Angry bird & nächtlicher Seiltanz
18. januar, New Zealand ⋅ ☀️ 11 °C
Erneut schliefen wir lange aus, weil wir unsere Kräfte für den heutigen Tag aufbauen wollten. Wir assen Cornflakes und spazierten daraufhin durch den Wald neben dem Campingplatz. Diesen Weg hatte ich schon lange gesehen, aber wir hatten bisher keine grosse Lust, diesen zu gehen.
Der Wald ist auch hier wunderschön, mit ganz viel über und über mit Moos bewachsenen Bäumen; egal, ob lebendiges und totes Gehölz. Überall hört man es zwitschern. Der Rundweg führt zum Lake Gunn, der frühmorgens oder am späteren Abend vermutlich ruhig wäre und sich die Umgebung perfekt spiegeln würde. Heute ist es weder früh noch äusserst windstill und so bleiben wir nicht lange und gehen weiter.
Nach diesem Spaziergang schlendern wir auch das erste Mal über den kompletten Campingplatz. Er ist wesentlich grösser, als er scheint. Die Lupinen, welche vor 10 Tagen noch in ihren schönsten Farben um die Wette geleuchtet haben, sind inzwischen mehrheitlich verblasst. Ein Jammer, es sah doch so wundervoll aus!
Unser erstes Fahrziel ist heute „Reception crossroad“, wie wir die eine Kreuzung hier passenderweise nennen. Wir schauen uns das heutige und kommende Wetter an, googeln nach diversen Wanderungen und - wenn man schon mal Internet hat - bezahlen unsere E-Rechnungen..
Nach wie vor sind wir unschlüssig in Sachen heutiger Tageswanderungen. Wir schwanken zwischen Lake Marian, dessen Weg zwar steil, aber relativ kurz ist, oder nochmals Mistake Creek, dessen Weg länger ist und allenfalls eine Flussdurchquerung mit sich bringt.
Wir wussten nicht weiter und fuhren nach Knobs Flats, wo wir bereits seit einiger Zeit die Gegend erkunden wollten, es jedoch noch nicht getan haben. Wir assen kurz unsere Sandwiches und spazierten dann los. Die Gegend wäre an sich schön. Eine Ebene, umgeben von kleineren Bergen, aber eine Fotokomposition konnten wir leider keine finden. Also spazierten wir zurück zum Auto und machten ein Nickerchen.
Als der Nickerchen-Fertig-Alarm losging, wussten wir immer noch nicht recht, wie es weitergehen soll. Wir fuhren in Richtung Mistake Creek, doch der Parkplatz war voll. Enttäuscht fuhren wir weiter und drehten nach einigen Kilometern doch wieder um, weil wir beide keine Lust auf den Lake Marian Hike hatten. Zurück beim Mistake Creek, stellten wir unseren Camper an den Strassenrand, weil leider immer noch alles vollgeparkt war.
Wir zogen los und kamen diesmal sogar ohne nasse Füsse bis zur Wirebridge, welche wir inzwischen auch weniger angstvoll überquerten, auch wenn sie ziiiemlich wackelte. Am Ende der Brücke kam uns ein sehr trainiertes Seniorenpaar entgegen und wir fragten sie, wie hoch denn der Fluss aktuell sei, den man überqueren muss. Die Frau meinte, etwa knietief, man müsse nur etwas weiter oben durchgehen. Ok, dann probieren wir das.
Wir kamen relativ schnell an die Fluss-Stelle. Wir waren uns nicht sicher, ob der Fluss an diesem Tag nicht eher mehr Wasser führte, als beim letzten Mal. Jedenfalls hatten wir beide keine grosse Lust, die Überquerung mit unseren Fotorucksäcken zu versuchen und am Ende umzufallen und damit die ganze Ausrüstung zu zerstören. Toll, wir sind wesentlich weniger abenteuerlustig als Senioren..
Simi zog sich seine Wathosen und Wasserschuhe an und versuchte, ein paar Fotos im Fluss zu schiessen. Ich bin froh, haben wir die Überquerung nicht probiert, denn er stand teilweise wesentlich tiefer als knietief im Wasser und er meinte im Nachhinein, dass die Strömung teils doch ziemlich heftig gewesen sei.
Ich hielt mich vom Wasser fern, insbesondere, als ich auf einem der heimtückischen Steine ausrutschte und irgendwo rückwärts zwischen anderen Steinen landete. Das hätte auch dümmer ausgehen können. Eine Ente schwamm im Fluss herum und so schaute ich dieser eine Weile zu. Sie hatte ein tolles, graues Gefieder und ihr Schnabel war einzigartig und vermutlich perfekt auf ihr Essverhalten abgestimmt, da er vorne nicht rundlich, wie bei den „normalen“ Enten war, sondern ganz flach. Eigenartig, aber interessant.
Simönchen konnte derweil F.O.M.O.-bedingt nicht aufhören mit fotografieren. Sonnenuntergang war um 21.32h und inzwischen war es 20.55h und wir hatten noch 4km Weg vor uns. Irgendwann hörte er doch noch auf und wir liefen, mit Stirnlampe bewaffnet, los. Der Wald war dicht und es dauerte deshalb nicht lange, bis sie zum Einsatz kam.
Wir kamen trotz zunehmender Dunkelheit zügig voran und schon bald erreichten wir die Feindesgegend. Wir zogen unsere Kapuzen hoch, um dem Falken, sollte er da sein, weniger Angriffsfläche zu bieten. Ausnahmsweise filmte ich die Überquerung der Lichtung nicht und zack, kam der Falke plötzlich wie der Blitz angeschossen und machte laut kreischend einen Scheinangriff nach dem anderen. Was für eine bösartige Kreatur bist du eigentlich?!? Und echt fies, dass er sich bei seinen hinterhältigen Angriffen nie filmen lassen will.
Simi rannte los, währenddem ich hoffte, dass der Falke mich nicht tatsächlich angreifen würde. Ich kam nur langsam voran, weil ich nicht richtig rennen konnte und es auch nicht so richtig versuchen wollte, weil ich keinen zweiten Misstritt und damit das komplette Ende unserer Wanderungen provozieren wollte. Ich musste einfach hoffen, dass der Falke sich eher dem schnelleren widmen und mich ignorieren würde. Wir schafften es, heil in den Wald zu gelangen und wanderten weiter.
Ich hatte etwas Respekt vor der bevorstehenden Überquerung der Drahtseil-Brücke im Dunkeln und wollte die Wanderung nur noch hinter mich bringen. Zum Glück hatten wir auf unseren Uhren den Weg aufgenommen. Es war nicht leicht, im Licht der Stirnlampen auf dem richtigen Pfad zu bleiben. Die kleinen orangen Pfeile waren im Dunkeln leider schlecht zu sehen und so kamen wir immer wieder vom Weg ab und fanden nur dank unseren Uhren zurück.
