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Burks Welterbestätten

Meine Follower müssen jetzt sehr stark sein. Das ist hier ja eigentlich nur ein technisches Profil für einen Statistikfan wie mich. Neben dem reinen Tracking in MTP möchte ich aber meine besuchten WHS auch noch gerne personalisieren. En savoir plus
  • 233 - Holašovice

    18 juillet 2022, République Tchèque ⋅ ☀️ 21 °C

    Als erstes steuern wir Holašovice an, ein Dorf, das aus Höfen im südböhmischen Bauernbarock besteht, und ebenfalls UNESCO-Weltkulturerbestatus hat.

    Wir scheitern schon am tschechischen Parkscheinautomaten, der uns partout ein 3-Stunden-Ticket verkaufen möchte, wir uns aber sehr sicher sind, dass wir für die Umrundung des Dorfplatzes keine 15 Minuten brauchen werden, inklusive des Weges vom und zum Parkplatz. Also kein Parkticket für uns…

    Die Einwohner Holaschowitzs kamen aus Bayern und Österreich, nachdem das ursprünglich tschechische Dorf vor 500 Jahren durch die Pest entvölkert wurde. Die im bäuerlichen Barockstil erbauten Gebäude stammen aus dem 18. bis 20. Jahrhundert, hauptsächlich aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Die dem heiligen Johannes Nepomuk geweihte Kapelle im Zentrum des Dorfes wurde 1755 erbaut. Nachdem 1946 der größte Teil der deutschen Bevölkerung vertrieben worden war, blieben viele Höfe unbewohnt und verfielen.

    Durch die Dreharbeiten zum Film Prodaná nevěsta (Die verkaufte Braut) gelangte das dem Verfall preisgegebene Dorf Holašovice mit seinen einmaligen historischen Höfen 1972 erstmals in den Blick der Öffentlichkeit. Nach 1990 wurde die wertvolle Bausubstanz aufwändig restauriert, so dass die Gehöfte nunmehr wieder bewohnt sind. 1998 wurde Holašovice als Weltkulturerbe in die UNESCO-Denkmalliste aufgenommen. Wir fragen uns tatsächlich, warum eigentlich….

    Neugierig folgen wir den Hinweisschildern nach Stonehenge Holašovice. Gefunden hat man hier einen einzelnen Menhir. Ein findiger Bauer hat auf seinem Feld drumherum einen Steinkreis angelegt, nennt es Stonehenge und verlangt Eintritt dafür….
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  • 234 - Kutná Hora

    18 juillet 2022, République Tchèque ⋅ ☁️ 27 °C

    Mit vollem Bauch raffen wir uns dann doch nochmal auf, in die Altstadt von Kutná Hora, und steuern hier zuerst den Dom der heiligen Barbara an. Er gilt als einer der außergewöhnlichsten gotischen Kirchenbauten in Mitteleuropa und ist zusammen mit der gesamten Altstadt und den sakralen Bauten in Sedlec, die wir uns sicher in den nächsten Tagen noch anschauen, ebenfalls auf der Weltkulturerbe-Liste der UNESCO zu finden.

    Mit dem Bau wurde im Jahre 1388 begonnen, die Bautätigkeit wurde jedoch mehrmals unterbrochen. Sie ruhte infolge der Hussitenkriege mehr als 60 Jahre bis 1482. 1588 mussten die Arbeiten wegen Geldmangel eingestellt werden. Der Bau wurde mit einer provisorischen Zwischenmauer abgeschlossen. Die letzte Bauphase folgte dann zwischen 1894 und 1905, hier wurde auch das Dach nach den ursprünglichen Entwürfen ergänzt.

    Der ursprüngliche Entwurf sah einen fast doppelt so großen Bau vor, doch der Baufortschritt hing mit der Prosperität der Silberminen in der Stadt zusammen sowie mit der jeweiligen politischen Lage der Zeit.

    Uns gefällt gut, wie hell und licht er innen wirkt. Und die „unfertigen“ Proportionen haben durchaus ihren eigenen Reiz.

    Der Dom ist der heiligen Barbara geweiht, der Schutzpatronin der Bergleute. Wir zünden zwei Kerzen an, für alle unsere Lieben 🫶.

    Wir bummeln noch ein bisschen durch die Altstadt von Kutná Hora, ehemals Kuttenberg. 1142 gründete der Zisterzienserorden das Kloster Sedlec, zu dessen Ländereien das Gebiet des heutigen Kuttenberges gehörte.

    Der Legende nach soll ein Mönch bei der Arbeit auf einem Weinberg das erste Silber entdeckt haben. Er markierte die Stelle mit seiner Kutte, woraus der spätere Name Kuttenberg entstanden sein soll.

    Die Mönche stammten aus der Abtei Waldsassen in der Oberpfalz, weshalb sie nach der Entdeckung dieser Silberlagerstätte ab 1260 deutsche Bergleute ansiedelten. Die Erzfunde lösten einen wahren Silberboom aus. König Wenzel II. von Böhmen verlieh der Stadt nach 1300 das Münzrecht. Hier wurde bis 1547 der Prager Groschen geprägt.

