Ein Viertel Jahr raus. Ein Viertel Jahr nicht auf Arbeit gehen, kein Geld und nicht Zuhause sein. Es ist Zeit Kraft zu tanken, Neues zu sehen, zu lernen, neue Denkweisen und Kulturen kennen zu lernen und vielleicht zu mir zu finden um neu zu starten.
  • Day251

    Putangirua Pinnacles

    October 5 in New Zealand ⋅ ☀️ 21 °C

    Auf dem Freedom-Campingplatz spricht mich am Morgen das Pärchen vom Leuchtturm an.
    Paul aus NZ und Grace aus Singapur. Sie sind seit sechs Jahren verheiratet und nun ein paar Wochen mit ihrem tollen Wohnwagen, welcher höher als andere und geländetauglicher ist, da er fürs australische Outback gebaut wurde, unterwegs. Sie wollen heute auch zu den Pinnacles und sagen, dass ich nicht alleine gehen soll und ich mich ihnen gerne anschließen kann, wenn ich möchte. Sie schenkt mir zwei Blümchen und gemeinsam starten wir, nach einem kurzen Strandspaziergang zum DOC-Camp an den nahegelegenen Pinnacles.
    Wir parken die Autos, machen alles zurecht zum Campen und starten zu den Pinnacles. Wir laufen das Flussbett entlang, müssen den Bach überqueren, und erreichen die faszinierenden Felsformationen, in denen einige Szenen von "Herr der Ringe" gedreht wurden.
    Am Nachmittag wasche ich mich im Fluss, trinke Tee mit Paul und Grace und sie laden mich zum Chicken Tikka Massala essen ein, welches Grace zuhause gekocht und eingefroren mitgenommen hat. Wir trinken gemeinsam Wein, erzählen noch lange und gehen recht spät ins Bett. Sie sind so herzlich, besorgt und einfach ganz tolle Menschen und ich bin abermals dankbar, solch eine tolle Begegnung erfahren zu dürfen.
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  • Day250

    Cape Palliser

    October 4 in New Zealand ⋅ ⛅ 18 °C

    Nach dem Frühstück, Duschen und, Wäsche waschen und alles ins Auto packen, geht's los zum Cape Palliser, südlichsten Punkt der Nordinsel. Es geht kurvig bergauf, bergab durch grüne Wälder mit Blick ins Tal und weiter übers Land zum Leuchtturm. Viele Stufen muss ich erklimmen um oben am Leuchtturm fast weggepustet zu werden. Ein Pärchen welches mir auf der Treppe begegnet warnt mich bereits, dass ich mich gut festhalten muss. Sie behalten Recht. Der Ausblick auf die Küste und Meer ist schön und eine Weile bin ich ganz alleine dort. Ich beschließe auf dem Freedom-Camp zu übernachten und befürchte, dort allein zu sein. Zum Glück bestätigt sich meine Befürchtung nicht und wir sind insgesamt sechs Fahrzeuge, welche die Nacht direkt am Meer verbringen. Das Pärchen vom Leuchtturm winkt mir zu, als ich am kleinen Strand entlang spaziere.
    Ich komme mit meiner Nachbarin ins Gespräch und wir sitzen eine ganze Weile zusammen draußen, erzählen und sie gibt mir zwei Eier fürs Abendbrot, akzeptiert nicht, dass ich nur ein Ei nehmen möchte und sagt, dass ich ja nicht einfach nur Brot essen kann!
    Sie ist Lehrerin, hat ihren Job verloren, spielt Gitarre, schreibt eigene Lieder und hat ihren Freund nach gemeinsamem Reisestart nach Hause geschickt, weil es ihr zu anstrengend war mit ihm. Sie genießt das alleine Reisen, ihre Freiheit, Zeit einteilen wie sie möchte, Menschen kennenlernen und das einfache Camperleben. Summer ist eine richtige Frohnatur und ihr Name passt zu ihr! Diese Begegnung lässt doch die Befürchtungen und Ängste, alleine zu sein, kleiner werden und ich gehe nach einem traumhaften Sonnenuntergang hinter den Bergen der Südinsel, glücklich ins Bett um dem Meeresrauschen zu lauschen.
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  • Day249

