Mondfrau

Joined January 2018Living in: Deutschland
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  • Jul14

    Bärenjagt

    July 14, 2017 in Italy ⋅ ⛅ 23 °C

    Wir haben keine Angst.....
    Pescasseroli liegt in einer weiten Ebene inmitten einer bergigen Landschaft von unberührter Schönheit im Herzen des Nationalparks Abruzzen, Latium und Molise, einem der ältesten italienischen Parks.
    Die Wirtschaft in der Vergangenheit basierte hauptsächlich auf Schafzucht. Der Nationalpark der Abruzzen wurde hier am 9. September 1922 gegründet und machte den Weg frei für eine neue Entwicklung. Heute ist Pescasseroli ein Wohngebiet und ein großes Handwerkszentrum. Es entwickelte sich zu einem bedeutenden Ferienort sowohl im Sommer als auch im Winter. Es gibt 20 km lange Pisten und Pescasseroli ist ein idealer Ausgangspunkt für viele Ausflüge in den Park.
    Der Ort ist reich an Wasser, Wäldern und natürlichen Höhlen. Er ist seit der Vorgeschichte bewohnt.
    Wir besuchten dort mit einem Wildhüter und Ranger die Berge vor Ort. Er machte uns auf Bärenspuren aufmerksam. Es gruselte etwas, wenn ich bedenke, wie nah dieser Bär uns war.

    Diesen Ort werden wir als feste Station für unseren nächsten Abruzzen Urlaub ins Auge fassen.
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  • Jul12

    Castel de Monte

    July 12, 2017 in Italy ⋅ ⛅ 27 °C

    Filmkulisse für den US-Klassiker mit George Clooney „Der Amerikaner“.
    Es empfiehlt sich unbedingt einen Ruhetag in Castel del Monte einzulegen. Wenn man dazu das Glück hat, dass dieser auf einen Samstag fällt, erlebt man auch den Markt mit seinen Spezialitäten wie Wein, Salami und Schinken aus heimischer Produktion. Die Frauen besuchen die Kirche, die Männer treffen sich am Hauptplatz zum Plausch. Vom Ort geht eine unglaubliche Magie aus. Die wenigen Touristen fallen nicht auf, keine Plakate, keine neuen, modernen Gebäude, keine Satellitenanlagen und Antennen, keine Autos. Jedes Jahr zogen Zehntausende von Tieren mit ihren Hirten von hier in die Ebenen Apuliens auf die Winterweiden.Read more

  • Jul11

    Mit einem einheimischen Unterwegs

    July 11, 2017 in Italy ⋅ ⛅ 26 °C

    Wir wollten mit dem Bus unser Auto holen. Nur leider gab es keinen Bus. Wir überlegten nun, doch nochmal zu Fuß hinauf zu wandern. Zum Glück trafen wir einen älteren Mann mit einem Jeep. Wir fragten ihn, ob er wisse, wie wir am besten zum Campo Imperatore kommen. Er wusste es, er wollte uns dort hin fahren. Obwohl wir schon mehrmals den Weg hinauf gefahren waren, erlebten wir diese Jeep-Fahrt ganz anders. Unser „Chauffeur“ hatte ein Wissen über die Berge, Pflanzen und Tiere, welches uns sehr beeindruckte. Er erzählte uns über diesen Teil der Abruzzen Dinge, die in keinem Reiseführer stehen. Er ist der Inhaber des Restaurant „Locanda Del Palazzo“.
    Dort speist man in einem umgebauten Kuhstall. Sehr lecker und sehr familiär. Er zeigte uns, wo derzeit die Adler ihren Horst haben und wo die Geier anzutreffen sind. Er erzählte über die vielen Herden und ihre Hirten, über wild lebende Pferde und Kühe und vieles mehr. Es lohnt sich, er lässt sich auch privat buchen.

