Canyon della Valianara
Today in Italy ⋅ ☁️ 18 °C
Der Canyon della Valianara oder dello Scoppaturo ist ein faszinierendes Naturphänomen im Gran Sasso-Gebiet. Herbert und ich haben einen unvergesslichen Nachmittag im Canyon della Valianara verbracht, und ich kann kaum beschreiben, wie beeindruckend die Landschaft war. Als wir den Canyon erreichten, wurden wir sofort von der Schönheit der Felswände überwältigt. Die schroffen, hoch aufragenden Felsen schimmerten im Sonnenlicht und schufen eine fast magische Atmosphäre. Es fühlte sich an, als würden wir in eine andere Welt eintauchen – eine, in der die Natur die Hauptrolle spielt.
Während unserer Wanderung stießen wir auf etwas ganz Besonderes: interessante Tierspuren im ausgetrockneten Flussbett. Diese Spuren waren nicht nur faszinierend, sondern auch ein kleines Rätsel, das uns zum Nachdenken anregte. Die Abdrücke waren unterschiedlich groß und hatten verschiedene Formen. Einige waren klein und zart, während andere größer und kräftiger wirkten. Die feinen Details der Krallen oder die Abdrücke der Pfoten waren gut sichtbar im trockenen Boden eingedrückt. Es war, als hätten wir einen Moment der Natur eingefangen, der uns einen Blick in das Leben der Tiere gewährte, die hier einst umherstreiften.
Die Ruhe des Ortes war überwältigend. Nur das sanfte Rauschen des Windes und das gelegentliche Zwitschern der Vögel erfüllten die Luft. Es war der perfekte Moment, um innezuhalten, tief durchzuatmen und die Schönheit um uns herum aufzusaugen. Diese Stille gab mir ein Gefühl von Frieden und Verbundenheit mit der Natur.
An mehreren Stellen hielten wir bei informativen Tafeln inne. Eine erklärte die geologischen Prozesse, die zur Entstehung des Canyons führten, während eine andere die Legende von Valianara, der mächtigen Hexe, erzählte. Es faszinierte mich, wie tief die Geschichten und Mythen mit dem Land verwoben sind und wie sie die Kultur der Region prägen.
Der Canyon della Valianara hat nicht nur unsere Sinne berührt, sondern auch unsere Herzen – ein wahres Juwel der Natur und Kultur.Read more
Blumen am Gran Sasso
Today in Italy ⋅ ☁️ 18 °C
Campo Imperatore , zur Zeit blüht vieles
Eine Radtour entlang der Adriaküste
Yesterday in Italy ⋅ ☁️ 23 °C
Unsere Radtour begann in Roseto, wo wir unsere Fahrräder vorbereiteten und schließlich aufbrachen. Der Adriaradweg schlängelte sich direkt am Strand entlang und bot uns an diesem herrlichen Tag an der Adriaküste eine malerische Kulisse zwischen Roseto degli Abruzzi und Montesilvano. Die Sonne strahlte am Himmel, und der leichte Wind brachte den erfrischenden Duft des Meeres mit sich.
Nach einer Weile erreichten wir Pineto, wo am Samstag ein lebhafter Markt stattfand. Die bunten Stände waren gefüllt mit traditionellen Kleinartikeln, schönen Stoffen und handgefertigten Produkten. Wir schlenderten durch die Gassen und genossen die lebendige Atmosphäre.
Auf dem Rückweg warfen wir einen kurzen Blick auf die Kirche von Pineto. Während ich nur einen flüchtigen Eindruck vom Inneren gewann, erkundete mein Mann die Kirche etwas ausführlicher. Er fand es bemerkenswert, dass zahlreiche Heilige abgebildet waren, jedoch keine Beschriftungen vorhanden waren, die ihre Identität erklärten. Danach setzten wir unseren Weg am Strand entlang durch den schattenspendenden Pinienwald fort. Die hohen Pinien bildeten einen schattigen Tunnel, während wir weiterfuhren. Der angenehme Duft von Pinienharz lag in der Luft, und das sanfte Rauschen der Blätter begleitete uns auf unserer Reise. Immer wieder hielten wir an, um die Schönheit der Natur zu bewundern. Der Radweg führte uns auch an den geschützten Dünen vorbei, die sich sanft entlang der Küste erstreckten. Diese unberührten Landschaften waren ein wahrer Genuss für die Sinne und boten gleichzeitig einen Rückzugsort für viele lokale Tierarten.
