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Noch mehr Abruzzen

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    🇮🇹 Roseto degli Abruzzi, Italien

    Bucchianico

    Yesterday in Italy ⋅ ☀️ 19 °C

    Jetzt fahre ich seit meiner Kindheit fast jedes Jahr in die Abruzzen und entdecke doch immer wieder Neues – faszinierende, tiefgründige Geschichten. Die Abruzzen berühren immer wieder meine Seele, und heute war es ganz besonders.

    Herbert und ich besuchten Bucchianico, wo ein großes Fest stattfand. Der Umzug war ein wahres Spektakel: Frauen trugen prächtige Blumenkörbe auf ihren Köpfen, während Männer in historischen Rüstungen als Ritter und Soldaten verkleidet durch die Straßen zogen. Die festlich geschmückten Wagen, die Brot, Wein und Holz transportierten, erinnerten mich an die einfachen, aber wertvollen Güter des Dorflebens.

    Angeführt wurde der Umzug von einem majestätischen weißen Ochsen, der Stärke und Beständigkeit symbolisierte. Die Atmosphäre war lebhaft, und die Freude der Menschen war ansteckend. Doch hinter diesem fröhlichen Fest verbirgt sich eine bewegende Legende, die tief in der Geschichte der Region verwurzelt ist.

    Im 14. Jahrhundert, als ein Grenzkrieg zwischen Chieti und Bucchianico tobte, standen die Bewohner des kleinen Dorfes vor einer großen Herausforderung. Eine Söldnerarmee drohte, das Dorf zu überrennen. Doch der mutige Befehlshaber, der „Sergentiere“, hatte eine geniale Idee: Er befahl allen, auch den Frauen, Rüstungen anzulegen und im Schloss und am Hang zu patrouillieren. Die Angreifer, die aus der Ferne die Bewegung sahen, hielten sie für ein riesiges Heer und gaben den Angriff auf.

    Diese List, so erzählt man, wurde dem Sergentiere im Traum von Papst Urban I. eingegeben. Und noch heute wird in Bucchianico mit diesem Fest an den Mut und die Entschlossenheit der Dorfbewohner erinnert.

    Es ist beeindruckend, wie die Geschichte lebendig bleibt und durch solche Feste weitergegeben wird. Bucchianico hat mir nicht nur Freude bereitet, sondern auch die Bedeutung von Gemeinschaft und Zusammenhalt ins Bewusstsein gerufen. Ich bin dankbar, Teil dieser Traditionen zu sein und die tiefen Wurzeln dieses schönen Landes zu erleben.
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  • Loreto nicht mehr Abruzzen aber ganz nah

    May 15 in Italy ⋅ ☁️ 19 °C

    Heute fuhren Herbert und ich nach Loreto. Obwohl unser Besuch eher kurz war, hatten wir sofort das Gefühl, an einem besonderen Ort angekommen zu sein. Loreto ist nicht nur geschichtlich bedeutsam, sondern auch ein Ort mit einer ganz eigenen Atmosphäre. Als wir das Heilige Haus betraten, fiel uns sofort die Ruhe auf, die dort herrschte. Jeder Schritt durch die Basilika und jeder Blick auf die alten Mauern machte deutlich, wie eng hier Geschichte, Kunst und Tradition miteinander verbunden sind. Die Überlieferung, dass das Heilige Haus im Jahr 1294von Nazareth durch Engel nach Loreto gelangt sei, verleiht dem Ort bis heute eine besondere Bedeutung.

    Besonders beeindruckt hat mich die Architektur. Die Mauern, die aus der Zeit Jesu stammen sollen, wirken wie stille Zeugen einer langen Geschichte. Dazu kommen die kunstvoll gearbeiteten Marmorverkleidungen, die von bedeutenden Künstlern der Renaissance geschaffen wurden. Gerade dieser Kontrast zwischen der Schlichtheit des Hauses und seiner aufwendigen Gestaltung macht den Ort so eindrucksvoll.

    Auch im Inneren war die Stimmung sehr besonders. Als wir uns dem Altar näherten, wurde es noch stiller, und ich merkte, wie gut es tat, einfach einen Moment innezuhalten. In der Kapelle, die mit der Verkündigung an Maria verbunden wird, wurde mir bewusst, wie viel Geschichte und Bedeutung dieser Ort für viele Menschen hat. Er lädt nicht nur zum Schauen, sondern auch zum Nachdenken ein.

    Auch die Legende von den Engeln, die das Heilige Haus nach Loreto gebracht haben sollen, gehört untrennbar zu diesem Ort. In Urkunden wurde belegt dass die Familie Angeli, die im 13. Jahrhundert im Epirus herrschte die heiligen Steine des Hauses nach Loreto brachte. Angeli heißt Engel. Gerade diese Mischung aus Geschichte, Überlieferung und Glauben macht Loreto so faszinierend.

