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CDT - Continental Divide Trail

In den USA starte ich mein grösstes Abenteuer. Der Continental Divide Trail (CDT) führt über 5’000 Kilometer von Mexiko bis Kanada durch die Rocky Mountains. Eine Reise durch wilde Landschaften und drei Nationalparks – rau, intensiv & unvergesslich. Read more
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    🇺🇸 Rio Arriba County, Vereinigte Staaten…

    Tag 37: New Mexico

    3 hours ago in the United States ⋅ ⛅ 17 °C

    Nachdem wir heute zum letzten Mal mit Dirty Foot gefrühstückt hatten, habe ich noch ein paar Sachen von mir auf der Ghost Ranch deponiert, die zusammen mit den Amazon-Bestellungen in fünf Tagen von Christa für mich abgeholt werden. Ich habe definitiv verschiedene Sachen dabei, die ich eigentlich nicht brauche. Deshalb werde ich in Chama eine Rucksackinventur vornehmen und einige Dinge mit der Post zurück in die Schweiz senden.

    Der anschliessende Wandertag war nicht nur sehr schön, sondern auch anstrengend. Wir sind jedoch trotzdem gut gelaunt und mit genügend Wasser bei unserem heutigen Ziel angekommen. Das gemeinsame Wandern mit Road Runner funktioniert erstaunlich gut und fühlte sich von Anfang an sehr natürlich an. Ich glaube, ein wichtiger Grund dafür ist, dass wir beide ziemlich schnell gespürt haben, wie der andere in Bezug auf Nähe und Distanz unterwegs ist. Mal laufen wir länger schweigend neben- oder hintereinander her, mal entstehen gute Gespräche ganz von selbst. Keiner muss etwas erzwingen oder permanent Unterhaltung liefern. Dieses gegenseitige Verständnis macht das gemeinsame Wandern angenehm unkompliziert und sorgt dafür, dass wir trotz der langen und anstrengenden Tage sehr entspannt miteinander unterwegs sind.
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  • Tag 36: New Mexico

    Yesterday in the United States ⋅ ☀️ 22 °C

    Heute sind wir bereits um 11.30 Uhr bei der Ghost Ranch angekommen. Weil wir beide Pakete hierher geschickt haben, stand dieser Punkt zuerst auf unserem Programm. Leider hat sich dann herausgestellt, dass das Paket von Road Runner und zwei meiner Amazon-Pakete (Wanderstöcke & Isomatte) bis heute noch nicht geliefert wurden. Für mich bedeutet das, dass ich die nächsten fünf Nächte weiterhin auf meiner defekten Isomatte schlafen muss. Die Konsequenzen für Road Runner sind etwas weniger schlimm, denn ich habe so viele Lebensmittel hierher geschickt, dass sie für uns beide bis nach Chama reichen werden.

    Ihr fragt euch jetzt bestimmt, was mit den Paketen passiert, sobald sie doch noch eintreffen. Glücklicherweise gibt es dafür eine Lösung. Die Partnerin von Road Runner wird sie in fünf Tagen in Chama besuchen kommen. Da sie vom Flughafen mit einem Mietauto dorthin fahren wird und sowieso in der Nähe der Ghost Ranch vorbeikommt, kann sie unsere Pakete unterwegs abholen. Was für ein Glück im Unglück. 🙏🏻

    Wir haben uns hier übrigens nicht nur für einen Zeltplatz mit Stromanschluss entschieden, sondern gleich auch für drei Mahlzeiten. Der «Hiker Hunger» hat uns beide voll erwischt und wir werden heute mit randvollen Bäuchen in unser Zelt kriechen. Ich hoffe nur, dass ich morgen vor dem Start der Wanderung noch aufs WC kann … 😳
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  • Tag 35: New Mexico

    May 7 in the United States ⋅ ☀️ 16 °C

    In der letzte Nacht wurde es wie vermutet tatsächlich sehr kalt, so dass am Morgen viele Sachen in meinem Zelt gefroren waren. Da ich jedoch inzwischen weiss, was ich in einer solchen Situation anziehen muss, war es für mich einigermassen auszuhalten.

    Während der heutigen Wanderung waren dann Kälte und Schnee überhaupt kein Thema mehr. Die Sonne schien uns den ganzen Tag ins Gesicht und es wurde sehr warm. ☀️
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  • Tag 34: New Mexico

    May 6 in the United States ⋅ 🌬 7 °C

    Manchmal denke ich während des Wanderns darüber nach, was ich euch an diesem Tag alles erzählen möchte. Am Abend habe ich dann jedoch oft vieles davon bereits wieder vergessen oder finde irgendwie nicht die richtigen Worte.
    Heute habe ich immer wieder daran gedacht, wie viel ich hier jeden Tag erlebe und wie viele Gefühlsphasen ich dabei durchlaufe. Das ist wirklich kaum zu glauben. Manchmal fühle ich mich wie in einem Abenteuerfilm, den ich selbst gerne im Kino sehen würde.

