. Viele Kinder sind gut. Viele männliche Nachkommen sind besser. Das liegt vor allem daran, dass Söhne in der Familie bleiben und die Töchter zu der Familie ziehen in die sie einheiraten. Söhne kümmern sich um die Familie. Made hat 5 Brüder und 4 Schwestern. Mades Nachbar hat 16 Söhne und eine Tochter. Unglaublich fast 17 Jahre schwanger...
    Die Reisfelder sind wunderschön. An einigen Teilen wird er geerntet und zum ersten Mal sehen wir das Bali was wir gesucht haben.
    Weiter geht es zum Kochkurs. Die Köchin empfängt uns mit einem Zitronensaft. Sie ist laut und lustig. Man spürt, dass sie die Chefin ist. An der Wand prangt ein riesen Bild aus jungen Jahren von ihr. Sie hat viel Humor und begrüßt uns in ihrer Familie. Wer in ihrer Küche steht, wird zu einem Teil ihrer Familie. Sie ist großartig! Wir kochen 6 herzhafte Gerichte und 1 Dessert. Unsere Gruppe besteht aus 5 Australierinnen, 2 Spaniern und 6 Deutschen inkl. uns. Eine tolle Kombination. Wir lachen viel und haben Spaß bei der traditionellen Zubereitung. Glutenfrei ist kein Problem. Nur ein Gericht wird für Ralf minimal abgeändert.
    Wir kochen: Gado Gado (eine Peanutsoße mit Gemüse), Tempe in einer Art süßlichen Soße, Thunfisch in Bananenblätter, Bohnensalat, Curry mit Hühnchen, scharfe Sate-Spieße (Hühnchen) und als Dessert gibt es Kochbananen mit Palmzucker und Kokosraspeln. Alles ist so unglaublich lecker. Die Gewürze sind teilweise frisch. Was bei uns getrocknet in Tüten verkauft wird, wächst hier als Wurzel, die wir ins Essen reiben. Nicht alles ist scharf und jedes Gericht hat einen ganz eigenen Geschmack. Man kocht hier viel mit der Hand. Die Zutaten werden eher geknetet und mit der Hand vermengt, als sie zu verrühren. Leidenschaft. Ganz viel Leidenschaft und Energie geht davon auf. Und die Farben explodieren nur so beim Zubereiten. So ist das Curry erst noch Grau und leuchtet Sekunden später in einem tollen Gelb.
    Nach 4 Stunden rollen wir, vollgefuttert wie wir sind, zum Auto.
    Das war etwas viel Essen und so versacken wir erstmal auf unserer Terrasse.
    Morgen ist unser letzter Tag in Ubud und wir haben eine Wanderung geplant...
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  • Ubud - Wir finden unser Bali!

    22. Oktober 2018 in Indonesien ⋅ ⛅ 31 °C

    Grüne Reisterrassen. Tropische Wälder. Bunte Blumen. Und eine gewisse Bedachtheit und Gelassenheit. So haben wir uns Bali vorgestellt - in einer übertrieben romantischen Vorstellung.
    Doch genau das finden wir nach 20 Tagen auf Bali.
    Wir machen früh los. Heute noch zerdrückter als gestern. Mir klebt noch das Bett im Gesicht.
    Ein Fahrer, den wir am Tag zuvor gebucht haben, holt uns von unserer Unterkunft ab. Und bringt uns 10 Minuten später zum nördlichsten Punkt von Ubud. Nachdem wir eine Brücke überqueren, finden wir es: Bali.
    Ein Steinweg führt uns 2km, zwischen Palmen und tropischen Wäldern, parallel zu einem Fluss, bis zu den Reisfelder. Hier laufen die Uhren langsamer. Vereinzelte kleine Stände verkaufen Kunst und Stoffe. Ansonsten sehen und hören wir nur die Natur. Bei den Reisfeldern angekommen, nehmen wir uns eine Stunde Zeit in einem Lokal und trinken Melonen- und Bananensaft. Und dann geht es wieder 2km zurück, kurz vor der Mittagshitze, sind es trotzdem schon 34 Grad. Auch wenn wir schwitzen, macht uns die Hitze nicht mehr so viel aus.
    Huch. Ein Einheimischer wäscht sich im Fluss. Wir versuchen aus seinem Blickfeld zu gelangen, da wir keine Eindringlinge sein wollen.
    Als wir wieder auf der Hauptstraße sind, kehren wir in einem Café ein und klappen zum ersten Mal seit langem die Laptops auf. Blick ins tropische Grün. Der perfekte Moment.
    Den kompletten Rückweg laufen wir. Dann trennen wir uns. Ich geh zur Pediküre (meine erste in meinem Leben) und Ralf genießt einen Kaffee bei seinem lieblings Barista.
    Am Abend bestaunen wir in einem Tempel eine balinesischen Tanzaufführung. Wir sind viel zu früh da. Es könnte ja ausverkauft sein...
    Sie ist wunderschön und super anstrengend. Es ist ein lustiges Spektakel. 30 ältere balinesische Damen hämmern auf ihre Instrumente ein und lachen während der Aufführung. Als wären wir nicht da. Es könnte auch eine Probe sein. Die Tänzer sind toll gekleidet und bewegen sich fast roboterartig durch den Raum. Zwischendrin lachen die alten Damen wieder und wir wissen nicht, ob etwas ungeplantes passiert ist. Eigentlich könnten sie alles vorführen - wir haben ja eh keine Ahnung. Trotzdem macht es Spaß und am Ende sind wir froh, dass der Rausch der Klänge vorbei ist.
    Ein schöner Abschied von Ubud. Morgen geht es um 10 Uhr nach Canggu - unsere letzte Station auf Bali...
    (Wir sind jetzt Premium und können nun 10 Bilder hochladen :D)
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  • Canggu - schöne Toilette