Endlich kam die Brücke und wir schafften es tatsächlich beide unbeschadet ans andere Ufer zu kommen. Ach ja, Simi kann von Glück reden, dass ich vorausgegangen bin. Über die gesamte Länge hattten die Spinnen ihre Fäden quer über die Drahtseile gespannt. Ein Glück, dass sie nicht selbst auf Kopfhöhe in ihren Netzen sassen. Ich hätte absolut nichts tun können und hätte mit dem Gesicht hindurchgehen müssen. Gleichzeitig dachte ich, was, wenn jetzt Fledermäuse kommen und uns ablenken, währenddem wir über das Seil balancieren müssen?!?
Nach der Brücke waren es nur noch wenige hundert Meter, die wir noch zurücklegen mussten. Allerdings waren es mühsame Meter, weil es überall schlammig war und man nicht mehr richtig erkennen konnte, wo man durchgehen muss, um nicht im Schlamm zu versinken. Etwa 100m vor dem Ziel versank ich mit einem Fuss in einem Loch und landete im verschlammten Wasser. Toll! Ein paar Schritte weiter durchnässte ich dann auch noch den anderen Schuh, weil ich ausrutschte. Oh Mann!
Wenigstens befindet sich der Campground unweit von der Wanderung entfernt und wir mussten nach der Ankunft beim Camper nicht mehr weit fahren.
Was für ein Tagesabschluss.Les mer
Clear blue sky
18. januar, New Zealand ⋅ ☀️ 13 °C
Den heutigen Tag liessen wir langsam angehen. Morgens gab es ein letztes Mal Crêpes, da unser Mehlvorrat nun aufgebraucht ist und wir vor Ferienende kein neues mehr kaufen werden.
Nach dem Frühstück versuchten wir, unser Ad Blue aufzufüllen. Wir hatten vor der Fahrt in den Fiordland NP noch einen Kanister gekauft, weil wir dachten, dass es demnächst wieder aufgefüllt werden muss. Vor ca. 2 Tagen kam wirklich bereits die Meldung.
Das Auffüllen war eine kleine Herausforderung, da wir beim Kauf des teuren 4l Kanisters auf das Dazukaufen eines Trichters verzichtet hatten. Letztes Jahr fanden wir dafür auch eine Lösung.. Wir versuchten es zunächst mit einer 5dl Wasserflasche, deren Kopf und Boden wir wegschnitten. Leider war die Konstruktion zu wenig dicht und lang, sodass wir unseren Versuch stoppten. Wir versuchten in der Folge mit einer 1l Kombucha-Flasche einen Trichter zu basteln. Diesmal klebten wir den „Trichter“ zu. Es funktionierte vermutlich besser, als mit dem Trichter, den man normalerweise zu den Kanistern bekommt.
Nach dem erfolgreichen Auffüllversuch, fuhren wir nach Reception Crossroad, um das Wetter zu checken. Danach fuhren wir mit einem kurzen Zwischenstop beim Falls Crrek in Richtung Monkey Creek, wo wir in der Nähe Instant Noodles assen und Simi eine Weile Gitarre spielte. Nach dem Essen hatten wir etwas Magenbeschwerden und fuhren zurück zum Campingplatz. Wir machten eine weitere Pause. Ich legte mich nach draussen in die Sonne, Simi bevorzugte das Bett, weil es draussen ein wenig windete.
Gegen 16.30h fuhren wir zum Lake Marian Trail, obwohl wir beide eigentlich müde waren und wenig Lust auf eine anstrengende Wanderung hatten. Mit unseren gewohnt schweren Rucksäcken marschierten wir los. Ich warnte Simi nochmals, dass er entweder ein angenehmes Tempo an den Tag legen oder alleine den Hügel raufklettern müsse. In der Folge liess er mich vorne laufen, damit ich mich nicht über das Tempo beschweren konnte.
Wir kamen gut voran und hatten ein gleichmässiges Tempo, sodass wir, ausser einer einmaligen, kurzen Trinkpause, keinen Halt machen mussten. Unterwegs begegneten wir einem interessanten Geschöpf. Irgendeine Tussi kam doch tatsächlich im Tanga bekleidet den Hügel runter. Ich weiss nicht, was ich dazu sagen soll.. Nur.. wenn ich solche Wanderungen über wirklich Stock und Stein mache, dann setze ich mich auch des Öfteren hin, um einfacher irgendwo runter zu kommen. Weiss nicht, wie angenehm das mit nacktem Hintern ist..
Nach etwas über 1h kamen wir am See an, wo wir einen Fotospot suchten. Wir wollten den Fluss fotografieren, der dem See entspringt. Leider war es eine herbe Enttäuschung. Gleich beim See floss eine ziemlich grosse Wassermenge weg, verschwand dann aber unter Gesteinen im Nichts.
Wir versuchten unser Glück noch dem Ufer entlang, aber auch da ergab sich kein tolles Sujet, sodass wir kurze Zeit später umdrehten und zurück zum Camper wanderten. Anders als beim letzten Mal war ich diesmal in meinem normalen Tempo abwärts unterwegs. Hätte Simi nicht immer wieder mal einen Fotohalt gemacht, wären wir im Eiltempo zurückgewesen.
Ach ja, ich vermieste Simi den Abstieg, weil ich ihm erklärte, dass die dunkeln Stellen, die überall an den Ästen und Steinen zu sehen waren, Ablagerungen von Fett und Dreck sind, die durch das viele Anfassen entstanden sind. Er traute sich kaum mehr, sich irgendwo festzuhalten :-P
Ausnahmsweise kamen wir noch vor Einbruch der Dunkelheit beim Campingplatz an.Les mer
Vom Regenwald in die Stadt
20. januar, New Zealand ⋅ ☀️ 11 °C
Eigentlich wollte ich heute früh aufstehen, um nochmals durch den schönen Wald bei unserem Campground zu spazieren. Ich war zwar vor dem Wecker wach, aber zu müde, um aufzustehen. Draussen war bereits einiges los. Überall wurden die Motoren gestartet, gleich neben uns lief ein Motor ganze 25min lang und hielt mich vom schlafen ab, aber ich konnte dennoch nicht aufstehen. Draussen war es wolkenverhangen und sah nicht sonderlich einladend aus. Irgendwann schlief ich doch nochmals ein.
Nach dem morgendlichen Kaffee waren wir unschlüssig, ob wir heute zum Abschluss den einen Bach genauer anschauen sollen. Simi wollte erst nicht, aber ich war der Meinung, es ist vermutlich die letzte Gelegenheit und nicht so weit weg, sodass wir es versuchen sollten.