    Mitte des 16. Jahrhunderts gingen die Lagerstätten zur Neige; der Silberbergbau wurde stark zurückgefahren, die Prägung des Prager Groschens eingestellt und die Stadt verlor ihre Bedeutung.

    Wir schlendern am Jesuitenkolleg vorbei, bewundern noch die Jakobskirche und den Welschen Hof von außen. Der Welsche Hof entstand in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts zur sicheren Aufbewahrung des Silbererzes und als Prägestätte des Prager Groschen.

    Wir wundern uns tatsächlich ein bisschen wie wenig hier los ist. Pünktlich um 18 Uhr schließt alles, die Bürgersteige werden hochgeklappt, die Stadt ist leer.
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  • 235 - Schloß Leitomischl

    19 juillet 2022, République Tchèque ⋅ ☀️ 26 °C

    Unser heutiger Ausflug führt uns nach Litomyšl, ehemals Leitomischl. Obwohl nur etwas mehr als 80 km von unserem Quartier in Kutná Hora entfernt, zieht sich die Strecke über Land mit gesperrten Straßen, Baustellen und unzähligen LKW ziemlich. Der Hase bekommt mehr als einmal Schnappatmung, wenn beim Überholen die Distanz zum Gegenverkehr immer kleiner wird 😱. Nach fast 2 Stunden erst erreichen wir unser Ziel, die einzige tschechische Münze, die wir noch haben - für die andere haben wir gestern im Dom eine Kerze angezündet -, reicht für den Parkscheinautomaten.

    Unser Ziel ist das Schloss Leitomischl, eines der bedeutendsten Renaissance-Denkmäler in Tschechien und seit 1999 ebenfalls UNESCO-Weltkulturerbe.

    Die Ehefrau des Vratislav von Pernstein war eine Spanierin, der es in Böhmen nicht gefiel. Aus Liebe ließ von Pernstein von 1568 bis 1581 dieses schöne Schloss errichten. Etwa 2000 Sgraffitobriefchen schmücken die Außenmauern, und kein Motiv gleicht dem anderen.

    Zwei verschiedene Führungen werden durch das Schloss angeboten - ohne kommt man nicht hinein -, beide allerdings ausschließlich auf Tschechisch. Eine englische Führung sucht man vergeblich, auf internationale Touristen ist man hier nicht eingerichtet. Schade, eigentlich.

    Die tschechische Führung jedenfalls sparen wir uns und begnügen uns mit der schönen Aussenansicht. Diese jedoch ist schon ausgesprochen lohnenswert, einfach unglaublich, was man für Meisterwerke in den Putz kratzen kann. Im Hof thront eine Art "Wimmelbild mit Landsknechten" auf der gesamten Wand, so etwas haben wir noch nicht gesehen...
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  • 236 - Gestüt Kladruby

    20 juillet 2022, République Tchèque ⋅ ☀️ 27 °C

    Das Nationalgestüt Kladruby nad Labem, das 1579 von Kaiser Rudolf II. zum Hofgestüt ernannt wurde, ist eines der ältesten Europas und zählt seit 2019 zum UNESCO-Weltkulturerbe. Schon die Familie von Pernstein, die uns gestern schon in Litomyšl begegnet sind, hat hier Pferde gezüchtet, aber Schloßbau und Pferdezucht waren wohl zuviel des Guten und so kam das Gestüt zum Begleichen der pernsteinischen Schulden an die Habsburger.

    Ursprünglich wurden verschiedene Pferderassen in Kladruby gezüchtet. Rudolf II. brachte Neapolitaner mit, die die Kladruber Zucht begründete. Seit dem Ende des 18. Jahrhunderts wurden Kladruber nur mehr als Schimmel und Rappen gezüchtet, wobei die Schimmel für repräsentative Zwecke bei Hofe eingesetzt wurden und der Status-Mercedes/Porsche jener Zeit waren, während die Rappen hohen geistlichen Würdenträgern dienten.
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  • 234a - Ossarium Sedlec

    20 juillet 2022, République Tchèque ⋅ ☀️ 34 °C

    Auf dem Rückweg zu unserem Quartier in Kutná Hora steuern wir noch die sakralen Bauten in Sedlec an, die mit dem Dom der heiligen Barbara und der Altstadt zum Weltkulturerbe-Komplex gehören.

    Das Ossarium Sedlec, das Beinhaus Sedletz, befindet sich im Untergeschoss der Allerheiligenkirche auf dem Sedletzer Friedhof. Berühmtheit erlangten Kirche und Beinhaus durch die Aufbewahrung von rund 40.000 menschlichen Skeletten, wovon die Knochen von etwa 10.000 Menschen künstlerisch verarbeitet wurden, um Dekorationen und Einrichtungsgegenstände für das Kirchengebäude zu formen.

    Ein Abt des Zisterzienser-Klosters Sedlec soll heilige Erde aus Jerusalem mitgebracht und diese auf dem heimischen Friedhof verstreut haben. Daraufhin entwickelte sich der Friedhof zu einem begehrten Bestattungsort, mehrere Pestepedemien und die Hussitenkriege verursachten ein Platzproblem, das Zuviel an Knochen wurde zunächst im Beinhaus kunstvoll gestapelt. Die morbide anmutende künstlerische Umgestaltung fand erst im 19. Jhd. statt.