    Obwohl wir mit anderen Besuchern nicht ins Gespräch kamen, war es bewegend zu sehen, wie viele Menschen in stiller Andacht verweilten. Jeder war auf seine Weise mit diesem Ort beschäftigt, und genau das machte die besondere Atmosphäre noch spürbarer.

    Als wir das Heilige Haus schließlich wieder verließen, nahmen wir weit mehr mit als nur den Eindruck einer sehenswerten Kirche. Unser erster Besuch war zwar kurz, aber gerade deshalb stand für uns schnell fest, dass wir wiederkommen möchten – mit mehr Zeit und Muße, um Loreto noch einmal in Ruhe auf uns wirken zu lassen. Für uns bleibt dieser Ort als eine eindrucksvolle Erfahrung in Erinnerung, die Geschichte, Kunst und besondere Atmosphäre auf schöne Weise verbindet.
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  • Scafa

    May 8 in Italy ⋅ ☁️ 18 °C

    Lavino in Scafa

    Gestern haben mein Mann und ich einen unvergesslichen Ausflug in den Parco Lavino bei Scafa gemacht, einem der magischsten Orte in den Abruzzen. Der Park ist weit mehr als nur ein schönes Fotomotiv; er ist ein komplexes Ökosystem mit historischer Bedeutung. Als wir dort ankamen, wurden wir sofort von den intensiven Farben des Wassers verzaubert. Das türkisfarbene Wasser, das in der Sonne glitzert, und die verwunschenen Holzstege inmitten unberührter Natur schienen direkt aus einem Märchen entsprungen. Man nennt den Park oft die „Malediven der Abruzzen“, und ich kann das nur bestätigen; es fühlte sich fast surreal an.

    Während wir durch die idyllische Auenlandschaft schlenderten, war ich fasziniert von den verschiedenen Blautönen, die das Wasser annahm. Ich konnte kaum glauben, dass diese Farben das Ergebnis eines natürlichen chemischen Prozesses sind – der hohe Schwefelgehalt und das Zusammenspiel von Sedimenten und Mikroorganismen machten jeden Blick zu einem besonderen Erlebnis.

    Ein Highlight unserer Wanderung war die Mulino Farnese, eine Wasser- mühle aus dem 17. Jahrhundert, die im Herzen des Parks liegt. Diese Mühle hat eine große historische Bedeutung für die Menschen in der Region und war bis kurz vor dem Zweiten Weltkrieg in Betrieb. Es war beeindruckend zu erfahren, wie das Wasser des Lavino genutzt wurde, um die riesigen Steinmahlwerke zu betreiben.

    Die Mühle nutzte die Wasserbewegung, um die Energie für den Betrieb der drei Mahlwerke zu gewinnen, die jeweils für unterschiedliche Getreidearten verwendet wurden. Die Kunstfertigkeit der Mühle und die cleveren technischen Lösungen, wie die Rillen auf den Mahlsteinen zur Belüftung des Weizens, waren einfach bemerkenswert.

    Der Geruch nach Schwefel, der an faule Eier erinnert, war zwar gewöhnungsbedürftig, aber ich sah ihn als Zeichen für die Reinheit und geologische Aktivität der Region. Unser Besuch im Parco Lavino und der Mulino Farnese war nicht nur eine Wanderung, sondern eine Entdeckungstour, die unsere Herzen berührt hat.
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  • Sulmona und das Fest des Feuers

    April 19 in Italy ⋅ ⛅ 15 °C

    Heute waren wir auf dem **Fest des Feuers** in Sulmona, und es war ein unvergessliches Erlebnis! Dieses traditionelle Fest feiert den Frühling und hat seine Wurzeln in alten heidnischen Bräuchen, bei denen das Feuer den Kampf gegen Dunkelheit und Kälte symbolisiert.

    Besonders spannend waren die Wettbewerbe, bei denen junge Leute in Teams gegeneinander antraten. Neben Tauziehen und rohem Eierwerfen und fangen gab es auch ein aufregendes Eselrennen, das für viel Gelächter sorgte. Die Teilnehmer hatten sichtlich Spaß dabei, sich zu messen und den Teamgeist zu stärken. Es waren vor allem lokale Jugendgruppen, Schulklassen und Gemeinschaftsvereine vertreten.

    Das Highlight des Abends waren die spektakulären Feuerwerke und die beeindruckenden Holzpyramiden, die in Flammen aufgingen. Die Atmosphäre war lebhaft und festlich, mit vielen Menschen, die zusammenkamen, um die Rückkehr des Lichts zu feiern.