    Nachdem ich heute mit Road Runner und Dirty Foot gefrühstückt hatte, haben wir uns zu zweit auf den Weg gemacht. Als wir mehrere Stunden bergauf gewandert waren, trafen wir John, ein Follower und grosser Fan von Road Runner. Er hat vor zwei Jahren seine Frau an Krebs verloren. Damals waren ihre täglichen Videos eine grosse Hilfe für ihn, um durch diese schwere Zeit zu kommen. Deshalb wollte er Road Runner unbedingt einmal persönlich kennenlernen und sich erkenntlich zeigen. Aus diesem Grund hat er für uns auf über 2’800 Metern Burger gebraten. Der erste Biss war wie der Himmel auf Erden. 😋 Das ging so lange gut, bis wir wegen des starken Schneefalls ins Auto wechseln mussten.

    Während der weiteren Wanderung nahm der Schnee immer mehr zu. In Kombination mit den vielen Sumpfgebieten, die wir durchqueren mussten, dauerte es nicht lange, bis unsere Schuhe komplett nass waren. Da es gleichzeitig immer weiter hinaufging, wurde es logischerweise auch immer kälter. Ich kann euch sagen, in solchen Situationen komme auch ich fast an meine Grenzen. Deshalb war ich froh, mit Road Runner unterwegs zu sein. Sie hatte mir heute Morgen geschrieben und gefragt, ob wir uns im Cuban Cafe auf der anderen Strassenseite auf einen Kaffee treffen wollen. Als ich diese Nachricht gelesen hatte, war für mich sofort klar, dass sie den Tag wieder mit mir verbringen möchte. Während der Wanderung stellte sich dann heraus, weshalb wir uns wahrscheinlich von Anfang an so sympathisch waren... 🏳️‍🌈

    Seit ich nun in warmen Kleidern unter meinem Quilt in meinem Zelt liege, ist die Welt übrigens wieder in Ordnung. Zudem bin ich sehr stolz auf das, was wir beide heute geleistet haben. 👍🏻
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  • Tag 33: New Mexico

    May 5 in the United States ⋅ ☁️ 11 °C

    Da ich heute ihr in Cuba sozusagen einen halbe Ruhetag habe, gibt es nicht viel Text von mir. Ich bin jedoch froh, dass der für den frühen Morgen angekündigte Sturm ausgeblieben ist. 👏🏻 Ab Übermorgen sollte dann auch das Wetter wieder besser werden. Das freut mich sehr, denn langsam aber sicher geht es in die Höhe… ⛰️Read more

  • Tag 32: New Mexico

    May 4 in the United States ⋅ 🌬 17 °C

    Nachdem ich im Camp Oasis so gut versorgt worden war, konnte ich in der vergangenen Nacht überhaupt nicht gut schlafen. Ich lag gefühlt stundenlang in meinem Zelt und wusste nicht, was ich tun sollte. Erschwerend kam hinzu, dass meine Isomatte inzwischen immer schneller Luft verliert, sodass ich auch nicht bequem liegen konnte. Als ich heute Morgen aufgewacht bin, habe ich mich deshalb gefühlt, als wäre ich von einem Traktor überfahren worden. 😵‍💫

    Um die Situation mit der Isomatte zu verbessern, habe ich beim Frühstück nach Klebeband gefragt. Ich hoffe, dass die kommenden Nächte mit dieser zusätzlichen Schicht etwas angenehmer werden. In Ghost Ranch wartet dann bereits meine neue Matte auf mich.

    Der anschliessende Wandertag war sehr anstrengend, denn es ging ständig bergauf und bergab. Ich weiss nicht, wie viele Tafelberge ich heute erklommen habe, aber es waren viele. Ausserdem war der Weg oft sehr sandig, was das Vorankommen zusätzlich erschwerte. Zudem wurde ich tatsächlich aus der Ferne beobachtet, während ich mein grosses Geschäft verrichtet habe. Oh mein Gott, war das peinlich. 🙈

    An der einzigen Wasserstelle habe ich kurz vor Ende der heutigen Tagesetappe Road Runner kennengelernt. Sie kommt ursprünglich aus Deutschland und ist im Alter von 15 Jahren mit ihrer Mutter nach Amerika ausgewandert. Wir sind dann gemeinsam den letzten Tafelberg hinaufgestiegen und haben unsere Zelte möglichst windgeschützt, nicht weit voneinander entfernt, aufgestellt. Road Runner hat mir gesagt, dass für morgen früh um 7 Uhr ein Sturm angesagt ist. 🌧️⚡️💨 Es bleibt spannend.
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  • Tag 31: New Mexico

