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Tunesien

A 26-day adventure by Sprinterwegs Read more
  • Trip start
    March 20, 2026

    Genua

    March 21 in Italy ⋅ ☀️ 13 °C

    Nach einer stress- und fast staufreien Fahrt kommen wir gegen Mitternacht in Genua an. Unser Übernachtungsplatz auf dem IKEA- Parkplatz scheint ein bekannter Overlanderspot zu sein. Neben uns stehen ca. 10 Expeditionsmobile.
    Auf der Fähre eine bunte Mischung aus Tunesienheimkehrern mit komplettem Hausstand auf dem Dach und Allradfahrzeugen in jeglicher Ausprägung. Darunter mindestens 50 4x4 Panda, die in Tunesien eine Rallye fahren. Unter all den MAN Kat, Landis, Landcruisern, G-Klasse und Ivecos kommen wir uns fast schon schlecht ausgerüstet vor.
    Die Fähre ist funkelnagelneu, Indienststellung war vor 2 Wochen. LNG betrieben und angeblich mit 50% weniger CO2 Ausstoß. In 25 Stunden sind wir in Nordafrika.
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  • Angekommen

    March 22 in Tunisia ⋅ ☁️ 14 °C

    Pünktlich kommen wir in Tunis an. Wir fahren quasi als letzte von der Fähre und kommen trotzdem im vorderen Drittel aus der Migration und dem Zoll. Alles ziemlich chaotisch, aber die Südamerikaerfahrung hilft.
    Wir fahren noch eine Stunde nach Nordwesten die Küste hoch und stehen an einem kilometerlangen, einsamen Sandstrand. Es ist mit 16 Grad recht frisch, aber im Landesinneren soll es die nächsten Tage wärmer werden.
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  • Bizerte

    March 23 in Tunisia ⋅ ⛅ 15 °C

    Heute Morgen wachen wir im Nebel auf. Alles Grau in Grau. Aber gegen acht Uhr bricht schon die Sonne durch und wir können sogar draußen am Strand frühstücken.
    Wir fahren Richtung Bizerte und erledigen die üblichen Dinge. Diesel tanken inklusive Kanister auffüllen, Wasser organisieren und Tank füllen, SIM Karten besorgen. Da kommen sofort die alten Routinen wieder hoch. Nach einer Recherche der Netzabdeckung in Tunesien mit ChatGPT folgen wir dem Rat der KI „ein Anbieter = Risiko, zwei Anbieter = oft irgendwo Empfang“.
    Wir sind total geflashed von der Freundlichkeit der Leute. Überall wird uns gewunken und gegrüßt, alle sind extrem hilfsbereit. Egal ob an der Tankstelle oder im Handyladen, wo uns die Tochter des Ladenbesitzers auf deutsch bedient.
    Nachmittags drehen wir noch eine Runde um den alten Fischerhafen von Bizerte bevor wir zum kleinen Ichkeul Nationalpark weiterfahren. Als UNESCO Biosphärenreservat soll es Rastplatz für Unmengen von Zugvögeln auf dem Weg von und nach Europa sein. Außer einem Pärchen Wiedehopfe sehen wir nur unzählige Reiher.
    Wir übernachten außerhalb des Park an einem Steinbruch. Abends wird noch eine Herde Wasserbüffel an uns vorbeigetrieben und die mofafahrende Dorfjugend beäugt uns neugierig.
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  • Dougga und El Kef

    March 24 in Tunisia ⋅ 🌙 9 °C

    Der Nordwesten von Tunesien ist total grün und die Landschaft erinnert an die Toscana.
    Wir machen Halt in Dougga, einer beeindruckenden, gut erhaltenen römischen Ausgrabungsstätte, die sogar mit Pompeji verglichen wird. Zahlreiche Tempel, Zisternen und Aquädukte sowie Thermen. Gut erhaltene Römerstraßen durch weitläufige Wohngebiete. Das ganze liegt auf einem Hügel umgeben von Olivenhainen. Besonders eindrücklich ist die römische Gemeinschaftstoilette.
    Nachmittags fahren wir noch weiter nach El Kef. Eine nette Stadt nicht weit zur algerischen Grenze. Wir übernachten auf dem Platz vor dem Bürgermeisteramt. Abends kommt die Polizei vorbei, bestätigt dass dies ein sicherer Platz sei und wünscht uns eine gute Nacht.
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  • Table de Jugurtha und Sbeitla