    Nach einer kleinen Pause am Auto machten wir uns schließlich auf den Weg, den Grat Cresta della Portella entlang zu wandern. Die Strecke verläuft teils auf der Seite zum Campo Imperatore und teils auf der Seite zum Campo Pericoli. Man sieht auf dem felsigen Weg, dass der Winter mit Schnee und Lawinen deutliche Spuren hinterlassen hat. Gutes Schuhwerk ist daher unerlässlich. Wir waren froh, dass wir auch unsere Trekkingstöcke für unsere Wanderungen durch die Abruzzen mitgenommen hatten.
    Hinter jeder Biegung tat sich uns ein komplett neuer Blick auf eine bisher nie gesehene Bergwelt auf. Dazu eine Stille, die man sich heutzutage schon gar nicht mehr vorstellen kann!
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  • Jul10

    Unendlich weiter Weg nach Santo Stefano

    July 10, 2017 in Italy ⋅ ⛅ 25 °C

    Heute fahren wir ganz hinauf, zum Campo Imperatore. Vor uns liegt mit annähernd 30 Kilometern Länge und fast acht Kilometern Breite die größte Hochebene Europas. Es ist eine völlig andere Welt. Eine Weite, wie wir sie bestenfalls aus monumentalen Westernfilmen kennen. Kein Baum, kein Strauch verstellt den Blick. Mit staunenden Augen fahren wir an riesigen Schaf-, Rinder- und Pferdeherden vorbei.

    Die vielen Tierherden haben jede Menge Trampelpfade geschaffen, die neben den vielen trockenen Wasserläufen im Sommer auch von Wanderern genutzt werden. Auf einem dieser Pfade machen wir uns auf den Weg zurück nach Santo Stefano. Den Wagen lassen wir oben zurück; ihn holen wir morgen wieder ab.
    Wir durchwandern einsame Hügel, Weiden und Hänge. Das Ganze hat einen Wild West Flair. Wir können gut verstehen, dass hier die sogenannten Italiano Western gedreht wurden. Wer diesen Weg versucht nach zu wandern, sollte eine gute Orientierung haben und keine Angst vor großen Tieren. Der Weg ist fast nicht markiert und viel länger als wir gedacht haben.
    Menschen haben wir keine getroffen, aber dafür hat uns ein gutes Stück ein Wolf begleitet. Er hielt Abstand: Wir unten in einer weiten Schlucht, er oben am Hang. Sein Rudel entdeckten wir nicht. Er war wohl die Vorhut. Irgendwann war er dann auch verschwunden oder wir sahen ihn einfach nicht mehr.
    Wir wanderten durch abenteuerliche Abschnitte. Der Weg war faszinierend, aber deutlich länger als gedacht. Im Dunkeln kamen wir in unserer Ferienwohnung an. Ein sehr schöner Tag mit beeindruckenden Naturerlebnissen lag hinter uns. Die Frage, wie wir unser Auto zurückholen können, verdrängten wir zunächst einmal. Fest stand für allerdings, dass eine Wanderung in entgegen gesetzter Richtung für uns nicht in Frage kommt.
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  • Jul8

    Mit Regenschirm einen Berg ersteigen

    July 8, 2017 in Italy ⋅ ⛅ 25 °C

    Regenschirm und Sonnenschein. M

    Nach unserem gestrigen Ausflug wollten wir heute das Hochplateau des Campo Imperatore weiter erkunden. Der sehr sonnige Tag versprach eine tolle Fernsicht vom Monte Camicia (2.564 m) aus.

    Wir fuhren wieder von Santo Stefano hinauf durch das „kleine Tibet“ der Abruzzen. Der Campo Imperatore ist ein großartiges, 25 KM langes Hochtal. Wenn man von Santo Steffano hoch kommt, liegt links das Gran Sasso Massiv mit seinem Corno Grande, einer majestätischen Schönheit. Von dort aus reiht sich ein zerklüfteter Felsgipfel an den anderen. Der Campo ist von diesem Gebirgszug eingefasst. Die höchste Erhebung in dieser Gebirgskette ist der Monte Camicia Ihn wollen wir auch heute besteigen. Wir parkten am Refugio Fonte Vatica. Auch hier wird wild gezeltet und gecampt.

