• Simon Rossier
  • Fabienne Minder
  • Simon Rossier
  • Fabienne Minder

Panamerica Nord

Von Kanada nach Panama und weiter... Read more
  • Crooked Tree Wildlife Sanctuary

    April 1, 2023 in Belize ⋅ ☀️ 31 °C

    Ungläubig machen wir uns auf den Weg. Wir sind tatsächlich wieder unterwegs; jedoch skeptisch. Nach den Erlebnissen der letzten Wochen fühlt es sich irgendwie falsch an, dass alles funktioniert. Wir ahnen einen Haken an der Sache. Haben ihn aber bisher glücklicherweise nicht entdeckt.

    Also geht es an die Grenze zu Belize. Innerhalb einer Stunde sind wir aus Mexiko aus- und in Belize eingereist. Simon's ID hat nur die Hälfte geschafft und liegt bei der Insektenvergasungsstation auf einem Schreibtisch. Also reisen wir inoffiziell noch einmal aus Belize aus holen die ID und reisen wieder ein. Die Grenzbeamten finden das ganz lustig.

    Unser erster Stop in Belize ist das Crooked Tree Wildlife Sanctuary. Dieses Schutzgebiet zeichnet sich aus als Paradies für Ornitologen. Zu unserer Ausrüstung zählen ein schlechter Feldstecher und kein Teleobjektiv. Die Vogelvielfalt erleben wir hauptsächlich aus der Ferne und wenn wir uns den Neuzeitsauriern nähern, um sie zu sehen, fliegen sie lachend weg. Am meisten Zeit verbringen wir mit einer lustigen Schildkröte, die uns so schnell nicht davon kommt.

    Übernachten tun wir auf dem (riesigen) Grundstück eines B&B's. Bereits hier besuchen uns alle möglichen Vogelarten sowie Smoky, der kleine Hund, der alle fünf Sekunden wieder energisch in sein offensichtlich jukendes Fell beisst. Wir hätten ihn Itchy getauft.
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  • Typisch Mexiko 🇲🇽

    April 1, 2023 in Belize ⋅ ☀️ 31 °C

    Mexiko in Bulletpoints:
    - Topes (!)
    - Collectivos (öffentliche Busse)
    - Strassenhunde
    - Nachts Hundebellen
    - Mais als Nahrungsgrundlage
    - Autos mit lauter Musik und Werbung
    - Mobile Verkäufer mit Velo (z. B Schuster, Esswaren, Glace etc.)
    - Hängematten statt Bett in Yucatán und Quintana Roo
    - Laute Musik und Bier (v. a. am Wochenende)
    - Bier drive throughs
    - Tortillerias in jeder Ecke
    - Vor den Restaurants energische Fähnchen-Schwinger
    - Militärpräsenz (vermummt und schwer bewaffnet), häufig auf Pick Ups
    - Lustig beladene Autos
    - Sonntags Familienfest am Wasser mit Musik , Bier und Essen (cochinita pibil)
    - Beerdigung = fiesta (guanajuato)
    - Agua purificadoras
    - Stereotypische Kleidung (Hemd, Hut , Jeans , Schnurrbart )
    - Mexikanische Musik beliebt in jedem Alter
    - Cumbia als Tanz- und Musikstil
    - Fast alle haben Familienangehörge in USA (illegal)
    - Tequilla und Mezcal
    - Keine Abneigung gegen USA (oder nur bisschen)
    - Azteken - und Mayaruinen
    - Lucha libre inkl. Masken
    - Quinzinieras und Piñatas
    - An Silvester wird in die Luft geschossen (mit Pistolen) und immerhin wieder sterben Leute deswegen
    - Erzählen oft nicht die Wahrheit, weil eine Lüge besser klingt
    - langes Anstehen an der Kasse
    - Coca Cola
    - Verdteckte Arbeitslosigkeit: alte Leute an der Kasse packen Einkauf ein gegen Trinkgeld
    - typischer Mexikaner ist klein und dick
    - Gerichte: Tacos (Birria, Pastor, Cochinita Pibil,...), Gringas, Burritos, Tostilotos & Elotes (Streetfood), Süssigkeiten mit Chili, Little Cesar Pizza, Bier (Modelo, Tecate, Pacifico (mit Limettenschnitz))
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  • Belize und Strassenbekanntschaften

    April 5, 2023 in Belize ⋅ 🌬 29 °C

    Wir erleben Belize als sympathischen Ausreisser in der kulturellen Statistik mittelamerikanischer Länder. Die Leute sprechen hauptsächlich Kreolisch und Englisch, sehen aus wie Jamaikaner und scheinen allzeit ganz entspannt durch den Alltag zu schweben. Auf den Dorfstrassen mischt sich jeweils Reggae Musik unter den Geruch von grilliertem Hühnchen und die inflationäre Präsenz von Strassenhunden, an die wir uns in Mexiko bereits gewöhnt haben, fehlt hier. Uns gefällts. Auch der Preisschock, vor dem wir eindringlich gewarnt wurden, fällt weniger stark aus als erwartet. Tatsächlich sind importierte Waren teuer, aber lokale Produkte sind auch hier sehr erschwinglich. Für Rice and Beans oder Beans and Rice (Hühnchen mit Reis und Bohnen) - das belizische Nationalgericht - zahlen wir umgerechnet ungefähr CHF 5.-/Person.