Wir fuhren weiter und entdeckten den alten Wachturm, der majestätisch auf einer Anhöhe thronte, vor dem sich ein interessanter botanischer Garten erstreckte. Hier bewunderten wir die Vielfalt der mediterranen Pflanzen und hielten an, um die Aussicht zu genießen.
Unsere Radtour endete schließlich in Montesilvano, wo wir einen Kaffee am Strand genossen, bevor wir uns auf den Rückweg machten. Es war eine entspannte Tour durch die Natur, die uns die Schönheit und Vielfalt der Adriaküste näherbrachte – ein Radweg, der praktisch vor unserer Haustür beginnt.Read more
Sant‘Onofrio al Morrone
June 5 in Italy ⋅ ☁️ 24 °C
In einem zauberhaften Winkel der Abruzzen, wo die majestätischen Berge sich in den Himmel strecken und die üppigen Wälder das Auge verwöhnen, liegt das Eremo di Sant'Onofrio al Morrone. Der Weg dorthin ist ein kleines Abenteuer für sich: Eine 20 bis 30-minütige Wanderung, die sich durch steile Felsen schlängelt und dabei immer wieder atemberaubende Ausblicke auf das Peligna-Tal bietet. Jeder Schritt bringt einen näher an die friedliche Abgeschiedenheit des Eremos.
Das Eremo, oft als „Adlernest“ bezeichnet, wurde im 13. Jahrhundert von Pietro da Morrone, der später Papst Celestinus V. wurde, gegründet. Hier lebte er in Bescheidenheit und Hingabe, umgeben von der spirituellen Kraft der Natur. Die kleine, aber eindrucksvolle Kirche ist mit Fresken geschmückt, die aus einer anderen Zeit zu stammen scheinen und die Kunst des 13. Jahrhunderts lebendig werden lassen.
Unter dem Eremo liegt eine Höhle, die als Rückzugsort für Pietro diente. Die Legende besagt, dass jeder, der sich auf den Stein legt und um den Schutz des Heiligen bittet, von Rückenschmerzen geheilt wird. Ich gestehe, dass ich mich nicht auf den Stein gelegt habe – die zahlreichen Spinnen hielten mich davon ab. Vielleicht beim nächsten Mal… Ein bisschen Mut könnte mir helfen, die Erfahrung zu wagen!
Der Weg führt auch zum Sanctuary of Hercules Curino, das den Göttern der Händler, Hirten und Soldaten gewidmet ist. Die Überreste dieses antiken Heiligtums, das seit dem 4. Jahrhundert v. Chr. in mehreren Phasen erbaut wurde, erzählen Geschichten aus einer reichen und faszinierenden Vergangenheit. Der Pfad zwischen dem Eremo und dem Heiligtum ist gesäumt von schattigen Pinien und Zypressen, die an heißen Sommertagen willkommenen Schatten spenden.
Die lokale Gemeinschaft engagiert sich leidenschaftlich für den Erhalt dieser historischen Stätten, und das Eremo wird durch die Hingabe der freiwilligen Helfer und die Spenden der Dorfbewohner lebendig gehalten. Diese Verbundenheit mit der Geschichte und der Natur zeigt sich in den vielen Restaurierungsprojekten, die die Fresken und Gebäude pflegen.
Ein Besuch in diesem heiligen Ort ist mehr als nur eine Wanderung; es ist eine spirituelle Reise durch die Zeit, bei der man die Schönheit der Natur und die Stille des Eremos in vollen Zügen genießen kann. Die harmonische Kombination aus Geschichte, Kunst und Natur macht das Eremo di Sant'Onofrio al Morrone zu einem unvergesslichen Ziel, das die Seele und den Geist nährt. Wer weiß, vielleicht wage ich beim nächsten Mal den Sprung und lege mich auf den Stein – Spinnen hin oder her!Read more
Radtour bei Sulmona
May 28 in Italy ⋅ ☁️ 27 °C
Heute haben wir die Ciclovidiain der malerischen Stadt Sulmona erkundet, dem Geburtsort des berühmten römischen Dichters Ovid. Die Radtour war nicht nur eine sportliche Herausforderung, sondern auch eine kulturelle Entdeckungsreise durch die Geschichte und die wunderbare Landschaft der Abruzzen.