    Im Beinhaus selbst ist fotografieren streng verboten. Die hier gezeigten Fotos stammen von Fotos, die in der Kirche oben drüber, wo fotografieren nicht verboten war, ausgestellt waren. 🤔
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  • 237 - Wallfahrtskirche Johannes Nepomuk

    22 juillet 2022, République Tchèque ⋅ ☀️ 26 °C

    Unser eigentliches Ziel in Saar aber ist die Wallfahrtskirche des hl. Johannes von Nepomuk auf Zelená Hora. Sie gehört seit 1994 zum UNESCO-Welterbe.

    Die Wallfahrtskirche ist derzeit gerade eine Baustelle. Die erste Herausforderung besteht darin das Ticketoffice zu finden. Nein, man kann die Kirche nicht einfach so besuchen, man muss eine, natürlich tschechische, Führung buchen. Eine Führung lief gerade, auf die nächste hätten wir ewig warten müssen…

    Der Ritter mault so intensiv über diese Praxis - man fühlt sich als nichttschechischer Tourist fast unerwünscht -, dass wir nicht nur ermäßigte Tickets bekommen (für Senioren!), sondern auch noch in die bereits laufende, für uns erkennbar völlig sinnlose, Führung eingeschleust werden, mit unserem Zettel mit englischen Erklärungen in der Hand. Mehr als die Kirche sehen wollten wir ja auch gar nicht…

    Um eine weitere Verehrung des heiligen Johannes von Nepomuk zu fördern, entstand der Bau in den Jahren 1719–1722. Die Anlage verbindet gotische und barocke Stilelemente, die als Gesamtkonzept einzigartig ist.

    Im Zentrum des Ensembles steht die als Zentralbau angelegte Kirche, die von einem äußeren Umfassungsring umschlossen wird. Dabei spielt die Zahlensymbolik um die Zahl Fünf eine große Rolle. Fünf Kapellen mit dreieckigem Grundriss wechseln sich mit fünf Kapellen in Form eines Ovals ab. Auch führen fünf Eingänge in die Anlage. In der Kirche sind fünf Kapellen mit fünf Altären zu finden. All das eine Anspielung auf die fünf Sterne, die der Legende nach den Leichnam des Johannes von Nepomuk einst umgaben.

    Die Kirche selbst empfindet der Hase eher als hübsch aber seelenlos. Architektonisch wirklich sehenswert, doch ein heiliger Ort, der nicht zugänglich ist. Nicht mal eine Kerze kann man hier anzünden…
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  • 238 - Jüdischer Friedhof in Třebíč

    22 juillet 2022, République Tchèque ⋅ ☀️ 30 °C

    Der Jüdische Friedhof in Třebíč zählt zusammen mit dem Jüdischen Viertel und der Basilika des heiligen Prokop zum UNESCO-Welterbe in Třebíč. Und der jüdische Friedhof, der zu den größten in Tschechien zählt, ist am Samstag geschlossen. Sabbat halt.

    Wenn man ihn also sehen will, muss man den Umweg über Třebíč am Freitag schon fahren. Der Friedhof wurde in der 2. Hälfte des 15. Jahrhunderts angelegt. Der älteste Grabstein mit einer lesbaren Inschrift stammt aus dem Jahre 1625. Nach dem Zweiten Weltkrieg, nachdem 1942 die verbliebenen Mitglieder der jüdischen Gemeinde (etwa 300 Menschen, nur 10 haben überlebt) in das Konzentrationslager Theresienstadt deportiert wurden, wurde der Friedhof nicht mehr benutzt.

    Je weiter wir über den alten Friedhof gehen, je älter die Grabsteine werden, je überwachsener die alten Steine sind, desto bewegender ist der Moment. Am Ende des Rundgangs sind wir allein von diesem friedlichen Ort zutiefst ergriffen.
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  • 239 - Telč

    22 juillet 2022, République Tchèque ⋅ ☀️ 29 °C

    Die Altstadt von Telč ist von Teichen umgeben, was den Anschein einer Halbinsel erweckt. Zwei Stadtbrände 1387 und 1530 vernichteten alle Holzhäuser, der Wiederaufbau erfolgte mithilfe italienischer Baumeister im Renaissancestil, manches wurde barockisiert.

    Das Städtchen gehört seit 1992 zum Weltkulturerbe der UNESCO, und es ist wirklich lauschig hier: kleine Cafés und Vinotheken in den Arkadengängen laden zum Verweilen ein. Dazu das herrliche Abendlicht auf den bunten Häusern…
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  • 240 - Dreifaltigkeitssäule Olmütz

    24 juillet 2022, République Tchèque ⋅ ☀️ 27 °C

    Unser heutiger Ausflug führt uns nach Olomouc, deutsch: Olmütz. Hier wartet die Dreifaltigkeitssäule als unsere mittlerweile 9. neue Weltkulturerbestätte in dieser Woche auf uns.