    Eine Konstante bleibt aber: die Hitze. Auf einer Seitenstrasse entdecken wir per Zufall einen Fluss der sich durch den dichten Wald schlängelt und entscheiden uns darin zu baden. Einziges Problem: wir wissen nicht ob hier Krokodile leben. Während also einer von uns badet, beobachtet der andere von einem erhöhten Standort aus in Erdmännchenmanier die Lage. Der Warnruf bleibt aus und so überleben wir auch diese Abkühlung. Ein später vorbeikommender Belizer versichert uns, dass es hier (natürlich) tatsächlich Krokodile gäbe. Wir überlegen uns dennoch hier zu übernachten und fahren die Nebenstrasse noch ein Stück weiter runter, um zu sehen ob wir jemanden finden, den wir um Erlaubnis bitten können / sollten. Unweit von unserem Badeplatz finden wir Wede, der in einem kleinen Hüttchen lebt und uns einlädt auch seinen Badeplatz am selben Fluss zu besichtigen. Auch der ist schön, aber leider auch schön zugemüllt. Wir sprechen noch ein paar Sätze mit Wede und erfahren von ihm die folgenden Bulletpoints:

    ▪️er war einmal Teamleiter
    ▪️jetzt hat er Schafe
    ▪️er schiesst und isst alles was nicht bei Drei auf den Bäumen ist (z.B. Krokodile, Leguane und alle möglichen Nagetiere)
    ▪️er hat schon fünf Jaguare getötet weil die sonst sein frei herumlaufendes Vieh und seine Hunde fressen würden
    ▪️er hält nicht viel von den jungen Belizern, weil sie ihm offenbar vorschreiben wollen, dass er kein Fleisch essen darf. Zudem seien sie alle gewalttätig.

    Wir übernachten dann doch nicht hier und fahren weiter. Am nächsten Tag treffen wir beim Wassereinkaufen eine Gruppe Junger mit denen wir ebenfalls ins Gespräch kommen. Wir erinnern uns an folgendes:
    ▪️Alkohol kann gut auch Morgens aufgetischt werden
    ▪️Gute lokale alkoholische Getränke seien z.B. 'Man in da yaad' oder 'Big man ting'. Beides wird eher ohne Inhaltsangaben in allen Supermärkten verkauft. Später kaufen wir uns ein Fläschchen 'Man in da yaad'.
    ▪️alle sind ganz freundlich und machen einen glücklichen Eindruck, selbst derjenige mit den Tränentattoos
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  • Belize Zoo

    April 5, 2023 in Belize ⋅ ☀️ 32 °C

    Wir sind schon drei Tage in Belize und haben noch immer keinen Jaguar gesehen. Das lassen wir so nicht auf uns sitzen und gehen in den Zoo. Der Zoo ist ganz schmuck gemacht und beherbergt nur einheimische, 'gerettete' Tiere, die wenn möglich wieder ausgewildert werden sollen. Einige davon kannten wir vorher gar nicht. Anderen wurden wir bereits vorgestellt. Und wieder andere sind dafür bekannt, dass sie einen durch den Zaun anpinkeln. Langsam und vorsichtig (insb. vor dem Tapirgehege) erkunden wir den Park bis es den Tieren (inkl. uns) zu heiss wird und wir uns verziehen.Read more

  • Cockscomb Basin (day time)

    April 6, 2023 in Belize

    Im Cockscomb Basin Wildlife Reserve soll es mehr Jaguare geben als im Raubtierpark Subigen. Davon wollen wir uns selber überzeugen lassen und begeben uns für vier Tage in den tiefen Dschungel. Um die Spannung aufrecht zu erhalten, soll an dieser Stelle noch nicht verraten werden, dass wir tatsächlich keinen sehen werden. Täglich stehen wir frühmorgens auf, weil dann die Wahrscheinlichkeit auf einen Jaguar zu treffen am höchsten sei. Wir machen uns Morgens jeweils auf Wanderungen durch den Urwald und entdecken dabei insbesondere Vögel, Ameisenbären und Insektenstiche, die am Vortag noch nicht da waren. Manche werden uns (insb. Fabienne) noch eine Weile begleiten, doch dazu später mehr.
    Mit uns im Wald waren auch Steffi, Manu, Natascha und Sascha :)
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  • Cockscomb Basin (night time)