Wir starteten am Corso Ovidio der Hauptstraße von Sulmona, die von charmanten Cafés und historischen Gebäuden gesäumt ist. Ovid, berühmt für seine Werke wie die „Metamorphosen“, wird hier mit verschiedenen Gedenkstätten geehrt. Es war faszinierend, durch die Straßen zu radeln, die er einst durchstreifte. Der Ciclovidia-Radweg führte uns durch die beeindruckende Natur der Abruzzen und bot spektakuläre Ausblicke auf das Peligna-Tal und den majestätischen Monte Morrone. Der Weg ist gut markiert und verläuft überwiegend über verkehrsberuhigte Zonen und Feldwege, was ihn besonders angenehm machte.
Unterwegs radelten wir an der Abtei San Spirito in Morrone vorbei, einem ruhigen Ort, der mit der Legende von Celestino V verbunden ist. Celestino, der als Papst abdankte und als Heiliger verehrt wird, hatte hier seine Einsiedelei. Der Anblick der Abtei, umgeben von malerischer Natur, war faszinierend und regte zum Nachdenken über die spirituelle Bedeutung dieses Ortes an. Zudem führte uns die Route zu den Überresten des ehemaligen Kriegsgefangenenlagers 78, einem Ort mit bewegender Geschichte.
Nach einer anstrengenden aber schöne Radtour kehrten wir voller Eindrücke nach Sulmona zurück. Die Ciclovidia bot nicht nur eine sportliche Herausforderung, sondern auch die Möglichkeit, in die Geschichte und Kultur dieser faszinierenden Region einzutauchen. Ovids Geist schien uns auf dieser Reise stets zu begleiten, während wir durch die zauberhaften Landschaften radelten. Diese Tour ist eine perfekte Mischung aus Sport, Kultur und Natur! 🌿🚴♂️Read more
Magie in Atri
May 26 in Italy ⋅ 🌙 22 °C
Gestern machten wir uns auf den Weg nach Atri, um die malerische Altstadt zu erkunden, den atemberaubenden Blick über die sanften Hügel bis hin zum glitzernden Meer zu genießen und – ganz wichtig – um Lakritz zu kaufen. In einem kleinen Familienbetrieb wird dieses köstliche Konfekt noch auf traditionelle Weise hergestellt. Die Region rund um Atri ist bekannt für ihre wild wachsenden Lakritzpflanzen, die hier auch gezielt angebaut werden.
Doch wie das Leben manchmal so spielt, kamen wir nicht dazu, unser Vorhaben zu verwirklichen. Als wir am beeindruckenden alten Theater vorbeischlenderten, hatte Herbert die spontane Idee, das Programmheft zu besorgen. Unsere Cousinen, ein Zwillingspaar, feiern nächsten Monat ihren 70. Geburtstag, und vielleicht könnten wir sie zu einer Theatervorstellung einladen, gefolgt von einem leckeren Aperitif oder einem gemütlichen Essen.
Wir wollten gerade das Theater betreten, um das Programm zu holen, als wir feststellen mussten, dass es geschlossen war. Doch vor der Tür versammelten sich viele elegant gekleidete Menschen. Eine Dame sprach uns an und erklärte, dass wir noch etwas warten müssten. Doch als wir uns umdrehen wollten, hielt sie uns zurück: „Bleiben Sie und kommen Sie mit rein! Heute Abend ist die Vorstellung kostenlos.“
Überrascht, aber neugierig auf das wunderschöne Ambiente des Theaters, stimmten wir zu. Ob wir einem italienischen Stück folgen könnten, schien zwar unwahrscheinlich, aber die Atmosphäre war einfach zu einladend, um sie zu verpassen.
Der Abend entpuppte sich als wahres Highlight! Ein Ballett, das von klassischem bis hin zu modernem Tanz alles bot, entführte uns in eine andere Welt. Besonders berührend war die Darbietung einer jungen Frau mit Down-Syndrom, die mit voller Leidenschaft mittanzte. Es war ein beeindruckendes Zeichen der Inklusion und zeigte, wie Kunst Menschen verbindet. So wurde unser Tag in Atri zu einem unvergesslichen Erlebnis, das weit über unsere ursprünglichen Pläne hinausging.Read more
Calanchi Di Atri
May 24 in Italy ⋅ ☀️ 24 °C
Heute unternahmen wir eine spannende Wanderung durch die beeindruckenden Calanchi di Atri, eine faszinierende geologische Formation in den Abruzzen. Während wir am Meer mit sehr frischen Wind zu kämpfen hatten, waren wir hier der Hitze fast ausgeliefert. Die Landschaft, die sich vor uns entfaltete, war sehr beeindruckend– sie bot jedoch nur wenig Schatten. Zu Beginn des Wanderwegs schützten einige Bäume vor der intensiven Sonne, doch das war nur ein kurzer Trost.
