• Uta Vogel
Gjeldende
  • Uta Vogel

Kaukasus-Rundreise

Seit drei Wochen möchten wir drei uns bisher gänzlich unbekannt Länder bereisen. Aserbaidschan 🇦🇿, Armenien 🇦🇲 und Georgien 🇬🇪 . Les mer
  • Spaziergang ins სახლი - House

    9. september, Georgia ⋅ ☁️ 7 °C

    Wir haben den ganzen Tag noch nichts gegessen und Abendessen gibt’s erst um 19:30 Uhr, also machen wir uns zu Fuß auf den Weg Richtung Stepanzminda. Es geht steil bergab und so haben wir ein bisschen Zeit, die Umgebung und die Häuser der Einheimischen zu erkunden.

    Unser Blick auf die gegenüberliegende Bergwelt lässt uns folgende Gipfel erkennen: der Mount Kuro (georgisch: ყურო, Quro) mit 4.071 Meter Höhe und hinter dem Kuro-Massiv der Mount Shani, mit 4.451 Metern. Er liegt etwa neun Kilometer östlich von Stepantsminda an der Grenze zu Russland und ist damit sogar deutlich höher als der Kuro.
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  • Die Gergetier Dreifaltigkeitskirche, auf Georgisch Tsminda Sameba, ist wohl das berühmteste Fotomotiv Georgiens – und sie wirkt in natura noch eindrucksvoller als auf den Bildern. Sie steht auf etwa 2.170 Metern Höhe auf einem Bergsporn oberhalb von Stepantsminda, während sich dahinter bei guter Sicht der gewaltige Kasbek mit 5.054 Metern erhebt.

    Die Kirche stammt vermutlich aus dem 14. Jahrhundert, wobei das genaue Baujahr und der Baumeister nicht überliefert sind. Architektonisch handelt es sich um eine typische georgische Kreuzkuppelkirche, daneben steht ein freistehender Glockenturm, der ebenfalls aus dem Mittelalter stammt. Ihre abgelegene Lage war nicht zufällig gewählt: In Zeiten von Invasionen wurden hier wertvolle kirchliche Schätze und Reliquien aus Mzcheta, dem alten religiösen Zentrum Georgiens, in Sicherheit gebracht. Überliefert ist insbesondere die Aufbewahrung des berühmten Weinrebenkreuzes der heiligen Nino. Damit war die Kirche nicht nur ein Gotteshaus, sondern auch ein wichtiger Schutzort für das religiöse Erbe Georgiens.

    Von Stepantsminda, dem früheren Kazbegi, sieht man die Kirche bereits eindrucksvoll über dem Ort thronen. Der Höhenunterschied beträgt rund 400 bis 430 Meter. Die Anfahrt führt über eine schmale, sehr steile Straße mit mehreren Serpentinen und ist für unseren Allrad und Joe als Fahrer kein Problem, andere buchen dafür sicherheitshalber lieber ein Taxi mit einem kurvenerfahrenen Fahrer oder kommen zu Fuß hier hoch.
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  • Das monumentale und unübersehbare Denkmal wurde 1983 zum 200. Jahrestag des Georgievsker Traktats von 1783 errichtet. Dieser Vertrag besiegelte Georgiens Anlehnung an das Russische Kaiserreich. Die halbkreisförmige Aussichtsplattform mit einem großen, farbenprächtigen Mosaik erzählt Episoden aus der Geschichte Georgiens und Russlands. Wir befinden uns hier auf etwa 2.150 m Höhe, an der Georgischen Heerstraße zwischen Tiflis und Stepanzminda (Kazbegi).

    Der eigentliche Star ist die Landschaft: Die Plattform hängt spektakulär über dem Tergi-/Aragwi-Tal und bietet einen grandiosen Blick auf die Berge des Großen Kaukasus. Heute wird das Denkmal häufig einfach „Friendship Monument“ oder „Panorama Gudauri“ genannt.

    Interessant ist, dass die Botschaft des Denkmals heute deutlich anders wahrgenommen wird als zu sowjetischer Zeit. Das Mosaik verherrlicht die angebliche Freundschaft zwischen Georgien und Russland. Der Vertrag von 1783 war für Georgien allerdings ambivalent: Russland versprach Schutz und garantierte die territoriale Integrität Georgiens, erfüllte diese Zusagen aber nicht zuverlässig. 1801 annektierte Russland das Königreich Kartlien-Kachetien.

    Deshalb ist das Denkmal heute auch ein Stück sowjetische Erinnerungskultur, das man vor dem Hintergrund der bis heute schwierigen georgisch-russischen Beziehungen betrachten sollte.