    April 7, 2023 in Belize ⋅ ☀️ 30 °C

    Täglich nach Einbruch der Dunkelheit zieht es uns wieder in den Wald. Unsere Mission: einen Jaguar streicheln und zämen. Leichten Schrittes streifen wir und die Lichtkegel unserer Stirnlampen durch das Unterholz. Jedes Geräusch könnte ein Indiz für eine sich anschleichende Grosskatze sein. Behutsam legen wir einen Fuss vor den anderen, um uns nicht zu verraten. Das vom Wald ausgestreute trockene Laub arbeitet gegen unsere Unauffälligkeit. Die vielen Scheinwerfer auf unseren Köpfen helfen auch nicht. Dennoch bewegen wir uns fort wie Ninjas, um unser Ziel nicht aufzuscheuchen. In einer Palme über uns raschelt es plötzlich. Das Rascheln verschiebt sich in eine angrenzende Palme und von da aus weiter zur nächsten. Wir folgen den Geräuschen hektisch durchs Dickicht bis wir über uns Rufe höhren, die wir noch nie gehört haben. Aus einer anderen Palme wird zurückgerufen. Auf einem Ast erblicken wir eine behinderte Eule, der wir aber in der Hektik keine weitere Aufmerksamkeit schenken. Dann läuft ein grosses marderähnliches Tier über einen freistehenden Palmwedel und blickt ungläubig in unsere Lichtquellen. Es ist ein Kinkajou. Seine Augen reflektieren das Licht unserer Stirnlampen. Und dann ist er auch wieder weg. Dann erscheint hinter der Eule ein Hals an dessen Ende ein Kopf eines Huhns befestigt ist. Es stellt sich heraus, dass auch die Eule eigentlich ein Teil des Huhns ist und zwar dessen Hinterteil. Wir lassen uns davon nicht beirren und erkunden weiter. Unterwegs stossen wir auch auf eine Monsterkröte, die apathisch einen Skorpion verspeist. Irgendwann höhren wir aus dem Gebüsch eindeutige Jaguarrufe. Dass es sich um Jaguarrufe handelt wissen wir, weil wir das Gefühl haben, dass so ein Jaguar rufen würde. Unsere weiteren Entdeckungen beschränken sich auf kleinere aber nicht weniger interessante Lebewesen.Read more

  • Cockscomb Basin (tubing time)

    April 8, 2023 in Belize ⋅ ☀️ 30 °C

    Im Cockscomb Basin kann man nicht nur auf Jaguaren, sondern auch auf Lastwagenschläuchen sitzen. Umso lustiger wird es wenn man den Tube zuerst in einen Fluss legt. Das haben wir gemacht. Während der Fluss unsere nassen Gesässe durch den Dschungel schob, haben wir uns damit beschäftigt die vorbeiziehende atemberaubende Szenerie zu verinnerlichen und im fusstiefen Wasser nicht mit unseren Hintern auf Grund zu laufen. Begleitet wurden wir auf dem sanften Ritt unter anderem von Eisvögeln, die über unsere Köpfe hinweg von einem Ast zum nächsten flogen und provokativ mit ihrem Allerwertesten in unsere Richtung nickten. Das Treiben dauerte rund eine Stunde und weil es so schön war haben wir es zweimal gemacht.Read more

  • Inselfieber

    April 9, 2023 in Belize ⋅ ☀️ 28 °C

    Rund 60km vor der Küste von Belize befindet sich das Glover’s Atoll. Auf einer der dazugehörigen Inseln kann man für rund 2000 USD pro Person eine Woche in einem schönen Resort verbringen. Es locken unzählige Kokospalmen und unberührte Korallenriffe. Einen Kilometer nördlicher gibt es eine etwas kleinere, wildere Insel, die mit den gleichen Ködern lockt, aber nur 99 USD pro Woche verlangt. Dafür schläft man im eigenen Zelt und kocht selber. Weil wir uns eher zum Kundensegment „Zelt“ zählen und gerade keine 4000 USD in unserem Portemonnaie finden entscheiden wir uns für die wildere Insel. Steffi und Manu kommen auch mit.
    Wir „buchen“ per eMail. Die Antwort klingt in etwa so: „joa, Osterwoche ist schon relativ voll, aber könnte vielleicht passen“. Wir fragen noch ein paar Mal nach, ob wir denn jetzt definitiv auf die Insel können. Auf eine Antwort warten wir bis heute. Zwei Tage vor unserem potentiellen Inselaufenthalt erhalten wir dann tatsächlich eine Art Buchungsbestätigungsinfomail. Treffpunkt Sonntagmorgen beim Pier. Wir sind gespannt was uns erwartet, kaufen Lebensmittel, die nicht gekühlt werden müssen und warten am Sonntagmorgen mit unserem Gepäck beim Pier. Eine Handvoll andere Leute warten ebenfalls. Tatsächlich kommt irgendwann ein Boot und jemand beginnt Gepäck rein zu werfen. Am Schluss dürfen wir auch rein. Nach unseren Namen oder Buchungen fragt niemand.
    Zwei Stunden später brettern wir durch das türkisene Wasser des Glover’s Atoll und erreichen den Steg „unserer“ Insel. Um den Steg tummeln sich bereits Ammenhaie. Wir sind entzückt.
    Becky, die Besitzerin der Insel bittet einen ihrer Mitarbeiter uns Neuankömmlinge um die Insel zu führen. Wir bekommen alles erklärt vom Plumpsklo, über die Abfallverbrennungsanlage bis hin zur Kokosnussknackstation. Etwas später haben wir unser Zelt bereits in Ufernähe aufgestellt und unsere ersten Kokosnüsse geknackt.
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  • Glover's Atoll (Unterwasserwelt)