    Naturschutz und fish&chips

    October 3 in New Zealand ⋅ 🌬 14 °C

    Wir schlafen aus, stellen fest, dass heute Tag der deutschen Einheit ist, frühstücken gemeinsam und mittags geht's von Jörgs Haus aus, noch ein kleines Stückchen weiter bergauf, zur Windturbine. Ein einzelnes Windrad, welches auf dem Berg steht und gut für Strom sorgt. Die Technik der Turbine wurde vor einigen Jahren tatsächlich auch mal aus Deutschland hier her geschippert. Gut windig ist es hier wiedermal, muss ich mir nun doch langsam Gedanken machen, ob Jörg noch nicht doch los werden möchte, wenn er noch nun schon zum zweiten Mal zu einem sooo windigen Ort bringt!? Ha, vorgesorgt, Steine in die Taschen gepackt!!! Der obligatorische Spruch wenn man mich an windigen Orten sieht!

    Anschließend fahren wir in ein kleines verstecktes Fleckchen Erde, welches wie ein kleines grünes Paradies zwischen Häusern in einer Senke liegt. Die Mutter von Jörgs Kumpel hat dieses Land vor vielen Jahren mit anderen Menschen zusammen gekauft und nun versuchen sie mit Hilfe von Freiwilligen, Freunden und auch Wwoofern, dieses schöne Stück Land zu pflegen, nicht einheimische Pflanzen zu reduzieren und einheimische Pflanzen zu Pflanzen und zu vermehren.
    Ich arbeite mit der fast 80 jährigen Mutter von Jörgs Freund zusammen. Wir reißen das riesige, wuchernde Gewächs heraus, welches sich wie Unkraut breit macht, reißen Gras ab, welches um die jungen Pflanzen wächst und legen diese Pflanzenreste um den jungen Stamm herum, um die Feuchtigkeit so lange wie möglich am Pflänzchen zu halten und vor zu viel Sonneneinstrahlung zu schützen. Eine sehr liebe Gruppe und sehr liebe Gespräche am Ende der Arbeit. Zur Belohnung holen Jörg und ich uns Fish&Chips und fahren an eine kleine Bucht zum Essen. Die Möwen fressen uns bald auf und unter Dauerbeobachtung müssen wir unsere Pommes essen. Zum. Sonnenuntergang fahren wir an einen tollen Strand. Ein schöner Tag mit Jörg, mit lieben Menschen und schönen Gesprächen geht zuende. Ich bin immer wieder begeistert von Jörgs Gastfreundschaft und dass es menschlich so schön passt. Wahnsinn, dass ich das Glück hatte, ihn zu treffen!
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  • Day248