    Doch bevor wir uns dem Denkmal widmen, brauchen wir erst einmal einen Toilettenstop und einen Cappuccino. Beides gibt’s im Restaurant nebenan. Wir werden ganz herzlich bedient von einem jungen Georgier, der auch ein Jahr in Rostock als Au-Pair gearbeitet hat. Wir tauschen uns ein bisschen aus über die georgische russischen Beziehungen und darüber, dass die Georgier seit etwa zwei Jahren ohne Visum nach Russland ein- und ausreisen können. Er selbst verzichtet gerne darauf. Seine Beziehung zu Russland ist klar und möglichst distanziert.
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  • Die Muttergotteskirche (Ghvtismshobeli)

    9. september, Georgia ⋅ ☀️ 15 °C

    Das eigentliche Kleinod der Anlage ist die Muttergotteskirche aus dem 17. Jahrhundert.

    Interessant ist auch, dass die Kirche trotz ihrer relativ kleinen Dimensionen eine außergewöhnlich reiche Ornamentik besitzt. Weinreben und Weinmotive sind dabei kein Zufall: Der Weinbau und der Wein haben in der georgischen Kultur eine Jahrtausende alte Bedeutung.Les mer

  • Festung Ananuri ანანურის ციხე

    9. september, Georgia ⋅ ☀️ 15 °C

    Die Festung Ananuri war über Jahrhunderte Machtzentrum, Festung und religiöses Zentrum der Aragwi-Region war. Sie liegt rund 70 km nördlich von Tiflis am Aragwi-Fluss und direkt an der historischen Straße über den Kaukasus. Wer von Süden nach Norden Richtung Darial-Schlucht und Nordkaukasus wollte, musste hier vorbei.

    Die Anlage entstand vermutlich ab dem 16./17. Jahrhundert und wurde zum Sitz der mächtigen Aragwi-Eristawi. „Eristawi“ bezeichnete einen georgischen Feudalherrn bzw. regionalen Fürsten. Die Aragwi-Fürsten kontrollierten von hier aus große Teile des Gebiets und die wichtige Verkehrsroute. Dabei waren sie mächtige, aber keineswegs unumstrittene Herrscher. Innerhalb der Familie und mit anderen georgischen Fürsten kam es immer wieder zu erbitterten Konflikten.

    Ananuri wurde deshalb mehrfach belagert und erobert. Besonders dramatisch war der Machtkampf im 18. Jahrhundert. Der damalige Aragwi-Fürst und seine Familie wurden schließlich getötet – ein Hinweis darauf, wie brutal die innergeorgischen Feudalfehden sein konnten.

    1770 wurde die Herrschaft der Aragwi-Eristawi schließlich beendet. Das Gebiet kam unter die direkte Kontrolle des georgischen Königs. Die Festung spiegelt die wechselvolle Geschichte des Königreichs Georgien wider:

    * Georgien war lange in verschiedene Königreiche und Fürstentümer zersplittert.
    * Die Aragwi-Eristawi gehörten zu den mächtigsten regionalen Herrschern.
    * Gleichzeitig mussten sich die georgischen Fürsten gegen Persien, das Osmanische Reich und die Bergvölker des Nordkaukasus behaupten.
    * Die strategische Lage Ananuris machte die Festung deshalb zu einem wichtigen militärischen Punkt.

    Und dann kam der Stausee. Das heutige Bild der Festung täuscht ein wenig über ihre ursprüngliche Lage hinweg. Der Schwarze-Aragwi-Stausee von Zhinvali entstand erst im 20. Jahrhundert durch den Bau eines Staudamms, dadurch liegt Ananuri heute malerisch direkt am Wasser.

    Wir nehmen uns nicht nur die Kirche vor, sondern geben auf die Mauern und Türme und schauen ins Aragwi-Tal. Von dort versteht man sofort, warum genau hier eine Festung gebaut wurde.
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  • Zhinvali Reservoir

    9. september, Georgia ⋅ ☀️ 14 °C

    Das Zhinvali Reservoir (Schinwali-Stausee) ist für Georgien weit mehr als nur ein schöner See an der Georgischen Heerstraße. Es ist ein strategisch wichtiges Infrastrukturprojekt, vor allem für die Wasserversorgung von Tiflis.

    Der Stausee wurde 1985 in Betrieb genommen und fasst rund 520 Millionen m³ Wasser. Das Wasser wird über einen etwa 42 km langen Tunnel Richtung Tiflis geleitet. Nach Angaben der georgischen Statistikbehörde versorgt das Reservoir etwa die Hälfte der Bevölkerung von Tiflis mit Trinkwasser. Der Fluss entspringt in den Hochgebirgsregionen des Kaukasus und wird durch Schnee, Gletscher, Niederschläge und Grundwasser gespeist.

    Der Stausee gehört zum Zhinvali-Wasserkraftkomplex. Die Staumauer ist etwa 102 Meter hoch, und das Kraftwerk verfügt über eine installierte Leistung von 130 MW. Es erzeugt also zusätzlich elektrischen Strom. Der Bau begann Mitte der 1970er Jahre und wurde 1985 abgeschlossen. Dahinter stand der Versuch der Sowjetunion, die schnell wachsende georgische Hauptstadt zuverlässig mit Wasser und Energie zu versorgen.
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  • Die Mother of God Church ist ein besonders interessantes, aber eher wenig bekanntes mittelalterliches Bauwerk in der Region Mtskheta-Mtianeti, in der Gemeinde Dusheti. Sie liegt etwas abseits der Straße auf rund 1.200 Metern Höhe. So sind wir die einzigen Besucher.