    March 25 in Tunisia ⋅ ☀️ 19 °C

    Heute Morgen beim Frühstück kommt die Polizei wieder vorbei und erkundigt sich, ob wir gut geschlafen hätten. Sie erklären uns, dass wir für unsere Route zum Tafelberg Jugurtha an der algerischen Grenze und dann weiter nach Süden eine Eskorte bekommen. Sie begleiten uns auf dem Weg aus der Stadt auch zum Supermarkt und warten, während wir einkaufen. Vor der Stadt übergeben sie uns dann an die Nationalgarde, die uns dann weiter begleitet. Alle circa 50 km halten wir an und werden an eine weitere Eskorte übergeben. Alle sind extrem freundlich, wir müssen Kaffee trinken, bekommen Schokolade geschenkt und werden einmal sogar von einem Polizisten zu ihm nach Hause eingeladen. Falls wir auf dem Rückweg in seiner Stadt vorbeikommen, sollen wir seine Familie kennenlernen.
    Warum das Ganze, ist uns nicht ganz klar. Zwar gibt es hier in den Bergen vereinzelt terroristische Aktivitäten, die Straßen und Dörfen sind aber alle problemlos und sicher. Vielleicht ist ihnen ja langweilig.
    Von dem Tafelberg hat man einen spektakulären Blick auf die umliegende Steppe und weit nach Algerien hinein. In Sbeitla besuchen wir eine weitere römisch-byzantinische Stadt. Die Ausgrabungsstätte ist vor allem auch für seine gut erhaltenen Mosaike und byzantinischen Kirchenruinen aus dem 6. Jahrhundert bekannt.
    In Ermangelung von Alternativen übernachten wir auf einem Hotelparkplatz unweit der Ausgrabungsstätte.
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  • Rommelpiste

    March 26 in Tunisia ⋅ ⛅ 20 °C

    So langsam nähern wir uns der Wüste. Wir stehen an der Abbruchkante zum Chott El Jerid, dem großen Salzsee, hinter dem dann die Sahara beginnt. Wir fahren die sogenannte Rommelpiste. Warum diese so heißt ist nicht ganz klar. Nach Recherche im Internet wurde sie nicht von Rommel, sondern in den 1950ern von den Franzosen gebaut. Teils Erdstraße, teils auf löchrigen Betonplatten windet sie sich von dem Hochplateau hinunter in die Ebene. Etwas abseits der Piste finden wir einen Platz mit spektakulären Ausblicken und beschließen schon recht früh, für heute Feierabend zu machen.Read more

  • Bergoasen

    March 27 in Tunisia ⋅ 🌬 12 °C

    Wir fahren noch ein Stückchen weiter nach Westen zu den drei Bergoasen Chebika, Tamerza und Mides. Es sind im wahrsten Sinn Oasen in dieser lebensfeindlichen Steinwüste. Palmwälder, glasklares Wasser das in Wasserfällen durch enge Schluchten sprudelt und Ruinen jahrhundertealter Dörfer. Gegründet vor 2000 Jahren als römische Grenzbefestigungen wurden die Dörfer in den 1960ern Opfer massiver Regenfälle, dem die Lehmbauten nicht standhalten konnten. Neben den Ruinen wurden die Dörfer neu aufgebaut.
    In Mides stehen wir auf einem kleinen Campingplatz neben einem Restaurant. Die Besitzer haben mitbekommen, dass Sibylle heute Geburtstag hat und bereiten ihr eine Geburtstagüberraschungsparty inklusive Torte und Ständchen.
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  • Tozeur und erster Saharakontakt

    March 28 in Tunisia ⋅ ☀️ 20 °C

    Wir fahren nach Tozeur, einer alten Karawanenstadt und Tor zur Sahara. Typisch hier ist eine besondere Backsteinarchitektur, die durch den Versatz der einzelnen Steine Schatten schafft und so die Hitze etwas abhält. Witzigerweise haben wir eine ähnliche Technik auch schon bei einer Prä-Inkakultur an der Küste Perus gesehen.
    In der Medina machen wir in einem total gemütlichen Café auf einer Dachterasse mit nettem Besitzer Mittagspause. Man hat von dort einen tollen Blick auf die Medina und die Palmgärten.
    Danach geht es durch die nördlichen Ausläufer der Sahara erst nach Mos Espa, dem Geburtsort (?) von Anakin und Luke Skywalker und anschließend nach Ong Jemal, einem weiteren Drehort des englischen Patienten.
    Abends finden wir einen ruhigen Platz in den Dünen irgendwo im nirgendwo.
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  • Douz