    May 3 in the United States ⋅ ☀️ 21 °C

    Heute gibt es wieder sehr viele Bilder. Der Wandertag war jedoch auch wirklich atemberaubend schön. Ich habe mich gefühlt wie in einem alten Western. Es hat nur noch gefehlt, dass ein hübscher Cowboy an mir vorbeireitet und sich auf den ersten Blick in mich verliebt … 😉

    Dafür stand nach meinem Mittagsschlaf doch tatsächlich Iron aus Italien plötzlich wieder vor mir. Obwohl er weiterhin sehr schnell unterwegs ist, zwingen ihn seine noch immer vorhandenen Probleme mit dem Popo zu längeren Pausen. Diese Probleme hat er inzwischen seit einem Monat. Ich frage mich deshalb, ob es die richtige Entscheidung ist, die Wanderung einfach fortzusetzen. Ich bin gespannt, wie es bei ihm weitergehen wird.

    Am Nachmittag um 16 Uhr bin ich beim Camp Oasis angekommen. Es wird von einem lokalen Wanderverein einen ganzen Monat lang betreut und wurde erst gestern für CDT-Hiker eröffnet. Ich denke, man kann in diesem Fall von Trail Magic in seiner besten Form sprechen. Es ist wirklich unglaublich, was den Wanderinnen und Wanderern hier alles grundsätzlich gratis angeboten wird.

    Iron hat mich dann dazu überredet, dass ich auch neben dem Camp übernachte, damit wir morgen noch ein deftiges Frühstück essen können. Da ich sowieso nur noch drei bis vier Meilen weitergewandert wäre, bin ich tatsächlich geblieben. Ich konnte jedoch mein Zelt kaum aufstellen, da der Untergrund aus einer Steinplatte zu bestehen scheint.
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  • Tag 30: New Mexico

    May 2 in the United States ⋅ ☀️ 16 °C

    Monatsrückblick Nr. 1

    Da ich inzwischen seit 30 Tagen auf dem Continental Divide Trail unterwegs bin, ist es Zeit für den ersten Monatsrückblick:

    26 Wandertage
    4 Ruhetage

    828.15 Kilometer gewandert
    31.85 Kilometer/Tag
    514.60 Meilen gewandert
    19.79 Meilen/Tag

    22 Übernachtungen im Zelt
    0 Cowboy Camping
    7 Übernachtungen im Bett
    1 Übernachtung auf dem Boden

    0 Schlangenbisse
    0 Bärenattacken
    2 Stürze (davon 1 x ins Wasser)

    0 Küsse 😘

    Ich finde, diese Zahlen widerspiegeln eine mehr als gelungenen Start meiner Fernwanderung. Wenn es so weiterläuft, gehe ich davon aus, dass ich bis zur kanadischen Grenze ca. 5 Monate benötige. Mal schauen, ob ich dort tatsächlich bereits Ende August ankommen werde.
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  • Tag 29: New Mexico

    May 1 in the United States ⋅ ☁️ 10 °C

    Heute habe ich den ganzen Tag über gefroren. Das Wetter war komisch und änderte ständig. Während ich diese Zeilen schreibe, regnet es zum Beispiel wieder. Rückblickend bin ich froh, dass ich heil vom Gipfel des Mt. Taylor heruntergekommen bin, bevor das grosse Gewitter am frühen Nachmittag über die Berge zog.

    Übrigens habe ich heute zum ersten Mal zwei wilde Truthähne 🦃 gesehen. Ich habe mich sehr darüber gefreut. 😍 Leider konnte ich kein Foto von ihnen machen, da die beiden sofort weggeflattert sind, als sie mich gesehen haben.
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  • Tag 28: New Mexico

    April 30 in the United States ⋅ ☁️ 13 °C

    Ich bin heute über 35 Kilometer bis auf den Gipfel vom Mt. Taylor auf 3‘445 Meter gewandert. Eigentlich wollte ich eine kürzere Etappe einlegen. Da Margarita jedoch auf FarOut geschrieben hat, dass es direkt neben dem Gipfel einen tollen Zeltplatz gibt, hat mich die Neugierde gepackt. Es war anstrengend am Ende vom Tag noch das viele Essen und genügend Wasser hier hinauf zu tragen, das kann ich euch sagen.