    Te papa Museum und Wellington bei Nacht

    October 2 in New Zealand ⋅ 🌬 14 °C

    Am Morgen starte ich nach dem Verabschieden von Josh ins te papa Naturkundemuseum. Ein Museum über vier Etagen mit Erklärung der Naturphänomene, Entstehung der Insel und auch einer großen Kunstausstellung.
    Nachdem ich zwei Tage lang mit einem Inder Kontakt habe der vor gab, mit mir reisen zu wollen und mir zuvor Wellington ein bisschen zeigen zu wollen, allerdings immer fragt, ob ich alleine komme, breche ich diesen seltsamen und für mich nicht gut und sicher anfühlenden Kontakt ab und beschließe, lieber allein zu sein, als in dieser seltsamen Situation.
    Ich fahre auf den Freedom Campingplatz, der direkt, sehr idyllisch, an einer großen Kreuzung unterhalb des Flughafens gelegen ist. Da das Wetter sich heute nicht mehr ganz so von seiner besten Seite zeigt, sondern nun den typischen Wellington-Wind präsentiert, es dazu noch recht kühl und grau werden lässt, sieht es mit Kontakte knüpfen wahrlich schlecht aus. Stattdessen sitzt jeder mit geschlossener Tür in seinem Camper und versucht ja nicht zu oft raus zu gehen.
    Das erste mal nun fühle ich mich richtig einsam und habe riesige Angst davor, dass es nun ein regelmäßiges Gefühl werden wird.
    Mein Lichtblick und zweiter Reiseengel soll aber nicht lange auf sich warten lassen:
    Auf meinen Post bei Facebook, dass ich evt einen Reisepartner oder liebe Menschen für einen Kaffee, Tipps oder sogar um vielleicht auch mit meinem Auto in deren Garten übernachten zu dürfen, meldet sich Jörg.
    Jörg ist 42, lebt seit 9 Jahren in Neuseeland und arbeitet im Umweltschutz.
    Wir treffen uns am Abend, er kocht was nettes für uns und er fährt mit mir zum Mount Victoria Aussichtspunkt auf einem Berg an der Küste Wellingtons. Bei der Treppe hinauf zur Aussichtsplattform ist nur jede dritte Stufe beleuchtet und es ist so gefährlich, dass wir beschließen, dass dieses ein wirklicher Punkt zum melden beim Beschwerdeamt ist. Auf dem Weg zurück zu seiner Wohnung und dem Blick rüber von unserem Berg zum Mount Victoria stellen wir fest, dass es bestimmt mit Absicht so beleuchtet ist und die Treppe wie "Die Treppe zum Himmel" wirkt. Kunst hin oder her, dieses starke Licht und das nach vorn gerichtet und nicht an die Stufe selbst, ist sowas von unschlau gewählt, dass auch das Aussehen von weiter weg nicht für diese Gefahr entschädigt!
    Jörg bietet mir an, im momentan ungenutzten Kinderzimmer seiner Mädchen zu schlafen und so verbringe ich eine Nacht in der unteren Etage eines Doppelstockbettes.
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  • Day247

    Sightseeing in Wellington

    October 1 in New Zealand ⋅ ☀️ 13 °C

    Nach schlafen bis um neun, einem Kaffee ans Bett und einem entspannten Vormittag mache ich mich auf in die Stadt. Parkplätze sind so schwer zu finden oder sooo teuer, dass ich mich nach über einer Stunde suchen entscheide, etwas außerhalb, an der Oriental Parade zu parken und am Wasser entlang in die Stadt zu laufen. Ich schlendere die Waterfront entlang, sehe die Museen, den Hafen, das Ministerium, aufgrund seines Aussehens auch "Bienenstock" genannt und beschließe, eine Fahrt mit der Standseilbahn zu machen, eines von wellingtons Wahrzeichen. Für 9$ hin und zurück, geht es steil bergauf. Oben angekommen genieße ich den Ausblick und laufe eine Runde durch den schönen, am Berg gelegenen botanischen Garten.
    Nach der Abfahrt geht's zurück zum Auto, anschließend Treffen mit Josh, welcher mir seine geheime Duschmöglichkeit auf einen Sportplatz zeigt, heiße Dusche und gemeinsames Abendbrot zurück in der Skorching Bay. In dieser Bucht mit kleinem Strand kann man nachts wahnsinnig schön die Wellen rauschen hören, obwohl es keine großen Wellen dort gibt und es eigentlich eher ruhig dort ist. Aber es klingt wie am großen Strand und die Wellen sind sooo beruhigend zum einschlafen.
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  • Day246