Der Parkplatz vor Ort war schon wieder recht voll, aber wir fanden glücklicherweise noch einen Platz. Wir zogen unsere Wasserschuhe und Simi seine Wathosen an und dann watschelten wir zum Bach. Wir dachten, das würde wohl eine kurze Angelegenheit. Doch kaum waren wir den Kieshügel runtergeklettert, eröffnete sich uns eine wunderbare Regenwald-Szenerie. Grüne Farne, braune Bäume, plätscherndes Bächlein, moosbewachsene Pflanzen.. Es sah toll aus.
Der Bach war eiskalt und meine dünnen Schuhe vermochten keinerlei Wärme in meinen Füssen zu behalten. Ich musste immer wieder kurz aus dem Wasser steigen, um meinen Füssen eine Chance zu geben, sich halbwegs wieder zu erwärmen.
Ich weiss nicht, ob irgendwas Gutes bei den Fotos rausgekommen ist, aber in meiner Erinnerung sieht der Ort wirklich traumhaft schön aus.
Gegen Mittag beendeten wir unsere Fotosession und gingen zurück zum Auto, wo wir ein Sandwich assen und dann in Richtung Queenstown aufbrachen. Die 3-stündige Fahrt schien nicht mehr aufhören zu wollen. Wir waren es nicht mehr gewöhnt, so lange im Auto zu sitzen, nachdem wir nochmals fast eine Woche im Fiordland verbracht hatten, wo die längste Strecke vielleicht 40min weit war.
Am Nachmittag kamen wir endlich an und gönnten uns erstmals eine ausgiebige Dusche. Wir mussten in den Fiordlands sparsam mit unserem Wassertank umgehen, da man nirgends den Tank auffüllen oder das Wasser ablassen konnte und daher waren wir nicht mehr ganz so frisch. Vermutlich hatten sich jeweils jenste Spinnen in unseren Haaren verfangen, wenn wir durch die Urwälder liefen..
Gegen 17.00h waren wir schlussendlich unten im Städtchen, wo wir ein Bier tranken und dann durch die Gegend schlenderten. Wir waren beide schon lange hungrig, durften jedoch nichts mehr essen, um fürs Abendessen genügend Appetit zu haben. Keine einfache Angelegenheit, wenn zwei hangry unterwegs sind..
Irgendwann war es dann endlich 19.40h und wir gingen zum Restaurant vom letzten Mal. Wir wurden diesmal an einen Tisch gesetzt, der sich in einer wenig charmanten Sonderecke befindet. Es war sehr hell und die Klimaanlage blies uns durchgehend an. Leider half auch unsere Anfrage, ob man das Ding etwas weniger stark einstellen könnte nicht weiter bzw. wir vermuten, es wurde kurze Zeit gemacht und dann wieder umgestellt..
Wir gönnten uns einen Mojito und mussten zugeben, dass er ausnahmsweise lecker war. In den ausländischen Restaurants wird man ja meist enttäuscht, obwohl ein Mojito nun wirklich keine Hexerei ist…
Zur Vorspeise bestellten wir Chicken Wings und Tintenfisch, was beides lecker war. Als Hauptspeise assen wir beide die Fleischplatte, welche ich das letzte Mal bereits bestellt hatte. Es war gut, aber leider hatte meine Erinnerung vom ersten Mal so viele Erwartungen geschürt, dass es leider nicht mehr ans letzte Essen herankam.
Nach dem Essen packten wir wiederum Spare Ribs ein, die wir am nächsten Tag essen wollen. Dies hatten wir bereits so geplant, da es beim letzten Mal auch am nächsten Tag richtig gut war.Les mer
Wir wurden verpfiffen! 🐦⬛
20. januar, New Zealand ⋅ ☁️ 11 °C
Die vergangene Nacht habe ich elend schlecht geschlafen. Zum Einen, weil ich definitiv zu viel gegessen hatte und zum Anderen, weil Simi immer wieder anfing zu schnarchen. Nicht mal meine Seitenhiebe halfen. Ich war froh, als er irgendwann den Kopf drehte und es endlich aufhörte.
Völlig übermüdet war ich gegen 8.00h wach und konnte trotz Müdigkeit nicht mehr schlafen. Ich verzog mich nach draussen und schrieb meinen Bericht über den gestrigen Tag. Um 9.00h holte ich Simi aus dem Bett, da wir um 10.00h den Campingplatz verlassen mussten.
Stimmt, Notiz an uns: Hampshire Campground in Queenstown ist doof! Er ist teuer; er ist super voll; man kann das Auto nicht gerade hinstellen, was eher schlecht für unseren Kühlschrank ist, da er bei zu viel Schräglage aufhört zu funktionieren; das Klo ist 5min Fussweg vom Camper entfernt. Gottseidank zelten wir nicht. Ich will mir aber gar nicht vorstellen, wie viele Camper mit Zelt oder ohne Klo in der Nacht lieber direkt auf ihrem Platz pinkeln, als total 10min Fussweg in Kauf zu nehmen...
Pünktlich um 10.00h verliessen die zwei Superschweizer den Campground, nachdem sie sich dem grössten Teil ihrer Recycling-Deponie entledigt hatten. Wir mussten noch dumpen und Wasser füllen und fuhren wenig optimistisch zur Dumpingstation direkt neben dem Campground. Vor uns war zum Glück nur ein Mini-Camper, der vermutlich innert kürzester Zeit alles erledigt haben würde. Naja.. nicht, wenn zwei sehr unbeholfene Personen alles erledigen müssen. Der Typ war ja einigermassen speditiv, aber das Mädchen.. Sie ekelte sich vor ALLEM. Abwasser, Frischwasser.. und sie stellte sich super unbeholfen an! Ihr Auftrag war offenbar, den Schlauch für das Frischwasser beim Camper anzubringen. Katastrophe, das mitansehen zu müssen. Sie hielt den Schlauch noch tapfer in den Einfüllstutzen, als ihr Freund den Schlauch SCHON LÄNGST vom Wasserhahn entfernt hatte. Mannomann, danke Mamis, dass ihr uns zu selbständigen Individuen herangezogen habt, die das eine oder andere auf die Reihe kriegen..!
Als wir drankamen, ging alles so flott, wie es eben geht, wenn man einen grossen Abwassertank leeren muss. Im Gegensatz zu allen anderen machen wir alles synchron. Abwasser weg, WC leeren und Frischwasser auffüllen. Weshalb unnötig Zeit verschwenden, wenns auch anders geht? Im Weiteren waren inzwischen etwa 5 Camper in der Warteschlange und wir wollten diese auch nicht unnötig warten lassen.
