San José
7.–9. Dez. 2024 in Costa Rica ⋅ 🌙 20 °C
Nach 26 Stunden Anreise landeten wir total übermüdet um 19.30 Uhr Ortszeit in San José und wurden von Ana Luisa und ihrem klapprigen Toyota Kleinbus in unsere Unterkunft in einem Vorort von San José gebracht. Die Fahrt war begleitet von einem sehr angeregten und herzlichen Austausch und schon der Vorgeschmack auf bisher fast alle Kontakte, die wir hatten: eine warme Herzlichkeit und Offenheit, die uns das Land vom ersten Moment an schon sympathisch machte.
Nach einer kurzen Nacht (ich war wegen der Zeitverschiebung schon ab vier Uhr wach), gab es ein wundervolles Frühstück mit unserer Gastgeberin und deren Schwägerin im tropischen Garten mit Kolibris, bunten Eichhörnchen und vielen unbekannten Vögeln. Ich war total überwältigt und tief berührt davon, wirklich endlich hier zu sein.
Der Tag war geprägt von den Vorbereitungen auf unsere Tour, nämlich zum einen, den Busbahnhof für den nächsten Tag auszuchecken und uns eine virtuelle SIM- Karte zu besorgen. Kaum zu fassen, aber das hat Stunden gedauert, allein für die SIM-Karte saßen wir drei Stunden in einer Warteschlange und haben dann gar nicht mehr so viel von San José gesehen, aber doch einige kontrastreiche Facetten der Stadt: das wunderbare Teatro Nacional, die Catedral Metropolitana, das Nebeneinander von Brutalismus-Betonarchitektur, Prachtbauten und einfachsten Wohnhäusern. So sind wir durch die überfüllten Einkaufsstraßen gelaufen und haben auch in den Nebenstraßen viel Müll und herumliegende Menschen gesehen.
Ein netter Restaurantbesuch hat dann den Tag abgerundet und wir sind schon vor 9 ins Bett gefallen.
Und jetzt sitzen wir schon im Bus auf dem Weg nach Sierpe, von wo wir weiter zur Bahía Drake reisen und uns dann dort den Corcovado Nationalpark anschauen wollen.Weiterlesen
Finca Maresia Bahía Drake
9.–12. Dez. 2024 in Costa Rica ⋅ ☀️ 27 °C
Guten Morgen, ihr Lieben!
Wir kommen mehr und mehr an- vor allem nachdem wir gestern Abend mit einem Biologen in Gummistiefeln durch den Dschungel rund um unsere Unterkunft gewatet sind auf der Suche nach Minifröschen, Kröten und Spinnen und festgestellt haben, dass sich in dem Dickicht gar nicht so viele gefährliche Tiere verbergen wie wir gedacht haben.
Ein paar Fotos der Tierchen stellen wir ein, manche Frösche sind nur wenige Zentimeter groß.
Ansonsten ist es wunderschön in unserer Lodge: die roten Aras überfliegen den Garten und sitzen in den Bäumen, wir können Tukane, Leguane, Riesenechsen (eine heißt Jesus-Christ-Echse und kann über’s Wasser laufen) und ganz viele bunte Vögel sehen und abends hört man die vielen verschiedenen Frösche, die direkt an unserer Holzhütte in den Bäumen sitzen (ich glaube, es gibt 400 verschiedene Arten hier). Gegessen wird mit den anderen Gästen zusammen an einem Tisch auf der offenen Holzterrasse und es gibt netten Kontakt und gewinnbringenden Austausch.
Morgen geht es dann aber wirklich zur Sache, wenn wir um 5.50 Uhr in den Corcovado-Nationalpark gehen mit Übernachtung in der Rangerstation, wo uns Etagenbetten unter freiem Himmel erwarten im Herzen des Nationalparks.
Die Anfahrt erfolgt wieder mit so einem Höllenboot- eine Stunde hartes Aufklatschen auf die Wellen an der Küste entlang. Vielleicht gewöhnt man sich ja daran…Weiterlesen
Corcovado Parque Nacional
12.–13. Dez. 2024 in Costa Rica ⋅ ☁️ 25 °C
Corcovado Tag 2 frühmorgens
13. Dezember 2024 in Costa Rica ⋅ ☁️ 24 °C
Um 4 Uhr morgens wachte der gesamte Schlafsaal auf und wir machten uns für unsere erste Tour fertig.
Unser Guide führte uns noch im Dunkeln an den Fluss Sierpe, wo sich manchmal Tapire aufhalten und wir hatten Glück und konnten dem Tapir beim genussvollen Baden zuschauen. Auch ein Krokodil ließ sich sehr gut beobachten und viele Wasservögel. Auf dem Rückweg sahen wir noch eine Eule, die sich für ihre Nacht fertig machte und wir gingen zurück in die Rangerstation zum Frühstück.Weiterlesen
Brüllaffe und Mono ardilla
13. Dezember 2024 in Costa Rica ⋅ ⛅ 26 °C
Für die Affenliebhaber unter euch noch zwei Videos aus dem Corcovado, einmal ein Brüllaffe und ein Eichhörnchenaffe.
Corcovado Tag 2 Vormittag
13. Dezember 2024 in Costa Rica ⋅ ⛅ 27 °C
Nach dem Frühstück ging es nochmals los in den Primärwald und gerade als ich gedacht hatte, wie schön es wäre, wenn schon keinen Jaguar, dann wenigstens einen Puma zu sehen, war vor uns im Schlamm eine frische Katzen-Spur und dann ein starker, beissender Geruch zu spüren. Unser Guide sagte, dass das die Spur eines sehr großen Pumas sei und, dass der Puma hier irgendwo in der Nähe sein müsse. Mein Wunsch nach Puma löste sich sofort in Luft auf, so waren wir doch in einem unübersichtlichen, dicht bewachsenen Regenwald und ich hatte mir die Pumasichtung eher aus sicherer Entfernung in wenig bewachsenem Gebiet vorgestellt. Ich fragte dann sogar, ob wir nicht lieber umkehren sollten, aber da ein Affe in der Nähe keinen Alarmsignale von sich gab, meinte der Guide, darauf könne man sich verlassen. Ein bisschen mulmiges Gefühl hatte ich aber schon.
Der Primärwald, der nicht der Viehhaltung und Landwirtschaft zum Opfer gefallen war, war viel dichter und artenreicher und es gab riesige zum Teil über 500 Jahre alte Bäume, einfach wunderschön.
Wir waren tief beeindruckt und total dankbar, zwei Tage an diesem besonderen Ort gewesen zu sein, wo sich die Natur seit Urzeiten ungestört entfaltet hat und eines der artenreichsten Gebiete auf dieser Erde ist.