    Die 35 Meter hohe barocke Pestsäule wurde von 1716 bis 1754 als Dank für das Erlöschen der Pest von 1716 errichtet. Nach der Begründung der UNESCO für die Verleihung des Welterbetitels stellt die Pestsäule eines der außergewöhnlichsten Beispiele für den Höhepunkt des mitteleuropäischen Barocks in Form des „Olmützer Barocks“ dar. Wir fragen uns, ob die Tschechen wohl besondere Beziehungen zur UNESCO haben… 🤔

    Die Kombination aus Säule und Rathaus ist aber schon hübsch anzusehen. Die astronomische Uhr des Rathauses, ursprünglich aus dem 15. Jhd. wurde 1945 zerstört, die jetzige Gestaltung stammt von 1955. Wir schlendern durch die Straßen vorbei an barocken Brunnen, unzähligen Kirchen und mal mehr, mal weniger schmucken Häusern. Hatten wir bisher in den Städtchen das Gefühl, dass alles hübsch hergerichtet ist, ist das in Olmütz (noch?) nicht so.
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  • 241 - Villa Tugendhat

    24 juillet 2022, République Tchèque ⋅ ☀️ 29 °C

    Zurück in Brünn ziehen wir am Nachmittag nochmal los, die Villa Tugendhat zu besichtigen, das Weltkulturerbe von Brünn.

    Obwohl wir schon vor 4 Wochen entsprechende Online-Tickets gekauft haben, waren nur noch welche für die natürlich tschechische 🙄Garten- und Terrassenführung zu bekommen. Die Tschechen haben es echt nicht mit Individualtouristen. Man könnte ja auch Audioguides oder ähnliches anbieten. Nach der ansonsten nicht zugänglichen Dachterrasse mit dem tollen Blick auf die Stadt setzen wir uns von der Führung ab.

    Die Villa Tugendhat ist ein von 1929 bis 1930 in Brünn nach Plänen des Architekten Ludwig Mies van der Rohe errichtetes Wohnhaus für das Unternehmer-Ehepaar Fritz und Grete Tugendhat. Das Bauwerk gilt als das berühmteste Bauwerk der Moderne in Brünn und wird zu den bedeutendsten Bauten Mies van der Rohes in Europa gezählt.

    Die Familie Tugendhat emigrierte 1938 in die Schweiz, die Villa wurde vom Deutschen Reich annektiert, umgebaut, dann erst durch amerikanische Bomben, danach durch sowjetische Besatzung in Mitleidenschaft gezogen (offenes Feuer und Pferde waren wohl nicht so gut für das Parkett…).

    Ende der 1960er Jahre begann man mit Plänen, die Villa zu restaurieren, und zwar mit Hilfe der Schilderungen von Grete Tugendhat (die 1970 starb) sowie von Ludwig Mies van der Rohe selbst (der 1969 starb).

    Da wir uns mit der Architektur jener Zeit in Dessau und Weimar, aber auch der Weißenhofsiedlung in Stuttgart bereits auseinandergesetzt haben, ist diese Villa eine sehr interessante Ergänzung.
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  • 242 - Kulturlandschaft Lednice-Valtice

    25 juillet 2022, République Tchèque ⋅ ☀️ 29 °C

    Unser heutiger Ausflug führt uns zum Schloss Lednice, ehemals Eisgrub. Es wurde in zahlreichen Bauphasen vom Fürstenhaus Liechtenstein errichtet, präsentiert sich seit dem 19. Jhd. im neugotischem Stil und ist – zusammen mit seinem Park – heute Teil des UNESCO-Welterbes Kulturlandschaft Lednice-Valtice.

    Für das Schloss Lednice werden tatsächlich 6 verschiedene, natürlich tschechische 🙄 Führungen angeboten, die jeweils einen anderen Bereich des Schlosses und seiner Nebengebäude umfassen (z.B. Erdgeschoß - 45 Minuten, 1. Stock - 45 Minuten, 2. Stock - 45 Minuten). Möchte man also das ganze Schloss besichtigen, ist man nicht nur den ganzen Tag beschäftigt, man zahlt auch 6x Eintritt. Ohne Führung ist das Schloss, wie könnte es auch anders sein, natürlich gar nicht zugänglich.

    Wir haben mittlerweile echt genug von tschechischen Führungen, buchen also keine der 6 verschiedenen, und widmen uns stattdessen dem riesigen Parkareal.

    Direkt am Schloss gelegen ist ein „formaler“ Garten, mit Hecken und Blumenbeeten.
    Das mit dem Schloss verbundene, und wohl einst als „Wintergarten“ genutzte Palmenhaus, ist mit der einzige Schlossteil, den man ohne Führung, aber natürlich mit Eintritt besichtigen kann.

    Die zu seiner Zeit hochmoderne Gusseisen-Glas-Konstruktion mit einer Länge von 90 m entstand 1843–1845, und ist damit geringfügig älter, als die viktorianischen Gewächshäuser der Royal Botanic Gardens in London.