    Als ich das Zelt verlassen wollte, um den Sonnenuntergang zu fotografieren, ist mir dann ein richtig dummes Missgeschick passiert, so dass meine Isomatte von einer Sekunde auf die andere keine Luft mehr hatte. 🙈 Ich erkläre euch dann morgen, was vorgefallen ist. Im Moment hoffe ich einfach nur, dass meine Reparaturarbeiten erfolgreich waren. Ansonsten wird es eine unbequeme Nacht hier oben…
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  • Tag 27: New Mexico

    April 29 in the United States ⋅ 🌬 20 °C

    An meinem zweiten Ruhetag hier in Grants habe ich am Vormittag in Ruhe endlich einmal alle Kommentare auf meinem Blog durchgelesen. Vielen Dank an alle, die mich virtuell auf meiner Reise begleiten. 😘 Ausserdem habe ich mir neue Schuhe bestellt, da meine aktuellen Laufschuhe von Brooks langsam aber sicher am Ende ihres Lebenszyklus angekommen sind. Zudem habe ich auch neue Wanderstöcke bestellt. Ich hoffe, dass die Lieferung zur Ghost Ranch, wo ich voraussichtlich in zehn Tagen eintreffen werde, ohne Probleme funktionieren wird.

    Könnt ihr euch an den Moment erinnern, als ich mich nicht dazu überwinden konnte, aus dem dreckigen Kuhteich Wasser zu nehmen? Das war vor neun Tagen. Damals bin ich zu einem anderen Teich weitergewandert, bei dem mir dann nichts anderes übrig geblieben ist, als mich meinen Ängsten zu stellen. Für mich fühlt es sich an, als ob das vor drei Monaten gewesen wäre. Loic hat mich gestern gefragt, ob ich damals die tote Kuh gesehen habe, die etwa fünf Meter von diesem Teich entfernt auf dem Waldboden lag. 😱 Oh mein Gott, ich war in diesem Moment so auf das eklige Wasser fixiert, dass mir die Kuh überhaupt nicht aufgefallen ist. Rückblickend bin ich jedoch froh darüber, denn die Situation war für mich auch ohne diesen Anblick bereits grenzwertig.

    Noch eine kurze Randbemerkung: Gemüse und Früchte sind hier in USA eine absolute Katastrophe. Sie sind teuer, die Auswahl ist im Vergleich zu anderen Produkten klein und der Geschmack ist nicht gut. Jede Karotte, die ich in den letzten dreissig Jahren in der Schweiz gegessen habe, schmeckte besser als alle Karotten von Walmart. Falls sich Donald Trump tatsächlich über die vielen regionalen Produkte in der Schweiz aufgeregt hat, ist das nur ein weiterer Beweis dafür, was für ein absoluter Volltrottel im Moment im Weissen Haus sitzt. 🙈

    Noch eine letzte kurze Ergänzung: Bis jetzt ist Grindr 🧔🏻‍♂️ hier in New Mexico ein richtiges Trauerspiel. 🫣
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  • Tag 26: New Mexico

    April 28 in the United States ⋅ ☀️ 18 °C

    Da ich heute einen Ruhetag habe, gibt es nur eine Aufzählung darüber, was ich den lieben langen Tag so gemacht habe:
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    Ich habe die nächsten 2 1/2 Wochen bis nach Chama geplant.
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    Ich habe meine gesamte Ausrüstung überprüft und gereinigt.
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    Ich habe meine Kleider gewaschen.
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    Ich habe im Walmart für 13 Tage Lebensmittel eingekauft.
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    Ich habe ein Lebensmittelpaket für 6 Tage vorbereitet und per Post an die Ghost Ranch geschickt.
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    Ich habe mir Grants angeschaut. Während dem Spaziergang ist mir immer wieder der folgende Spruch in den Sinn gekommen: „In Europa baut man Häuser für Generationen, in Amerika nur für 30 Jahre.“
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    Ich habe einen Mango-Bubble-Tea getrunken. 😋
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    Ich habe mich mit Loic getroffen, was sehr schön war.
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  • Tag 25: New Mexico

    April 27 in the United States ⋅ 🌬 19 °C

    Der Besitzer der Davila Ranch hat mir vor ein paar Tagen gesagt, dass Grants wahrscheinlich der hässlichste Ort in ganz New Mexico ist. Nach meinem ersten Eindruck von heute könnte er damit tatsächlich recht haben. 😉

    Das ist mir jedoch egal, denn ich werde hier trotzdem zwei Ruhetage einlegen. Ich spüre deutlich, dass mein Körper nach vierzehn Tagen ohne Pause etwas Erholung braucht, um wieder zu Kräften zu kommen. Ausserdem muss ich mich unbedingt auf die kommenden Etappen vorbereiten, da ich im Moment nur eine ungefähre Vorstellung davon habe, was mich erwartet.