Noch ein paar Affen, ein Faultier und schon ging es bei hohem Wellengang auf dem turboschnellen Höllenboot zurück bzw. wurden wir an einem einsamen Strand ins Wasser geschubst und suchten unsere neue Unterkunft irgendwo im Nirgendwo. Ein Einbeiniger kam aus seiner Hütte gehumpelt als er uns sah und wies uns freundlich den Weg auf einem kleinen Trail zu unserer Lodge, wo uns jetzt rote Aras und grüne Papageien überfliegen und vier Tukane zuhause sind. Mehr davon morgen.Weiterlesen
Isla del Caño
15. Dezember 2024 in Costa Rica ⋅ ☀️ 26 °C
Ihr Lieben,
fast müssen wir uns schon wieder von der Osa Halbinsel verabschieden und das schweren Herzens.
Im Moment sind wir noch in der zweiten Unterkunft hier, in einer kleinen, einfachen Lodge, die von Einheimischen betrieben wird. Der Besitzer Guillermo ist total engagiert, organisiert alles und versorgt uns mit gutem Essen. In seinem Garten sieht man die verschiedensten Tiere, von großen Laufvögeln, über Tukane, Kapuzineraffen, Kolibris und jeden Morgen und Nachmittag werden die riesigen Bäume von grünen Papageien 🦜 besiedelt und von roten Aras überflogen. Auch hier gibt es wohl Tapire und Pumas, wir sind hier quasi im erweiterten Nationalpark.
Heute morgen sind wir hier am Strand von Caletas wieder vom Höllenboot (ohne Witz, so langsam gewöhne ich mich dran, auch wenn ich immer noch laut aufschreie, wenn das Boot aus der Höhe auf die Wellen aufklatscht) abgeholt worden und haben gleich drei riesige Buckelwale (Mama, Papa und Kind-Buckelwal), zum Teil aus nächster Nähe, lange beobachten können und wenig später schwamm eine Schule tropischer Delfine vorbei.
Und dann ging es wieder in Höllentempo Richtung Isla del Caño, eine unbewohnte Insel und Naturschutzreservat, wo wir vom Boot aus ins Wasser sprangen, um Haie, Meeresschildkröten, Papageienfische, Oktopusse, Muränen und Schwärme von leuchtend gelben, blauen, grünen, roten, schwarz-gelb gestreiften, grünen und überhaupt riesigen Fischen in allen Farben und Formen sehen konnten. Was für ein Erlebnis und ich hätte mich fast nicht getraut nachdem der Guide bei der Ankunft verkündet hatte, dass wir nur ausnahmsweise in einem Bereich schnorcheln dürfen, der normalerweise nur für Forschungszwecke freigegeben ist, weil es hier eine große Anzahl von verschiedenen Haiarten gibt. Es sei aber noch nie etwas passiert. Das war eine echte Überwindung für mich und hinterher war ich so glücklich, dass ich dann doch dieses Wunder des Ozeans erleben durfte.
Dann noch ein Picknick an einem wunderschönen, abgelegenen Strand und das war unser Schnorchelausflug.Weiterlesen
San Gerardo de Dota
16.–20. Dez. 2024 in Costa Rica ⋅ ☁️ 17 °C
Krasser hätte der Ortswechsel nicht sein können: aus unserem feuchtwarmen Dschungelparadies holte uns morgens um 7 Uhr das Höllenboot ab, das wir als superpraktisches Fortbewegungsmittel schon liebgewonnen hatten, und fuhr uns über den Pazifik zum Fluss Sierpe und von dort aus mit einem Taxi Colectivo zum nächsten Busbahnhof. Dort bestiegen wir den Bus in Richtung San José, der sich mühsam über den Pass Cerro de la Muerte bis auf 3335 Meter Höhe quälte und uns kurz drauf einfach an der Straße im Nebel ausspuckte.
Eiseskälte, dichter Nebel und eine fast unwirkliche Landschaft nahmen uns in Empfang und nach dem Mittagessen in einer einsamen Bar an der Interamericana holte uns Carla, unser Shuttle, ab und brachte uns ins rund 800 Meter tiefer gelegene San Gerardo de Dota. Dort gibt es einen wilden Fluß, Blockhüttencharme und Bachforelle in allen Variationen. Außer Wanderwegen und einer leeren Happy Hour Bar nichts los und in der Nacht eiskalt. Die erste Nacht verbrachte ich mit allem an, was ich dabei hatte, inklusive Jacke unter drei Wolldecken.
Die nächsten Tage erkundeten wir die Gegend zu Fuß und waren in märchenhaften, fast schon gespenstisch anmutenden Eichen-Nebelwäldern im Talamanca Gebirge unterwegs. Ganz oben in dem uralten Eichenwald gab es viele Wildkamerafallen und auf einer großen alten Eiche konnte ich im Nebel eine sehr große Raubkatze sehen, die sich vermutlich von uns gestört fühlte und den Baum verließ. Dass es in diesem Gebiet viele Jaguare und Pumas gibt und alle Raubkatzen Costa Ricas hier vertreten sind, erfuhren wir erst später, als wir uns nach dem Zweck der Wildkameras erkundigten, die wohl im Rahmen eines Forschungsprojekts zur Errichtung von Jaguarkorridoren aufgestellt worden waren. Aufregend! Das hätte ich mir auch nie träumen lassen, dass wir im Wildkatzen-Habitat einfach so herumstreifen würden. Die meisten Menschen hier leben ohne Angst vor den großen Katzen und haben ein großes Interesse an den Tieren und Pflanzen.Weiterlesen
Auf der Suche nach dem Quetzal
19. Dezember 2024 in Costa Rica ⋅ ☁️ 11 °C
Der eigentliche Grund, warum wir diesen sehr kühlen und entlegenen Ort aufgesucht haben, war, dass wir gerne den Quetzal, den Göttervogel sehen wollten und hier im Parque Nacional de los Quetzales sollte es ihn geben.
Zwei Tage sind wir durch die Wälder geschlichen mit unserer Merlin-Vogelbeobachtungsapp, die wir bei jedem kleinen Pieps sofort aktiviert haben und an jeder halbwegs offenen Stelle den dichten Wald mit dem Fernglas abgescannt haben-vom Quetzal keine Spur.
Dafür konnten wir aber sehr schöne andere Vogelarten sehen und waren beeindruckt von knallroten Vögeln mit purpurnen Flügeln, Gelben mit orangefarbenen Punk-Häubchen, Zebravögeln und vielen anderen farbenprächtigen, uns völlig unbekannten, Vogelarten.
Trotzdem blieb so eine kleine Frustration zurück, die dazu führte, dass heute morgen schon um 4.30 Uhr der Wecker klingelte und wir um kurz vor 5 Uhr, noch im Dunklen, abholbereit an der Straße standen und kurz darauf in einen Kleinbus stiegen, in dem schon andere Menschen, wohl in ähnlicher Gefühlslage, saßen. Wir fuhren und fuhren, hielten irgendwo an der Straße und suchten, nach erklärter Strategie, die Plätze mit wilden Avocadobäumen ab, die Leibspeise des Quetzals. Er frisst und schluckt die ganze Frucht. 😳 Aber auch hier vom Quetzal keine Spur.