    Die Kombination aus Tradition, Gemeinschaft und festlicher Stimmung machte den Abend wirklich besonders. Wir können es kaum erwarten, dir mehr darüber zu erzählen!
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  • San Bartolomeo

    April 4 in Italy ⋅ ☀️ 12 °C

    Ein Ort voller Geschichte und Spiritualität

    Ich möchte von einem unvergesslichen Erlebnis berichten, das wir kürzlich hatten. Unser Besuch in San Bartolomeo war nicht nur eine Reise zu einem malerischen Ort, sondern auch eine Entdeckung, die uns tief berührt hat. Ohne zu wissen, welche Bedeutung dieser Ort in der Weltgeschichte hat, standen wir dort, umgeben von der majestätischen Natur der Majella-Berge.

    San Bartolomeo in Legio: Ein Ort der Umwälzung

    Hier, in einer kleinen Kapelle im Fels, lebte einst Pietro da Morrone. Ein Mann, der vom Einsiedler zum Papst aufstieg und die Welt mit einer Entscheidung schockierte, die 700 Jahre lang nachhallte.

    Der Weg des Extrem-Eremiten

    In den 1240er Jahren suchte Pietro in absoluter Einsamkeit nach Gott. Er lebte in der rauen Natur, schlief auf nacktem Stein und fastete extrem – ein Leben, das der meisten Menschen unvorstellbar erscheint. Die Stille der Berge war sein Zufluchtsort, und es war in dieser Abgeschiedenheit, dass er seine Erleuchtung fand.

    Vom Fels auf den Thron

    Im Jahr 1294, beinahe 80 Jahre alt, wurde er zum Papst gewählt – Coelestin V. Die Kardinäle, überzeugt, dass nur ein „Heiliger“ die korrupten Strukturen der Kirche retten könnte, holten ihn von seinem bescheidenen Platz in der Einsamkeit. Doch schnell stellte sich heraus, dass er in der politischen Arena nicht bestehen konnte.

    Der große Verzicht

    Nach nur fünf Monaten auf dem Papstthron entschied Pietro sich für das Unvorstellbare: Er trat zurück, um in die Berge zurückzukehren, die er so liebte. Diese Entscheidung war zu seiner Zeit einzigartig und sollte erst 2013 mit dem Rücktritt von Benedikt XVI. wiederholt werden.

    Ein besonderer Ort voller Geheimnisse

    Die steinernen Wände der Kapelle sind durchdrungen von Geschichten. Man sagt, Pietro habe dort Visionen von Engeln gehabt, was ihm den Titel „Engelpapst“ einbrachte. Doch seine Rückkehr zur Einsamkeit brachte auch Schatten mit sich. Sein Nachfolger fürchtete die Macht des „Ex-Papstes“ und ließ ihn einsperren, was schließlich zu seinem Tod führte. Lange Zeit glaubte man, er sei gewaltsam ums Leben gekommen, doch moderne Forscher sind sich heute sicher, dass er einfach vor Erschöpfung und Sehnsucht nach den Bergen starb.

    Eine Verbindung zur Gegenwart

    Als wir in der Stille der Kapelle standen, spürten wir, was Pietro vor 800 Jahren suchte: einen tiefen Seelenfrieden. San Bartolomeo ist mehr als nur eine Kapelle – es ist ein Symbol für die Wahl, die wir alle treffen können: die Suche nach innerem Frieden über materielle Macht.

    Ein kleiner, faszinierender Fakt: Papst Benedikt XVI. orientierte sich bei seinem eigenen Rücktritt im Jahr 2013 an Pietro da Morrone. Er besuchte Pietros Grab und legte dort sein Amtssymbol ab – ein stiller Hinweis auf seine Pläne.

    Ich hoffe, dieser Bericht gibt einen kleinen Einblick in die Magie und die Geschichte, die wir an diesem besonderen Ort erleben durften. Es war eine Reise voller Inspiration und Spiritualität.
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  • Civitella du Tronto

    April 2 in Italy ⋅ 🌧 7 °C

    Civitella di Tronto – ein charmantes Abenteuer in den Abruzzen, das mit seiner einzigartigen Atmosphäre begeistert. Mein Besuch dort war eine wunderbare Mischung aus Geschichte, Kultur und einer Prise Humor.

    Zunächst machte ich mich auf den Weg zur engsten Gasse Italiens. Diese kleine Durchgangsstraße war so schmal, dass ich mich fast wie ein Akrobat fühlen musste, um hindurchzukommen. Es war ein lustiges Spiel zwischen dem Entdecken der schönen Details und dem Versuch, nicht mit dem Kopf an die Wände zu stoßen. Diese Gasse ist definitiv ein Erlebnis, das man nicht so schnell vergisst!