    Auf großer See, begleitet von Flipper

    September 30 in New Zealand ⋅ ☀️ 10 °C

    Ich bin die erste Person auf dem gesamten Campingplatz, welche so zeitig auf ist und noch im Dunkeln, um dreiviertel sieben den Platz verlässt.
    Ich sehe, während ich auf das Boarding zur Fährüberfahrt warte, den Sonnenaufgang. Reihe 7 ist die letzte Reihe welche in den Bug der Fähre fahren darf, und fast als letztes Auto habe ich das Glück, nicht so viel rangieren zu müssen und als eine der ersten in Wellington von Board fahren zu dürfen.
    Der Wind ist nicht mehr ganz so stark wie gestern, aber die Wellen sind noch hoch genug, um den meisten Leuten auf der Fähre, ein unwohles Gefühl zu bereiten. Dies ist der Grund, weshalb die Heizung an diesem Tag aus bleibt, wird mir erklärt und es besser sei, die Leute frieren, statt brechen zu lassen.
    Im Marlborough Sound komme ich erneut, wie bei unserer Postboottour im März, in den Genuss, die Fjorde zu sehen und auch die Delfine beschließen, uns ein Stück des Weges zu begleiten. Ein tolles Gefühl! Ich habe einen netten Plausch mit der Dame mir gegenüber und versuche immer mal zu schlafen, um deer Seekrankheit vorzubeugen. Als meine Thermosflaschen über den Tisch wandern und ich hochschrecke merke ich, dass nun wahrscheinlich alle einmal kurz wach werden durften und verstaue sie schnell in meinem Rucksack. Zum Glück hat niemand negativ reagiert, eher ein bisschen geschmunzelt.
    Nach drei Stunden Fahrt in Wellington angekommen, treffe ich mich mit Josh, einem 28 jährigen Kiwi, welcher seit einiger Zeit in seinem Van unterwegs ist und mir auf meinen Facebookpost geantwortet hat.
    Er zeigt mir eine niedliche Bucht, in der wir die nächsten zwei Tage übernachten. Wir kochen gemeinsam Abendessen in seinem schönen gemütlichen Toyota Hiace, machen einen Abendspaziergang über das abgesperrte Militärgelände hoch zum Gipfel des Berges, von wo aus wir einen tollen Sonnenuntergang und Blick auf Wellington genießen dürfen und bevor es ins Bett geht, macht er mir sogar noch meine Wärmflasche.
    Einen riesigen Calla-Strauch finden wir auf unserem Abendspaziergang und ich nehme eine große Blüte mit und stelle sie in seine Küche.
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  • Day245

    Sira, los geht's ins Abenteuer!

    September 29 in New Zealand ⋅ ☀️ 10 °C

    Nachdem ich auf Arbeit im Pflegeheim Urlaub beantragt habe, eine Woche daheim verbracht und nur meinen Tätigkeiten auf der Pferdefarm nachgegangen und meine freien Nachmittage genossen habe, starte ich nun, aufgrund des Sturms, einen Tag später als geplant, in mein Urlaubsabenteuer!
    Nordinsel, ich komme!!!
    Am Morgen wird alles eingepackt, Wasser aufgefüllt und die Batterie wurde über Nacht geladen.
    Der Abschied nach einem halben Jahr hier fällt mir nicht leicht. Ich hatte eine tolle, nicht immer ganz leichte Zeit und habe meine wundervollen Menschen um mich herum so lieb gewonnen... Meine Arndt's mit den Jungs, die meine Neuseeland-Familie geworden sind und mir immer mit Rat und Tat zur Seite stehen, den Start hier ermöglicht haben, mir Tipps geben wie der Hase hier läuft und einfach Freunde und Familie zugleich sind. Ich liebe und schätze sie so sehr!
    Aber auch meine zauberhafte Jane und ihren Mann Colin, unsere Nachbarn und meine Nähfee, Freundin, Hilfe bei Fragen und die Person, mit der jegliche, noch so eklige Putzarbeit Spaß macht, werde ich vermissen.
    Und auch die Pappenheimer vom Stall, welche, jeder auf seine Art, nicht ganz leicht, aber doch recht liebenswürdig geworden sind, werden mir in den nächsten Wochen doch ab und zu mal fehlen. Ich war so froh, mein tolles französisches Paar Audrey und Taungy noch einmal getroffen zu haben und weiß, nun gute Freunde hier in NZ zu haben und dass man sich immer mindestens zweimal im Leben trifft, nachdem wir uns schon einmal voneinander verabschieden mussten.