    Als ich heute im Motel 6 vor meinem Zimmer stand, lief mir tatsächlich Titus über den Weg. Damit hatte ich nicht gerechnet, denn er hatte Pie Town einen Tag nach mir verlassen. Die Erklärung war jedoch schnell gefunden. Wie schon zuvor ist er nur einen kurzen Abschnitt gewandert und danach per Autostopp nach Grants gefahren. Dieses Mal mit der Begründung, dass er eine grosse Blase am Fuss hat.

    Ihr müsst wissen, dass Titus sehr gern und sehr viel redet. Allerdings hat er noch nie etwas Positives über seine Erfahrungen auf dem CDT erzählt. Bei ihm geht es immer nur um die zahlreichen Probleme, die er bisher auf dem Weg hatte. Ich frage mich deshalb schon die ganze Zeit, warum er sich das überhaupt antut. Das ist nicht böse gemeint, aber mit dieser Einstellung wird er es vermutlich nicht bis in die Nähe der kanadischen Grenze schaffen. Aber ich muss ja nicht alles verstehen.

    So, ich sollte langsam aufstehen und mir etwas zum Abendessen besorgen. Nach vierzehn Tagen im Zelt fällt es mir jedoch erstaunlich schwer, das gemütliche Bett wieder zu verlassen, in dem ich seit der erlösenden Dusche liege.
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  • Tag 24: New Mexico

    April 26 in the United States ⋅ 🌬 13 °C

    Heute war ein schöner Tag voller landschaftlicher Überraschungen, mit denen ich überhaupt nicht gerechnet hatte. Ich ging davon aus, dass der restlich Weg bis nach Grants eher unspektakulär sein wird, aber das Gegenteil war der Fall.

    Schön war auch, dass liebe Menschen an insgesamt drei Stellen Wasser für die Hiker deponiert hatten. 🙏🏻😍
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  • Tag 23: New Mexico

    April 25 ⋅ 🌬 14 °C

    Heute habe ich mich zum ersten Mal auf dieser Reise nach dem Mittagessen richtig hingelegt und eine halbe Stunde geschlafen. 😴 Das hat mir sehr gut getan, weshalb ich das ab sofort zur täglichen Routine erkoren habe.

    Insgesamt bin ich heute über 36 Kilometer gewandert, wodurch ich die kurze Strecke von gestern definitiv wieder ausgleichen konnte. Die Folge davon ist jedoch auch, dass ich total erschöpft und müde bin. Obwohl es erst 18.40 Uhr ist, werde ich deshalb nur noch etwas kochen und mich danach mit einem Hörbuch in den Ohren bereits hinlegen.

    Upala, etwas wollte ich noch kurz erzählen. Titus hat mir vorgestern gesagt, dass Joja & Slainte ihre Wanderung am Tag nach unserer letzten gemeinsamen Zeltnacht in Doc Campbell‘s vorerst für mehrere Tage unterbrechen mussten. Joja hatte so grosse Schmerzen in ihren Füssen, dass sie nicht mehr weiterwandern konnte. Sie sind deshalb zurück nach Silver City gefahren, um nach ein paar Ruhetagen zu entscheiden, wie es weitergeht. Wie ihr seht, fordert der Continental Divide Trail immer wieder seine Opfer. Eine solcher Fernwanderweg darf definitiv nicht unterschätzt werden. Wer körperlich und mental nicht mithalten kann, wird früher oder später aufgeben müssen. So sind die Spielregeln. Bis jetzt spiele ich erfolgreich mit. Drückt mir die Daumen, dass das weiterhin so bleibt.
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  • Tag 22: New Mexico

    April 24 in the United States ⋅ 🌬 17 °C

    Obwohl ich heute erst um 9 Uhr losgelaufen bin, habe ich mein Zelt bereits um 15.30 Uhr aufgestellt. Das liegt einerseits daran, dass es hier auf der Ranch Wasser gibt. Andererseits hatte ich nach etwas mehr als 22 Kilometer keine Energie mehr. Als Ersatz werde ich morgen ein paar zusätzliche Kilometer zurückzulegen.

    Inzwischen ist es Abend um 19.30 Uhr und es windet noch immer wie verrückt. Ich denke, das liegt an der Gegend, die ich im Moment durchquere. Obwohl ich ein sehr stabiles Zelt habe, hoffe ich trotzdem, dass sich die Situation im Verlauf der kommenden Stunden noch etwas beruhigen wird. Solange der Wind noch einigermassen warm ist, kann ich das gut aushalten. Bei kaltem Wind sieht die Sache jedoch anders aus. Zur Sicherheit habe ich mich kleidertechnisch bereits so angezogen, dass ich auf alles vorbereitet bin.