Plötzlich gab es einen Ruf per Walkie-Talkie und wir rasten wieder zurück zum Bus, fuhren etwas weiter und da standen schon die ganzen anderen Paparazzi-Gruppen mit ihren Guides und bestaunten die Quetzale. Wow! Diese Schönheit!
Der Vogel ist ca. 40cm groß und der männliche Vogel schlägt sich zusätzlich mit einer 1.20 Meter langen Schwanzfeder durch (sicher sehr unpraktisch beim Fliegen), um das Weibchen zu beeindrucken. Ich könnte euch noch viel mehr über die Quetzale erzählen, denn wir hatten einen exzellenten Guide, aber vielleicht reichen euch auch nur die Fotos?Weiterlesen
Von San Gerardo nach Uvita
20.–24. Dez. 2024 in Costa Rica ⋅ 🌧 27 °C
Zeit sich aufzuwärmen!
Nach vier durchgefrorenen Nächten und, zumindest bei mir dauerkalten Füßen, haben wir uns schon sehr darauf gefreut, das Meer wieder zu sehen.
Morgens holte uns Don Felo (der Vater von Carla) ab, unser Shuttlesevice, der uns 800 Höhenmeter nach oben an die Interamericana bringen sollte. Von dort aus wollten wir mit dem Bus weiterfahren und wären nach drei Mal Umsteigen gegen Abend in Uvita angekommen. Wie der Zufall so spielt, war Don Felo auch auf dem Weg nach Uvita und bot uns an, uns kostenlos mitzunehmen. Was für ein Glück für uns!
Leider war schon wenige Kilometer später Schluss mit unserer Glücksfahrt, denn genau an diesem Morgen fand die achte Etappe der zentralamerikanischen Version der Tour de France, die Vuelta a Costa Rica statt. Die Straße über den Todespass war an höchster Stelle gesperrt, da die Radrennfahrer sich von 700 Metern auf 3350 Meter hoch strampeln mussten. Was für ein Wahnsinn und wir mitten drin!
Wir warteten stundenlang und feuerten dann mit unserer ganzen Kraft die Rennfahrer an - der einzige Deutsche hatte leider schon viel weiter unten aufgegeben…
Als wir dann mittags in unserem Backpacker-Surfer-Hostel in Uvita ankamen, waren wir total erledigt. Nicht nur von 3500 Meter auf 0 waren wir hinuntergefahren, sondern hatten auch die Temperaturzone von 8 Grad auf 32 Grad gewechselt und auch die uns umgebende Altersgruppe: von grauhaarigen Vogelfreaks zu coolen wellenreitenden Mittzwanzigern aus aller Welt und knackigen Surfjungs.
Trotz der Dauer-Musikbeschallung im Jugendhostel (Gott sei Dank guter Musikgeschmack…), ist es hier traumhaft: wir haben eine halboffenene Holzhütte, aus der man zu allen Seiten nach draußen sieht, ein Bad draußen und genügend Platz für unsere 6kg Reisebibliothek. Ab 5.30 Uhr wachen die Tiere auf: Brüllaffen, rote Aras, Papageien 🦜, Kapuzineraffen, alle begrüßen den Tag. Was für ein wunderbarer Tagesbeginn!
Wir sind heute kilometerweit am Strand entlang gelaufen: ein Paradies und auch das alles ist ein Naturschutzreservat für die vorbeiziehenden Wale und die Vögel und Meerestiere. Wieder einmal beeindrucken uns die Ticos (so nennen sich die Costaricaner), die sich so mit der Natur und den Tieren verbunden fühlen. Es gibt noch nicht einmal Müll auf den Straßen oder am Strand, selbst beim Radrennen hoben die Umstehenden wie selbstverständlich die ausgetrunkenen Plastikfläschchen der Radrennfahrer auf. Es ist einfach schön zu sehen, wie die Menschen hier sich um ihr Land und ihre natürliche Umgebung sorgen.Weiterlesen
Uvita
20.–24. Dez. 2024 in Costa Rica ⋅ 🌧 27 °C
Uvita, das war für uns, zum ersten Mal auf dieser Reise, mit den Wellen spielen und im warmen Pazifik baden, am Strand entlang laufen, die Aras, die Kolibris und die Brüllaffen beobachten, im Hostel am Billardtisch und an der Tischtennisplatte abhängen und auf der Bank oder in der Hängematte vor unserer rustikalen Holzhütte sitzen oder liegen und abends die Sonnenuntergänge bestaunen.
Wir hatten schöne entspannte Tage hier und morgen geht es wieder weiter. Unser Shuttle kommt morgen früh um 6.30 Uhr und fährt uns in vier Stunden bis zur Playa Herradura und von dort aus weiter mit dem Boot nach Montezuma, wo wir dann auch Weihnachten verbringen, sieben Stunden später als ihr.
Wir wünschen euch morgen allen ein schönes, harmonisches Weihnachtsfest im Kreise eurer Lieben oder auch alleine. Lasst es euch gut gehen und feiert schön! Es ist schön, mit euch auf diese Weise verbunden zu sein. Vielen Dank euch, dass ihr dabei seid und wir mit euch unsere Eindrücke teilen dürfen.Weiterlesen

ReisenderLiebe Isabell, lieber Axel, das sieht wirklich nach einer wunderbaren Reise aus und ihr seht richtig glücklich aus - so soll das sein:). Ich plane auch schon wieder;)...Reisen erweitert einfach unglaublich den Horizont. Ich wünsch euch auch einen fröhlichen Weihnachtstag. GLG über den großen Teich:):)
Montezuma
24.–28. Dez. 2024 in Costa Rica ⋅ ☁️ 29 °C
Den Heiligabend verbrachten wir in Montezuma auf der Nicoya-Halbinsel, zu der wir mit dem Boot von Jacó übersetzten. Die Fahrt war diesmal überhaupt nicht höllisch, sondern sehr angenehm, bei ruhigem Meer, und wir konnten delfinartige Kleinwale aus nächster Nähe beobachten und ihr lautes Schnaufen hören.
Kaum an unserer Unterkunft angekommen, die nur die Straße vom Strand trennt, begrüßten uns Kapuzineraffen an der Terrasse, Nasenbären und Pelikane, sogar Brüllaffen leben hier ganz nah am Haus.
Es gibt hier viele nette Lokale, ganz einfach, mit viel Liebe gemacht, ein paar Geschäfte und einen sehr, sehr teuren Supermarkt (keine Ahnung, wie die Leute, die hier leben, sich das leisten können- so ein deutscher Discounter wäre hier vermutlich das Paradies auf Erden).
Außerdem grenzt das Naturreservat Cabo Blanco an, in dem wir heute schon waren und einen schlammigen und glitschigen Trail zu einem Traumstrand bezwungen haben, der uns in 4 1/2 Stunden wirklich viel an Koordination und Konzentration abverlangt hat. Gelohnt hat es sich, schaut selbst.Weiterlesen
Warten auf den Bus
25. Dezember 2024 in Costa Rica ⋅ 🌧 27 °C
Wir sind ja in Costa Rica zwei der wenigen Touristen, die anstelle eines schicken Geländewagens oder eines röhrenden Quads mit mal mehr oder weniger klapprigen öffentlichen Verkehrsmitteln (oder manchmal, wenn es nur sehr kompliziert anders geht, auch mit dem Touristenshuttle) unterwegs sind. Das Fahren mit dem Bus geht einher mit dem Warten auf den Bus oder das Warten im Bus bis er abfährt.