Der Weg erstreckt sich über etwa 7 Kilometer und hat es wirklich in sich. Schon nach den ersten Metern wurde uns klar, dass diese Wanderung nicht nur körperlich herausfordernd, sondern auch eine visuelle Offenbarung war. Immer wieder boten sich uns grandiose Ausblicke auf den majestätischen Gran Sasso, die umliegenden landwirtschaftlichen Felder und natürlich die einzigartigen Calanchi mit ihrer beeindruckenden Flora und Fauna.
Besonders bemerkenswert war die Präsenz der Lakritzpflanzen (Glycyrrhiza glabra), die in dieser Region eine lange Tradition haben. Diese Pflanze wächst in den sandigen und lehmigen Böden der Calanchi und wird seit Jahrhunderten geschätzt. Die Wurzeln, die zwischen Oktober und Februar geerntet werden, finden nicht nur in der heimischen Küche Anwendung, sondern auch in der traditionellen Medizin. Hier in Atri hat die Lakritzproduktion eine reiche Geschichte, die bis ins 18. Jahrhundert zurückreicht, als Giovanni De Rosa die ersten Fabriken zur Verarbeitung der Lakritzwurzel gründete.
Die Calanchi, geformt durch Erosion und Wind, zeigen eine faszinierende Vielfalt an Pflanzen, die sich an die rauen Bedingungen angepasst haben. Wir hatten das Glück, einen Schwarm Bienenfresser zu beobachten, deren leuchtende Farben in der Sonne schimmerten – ein wahrhaft schöner Anblick!
Obwohl die Calanchi mit den Badlands in Andalusien nicht ganz vergleichbar sind, entfalten sie dennoch ihren eigenen, besonderen Reiz. Diese Landschaft ist ein unverzichtbarer Teil der Abruzzen, und jeder, der die Region kennenlernen möchte, sollte unbedingt Atri und die Calanchi besuchen. Die Verbindung von atemberaubender Natur und der Kultur der Lakritzproduktion macht diesen Ort einzigartig.
Trotz der beeindruckenden Umgebung war die Hitze eine echte Herausforderung. Wir empfehlen, diese Wanderung eher in den späten Nachmittagsstunden oder frühen Abend zu unternehmen. Zu dieser Zeit sind die Lichtverhältnisse ideal für Fotos, da man oft in Richtung Osten oder Süden fotografiert.
Ein weiterer Punkt, den wir anmerken möchten: Auf dem gesamten Weg gibt es keine Pausenplätze. Besonders in den heißen Sommermonaten könnte das problematisch werden. Daher ist es wichtig, genügend Wasser mitzunehmen, sich gut vor der Sonne zu schützen – Sonnencreme ist ein Muss – und bequeme, feste Schuhe zu tragen. Ein Sonnenhut kann ebenfalls nicht schaden.
Insgesamt war es eine unvergessliche Wanderung, die nicht nur unsere Fitness auf die Probe stellte, sondern uns auch die Schönheit der Natur und die reiche Tierwelt näherbrachte. Die Calanchi di Atri und die Tradition der Lakritzproduktion sind wahre Juwelen, die man unbedingt erkunden sollte!Read more
Bucchianico
May 17 in Italy ⋅ ☀️ 19 °C
Jetzt fahre ich seit meiner Kindheit fast jedes Jahr in die Abruzzen und entdecke doch immer wieder Neues – faszinierende, tiefgründige Geschichten. Die Abruzzen berühren immer wieder meine Seele, und heute war es ganz besonders.
Herbert und ich besuchten Bucchianico, wo ein großes Fest stattfand. Der Umzug war ein wahres Spektakel: Frauen trugen prächtige Blumenkörbe auf ihren Köpfen, während Männer in historischen Rüstungen als Ritter und Soldaten verkleidet durch die Straßen zogen. Die festlich geschmückten Wagen, die Brot, Wein und Holz transportierten, erinnerten mich an die einfachen, aber wertvollen Güter des Dorflebens.
Angeführt wurde der Umzug von einem majestätischen weißen Ochsen, der Stärke und Beständigkeit symbolisierte. Die Atmosphäre war lebhaft, und die Freude der Menschen war ansteckend. Doch hinter diesem fröhlichen Fest verbirgt sich eine bewegende Legende, die tief in der Geschichte der Region verwurzelt ist.