    Der Anstieg ist wirklich sehr steil und kräfteraubend, dennoch aber recht gut zu gehen. Manchmal musste ich die Hände zu Hilfe nehmen, um einzelne Felsen zu überwinden. Nicht immer ist der Weg eindeutig markiert. Ich schaute oft zurück und staunte darüber, wie viel wir schon an Höhe gewonnen hatten. Wir kamen ganz schön ins Schnauben und machten die eine oder andere kleine Pause. Die Sonne brannte mittlerweile erbarmungslos auf uns herab. Mit uns waren viele Italiener unterwegs. Endlich kamen wir an einer schönen Stelle an, die zu einer größeren Pause einlud. Flach und grün sowie mit ein paar passenden Felsen zum Setzen. Hier hat die Natur an den Menschen gedacht und mal eben einen natürlichen Picknickplatz eingerichtet. An diesem Punkt gab es auch etwas zum Schmunzeln. Die Italiener, die hier Pause machten, waren mit bunten Regenschirmen unterwegs. Sie saßen zusammen, teilten sich ihre Köstlichkeiten und genossen - geschützt vor der Sonne durch ihre Regenschirme - die Landschaft. Schon eine besonderer Eigenart, mit dem Regenschirm in der Hand einen Berg zu ersteigen. Wie ich später erfuhr, wollten sie aber nicht alle zum Gipfel, sondern einfach nur etwas Bergwandern. Wir atmeten durch, tranken Wasser und stiegen weiter bergauf. Immer den Blick zum Gipfel gerichtet. Oben angekommen, hatten wir wie erhofft eine sehr gute Fernsicht. Wir konnten nicht nur tief ins Tal blicken, sondern auch in der Ferne die Adria erkennen. Mir verschlug es die Sprache.

    Es reicht, wenn man bis zum Kamm wandert, also auf eine Höhe von etwa 2.470 m. Will man höher hinaus, sollten die dort lauernden Gefahren nicht unterschätzt werden. Diese zeigen sich insbesondere beim Abstieg. Hier sollte man sich exakt an die Markierung halten und den einigermaßen fest getretenen Weg nicht verlassen. Ansonsten kann man auf den losen Geröllflächen schnell den Halt verlieren. Wir mussten mehrmals die Luft anhalten, weil Wanderer auf dem Geröll ins Rutschen kamen. Abschürfungen und Prellungen waren die Folge. Die in solchen Situationen immer wieder zu beobachtende große Hilfsbereitschaft unter Bergfreunden trug dazu bei, dass die entstandenen Blessuren gleich vor Ort behandelt werden konnten. Eine beruhigende Erfahrung. .

    Wir haben für den gesamten Abstieg sehr, sehr lange gebraucht. Denn auch dieser hatte es in sich. Dort, wo ich vorher die Hände zur Hilfe genommen hatte, musste ich mich mehrmals auf den Hosenboden setzen und mich cm für cm nach unten vorarbeiten. So kamen wir viel später als geplant am Fuße des Berges an. Wir hatten einen Mordshunger und machten uns gleich zur Grillhütte auf den Weg. Dort warteten schließlich Arrosticcinis auf uns.

    Der Monte Camicia ist mit dem Monte Tremoggia durch einen Höhenkamm verbunden. Es lohnt sich sicherlich, den Monte Tremoggia zu besteigen und dann über den Höhenzug den Monte Camicia zu erwandern. Die Aussicht dort stelle ich mir bei günstigen Wetterverhältnissen phantastisch vor. Rechts den Blick zur Adria und links die Kulisse des Campo Imperatore. Fazit: Ich muss noch einmal dort hin.
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  • Jul7