Nachdem dies einigermassen schnell erledigt war, fuhren wir in Richtung Milford Sound-Route. Jep.. wir wollten eigentlich nach Mount Cook fahren, aber das morgige Wetter wurde dermassen schlecht vorausgesagt, dass wir vorerst darauf verzichten wollten.
In Te Anau machten wir einen Zwischenstop, um etwas zu essen. Simi wollte schon lange mal wieder ins Sand Fly Café und ich hatte keine bessere Alternative. So ergab es sich, dass Simi ein Kinder-Mittagessen bestellte, welches aus Waffeln mit Schlagrahm und Beerenmus sowie einem Bananen-Milkshake bestand. Ich bestellte mir einen Bagel mit Lachs, Frischkäse und Kapern und dazu einen Eiskaffee. Wie immer war es wirklich sehr gut!
Nach dem Essen machten wir unseren letzten Einkauf für die Ferien. Wir vergassen zunächst, Wasser zu kaufen, holten es jedoch nach, nachdem wir herausgefunden hatten, welche Sirene den ganzen Ort beheult. Offenbar lassen sie die Sirenen los, wenn die Feuerwehr wegen eines Brandes oder eines Unfalls ausrücken muss. Ich dachte schon, jetzt kommt ein Erdbeben oder so..
Als wir ankamen beim Campground, den wir für heute eigentlich gebucht hatten, machten wir nach einem kurzen Inspektions-Spaziergang ein Powernap, da wir beide hundemüde waren. Leider half es nicht wirklich, aber länger schlafen wollten wir auch nicht.
Wir fuhren zunächst zum Cascade Creek Campground, um zu sehen, ob es da Zettel fürs Campen gibt. Buchen konnte man ihn nicht mehr, denn er war offiziell ausgebucht. Wir hatten Glück und nahmen einen mit. Ich möchte hier noch erwähnen, dass dieser Campground NOCH NIE voll war, als wir da waren. Es gab immer noch um die 100 Plätze, egal, an welchem Datum wir da waren.
Nachdem die heutige Nacht geregelt war, fuhren wir zum Divide, weil wir dort ein Stück dem Routeburn Track entlanggehen wollten. Wir dachten, dieser führe unserem Bächlein von Vorgestern entlang. Leider führte er zu weit nach oben und man entfernte sich immer mehr, sodass wir umdrehten.
Nach diesem fehlgeschlagenen Versuch, fuhren wir erneut zu unserer Lieblingswanderung mit der Drahtseil-Brücke. Wir wollten einen letzten Versuch starten, um den Sonnenuntergang dort zu fotografieren. Wir zogen gemächlich los und liefen bald darauf über die Brücke, welche von Tag zu Tag mehr zu schaukeln schien.
Wir entfernten uns immer mal wieder vom Wanderweg, um nachzusehen, ob ausserhalb des Waldes irgendwo ein schöner Fotopunkt zu finden ist, leider erfolglos. Kurz vor dem Falken-Feindesgebiet sah man aus dem Wald raus und was sahen wir? Den hässigen Falken, der in Windeseile neben uns durchflog und uns genau gesehen zu haben. Ich bin sicher, die anderen Vögel im Wald haben uns wortwörtlich verpfiffen!
Als wir in seinem Gebiet ankamen, trauten wir uns erst kaum aus dem Wald raus, liefen danach jedoch trotzdem zum Fluss. Irgendwann hatte uns der Falke wohl entdeckt und flog kreischend auf uns zu, sodass wir uns genötigt fühlten, uns unter einem grossen Busch zu verstecken, bis er weg ist. Es dauerte glücklicherweise nicht lange.
Nach einigem hin und her entschieden wir uns, den Falken in Ruhe zu lassen und unser Fotoglück andernorts zu versuchen. Im Stechschritt marschierten wir zurück zum Camper. Über Stock und Stein und die inzwischen super wackelige Brücke. Wir warfen alles ins Auto und fuhren schnurstracks nach Falls Creek, dann auf die Lower Hollyford Strasse und am Ende dann in die Umgebung rund um den Monkey Creek, wo wir uns geschlagen geben und nehmen mussten, was wir fanden. Der Sonnenuntergang wäre sonst ohne uns spektakulär verlaufen und wir hätten uns noch mehr geärgert, wenn wir die Show vom Auto aus hätten beobachten müssen.
Als das letzte Licht verschwunden war, fuhren wir zurück zum Campground, wo wir die Ribs-Reste von gestern aufwärmten und dann genüsslich die Spaghetti-Reste mit frischer Sauce verspeisten. Oh und das Dessert ist nicht zu vergessen! Das leckerste Cheesecake, welches ich seit ewiger Zeit gegessen habe. Notiz an mich: GÜ Spanish Lemon Cheesecake - made in the UK —> nächstes Mal in London suchen und geniessen! ;-)Les mer
Wer schläft verpasst was!
21. januar, New Zealand ⋅ ☁️ 11 °C
Ich hatte den ganzen Tag über auf Facebook die Vorwarnungen gesehen, wie stark die Südlichter heute Abend zu sehen sein sollten, wenn wir denn mal Empfang hatten. Man sprach von „die stärksten Stürme seit 23 Jahren“, usw…
Das ganze Abendessen über war ich wie auf Nadeln und schaute immer wieder wie ein Kätzchen nach draussen, um zu sehen, ob sich da schon was tut. Pünktlich nach dem Dessert sagte das Handyfoto „Jep, es fängt an!“.
Wir packten unsere Kameras und mein Stativ und gingen nach draussen. Es sah etwas anders aus, als gewohnt.. Am Himmel schwirrten wirre Lichter herum. Ein bisschen, als würde man mit einer sehr starken Taschenlampe überall hinzünden. Ich glaube, Epileptiker hätten durch das viele Blinken einen Anfall bekommen können.
Wir suchten nach den letzten Lupinen, die noch irgendwie nach was aussahen und versuchten, die Lichter einzufangen. Es sah ziemlich gut aus auf der Kamera. Sie leuchteten violett und grün. Von blossem Auge waren die Lichter zwar klar zu sehen, aber eher in schwarzweiss. So muss sich eine farbenblinde Person fühlen. Die Lichter tanzten über den Himmel. Manchmal sah es ein wenig aus, wie wenn Ausserirdische mittels Strahlen versuchen würden, die Menschen auf der Erde in ihr UFO zu befördern.
Der Himmel vor uns war immer noch recht hell. Mit der Zeit realisierten wir, dass vermutlich die Nordlichter die Helligkeit verursachten. Es war inzwischen nämlich ca. 1.00h. Es konnte kaum mehr die Helligkeit von der untergehenden Sonne sein, denn in wenigen Stunden würde sie bereits wieder aufgehen.