    March 30 in Tunisia ⋅ ⛅ 20 °C

    Auf dem Weg nach Douz machen wir einen Abstecher nach Südwesten in die Wüste. Abseits der Piste versuchen wir, unseren Weg durch ein niedriges Dünenfeld zu finden. Mit auf 2 bar reduziertem Luftdruck kommen wir recht problemlos durch den Sand. Schnell merken wir jedoch, dass zumindest bei den noch niedrigen Dünen nicht das Fahren, sondern das Navigieren das eigentliche Problem darstellt. Einen Weg durch die Dünen zu finden und dabei die Richtung beizubehalten bringt uns an unsere Grenzen. Zum Glück können wir in der Ferne immer die Stromleitung entlang der Piste im Blick behalten. Das bestärkt uns in dem Plan, für die weitere Tour in die Wüste einen Guide zu nehmen.
    Der Campingplatz in Douz ist Treffpunkt der Wüstenfahrer. Die Besitzerin des Campis organisiert uns einen Guide und die notwendigen Permits, um tiefer in die Wüste zu fahren. Morgen geht’s für vier Tage los.
    Den heutigen Tag verbringen wir gemütlich. Einkaufen in Douz, im Souk einen Tee trinken, nachmittags einen Kuchen im Omnia backen und lesen.
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  • Durch die Dünen nach Mida und zurück

    April 1 in Tunisia ⋅ 🌬 16 °C

    Die letzten zwei Tage sind wir und unser Auto definitiv an ihre Grenzen gestoßen, wenn nicht gar darüber hinaus. Unsere beiden Guides Mohammed und Mustafa geben sich alle Mühe, uns durch die Dünen nach Mida zu lotsen. Wir verlassen uns komplett auf die beiden. Sie haben die Fähigkeiten des Sprinters - und des Fahrers - wohl etwas überschätzt. Radstand, Motorisierung und Gewicht passen in diesem Terrain nicht so recht zusammen. Dass während der zwei Tage ein kräftiger Sandsturm bläst, hat auch nicht geholfen.Und so brauchen wir für die Querung des Dünenfeldes statt 2 - 3 Stunden mindestens die doppelte Zeit. Unzählige Male müssen wir uns freischaufeln, werden mit dem dynamischen Seil freigeschleppt, nur um 3 Minuten später wieder festzustecken.
    Aber in den Augenblicken, in denen es mal klappt oder wir uns einfach die Zeit nehmen, unsere Umgebung wahrzunehmen, sind wir komplett geflashed von der Weite und Schönheit der Sahara. Und wenn wir beobachten, wie elegant die richtigen Offroad-Fahrzeuge durch die Dünen gleiten, werden wir ganz neidisch.
    Mida ist eine kleine Oase mit Brunnen und einem sogenannten Café, wie es sie hier in der Sahara häufig gibt. Vom Betreiber des Cafés, der hier monatelang völlig alleine lebt, werden wir zum Tee eingeladen. Später schmeißen wir unsere Abendessen zusammen. Sibylle steuert ein Linsendaal bei und unsere Guides ein Couscous mit Kamelfleisch.
    Der Rückweg ist fast noch beschwerlicher, da gegen den Wind und damit gegen die steile Seite der Dünen. Aber mit ein paar leichten Blessuren am Sprinter haben wir es zurückgeschafft. Dass einer der Guides am Ende meint, wir seien der erste Sprinter auf dieser Route gewesen, können wir nicht so ganz glauben.
    Die nächsten beiden Tagen werden wir es ruhig angehen. Auch abseits der hohen Dünenfelder gibt es genug Möglichkeiten, die Faszination der Wüste zu erleben.
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  • Tembaine

    April 2 in Tunisia ⋅ ☀️ 17 °C

    Der Weg heute führt durch zwei niedrige Dünenfelder und Weichsandfelder nach Tambeine. Auf dieser Strecke fühlt sich unser Sprinter deutlich wohler und ist eher in seinem Komfortbereich. Wir kommen ohne größere Probleme zu dem Tafelberg mit obligatorischen Café.
    Eine kurze Wanderung führt auf und um den Tafelberg, von dort oben hat man eine phantastische Rundumsicht. In alle Richtungen bis zum Horizont nur Sand und Dünenfelder.
    Wir fahren noch kurz weiter zu einem Brunnen mit Kameltränke, wo wir gegen 14 Uhr schon beschließen, für heute Schluss zu machen. Wir sind ganz alleine, sitzen auf unseren Campingstühlen und genießen und bewundern die Weite und Stille der Wüste.
    Mohammed geht mit dem Jeep noch Feuerholz suchen und Abends grillen wir zusammen und sitzen noch länger am Feuer. Dabei kommen wir sogar noch in den Genuss von Beduinen-Gesang mit Trommelbegleitung auf dem Wasserkanister.
    Sowohl Mohammed als auch Mustafa sind Beduinen und wir sind fasziniert von ihrer einfachen, aber naturverbundenen Lebensweise. Während wir uns abends in unseren vollausgestatteten Camper zurückziehen, schlafen sie mit einer Decke hinter einem Busch am Lagerfeuer. Gekocht wird am Feuer und bis auf einen Topf, einen Löffel, einen Teller und einer Tasse haben sie nichts dabei.
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  • Zurück nach Douz