    23. Oktober 2018 in Indonesien ⋅ ⛅ 30 °C

    Wir fahren weiter und verlassen Ubud. Das Wasser ruft. Ich will den Ocean wieder sehen. Unser Fahrer ist cool. Also wirklich cool. Wie aus dem Bilderbuch. Alter Toyota (mit denen wir übrigens lieber fahren, weil die mehr Feuer unter der Haube haben und das bei den Straßen hier viel angenehmer ist), orange Ledersitze, voll tätowiert und Bob Marley aus dem CD Player. Wir können uns Musik wünschen, aber nur von Bob Marley. Was anderes hat er nicht. Und so brausen wir mit 'Redemption Song' über die Straßen und ich denk an meine Mädels in Deutschland.
    Die Fahrt ist spektakulär. Naja eher der Fahrstil der Balinesen. Aus 2 Spuren werden einfach mal 6 und gefahren wird auf der Gegenfahrbahn, wenn eh gerade leer ist. Und aufs Moped passen ja mehr als 2 Personen und so werden 5-köpfige Familien, plus Hund, plus Reissack transportiert.
    Es wird wieder mal klar: kein Auto fahren auf Bali. (siehe Videos)
    Wir kommen in Canguu an und beziehen unsere Unterkunft im 'Mahamustika'.
    Dann laufen wir Richtung Strand und ab hier mache ich 4 Fehler:
    1. Fehler: Laufen bei Mittagshitze. Der Weg zum Strand ist viel länger als erwartet.
    2. Fehler: Kopfband vergessen.
    3. Fehler: Den Kopf nicht abgekühlt zwischendurch.
    4. Fehler: Am Abend essen wir rohe Shrimps (nie etwas ungekochtes essen).
    Und so hänge ich in der Nacht und am nächsten Tag übern Klo. Ich vermute Sonnenstich und der Shrimp. Gleiche Symptome, wie bei Ralf. Also heißt es abwarten und ausruhen. Ralf unterstützt mich heldenhaft als er mir zu Fuß Obst besorgt. Was hier nicht gerade einfach ist, da es keine Bürgersteige gibt und die Hunde hier sehr aggressiv in jede Ecke warten. Aber er kommt nach 1,5h wohlbehalten wieder bei mir an.
    Heute geht es mir schon viel besser. Wir haben bisher nicht viel gesehen. Der Strand ist sehr breit und wunderschön. Das müssen wir uns morgen nochmal genauer anschauen. Ansonsten kann ich nur sagen: schöne Toilette, die wir haben. :)
    (Ab jetzt gibt es zwischendurch auch mal Videos)
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  • Canggu - Super Sexy und Mega Hip