    Am Mittag geht's also los, den State-Highway1 entlang, über vier Stunden Fahrt, mit Stop bei den Seehunden in Kaikoura, die ich mit Kathrin und Sven im März gesehen habe, Pause in Blenheim, bis hoch nach Picton.
    Unterwegs gab es Regen, Graupel und am Ende sogar wieder Sonne. An den Baustellen bei Kaikoura sehe ich endlich wieder die netten Lollipops die ihre "stop"- and "slow"-Schilder drehen und freundlich winken. Bei diesem Wetter tun sie mir wirklich leid und, um ihren Tag ein bisschen zu versüßen, reiche ich ihnen selbst gebackene Cookies aus dem Fenster und sehe große Freude darüber.
    Ich erreiche Picton fast im Dunklen, abends halb acht.
    Es ist ein eisig kalter Abend, fast Vollmond und ich beschließe, einen Platz mit Strom auf dem Campingplatz zu nehmen, um den Heizlüfter nutzen zu können. Den Campingplatz kenne ich schon, denn wir haben hier im März schon eine Nacht in einem Bungalow verbracht und ich habe meine geliebte Wärmflasche hier vergessen. Leider ist sie in den Fundsachen nicht mehr aufzufinden...
    Also, heiße Dusche, nettes Gespräch mit einem tschechischen Pärchen in der Küche und ab ins Bett, denn morgen geht es sehr früh raus, denn die Fähre wartet nicht.
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  • Day55

    Tauranga, Mount Maunganui

    March 23 in New Zealand ⋅ ☁️ 20 °C

    Nach einem schönen entspannten Hotelfrühstück, was wir ja schon ewig nicht mehr hatten, fuhren wir zum Mount Maunganui. Ein Berg der berühmt ist, für ein Foto mit einer Landzunge und der Stadt dahinter. Es sieht eigentlich ganz entspannt aus, aber wir schniefen und keuchen ganz schön, als wir den Weg hinauf wandern. Mitten am Tage, zur Mittagszeit werden wir von vielen Joggern überholt, die diesen Berg als tägliches Workout nutzen. Wir fragen uns, wer zur Mittagszeit die Möglichkeit hat, mal eben eine Runde Joggen zu gehen und uns kommt die Work-Life-Balance in den Sinn, die die Neuseeländer recht groß schreiben. Wir staunen, dass die echt diesen Berg hoch joggen und das freiwillig wahrscheinlich täglich tun!!!
    Es ist ein sehr schöner weg mit wunderschöner Aussicht runderhum. Aufs Meer, Stadt, Strand, Hafen und am Ende sehen wir die berühmte Landzunge. Eine schöne, leicht anstrengende Wanderung an diesem Tag die sich wirklich gelohnt hat und Spaß gemacht hat.
    Zur Belohnung gehen wir ein bisschen bummeln in der Einkaufsstraße und uns wird gesagt, dass die Läden ab übermorgen geschlossen haben, weil ein Lockdown, eine Ausgangssperre starten soll. Wir können das noch gar nicht wirklich begreifen, verstehen den Ernst der Lage dann aber, als wir in Auckland angekommen, nochmal einkaufen gehen für den Abend und für mich, für die nächsten zwei Tage, bis auch am Freitag mein Flieger nach Hause geht. Die Regale im Supermarkt sind fast leer, Nudeln schnappe ich uns die letzte Packung aus der untersten Reihe, ganz hinten in der Ecke, Brot gibt es nicht mehr und es herrscht ziemliche Massenpanik. Hier beginnt das erste mal ein wirklich Seltsames Gefühl in mir, bezüglich Corona aufzusteigen und das Denken und Handeln der Menschen erschreckt mich!
    Unsere Unterkunft ist wunderschön. Ein neues großes Haus mit fünf Zimmern und Bad, einer großen Küche mit angrenzendem Wohnbereich, zwei zusätzliche Wohnbereiche und schönem Ausblick auf den Bodden von Auckland. Wir haben dieses Haus gewählt, weil es nicht zu teuer war und der Flughafen am nächsten Tag für Kathrin gut zu erreichen.
    Wir kochen Abendessen, fuhren seltsame Gespräche mit sehr vornehmen Hamburgern, die sich in diesem Haus nicht wohlfühlen, weil sie es mit anderen Leuten teilen müssen und Kathrin geht schlafen. Meine Nacht wird mehr als kurz. Ich telefoniere die ganze Zeit mit Sven, Nils und Papa im Wechsel. Sven hängt in der Warteschleife der Lufthansa, um mehr über meine Flüge zu erfahren, Nils versucht mir Alternativen zu suchen und schickt Flugverbindungen und Papa tut das selbe.
    Am Ende, irgendwann nachts halb zwei sagt Sven mir, dass ich am Freitag definitiv nicht fliegen werde. Für den Flug von Auckland nach Hongkong bin ich gar nicht eingebucht und die Anschlussflüge wurden gecancelt, weil Hongkong nun auch den Transit verbietet. Wieder eine sehr tränenreiche Nacht voller Verzweiflung. Ich muss wieder auf Arbeit, kann mir die Unterkunft nicht ewig leisten und weiß nicht, wie ich überhaupt, einigermaßen bezahlbar, nach Hause kommen soll. Alle Flüge werden nacheinander gecancelt und wir sind uns auch nicht sicher, ob Kathrins Flug morgen wirklich noch geht.
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  • Day54