Mit dem Sitzen und Warten kann man viel beobachten und irgendwie fühlt man sich auch den Einheimischen näher, die auch warten, auf den Bus, auf Geschäftsschluss oder darauf, dass irgendetwas passiert oder es gelassen hinnehmen, dass eben nichts passiert.
So auch am ersten Weihnachtsfeiertag, als wir in das nahe gelegene Cóbano fuhren, um dem völlig überteuerten Supermarkt hier ein Schnäppchen zu schlagen. Gefunden haben wir ein völlig anderes Costa Rica, das nichts mit der Postkartenidylle zu tun hat, die ihr bisher gesehen habt.
Axel hat ein Video in zwei Teilen dieses Nachmittags zusammengestellt.Weiterlesen
Pinguin ist aufgewacht
28. Dezember 2024 in Costa Rica ⋅ 🌧 27 °C
The Blue Spirit Experience
28. Dez.–4. Jan. 2025 in Costa Rica ⋅ 🌧 28 °C
Das Bluespirit Retreat Center war vielleicht der ausschlaggebende Grund, warum wir in Costa Rica gelandet sind. Hier gibt es spannendere Kurse als im Spirit Rock Center nahe von San Francisco, wo ich mich als Volunteer beworben hatte, dann aber festgestellt habe, dass all die tollen Lehrer nicht in San Francisco sind, sondern sich im Blue Spirit die Klinke in die Hand geben. Dann eben Costa Rica!
Am 28.12. habe ich mich dann von Axel in Montezuma verabschiedet, um mit Deva Premal und Miten eine Woche Mantras zu singen. Die beiden hatte ich zuvor schon zweimal im Konzert gesehen und dachte ‘Das ist genau das richtige- etwas für’s Herz’ und nach meinem Krisenjahr 2024 kam mir das verlockend vor.
Nach fünf Stunden Fahrt von Montezuma nach Nosara kam ich hier an, allein die Fahrt von der Pforte zur Rezeption dauerte schon 10 Minuten durch dichten Regenwald und an der Rezeption angekommen, war ich von dem gediegenen Luxus, nach drei Wochen einfachen Lebens, fast erschlagen. Wow! Die Materialien schwerer Stein und Holz, wunderschön gestaltete Ecken zum Sitzen und Flätzen und überall Lässigkeit gepaart mit Bienenhotels, Eimern zum Plastikmüll am Strand Einsammeln und fantastischen Ausblicken auf Affen und Vögel, die auf dem riesigen Hotelgelände leben. Ein Traum! Und das Essen! Fantastisch!
Heute am letzten Abend bin ich vielleicht noch ganz beseelt von dem vielen heilsamen Singen, den lustigen Geschichten von Miten und Deva, der wunderbaren Gemeinschaft von 120 Leuten hauptsächlich aus den USA, Kanada, Deutschland, Schweiz, der Niederlande. Es fällt mir schwer, in Worte zu fassen, welche schönen und tiefen Gespräche ich mit Menschen aus der ganzen Welt geführt habe und wie heilsam die ganze Umgebung war.
Auch wenn ich ein bisschen enttäuscht war, dass Julia Roberts und Richard Gere nicht mit dabei waren, war es eine wunderschöne Erfahrung.Weiterlesen

ReisenderIch freue mich so sehr für Dich, dass Du diesen heilsamen Ort mit gleichgesinnten Menschen in der Gemeinschaft entdeckt und gefunden hast. Ich wünsche Dir alles Liebe für das neue Jahr.🫶

ReisenderLiebe Ilka, vielen lieben Dank! ♥️ Dir auch frohes neues Jahr mit vielen glücklichen Momenten.
Unser Zuhause in Montezuma
4.–25. Jan. 2025 in Costa Rica ⋅ ☁️ 28 °C
Falls ihr wissen wollt, wie wir momentan wohnen, haben wir hier ein paar Fotos von unserem Costa-Rica-Zuhause.
Nachdem ich Costa Rica nicht kannte und alles aus dem Reiseführer recherchiert hatte, wollte ich eine längere Aufenthaltsdauer an einem netten Ort, von wo aus man die nähere Umgebung erkunden kann und sich auch ein bisschen als Bewohner fühlt und nicht nur im Hotel abhängt.
Daher fiel die Wahl auf ein kleines Airbnb- Haus in Montezuma mit Wellenrauschen in Ortsnähe, das sich aber auch in angenehmen Abstand zu den Touristenmassen um Weihnachten und Neujahr befand.
Hier sind wir jetzt seit Heiligabend und die Touristenmassen haben wir überstanden. Gefühlt ist alle fünf Minuten ein Quad mit Vollgas vorbeigefahren und jetzt sind wir endlich wieder unter uns 😉.
Der Mini- Ort ist liebevoll gestaltet, man trifft auch auf ein paar Gestrandete, aus San José, aus Italien, Spanien und der ein oder andere Ami ist hier wohl auch hängen geblieben. Luxusherbergen gibt es auch und so genießen wir gutes Essen, einfaches Leben und das Gefühl, hier zu wohnen. Schaut selbst!Weiterlesen
Die Umgebung von Montezuma
4.–25. Jan. 2025 in Costa Rica ⋅ ☁️ 28 °C
Montezuma ist von drei Naturschutzreservaten umgeben, die von dem Dänen Nicolas Wessberg und der Schwedin Karen Mogensen in den 70er Jahren gegründet wurden. Wessberg wurde wegen seiner Bemühungen zur Errichtung des Corcovado Nationalparks, den wir ganz zu Beginn unserer Reise besucht hatten, Ende der 80er Jahre von Holzfällern ermordet, Mogensen vermachte nach ihrem Tod die privaten Reservate dem costa-ricanischen Staat.
Dadurch ist Montezuma von paradiesischen Stränden und an vielen Küstenkilometern von tropischem Primär-und Sekundärwald umgeben. Es gibt Strände, an denen die Meeresschildkröten zur Eiablage kommen und wir konnten zweimal beobachten, wie die frisch geschlüpften Schildkröten sich abends über den Strand ans Meer kämpfen. Leider auch, dass es nicht immer alle schaffen. 🥲
Wir haben unter Wasserfällen gebadet ( einer davon ist einer von weltweit sieben Wasserfällen, die sich direkt ins Meer ergießen) und uns in Flussgumpen erfrischt, sind von gewaltigen Wellen des Pazifiks durchgewirbelt worden und in flirrender Hitze an endlos langen Stränden entlang gelaufen. Wir lagen bei Affengebrüll in lauschigen, schattigen Waldbuchten, haben aufs Meer geschaut und uns an der endlosen Weite berauscht und haben Säcke mit Plastikmüll befüllt, die das Meer fortwährend in dieses Paradies spült.
