A 382-day adventure by Michael
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  • Day135

    Mount Rainier Abstieg

    September 9 in the United States ⋅ ☀️ 14 °C

    Nach dieser anstrengenden und schlaflosen Nacht freuen wir uns auf eine gemütliche Nacht in unserem Bett. Wir packen gemütlich zusammen und steigen gegen 9 Uhr ab. Der Schnee ist noch recht hart und gefroren und wir können nicht wie gehofft hinunter sliden. Zurück am Skyline Trail angekommen beschließen wir im Abstieg die 2. Hälfte des Trails zu erkunden. Am Weg sieht man immer wieder Murmeltiere und Streifenhörnchen. Diese sind die Menschen gewohnt und das eine oder andere Streifenhörnchen scheint die Snacks der Menschen sehr zu lieben. Ein paar der Tiere sind sicher mittlerweile Diabetiker. Manche sind so dick, dass sie kaum noch laufen oder springen können. Wir genießen die wunderschönen Weitblicke auf die umliegenden Vulkane wie den Mount Adams, Mount St. Helens und Mount Hood. Hinten im Tal scheint es einen Waldbrand zu geben. Beim gestrigen Aufstieg konnten wir den Rauch gut sehen und heute ist er noch stärker zu sehen. Unten am Parkplatz von Paradise gibt es Gratis Wlan. Wir haben eine Nachricht von Jenna und Steven. Sie haben einen Stellplatz gleich ums Eck am Cougar Rock Campground ergattert, ein riesen Glück, denn alle Campingplätze sind voll. Wir können eine Nacht bei ihnen am Stellplatz verbringen, der Platz ist groß genug für 2 Autos. Das ist nun schon das zweite Mal, dass wir auf einen Campingplatz eingeladen wurden. Letztes Mal waren es Joanne und Dorothe, auch sie kommen aus New York. Wir schätzen diese Gastfreundschaft sehr. Als Dankeschön laden wir sie zum Essen ein. Es gibt Lachs mit Reis und Salat. Am Abend sitzen wir gemütlich am Lagerfeuer und grillen Marshmallows.

    Am nächsten Morgen bekommen wir von anderen Campern Bier, Milch, Marmelade und Butter geschenkt, da diese zurück nach Hause fliegen und das Essen nicht mitnehmen können. Da wir nun Milch haben beschließen wir spontan einen Kaiserschmarrn zu machen und laden Steven und Jenna dazu ein. Es schmeckt wie immer hervorragend und mit der Beerenmarmelade, die wir auch bekommen haben, ist der Kaiserschmarrn perfekt. Für heute suchen wir uns noch einen Campingplatz mit einer Laundry und Duschen, denn der Wäscheberg ist in den letzen Tagen ziemlich groß geworden. Direkt an einem See finden wir den Mossyrock Park und bekommen dort einen ruhigen und sehr schönen Platz.
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  • Day133

    Mount Rainier

    September 7 in the United States ⋅ ⛅ 4 °C

    Heute geht es gemütlich los und wir planen zum Mount Rainier Nationalpark zu fahren, um die aktuellen Bedingungen am Mount Rainier zu erfragen und um eventuell ein Gipfelpermit zu lösen. Nur für die Erlaubnis auf den Gipfel des höchsten Berges von Washington zu gehen, darf man 50 USD pro Person bezahlen. Dieses Permit Gedöns ist auf Dauer sehr mühsam hier in den USA und ich bin sehr froh, dass sich dieser Permittrend bisher in Europa noch nicht durchsetzen konnte. Lediglich um auf den Mont Blanc zu kommen benötigt man in Europa derzeit ein Permit. Dort war ich Gott sei Dank schon oben bevor das Permit eingeführt wurde. Angeblich ist es am Mont Blanc aber nicht wegen der Einnahmen eingeführt worden, sondern um die „Sicherheit“ der Bergsteiger zu verbessern. Tja, das ist wohl Auslegungssache.