    Hot Water Beach

    March 22 in New Zealand ⋅ ⛅ 21 °C

    Wir können es heute entspannt angehen, denn auf dem Plan steht heute nur der Hot water beach und um dort das pure Badevergnügen zu haben, muss man zur low tide, also Ebbe, hingehen. Also fahren wir nachdem wir unsere gewaschene Wäsche auf der Terrasse eingesammelt und alles wieder im Auto verstaut haben, los zum hot water beach. Wir frühstücken in einem ganz niedlichen Café im Garten, genießen den ruhigen Vormittag und dann geht's auf zum Strand. In einem Laden leihen wir uns für zehn Dollar eine Schaufel, was wir uns auch hätten schenken können, weil dort so viele schaufeln waren, die die anderen nicht mehr brauchten, nachdem sie ihr Loch gebuddelt hatten, aber Kathrin war der Meinung, wir müssen eine eigene haben. Also Schaufel geliehen und los geht's!
    Ein Strandabschnitt von vielleicht 80 Metern, voll mit Menschen, die wie wilde Kinder Löcher buddeln und sich im warmen Wasser wälzen! Herrlich und ich komme aus dem Lachen nicht mehr raus!
    Nachdem wir unser großes Loch gebuddelt, ja gut, vielleicht modifiziert und tiefer gemacht, weil da war schon so ein schönes freies Wasserloch, also wieso sollten wir dann komplett neu anfangen(?!), fertig haben, hüpfen wir hinein. Es gibt wirklich nur ein sehr schmales Stück mit richtig, richtig heißem Wasser. Unser Loch ist genau angenehm, könnte vielleicht ein bisschen wärmer sein. Das Nachbarloch wird frei und ich verbrühe mir direkt mal den Hintern! Also heißt es Wasser mischen und am Ende liegen wir mit dem Nachbarpärchen gemeinsam im heißen Loch und erzählen und mischen kälteres mit verdammt heißem Wasser.
    Als die Flut kommt, beschließen wir, so langsam duschen zu gehen und in Richtung Tauranga, unserem heutigen Übernachtungsort aufzubrechen.
    Wir machen am cooks beach Halt, der einer der schönsten Strände Neuseelands sein soll. Das Wetter ist traumhaft und wir entspannen dort ein bisschen in der Sonne. Am nächsten Strand in Whangamata machen wir einen schönen Strandspaziergang und endlich mal das typische Urlaubsbild mit dem Reiseland und dazugehörigen Jahr im Sand!
    Nach einem Stück Fahrt erreichen wir am Abend Tauranga, checken im Hotel ein, mit Sicherheitsabstand hinter Glasscheiben und Absperrband und uns wird gesagt, dass ein paar Menschen hier in Quarantäne sind und evt. Coronafälle hier im Haus, in separaten Apartments im hinteren Teil des Hotels untergebracht sind.
    Wir spazieren in die Stadt, die Abends halb sieben wie tot ist, gehen thailändisch Essen und dann ins Bett. Ich weiß, dass Kathrin übermorgen heim fliegt und ich keine Ahnung habe, wie ich dann heim komme und was noch so passiert. Ich schlafe nachts nicht mehr und bin nervlich ziemlich am Ende.
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  • Day53