Ich war glücklich, dass ich nun auch die Südlichter abhaken kann. Auch wenn sie nicht so intensiv zu sehen waren wie die Nordlichter damals in Norwegen. Die waren ausser Konkurrenz und nicht von dieser Welt..
Ach ja.. vom gesamten Campingplatz mit vermutlich 100 Autos, waren wir die einzigen, welche das Spektakel genossen. Ich habe mich gefragt, wie viele Personen, von all denjenigen, die hier am schlafen waren, sich bereits ihr ganzes Leben lang wünschen, irgendwann in ihrem Leben Nord- oder Südlichter zu sehen und nun vielleicht ihre einzige Chance darauf verschlafen…Les mer
spontane Bootstour
21. januar, New Zealand ⋅ 🌧 14 °C
Obwohl wir viel zu spät schlafen gegangen waren (gegen 2.00h), war ich bereits um 08.30h hellwach und konnte nicht mehr schlafen, obwohl ich echt müde war.
Für den heutigen Tag hatten wir keinerlei Pläne, denn es war Regen vorausgesagt. Wir dachten, wir könnten gegen Mittag nach dem Tunnel Wasserfälle fotografieren. Doch als ich wach wurde, war kein Regen zu hören; auch nicht, als wir Spiegeleier assen und Kaffee tranken und auch nicht, als wir losfuhren.
Stattdessen hatten wir teilweise strahlen blauen Himmel mit ein paar Wolken. Wir fuhren zur Reception Crossroad, aber Windy blieb bei der Aussage, dass der Himmel zu 90% bedeckt sei und es regnen würde. So langsam bildeten sich Wolken, aber es folgte weiterhin kein Regen.
Wir fuhren zum Gertrud Valley, weil wir die Wanderung dort noch nicht gemacht hatten. Wir liefen eine Weile ins Tal hinein, assen dazu Sandwiches und kehrten irgendwo in der Mitte um, weil sich merkwürdige Wolken über die umliegenden Berge ins Tal schlichen. Ok, wir hatten auch keine Lust mehr, weil es keine sonderlich schöne Landschaft war, aber die Wolken waren wirklich auch ein Umkehr-Kriterium.
Wir fuhren durch den Tunnel, weil wir hofften, dass der Regen dort vorhanden war, aber auch da.. kein Tropfen.. Irgendwann kamen wir auf die Idee, dass wir spontan eine Bootstour machen könnten. Wir fuhren auf einen Parkplatz mit Empfang und buchten eine Tour, die rund 1h später losgehen würde und mit einem relativ kleinen Boot durchgeführt wird.
In Milford Sound parkten wir teuer und liefen dann zum Hafen. Wir waren ein wenig überrascht ob der grossen Anzahl Menschen, die für die Tour gebucht waren. Im Internet stand etwas von „intimate tour“.. Als es Zeit war, an Bord zu gehen, kämpften wir uns nach vorne und ergaunerten uns dadurch die letzten zwei Plätze oben an Deck.
Die Fahrt ging los und ich glaube, wir machten dieselbe Rundfahrt, wenn auch mit einem anderen Anbieter, wie im vergangenen Jahr. Der Unterschied war, dass es fast keine Wasserfälle mehr gab, weil es die letzten Tage so trocken war.
Es ist hier aktuell echt ein bisschen verrückt. Im Norden gehen sie bald unter und haben zig Überschwemmungen, Strassensperrungen und Evakuationen zu beklagen wegen dem vielen Regen und wir sitzen hier, im grundsätzlich regenreichsten Ort von Neuseeland und die Sonne scheint seit etwa einer Woche fast durchgehend…
Die Fahrt war naja.. einfach so da, bis wir zum Wasserfall kamen, auf den wir gewartet hatten. Da wir diesmal mit einem wesentlich kleineren Boot unterwegs waren, machte sich der Kapitän einen Spass, so richtig nahe an den Wasserfall zu fahren. Wer nicht im Innern des Schiffs sass wurde klitschnass. Weil noch Zeit übrig war, fragte der Kapitän an, ob wir Lust auf eine zweite Runde Wasserfall hätten. Alle riefen „JAAAA!“ und schon wurden wir wieder geduscht. Ich weiss nicht, ob es für meine Fotos förderlich war, aber es war echt eine willkommene, witzige Abwechslung einer ansonsten recht eintönigen Schifffahrt.
Nach der Bootstour fuhren wir zurück in Richtung Campingplatz. Unterwegs hielten wir noch hie und da, holten uns im Urwald eine neue Portion Moos und Ungeziefer in die Haare und Simi versuchte, bei Falls Creek noch ein paar Fotos zu schiessen.
Ich war hundemüde und mein Fuss tat weh, sodass ich nur kurz ausstieg, ein paar Handyfotos schoss und dann wieder in den Camper ging.
Zurück beim Campingplatz suchten wir einen Fotospot, wurden jedoch nicht fündig. Naja, der Tag war trotzdem irgendwie gut. Ich konnte heute nicht aufhören, dankbar zu sein, dass wir unsere Ferien nicht im Norden beenden. Das wäre vermutlich eine Katastrophe gewesen und es wären viele böse Wörter gefallen…Les mer
offtrail
22. januar, New Zealand ⋅ ☁️ 14 °C
Traurig nahmen wir ein weiteres und vorerst letztes Mal Abschied vom Fiordland. Wir haben tolle Tage da verbracht, viel gesehen und sind viel gewandert.
Auf ging es auf die endlose Fahrt in Richtung Mount Cook, wo wir noch eine letzte Wanderung machen wollten und der Weg nach Christchurch am nächsten Tag nicht mehr allzu lange sein würde.
Wir fuhren und fuhren, die Wetteraussichten wurden immer schlechter für die Mount Cook Region. Irgendwann tankten wir, dann hielten wir kurz an, assen die Spaghettireste und fuhren weiter. Gegen 16.00h kamen wir endlich in die Nähe des Ziels.
Alles war wolkenverhangen, erst als man beinahe beim Zielort war, gab es glücklicherweise Aufhellungen. Alles war über und über voller Touristen und meine Laune sank.
Wir versuchten, einen bestimmten Fotowinkel zu erreichen, der jedoch nur über einen Weg erreichbar ist, der nirgends eingezeichnet ist. Der Weg führte steil nach oben und war teilweise recht rutschig. Als wir kurz anhielten, konnte Simi anschliessend keinen Meter mehr weiter nach oben gehen, weil er zu viel Zeit hatte, um sich zu überlegen, wie steil es doch ist.. Also kletterten wir wieder nach unten.