    27. Oktober 2018 in Indonesien ⋅ ⛅ 28 °C

    Wir verlassen 'Mahamustika' am Morgen und wechseln die Unterkunft innerhalb Canggu. Näher an den Strand, näher in die Hauptzone. Mahamustika war schön, aber um etwas zu sehen, muss man mit Moped fahren und dafür sind wir nach wie vor nicht bereit. Die letzten zwei Tage musste ich mich eh auskurieren. Super um einen Serienmarathon zu beginnen.
    ~
    Nach einer 10-minütigen Fahrt kommen wir im 'Lemon Guest House' an. Danach geht es direkt Richtung Strand. Unsere Straße hat wieder mal keinen Bürgersteig. "Fühlt sich an, als würden wir auf der Autobahn laufen." sagt Ralf. Wir gewöhnen uns immer mehr daran. Links laufen. Andersherum den Seitenwechsel sichern. Aber der Balanceakt ist für mich nach wie vor anstrengend. Am schlimmsten, wenn ein Hund uns den Weg versperrt und gleichzeitig ein PKW oder LKW 10 Zentimeter an meiner Seite vorbei donnert. Kopfsache. Alles Kopfsache. Und wenn ich nicht weiterkomme, nimmt Ralf meine Hand und hilft mir über die Straße.
    Der Weg zum Strand ist schön und wir bekommen einen Eindruck von Canguu. Der Reiseführer schreibt: Canggu ist das kleine Berlin.
    Jetzt wissen wir was er meint. Canggu ist wie die Simon-Dach-Str. mit Strand und Palmen.
    Naja und super durchtrainierte Surfer-Boys und Yoga-Girls. Mega heiße Surfer-Boys und Girls. Wir können unsere Blicke nicht abwenden. Faszination und Irritation. In den nächsten 2 Tagen fällt mir die Kinnlade noch mehrere Male runter, wenn ein Surfer-Girl mit offenen, gewellten Haaren, der Ansatz leicht blond von der Sonne gefärbt, mit weicher Bronzehaut und mega Busen an uns vorbeirennt mit ihrem Surfbrett. Alles klar. Hier sind sie: Sexbomben. Das schreibe ich nicht, weil ich neidisch bin. Es ist total faszinierend und spannend zu beobachten, wie Klischees erfüllt werden. Vielleicht ist es aber auch das Surfbrett. Jeder der es in der Hand hält, wird in diesem Moment super sexy...
    In Canggu kann man außerdem super gut essen. Wir essen zum ersten Mal etwas teurer. Das Menü würde in Berlin 70 Euro kosten, hier bezahlen wir 25 Euro.
    Und am nächsten Tag essen wir einfach wieder indonesisch für 1,80 Euro für gebratene Nudeln mit Ei und Hühnchen. Und dann trauen wir uns an Sushi und alles geht gut.
    ~
    Auch in Canggu treffen viele Welten aufeinander. Und so sitzen Einheimische den ganzen Tag am Strand in der prallen Sonne und verkaufen ihre Liegen für 2 Euro am Tag, während 10 Meter weiter, Thunfisch mit Senf-Vinaigrette serviert wird. Doch irgendwie herrscht hier mehr Harmonie. Alle sind sehr freundlich. Die Indonesier wirken mehr ausgeglichen. Zufrieden.
    Ich mag Canguu. Ralf ist es etwas zu hip. Ich kann darüber hinweg sehen. Mir gefällt der breite Sand-Strand, die kleinen Läden und die Bars. Canggu ist ein toller letzter Ort auf Bali...
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  • Canggu - vom anderen Stern