    Ihre Bedeutung liegt vor allem darin, dass sie als älteste erhaltene Kuppelkirche der historischen Region Mtiuleti/Mtianeti gilt. Sie stammt aus der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts, also aus einer Zeit, in der Georgien unter Königin Tamar und ihren Nachfolgern kulturell und politisch eine Blütezeit erlebte. Kuppelkirchen waren gerade im östlichen Bergland Georgiens ausgesprochen selten, weshalb Fudznari architekturgeschichtlich eine besondere Stellung einnimmt.
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  • Wichtiges zu Georgien und Bilder des Fahrtages

    9. september, Georgia ⋅ ☀️ 15 °C

    Heute fahren wir Richtung russische Grenze, doch zuvor ist es vielleicht wichtig, etwas über unser zweites Reiseland zu erfahren. Georgien liegt an der Schnittstelle zwischen Osteuropa und Westasien und verbindet alpine Bergwelten mit subtropischer Schwarzmeerküste und einer jahrtausendealten Kultur.

    Das Land hat zwischen 3,7 und 3,8 Millionen Einwohner und etwa ein Drittel der Bevölkerung lebt in der Hauptstadt Tiflis (Tbilisi). Über 85 % sind ethnische Georgier. Größere Minderheiten bilden Aserbaidschaner und Armenier. Amtssprache ist Georgisch (Kartvelisch), eine eigenständige Sprachfamilie mit einem komplett eigenen, einzigartigen Alphabet (Mchedruli). Jüngere Menschen in den Städten sprechen meist gutes Englisch, Ältere allenfalls Russisch.

    Rund 83–85 % der Bevölkerung bekennen sich zur Georgischen Orthodoxen Apostelkirche. Georgien gehört zu den ältesten christlichen Staaten der Welt (Staatsreligion seit ca. 326/337 n. Chr.). Die Kirche genießt hohes gesellschaftliches Ansehen, und Klöster wie Dschwari oder Gelati sind zentrale Identitätsorte. Neben der christlichen Mehrheit gibt es muslimische Minderheiten (ca. 10 %, vor allem in Adscharien und an den Grenzen zu Aserbaidschan) sowie armenisch-apostolische Gemeinden.

    Das Land ist stark gebirgig, im Norden ragt der Große Kaukasus mit Fünftausendern (wie Schchara und Kasbek) auf, im Süden der Kleine Kaukasus und es ist klimatisch auf kleinem Raum extrem vielfältig.

    Im Westen und der Schwarzmeer-Küste (Batumi) ist es feucht-subtropisch, mit üppiger Vegetation, milden Wintern. Im Osten und in den Hochebenen (Kachetien, Tiflis) ist es trockener, kontinentaler mit heißen Sommern und kühlen Wintern. Im Hochgebirge (Swanetien, Kazbegi) herrscht alpines Klima mit Schnee bis in den Frühsommer.

    Georgien ist übrigens auch die Wiege des Weins: Archäologische Funde belegen eine über 8.000 Jahre alte Weintradition. Bekannt ist die traditionelle Qvevri-Methode (Maischegärung in großen, im Boden vergrabenen Tonkrügen), die von der UNESCO als immaterielles Kulturerbe anerkannt ist. Wichtige landwirtschaftliche Erzeugnisse sind Weintrauben, Haselnüsse, Zitrusfrüchte, Tee, Walnüsse und Kräuter. Ein Großteil der Landwirtschaft ist noch kleinbäuerlich geprägt.

    Georgien ist ein sehr sicheres Reiseland, Gewaltkriminalität gegen Touristen ist extrem selten. In Tiflis und den Urlaubsregionen kann man sich auch abends problemlos bewegen. Das größte alltägliche Sicherheitsrisiko ist der Straßenverkehr. Überholmanöver und Fahrstile sind oft waghalsig; auf Bergstraßen sollte man vorsichtig fahren oder auf erfahrene Fahrer setzen - da bin ich mit meinem Schatz sehr gut aufgehoben.

    Leider gibt es Konfliktregionen: Die abtrünnigen Gebiete Abchasien und Südossetien stehen unter russischer Kontrolle. Reisen dorthin sind über georgisches Gebiet untersagt; die Grenzlinien sollten strikt gemieden werden.

    Anbei ein paar Eindrücke unseres heutigen Fahrtages durch atemberaubende Landschaften.
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  • Übernachtung & Abendessen im Chateau Mosmieri

    8. september, Georgia ⋅ ☀️ 18 °C

    Das Weingut ist nach einem langen Feiertag unserer erste Übernachtung in Georgien, es liegt mitten in der Weinregion Kachetien mit großartigem Blick über das Alazani-Tal zum Großen Kaukasus.