    April 3 in Tunisia ⋅ ☀️ 20 °C

    Heute Morgen stellen wir uns extra den Wecker, um den Sonnenaufgang zu erleben. Und wir werden belohnt. Es ist windstill und die Dünen leuchten rot im Sonnenschein wie in einer kitschigen ARTE-Dokumentation. Mit der Drohne erkennt man, wie unendlich weit sich die Dünenfelder ausdehnen.
    Nach dem Frühstück geht es nochmal locker durch ein paar Dünenfelder zurück Richtung Douz. So macht es Laune und Lust auf mehr.
    Kurz vor Douz fahren wir noch bei Mustafas Dromedaren vorbei. Er erwähnt nebenbei, dass er mit einem seiner Tiere vor fünf Jahren beim Saharafestival in Douz das Kamelrennen gewonnen hat.
    Zurück am Campingplatz genießen wir erst mal eine Dusche, um den ganzen Sand loszuwerden. Wir machen eine Wäsche, entstauben den Bus mal grob und lassen die Eindrücke noch mal an uns vorbeiziehen. Was für vier Tage. Im Nachhinein hätten wir die Tour besser andersherum gemacht. Erst auf der leichten Strecke Richtung Tambeine üben und dann in die hohen Dünen. Das hätte zwar nicht jedes Steckenbleiben verhindert, aber so manches Buddeln wäre uns bestimmt erspart geblieben. So haben wir es auf die harte Tour gelernt.
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  • Ksar Ghilane

    April 5 in Tunisia ⋅ ☀️ 11 °C

    Wir fahren weiter nach Osten in Richtung des Dahar-Gebirges und machen ein letztes Mal Stopp in der Sahara. Von der Oase Ksar Ghilane fahren wir ein paar Kilometer durch die Dünen zur gleichnamigen Ruine eines Forts der Franzosen. Zum Sonnenuntergang kommt noch eine Gruppe mit Quads vorbei, dann haben wir den Platz für uns.
    Zum Abendessen gibt es Raclette und Pinot Grigio 😋
    Am nächsten Morgen stehe ich schon um sechs Uhr auf, um noch einmal den Sonnenaufgang über der Wüste zu erleben. Nach einem Osterfrühstück nehmen wir für diesen Urlaub Abschied von der Sahara. Toll war’s, aber jetzt geht es weiter zu den Berbern.
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  • Berberland und Speicherburgen

    April 5 in Tunisia ⋅ ☀️ 18 °C

    Wir fahren durch eine Stein- und Geröllwüste sowie das Dahar-Gebirge und schauen uns mehrere Speicherburgen, sogenannte Ksour an. Diese Speicherburgen wurden von den Berbern ab dem elften Jahrhundert errichtet und erst in den letzten 30 bis 50 Jahren aufgegeben. Dabei handelt es sich um meist mehrstöckige Gebäude, die großteils in die Berge gebaut sind. Sie dienten dem Schutz vor angreifenden Arabern und gegen die hier im Sommer extreme Hitze.
    Daneben besuchen wir eine kleine Moschee mit schiefem Turm in den Bergen. Der Sage nach haben sich hier Christen vor den Römern versteckt und sind dann 400 Jahre später im Islam wieder aufgewacht. Um ins Paradies zu kommen, sind sie dann noch schnell konvertiert.
    Die Landschaft selber ist auch spektakulär. Mit seinen Tafelbergen erinnert sie stark ans Monument Valley. Ein Großteil der Star Wars Filme wurden hier gedreht. Georg Lucas war so von der Gegend hier fasziniert, dass er den meisten Planeten in seinen Star Wars Filmen Namen der umliegenden Orte und Dörfer gab.
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  • Strandtage

    April 7 in Tunisia ⋅ ☀️ 22 °C

    Wir wollen zur Entspannung für zwei Tage ans Meer. Jörg, den wir auf dem Campingplatz in Douz kennengelernt haben, schickt uns Bilder seines aktuellen Stellplatzes in den Dünen auf Djerba.
    Seit gestern stehen wir auch dort in den Dünen und verbringen die Zeit mit Strandspaziergängen, Lesen und Baden. Das Wasser ist zwar nicht karibikwarm, sieht aber so aus und die Temperatur ist doch schon ganz angenehm.
    In der Lagune stehen noch Flamingos rum, die sich demnächst wie wir zurück auf den Weg nach Europa machen.
    Abends grillen wir zusammen und genießen den Sonnenuntergang über der Lagune.
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  • Von Matmata nach El Djem