    Bei den derzeit herrschenden Außentemperaturen kommt es uns im Tropenhaus gar nicht so viel wärmer vor… 😅
    An den direkt ans Schloss angrenzenden Garten schließt sich ein riesiger Landschaftspark an, wie wir es im Wörlitzer Park aber auch in Kew Gardens schon gesehen haben.

    Man hat hier verschiedene Möglichkeiten sich das Gelände zu erschließen: für den ersten Teil bis zur sogenannten Hansenburg, Janův Hrad, entscheiden wir uns für die mit 2 PS angebotene Kutschfahrt durch die weitläufige Parklandschaft.

    Die Hanseburg ist eine künstliche Ruine, die ab 1801 erbaut wurde. Sie wurde als Ausgangs- und Endpunkt für Jagden benutzt, und hat eine dementsprechende Ausstattung. Unnötig zu erwähnen, dass man auch hier eine, allerdings nur 25-minütige Führung buchen könnte, wenn man denn die gefakte Ruine von innen sehen wollen würde.
    Für den nächsten Abschnitt zwischen der Hansenburg und dem Minarett wählen wir die Bootsfahrt.

    Für die Anlage des englischen Landschaftsgartens wurde der Fluss Thaya umgeleitet und dort ein neuer Teich ausgehoben. Mit dem Aushub wurden Inseln im Teich modelliert und das übrige Parkgelände um 60 bis 100 cm aufgeschüttet. Auf welchem Teil, ob Fluss oder Teich wir mit dem Boot jetzt unterwegs sind, erschließt sich uns nicht, die tschechischen Erläuterungen sind uns nicht hilfreich. Die Landschaft aber ist sehr schön. Wir begegnen dem einen oder anderen Graureiher, und sogar ein Reh lässt sich blicken. Es soll hier sogar Biber geben.

    Das Minarett wurde 1797 bis 1804 errichtet, und dient zum einen als Bezugspunkt für verschiedene Sichtachsen aus dem und in den Park, zum anderen als ein Aussichtsturm.
    Das letzte Stück vom Minarett zurück zu unserem Auto, was wir heute für ein Tagesticket von umgerechnet 2,40 Euro bei einem Bauern abgestellt haben, um uns nicht den Parkscheinautomaten stellen zu müssen, wandern wir zu Fuß durch die Teich- und Insellandschaft. Der Schlossteich und benachbarte Wasserflächen dienen heute vielen Wasservögeln als Brut- und Rastplätze und stehen seit 1953 als nationales Naturreservat Lednické rybníky unter Naturschutz.

    Das letzte Mal, dass wir Störche und Minarette gleichzeitig gesehen haben, war in Nordafrika, genauer gesagt 2014 in Marokko.

    Zwischen den Staffagebauten Grotte und römisches Aquädukt kommen wir an einer kleinen Bar vorbei. Das ist so skurril hier mitten in der Landschaft, da muss man was bestellen. Wir lassen uns einen Virgin Mojito mixen und fühlen uns am Teich in Lednice fast wie auf Kuba.
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  • 243 - Schloß Kroměříž

    26 juillet 2022, République Tchèque ⋅ ☁️ 22 °C

    Unser heutiger Ausflug führt uns nach Kroměříž (Kremsier). Nach den gestrigen tropischen Temperaturen hat es im Laufe der Nacht angefangen zu regnen und deutlich abgekühlt.

    In Kroměříž wartet Weltkulturerbe Nummer 12 auf uns: die Kombination aus dem Schloss, dessen Bau auf den Bischof von Olmütz Anfang des 16. Jhd. zurückgeht, dem zugehörigen Schlosspark und einem sogenannten Lustgarten auf der anderen Seite der Stadt.

    Schloß und Schloßgarten sind heute wieder in kirchlichem Besitz, der Lustgarten ist städtisch, was lustige voneinander abweichende Öffnungszeiten zur Folge hat.

    Der Schlosspark ist heute eigentlich wegen einer Veranstaltung ab 12:30 Uhr geschlossen, defacto aber um 12 Uhr schon zu, als wir dort ankommen 🙄. Die anarchische Ritterseele spaziert trotzdem hinein in den Park, die tschechische Veranstaltungssecurity tobt, der Hase wartet dann mal draußen.

    Wir wandern dann noch rum ums Schloß, der Innenhof ist eine Baustelle. Es soll von innen sehr schön sein, möglicherweise rechtfertigt das ja den Welterbestatus, wir werden es nicht erfahren, der eigentlich frei zugängliche Teil ist derzeit geschlossen, auf die Innenbesichtigung verzichten wir aus bekannten Gründen.
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  • 31a - Park Průhonice

    27 juillet 2022, République Tchèque ⋅ ⛅ 20 °C

    Nach 4 Tagen verlassen wir Brünn heute wieder und fahren langsam wieder gen Westen, mitten hinein nach Böhmen. Prag selbst lassen wir aus auf dieser Reise, aber der Weg zu unserem nächsten Quartier führt uns nach Průhonice, einem Vorort von Prag.

    Das Schloss Průhonice im Stil der Neorenaissance ist entstanden aus einer gotischen Burg. Das Schloss und der drumherum liegende Park gehören zusammen mit der Prager Altstadt zum UNESCO-Weltkulturerbe.