Im 14. Jahrhundert, als ein Grenzkrieg zwischen Chieti und Bucchianico tobte, standen die Bewohner des kleinen Dorfes vor einer großen Herausforderung. Eine Söldnerarmee drohte, das Dorf zu überrennen. Doch der mutige Befehlshaber, der „Sergentiere“, hatte eine geniale Idee: Er befahl allen, auch den Frauen, Rüstungen anzulegen und im Schloss und am Hang zu patrouillieren. Die Angreifer, die aus der Ferne die Bewegung sahen, hielten sie für ein riesiges Heer und gaben den Angriff auf.
Diese List, so erzählt man, wurde dem Sergentiere im Traum von Papst Urban I. eingegeben. Und noch heute wird in Bucchianico mit diesem Fest an den Mut und die Entschlossenheit der Dorfbewohner erinnert.
Es ist beeindruckend, wie die Geschichte lebendig bleibt und durch solche Feste weitergegeben wird. Bucchianico hat mir nicht nur Freude bereitet, sondern auch die Bedeutung von Gemeinschaft und Zusammenhalt ins Bewusstsein gerufen. Ich bin dankbar, Teil dieser Traditionen zu sein und die tiefen Wurzeln dieses schönen Landes zu erleben.Read more
Loreto nicht mehr Abruzzen aber ganz nah
May 15 in Italy ⋅ ☁️ 19 °C
Heute fuhren Herbert und ich nach Loreto. Obwohl unser Besuch eher kurz war, hatten wir sofort das Gefühl, an einem besonderen Ort angekommen zu sein. Loreto ist nicht nur geschichtlich bedeutsam, sondern auch ein Ort mit einer ganz eigenen Atmosphäre. Als wir das Heilige Haus betraten, fiel uns sofort die Ruhe auf, die dort herrschte. Jeder Schritt durch die Basilika und jeder Blick auf die alten Mauern machte deutlich, wie eng hier Geschichte, Kunst und Tradition miteinander verbunden sind. Die Überlieferung, dass das Heilige Haus im Jahr 1294von Nazareth durch Engel nach Loreto gelangt sei, verleiht dem Ort bis heute eine besondere Bedeutung.
Besonders beeindruckt hat mich die Architektur. Die Mauern, die aus der Zeit Jesu stammen sollen, wirken wie stille Zeugen einer langen Geschichte. Dazu kommen die kunstvoll gearbeiteten Marmorverkleidungen, die von bedeutenden Künstlern der Renaissance geschaffen wurden. Gerade dieser Kontrast zwischen der Schlichtheit des Hauses und seiner aufwendigen Gestaltung macht den Ort so eindrucksvoll.
Auch im Inneren war die Stimmung sehr besonders. Als wir uns dem Altar näherten, wurde es noch stiller, und ich merkte, wie gut es tat, einfach einen Moment innezuhalten. In der Kapelle, die mit der Verkündigung an Maria verbunden wird, wurde mir bewusst, wie viel Geschichte und Bedeutung dieser Ort für viele Menschen hat. Er lädt nicht nur zum Schauen, sondern auch zum Nachdenken ein.
Auch die Legende von den Engeln, die das Heilige Haus nach Loreto gebracht haben sollen, gehört untrennbar zu diesem Ort. In Urkunden wurde belegt dass die Familie Angeli, die im 13. Jahrhundert im Epirus herrschte die heiligen Steine des Hauses nach Loreto brachte. Angeli heißt Engel. Gerade diese Mischung aus Geschichte, Überlieferung und Glauben macht Loreto so faszinierend.
Obwohl wir mit anderen Besuchern nicht ins Gespräch kamen, war es bewegend zu sehen, wie viele Menschen in stiller Andacht verweilten. Jeder war auf seine Weise mit diesem Ort beschäftigt, und genau das machte die besondere Atmosphäre noch spürbarer.
Als wir das Heilige Haus schließlich wieder verließen, nahmen wir weit mehr mit als nur den Eindruck einer sehenswerten Kirche. Unser erster Besuch war zwar kurz, aber gerade deshalb stand für uns schnell fest, dass wir wiederkommen möchten – mit mehr Zeit und Muße, um Loreto noch einmal in Ruhe auf uns wirken zu lassen. Für uns bleibt dieser Ort als eine eindrucksvolle Erfahrung in Erinnerung, die Geschichte, Kunst und besondere Atmosphäre auf schöne Weise verbindet.Read more
Scafa
May 8 in Italy ⋅ ☁️ 18 °C
Lavino in Scafa
Gestern haben mein Mann und ich einen unvergesslichen Ausflug in den Parco Lavino bei Scafa gemacht, einem der magischsten Orte in den Abruzzen. Der Park ist weit mehr als nur ein schönes Fotomotiv; er ist ein komplexes Ökosystem mit historischer Bedeutung. Als wir dort ankamen, wurden wir sofort von den intensiven Farben des Wassers verzaubert. Das türkisfarbene Wasser, das in der Sonne glitzert, und die verwunschenen Holzstege inmitten unberührter Natur schienen direkt aus einem Märchen entsprungen. Man nennt den Park oft die „Malediven der Abruzzen“, und ich kann das nur bestätigen; es fühlte sich fast surreal an.