    April 11, 2023 in Belize ⋅ ☀️ 28 °C

    Auf ihrer Webseite lockt die Insel auch mit attraktiven Tauchausflügen. Wir gehen also zu Becky und teilen ihr mit, dass wir wenn möglich gerne tauchen würden. Das lässt Becky als rationaler Mensch so nicht auf sich sitzen. Sie schreit uns an und läuft vor uns weg. Gleichzeitig gibt sie uns lautstark zu verstehen, dass sie keinen Divemaster auf der Insel hätte und derzeit auch keinen organisieren könne, weil in der Osterwoche niemand Zeit hätte. Wie wir auf Becky’s Ausraster reagieren sollen wissen wir nicht, daher bleiben wir wie Rehe im Autoscheinwerferlicht stehen. Später entscheiden wir uns morgen noch einmal nachzufragen und gehen Becky fürs erste aus dem Weg. Tatsächlich sollte es Becky im Verlauf der Woche nicht hinkriegen mit uns tauchen zu gehen. Vielleicht ist es aber auch besser so. Manu und Simon entscheiden sich mit dem Kayak zu der 1km südlicher gelegenen Insel zu paddeln und beim dortigen Resort zu fragen ob sie uns zum Tauchen mitnehmen. Die Leute dort sind ultra freundlich und würden uns gerne mitnehmen, sind aber nicht bereit uns auf unserer Insel abzuholen, weil auch sie gelernt haben, dass man länger lebt, wenn man Becky aus dem Weg geht. Am nächsten Tag stehen wir also frühmorgens auf und machen uns auf den Weg zur anderen Insel. Zwei per Kayak und zwei schwimmend. Zwanzig Minuten später sind wir drüben und werden dort liebevoll in Empfang genommen. Der Rest ist Geschichte: ein Boot bringt uns zu einem Drop Off wo wir auf zwei Tauchgängen wunderbare Korallengärten, riesige Loggerhead Schildkröten und andere Meereslebewesen bestaunen. Zwischen den beiden Tauchgängen entspannen wir auf dem Pier, beobachten Ammenhaie und Rochen, die vorbeischwimmen und arbeiten pflichtbewusst an unseren Sonnenbränden.Read more

  • Glover's Atoll (Frischer Fisch)

    April 12, 2023 in Belize ⋅ ☀️ 28 °C

    Wir verbringen jeden Tag viele Stunden schnorchelnd im Wasser rund um unsere Insel. Dabei erkunden wir die unberührten Korallenriffe und besuchen immer wieder die zahlreichen Ammenhaie, die jeden Nachmittag in der Hoffnung auf Fischabfall unseren Steg besuchen. Wenn wir gerade nicht schnorcheln, spielen wir Tichu oder knacken Kokosnüsse. Abendlich, wenn die vielen und teilweise riesigen Einsiedlerkrebse aus dem Unterholz kommen, kommen auch Fischer vorbei. Wir kaufen vier grosse Fische, marinieren sie mit Knoblauch, Salz und Limettensaft und legen sie in Alufolie gepackt in die Glut. Der Fisch schmeckt unglaublich. Am nächsten Tag kaufen wir gleich noch einmal ein paar. Der Fischer meint, dass er bereits geduscht wäre und daher die Fische nicht selber ausnehmen wolle. Wir sagen, dass wir das schon hinkriegen und kaufen ihm sieben Fische für 10(!) USD ab. Danach gehen wir an den Steg und freuen uns schon die Ammenhaie zu füttern. Die Haie lassen nicht lange auf sich warten und fallen über den Fischabfall her. Auch diese Fische legen wir neben ein paar Kartoffeln in die Glut und auch dieses Essen wird köstlich. Am letzten Abend gibt es noch ein Fondue, das wir seit Mexiko aufbewahren <3.Read more

  • Blaue und kleine Löcher

    April 17, 2023 in Belize ⋅ ☁️ 29 °C

    Im Meer vor Belize befindet sich das Tauchermekka „Blue Hole“. Um dort hin zu kommen muss man mittlerweile aber ordentlich in die Brieftasche greifen. Wenn man dann gerne noch tauchen würden, legt man die Brieftasche selbst zusätzlich auch noch dazu. Wir verzichten. In Belize waren aber kreative Namensgeber am Werk, sodass wir einiges günstiger dennoch ein Blue Hole besuchen können: und zwar im Blue Hole NP. Wie beim anderen Blue Hole ist auch hier eine Cenote für den Namen verantwortlich. Diese hier befindet sich aber im Urwald und nicht im Meer. Lustigerweise sollte uns der Ort aber nicht aufgrund der Cenote in Erinnerung bleiben sondern wegen weit kleinerer Löcher.