Abends glitten die Pelikane in Formationen so dicht über die sich brechenden Wellen ohne einen Flügelschlag, dass man fast die Luft anhielt. Meistens waren wir solange an den Stränden, dass uns auf dem Heimweg schon das Mondlicht begleitete und wir wieder einmal beeindruckt waren von so viel rosa Wolkenumgebung und der schönen Abendstimmung, von der man nie genug bekommt und sie am nächsten Tag gleich wieder erleben möchte.
Axel fährt morgen nach Hause und es ist ein trauriger Abschied. So schön, dass wir diese Zeit zusammen verbringen konnten und so schade, dass wir nun erst einmal getrennt sind.Weiterlesen
Allein in Costa Rica
13. Januar 2025 in Costa Rica ⋅ ☀️ 27 °C
Am Montag vor einer Woche habe ich Axel zum Boot gebracht, das ihn dann zuerst nach Jacó und dann weiter zum Flughafen gebracht hat. Ich stand am Strand und habe gewunken bis das Boot nur noch ein kleiner Punkt am Horizont war während mir die Tränen übers Gesicht liefen.
Nach sieben Tagen ohne Axel kann ich sagen, zu zweit ist vieles leichter und unterhaltsamer und sich alleine in Lokale zu setzen, fällt mir schwerer und macht auch nicht so riesig viel Spaß. Außerdem ist es auch angenehmer, zu zweit ein Haus zu bewohnen, das keine Nachbarn in Sichtnähe hat… 😳.
Abends bekomme ich häufig Besuch auf der Terrasse. Heute und gestern standen auf einmal Nasenbären direkt neben mir und wir drei wussten nicht so recht, was zu tun ist. Gestern kam ein Tamandua, ein Ameisenbär, vorbei, auch eine sehr beeindruckende Gestalt mit Riesenkrallenarmen, um täglich 9000 Termiten und Ameisen auszugraben.
Ich freue mich, dass mir die Tiere Gesellschaft leisten wollen, auch wenn mir die Nähe manchmal auch ein bisschen unheimlich ist.
Ich genieße es schon auch, mich nur nach meinen Bedürfnissen zu richten und habe mir als erstes eine 10er Karte fürs Yoga im Nya Hotel gekauft, das dort jeden Morgen um 8 Uhr auf dem riesigen Yogadeck inmitten dichter Vegetation und dem Gebrüll der Affen stattfindet. Die Yogalehrer sind ausgezeichnet und ich bin völlig begeistert von der überragenden Qualität der Yogastunden. Mari aus Italien macht Ashtanga-Yoga (man springt in manche Positionen- ich leider nicht 😉) und nach einer Wahnsinns-Power-Yogastunde, in der sie unaufhörlich korrigiert, motiviert und anfeuert, wird jeder noch ausgiebig mit einem ‚sweaty hug’ belohnt.
Damien aus den USA macht kühnes Warrior-Yoga und am Schluss gibt es neben kühlenden Augenauflagen auch noch eine Nackenmassage.
Mittlerweile habe ich herausgefunden, dass es auch noch an anderen Orten in dem Mini-Ort Montezuma erstklassiges Yoga gibt und man sich den ganzen Tag quasi von Stunde zu Stunde hangeln könnte.
Der Strand will aber natürlich auch noch gewürdigt werden und die Bücher aus der 6,5 Kilo-Bibliothek gelesen werden und so begnüge ich mich mit einmal Yoga pro Tag und laufe dann eine Stunde über Strände und durch Wälder zu meinem Lieblingsstrand, der Playa Grande, wo man so herrlich mit den Wellen spielen kann und der Sandstrand so seicht und weich ist, dass man sich im Gegensatz zu den meisten Stränden hier relativ gefahrlos amüsieren kann.
Apropos ‚Amusement’: das kommt vielleicht ein bisschen zu kurz seit Axels Abreise, aber heute war ich im Soda (Imbisslokal) nebenan und habe das costarikanische Nationalgericht, den Casado, gegessen: Reis, Bohnen, Kochbananen, etwas Salat und ein kleines Fischfilet für unschlagbare 8€.
Zum Vergleich: mein Supermarkteinkauf von einer Ananas und einer Tafel Schokolade heute (beides lokale Produkte) 10€, eine kleine rote Zwiebel 1,60€ und ein großer Naturjoghurtbecher 7€, das Päckchen lokaler Kaffee (340gr) 15€. Der Einkaufsspaß hält sich also in Grenzen und günstige Lokale sind rar.
Bringt also viel Geld mit, wenn ihr nach Costa Rica kommt. Das unterstützt das Land und sein wirkliches Bemühen, die Natur hier zu schätzen und zu erhalten. Fast jeder hier fühlt sich tief verbunden mit den Tieren, die hier leben.
Ist also quasi für einen guten Zweck 😉 🐜🐠🦜🐒🥑🌊🌸🐻🇨🇷.Weiterlesen

ReisenderLiebe Isabel, die Reiseberichte lesen sich immer wieder spannend. Genieße die wunderschönen Eindrücke. Liebe Grüße auch an Axel und gutes Ankommen zu Hause🧘♂️🦋🫶

ReisenderDanke, Ilka, für das nette Feedback. Axel hat sich nach dem ersten Schock schon wieder einigermaßen eingelebt. Hilft ja nichts…😉
Die Bioluminescence-Tour
22. Januar 2025 in Costa Rica ⋅ ☀️ 29 °C
Ein Meeresphänomen, mit dem hier vielerorts nächtliche Bootstouren beworben werden, ist die Biolumineszenz.
Plankton oder Bakterien, die bei Berührung fluoreszieren, so etwas ist an manchen Orten der Welt gelegentlich oder auch häufiger zu sehen.
Ich war neugierig und habe eine Tour gebucht. Die Tour ging um 14 Uhr in Montezuma los und erst einmal fuhren wir an der Küste entlang, wo wir zwei weibliche Buckelwale mit einem Buckelwalkind beobachten konnten. Der Grund, warum zwei Buckelwalinnen mit einem Kind unterwegs sind, ist, dass sich die Mutter um das Kind kümmert, während die andere das Kind vor männlichen Buckelwalangriffen zu schützen versucht, die das Kind töten wollen, um so an das Weibchen als potentielle Mutter ihrer eigenen Kinder herankommen wollen. Außerdem sind in dem Gebiet leider aufgrund des Klimawandels immer mehr Killerwale unterwegs, die es auch auf das etwas 6 Meter große Baby abgesehen haben und sie laut unserem Guide von ihnen erbittert bejagt werden.