Während wir durch die idyllische Auenlandschaft schlenderten, war ich fasziniert von den verschiedenen Blautönen, die das Wasser annahm. Ich konnte kaum glauben, dass diese Farben das Ergebnis eines natürlichen chemischen Prozesses sind – der hohe Schwefelgehalt und das Zusammenspiel von Sedimenten und Mikroorganismen machten jeden Blick zu einem besonderen Erlebnis.
Ein Highlight unserer Wanderung war die Mulino Farnese, eine Wasser- mühle aus dem 17. Jahrhundert, die im Herzen des Parks liegt. Diese Mühle hat eine große historische Bedeutung für die Menschen in der Region und war bis kurz vor dem Zweiten Weltkrieg in Betrieb. Es war beeindruckend zu erfahren, wie das Wasser des Lavino genutzt wurde, um die riesigen Steinmahlwerke zu betreiben.
Die Mühle nutzte die Wasserbewegung, um die Energie für den Betrieb der drei Mahlwerke zu gewinnen, die jeweils für unterschiedliche Getreidearten verwendet wurden. Die Kunstfertigkeit der Mühle und die cleveren technischen Lösungen, wie die Rillen auf den Mahlsteinen zur Belüftung des Weizens, waren einfach bemerkenswert.
Der Geruch nach Schwefel, der an faule Eier erinnert, war zwar gewöhnungsbedürftig, aber ich sah ihn als Zeichen für die Reinheit und geologische Aktivität der Region. Unser Besuch im Parco Lavino und der Mulino Farnese war nicht nur eine Wanderung, sondern eine Entdeckungstour, die unsere Herzen berührt hat.Read more
Sulmona und das Fest des Feuers
April 19 in Italy ⋅ ⛅ 15 °C
Heute waren wir auf dem **Fest des Feuers** in Sulmona, und es war ein unvergessliches Erlebnis! Dieses traditionelle Fest feiert den Frühling und hat seine Wurzeln in alten heidnischen Bräuchen, bei denen das Feuer den Kampf gegen Dunkelheit und Kälte symbolisiert.
Besonders spannend waren die Wettbewerbe, bei denen junge Leute in Teams gegeneinander antraten. Neben Tauziehen und rohem Eierwerfen und fangen gab es auch ein aufregendes Eselrennen, das für viel Gelächter sorgte. Die Teilnehmer hatten sichtlich Spaß dabei, sich zu messen und den Teamgeist zu stärken. Es waren vor allem lokale Jugendgruppen, Schulklassen und Gemeinschaftsvereine vertreten.
Das Highlight des Abends waren die spektakulären Feuerwerke und die beeindruckenden Holzpyramiden, die in Flammen aufgingen. Die Atmosphäre war lebhaft und festlich, mit vielen Menschen, die zusammenkamen, um die Rückkehr des Lichts zu feiern.
Die Kombination aus Tradition, Gemeinschaft und festlicher Stimmung machte den Abend wirklich besonders. Wir können es kaum erwarten, dir mehr darüber zu erzählen!Read more
San Bartolomeo
April 4 in Italy ⋅ ☀️ 12 °C
Ein Ort voller Geschichte und Spiritualität
Ich möchte von einem unvergesslichen Erlebnis berichten, das wir kürzlich hatten. Unser Besuch in San Bartolomeo war nicht nur eine Reise zu einem malerischen Ort, sondern auch eine Entdeckung, die uns tief berührt hat. Ohne zu wissen, welche Bedeutung dieser Ort in der Weltgeschichte hat, standen wir dort, umgeben von der majestätischen Natur der Majella-Berge.
San Bartolomeo in Legio: Ein Ort der Umwälzung
Hier, in einer kleinen Kapelle im Fels, lebte einst Pietro da Morrone. Ein Mann, der vom Einsiedler zum Papst aufstieg und die Welt mit einer Entscheidung schockierte, die 700 Jahre lang nachhallte.