    Coromandel, Ms. Rosie und Cathedral Cove

    March 21 in New Zealand ⋅ ☁️ 20 °C

    Als wir am Morgen aufwachen, berichtet Kathrin mir, dass ihr Freund aus Deutschland, ihr einen Flug nach Hause am 24.03. gebucht hat. Eigentlich wollten wir bis zum Ende zusammen bleiben und sie sagte mir immer, dass wir auf alle Fälle gemeinsam heim fliegen werden. In mir steigt Panik auf und ich habe riesige Angst, am Dienstag alleine hier bleiben zu müssen. Der Flug ist nun am Morgen leider nur noch für knapp 2000 Euro zu bekommen, was mir leider zu teuer ist, weil man ja auch nicht weiß, was sich auf der Welt noch tut, welcher Flughafen als nächstes den Transit verbietet oder ob der Flug vielleicht auch noch gecancelt wird. Wir beschließen weiter nach Flügen zu suchen, bis dahin aber noch die Zeit hier so gut es geht zu genießen und dass ich am Dienstag einfach mit zum Flughafen fahre und evt. vor Ort noch einen freien Platz im Flieger ergattern kann.
    Wir suchen uns ein schönes Cafe zum Frühstücken im Viertel der Reichen und Schönen und genießen ein richtig tolles Frühstück, ehe wir uns auf machen in Richtung Coromandel.
    Die strecke ist sehr schön, führt an der Küste entlang und die Coromandelhalbinsel wirkt etwas schottisch auf uns. Leider ist gerade Ebbe, weshalb die kleinen und großen Inseln nicht ganz so toll wirken, aber immernoch wunderschön und wir machen nur einen kurzen Stop in einem kleinen Dorf.
    Wir wollen heute noch bis nach Hahei fahren und dort die Cathedral Cove anschauen.
    Mein Navi schlägt eine kürzere Route vor, welche wir auch nehmen. Straße kann man das ganze nun wirklich nicht mehr nennen und unser kleines Auto rollt nun Feld- und Schotterpisten entlang. Kurve für Kurve, bis uns Schweine den Weg kreuzen. Ein Mann steht mit einem, erst eine Woche alten, Ferkel auf dem Arm da und erzählt mit anderen Leuten, die auch die kurze Route gewählt haben müssen. Kathrin traut sich nicht auszusteigen, aber ich möchte das Ferkel unbedingt von Nahem sehen.
    Der Besitzer hält mir die kleine "Rosie" unter die Nase und bietet mir an, sie zu halten. Ich lehne ab, als ich sehe, dass "Rosie" wahrscheinlich noch nicht der Profi beim Kacken ist und er ihren Hintern an seinem Karohemd abwischt. Er selbst läuft barfuß zwischen all den Schweinen und ihren Hinterlassenschaften herum und scheint keinen Wert auf sein Äußeres zu legen. Dafür aber liebt er aber seine Schweine und lebt mit ihnen zusammen auf diesem Stück Land, ohne viel Luxus.
    Rosie ist zuckersüß und läuft frischfröhlich unter den großen Schweinen hindurch, quiekt fein und muss sich beim Strullern an einem Baumstamm anlehnen. Leider habe ich mein Handy im Auto gelassen und kann kein Foto von ihr machen.