Unser Ziel war die Isla Tortuga, wo uns, nebst Gott sei Dank schon im Aufbruch begriffener Touristenmassen, erst einmal ein Schnorchelplatz an einem aus dem offenen Meer herausragenden Felsen erwartete. Nach der letzten Schnorcheltour im Haigebiet bin ich nicht mehr so unbefangen (ehrlich gesagt, hatte ich schon wieder ganz schön Bammel), aber wollte mir die Gelegenheit, im Pazifik zu schnorcheln nicht entgehen lassen. Ein Wunder an Fischen 🐠 🐟 in leuchtenden Farben, in Knallorange, Dunkellila, sehr große Exemplare in leuchtendem dunklen Blau, gestreifte Blaugelbe, Orange- rosafarbene mit Schweif an den Flossen war dort zu sehen. Unfassbar, dass es diese Farben natürlicherweise gibt!
Danach gab es ein frühes Abendessen am Traumstrand in netter Gesellschaft von Julia und Luke, zwei jungen Alleinreisenden aus Frankreich und UK und dazu kamen Pfauen, Nabelschweine und Hirschkühe, die es vielleicht auf die restlichen Kokoscocktails und Essenreste abgesehen hatten.
Dann ging es wieder auf’s Boot und es kam Partystimmung auf: Bierdosen wurden großzügig verteilt, die Musik laut aufgedreht und nach dem Schlachtruf ‚Are you ready?‘ raste das Boot Vollgas dem Sonnenuntergang entgegen. Wow, was für ein Gefühl! Auch wenn mich die Fahrt wieder an die Höllenboottouren erinnerte, war das so ein freies Gefühl über das Meer zu fliegen.
Wir fuhren in eine wunderschöne Bucht mit absolut ruhigem Wasser, wo wir vom Boot ins Meer sprangen und in dem warmen Wasser schwimmend die Sonne hinter den Bergen blutrot versinken sahen.
Nach Einbruch der Dunkelheit begann dann das Abenteuer der Biolumineszenz. Da sich der fluoreszierende Effekt nur bei Bewegung bzw. bei Berührung zeigt und auch nur bei absoluter Dunkelheit zu sehen ist, fuhren wir ohne Licht hinaus aufs Meer, sprangen wieder aus dem Boot hinein ins dunkle Meer, um gleich unter dem funkelnden Sternenhimmel, den ich in so einer Dichte noch nie zuvor gesehen hatte, inmitten von Millionen von leuchtendem Planktonteilen zu schwimmen, die fast schon als Reflexion der Sterne im Wasser schienen. So war dieses Erlebnis magisch, fast unwirklich und unbeschreiblich schön.Weiterlesen
Anamaya Yoga Retreat
25.–31. Jan. 2025 in Costa Rica ⋅ ☀️ 30 °C
Jetzt sitze ich hier oben im Anamaya -Yoga-Retreat mit einem Wahnsinnigsblick auf das Meer und habe schon 5 Übernachtungen im 5-Bett-Zimmer mit drei jungen Mädels aus USA, Schottland, London und als Bettnachbarin, einer Holländerin, und ungefähr 10 Yogastunden hinter mir.
Montezuma aus der Vogelperspektive betrachtet, hat einen ganz neuen Reiz: der Ozean liegt ausgebreitet vor mir und die Farben des Wassers wechseln von Türkis ins Tiefblaue und verschwimmen am Horizont, die großen Geier drehen Runde um Runde und gleiten lautlos auf Augenhöhe vorbei und zu beiden Seiten sieht man die Kontur der nacheinander aufgereihten Hügelketten bis sie sich in der Ferne verlieren, eingerahmt von dichter Vegetation, in der eine große Vielfalt an bunten Vögeln und andere Tiere zuhause sind. Am Abend sieht man den Sternenhimmel in einer Fülle und Dichte, die ich noch nie zuvor erlebt habe und die Sterne fallen scheinbar bis hinunter in das Meer- wunderschön.
Eigentlich gibt es gar keinen Grund, sich nach unten zu bewegen in die schon vertraute Geschäftigkeit des kleinen Ortes, es sei denn, man will ab und zu der Kommunikationsfreude der hauptsächlich amerikanischen Gäste entfliehen und das war schon das ein oder andere Mal der Wunsch, zumal eine andere sehr lebendige Yogagruppe hier parallel ihr jährliches Retreat abhält oder besser gesagt, ihr jährliches Zusammentreffen genießt.
Es war schön! Ich war unter Leuten, hatte viele sehr nette Kontakte, tolle Gespräche und viel Gelegenheit, um auch mal Englisch zu sprechen. Das 5-Bett-Zimmer werde ich sicher nicht vermissen und auch nicht das Airconditioning, auf das Amerikaner anscheinend nicht verzichten können, und auch nicht den nächtlichen Konflikt, ob man nun auf die Toilette gehen soll oder nicht, da dann eben doch alle anderen aufwachen.
Vermissen hingegen werde ich ganz sicher das gute und reichhaltige Essen: gluten-und milchfrei mit leckersten Desserts und Snacks und das schöne Gefühl der Zugehörigkeit zu einer wirklich netten Truppe.
Überhaupt die Tatsache, dass ich auch diesen besonderen Ort erleben durfte, erfüllt mich mit tiefer Dankbarkeit.Weiterlesen
Das Curú Wildlife Refuge
31. Jan.–2. Feb. 2025 in Costa Rica ⋅ ⛅ 30 °C
Das Curú Wildlife Refuge ist wieder ein Beispiel für ein familiäres Privatreservat. Eigentlich hatte und hat die Auswanderer-Familie Schutt und deren Nachkommen Weidevieh, was ja genau zur Abholzung weiter Teile des Regenwaldes geführt hat, gleichzeitig aber haben sie immer mehr noch vorhandenen Wald aufgekauft und abgeholzte Flächen wieder aufgeforstet. Der hier bereits nicht mehr vorhandene rote Ara und der vom Aussterben bedrohte Klammeraffe wurden wieder angesiedelt. Entstanden ist ein feiner kleiner, sehr artenreicher Park, in dem es relativ moderaten Tagestourismus gibt und 5 Cabinas, die früher an Forschende, jetzt an Touristen vermietet werden und die einen privaten, direkten Strandzugang haben. Zwar könnte es meines Erachtens mal wieder gründlich gereinigt werden, aber die absolute Alleinlage zwischen Wald und Strand ist Luxus pur. Es gibt wunderbare Wege, auf denen man alleine unterwegs ist, Traumstrände, Krokodile, Affen, unzählige Vogelarten, Rotwild, Kleinbären und die wunderschönen Aras.Weiterlesen
In der Yatama Rainforest Ecolodge
2.–6. Feb. 2025 in Costa Rica ⋅ ☁️ 26 °C
Die Yatama Lodge stand eigentlich nicht auf meinem Reiseplan, aber nachdem mir dreimal von verschiedenen Leuten genau dieser Ort im Regenwald empfohlen worden war, stornierte ich kurzerhand die Unterkunft in Monteverde (eins der touristischen Highlights) und machte mich mit Taxi, Fähre und zwei verschiedenen Bussen in Richtung Horquetas de Sarapiquí auf. Dort angekommen holte mich Luis, ein Mitarbeiter von Don Pedro, von der Bushaltestelle ab und los ging das Abenteuer: über sehr schmale Hängebrücken und über Stock, Stein, Fels und einen Fluss ging es im 4x4 Jeep rund 8,5 Kilometer nach oben. Ich hätte nie gedacht, dass man mit einem Auto so beträchtliche Unebenheiten überwinden kann. Die Lodge ist einfach und wunderschön: die luftigen Hütten mit Außenbad ohne Fensterglas sind aus Recyclingholz von Pedro und Luis selbst gebaut worden und stehen mitten im Regenwald umgeben von dem Sound von Affen, Vögeln, Zikaden und den Tieren aus dem Wald.