    Übrigens denke ich inzwischen, dass es keine gute Entscheidung war, dass ich mir statt eines Schlafsacks einen Quilt gekauft habe. Ich geniesse zwar die zusätzlichen Bewegungsfreiheit, aber es dringt immer irgendwo kalte Luft rein, weil ich mich so oft bewege. Es fehlt mir das Gefühl, in warme Luft eingemummelt zu sein, so wie ich es von einem guten Schlafsack kenne. Da ich wirklich schnell friere, ist das nicht ideal. 🥶 In Anbetracht der Tatsache, dass Colorado und die Berge noch vor mir liegen, überlege ich mir im Moment, in Grants eventuell einen Schlafsack zu kaufen.
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  • Tag 21: New Mexico

    April 23 in the United States ⋅ 🌬 16 °C

    Die heutige Etappe nach Pie Town war mit 22 Kilometer angenehm kurz. Das kam mir sehr gelegen, denn ich musste vor 12 Uhr ankommen, um noch am selben Tag mein Paket bei der Poststelle abzuholen.

    Sucht man im Internet nach Pie Town, wird der Ort als lebendiges Beispiel amerikanischer Pioniergeschichte und als Zentrum einer besonderen kulinarischen Tradition in der Wüste von New Mexico beschrieben. Vor Ort zeigt sich jedoch ein anderes Bild. Abgesehen von zwei kleinen Restaurants und einer winzigen Poststelle gibt es hier kaum etwas. Beim Durchqueren des Ortes entsteht nicht einmal das Gefühl, dass man sich überhaupt in einem Dorf befindet. Viele Gebäude scheinen zudem verlassen zu sein.

    Am Vormittag wurde ich auf dem Weg nach Pie Town übrigens von einer Autofahrerin angesprochen. Die Frau am Steuer hiess Monika und erkundigte sich bei mir, ob ich bereits von ihrer neu eröffneten Unterkunft für Hiker gehört habe. Als wir feststellten, dass wir beide ursprünglich aus der Schweiz kommen, war die Freude gross.

    Am Nachmittag habe ich mich dann auf den Weg zur Unterkunft von Monika gemacht. Dort haben wir beide uns während rund eineinhalb Stunden auf schwiizerdütsch über alles Mögliche unterhalten. Monika erzählte mir von ihrer Zeit in der Schweiz, weshalb sie 1983 ausgewandert ist und wie sich ihr Leben seither entwickelt hat. Ich wiederum gab ihr einige Hinweise, wie sie CDT Hiker noch gezielter auf ihre Unterkunft aufmerksam machen kann. Bevor Monika gemeinsam mit ihrem Mann zurück auf ihre Farm fuhr, verabschiedeten wir uns herzlich. Neben einer Umarmung habe ich dann sogar ein eigenes Gebäude für die bevorstehende Nacht bekommen. 🥳
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  • Tag 20: New Mexico

    April 22 in the United States ⋅ 🌬 16 °C

    In den ersten vier Tagen nach Doc Campbell’s habe ich mich immer wieder gefragt, wieso ich eigentlich noch überhaupt nicht unangenehm rieche. Nur an meinen Kleidern aus Merinowolle konnte das ja nicht liegen. Im Verlauf vom fünften Tag habe ich dann jedoch die Stinki-Grenze überschritten. Als ich mich gestern am Abend in meinem Zelt umgezogen habe, wurde ich deutlich daran erinnert, dass ich seit fünf Tagen nicht mehr geduscht hatte. 😷

    Heute morgen bin ich deshalb bereits mit grosser Vorfreude auf die bevorstehend Dusche am Abend aufgestanden. Kurz nachdem ich losgelaufen bin, kroch am Wegesrand Iron aus Italien aus seinem Zelt. Vielleicht könnt ihr euch daran erinnern, dass er mich vor etwa 15 Tagen kurz nach Lordsburg mit eine Affentempo überholt hatte. Er hat mir erzählt, dass er für ein paar Tage eine Pause einlegen musste, weil er Probleme mit seinem Popo hat… Jetzt nimmt er Antibiotika. Ich hoffe für ihn, dass er sein Problem trotz der oft schwierigen hygienischen Bedingungen auf dem Trail wieder in den Griff bekommt. Ansonsten wird ihm wohl nichts anderes übrig bleiben, als seine Reise abzubrechen.