    Das Schloss selbst ist nicht zu besichtigen (auch nicht mit Führung 😉). Nach 2 Stunden im Auto gönnen wir uns erst mal eine Pause im Schlosscafe mit domaci Limonade und palatcinky… 😋
    Der Průhonicer Park ist das Lebenswerk des 1936 verstorbenen Grafen Ernst Silva-Tarouca. Die Anlage ist im Stil eines klassischen Englischen Landschaftsgartens angelegt. Im Frühsommer muss die Rhododendronblüte eine Pracht sein.

    Der Park wird heute vom Botanischen Institut der Akademie der Wissenschaften der Tschechischen Republik betreut, die seit 1962 im Schloss ihren Sitz hat.

    Wir bewandern nur einen kleinen Teil des riesigen Areals, das aber um einiges gepflegter scheint, als die Gärten, die wir in den letzten Tagen gesehen haben, und uns ausgesprochen gut gefällt.
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  • 244 - Marienbad

    29 juillet 2022, République Tchèque ⋅ ☁️ 25 °C

    Mariánské Lázně, Marienbad, ist ein Kurort im Westböhmischen Bäderdreieck. Seit 2021 gehört der Ort zum UNESCO-Welterbe der bedeutenden Kurstädte Europas (Great Spas of Europe) zusammen mit 10 anderen Kurstädten, unser 13. Weltkulturerbe auf dieser Reise.

    Der Ort hat 6 verschiedene Quellen, deren heilende Wirkung schon im Mittelalter bekannt war. Nach der Marienquelle erhielt der Ort seinen Namen. Im 19. Jhd. begann der Aufschwung als Kurort, Goethe kurte hier, ab 1872 gab es einen Eisenbahnanschluss, und der weitere Aufstieg war vorbestimmt.

    Wir bummeln durch die Kolonnaden, finden 4 der 6 Quellen, probieren uns durch, schmeckt aber alles irgendwie mal mehr, mal weniger muffig. Soll ja aber total gesund sein 🤭. Irgendwann verlangt das viele Wasser aber seinen Tribut, wir schlendern zurück zum Hotel, und gehen zum Welcome Drink über - Sekt oder Saft -, den gibt es aber nur von 14 bis 18 Uhr, muss ja alles seine Ordnung haben.

    Hier habe ich für uns mit Halbpension gebucht, und so reihen wir uns ein in die Schlange der Kurgäste am Buffet. Wie gut, dass wir uns schon 14 Tage anderweitig durch die gute böhmische Küche gegessen haben.
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  • 245 - Notre-Dame-en-Vaux

    2 octobre 2022, France ⋅ 🌧 18 °C

    Kurzentschlossen verlassen wir die Autobahn und gönnen uns schon heute die erste Kirche dieser Reise, die Wallfahrtskirche Notre-Dame-en-Vaux im Städtchen Châlons-en-Champagne - schließlich ist der Weg das Ziel.

    Was gut zum Weltkulturerbe passt, da diese Kirche zu "Wege der Jakobspilger in Frankreich" zählt.

    Erbaut ab 1157 besticht Notre-Dame-en-Vaux durch eine interessante romanisch-gotische Mischung, die unmittelbar berührt. Ein Teil der wunderschönen Fenster stammt noch aus dem 12. Jhd.

    Dies ist eine lebendige Kirche: die obligatorische Kerze, die wir natürlich für alle unsere Lieben anzünden, hätte man auch mit Kreditkarte bezahlen können.

    Am coolsten aber ist die Vitrine mit dem Kreuzweg, der komplett mit Playmobil gebaut wurde.
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  • 246 - Notre-Dame de Reims

    3 octobre 2022, France ⋅ ☁️ 10 °C

    Unser erster Ausflug führt uns nach Reims. Und da natürlich als erstes in die mächtige Kathedrale Notre-Dame de Reims, die als eine der architektonisch bedeutendsten gotischen Kirchen Frankreichs gilt und seit 1991 zum UNESCO-Welterbe gehört.

    Der Legende nach hat gegen Ende des 5. Jahrhunderts der hl. Remigius als Bischof von Reims den Frankenkönig Chlodwig I. getauft und mit einem vom Himmel herab gesendeten Öl gesalbt. Jahr­hunderte­lang war die Kathedrale von Reims daher die Krönungskirche der französischen Könige.

    Nach einem verheerenden Brand 1210 begann der Wiederaufbau der Kathedrale 1211 und war bereits 100 Jahre später nahezu fertig.

    Notre-Dame de Reims wurde im 1. Weltkrieg schwer beschädigt, und in der Zwischenkriegszeit wieder aufgebaut. Die Fenster wurden erst nach und nach neu gestaltet.
    Die sehr beeindruckenden drei Fenster für die Achsenkapelle des Chorraums entwarf Marc Chagall 1974.
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  • 246a - Basilika Saint-Remi

    3 octobre 2022, France ⋅ ☁️ 15 °C

    Frisch gestärkt wandern wir zur 2. Kirche des heutigen Tages, der Klosterkirche Saint-Remi. Die Abteikirche entstand über dem (legendären) Grab des heiligen Remigius und war Grabkirche vieler Erzbischöfe und einiger (west-) fränkischer Könige (was im Vorgängerbau gewesen sein muss).