    Erdbeben und sehr schöne Natur

    July 7, 2017 in Italy ⋅ ☀️ 31 °C

    Am heutigen Tag wollten wir die Abruzzen nicht per pedes, sondern mit dem Fahrrad erkunden. So der Plan.
    Der Monte Mezzo ist 2.153 m hoch liegt am Lago de Campotosto. Als ich Infos zu dieser Bergregion einholte, erfuhr ich, dass man im Dorf Campotosto einen Fahrradverleih vorfindet. Dieses warb im Internet mit einer zwar anspruchsvollen, aber auch sehr reizvollen Tour um den kompletten See.
    Also setzten wir uns ins Auto und machten uns auf den Weg. Schon die Anfahrt zu unserem Zielort war ein Erlebnis. Sanfte Hügel, dichte Wälder und enge Schluchten wechselten sich in kurzen Takten ab. Eine bequeme Art, alles vom Auto aus zu bestaunen.
    Dann endlich, der erste Blick auf dem See. Wenn man den grandiosen Anblick des blauen, glitzernden Lago in sich aufnimmt, glaubt man kaum, dass hier einmal im großen Stil Torf abgebaut wurde. So um 1930 wurde dann dieses Becken geflutet und ein weitläufiger Stausee angelegt, der auch zur Stromerzeugung genutzt wird. Der See steht unter Naturschutz und ist Teil des Nationalparks Gran Sasso e Monti della Laga. An manchen Stellen erheben sich steile und bewaldete Hänge aus dem See, an anderen Stellen befindet sich ein sanfter Strand. Wer die Zeit hat, sollte auf jeden Fall den Monte di Mezzo mit ins Besuchsprogramm aufnehmen. Dort gibt es eine geniale Aussicht über den See und zum Grand Sasso und dessen Corno Grande. Aber Vorsicht, man sollte sich vorher genau erkundigen. Zum Gipfel führt sowohl ein relativ leichter als auch ein deutlich anspruchsvollerer Weg. Letzterer setzt Schwindelfreiheit, Trittsicherheit, Orientierungsvermögen und Klettererfahrung voraus. Der Einstieg ist etwas unterhalb des Dorfes in einer Linkskurve. Wir entschieden uns diesmal gegen eine „Gipfelerstürmung“, schließlich stand für heute eine Radtour auf unserem Plan.

    So fuhren wir immer noch mit dem Auto den See entlang und amüsierten uns über die Italiener, die hier wild campten und das Wochenende einläuteten. Da der See zum Naturschutzgebiet gehört, gibt es keine Parkplätze direkt am Seeufer. Die Haltebuchten befinden sich vielmehr unmittelbar an der gut befahrenden Landstraße. Dort sitzen die Camper vor ihrem Wohnwagen auf ihrem Camping-Equipment und beobachten den Verkehr. Einige haben sich ihren Grill aufgebaut, manche noch ein Zelt. Ich finde es etwas befremdlich, denn es gibt wirklich viele sehr schöne, abgeschiedene Campingplätze in den Abruzzen. Warum campt man wild direkt an der Straße? Mir erschließt sich das nicht.

    Je weiter wir an dem See entlang fuhren, wuchsen in mir die Zweifel, ob wir an unserer Radtour-Idee festhalten sollten. Die viel befahrende Straße, der Fahrstil der Italiener sowie offensichtlich fehlende Radwege trugen zumindest nicht zur Motivation für ein solches Vorhaben bei. Ob das wirklich ein so guter Tipp war?

    Wir fuhren weiter die Uferstraße entlang und bogen dann rechts ab, den Berg hinauf zu dem kleinen Ort Compotosto. Der Ort liegt sehr idyllisch am Berghang mit einem weiten Blick über den See. Wir passierten mehrere Campingplätze und kleinere Hotels. Sie wirkten überwiegend menschenleer und verlassen. Keine Touristen waren zu sehen. Was war passiert? Dieses Dorf liegt doch so schön und bietet einen so tollen Ausblick.

    Und dann nach der nächsten Kurve stockte uns der Atem. Auch hier hatte ein Erdbeben gewaltige Zerstörungen hinterlassen. Es waren keine Anzeichen für einen Wiederaufbau zu erkennen. Lediglich an einigen Stellen hatte man versucht, den Schutt nach den verschiedenen Materialien zu sortieren. Es schien ein vergessenes Dorf zu sein. Der zerstörte Ortskern samt Schule hinterließ einen deprimierenden Eindruck. Nirgendwo waren Kinder zu entdecken. Lediglich einige alte Menschen waren offenbar nicht bereit gewesen, ihre Häuser vollständig aufzugeben. Sie wurden versorgt durch einen kleinen Verkaufscontäiner mit einer sehr überschaubaren Auswahl von Dingen des täglichen Bedarfs. Wir blieben eine Weile, um die Eindrücke zumindest ansatzweise zu verarbeiten. Ich dachte noch, wow, was für eine heile Welt, und dann dieser Schlag in die Magengrube. Sprachlosigkeit machte sich breit. Die von Depressionen und Hoffnungslosigkeit geprägten Gefühle der Menschen in diesem Ort waren unübersehbar. Viele Straßen waren abgesperrt und zu „roten Zonen“ erklärt worden. Eine vorbeifahrende Polizeistreife beobachtete uns kurz. Zählte es zu ihren Aufgaben, Plünderungen zu verhindern? Was sollte man hier noch an Wertsachen finden, ohne sich in Lebensgefahr zu bringen?