    Gegründet wurde Mosmieri 2015 von dem Deutschen Jörg Matthies, der bereits seit 2009 in Georgien lebte und in Eurasien in verschiedensten Infrastrukturprojekten arbeitete. Er verliebte sich nach eigenen Angaben in das Land und seine Weinkultur und machte daraus schließlich sein Lebensprojekt. 2019 wurde er zum Gründer, Eigentümer und Generaldirektor von Chateau Mosmieri.

    Der Name „Mosmieri“ stammt aus dem älteren Georgischen und bezeichnet sinngemäß einen Menschen, der Wein trinkt und Wein zu schätzen weiß – also gewissermaßen einen Weinliebhaber.

    2015 begann das Unternehmen, Weinberge anzulegen und das Weingut aufzubauen. 2017 war die eigentliche Kellerei und das Hotel mit Pool fertiggestellt. Dabei wollte Matthies offenbar bewusst zwei Welten miteinander verbinden:

    * moderne Kellertechnik mit temperaturkontrollierten Edelstahltanks
    * traditionelle georgische Weinbereitung in Qvevris
    * französische Eichenfässer aus Burgund
    * traditionelle georgische Architektur
    * gehobene Gastronomie und Weintourismus

    Der traditionelle Keller besitzt 24 große, in den Boden eingelassene Qvevris.

    Interessant ist auch, dass Mosmieri von Anfang an auf einheimische georgische Rebsorten setzte, insbesondere Saperavi und Rkatsiteli, statt beispielsweise europäische Rebsorten in den Mittelpunkt zu stellen.

    Wir übernachten hier also nicht einfach in einem alten georgischen Château. Das Anwesen ist im Wesentlichen ein modernes, von einem deutschen Unternehmer aufgebautes Projekt, das versucht, die 8.000 Jahre alte georgische Weintradition mit westlichem Management, moderner Kellertechnik und internationalem Weintourismus zu verbinden.

    Wir beziehen also unser Zimmer, Joe springt schnell einmal kurz in den Pool und dann gehen wir auch schon zum Abendessen, zu dem uns eine 4-er Weinprobe der eigenen Weine serviert wird. Es ist traumhaft schön hier, wir genießen das allerbeste Essen unserer bisherigen Reise und genießen die herrliche Abendstimmung.
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  • Grenzübertritt von Aserbaidschan nach Georgien

    8. september, Georgia ⋅ ☀️ 20 °C

    Der Grenzübertritt ist gar nicht so einfach, denn die Landesgrenze ist seit COVID eigentlich nur für Fußgänger und für LKWs, die Waren transportieren, geöffnet und ansonsten geschlossen. Angeblich hat die regierende Familie von Aserbaidschan ein verstärktes Interesse daran, dass sämtlicher Warenhandel und Personenverkehr über den Flughafen von Baku von statten geht, der ihrem Vermögen zuzuordnen ist.

    Man muss Zeit mitbringen, wenn man hier von einem Land in das andere reisen möchte, wenn man mit Joe unterwegs ist, muss man - zumindest heute - noch etwas mehr Zeit mitbringen. Aber der Reihe nach. Zunächst geben wir unser Fahrzeug ab und erleben den ersten Schock: der Mann, der extra zur Rücknahme des Fahrzeuges an die Grenze angereist ist, zeigt uns mit einer App unsere vier Geschwindigkeitsübertretungen. Erst gestern haben wir so richtig wahrgenommen, dass in Aserbaidschan gefühlt alle 5 km eine unscheinbare Radarkamera an einem Pfosten über der Fahrbahn befestigt ist. Die Kameras werden auch immer angekündigt, doch es ist nicht immer ganz klar ersichtlich, wie schnell man tatsächlich fahren darf. So haben wir in den letzten Tagen bis heute zumindest vier Tickets gesammelt, für die wir zwischen 10 und 20 Manat Strafe bezahlen, also 5-10 Euro je Verstoß. Die Autoverleih Agentur berechnet aber zusätzlich weitere 20 Manat Bearbeitungsgebühr je Verstoß, so sind es am Ende rund 65 €, die wir als Spende in bar und in € auszahlen, den mit den letzten Manat hatten wir noch getankt. Hoffen wir mal, dass in den nächsten 3-4 Tagen nicht noch Dramatisches hinzukommen wird.

    Dann machen wir uns also, bepackt mit unseren Koffern, zu Fuß auf den Weg über die Grenze und ich schätze, die Strecje beträgt etwa 2 km in einem schmalen Tunnel, ohne Sicht auf das, was rechts und links von uns vor sich geht. Zunächst reisen wir aus Aserbaidschan aus mit intensiver Gepäckkontrolle, Gesichts-Erfassung und offiziellem Ausreisestempel. Dann eben rund anderthalb Kilometer Fußmarsch bis zur georgischen Grenze. Dort ist das gleiche: Passkontrolle, Gesichtserkennung, Gepäckkontrolle und - Erleichterung. Wir haben es geschafft!