    Im Cockscomb Basin hat sich auf Fabienne’s Rücken ein Mückenstichquartett eingerichtet. Die vier Buckel haben sie auch auf der Insel begleitet. Und auch jetzt etwa. 1.5 Wochen später weichen sie nicht von ihrer Seite. Mittlerweile sind die Buckel auch etwas grösser und jucken und stechen noch immer wie am Anfang. Grund genug einen der Blue Hole NP Ranger (Yanik) zu fragen was das soll. Yanik weiss Bescheid: das sind Botflies. Oder genauer deren Larven, die über Hautporen in den Körper eingedrungen sind und sich jetzt genüsslich davon ernähren. Wir übergeben uns eine Runde und fragen was zu tun sei. Yanik und die anderen Ranger kennen sich aus und zeigen uns wo sie bereits überall Botflies hatten. Manche davon wurden nur getötet und nicht entfernt, sodass man sie unter der Haut noch als Verhärtung spürt. Die Ranger zeigen uns auch noch Videos wie ziemlich grosse Larven aus der Kopfhaut eines Anwesenden gedrückt werden. Prima.
    Als erstes müssten wir die Larven töten, damit man sie später ausdrücken kann, sagt Yanik. Erst wenn sie tot sind, lassen sie sich ausdrücken, da sie an ihren Köpfen Härchen haben, die ihnen als Widerhaken dienen. Und am besten tötet man die Larven indem man sie erstickt. Dazu werden die kleinen Löcher auf den Buckeln für ein paar Stunden mit Klebeband zugedeckt. Die Larven würden sich dann etwas wehren und beissen, aber das sei normal. Zur Sicherheit geben wir noch etwas Nagellackentferner auf die Löcher, damit die kleinen auch wirklich für immer einschlafen. Nach ein paar Stunden nehmen wir das Klebeband wieder ab und versuchen die Larven auszudrücken. Einer kommt halb raus. Ein anderer spickt Yanik direkt auf den Arm, lebt aber noch und die restlichen beiden bewegen sich kein Stück. Also noch einmal zukleben. Dieses Mal wird zuerst Nikotin aufgetragen. Ein paar Iterationen später sind drei der vier Würmer raus. Einer will ums Verrecken nicht. Also lassen wir ihn, in der Annahme, dass auch er tot ist. Fabienne, fortan halb Wurm halb Mensch, gibt sich mit diesem Ergebnis einigermassen zufrieden.

    PS: Yanik nimmt uns eines frühen Morgens noch auf einen Vogelbeobachtungsrundgang mit. Wir sehen und hören unzählige, darunter unsere ersten Tukane.
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  • Isaac Fer

    April 18, 2023 in Belize ⋅ ☀️ 30 °C

    In manchen Dörfern in Belize scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. Die Mennoniten (Mitglieder einer evangelische Freikirche, die sich der modernen Gesellschaft und Technologie weitgehend entziehen) leben hier wie vor zweihundert Jahren: kein Auto, keine Eiswürfelmaschine, kein Tinder, keine noise cancelling Kopfhörer und vom ersten Weltkrieg wissen die Mennoniten wahrscheinlich auch noch nichts. Wir könnten den Leuten sagen in welche Aktientitel sie investieren sollten. Aber das tun wir nicht, aus Angst vor den unvorhersehbaren Konsequenzen der Chaostheorie. Dennoch möchten wir ein solches Dorf besuchen. Insbesondere auch weil uns Yanik gesagt hat, dass die Mennoniten super Cookies backen. Also fahren wir nach „Springfield“. Am Anfang der Zufahrtsstrasse von Springfield winkt uns ein bärtiger Mann mit rasierter Oberlippe und altertümlicher Kleidung mit einer komischen Handbewegung zu. Wir wissen nicht so recht was das zu bedeuten hat, aber kommen vorsichtshalber neben ihm zum stehen. Der Mann fragt ob wir ihn, seinen Kessel und seinen Sack Getreide mit nach Springfield nehmen würden. Wir geben ihm überfreundlich zu verstehen, dass das kein Problem sei und eine Minute später sitzt der Typ bei uns hinten im Bus auf seinem Kessel. Wahrscheinlich weiss er nicht was eine Sitzbank ist oder traut ihr nicht. Wir tauschen unsere Namen aus. Er heisst Isaac Fer. Er findet „Simon“ sei ein guter Name, so heisse auch sein Sohn. „Fabienne“ wiederum sei ein komischer Name. Bei Isaac ist der Name jedenfalls Programm: nächsten Monat erwartet er sein elftes Kind, möchte aber nicht wissen, was es für ein Geschlecht haben wird. Wir denken, dass das beim elften Kind wohl auch nicht mehr wirklich darauf ankommt. Seine Frau sei die Schwester der Frau seines Bruders und ihre Mutter hatte einst feudale 16 Kinder. Die exponentielle Fortpflanzung hat mittlerweile dazu geführt, dass Isaac’s Schwiegermutter die Grossmutter von 126 Enkelkindern ist. Ja, 126. Isaac fragt noch wie weit weg die Schweiz sei. Unsere Antworten scheinen aber seine Metaebene nicht zu erreichen. Er gibt sich schliesslich mit „sehr weit weg“ zufrieden. Nach etwa 10 Minuten signalisiert er uns zu halten. Wir stehen vor dem grossen Grundstück eines schönen Bauernhauses. Isaac scheint erleichtert zu Hause angekommen zu sein. Einerseits vielleicht weil wir (im Vergleich zu ihm) so überfreundlich waren. Andererseits vielleicht auch weil er womöglich das erste Mal mit einer Frau am Steuer mitgefahren ist. Wir fahren weiter zum Cookiestand, fragen ob wir mit PayPal zahlen können und kaufen neben den Keksen noch eine Flasche des besten Bienenhonigs den wir je probiert hatten. Auf der Fahrt zurück begleitet uns Isaac’s im Bus gebliebener Pferdeduft.Read more