Wir dachten daran, einfach aufzugeben und zu einem Campingplatz zu fahren, entschieden schlussendlich jedoch, doch noch einen zweiten Versuch zu starten, diesmal von einer anderen Seite.
Wir gingen zum Startpunkt und mussten über einen Zaun klettern, wobei ich mich super illegal fühlte und mir bereits Gedanken über unsere Verhaftung machte. Ich hatte keine ruhige Sekunde. Oben am Hügel sahen wir eine Gämse. Die wird uns bestimmt verpfeifen!
Nach einer Weile kamen wir an dem Punkt an, wo man etwas nach oben klettern musste. Nun wurde es mir irgendwann zu steil, weil zu steinig und ich blieb wo ich war, währenddem Simi in der Gegend herumirrte und Fotos schoss. Ich blieb ruhig sitzen und sah mir den Gletscher auf der gegenüberliegenden Seite des Tals an. Bereits als wir nach hinten gewandert waren, hörte man immer wieder ein Donnergrollen. Nun sah ich, dass der Gletscher massiv an Eis verlor und irgendwann kollabierte ein echt grosser Teil und stürzte nach unten. Es war eindrücklich und traurig zugleich dabei zuzusehen.
Irgendwann kam Simi wieder zu mir und wir wanderten zurück zum Camper. Der nächste Campingplatz war ca. 1h entfernt und die Strecke in der Dunkelheit echt mühsam zu fahren, weil es überall Hasen und Opossum hat, die auf der Strasse sitzen.. Die Fahrt wurde noch erschwert, weil es regnete und man kaum mehr aus der Scheibe sah. Hinter uns waren zwei andere Fahrzeuge, die recht nah auffuhren.
Simi bremste für alle Hasen souverän und die Fahrer hinter uns merkten mit der Zeit, dass sie besser etwas Abstand halten sollten, wenn sie keinen Unfall haben wollen. Bei einem besonders grossen Hasen mussten wir erneut einen Vollstopp machen und wollten dem Hasen dann ausweichen, aber da stand plötzlich das andere Fahrzeug neben uns und musste feststellen, dass wir nicht aus Spass abrupte Bremsmanöver an den Tag legen, sondern um nicht die halbe Hasenpopulation zu vernichten.
Irgendwann spät kamen wir endlich beim Campingplatz an und suchten uns in der Dunkelheit ein Plätzchen. Wir kochten gemütlich unsere Vorspeisen und Hamburger, Simi schaffte es, den Rauchmelder noch ein letztes Mal wütend zu machen und gegen Mitternacht kamen wir dann endlich ins Bett. Ich war hundemüde und der Gedanke an den nächsten Tag stresste mich. Wir mussten noch packen, 4h fahren, Wasser ablassen, WC leeren, recyclen, Abfall entsorgen, putzen und um 14.30h bei der Vermietungsstation sein.Les mer
Tschüss Qualle-Pinguin-Bär-163
23. januar, New Zealand ⋅ 🌧 16 °C
Ich war noch vor dem Wecker wach und kochte umgehend Kaffeewasser auf. Wie man mich kennt, war ich wie auf Nadeln. Ich mag es nicht, wenn so viel in so wenig Zeit zu tun ist und man den ungewissen Faktor Strassenverkehr miteinberechnen muss.
Wir stürzten den Kaffee runter und machten uns dann ans Packen. Gar nicht so einfach, wenn es draussen noch nass ist und man im engen Camper drei Koffern packen muss. Wir schafften es auf wundersame Weise dennoch und fuhren, trotz meiner spontanen Dusche, kurz nach 09.00h los.
Wir waren noch nicht lange unterwegs, als wir beinahe einen Unfall gehabt hätten. Irgendein Vollidiot fuhr eine Weile 1m hinter uns und überholte dann. Hätte Simi nicht rechtzeitig gebremst, wären wir ihm hinten in die Seite gefahren. Der Idiot bog ungefähr 5cm vor unserem Fahrzeug wieder ein! Wirklich, das Fahrverhalten der Neuseeländer werden wir definitiv NICHT vermissen.
In Ashburton leerten wir unseren Tank und das WC und fuhren weiter zur Recyclingstation. Simi fluchte, weil das Wegfahren nicht wirklich einfach war und wir beinahe Zeugen des nächsten Unfalls geworden wären. Wir wollen nur noch ankommen!
Gegen 13.45h kamen wir bei Wilderness an, wo diesmal viel Betrieb herrschte. Vor uns waren bereits zwei Parteien daran, ihren Camper zurückzugeben und wir mussten warten. Irgendwann kam endlich ein Mitarbeiter, teilte uns mit, dass wir ca. 7’500km gefahren seien und war erstaunt. Wir sind der Meinung, ist gar nicht so viel in 4 Wochen.. insbesondere hier..
Wenig später sassen wir im Uber in Richtung Hotel: Tschüss Campy Qualle-Pinguin-Bär 163, es war schön mit dir!
Im Hotel machten machte Simi einen Powernap und ich nutzte die Waschgelegenheit, damit ich zum Reisen ein paar saubere Kleider haben würde. Mannomann, die Geräte waren eeeecht laut. Kein Wunder habe ich kein Auge zugetan..
Vor dem Abendessen machten wir einen Halt im Restaurant von letztem Jahr, wo auch dieses Jahr Musik gespielt wurde. Unser letztes Abendmahl in Neuseeland, ausserhalb des Flughafens, hatten wir ebenfalls beim Restaurant vom letzten Jahr geplant. Ein argentinisches Steakhouse. Ich wusste, die Mixed Platter war nicht supertoll und ja.. ist sie immer noch nicht. Dafür waren die Empanadas umso besser.
Nach dem Essen wollten wir den Abend noch nicht beenden und gingen in ein neues Pub, welches sich in einer ehemaligen Kirche befindet. Die Location an sich wäre toll, aber es war richtig voll und die Band, welche etwas später anfing zu spielen war leider nicht soo gut.
Auf dem Heimweg hatte Simi dann noch ein Glüstli und wir landeten in einer zweiten Bar, welche kurz vor Mitternacht noch immer Pizzen verkaufte. Es wurde spät, bis wir endlich im Bett waren..Les mer
Christchurch-Auckland
24. januar, New Zealand ⋅ 🌬 16 °C
Am Morgen erwachte ich komplett erledigt auf. Leider konnten wir nicht wirklich ausschlafen, weil bereits um 10.00h Checkout war und ich hatte noch den ganzen Tumbler voller Kleider, die wieder in den Reisetaschen verstaut werden mussten.
Der letzte Abend hatte leider Spuren hinterlassen und mir ging es gar nicht gut. Wir gaben unten in der Lobby unser Gepäck zur Aufbewahrung und liefen dann in ultimativ langsamem Tempo 2h lang durch die Strassen von Christchurch.