    Allerdings fehlt Joe“s Bauchgurt mit unseren beiden Geldbörsen, der muss auf der anderen Seite bei der Gepäckkontrolle liegen geblieben sein. Also telefoniert der Grenzbeamter mit seinem Pondon in Aserbaidschan, dieser muss erst einmal klären, ob eine nochmalige Ein- und Ausreise so einfach möglich ist. Doch er bekommt wohl offensichtlich grünes Licht. Also schnürt Joe die Laufschuhe, sprintet zurück, reist zunächst wieder aus Georgien aus und in Aserbaidschan wieder ein, um dann den Bauchgurt entgegenzunehmen, der glücklicherweise noch da ist. Dann das Gleiche wieder zurück und so sind wir am Ende pünktlich bei der Fahrzeugübernahme unseres neuen Mietwagen in Georgien. Eigentlich hatten wir gehofft, eine Dreiviertelstunde eher dran zu sein, doch der Zeitpuffer war durch das Hin und Her ganz schnell aufgebraucht.
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  • Kish Albanian Temple

    8. september, Aserbajdsjan ⋅ ☁️ 12 °C

    Der Kish Albanian Temple – auch Kirche des heiligen Elishe genannt gehört zur Geschichte des kaukasischen Albanien – eines antiken und mittelalterlichen christlichen Reiches im heutigen Aserbaidschan. Der Begriff „Albanien“ hat dabei nichts mit dem heutigen Staat Albanien auf dem Balkan zu tun.

    Der mittelalterliche Historiker Movses Kaghankatvatsi berichtet, dass der Missionar St. Elishe im 1. Jahrhundert nach „Gis“ kam, dort eine Kirche gründete und das Christentum verkündete. Deshalb gilt Kiş in der aserbaidschanischen Tradition als einer der frühesten christlichen Orte des Kaukasus.

    Die heutige Kirche ist nicht 2.000 Jahre alt, auch wenn das häufig so dargestellt wird. Bei den Ausgrabungen 2000–2003, die von einem aserbaidschanisch-norwegischen Team durchgeführt wurden, fanden sich unter der Kirche Spuren eines Kultplatzes aus etwa 3000 v. Chr.

    Die heutige erhaltene Kirche wird aufgrund der Radiokarbondatierungen überwiegend ins 11./12. Jahrhundert (ca. 990–1160) datiert. Damit ist sie zwar sehr alt, aber eben nicht das Gebäude, das der heilige Elishe im 1. Jahrhundert errichtet haben soll.

    Bei den Ausgrabungen wurden ungewöhnlich große menschliche Skelette entdeckt – die touristische Darstellung spricht teilweise von etwa zwei Metern Körpergröße. Sie sind tatsächlich ein faszinierender Bestandteil der Ausstellung, sollten aber nicht zu der Vorstellung führen, hier seien „Riesen“ begraben worden. Schöne Sehenswürdigkeit, die schnell erkundet ist, allerdings sind umgerechnet 7,50 € Eintritt für Ausländische Besucher ziemlich überzogen.
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  • Spaziergang durch Kish

    8. september, Aserbajdsjan ⋅ ☁️ 12 °C

    Kish ist mehr als nur die Kirche. Das Dorf liegt idyllisch in den Ausläufern des Großen Kaukasus, mit viel Grün, alten Häusern und einer deutlich ruhigeren Atmosphäre als Scheki. Auf der Straße ist recht wenig los, doch hinter den Zäunen, Toren und Mauern hören wir Menschen miteinander sprechen, Haustiere und ab und zu auch Musik.

    Heute steht Kish unter staatlichem Denkmalschutz als historisch-architektonisches Reservat. Die Kirche, die wir gleich besuchen werden, ist seit 2003 Museum.
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  • Besuch auf dem Bazar von Şəki

    8. september, Aserbajdsjan ⋅ ☁️ 13 °C

    Auf dem heutigen Neuen Bazar an der Salman-Mümtaz-Straße erlebt man eher den alltäglichen Einkauf der Einheimischen: Obst und Gemüse, Nüsse, Gewürze, Trockenfrüchte, Tee, Käse, Fleisch und andere Lebensmittel. Was uns zunächst auffällt, sind die alten, klapperigen Linienbusse, die aus der weiteren Umgehung hier herkommen, mit Menschen, die in Kartons und Tüten ihre Verkäufe mitbringen und vor dem Bus anbieten.