  • Mountain Pine Ridge

    April 19, 2023 in Belize ⋅ ⛅ 31 °C

    Im belizischen Hochland gedeihen Pinienwälder. Weil wir die Nadelbäume vermissen, machen wir uns auf den Weg dahin. Das Mountain Pine Ridge Forest Reserve lockt zudem mit spektakulären Höhlen, die man ohne Guide betreten darf. Die „Rio On Cave“ ist ein Prachtexemplar. Nach dem Höhlenbesuch kühlen wir uns im erfrischenden Wasser der Rio On Pools ab.

    Abends stehen wir irgendwo im Wald am Bach. Die Vögel zwitschern, der Bach plätschert und das Feuer knistert. Es ist wunderbar. Heute bräteln wir seit langer Zeit endlich wieder einmal. Die Natur hat aber andere Pläne. Eine Sandfliege nach der anderen beisst uns ein Stück Fleisch aus der Haut. Das finden wir semi cool. Der Mückenspray hilft auch kein bisschen und selbst vom Feuerrauch lassen sich die kleinen Ärsche nicht beeindrucken. Wir sind machtlos und flüchten in den schwül heissen Bus.

    Nachts erwachen wir weil ein grösseres Tier um unseren Bus herumkeucht. Als wir endlich unsere Stirnlampe gefunden haben und aus dem Dachzelt leuchten, sieht Fabienne nur noch den Hintern und Schwanz eines Pumas, der vor dem Bus abbiegt und in den Büschen verschwindet. Krass, ein Puma! Als uns die Sonne am Morgen zwingt unser Saunadachzelt zu verlassen inspizieren wir als erstes die Fährtensituation vor unserem Auto. Unsere geschulten Augen erkennen sofort die frischen Spuren in der weichen Erde. Wir schicken die Fotos der Pumaspuren an Yanik unserem Ranger des Vertrauens, der meint, dass das alles mögliche sein könnte, am ehesten aber nach einem Kojoten aussähe. Es war also ein Puma. Was für ein Glück.
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  • Caracol

    April 20, 2023 in Belize ⋅ ⛅ 33 °C

    Ja, wieder eine Ruine. Aber dafür die erste (und letzte) in Belize. Und eine der schönsten bisher. Unglaublich gross und unglaublich abgelegen. Jetzt noch ein letzter Satz ohne Verb.

    Auf dem Gelände stossen wir auf Tukane, Brüllaffen und Montezuma Oropendola! Was wie ein Zauberspruch aus Hogwarts klingt, ist tatsächlich ein Vogel, der hängende Nester baut und ganz verreckte Töne von sich gibt. Es klingt wie eine Petflasche, die geleert wird, aber gespielt auf einem Keyboard und ab und zu mischt sich das Knistern eines Wackelkontakts darunter. Übrigens klingen auch Tukane nicht so wie man denkt, sondern anders; so wie Frösche. Frösche hingegen klingen meistens wirklich wie Frösche oder eben wie Tukane.Read more

  • Letzte Tage in Belize #1

    April 21, 2023 in Belize ⋅ ⛅ 35 °C

    Unsere letzten Tage in Belize verbringen wir auf einem Campingplatz in der Stadt San Ignacio. Zuerst halten wir aber noch bei einem deutschen Auswanderer, bei dem es einen lang ersehnten Döner gibt 😍 Später feiern wir mit kanadischen Auswandererhippies, die hier in ihrem Heisenberglabor Kombucha herstellen, den 420. Einer davon erzählt uns von einer Botfly Larve die er einmal im unteren Augenlid hatte. Auf der Innenseite! Zum Abschluss gibt es ein „Gongbad“, bei dem wir beide Einschlafen und vielleicht mit einer Niere weniger aufwachen. An einem anderen Tag besuchen wir eine Schokoladenmanufaktur, wo wir uns von der bitteren Kakaobohne bis zur süssen Schokolade durch alle Zwischenstadien probieren.
    Zudem gönnen wir uns zwei Restaurantbesuche im gleichen Restaurant. Wir bestellen auch beide Male das gleiche Menü und wären noch ein drittes Mal gegangen, wenn das Resti nicht geschlossen gewesen wäre. Ein weiteres kulinarisches Highlight ist die französische Bäckerei nebenan, wo wir echte Gipfeli bekommen 😍
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  • Letzte Tage in Belize #2

    April 22, 2023 in Belize ⋅ ⛅ 32 °C

    Derweil nutzen wir das Wifi, um längst überfällige Aufgaben zu erledigen sowie den Grenzübertritt nach Guatemala vorzubereiten. Der Bus wird zudem mal wieder aufgeräumt. Auch merken wir, dass wir in Anbetracht der Reisezeiten im Süden Südamerikas überhaupt nicht auf Kurs sind und unsere Pläne wohl ziemlich anpassen müssen. D.h. aus dem geplanten DM Kurs sowie Volunteering auf Utila wird nun leider doch nichts.