Gegen Mittag liessen wir uns zum Flughafen fahren, wo Simi etwas zu Mittag ass, währenddem ich mich kaum wachhalten konnte. Als er endlich fertig war, gingen wir durch die supertolle, leere Sicherheitskontrolle und machten es uns in der Lounge gemütlich. Es hatte leider keine Liegesessel und so suchten wir sitzend eine möglichst angenehme Position, um zu schlafen. Hätten wir keinen Wecker gestellt, hätten wir vermutlich den Flug verpasst.
Nachdem es der Flieger leicht rumpelnd auf Flughöhe geschafft hatte, schlief ich den ganzen Flug über tief und fest. Erst der echt holprige Landeanflug auf Auckland weckte mich wieder auf. Als wir aus dem Flieger stiegen, konnte man sich vorstellen, weshalb es so schaukelte und rumpelte. Wir mussten zur Landung offenbar durch eine fette Gewitterwolke fliegen und der Wind blies uns beinahe von der Ausstiegstreppe.
Unser Gepäck kam superschnell an, es war unter den ersten, die übers Band liefen. Sowas gibt es bei uns eher selten.. Nun kam der Marsch vom Domestic zum International Terminal. Man sah die fette Regenwolke auf uns zukommen und wir beeilten uns. Leider hatten es die Asiaten vor uns nicht eilig und liefen wie eine Wand vor uns her, bis wir endlich überholen konnten. Man spürte schon erste Tropfen fallen und kaum hatten wir die Asiaten überholt, fing es an zu regnen und wir versuchten im starken Gegenwind schnellstmöglich ins andere Terminal zu kommen. Als wir da ankamen, sah ich vermutlich aus, als wäre ich bei Sturmwind und -Regen über einen Pass gewandert.
Beim International Termin checkten wir wiederum bei dieser tollen, ominösen Stelle ein. Auch die Sicherheitskontrolle war wiederum blitzschnell durch. Sehr angenehm!
Wir schlenderten den Gates entlang und suchten nach Aufklebern für unsere Kaffeetassen, aber leider gibt es hier offenbar keine, die wasserfest sind. Wir setzten uns bei den Restaurants hin und ich holte mir eine Nudelsuppe mit Wonton. Simi wollte unbedingt in einem anderen Restaurant essen, ich wollte mir heute lieber keine fettigen Esswaren zutrauen. Als ich endlich fertig war, wechselten wir dann ins Restaurant, wo Simi es sich gutgehen liess mit Chicken Wings, Steak, Pommes und Kartoffelstock. Ich nuckelte derweil nebenan an meinem Ginger Ale.
So hatte ich mir den Rückreisetag nicht vorgestellt..Les mer
Auckland-Shanghai - Lost in Translation
25. januar, Kina ⋅ ☀️ 10 °C
Irgendwann konnten wir endlich einsteigen. Das Flugzeug war supermodern und hatte neben bequemen Sitzen auch supergrosse Bildschirme und eine gute Auswahl an Filmen und leckeres Essen.
Durch die bequemen Sessel konnten wir beide vermutlich den halben Flug schlafend verbringen und kamen einigermassen ausgeschlafen in Shanghai an.
In Shanghai mussten wir zunächst zum Transitschalter gehen, wo wir neue Bordkarten erhielten. Die Dame am Schalter kontaktierte zudem sogleich ihren Kollegen, der uns zuerst durch die Sicherheitskontrolle jagte. Ich hatte nicht einmal Zeit, die VIP-Tafel und die edlen, roten Leitseile zu fotografieren.
Für die Kontrolle benötigten wir etwas mehr Zeit als normalerweise. Zuerst wurden wir von Kopf bis Fuss abgetastet, dann wurde unser Gepäck sicher 5x durch den Scanner gelassen, weil wir überall Akkus reingeschmissen hatten, die die Sicherheitspersonen sehen wollten. Man wurde mit „open! open! open!“ angeschnauzt und angewiesen, alles rauszunehmen. Es war fast ein bisschen einschüchternd.
Nach der Sicherheitskontrolle nahm uns der Typ von vorher wieder in Empfang und scheuchte uns zur Lounge, wo wir bitte bis 11.00h bleiben sollten, damit er uns anschliessend wieder abholen konnte.
Die Lounge war praktisch leer. Wir waren kaum abgesessen, als eine Dame mit einer Karte angerannt kam und uns fragte, was wir essen wollen. Wir entschieden uns für Shanghai-Style Nudeln, was einer Suppe mit Nudeln, Fleisch und irgendeinem Gemüse entsprach.
Die Nudeln waren völlig unsalzig und ich versuchte, an Salz oder Sojasauce zu kommen. Leider verstand die wirklich sehr freundliche und hilfsbereite Dame vor Ort praktisch Null Englisch und wir mussten uns via App unterhalten. Irgendwie kam ich doch noch zu Sojasauce.
Nach dem Essen wollte Simi duschen und musste schon wieder die Dame bemühen. Leider verstand sie nicht einmal seine zeichensprachliche Darstellung einer Dusche und auch er musste sich via App Zugang zur Dusche erkämpfen.
Während Simi duschte, genoss ich eine herrliche Massage in einer Massageliege, welche ich vor dem Essen entdeckt hatte. Auch zu deren Bedienung musste ich wieder unsere hilfsbereite Dame bemühen. In China hat man irgendwelche merkwürdigen QR-Codes (sehen eher aus wie explodierende Sterne) und Google funktioniert leider ebenfalls nicht, wegen ihrer bevormundenden Internet-Politik. Jedenfalls stellte sie mir mit der App ein Programm ein und der Sessel legte los. Wow! Ich hätte ewig in diesem Sessel sitzen können, die Massagefunktion war beinahe besser, als wenn ein Mensch die Massage durchführt. Beeindruckend!
Nachdem Simi geduscht und ich entspannt aus dem Sessel gestiegen war, organisierte ich, dass wir das Gepäck in ein Schliessfach legen und durch die Gates schlendern konnten.
Es hatte einige Restaurants und Simi hatte Lust auf Fried Noodles. Tja.. Mister Wong etc. wollen uns wohl verarschen. In China scheint es sowas gar nicht zu geben. Jedenfalls gab es überall nur die Suppenversion und darauf hatte er keine Lust. Wir liefen zig Mal hin und her, aber nirgends fand man etwas wie Chicken Fried Noodles. Fried Rice gab es irgendwo, aber Simi und Reis ist eine andere Geschichte…
Es gab auch diverse Läden bei den Gates, aber wir mit unserer menschenscheu waren etwas überfordert, weil es pro Laden mehr Mitarbeiter gab, als Kunden. Wären wir irgendwo eingetreten und zu lange stehen geblieben, wären wohl 5 Personen gleichzeitig auf uns zugerannt und hätten uns helfen wollen.