    31. Oktober 2018 in Indonesien ⋅ ☀️ 29 °C

    "Die gucken uns an, als wären wir Außerirdische." sagt Ralf. Verständlich. Warum sollten sich auch zwei Touris in einen einheimischen Warung verirren. Touris gehen hier nicht essen. Touris essen beim hippen Veganer nebenan.
    Seit Tagen laufen wir an dem Warung vorbei. Und Ralf kann nicht anders. Er muss da rein. Da wird irgendwas Süßes gebacken. Und ich bin gespannt auf die herzhafte Auslage.
    Also gehen wir selbstverständlich rein. Wir dürfen uns einen Teller nehmen und selbst auf tun. Das macht es einfacher. Die Mädels sprechen kein Wort Englisch. Vor uns liegen frittierte Fischköpfe, gewürztes Tempe, Currytofu, Fischeintopf, scharfe Chickenwings und vieles mehr. Von Kühlkette keine Spur. Ralf denkt, es würde nochmal warm gemacht werden. Für mich ist klar: das ist einfach ein Buffet. Wie es warm gehalten wird? Keine Ahnung. Vielleicht durch die Außentemperatur von 34 Grad.
    Kopf aus, Mund auf. Und... Es schmeckt großartig. Auch wenn wir den Fisch vermeiden. Es ist scharf. Teilweise sehr scharf. Mein Opa würde es lieben. Ich denke er könnte dadurch über den Reis hinweg sehen. Alles ist toll gewürzt und mit Kohl sowie Bohnen kombiniert. Eine totale Farbexplosion. Asiatische Hausmannskost. Dazu eine Cola. Mein Essen kostet 7.000 Rupiah. Das sind 41 Cent.
    Und dann bekommt Ralf seinen Nachtisch. Die drei Frauen sind immer noch etwas irritiert, als der große weiße Mann mit Vollbart sich auf die Küchlein stürzt, wie ein Kind. 'Cookies' nennen sie die halbmondförmigen Teilchen mit Schoko und Vanillefüllung. Die Cookies sind weich wie Milchbrötchen, nur ohne diese schnapsige Note. Das gute für Ralf ist: Weizen ist unerschwinglich für Indonesier. Sie backen ausschließlich mit Reis und Mais. Also werden in kürzester Zeit 6 Teilchen verdrückt. Und die drei Frauen lachen. Wir verabschieden uns und werden in den nächsten Tagen noch öfter mit großen Augen begrüßt, wenn Ralf seine Portion Cookies besorgt.
    Anstatt noch viel zu entdecken, haben wir endlich Lust den Laptop aufzuklappen. Ralf unterstützt mich bei einem Projekt und zum ersten Mal kommen wir in den Flow. Arbeiten 4 Tage hintereinander. Und am Nachmittag kühlen wir uns im Pool ab, der repariert wurde und jetzt wieder klar ist. Ich hatte mich schon gewundert, warum ich meine Füße nicht mehr im Wasser sehen konnte.
    Gestern Abend ging es dann zum Strand. Der schönste Sonnenuntergang der Insel, heißt es. Und das war er. Wunderschön.
    Heute ist unser letzter Tag. Morgen fliegen wir nach Malaysia - Kuala Lumpur und fahren mit den Zug auf die Künstlerinsel 'Penang'.
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  • Bali - Unser Fazit

    1. November 2018 in Indonesien ⋅ ⛅ 28 °C

    Gestern Abend sind wir noch eine Stunde unter dem Sternenhimmel im Pool geschwommen und haben überlegt, was unsere Highlights der letzten 30 Tage waren. Jetzt sitzen wir am Flughafen.
    Wie ist das Fazit über Bali?