Pedro, Sohn nicaraguanischer Einwanderer, hatte vor 25 Jahren ursprünglich 32 Hektar Gras-und Weideland in direkter Angrenzung an den großen Braulio Carillo-Nationalpark gekauft und angefangen, alles wieder aufzuforsten. Jetzt, ein Vierteljahrhundert später, sieht man den Übergang zwischen Nationalpark und Pedros Grundstück nicht mehr. Für seinen Einsatz im Schutz des Lebensraums für Wildtiere zahlt er einen hohen Preis. Vor 15 Jahren versuchten Wilderer, ihn zu erschießen und immer noch sind die Wilderer, die nachts in den Park fahren, um zu jagen, eine große Gefahr sowohl für die Tiere, als auch für Pedros Leute. Seine Pistole liegt neben seinem Bett und wenn er allein unterwegs ist, ist sie mit dabei.
Für mich war der Aufenthalt an diesem besonderen Ort ein Verschmelzen mit der Umgebung: stundenlang sind wir jeden Tag und auch in der Nacht durch den Wald gelaufen, haben Fußspuren der Tiere gesehen und nach Schlangen Ausschau gehalten, denn die Fer de Lance, die giftigste Schlange Costa Ricas ist dort häufig anzutreffen, was für uns hieß, immer nur in hohen Gummistiefeln und mit einem Bambusstock ausgestattet, loszulaufen.
Es gab wunderbare Kontakte mit Volker und Sabine, Anemie und Kris und ein paar Schweden und Holländern und ich habe mich nirgends so entspannt und geborgen gefühlt wie da, mit Zeit, Raum und dem Wald verschmolzen.Weiterlesen
An der Karibik im Tortuguero
6.–8. Feb. 2025 in Costa Rica ⋅ ☀️ 27 °C
Jetzt hat es mich doch noch an die Karibikseite verschlagen. Nachdem ich in Sarapiquí schon relativ nah dran war, habe ich es doch noch gewagt, hierher zu fahren, um den Tortuguero-Nationalpark zu sehen, eines der größten und bekanntesten Schutzgebiete Costa Ricas. Hier gibt es eine Jaguarüberpopulation mit über 60 Tieren und manche von ihnen kommen nachts ins Dorf, um die Hunde zu fressen. Um hierher zu fahren, nimmt man ein Boot, das einen in ungefähr einer Stunde über den Fluss in die kleine Ortschaft Tortuguero bringt, an die der Nationalpark angrenzt.
Auf der einen Seite sind 22 Strandkilometer geschützt, um den Lederschildkröten eine sichere Eiablage zu ermöglichen und auf der anderen Seite gibt es eine riesige Lagunenlandschaft mit vielen Kanälen, die früher von nordamerikanischen Holzfällern zum Abtransport der Tropenhölzer genutzt wurden. Hier war in den 50er Jahren fast alles abgeholzt. Was heute zu erleben ist, ist Sekundärwald, der etwa 450 der 930 Vogelarten Costa Ricas, Seekühe, Affen, Reptilien, Ameisenbären und andere Säugetiere, sowie vier der Raubkatzenarten Costa Ricas beherbergt.
Über die hier ansässige, recht bekannte Biologin Barbara Hartung, konnte ich bei ihrem Kompagnon Chamba heute frühmorgens eine Tour zu Wasser im Elektrokanu und eine sehr schlammige Wanderung (selbst in die hohen Gummistiefel lief das Wasser rein…) über den bekannten Jaguartrail und einen privaten Trail mit noch drei anderen Naturliebhabern genießen. Erst einmal stutzig machte mich der Hinweis, bitte kein Mückenmittel draußen zu benutzen, sondern sich, wenn, vorher in einem geschlossenen Raum einzusprühen. Laut Guide hat das deethaltige Spray schon zum Aussterben einer Froschart geführt.
Wir haben viele Tiere gesehen, einen Ameisenbären hoch oben auf dem Baum, Klammeraffen, Brüll- und Kapuzineraffen, Kaimane, Basilisken, ein Krokodil, Schildkröten, die vom Aussterben bedrohten grünen Aras, Pfeilgiftfrösche (der ungefähr 1 cm große Mini-Blujeans-Frosch auf dem Foto hat übrigens genügend tödliches Gift, um 30-100 Menschen töten zu können), wunderschöne Trogonvögel, den schlafenden rotäugigen Regenwaldfrosch und Gott sei Dank wieder keine Fer-de-Lance-Viper und leider keinen Jaguar, die hier wohl des Nächtens sogar relativ leicht gesichtet werden kann.
Für mich heute keine Option, ich bin schon auf der Landzunge gegenüber des Ortes Tortuguero in meiner Secret Lodge, die heute voll gebucht ist- das heißt, alle vier Zimmer sind belegt. Gestern hingegen war ich ganz alleine hier, kein Mensch weit und breit, was nicht so angenehm war, aber irgendwie habe ich mich wohl schon dran gewöhnt, dass es halt manchmal so ist. Um zum Ort zu kommen, nimmt man einfach ein Wassertaxi und in drei Minuten ist man da.Weiterlesen
Auf der Durchreise in La Fortuna
8.–9. Feb. 2025 in Costa Rica ⋅ ☀️ 29 °C
Die Fahrt vom Tortuguero nach La Fortuna hat fast den ganzen Tag gedauert, schier endlos sind wir durch die Chiquita- und Del Monte-Plantagen gefahren, in blau eingepackte Bananenstauden und Ananasplantagen bis zum Horizont. Durch die intensive landschaftliche Nutzung ist Costa Rica das Land mit dem höchsten Pestizid- und Düngemitteleinsatz. Eine Ananaspflanze bringt in ihrem Leben eine einzige Frucht hervor und das Heranreifen der Ananas dauert zwei Jahre. Mit einem Haufen Chemie verkürzt sich der Prozess auf 8 Monate- das sind dann die Früchte in unseren Supermärkten. Die Pestizide und Chemikalien werden vom Regen in die Flüsse gewaschen und landen schließlich im Meer. In manchen Gegenden ist dadurch das Wasser aus dem Hahn ungenießbar und Faultiere, die zwischen den Plantagen leben, werden mit Missbildungen geboren. Passt eigentlich nicht so zum grünen Paradies, aber die multinationalen Konzerne und die Regierung scheint das nicht zu stören.
Als ich um 17 Uhr hier in La Fortuna ankam, konnte ich noch einen kurzen Blick auf den Vulkan Arenal erhaschen, bevor eine halbe Stunde später die Sonne unterging.