    Wir lassen uns einfach treiben, durch die Obst- und Gemüsestände, die Stände, die Hülsenfrüchte, Kräuter, Tee, Nüsse, typisches Süßigkeiten, Fisch oder Fleisch anbieten. Ich drehe ziemlich viele Videos und auch Fotos, um das quirlige Leben ein bisschen einzufangen.
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  • Abendessen im Restaurant Old town

    7. september, Aserbajdsjan ⋅ ⛅ 19 °C

    Nach unserer ausführlichen Stadtbesichtigung haben wir ordentlich Hunger und lassen es uns an unserem letzten Abend in Aserbaidschan noch einmal so richtig gut gehen. Wir bestellen einen griechischen Salat als Vorspeise, ich wähle für mich meine zweite Spezialität aus Şəki: Pitisi für 4,50 €, das ist im Tontopf geschmortes Lammfleisch mit Fettschwanz, Kastanien, Kichererbsen, Pflaume und Safran. Die Brühe wird zunächst auf geröstete Brotwürfel in einen Teller gegossen, dazu gibt es ein typisch aserbeidschanisches Gewürz, nämlich Sumach aus getrockneten und grob gemahlenen Steinfrüchte des Färberbaums (Essigbaums), die eine tiefrote bis bordeauxrote Farbe und eine leicht körnige Textur haben. Typischerweise wird es auf aserbaidschanischen Märkten in Säcken präsentiert – oft mit einem traditionellen Teeglas als Maßbecher.

    Es schmeckt angenehm säuerlich, fruchtig und leicht herb (ähnelt ein wenig Zitronensaft, bringt aber zusätzlich ein fruchtiges Aroma mit). In der aserbaidschanischen Küche ist Sumach unverzichtbar als Tischgewürz für Fleischgerichte wie Schaschlik (Kebab), Lülə Kebab und Qutab (gefüllte Teigtaschen). Es passt geschmacklich zum Fettgehalt von gegrilltem Lamm- oder Rindfleisch und macht es bekömmlicher. Zudem wird es gerne über frische Zwiebelstreifen oder Tomatensalate gestreut.

    Danach wird das Fleisch mit dem Mörser fein gestampft und entweder zur Suppe oder getrennt davon gegessen. Daran kann man sich tatsächlich gewöhnen. Joe findet es jedoch ganz schrecklich, weil dafür Lammfleisch verwendet wird. Er wählt lieber eines der Sadsch-Gerichte mit Kalbfleisch, die in einer traditionellen Eisenpfanne serviert werden mit Kalbfleisch, Zwiebeln, Tomaten, Kartoffeln, Aubergine und Pilzen. Der Kellner warnt ihn schon: „it is big!“ - „Macht nichts“ antwortet Joe ganz mutig und schafft dann am Ende doch nicht alles.

    Dazu wird heute Abend schöne Livemusik gespielt und wir trinken unser erstes Glas aserbaidschanischen Weins - letzte Gelegenheit. Das Leben ist schön!
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  • Wunderschöne Kaffeepause im „Kilim“

    7. september, Aserbajdsjan ⋅ 🌬 23 °C

    Die lange Fahrt und viele Besichtigungen sind ganz schön anstrengend und so sehnen wir uns nach einem gemütlichen Platz für ein entspannendes Päuschen und direkt neben dem Palast werden wir fündig. Das Restaurant ist wunderschön stilvoll eingerichtet, hier stimmt alles, jedes noch so kleine Detail. Es läuft ganz chillige Lounge-Musik in hervorragender Klang-Qualität, innen ist es angenehm temperiert und - heute nicht unwichtig- windstill. Das ist uns gerne zwei ausgesprochen leckere Cappuccino und eine ausgedehnte Pause wert. Dazu gibt‘s das kulinarische Muss: Şəki halvası. Sie besteht aus hauchdünnen Schichten aus Reismehl, Nüssen und Sirup und ist mit Safranmustern dekoriert. Sehr, sehr süß, aber auch sehr lecker!Les mer

  • ABAD Sheki Ceramics and Applied Arts Center

    7. september, Aserbajdsjan ⋅ ☀️ 24 °C

    Hinter dem Namen steht das staatliche aserbaidschanische Programm ABAD (Ailə Biznesinə Asan Dəstək – übersetzt etwa „Vereinfachte Unterstützung für Familienbetriebe“). Die Initiative zielt darauf ab, traditionelles Kunsthandwerk und lokale Kleinunternehmer sowie Familienbetriebe in den ländlichen Regionen zu fördern, indem ihnen Infrastruktur, Ausbildung, Werkzeuge und professionelle Vertriebswege zur Verfügung gestellt werden.

    Das Zentrum in Şəki dient dabei als Verbindung aus Bildungsstätte, offener Werkstatt, Ausstellungsraum und Boutique. Hier wird das jahrhundertealte Töpfer- und Keramikhandwerk der Kaukasus-Region gepflegt und wiederbelebt. Wir können den Kunsthandwerkern bei der Arbeit über die Schulter schauen – vom Formen des lokalen Tons auf der Drehscheibe über traditionelle Brenntechniken bis hin zur aufwendigen, feinen Bemalung mit aserbaidschanischen Motiven, Teppichmustern und floralen Ornamenten. Neben Keramik finden sich dort auch andere regionale Handwerkskünste wie Holzschnitzereien, Metallarbeiten, Kelims oder feine Stickereien.