    Am Nachmittag kommen wir in an unserer gebuchten Unterkunft an. Die Dame an der Rezeption des Zeltplatzes berichtet uns, dass unser kleines Ferienhaus leider noch nicht fertig geputzt ist und fragt uns, ob denn auch ein großes Ferienhais mit drei Schlafzimmern ok sein. Nach laaangem Überlegen, ob das für uns ok ist, sagen wir ja und lachen uns über die Frage kaputt. Das Ferienhaus ist sehr schön, hat eine große Terrasse und schöne helle Räume. Wir werfen nur kurz unsere Sachen ab, da man am besten bei niedrigwasser zur Cathedral Cove kommen soll, und fahren nach Hahei, wo wir uns auf eine kleine anderthalbstündige Wanderung machen. Sehr schöne Ausblicke auf die Buchten, Strände, Inseln und auf den schönen Baum, dessen Wurzeln riesig und wie versteinert wirken, verschönern uns den Weg zur Kathedralen-Höhle.
    Wir kommen an, als die Flut gerade einsetzt und können dadurch noch in die Höhle hinein, die wie eine Kathedrale, mit Ausblick auf einen großen Felsen im Wasser, ist. Endlich sind wir an dem Ort angekommen, der das Bild unserer Neuseeland-Whatsapp-Gruppe ist! Fotos ohne Menschen sind fast unmöglich, aber das ist ja leider an fast allen Orten so. Wir machen Picknick am Strand und treten den Heimweg an. Unterwegs spricht uns ein Ehepaar an, dass sie uns am Lake Tekapo schonmal gesehen haben. Das war also an unserem zweiten Tag in Neuseeland. Auch sie haben bereits viel mit der Familie telefoniert, schauen immer nach Flügen und planen, auch am Dienstag, wie Kathrin heimzufliegen. Sie versuchen mir Mut zu machen und sagen mir, dass wir uns am Dienstag am Flughafen treffen und gemeinsam nach Hause kommen werden. Wir verabschieden uns per Fußschlag und mit Ellenbogenabklatschen, wie es sich in der aktuellen Corona-Zeit gehört. Tagsüber versuche ich immer den Moment zu genießen und die Flugsituation zu vergessen, aber spätestens am Abend siegt immer die Angst und bereitet mit Stunden mit Panik, Tränen, endlosen Internetsuchen, Verzweiflung und finanzieller Angst und Telefonaten mit der Familie und meinen Lieben und schlaflose Nächte. Morgens wache ich seit einigen Tagen zitternd und von Übelkeit geplagt. Hunger bleibt leider auch aus.
    Ich Quäle mir die eigentlich sehr leckere Pizza aus dem Steinofen rein, die nach unseren Wünschen im Restaurant der Brauerei unseres Campingplatzes gebacken wurde und als wir zum Haus zurückkehren entdecken wir den traumhaften Sternenhimmel mit abermilliarden Sternen und der Milchstraße, die ganz deutlich über uns erkennbar ist.
    Als wir ins Bett gehen und noch Tagebuch schreiben wollen ist uns kalt und wir finden uns mit Stift, Buch, Handy und Föhn zum Heizen, nach dem Spinnen-Killen im Bett wieder! Ein Foto davon muss natürlich noch sein, ehe wir das Licht ausmachen und versuchen zu schlafen.
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