    Etwa 20 Minuten später haben zwei Jäger in ihrem Auto neben mir angehalten. Sie waren super freundlich und haben mich zu ihrem Camp eingeladen, das sich etwa 1.5 Meilen entfernt befand. Dort haben sie mir voller Stolz den am Vortag erlegten Truthahn gezeigt. Wusstet ihr, dass den männlichen Exemplaren ein Bart wächst? Was ich hier nicht alles lerne. Danach konnte ich meinen Wasservorrat auffüllen und mir wurden auch ein paar Peanutriegel für den weitern Weg zugesteckt. Das war eine wirklich schöne Begegnung.

    Als ich am Nachmittag um 15 Uhr auf der Davila Ranch angekommen bin, war ich nach sechs Tagen in der Wildnis im Himmel angekommen. Schön war auch, dass Iron, Margarita und Cisco bereits da waren. Nachdem ich geduscht und meine Kleider gewaschen hatte, haben wir am Abend mit den zur Verfügung gestellten Lebensmitteln zusammen gekocht und uns die Bäuche vollgeschlagen. 😋
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  • Tag 19: New Mexico

    April 21 ⋅ ☀️ 18 °C

    Da ich gestern nicht mehr viel Akku hatte, muss ich diesen Beitrag mit einem Tag Verspätung schreiben. Ich halte mich deshalb kurz. Kuckt euch die Bilder und das Video an, dann versteht ihr wahrscheinlich auch, wieso ich heute
    vor Freude fast Purzelbäume geschlagen habe. Es ist unglaublich, wie wichtig Wasser ist und was für Gefühle es auslösen kann.
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  • Tag 18: New Mexico

    April 20 ⋅ ☁️ 13 °C

    Heute bin ich mit der Wasserversorgung an meine persönlichen Grenzen gestossen.

    Als ich am Nachmittag im Regen vor einem kleinen Teich stand, der hauptsächlich von Kühen genutzt wird, wurde mir schlecht. Ich könnte mir beim besten Willen nicht vorstellen, dieses abgestandene und von den Kühen verunreinigte Algenwasser zu trinken, auch nicht gefiltert und mit einer Tablette. Das hatte zur Folge, dass ich ab diesem Zeitpunkt nicht mehr genug Wasser hatte.

    Da ich wusste, dass sich in der Nähe von meinem geplanten Zeltplatz noch ein weiterer Teich befindet, habe ich alle meine Hoffnungen darauf gesetzt, dass diese Wasserstelle besser aussehen wird. Das war jedoch leider nicht der Fall. Danke eines kleinen Baumstamms konnte ich bei diesem Teich wenigstens Wasser abfüllen, das etwas vom Ufer entfernt war. Trotzdem war es braun und voller kleiner Lebewesen. Ich fand es nur schon eklig, die Hand in das Wasser zu tauchen.

    Ich weiss echt nicht, ob ich mich an so etwas gewöhnen kann. Ab jetzt muss ich definitiv besser planen und jegliche Teiche als mögliche Wasserquellen von meiner Versorgungsliste streichen.

    Übrigens habe ich letzte Nacht zum ersten Mal auf dem CDT durchgeschlafen. ✨🌙✨
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  • Tag 17: New Mexico

    April 19 in the United States ⋅ ☁️ 14 °C

    Bevor es am Abend dunkel wird liege ich in meinem Zelt oft einfach nur so da und starre an die Decke. Manchmal denke ich über Sachen von früher oder über den Wandertag nach. Es kommt auch vor, dass ich mich in diesem Moment frage, was ich hier eigentlich genau mache und wieso ich mir diese Strapazen antue. Meistens höre ich jedoch nur aufmerksam den Geräuschen um mich herum zu. Hier im Wald zum Beispiel den zwitschernden Vögeln oder dem verspielten Wind in den Baumwipfeln. Das schöne daran ist, dass ich überhaupt keinen Druck verspüre, etwas anderes zu tun. Da ist nichts. Da ist einfach nichts…

    Als ich heute so dalag, habe ich realisiert, dass ich mich seit drei Tagen nicht mehr im Spiegel angeschaut habe. Könnt ihr euch das vorstellen? Ich? Klar werde ich mich wieder hübsch machen, wenn ich unter Menschen komme, aber bis dahin interessiert hier mein Aussehen niemand. Das ist sehr befreiend.

    In der Ferne habe ich soeben wilde Truthähne gackern gehört. 🦃 Bis vor ein paar Tagen wusste ich noch nicht, dass es diese Tiere in der freien Wildbahn überhaupt gibt. Das hat mir nämlich ein Jäger erzählt, der mir auf der Wanderung begegnet ist. Er sass mit einer grossen Flinte auf einem Baumstamm am Wegesrand und trank aus einer roten Blechdose Cola. Dank ihm weiss ich auch, dass die Jagdtsaison für Truthähne vor vier Tagen offiziell eröffnet wurde. Spannend, nicht?