Nach einer Weile gaben wir auf und gingen zurück in die Lounge, wo es neues Essen gab, welches wir ausprobierten. Ich hatte Reis mit verschiedenen Saucen, was ich als ziemlich gut empfand, Simi blieb bei den altbekannten Spaghetti Bolognese.
Ach ja, er war nach wie vor auf Nadeln und ging immer wieder zum Gate, weil er immer noch auf ein Upgrade hoffte. Er kam jedes Mal geknickt zurück und meinte, das Gate sei immer noch geschlossen.
Gegen 11.10h wurden wir abgeholt und wir mussten in Begleitung die vielleicht 100m bis zum Gate zurücklegen, als hätten wir es andernfalls nicht gefunden..
Am Gate stellte sich heraus, dass Simi sein Upgrade erhalten hatte, mir jedoch nichts davon erzählt hatte. Wir hatten eigentlich keine Sitze nebeneinander, aber ein netter Herr war bereit, den Platz zu tauschen.Les mer
Shanghai-Zürich —> luxury travel 👸🤴
25. januar, Kina ⋅ 🌬 -7 °C
Genüsslich nahm ich meinen grosszügigen Fensterplatz in Beschlag und kurz darauf wurde uns beiden ein Glas Champagner in die Hand gedrückt. Ein Hoch auf das Meilenprogramm ;-)
Bevor das Flugzeug starten konnte, musste es eine gefühlte halbe Stunde auf dem Flughafen herumfahren. Die chinesischen Flieger wurden immer wieder vorgelassen, was etwas merkwürdig war.
Irgendwann sind wir doch noch gestartet und langsam, ganz langsam stiegen wir auf Flughöhe.
Bei der Essensbestellung wurden wir etwas enttäuscht, da es gleich drei Menüs nicht mehr gab, die wir eigentlich wollten. Luxus-Probleme, aber trotzdem etwas ärgerlich ;-)
Schlussendlich gab ich meine Schweinebacke und auch die Suppe für Simi auf, da ich als dritte Option noch den Fisch in Betracht zog, den Simi nicht gemocht hätte.
Das Essen konnten wir gemeinsam an einem Tisch essen, mit Blick nach draussen. Simi bekam einen riesigen Teller mit Trockenfleisch zur Vorspeise, für mich gab es Lachs mit Blinis und einen geräucherten Fisch mit etwas Kaviar. Ich wusste nicht, wie oder ob sowas schmeckt, aber es war ganz ok bzw. man hat den Kaviar nicht mal gemerkt.. Ich müsste es dennoch nicht mehr haben.. ich weiss nicht, weshalb Kaviar so gehypt wird..
Als die Suppe an die Reihe kam, schüttelte es natürlich wieder mal den Flieger durch und wir hatten etwas Angst, dass alles verschüttet wird. Man könnte immer meinen, die Piloten machen sich einen Spass darauf, absichtlich durch Turbulenzen zu fliegen, wenn man die Getränke oder Essen bekommt..
Die Hauptspeise und das Dessert verliefen ruhiger und wir konnten gemütlich essen und draussen unseren Mitfliegern zuwinken. Etwas unter uns flog ein Flieger ziemlich nahe auf unserer Route und 2’000 Fuss über uns nochmals ein Flieger. Insbesondere der obere flog so nahe, dass man beinahe sah, um was für eine Airline es sich handelte. Irgendwie etwas bedenklich..
In der Ferne sah man wunderbare Bergketten, es sah toll aus! Die Berge mussten echt hoch sein, denn sie sahen selbst aus luftiger Höhe echt gross aus.
Nachdem wir vollgegessen waren, ging Simi wieder an seinen Platz und wir schauten uns Filme an. Irgendwann schlief ich eine Weile, damit ich zuhause gerade noch genügend Energie haben würde, um bis 22.00h wachzubleiben.
Als ich wach wurde, schaute ich nach draussen und unter uns erstreckte sich erneut eine wunderschöne Bergregion. Zuerst waren die Berge direkt unter uns zu sehen, dann sah man in der Ferne vermutlich einen grossen Vulkan, der insbesondere in der untergehende Sonne und zusammen mit dem tollen Vordergrund unter uns traumhaft aussah. Der Sonnenuntergang war unglaublich und ich konnte kaum wegsehen, bis die Stewardess mich bat, die Blende zu schliessen, damit die anderen Passagiere schlafen können.
Es war etwas übertrieben, denn einige hatten ihre Bildschirme wesentlich heller eingestellt als das Licht von aussen her hereinschien, aber ja.. ich hatte ein gewisses Verständnis und folgte etwas mürrisch ihrer Anweisung. Ok.. ich öffnete trotzdem immer wieder die Blende, denn es sah soooo wunderbar aus und ich konnte mir diesen Anblick nicht einfach entgehen lassen. Es wäre wiiirklich eine Verschwendung des Moments gewesen!
Irgendwann war die Sonne untergegangen und die Gegend weniger interessant, sodass ich mich nochmals einem Film widmete und immer wieder mal kurz einschlief.
Eine Stunde vor der Landung gab es nochmals ein Essen. Spätzli mit Zürich Geschnetzeltem. Ich muss sagen, bis auf die Pilze war es echt gut.
In Zürich brachte uns ein Bus zur Passkontrolle und dann zur Gepäckausgabe, wo wir ziemlich lange auf unser Gepäck warten mussten. Was wirklich toll war? Wir mussten nicht aufs Zügli gehen und das „Heidi“ anschauen ;-P
In der Gepäckausgabe-Halle waren ausnahmsweise mal super sauber. Normalerweise schäme ich mich jedes Mal für unsere Schweiz, wenn man die die dreckigen WCs bei der Gepäckausgabe sieht. Wir waren ja schon einigen Orten, aber die WCs in der Schweiz sind vermutlich die dreckigsten aller Flughafen WCs. Es ist wirklich eine Schande.
Endlich kam unser Gepäck an und wir konnten zum Auto marschieren. Simi fuhr ängstlich aus dem Parkhaus raus und brachte uns dann sicher nach Hause. Ich war froh, waren wir mit seinem Auto nach Zürich gefahren, denn ich war trotz Schlaf erledigt.Les mer



















































































