    Die Kirche selbst wurde romanisch gebaut und dann frühgotisch erweitert. Schon von außen sieht man am Chor: da gibt es was neues (Gotik), das probieren wir aus! Was für ein Kontrast zur gotischen Kathedrale.
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  • 247 - Champagnerkeller

    3 octobre 2022, France

    Am späten Nachmittag erhalten wir noch unerwartet die Chance in den Champagner-Keller unseres Quartiers hineinzuspitzen… Das hatte man uns im Vorfeld nicht versprechen können, weil ja auch gerade Weinlese ist.

    Mehr oder weniger zählt alles rund um den Champagner zum entsprechenden Weltkulturerbe.

    Sehr beeindruckend der Keller. Falls die Minibar leer sein sollte, wissen wir jetzt, wo wir Nachschub finden 😜.

    Für den Abend machen wir wieder unser eigenes Champagner-Tasting zum Käse… 😋
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  • 247a - Fort Chabrol

    4 octobre 2022, France ⋅ ⛅ 13 °C

    Unseren heutigen Tag haben wir für das Erlebnis Champagne verplant. Blöderweise hängt früh wie gestern auch der Nebel im Flusstal der Marne. Die Wetter-App kündigt ein aufklaren für 10 Uhr an, korrigiert sich nach dem Frühstück auf 11 Uhr und ist irgendwann bei 13 Uhr…

    Gegen 11:30 Uhr haben wir genug herumgetrödelt, hilft ja nix, Nebel ist nunmal da, suchen wir uns erstmal eine Tankstelle. Die finden wir zwar nicht, dafür aber das Fort Chabrol, ein kleiner Teil des Welterbes Champagne, und just als wir zum Fort abbiegen spitzt zum ersten Mal die Sonne raus heute. Geht doch!

    Das Fort Chabrol soll seit 1900 eine Art Laboratorium/Versuchslabor/Ausbildungsstätte für die Champagnerherstellung sein, gehört zu Moet & Chandon, dem Platzhirsch hier, und liegt malerisch zwischen den Weinreben.

    Auf der Suche nach einem Weg in die malerischen Weinberge von Aÿ machen wir noch einen Fotostopp bei Champillon. Hier oben kann man im strahlenden Sonnenschein sehen, wie der Nebel noch im Marnetal hängt.
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  • 247b - In den Weinbergen von Aÿ

    4 octobre 2022, France ⋅ ⛅ 15 °C

    Irgendwann haben wir dann auch einen Weg in die Weinberge oberhalb von Aÿ gefunden und genießen ein paar Schritte zwischen den Reben.

    Die Champagnerherstellung unterliegt einigen strikten Regeln: eine ist, dass die Trauben ausschließlich von Hand geerntet werden müssen (man hat mit Pinot Noir und Meunier 2 rote Trauben deren Schale nicht beschädigt werden darf, möchte man hellen Champagner), eine andere, dass nur 2 Wochen im Jahr geerntet werden darf (dies Jahr Ende August/Anfang September), was danach noch hängt, bleibt hängen. Da muss man kein schlechtes Gewissen haben, wenn man die Trauben von der Rebe kostet…

    Außerdem kommen wir unter einem Walnussbaum vorbei, der gerade alles von sich wirft, Hase und Ritter als Jäger und Sammler im Weinberg, herrlich 😍
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  • 247c - Hautvillers

    4 octobre 2022, France ⋅ ⛅ 17 °C

    Nach diesem schönen Ausflug in die Weinberge statten wir Dom Pierre Pérignon einen Besuch ab, seines Zeichens Benediktinermönch im Kloster von Hautvillers, der maßgeblich an der Entwicklung der Méthode champenoise, einem Verfahren der Flaschengärung zur Herstellung von Schaumwein, beteiligt war.

    Moet & Chandon hat seine Premiummarke Dom Pérignon übrigens nach dem Mönch benannt.

    Dom Pierre Pérignon hat seine letzte Ruhestätte in der Klosterkirche Saint-Sidulphe, dem einzigen verbliebenen Rest der Abtei Saint Pierre d’Hautvillers, gefunden. Sehenswert in der Kirche ist der Leuchter, der aus den vier Rädern einer Kelter, einer Presse zur Gewinnung von Frucht- und Obstsäften, besteht.

    Wir bummeln noch ein bisschen durchs pittoreske Örtchen Hautvillers auf der Suche nach einem Platz für eine Mittagspause.

    In dieser Gegend kann man ja an jeder Ecke ein Champagner-Tasting machen, was zu essen zu finden gestaltet sich dagegen um einiges schwieriger.

    Dank Handy-Navi-App werden wir mit dem Au36 fündig. Zunächst bestellen wir uns ein Wasser und ein Ratatouille, aber während wir so auf das Essen warten, beschäftigen wir uns mit dem hiesigen Tasting-Angebot.