    Abgesehen davon, dass es den Fahrradverleih nicht mehr gab, war uns die Lust auf eine Fahrradtour vergangen. Ziemlich nachdenklich traten wir unseren Heimweg an. An einem kleinen Restaurant machten wir einen Zwischenstopp. Es wurde als Familienbetrieb geführt. Eine Speisekarte existierte nicht. Die Tochter des Hauses erzählte uns, was es Nettes aus der Küche gab. Hierzu zählten diverse Köstlichkeiten aus der Region und natürlich frisch gefangenen Fisch aus dem See. Alles sehr ursprünglich und typisch abruzzesisch. Wir genossen die kulinarischen Leckerbissen sowie den Ausblick auf die untergehende Sonne über dem Lago di Compotosto. Dann führte uns der Weg wieder zurück nach Sankt Steffano.
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  • Jul6

    Arrosticcini bei den Schafshirten

    July 6, 2017 in Italy ⋅ ☀️ 23 °C

    Es war ein schöner Sommertag mit einer anstrengenden Wanderung zum Monte Prena (2.561m). Im Anschluss an diese Tour gönnten wir uns mitten auf dem Hochplateau eine lange und genüssliche Pause im Ristoro Mucciante, einer in einer rustikalen Holzhütte untergebrachten Metzgerei mit einem angeschlossenen Grillplatz. Aus meiner Kindheit sind mir die an dieser Stelle früher durchgeführten Schafsauktionen in Erinnerung geblieben. Hier wechselten innerhalb von wenigen Tagen Tausende von Schafen ihre Besitzer. Dies war immer ein imposantes Schauspiel - insbesondere für die Erwachsenen. Wir Kinder machten in dieser Zeit Jagd auf die hier zu findenden riesigen Heuschrecken.

    Ein Ausflug in dieser Gegend ist für uns traditionell verbunden mit einem Metzgereibesuch und dem Kauf der dort angebotenen Fleischspieße, die hier Arrosticcenis genannt werden. Auch andere abruzzesische Spezialitäten wie Wein, Käse oder frisch gebackenes Brot können hier erworben werden. Das Besondere ist, dass die Fleischspieße direkt vor Ort auf dem Grillplatz zubereitet und verzehrt werden können. Man sitzt auf einfachen Bierzeltgarnituren im Freien. Dabei bleibt man selten alleine. Man kommt vielmehr schnell mit anderen ins Gespräch und bildet schon bald eine große „Grillfamilie“. Der Duft von gebratenem Fleisch liegt in der Luft. Gerade in den frühen Abendstunden stellt sich eine fast schon idyllische Atmosphäre ein. Man ist einfach entspannt und glücklich.

    Wer in einer solch stimmungsvollen Situation die Wirkung des Weines unterschätzt haben sollte, dem rate ich, vor Ort im Auto, Zelt oder Wohnmobil zu übernachten. Dies ist zwar offiziell nicht erlaubt, wird aber geduldet. Zu bedenken ist, dass der Weg zum nächsten Dorf weit und die Straßen eng sowie sehr kurvenreich sind. Es versteht sich von selbst, dass an dieser Übernachtungsvariante auf Dauer nur festgehalten werden kann, sofern die „Camper“ sich entsprechend den Anforderungen in einem Naturschutzgebiet verhalten.

    Jetzt stellt sich die berechtigte Frage: Wo liegt das „Grillparadies“ genau? Ich kann es nur grob beschreiben. Wer den Aufstieg zum Campo Imperatore am Gran Sasso plant, fährt in Richtung Castel del Monte! Man folgt der Straße und trifft nach einigen Kilometern unweigerlich auf die Holzhütte mit Metzgerei und dem Grillplatz. Auch wenn die Straße gegen Ende schlechter wird, nicht umkehren, es ist der richtige Weg. Schon bald lassen am Horizont stehende Wohnmobile erkennen, dass man sich dem Ziel nähert. Also fertig machen zum Grillen und Genießen: Dolche Vita pur.
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  • Jul6