Der Weg des Extrem-Eremiten
In den 1240er Jahren suchte Pietro in absoluter Einsamkeit nach Gott. Er lebte in der rauen Natur, schlief auf nacktem Stein und fastete extrem – ein Leben, das der meisten Menschen unvorstellbar erscheint. Die Stille der Berge war sein Zufluchtsort, und es war in dieser Abgeschiedenheit, dass er seine Erleuchtung fand.
Vom Fels auf den Thron
Im Jahr 1294, beinahe 80 Jahre alt, wurde er zum Papst gewählt – Coelestin V. Die Kardinäle, überzeugt, dass nur ein „Heiliger“ die korrupten Strukturen der Kirche retten könnte, holten ihn von seinem bescheidenen Platz in der Einsamkeit. Doch schnell stellte sich heraus, dass er in der politischen Arena nicht bestehen konnte.
Der große Verzicht
Nach nur fünf Monaten auf dem Papstthron entschied Pietro sich für das Unvorstellbare: Er trat zurück, um in die Berge zurückzukehren, die er so liebte. Diese Entscheidung war zu seiner Zeit einzigartig und sollte erst 2013 mit dem Rücktritt von Benedikt XVI. wiederholt werden.
Ein besonderer Ort voller Geheimnisse
Die steinernen Wände der Kapelle sind durchdrungen von Geschichten. Man sagt, Pietro habe dort Visionen von Engeln gehabt, was ihm den Titel „Engelpapst“ einbrachte. Doch seine Rückkehr zur Einsamkeit brachte auch Schatten mit sich. Sein Nachfolger fürchtete die Macht des „Ex-Papstes“ und ließ ihn einsperren, was schließlich zu seinem Tod führte. Lange Zeit glaubte man, er sei gewaltsam ums Leben gekommen, doch moderne Forscher sind sich heute sicher, dass er einfach vor Erschöpfung und Sehnsucht nach den Bergen starb.
Eine Verbindung zur Gegenwart
Als wir in der Stille der Kapelle standen, spürten wir, was Pietro vor 800 Jahren suchte: einen tiefen Seelenfrieden. San Bartolomeo ist mehr als nur eine Kapelle – es ist ein Symbol für die Wahl, die wir alle treffen können: die Suche nach innerem Frieden über materielle Macht.
Ein kleiner, faszinierender Fakt: Papst Benedikt XVI. orientierte sich bei seinem eigenen Rücktritt im Jahr 2013 an Pietro da Morrone. Er besuchte Pietros Grab und legte dort sein Amtssymbol ab – ein stiller Hinweis auf seine Pläne.
Ich hoffe, dieser Bericht gibt einen kleinen Einblick in die Magie und die Geschichte, die wir an diesem besonderen Ort erleben durften. Es war eine Reise voller Inspiration und Spiritualität.Read more
Civitella du Tronto
April 2 in Italy ⋅ 🌧 7 °C
Civitella di Tronto – ein charmantes Abenteuer in den Abruzzen, das mit seiner einzigartigen Atmosphäre begeistert. Mein Besuch dort war eine wunderbare Mischung aus Geschichte, Kultur und einer Prise Humor.
Zunächst machte ich mich auf den Weg zur engsten Gasse Italiens. Diese kleine Durchgangsstraße war so schmal, dass ich mich fast wie ein Akrobat fühlen musste, um hindurchzukommen. Es war ein lustiges Spiel zwischen dem Entdecken der schönen Details und dem Versuch, nicht mit dem Kopf an die Wände zu stoßen. Diese Gasse ist definitiv ein Erlebnis, das man nicht so schnell vergisst!
Der nächste Stopp war die beeindruckende Festung, die majestätisch über dem Dorf thront. Das Festungsmuseum dort bot mir faszinierende Einblicke in die Geschichte der Region. Die Ausstellungen waren nicht nur informativ, sondern auch spannend. Ich konnte viel über die Verteidigungsstrategien und das Leben der Menschen in vergangenen Zeiten lernen.
Von der Festung aus hatte ich auch einen atemberaubenden Blick auf die umliegenden Berge und das Tal. Dieser Panoramablick war der perfekte Ort, um ein paar Erinnerungsfotos zu schießen und die Schönheit der Natur zu genießen.