    April 9 in Tunisia ⋅ ☀️ 27 °C

    Am Mittwochmorgen verabschieden wir uns von Jörg und Djerba und fahren mit der Fähre zurück aufs Festland.
    Über Toujane, wo Sibylle bei einer Frauenkooperative einen Teppich kauft, geht es nach Matmata. Matmata ist ein altes Berberdorf, in dem die Menschen bis in die 1960er Jahre noch in Wohnhöhlen lebten. Mittlerweile sind viele Familien weggezogen oder haben neben ihren Wohnhöhlen konventionelle Häuser gebaut und nutzen die Erdwohnungen nur noch in den heißen Sommermonaten.
    Bekannt wurden diese Wohnhöhlen durch die Star Wars Filme, die hier gedreht wurden. Auch die Kreuzigungsszene aus dem Leben des Brian stammt von hier.
    Dann geht es auf bestens ausgebauter Autobahn nach Norden. Wir machen Halt in El Djem, wo eins der größten und am besten erhaltenen römischen Amphitheater steht.
    Wir übernachten auf einer kleinen Anhöhe mit Blick auf einen Salzsee. Es kommt der Grundstücksbesitzer vorbei und bestätigt uns ganz freundlich, dass wir hier stehen bleiben können, solange wir wollen.
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  • Kairouan und Cap Bon

    April 11 in Tunisia ⋅ ☀️ 22 °C

    Wir fahren nach Kairouan und schlendern durch die Medina. Die Altstadt ist recht gut erhalten und großteils liebevoll hergerichtet, ohne touristisch zu wirken. In einigen der prächtigen Stadthäuser befinden sich Geschäfte, in manchen sind gar Cafés auf den Dachterrassen, von denen man einen tollen Blick über die Altstadt hat. Kairouan ist mit seiner großen Moschee auch das religiöse Zentrum Tunesiens. Da Freitag ist, können wir sie leider nicht betreten, sondern nur vom Dach des benachbarten Cafés bestaunen.
    Danach fahren wir ans Cap Bon, der Halbinsel östlich von Tunis. Von hier sind es nur 150 Kilometer nach Sizilien. Wir übernachten am Strand und stellen heute Morgen erstaunt fest, dass wir quasi neben einer größeren punischen Ausgrabungsstätte stehen. Es handelt sich um eine Stadt, die 250 vor Christus im 1. punischen Krieg zerstört wurde. Im Gegensatz zu allen anderen punischen Städten in Nordafrika wurde sie nicht von den Römern übernommen bzw. überbaut. Stattdessen geriet sie bis zur Wiederentdeckung 1953 in Vergessenheit, was sie archäologisch besonders interessant macht.
    Nach der Besichtigung beschließen wir spontan eine Planänderung. Statt nach Tunis zu fahren und uns dort noch die Stadt anzuschauen, bleiben wir lieber noch hier an der Küste. Wir finden ein gutes Fischrestaurant und anschließend nochmal einen einsamen Stellplatz am Meer. Wir schaffen es sogar, nochmal baden zu gehen.
    Morgen geht es dann endgültig nach Tunis und auf die Fähre zurück nach Genua.
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  • Ciao Tunisia

    April 13, Tyrrhenian Sea ⋅ 🌧 16 °C

    Wir verlassen unseren Strandplatz recht früh, da wir vor dem Einchecken im Hafen noch ins Bardo-Museum in Tunis wollen. Neben dem Schwerpunkt der Geschichte Nordafrikas von den Puniern bis zur Islamisierung ist es vor allem für seine wirklich beeindruckende Sammlung alter Mosaike aus dem gesamten südlichen Mittelmeerraum bekannt. Die plastischen, zum Teil bis zu 125 Quadratmeter großen Mosaike der Punier, Römer und aus frühchristlichen Kirchen begeistern uns.
    Danach stoppen wir noch kurz an einem riesigen Carrefour zum Einkaufen, anschließend fahren wir zum Hafen.
    Das Prozedere geht recht geordnet. Neben dem Papierkram wird der Bus geröntgt und dann insgesamt noch dreimal auf blinde Passagiere durchsucht.
    Gegen 21 Uhr legen wir ab. Witzigerweise bekommen wir die gleiche Kabine wie auf der Hinfahrt. Den Tag auf See verbringen wir lesend und scrabblend.
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    Trip end
    April 14, 2026