    Auf dem Campingplatz besuchen uns die Tage auch zwei Tukanarten: sowohl der klassische Fischertukan als auch der weniger typische Halsbandarassari lassen sich blicken.
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  • Typisch Belize 🇧🇿

    April 22, 2023 in Guatemala ⋅ ☀️ 37 °C

    Belize in Bullet Points:
    - Kulturschock
    - Rastafarie
    - Reggea
    - Dunkelhäutige Menschen
    - Kreolisch
    - Rice and beans mit Chicken und Colesaw Salat
    - Fried Jack zum Frühstück (Fritierte Teigstücke mit verschiedenen Inhalten )
    - Pupusas (gebratener Teig mit Füllungen)
    - Ethnien Mix : diverse Mayas, Spanier Mix, ehemalige Sklaven (Afrikaner), Mennoniten , Chinesen
    - Urwald
    - Karibikinseln
    - Jaguare
    - Mennoniten
    - Atolle, Korallenriffe
    - Chinesisch geführte Supermärkte
    - Keine Kinos oder Fastfoodketten (im gesamten Land)
    - Teure Importware
    - Westliche Architektur und viel Holzhäuser
    - Biodiversität v. a. Vögel
    - Entspannte und freundliche Menschen
    - Umgang mit Natur (NPs, sauberer, jung-alt Konflikt bzgl. Raubtier-/Naturschutz)
    - Signalisierte Topes
    - Gute Strassen
    - Sehr wenig Bevölkerung und viel Natur
    - Parasiten (Botflies)
    - Rum
    - Möbel aus Tropenholz
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  • Einen Tag am See

    April 24, 2023 in Guatemala

    Unseren ersten Tag in Guatemala verbringen wir am See. Eigentlich wollten wir nach dem Grenzübertritt direkt nach Tikal fahren, aber dafür hat es nicht mehr gereicht, weil wir bei der Bank an der Grenze etwa eine Stunde anstehen mussten, bis wir unsere Autoeinfuhrgebühr bezahlen konnten. Mit dem Plan B sind wir aber mehr als zufrieden. Wir finden einen Übernachtungsplatz vor einem Restaurant am Ufer eines Sees, holen uns je eine Familienpizza, die uns noch drei weitere Tage nähren sollte, und lassen den Abend auf dem zum Restaurant gehörenden Steg bei ein paar Folgen „House of the Dragon“ ausklingen. Am nächsten Tag wird dann intensiv gebadet, bevor wir uns gegen Abend auf den Weg in Richtung Tikal machen.Read more

  • Tikal (Ruinen)

    April 26, 2023 in Guatemala ⋅ ⛅ 27 °C

    Wir sind offenbar die letzten aktuellen Panamericanareisenden die die Ruinen von Tikal besuchen. Daher wissen wir dank den sehr sozialen Medien schon fast ganz genau was uns dort alles erwartet. Die Ausgrabungsstätte schafft es dennoch uns aus den Socken zu hauen. Irgendwie meistern es diese präkolumbischen Steinhaufen jedes Mal wieder uns zu verblüffen. Wir übernachten direkt vor der Anlage, damit wir frühmorgens um 06:00 zu den ersten gehören, die das weitläufige Gelände betreten und die später kommenden auslachen dürfen. Auf dem Weg hier hin, fällt mir gerade ein, haben wir auf der Strasse Klammeraffen gesehen. Aber zurück zum Thema: es ist also Morgen früh und wir lachen weil wir so bald schon eintreten dürfen, vielleicht aber auch weil wir etwas müde sind. Den Rest der Geschichte überlassen wir den Bildern.Read more

  • Tikal (Tiere)

    April 26, 2023 in Guatemala ⋅ ☀️ 36 °C

    Tikal überzeugt nicht nur mit leblosen Steinen, sondern auch mit einer umso lebendigeren Tierwelt. Besonders Morgens steppt hier der Bär. Amazonenpapagei-Pärchen krächzen in den Bäumen, Tukane gleiten durch die Lüfte und Nasenbären stolzieren durchs Unterholz. Irgendwo stossen wir auf eine Auseinandersetzung zweier Brüllaffengangs, die ihrem Namen alle Ehre machen. Beide Gangs haben Trios aufgestellt, die in dinosauriermanier in den Wald brüllen was das Zeug hält. Die Szene droht mehrmals fast zu eskalieren und wir stehen gebannt zwanzig Meter unter dem Spektakel.Read more