    4 Wochen sind eine lange Zeit und trotzdem haben wir das Gefühl nicht alles gesehen zu haben. Dennoch haben wir einen Eindruck von Bali bekommen. Angefangen in Amed, wo der Strand steinig ist und sich viele Korallenriffe befinden, über das spirituelle und wuselige Ubud, bishin nach Canggu, wo der Strand sandig und breit ist und sich die Wellen perfekt brechen um Surfen zu lernen.
    Begonnen haben wir Bali mit einem wunderschönen Sonnenaufgang im Osten. Verabschieden tun wir uns von einem traumhaften Sonnenuntergang im Westen. Dazwischen lagen viele Abenteuer und einige Herausforderungen. Die größte Herausforderung für uns war der Verkehr. Auch wenn wir beide schon einige Länder bereist haben, kam uns der Verkehr hier am anstrengensten vor. Die Balinesen haben einen eigenen Fahrstil. Es gibt kein Links-vor-Rechts und nur wenig Ampeln. Man orientiert sich nie nach hinten, sondern immer nur nach vorne. Hupen bedeutet: Achtung ich komme. Nichts desto trotz sind hier alle höflich miteinander. Es wird nicht gemeckert. Drängeln ist nichts negatives. Damit macht man einfach klar, dass man vorbei will. Und einen Fußgängerweg gibt es nur selten. Der Sicherheitsabstand beträgt etwa 10 cm. Und so finden Fußgänger, Hunde, Katzen, Mopeds, Fahrräder, Autos und Lkws ihren Weg.
    ~
    Insgesamt haben wir uns Bali weniger touristisch vorgestellt. Der Tourismus hat hier gute und schlechte Seiten. Ohne Tourismus hätten wir kein Klopapier und warmes Wasser. Und wir müssten in sehr einfachen Unterkünften ohne Klimaanlage schlafen. Auch, wenn das mal geplant ist für die Zukunft, finde ich eine gute Unterkunft schon sehr wichtig.
    Außerdem empfand ich die Balinese zwar als sehr freundlich, aber auch distanziert.
    Man spürt eine Kluft zwischen Balinese und Touristen. Sie sind sehr nett und höflich, sind aber auch super irritiert, wenn man sich für sie interessiert.
    Der Tourismus kam hier sehr schnell. Und damit konnten nicht alle Orte auf Bali gut umgehen.
    Und ein Thema geht mir nicht mehr aus dem Kopf: Plastik. Das ist wirklich schlimm auf Bali. Es gibt kein gutes Abfallsystem und aufgeklärt scheinen einige Balinesen auch nicht zu sein. Das Plastik liegt überall. Und wenn der Regen kommt, wird es einfach ins Meer getragen. Unmengen an Plastik. Ein Anfang sind Bambus-Strohhalme. Viele gute Cafés nutzen sie anstelle von Plastik-Strohhalmen. Und auch so gibt es einige Bewegungen auf Bali, die in die richtige Richtung arbeiten. Ab Januar 2019 sollen Plastikbeutel verboten werden.
    Bisher reicht das aber noch nicht...
    ~
    Was wir beide geliebt haben war die Spiritualität der Balinesen. Jeden Morgen aufzuwachen und schon den Geruch von Räucherstäbchen in der Nase zu haben. Die Balinesen ehren ihre Götter immer und überall. Und das spürt und sieht man. Es war toll, das beobachten zu dürfen.
    Außerdem hat Bali eine wunderschöne Natur. Diese Farben, die Reisfelder und die Einfachheit in manchen Dingen, waren inspirierend. Und natürlich das Essen. Ich sehne mich zwar etwas nach Quark mit Kartoffeln, aber asiatisches Essen ist wirklich lecker. Ich könnte ewig weiter schreiben. Aber verkürzen wir die Sache etwas.
    ~
    Als wir gestern im Pool waren, haben wir eine Top der 10 tollsten Erlebnisse erstellt. Hier kommt sie:

    Top 10
    1# Abenteuer mit Anja - unsere erste mitreisende Begleitung. Und wir sind so dankbar, sie kennen gelernt zu haben.
    2# Nusa Penida - alles an dieser Insel war großartig und unser kleines Bali.
    3# Schnorcheln in Amed - weil es toll dort ist.
    4# Verkostung Tee & Katzenkaffee Candi Dasa - lustiger und schöner Moment mit einer Einheimischen.
    5# Kochkurs in Ubud - großartig!!!
    6# Das alte Dorf Tenganan - so ruhig und altertümlich, wir waren willkommen.
    7# Das verlassene Hotel in Ubud - abenteuerlich und nostalgisch.
    8# geheimer Strand auf Nusa Penida - der Moment mit der Schildkröte und der Strand war wie wir uns Bali vorgestellt haben.
    9# Wanderweg Ridgewalk in Ubud - Bali gefunden!
    10# Sonnenuntergang Canggu

    Top Unterkunft
    Jipun Didulu am Rand von Candi Dasa - weil man sich dort zu Hause gefühlt hat und wir Anja kennen gelernt haben.

    Und abschließend einige Bilder von der gesamten Reise. Jetzt geht die Reise weiter nach Malaysia!
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  • Kuala Lumpur - Malaysia Wir kommen!