Zusätzlich besuchte ich das Museum Nina im Dorf, das mich mit seiner Sammlung von lokalen Artefakten und historischen Objekten fesselte. Hier wurden die Geschichten der Stadt lebendig, und ich konnte die Verbindung zwischen den Menschen und ihrer Vergangenheit nachvollziehen. Jedes Stück in diesem Museum hatte seine eigene Geschichte zu erzählen, und es war beeindruckend zu sehen, wie die Kultur und Traditionen in Civitella lebendig gehalten werden.
Ein Spaziergang durch die Altstadt war ein weiteres Highlight meines Besuchs. Die verwinkelten, gepflasterten Gassen waren voller Charme und luden dazu ein, die kleinen Geschäfte und versteckten Plätzchen zu erkunden. Ich ließ mich von den Malereien und der Architektur inspirieren, während ich durch die Straßen schlenderte.
Insgesamt war mein Besuch in Civitella di Tronto ein unvergessliches Erlebnis, das sowohl lehrreich als auch unterhaltsam war. Ich kann nur empfehlen, sich auf den Weg zu machen und diese kleinen Wunder selbst zu entdecken – und vielleicht ein paar Snacks mitzunehmen, um die Erkundungstour noch angenehmer zu gestalten!Read more
Besuch in Atri
March 31 in Italy ⋅ 🌧 7 °C
Atri, eine Stadt voller Geschichte und Kultur, bot uns während unseres Besuchs einen unvergesslichen Stadtrundgang. Die beeindruckende Kathedrale Santa Maria Assunta war der erste Höhepunkt. Sie gilt als eine der Hauptwerke der romanischen Architektur in den Abruzzen und ist ein nationales Denkmal. Die Kathedrale, eine ehemalige Bischofskirche aus dem 13. Jahrhundert, beherbergt bedeutende Kunstwerke des Mittelalters und der Renaissance.
Besonders hervorzuheben sind die Fresken, darunter der große Freskenzyklus von Andrea de Litio (ca. 1480–1481) im Chor, der Szenen aus dem Marienleben darstellt. Neben diesen jüngeren Kunstwerken existieren auch ältere gotische Fresken aus dem 13. Jahrhundert, die Darstellungen der "Unterscheidung der Lebenden von den Toten" zeigen. Trotz vergangener Erdbeben sind große Teile der Fresken gut erhalten und gehören zu den wichtigen Kunstschätzen Mittelitaliens.
Das Theater, ein weiteres Juwel von Atri, beeindruckte uns mit seiner Architektur und den Erzählungen über vergangene Aufführungen. Auch das Rathaus war Teil unserer Erkundungstour, wo wir die politische und soziale Entwicklung der Stadt näher kennenlernen durften.
Ein ganz besonderer Teil unseres Besuchs war die Verköstigung, die uns in ein Lakritzgeschäft und einen Likörladen führte. Die herzlichen Besitzer ließen uns in die Welt ihrer Produkte eintauchen und boten uns zahlreiche Kostproben an. Es war ein wahrer Genuss, die verschiedenen Geschmäcker zu erleben und mehr über die Herstellung zu erfahren.
Zusätzlich besuchten wir das älteste Tor der Stadt und die Ausgrabung am Stadtrand. Die Erklärungen den traditionellen Wasserkanälen, erweiterten unser Verständnis für die Ingenieurskunst der Vergangenheit und deren Bedeutung für das Leben in Atri.
Nach unserem kulturellen Rundgang entdeckten wir das Naturschutzgebiet Calanchi di Atri, bekannt für seine dramatische "Mondlandschaft". Dieses 400 Hektar große WWF-Gebiet beherbergt durch Erosion geformte Lehmformationen und seltene Tiere wie Stachelschweine, Füchse und Falken.
Die Kombination aus der hügeligen Landschaft, der Nähe zur Adriaküste und den beeindruckenden Ausblicken auf die höchsten Gipfel der Abruzzen machte unseren Aufenthalt in Atri zu einem unvergesslichen Erlebnis. Diese Reise war nicht nur eine Erkundung von Sehenswürdigkeiten, sondern auch eine Reise in die Geschichte und Natur, die Atri so einzigartig macht.Read more












































































































































