    Im angeschlossenen Shop kann man zertifizierte, authentische Unikate direkt von den Kunsthandwerkern erwerben, wobei die Erlöse unmittelbar den lokalen Familienbetrieben zugutekommen. Neben Souvenirs wie bemaltem Geschirr, Kacheln und Teeschalen werden gelegentlich auch verpackte regionale Spezialitäten (wie lokaler Honig, Kräutertees oder Konfitüren) angeboten.
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  • Khan-Palast – das absolute Highlight

    7. september, Aserbajdsjan ⋅ ☀️ 24 °C

    Der Palast ist unbestritten das wichtigste Bauwerk der Stadt und steht ganz oben auf unserer Liste. Also beziehen wir unser sehr schönes Zimmer und machen uns bei fast unerträglichen Temperaturen und starkem Wind zu Fuß auf den Weg hinauf zum Palast, der entstand in den 1760er-Jahren als Sommerresidenz bzw. Herrschersitz der Khane von Sheki. Besonders spektakulär sind die farbenprächtigen Fassaden, Wandmalereien und die berühmten Schebeke-Fenster.

    Schebeke ist eine traditionelle Kunst, bei der winzige Holzleisten zu geometrischen Mustern zusammengesetzt und mit kleinen farbigen Glasscheiben gefüllt werden – ohne Nägel und ohne Leim. Bei Sonnenschein entstehen dadurch wunderschöne farbige Lichtspiele im Inneren.
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  • Festung und die Altstadt von Sheki

    7. september, Aserbajdsjan ⋅ ☀️ 24 °C

    Der Khan-Palast steht innerhalb der alten Sheki-Festung. Dahinter und darunter beginnt das historische Sheki mit seinen Kopfsteinpflastergassen, alten Häusern, Gärten und Handwerksbetrieben.

    Das Besondere ist, dass Sheki nicht wie ein „Freilichtmuseum“ wirkt. Viele der traditionellen Häuser und Strukturen sind tatsächlich Teil des heutigen Stadtlebens. UNESCO hebt gerade diese Mischung aus Wohnhäusern, Gärten, Handwerk, Wassersystemen und historischen Gebäuden als außergewöhnliches Zeugnis der Stadtplanung hervor.

    Hier gibt es auch ein kleines Fotostudio. Der Besitzer lädt mich herzlich ein, mich fotografieren zu lassen, er möchte dafür aber keinen Manat, sondern nur ein Selfie haben. Herzlichen Dank, es ist mir eine Ehre!
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  • Zwei Karawansereien

    7. september, Aserbajdsjan ⋅ ☀️ 25 °C

    Die obere Karawanserei ist besonders spannend. Hier kann man sich sehr gut vorstellen, wie die Seidenstraße funktioniert hat: Händler kamen mit ihren Waren und Tieren nach Sheki, übernachteten, lagerten ihre Waren und handelten.

    Der riesige Innenhof und die zweigeschossigen Arkaden sind beeindruckend. Die Karawanserei stammt aus dem 18. Jahrhundert und wird heute teilweise als Hotel genutzt. Auch eine traditionelle Teepause ist hier möglich.

    Beide zusammen zeigen sehr eindrucksvoll, welche wirtschaftliche Bedeutung Sheki einst als Handelsplatz hatte. Die Karawansereien gehören zu den wichtigsten Bestandteilen des UNESCO-Ensembles.
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  • Alte Seidenstraßenstadt Sheki

    7. september, Aserbajdsjan ⋅ ☀️ 25 °C

    Sheki – auf Aserbaidschanisch Şəki – liegt am bewaldeten Fuß des Großen Kaukasus und wirkt viel grüner, ruhiger und kleinteiliger als Baku. Vor allem ist Sheki eine alte Seidenstraßenstadt, deren Wohlstand jahrhundertelang auf Seidenraupenzucht, Seidenproduktion und Handel beruhte. 2019 wurde das historische Zentrum mit dem Khan-Palast zum UNESCO-Welterbe erklärt.

    Die Stadt wurde nach einer verheerenden Schlammlawine von 1772 auf höher gelegenem Gelände neu aufgebaut. Dadurch entstand das heutige historische Zentrum mit seinen charakteristischen hohen Satteldächern, Gärten und traditionellen Häusern.

    Im Khanat Sheki (1743–1819) wurde die Stadt zu einem bedeutenden politischen und wirtschaftlichen Zentrum. Der Reichtum kam vor allem durch Seide und den Handel entlang der Verkehrswege zwischen Kaukasus, Persien und anderen Regionen. Dieser Wohlstand lässt sich noch ansatzweise an den einst ungewöhnlich prächtigen Häusern und Palästen erkennen.
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  • Freilichtmuseum Azerbaijan Udi Heart

    7. september, Aserbajdsjan ⋅ ☀️ 28 °C

    Das Azerbaijan Udi Hearth („Azərbaycan Udi Ocağı“) in Nic (Nij) ist ein sehr interessanter Ort, gerade wenn ihr euch für die ethnische und religiöse Vielfalt Aserbaidschans interessiert. Es handelt sich um einen historisch-ethnografischen Park und ein Freilichtmuseum im Dorf Nic bei Qəbələ.