  • Wieder ein Tag am See

    April 26, 2023 in Guatemala ⋅ ⛅ 29 °C

    Fabienne findet einen wunderbaren Übernachtungsplatz direkt am See. Simon merkt, dass es sich bei dem letzten Seen um den selben gehandelt hat und dennoch sollte ihm der Name des Sees beim Verfassen dieser Worte nicht einfallen. Er würde behaupten, dass er den Namen niemals kannte, später aber von Fabienne darauf hingewiesen werden, dass das nicht der Fall sei und der See „Lago Petén Itzá“ hiesse, wodurch ein weiteres Geheimnis gelüftet würde. Lüften müssten wir auch unseren Bus einmal und so kommt es uns mehr als gelegen, dass sich ein Gewitter über uns zusammenzubrauen scheint. Auch die Temperatur (unser Lieblingsthema) wird dadurch etwas positiv beeinflusst.
    Unser Highlight dieses Stellplatzes, für den wir pro Nacht CHF 6.- bezahlen, ist der Steg mit Hüttchen, den niemand sonst für sich beansprucht. Das hat aber auch damit zu tun, dass niemand sonst hier ist. Also nutzen wir den Steg für unser Abendessen, Yoga und zum baden. Zu weiteren Verwendungszwecken kommen wir gar nicht, weil es schon dunkel wird und uns die Mücken nach Hause in den Bus schicken.
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  • Eine Insel im See

    April 27, 2023 in Guatemala ⋅ ⛅ 40 °C

    In Guatemala gibt es eine Insel in einem See, die gemäss Fabienne dafür bekannt sein soll, dass sie besondern schön sei. Das sei Grund genug bei mittlerweile 42°C durch die Gässchen der Insel zu streifen, damit auch dieser Punkt nicht auf unserer Bucket List stehen bleibt. Und siehe da es ist wirklich schön. Doch nur so für zwei Minuten. Danach erinnern wir uns wie verdammt warm es eigentlich ist. Simon badet daher kurz samt Kleidung im See, dessen Temperatur sich näher am Siede- als am Gefrierpunkt befindet. Das reicht, wir steigen in den Bus stellen die Klimaanlage auf angenehme 26°C und fahren weg in den Süden.

    Irgendwo bringt uns eine vertrauenswürdige Fähre über einen Fluss und wir übernachten auf der anderen Seite an einem neuen See im Wald.
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  • Höhlentubing

    April 28, 2023 in Guatemala ⋅ ⛅ 37 °C

    Bereits in Belize hätte man durch Höhlen „tuben" können - aber nicht zu dem Preis. Hier in Guatemala kostet das Abenteuer etwa sechs achtel weniger, hat aber, wie sich später herausstellen sollte, einen Haken. Angeboten wird der Spass von einer Maya Community, die in den Wäldern des nördlichen Guatemalas lebt. Die Strasse dahin gleicht einer Sinuskurve, die wiederum die umliegende hügelige Landschaft widerspiegelt. Wenige hundert Meter vor unserem Ziel stossen wir auf einen Einheimischen, der sich mit seinem Gepäck bei knapp 40°C einen der Hügel hoch kämpft und dabei Bäche schwitzt. Fabienne fragt ihn auf Spanisch ob wir ihn ein Stück mitnehmen sollen, er nickt, deutet nach vorne, sagt „vamos" und läuft weiter. Simon fragt noch einmal nach mit dem selben Ergebnis. Unser mexikanisches Spanisch scheint hier nicht zu funktionieren, denken wir. Doch etwas später sollten wir feststellen, dass eine Vielzahl der Mayas hier lustigerweise kaum oder kein Spanisch sprechen.

    Nun denn, im Maya Dorf angekommen werden wir von zwei Mayas empfangen, die Spanisch sprechen. Nicht viel später stehen wir ausgerüstet mit einem Lastwagenreifenschlauch und einer Taschenlampe, an der zur Befestigung an unseren Köpfen ein Gummiband hängt, vor einem ebenfalls stehenden Fluss, der uns nun durch eine noch nicht ersichtliche Höhle treiben soll. Wir begeben uns ins Wasser, setzen uns in den Ring und unser Guide erklärt uns, dass wir jetzt zuerst ein Stück mit den Armen paddeln müssten. Wir paddeln also. Um uns herum treibt hie und da auch ein bisschen Plastikabfall mit. Wir paddeln weiter. Irgendwann kommen wir an einen Strand an dem Frauen und Kinder der Maya Community baden und Kleider waschen. Die Kinder rufen laut „¡hola!“ und tauchen um uns herum auf und ab. Wir paddeln weiter. Jetzt liegt da schon ziemlich viel Müll neben uns im Fluss. Eigentlich zu viel. Unser Guide meint, dass das Abfallproblem in seiner Community bereits angesprochen aber offensichtlich nicht als Problem wahrgenommen wurde. Die Leute hier scheint es kaum zu stören. Wir verstehen es nicht. Und der Fluss fliesst noch immer nicht. Mittlerweile sehen wir aber die Höhlenöffnung. Etwas später sind wir dann in der Höhle und treiben ein kleines Stück bis wir wieder paddeln müssen. Die Höhle ist atemberaubend und dunkel genug, dass man den Abfall nicht mehr sieht. Tatsächlich ist es da drin wunder, wunderschön. Und dennoch beenden wir die Tour mit einem ziemlich bitteren Beigeschmack. Wir übernachten dennoch ebenfalls hier und Fabienne versteckt sich ein paar Stunden im Gebüsch, um das Coverbild unseres Mittelamerikareiseführers nachzustellen (guatemaltekische Frauen die über eine Brücke laufen).
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