    Normalerweise ist Champagner ein Cuvee aus unterschiedlichen Teilen Pinot Noir, Meunier und Chardonnay. Hier werden tatsächlich mal sortenreine Meunier- und Chardonnay-Champagner zum Probieren angeboten. Kurzerhand bestellen wir uns je ein Glas, für den Ritter zum nippen, der Hase darfs austrinken 😋. Besser als hier geht das mit dem probieren nie wieder…

    Kurz gesagt: gut, aber die Cuvees schmecken uns besser…
    Das Ratatouille war aber superlecker…

    Zum Abschluß noch ein kurzer Fotostopp am Dom-Pérignon-Blick.
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  • 247d - Moët & Chandon

    4 octobre 2022, France ⋅ ⛅ 18 °C

    Der Tag geht beschwipst weiter, denn für heute Nachmittag haben wir eine Kellerführung beim Platzhirsch, bei Moët & Chandon gebucht.

    Die Unternehmensgeschichte geht bis auf das Jahr 1742 zurück, als Claude Moët begann, Wein aus der Champagne nach Paris zu exportieren. Heutzutage macht Moët & Chandon 18 % der gesamten Produktion der Champagne. Viele der kleinen Kellereien hier stellen zwar ihren eigenen Champagner her, verkaufen aber einen Großteil ihrer Ernte an Moët & Chandon. Die Kreidekeller der Firma unter Epernay haben eine Länge von 28 km, die schiere Größe ist sehr beeindruckend.

    Zum Abschluss der Führung gibt es natürlich noch ein Gläschen Moët & Chandon Imperial (also das meiste für meinen Hasen, ich muss ja noch fahren).
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  • 248 - Soldatenfriedhof Cerny-en-Laonnois

    5 octobre 2022, France ⋅ ☀️ 15 °C

    Die Gegend durch die wir heute fahren, ist nicht nur geschichtsträchtig, sondern im wahrsten Sinne blutgetränkte Erde. Hier tobte im 1. Weltkrieg ein Stellungskrieg, der unzählige, unsinnige Todesopfer auf allen Seiten forderte. Als Kriegsenthusiast könnte man all die berühmten Schlachtfelder abfahren. Das liegt uns fern.

    Trotzdem halten wir spontan an dem Soldatenfriedhof in Cerny-en-Laonnois, auf dem einerseits unzählige französische aber auch viele deutsche Soldaten, ihre letzte Ruhestätte gefunden haben. Spannend zu sehen, dass im französischen Teil anscheinend allen nicht-christlichen Gefallenen muslimisch beerdigt wurden, im deutschen Teil des Friedhofs liegen neben den Christen einträchtig die Juden, die damals noch für Deutschland sterben durften.

    Ein bewegender Ort, der einige Monate später zu unserer Überraschung Teil des neuen Welterbes "Grab- und Gedenkstätten des Ersten Weltkrieges (Westfront)" wurde....
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  • 249 und 245a - Kathedrale von Amiens

    5 octobre 2022, France ⋅ 🌬 21 °C

    Notre Dame d’Amiens ist seit 1981 Weltkulturerbe der UNESCO und neben Notre-Dame de Chartres und Notre-Dame de Reims (die wir uns schon angesehen haben) eine der drei klassischen Kathedralen der französischen Hochgotik des 13. Jahrhunderts. Obwohl 3 Meter kürzer als Reims, gilt sie als die größte der gotischen Kathedralen Frankreichs. Ob das nach Raummaß gemessen wird?

    Die wunderbare Rosette im Flamboyantstil, die von außen schon viel verspricht, ist von innen leider abgehängt zur Restaurierung. Vermutlich nimmt das einen Teil der Innenwirkung, die mit ihrer unglaublichen Höhe und der Helligkeit an sich sehr beeindruckend ist. Die Kathedrale von Reims und auch heute Mittag die frühgotische in Laon haben uns besser gefallen, im Gegensatz zu Amiens waren diese aber auch kaum barockisiert und strahlten viel mehr pure Gotik aus.

    Hierher gab es Wallfahrten, da sich ein Teil des Kopfes von Johannes dem Täufer hier befindet. Das Labyrinth auf dem Boden rutschten die Pilger auf Knien entlang, warum auch immer...

    Vielleicht deswegen Teil des Jakobspilgerwegwelterbes...
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  • 29c - Belfried von Amiens

    5 octobre 2022, France ⋅ 🌬 19 °C

    Wir bummeln noch ein bisschen durch Amiens, und suchen den Belfried. Als Belfried wird ein hoher, schlanker Glockenturm bezeichnet, der besonders für flämische Städte typisch ist. Die meisten Belfriede wurden zur Zeit der Gotik gebaut und gehören zu den bedeutendsten Profanbauten des Mittelalters. Sie wurden als Symbol der bürgerlichen Macht errichtet, auch gegenüber jener der Kirche.

    Der Belfried von Amiens, der im 15. Jahrhundert errichtet und im 18. Jahrhundert umgestaltet wurde, gehört seit 2005 zum UNESCO-Welterbe Belfriede in Nordfrankreich und Wallonien.
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