Der Ort ist ziemlich touristisch, aber nicht auf unangenehme Art und Weise. Die Nacht im Xilopalo-Hostel war wie in einem großen Schlafsaal, so hellhörig ist es hier, zudem ist meine Zimmerrückwand auch die Rückwand der Billiard- und Spielzone. Insofern war ich nicht unglücklich, dass sich durch meine vorherigen Planänderungen mein für drei Nächte geplanter Aufenthalt hier auf eine Nacht verkürzt hat.
Heute morgen dann aber ein unvergleichliches Spektakel: während der Vulkan sich heute in seinem Wolkenkleid verhüllt, kann ich jetzt hier beim Frühstück die Vögel beobachten und heute Morgen habe ich die spektakulärsten Sichtungen meines bisherigen Aufenthaltes gemacht. Schaut selbst, es ist nur eine kleine Auswahl (es waren bestimmt 30 Vogelarten), die ich für euch zusammengestellt habe. Mein Liebling ist der letzte Vogel, der Diademmotmot- ist er nicht unfassbar schön?Weiterlesen
Auf dem Lande in Bijagua
9.–12. Feb. 2025 in Costa Rica ⋅ ☁️ 26 °C
La Fortuna, dem Nationalpark rund um den Vulkan Arenal, hatte ich ja sehr schnell den Rücken zugekehrt, um in Bijagua in der Nähe des Vulkans Tenorio und des Vulkans Miravalles drei Nächte zu verbringen.
Erhofft hatte ich mir ein idyllisches, feines Hotel in ländlichem, tropischen Traumambiente und einen Nationalpark jenseits des Massentourismus. Natürlich wollte ich den himmelblauen Río Celeste bewundern, der durch Sedimentablagerung in leuchtendem Blau durch den Nationalpark fließt.
Wahrscheinlich könnt ihr es euch schon vorstellen, dass meine Erwartungen diesmal nicht übertroffen wurden. Ich kam mir ein bisschen vor wie beim Schüleraustausch: man hofft auf eine coole Gastfamilie in schönem Ambiente und findet sich weit außerhalb des Ortes in einem kleinen Zimmer wieder, das ungefähr halb so groß ist wie auf den Fotos und hier auch noch doppelt so viel wie am Strand kostet.
Laute Nachbarn, eine vor sich hin dümpelnde Tico-Familie, Saubermannhäuser mit sterilen Gärten, haufenweise angekettete Hunde in kleinen Käfigen, Veidevieh und ländliche Tristesse- nicht das Costa Rica, das ich bisher kennen gelernt habe, eher so eine Art Fischach von Costa Rica.
Der Nationalpark, für den man den Eintritt mindestens einen Tag vorher online für einen bestimmten Zeitslot reserviert, ist völlig überlaufen und der Río Celeste bei strömenden Regen in dunklem Blau anstelle des ersehnten, leuchtenden Hellblaus; der Effekt funktioniert eben nur mit Sonnenlicht.
Aber ich wollte dem Ort heute noch eine Chance geben und habe eine Kaffee- und Kakaotour gebucht. Das war nett. Wir haben die Kaffepflanzen und Kakoabäume begutachtet und ich habe gelernt, dass die Mini-Kakaoblüten, aus denen riesige Kakoafrüchte heranwachsen, nur von einer bestimmten stechenden Mückenart bestäubt werden können und ich konnte mich davon überzeugen, dass die glitschige Masse, die die Kakaosamen in der Frucht umgibt, genauso schmeckt wie Litschi!
Auch die Kaffeebohnen sind von einem süßen Nektar umschlossen, der in dem Kaffee bei uns ausgewaschen wurde, hier aber dem Kaffee eine einzigartige Süße verleiht. Und je stärker der Kaffee geröstet wird, desto geringer der Koffeingehalt. Meinen Kaffee und Kakao durfte ich selbst rösten und mahlen und die Verköstigung war herrlich. Leider habe ich bei der privaten Führung vor lauter Faszination kein einziges Foto gemacht.
Danach war ich noch auf einer angeblichen Ökofarm, die sich für den Schutz von Faultieren einsetzt. Gesehen habe ich auf kleinstem Terrain auffallend viele Faultiere, die giftigsten Schlangen des Landes und andere Tiere und auf dem Parkplatz sehr viele Minivans, die mit Touristen befüllt waren. Der Eindruck drängte sich auf: Warum sieht man in den Nationalparks vergleichsweise wenige Tiere und hier so viele? Für mich stinkt es zum Himmel: man fängt die Tiere und setzt sie dort aus, um Touristen anzulocken.
Nein, das ländliche Costa Rica ist definitiv keine Empfehlung. Zwar gibt es auch hier sehr nette Menschen und schöne Begegnungen und die Landschaft sieht traumhaft aus, aber die Mentalität unterscheidet sich sehr deutlich von der, der lässigen Tierfreunde in anderen Gefilden.
Morgen geht es weiter ans Meer und auch, wenn die Einblicke in das Leben auf dem Land aufschlussreich waren und ich mich mit meiner ‘Gastfamilie’ dann doch sehr gut verstanden habe, mich fast wie ein Teil der Familie fühlte, wird das definitiv kein Sehnsuchtsort für mich werden.Weiterlesen












































































































































































































































































































































































































































ReisenderHey, ihr Lieben, so schön von euch zu lesen! Bin sehr gespannt auf die Geschichten aus dem Nationalpark!
ReisenderSchön, mit euch in Kontakt zu sein. Heute Abend gibt es schon mal eine Schlangen-, Insekten und Skorpion-Tour mit einem Biologen, wir sind gespannt 🤓. Heute haben wir schon Tukane, Aras 🦜 und Riesenechsen gesichtet. 😊
ReisenderDanke fürs Teilen eurer ersten Eindrücke - freu mich schon auf weitere Impressionen ;)
ReisenderHey, liebe Sibylle, schön, dass du dabei bist. Axel macht gerade einen Film von unserer abenteuerlichen Anreise.