    Die Udi sind eine kleine christliche Volksgruppe des Kaukasus. Sie werden traditionell mit einem der Völker des antiken Kaukasischen Albanien in Verbindung gebracht und haben bis heute ihre eigene, allerdings stark gefährdete udische Sprache bewahrt. Nic gilt als der weltweit wichtigste Siedlungsschwerpunkt der Udi.

    Besonders faszinierend: Während Aserbaidschan überwiegend muslimisch geprägt ist, sind die Udi Christen. In Nic stehen deshalb auch die Geschichte der Udi und die Tradition des kaukasischen Christentums im Mittelpunkt.

    Was ist das „Udi Hearth“?

    „Ocaq“ bedeutet sinngemäß Herdstelle, Feuerstelle oder heimischer Herd – also einen Ort, an dem das familiäre und kulturelle Leben stattfindet. Das Udi Ocağı ist deshalb bewusst als eine Art traditionelles Udi-Dorf gestaltet.

    Auf einem mehr als drei Hektar großen Gelände befinden sich historische Gebäude, traditionelle Häuser und verschiedene ethnografische Bereiche. Das Herzstück ist ein Udi-Haus aus dem 17. Jahrhundert, das aus Lehmziegeln auf einem Steinfundament und mit einer Holzkonstruktion errichtet wurde.

    Die Udi sind eine kleine christliche Volksgruppe des Kaukasus. Sie werden traditionell mit einem der Völker des antiken Kaukasischen Albanien in Verbindung gebracht und haben bis heute ihre eigene, allerdings stark gefährdete udische Sprache bewahrt. Nic gilt als der weltweit wichtigste Siedlungsschwerpunkt der Udi.

    Besonders faszinierend: Während Aserbaidschan überwiegend muslimisch geprägt ist, sind die Udi Christen. In Nic stehen deshalb auch die Geschichte der Udi und die Tradition des kaukasischen Christentums im Mittelpunkt.

    Was ist das „Udi Hearth“?

    „Ocaq“ bedeutet sinngemäß Herdstelle, Feuerstelle oder heimischer Herd – also einen Ort, an dem das familiäre und kulturelle Leben stattfindet. Das Udi Ocağı ist deshalb bewusst als eine Art traditionelles Udi-Dorf gestaltet.

    Auf einem mehr als drei Hektar großen Gelände befinden sich historische Gebäude, traditionelle Häuser und verschiedene ethnografische Bereiche. Das Herzstück ist ein Udi-Haus aus dem 17. Jahrhundert, das aus Lehmziegeln auf einem Steinfundament und mit einer Holzkonstruktion errichtet wurde.
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  • Christliche Çotari-Alban-Udi-Kirche in Nic

    7. september, Aserbajdsjan ⋅ ☀️ 27 °C

    In Nic beginnen wir unser Besuchsprogramm mit der Çotari-Alban-Udi-Kirche, sie gehört zur Albanisch-Udischen christlichen Gemeinschaft und ist dem heiligen Elischa (Yelisey) geweiht. Er gilt in der Tradition der kaukasischen Albaner als einer der frühesten Verkünder des Christentums im Kaukasus.

    Gebaut wurde die heutige Kirche 1723 – nach Angaben der offiziellen aserbaidschanischen Religionsbehörde mit finanzieller Unterstützung der Bewohner von Nic. Ihren Namen erhielt sie vom Çotari-Viertel, in dem sie steht.

    Während der Sowjetzeit wurde die Kirche zweckentfremdet und diente als Haselnusslager. Erst nach der Unabhängigkeit Aserbaidschans begann ihre Wiederherstellung. Die Restaurierung startete 2003, und 2006 wurde die Kirche wieder für die Gläubigen geöffnet.
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  • Nervenkitzel auf der Zarnava hanging bridge

    7. september, Aserbajdsjan ⋅ ☀️ 22 °C

    Die Zarnava Hanging Bridge (Zərnava körpüsü) ist eine kleine, ziemlich spektakuläre Hängebrücke über den Girdimançay. Die schmale Fußgängerbrücke hängt relativ hoch über der Schlucht und schwingt beim Darübergehen relativ wenig. Sie ist ursprünglich vor allem als praktische Verbindung für die Bewohner der abgelegenen Gegend entstanden; heute ist sie hauptsächlich eine kleine Touristenattraktion, für 2 Mant, also 1 € kann man die Brücke begehen.

    Der eigentliche Reiz ist weniger die Brücke selbst als die Landschaft des Girdimançay-Tals: bewaldete Hänge, die Schlucht und der Blick hinunter auf den Fluss machen den kurzen Abstecher interessant.
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