    2. November 2018 in Malaysia ⋅ ⛅ 27 °C

    Von Denpansar fliegen wir 3 Stunden nach Kuala Lumpur. Der Flug ist super. Air Asia ist eine zuverlässige und gute Airline! Wir sitzen bequemer als bei EasyJet.
    Wir landen 20 Minuten früher als geplant. Nach der Landung bin ich ganz aufgeregt endlich in den Zug zu steigen. Der Flughafen ist 30 Minuten von der Hauptstadt entfernt. Aber daraus wird erstmal nichts. Es heißt: Anstellen. Visum Check. Und auch, wenn alles sehr geordnet voran geht, brauchen wir 1,5h um die Kontrolle zu durchqueren. Inklusive Fingerabdruck weiß Malaysia jetzt, dass wir im Land sind. Da wir Deutsche sind, dürfen wir sogar 3 Monate ohne Visum einreisen. Dieses Privileg haben nur Deutsche, Schweizer und Österreicher.
    Nachdem wir dann auch unser Gepäck gefunden haben, gehen wir zum Schalter und kaufen uns ein Bahnticket zum Hauptbahnhof. Schon ab der ersten Minute fühle ich mich super wohl. Während Ralf auf der Toilette ist, verwickelt mich ein Malaysier in ein kurzes Gespräch. Er war 2004 für 6 Monate in Stuttgart und wünscht uns eine tolle Weiterreise. Mit dem Zug fahren wir an Palmen-Wälder vorbei. Alles ist super saftig und grün.
    Am Hauptbahnhof angekommen fällt uns eines sofort auf. Malaysia ist zu einem großen Teil muslimisch. Viele Frauen tragen eine Kopfbedeckung oder sind komplett verschleiert.
    Und dann stehen wir da. Zwei Weiße, die rumrennen wie Schildkröten und nicht wissen wo oben und unten ist. Und wieder werden wir super freundlich und offen unterstützt. Unaufgefordert wird uns Hilfe angeboten.
    Nach 20 Minuten finden wir unser Hotel. Das Zimmer ist winzig, doch super sauber und irgendwie gemütlich. Wir sind direkt am Hauptbahnhof und im indischen Viertel. Also gehen wir natürlich zum Inder. Natürlich sieht das Restaurant nicht aus, wie die Inder bei uns. Es ist eher ein weißer Raum mit Plastikstühlen. Großstadtfeeling pur. Und der Inder scheint beliebt zu sein. Auch, wenn die Bedienung meint es wäre nicht so scharf, kann ich eines von zwei Gerichten nicht essen. Es ist trotzdem super lecker.
    Danach fallen wir ins Bett und in einen unruhigen Schlaf.
    Am nächsten Morgen suchen wir vergeblich nach "normalen" Frühstück. Es gibt einige Cafés, die Torten und Kuchen verkaufen, mit glutenfrei kann man hier aber nichts anfangen. Traditionell wird zum morgen, warm gegessen. Also stochern wir wenig später in Reis mit scharfer Soße und Hühnchenkeule. Dazu gibt es einen Avocadosmoothie und Drachenfrucht Mocktail.
    Unsere Verdauung lässt grüßen...
    Und jetzt sitzen wir 4 Stunden im Zug nach Butterworth. Von dort geht es Richtung Penang mit der Fähre, wo wir das Wochenende in einem Hostel und Künstlerviertel verbringen werden...
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  • Penang - Anreise mit Eiszapfen

    2. November 2018 in Malaysia ⋅ ⛅ 30 °C

    Nach dem deftigen Frühstück, checken wir im Hotel aus und machen uns auf den Weg zum Hauptbahnhof, der direkt auf der anderen Straßenseite ist. Und riesig. Und voller Malysier, die zur Arbeit wollen.
    Diesmal finden wir schneller unseren Weg und sitzen wenig später im Wartebereich der Zuggesellschaft KTM.
    Eine Dame ruft unseren Zug aus und wie Entenbabys folgen wir der Entenmutter durch den Bahnhof zum Zug.
    Die Fahrt dauert vier Stunden nach Butterworth. Schon beim Einsteigen laufen wir gegen eine Kältewand. Und während der 4 Stunden wird der Zug auf 16 Grad runtergekühlt. Verständlich warum alle husten und erklältet sind. Nichtsdestotrotz macht die Zugfahrt super viel Spaß. Da mein Sitznachbar nicht kommt, kann Ralf sogar neben mir sitzen. Und so durchqueren wir vom Süden in den Nord-Westen Malaysia. Wunderschöne Landschaften zischen an uns vorbei. Es regnet, es ist schwül und heiß. Uns hängen Eiszapfen von der Nase.
    In Butterworth laufen wir auf den Parkplatz und erfahren, dass der Bus zur Fähre kostenlos ist. 15 Minuten später stehen wir nach einem Entgelt von umgerechnet 20 Cent auf der Fähre nach Penang. Eine Fähre voller Einheimischer und uns. Manche schauen mich neugierig, aber unauffällig an. Blondes Haar ist hier noch was besonderes. Und dann verlassen wir die Fähre mit den Einheimischen und als wir Penang betreten, kommen wir uns zum ersten Mal wie Reisende vor.
    Bei 30 Grad und sehr hoher Luftfeuchtigkeit finden wir unser Guesthouse/Hostel und werden super freundlich empfangen. Das Weluv (we love) Guesthouse ist 200 Jahre alt. Hat sehr einfache Zimmer, ist aber herzlich und super sauber. Nach unser 2h Einführung (dazu später) lernen wir Martina und Thomas kennen. Sie sind seit 3 Monaten unterwegs und wir verbringen den Abend in einer sehr coolen Bar. Ich trinke etwas Sambucca um meinen Magen zu desinfizieren. Nachdem wir sehr einheimisches, chinesisches Essen gegessen haben. Der Abend endet mit vielen Geschichten. Und morgen wird Penang entdeckt...
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  • Penang - Teil 1|3 UNESCO Weltkulturerbe