    Höhlen und Wasserfälle

    July 6, 2017 in Italy ⋅ ☀️ 31 °C

    Die Höhlen von Stiffe. Die Höhlen von Stiffe sind ein Naturschauspiel, das man gesehen haben sollte. Sie liegen etwas oberhalb des Örtchen Stiffe. Ich hörte von Einheimischen, dass es sich auch auf jeden Fall lohnt, durch den kleinen Ort zum Wasserfall zu wandern. Dem Rat entsprechend, folgten wir dem kleinen Bachlauf, der sich hinter dem Dorf an einer Felswand und einer alten Mühle vorbei schlängelt. Dieser Bach speist sich aus einem kleinen Wasserbecken unterhalb des Wasserfalls. Dieser Wasserfall kommt aus der Höhle, die wir zuvor besichtigt hatten. Es ist ein magischer Ort. Dort könnten auch Kobolde und andere kleine Märchenwesen leben. Tausende Schmetterlinge flatterten dort von Blüte zu Blüte. Moose und Farne bedeckten die Steine und Sonnenlicht fiel durch das grüne Blätterdach. Das Singen der Vögel, das Rauschen des Wassers und der Wind in den Blättern ergab eine Symphonie aus Naturklängen, die wunderschön beruhigend wirkten. Wir sind dort eine Weile geblieben, ganz alleine, ohne andere Touristen. Ein kleiner Geheimtipp, abseits der Touristenpfade. Im Sommer ist bei den eigentlichen Höhlen der Teufel los. Es gibt mehrere riesige Parkplätze unterhalb der Höhlen. Dort im Restaurant müssen auch die Eintrittskarten gekauft werden. Ein Shuttlebus bringt die Besucher zum Höhleneingang. Oben bei den Höhlen gibt es nur eine Handvoll Parkplätze. Die Höhlen sind eigentlich ein unterirdischer Flusslauf mit vielen Grotten und Sälen. Das ist auch das Besondere an dieser Tropfsteinhöhle. Es ist ein beeindruckendes Schauspiel, wenn ein Wasserfall aus 20 Metern und ein weiterer Wasserfall aus einer Höhe von 25 Metern in ein kleines Wasserbecken herabstürzten. In dieser Höhle war ein Getöse, wie ich es noch nicht gehört habe. Wir mussten uns anschreien, um uns zu verständigen. Ganz seltsam war es dann in der nur wenige Meter entfernten „Höhle der Stille“. Dort war - warum auch immer – von den Wasserfällen nichts mehr zu hören. Es war eine Stille, die so plötzlich eintrat, dass sie mir zunächst einmal einen Schrecken einjagte. So eine beeindruckende Stille habe ich zuvor noch nie gehört. Seltsam, denn einige Meter weiter dominierte wieder dieses laute Rauschen des unterirdischen Flusses unsere Sinne. Wie kann es sein, dass an dieser einen Stelle die Geräuschkulisse vollkommen fehlt? Es war fast unheimlich. Dieser Wasserlauf innerhalb der Höhle ist wirklich ein unterirdischer Fluss in einer unterirdischen Schlucht. Manche glauben, es sind unterirdische Quellen, aber so ist es nicht. Wandert man oberhalb der Höhlen ein gutes Stück weiter, so entdeckt man Bäche, die einfach aufhören zu fließen. Sie verschwinden im Erdreich. Die Erde ist dort so porös, dass alles Wasser versickert und sich einen unterirdischen Weg sucht. Mit Farbstoffen hat man erfolgreich diesen Weg nachgezeichnet. Das Wasser selbst ist kalt und klar, hat aber keine Trinkwasserqualität. Es ist vielmehr durchsetzt mit Bakterien und Mikroorganismen. Also besser keine Trinkprobe nehmen. Euer Magen wird es Euch danken.
    Unser „Höhlen-Erlebnis“ ließen wir in einem nahe gelegenen Restaurant bei einem Glas Wein und einem typischen italienischen Essen nachwirken. Wieder in unserer Ferienwohnung angekommen, saßen wir noch lange auf unserer Terrasse, genossen den sternenklaren Himmel und die nur durch das Zirpen der Grillen unterbrochene Stille einer lauen Sommernacht im Herzen der Abruzzen.
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