    Übrigens waren heute morgen nicht nur meine Schuhe, sondern das ganze Zelt von oben bis unten gefroren. Ich hoffe inständig , dass der Höhepunkt der Kälte damit erreicht ist. Langsam aber sicher habe ich es satt, zitternd und bibbernd aufzustehen.
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  • Tag 16: New Mexico

    April 18 in the United States ⋅ ☀️ 17 °C

    Weil meine Schuhe gestern nicht mehr trocken wurden, waren sie heute morgen doch tatsächlich gefroren. Naja, irgendwie bin ich dann trotzdem hinein gekommen. Zudem standen erneut unzählige Flussüberquerungen auf dem Tagesprogramm, so dass es eigentlich auch egal war.

    Der anschliessende Wanderung entlang vom Fluss Gila war dann sogar noch schöner als gestern. 😍 Inzwischen weiss ich ganz genau, wieso sich die meisten CDT-Hiker für diese Alternativroute entscheiden.

    Die einzigen beiden Personen, die mir heute begegnet sind, waren Margarita & Cisco. Ich habe sie bereits auf dem Weg kurz vor der Ankunft in Silver City kennengelernt. Die beiden haben auch vor bis nach Kanada zu wandern. Es war richtig schön, eine Weile mit ihnen unterwegs zu sein und durch den beeindruckenden Canyon zu wandern.

    Kleine Randbemerkung: Noch bevor ich Sisgo kennengelernt hatte, habe ich seine Tante aus Colorado kennengelernt. Weil die Wassersituation im Süden von New Mexico so prekär war, ist seine Tante mit dem Camper vorausgefahren, um ihren Neffen und seine Freundin an wichtigen Stellen mit Wasser und verschiedenen Leckereien 🍦 zu versorgen. Das nenne ich mal einen Service. Heute hat mir Sisgo erzählt, dass seine Tante inzwischen wieder zurück nach Colorado fahren musste, weil ihr Sohn während ihrer Abwesenheit einfach nicht mehr zur Schule gegangen ist. 🤣

    Mir tut übrigens mein Popo weh, weil ich heute doch tatsächlich ausgerutscht und ins Wasser gefallen bin. Ich hatte jedoch Glück und wurde nur bis zur Unterhose nass.
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  • Tag 15: New Mexico

    April 17 in the United States ⋅ 🌬 18 °C

    Heute folgten unzählige weitere feuchtfröhliche Flussüberquerungen. Obwohl ich den gestrigen Tag bereits toll fand, haben mich die steil in den Himmel hinauf ragenden Felsformationen vom heutigen Abschnitt sogar noch mehr beeindruckt.

    Ich selbst war nicht ganz so fit. Das lag möglicherweise daran, dass ich letzte Nacht aufgrund der Kälte überhaupt nicht gut geschlafen habe. Vielleicht lag es aber auch daran, dass ich mich vorerst von Joja & Slainte verabschieden musste. In Kombination mit dem Wissen, dass ich in den nächsten 6 - 7 Tagen ganz alleine und voraussichtlich ohne Empfang in der Wildnis von New Mexico unterwegs sein werde, war das wieder mal nicht so einfach für mich.

    Die Besitzerin des Grundstücks, auf dem ich gestern übernachtet habe, war übrigens bereits 85 Jahre alt. Sie hat uns gesagt, dass in diesem Jahr bis jetzt verhältnismässig wenig Hiker auf dem CDT unterwegs sind. Einen Grund dafür wusste sie nicht. Ausserdem hat sie uns Geschichten von früher erzählt, als sie hier in den Bergen noch auf jagt ging. Sie hat gesagt, dass sie einmal innerhalb von fünf Tagen drei Pumas (Mountain Lions) erlegt hat. Mit Bedauern hat sie ergänzt, dass es in der Region heute leider nur noch wenige dieser Tiere gibt. Tja, warum wohl…🙈
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  • Tag 14: New Mexico

    April 16 in the United States ⋅ ☀️ 20 °C

    Heute halte ich mich wieder mal sehr kurz, obwohl ein unglaublich schöner Tag hinter mir liegt. Ich habe jedoch ein Video aufgenommen, in welchem ihr etwas mehr über den heutigen Tag und die vielen Flussüberquerungen erfahrt.

    Wichtig: Es ist gut möglich, dass ich in den kommenden 7 - 8 Tagen keinen Empfang habe werde. Es muss sich deshalb niemand Sorgen um mich machen. Mir geht es hier bestens. Ich werde mich wieder melden, sobald ich das kann. 😘
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