    3. November 2018 in Malaysia ⋅ ⛅ 29 °C

    Penang ist etwas besonderes. Das merken wir sofort als uns Frances, unser Host, von Penang erzählt. Ich verliebe mich an einem Tag, mit tausend wundervollen Momente, in diesen Ort. Und muss weinen. Ohne traurig zu sein, nur dankbar, dass ich das erleben darf. Jeder kennt diese Orte und Momente. Und für jeden sind es andere.
    Penang-Stadt, namens George Town, ist nicht super perfekt und auch nicht idyllisch, aber hier gibt es diese Atmosphäre. Diese Harmonie zwischen Menschen, Kulturen und Religionen und alle leben miteinander und akzeptieren sich untereinander. So etwas habe ich noch an keinem Ort so gespürt, wie hier.
    Deswegen möchte ich Penang drei Einträge widmen. Penang wurde aufgrund von drei Dingen zum Weltkulturerbe ernannt:

    1# seine Geschichte
    2# die Kunst und Menschen
    3# das Essen

    Warum Penang 'George Town' heißt und dieser Name schon über 200 Jahre alt ist:
    ~
    Seit Gründung von 'George Town' hat sich die Altstadt nicht viel verändert.
    "Es heißt das Karl May das Treiben der Malaien, Inder, Chinesen, Eurasier, Armenier, Japaner, Engländer, Deutschen, Filipinos und Indonesier beobachtete und bewunderte. Aber woher kamen all diese verschiedenen Landsmänner und warum befanden sich alle auf Penang?"
    Es gibt auf Penang eine regionale Identität. Man spürt, dass die Einwohner stolz auf ihre Insel sind. Das liegt vor allem daran, dass alle Einwohner zugewandert sind.
    Vor 1786 schenkte man Penang nicht sehr viel Aufmerksamkeit. Die Chinesen mussten daran vorbei um nach Indien zu kommen und andersherum. 1782 entdeckte der englische Handelsmann Frances Light Penang und erkannte ihr Potential. Nach einem Verhandlungsstreit mit dem Sultan, wo einige Kämpfe ausgefochten wurden, übergab der Sultan 1786 Penang an Frances. Dieser gründet eine Stadt, die er nach seinem Monarchen 'George lll' ernannte. Er erklärte den wenigen Einwohner, die Möglichkeiten der Insel. Sie erbauten gemeinsam eine kleine Hafenstadt, die zu einem wichtigen Handelsumschlagplatz und Freihandelszone wurde. Und so siedelt sich Menschen aus der ganzen Welt in George Town an. Deswegen findet man kulturelle Einflüsse von Indern, Chinesen, Japaner, Arabern, Portugiesen, Niederländer und Briten. Die Siedler vermählten sich mit malaysische Frauen und für diese lernten sie die Sprache von Malaysia um sich verständigen zu können.
    Neben einem buddhistischen Tempel, steht eine katholische Kirche und daneben beten Muslime in ihrer Moschee. Es gibt ein indisches, chinesisches und malaysisches und christliches Viertel und jeder feiert seine Feste traditionell und akzeptiert die andere Religion. Am Dienstag ist indisches Neujahr und die Inder feiern seit Tagen auf den Straßen, während die Chinesen ruhig in ihren Restaurants gebratene Nudeln knuspern.
    Und als gemeinsame Sprache lernen sie noch heute malaiisch.
    Wir haben so eine Akzeptanz der Kulturen noch nirgends wahrgenommen. Und ich bin der Meinung, dass sich die Welt eine Scheibe von Penang abschneiden sollte.
    Wie die Esskultur sich entwickelt hat, erfahrt ihr im nächsten Eintrag.
    (Da wir so mit dem Essen beschäftigt waren, haben wir es irgendwie verpeilt die Tempel etc. zu fotografieren :D und heute wurden wir zum ersten Mal von einem lieben Inder um ein Foto gebeten. Er ist für uns die Attraktion und wir für ihn)
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