    Der nächste Stopp war die beeindruckende Festung, die majestätisch über dem Dorf thront. Das Festungsmuseum dort bot mir faszinierende Einblicke in die Geschichte der Region. Die Ausstellungen waren nicht nur informativ, sondern auch spannend. Ich konnte viel über die Verteidigungsstrategien und das Leben der Menschen in vergangenen Zeiten lernen.

    Von der Festung aus hatte ich auch einen atemberaubenden Blick auf die umliegenden Berge und das Tal. Dieser Panoramablick war der perfekte Ort, um ein paar Erinnerungsfotos zu schießen und die Schönheit der Natur zu genießen.

    Zusätzlich besuchte ich das Museum Nina im Dorf, das mich mit seiner Sammlung von lokalen Artefakten und historischen Objekten fesselte. Hier wurden die Geschichten der Stadt lebendig, und ich konnte die Verbindung zwischen den Menschen und ihrer Vergangenheit nachvollziehen. Jedes Stück in diesem Museum hatte seine eigene Geschichte zu erzählen, und es war beeindruckend zu sehen, wie die Kultur und Traditionen in Civitella lebendig gehalten werden.

    Ein Spaziergang durch die Altstadt war ein weiteres Highlight meines Besuchs. Die verwinkelten, gepflasterten Gassen waren voller Charme und luden dazu ein, die kleinen Geschäfte und versteckten Plätzchen zu erkunden. Ich ließ mich von den Malereien und der Architektur inspirieren, während ich durch die Straßen schlenderte.

    Insgesamt war mein Besuch in Civitella di Tronto ein unvergessliches Erlebnis, das sowohl lehrreich als auch unterhaltsam war. Ich kann nur empfehlen, sich auf den Weg zu machen und diese kleinen Wunder selbst zu entdecken – und vielleicht ein paar Snacks mitzunehmen, um die Erkundungstour noch angenehmer zu gestalten!
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  • Besuch in Atri

    March 31 in Italy ⋅ 🌧 7 °C

    Atri, eine Stadt voller Geschichte und Kultur, bot uns während unseres Besuchs einen unvergesslichen Stadtrundgang. Die beeindruckende Kathedrale Santa Maria Assunta war der erste Höhepunkt. Sie gilt als eine der Hauptwerke der romanischen Architektur in den Abruzzen und ist ein nationales Denkmal. Die Kathedrale, eine ehemalige Bischofskirche aus dem 13. Jahrhundert, beherbergt bedeutende Kunstwerke des Mittelalters und der Renaissance.

    Besonders hervorzuheben sind die Fresken, darunter der große Freskenzyklus von Andrea de Litio (ca. 1480–1481) im Chor, der Szenen aus dem Marienleben darstellt. Neben diesen jüngeren Kunstwerken existieren auch ältere gotische Fresken aus dem 13. Jahrhundert, die Darstellungen der "Unterscheidung der Lebenden von den Toten" zeigen. Trotz vergangener Erdbeben sind große Teile der Fresken gut erhalten und gehören zu den wichtigen Kunstschätzen Mittelitaliens.

    Das Theater, ein weiteres Juwel von Atri, beeindruckte uns mit seiner Architektur und den Erzählungen über vergangene Aufführungen. Auch das Rathaus war Teil unserer Erkundungstour, wo wir die politische und soziale Entwicklung der Stadt näher kennenlernen durften.

    Ein ganz besonderer Teil unseres Besuchs war die Verköstigung, die uns in ein Lakritzgeschäft und einen Likörladen führte. Die herzlichen Besitzer ließen uns in die Welt ihrer Produkte eintauchen und boten uns zahlreiche Kostproben an. Es war ein wahrer Genuss, die verschiedenen Geschmäcker zu erleben und mehr über die Herstellung zu erfahren.

    Zusätzlich besuchten wir das älteste Tor der Stadt und die Ausgrabung am Stadtrand. Die Erklärungen den traditionellen Wasserkanälen, erweiterten unser Verständnis für die Ingenieurskunst der Vergangenheit und deren Bedeutung für das Leben in Atri.

    Nach unserem kulturellen Rundgang entdeckten wir das Naturschutzgebiet Calanchi di Atri, bekannt für seine dramatische "Mondlandschaft". Dieses 400 Hektar große WWF-Gebiet beherbergt durch Erosion geformte Lehmformationen und seltene Tiere wie Stachelschweine, Füchse und Falken.
    Die Kombination aus der hügeligen Landschaft, der Nähe zur Adriaküste und den beeindruckenden Ausblicken auf die höchsten Gipfel der Abruzzen machte unseren Aufenthalt in Atri zu einem unvergesslichen Erlebnis. Diese Reise war nicht nur eine Erkundung von Sehenswürdigkeiten, sondern auch eine Reise in die Geschichte und Natur, die Atri so einzigartig macht.
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    Trip start
    April 1, 2026