    Wir erreichen den Nationalpark beim Mount Rainier am späten Vormittag. Unser „America the Beautiful“ Jahresausweiß für die Nationalparks in den USA gilt auch hier. Schon bei der Zufahrt stellen wir fest, dass hier sehr viel los ist. Am Weg halten wir an einem Outdoor Shop. Hier werden Touren auf den Mount Rainier angeboten (3 Tage Mount Rainier Besteigung mit Bergführer 1500 usd aufwärts) und wir erkundigen uns bei einem der Inhaber über die aktuellen Bedingungen am Berg. Die sind leider alles andere als gut. Die Guides selbst gehen im Moment nicht mehr hoch weil keine Schneebrücken mehr über die Spalten sind und die Spalten zu weit offen sind, dass sich zwei Leitern darüber ausgehen würden. Wir beschließen uns noch eine 2. Meinung bei den Rangern vor Ort einzuholen. Am Parkplatz in Paradise, das ist der Ausgangspunkt der Wanderung, angekommen, gehen wir zuerst zu den Rangern. Wir bekommen leider die gleiche Antwort. Es scheint für diese Saison vorbei zu sein. Der Ranger erzählt uns, dass bereits seit 2 Wochen keiner mehr am Gipfel war. Eine 2er Mannschaft war zuletzt oben und als sie wieder runtergekommen wollten, war eine der beiden Leitern, die über den Spalten liegen und einen sicheren Weg über diese ermöglichen, nicht mehr da, denn die Spalten werden von Tag zu Tag größer und dabei ist eine der Leitern hineingefallen und den Bergsteigern war der Rückweg nicht mehr möglich. Der Ranger weiß nicht mal wie es die Beiden wieder runter vom Berg geschafft haben. Es gibt im Moment keinen sicheren Weg zum Gipfel und zurück. Traurig beschließen wir es gut sein zu lassen. Da wir aber zumindest einen Teil der Wanderung machen wollen, gehen wir noch am selben Tag bis zum Camp Muir auf 3050m. Dort oben steht eine einfache Hütte mit Holzbetten auf der man nächtigen kann. Wie für alles braucht man auch dafür ein Permit und dieses kostet 6 Dollar pro Person. Wir packen Essen, Schlafsäcke, Unterlegsmatten und Wasser zusammen und nach 4h und 1450hm sind wir auch schon oben. Einen Teil des sogenannten Skyline Trail, der bei Tagestouristen sehr beliebt ist, folgt man auf dem Weg nach oben. Der Weg zur Hütte ist wunderschön. Immer wieder hat man den Mount Rainier mit den mächtigen Gletschern vor Augen. Die Wanderung ist einfach, führt aber zum Großteil über Schneefelder, welche jedoch mit einfachen Bergschuhen gut machbar sind. Wir sind anfangs nur zu viert in der Hütte, wo etwa 20-25 Personen Platz finden und um 10 Uhr kommen noch 2 Wanderer dazu. Der Wind pfeifft orkanartig die ganze Nacht und wir finden leider nur wenig Schlaf.
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  • Day132

    Seattle die 3.

    September 6 in the United States ⋅ ☀️ 24 °C

    Heute ist unser letzter Tag in Seattle. Wir möchten heute eine Underground Tour machen. Dafür
    marschieren wir ganz entspannt etwa 5km durch die Stadt. Rechtzeitig zum Tour Beginn um 10 Uhr kommen wir beim Ausgangspunkt der Tour an. Ein Teil von Seattle steht auf dem alten Seattle, welches einem großen Feuer zum Opfer fiel. Die darunter liegenden Gebiete der Stadt sind noch immer erhalten und können bei der Tour besichtigt werden. Ca 1 Stunde dauert die Tour und man bekommt einen Einblick in die Geschichte der Stadt. Die unterirdischen Gänge und Räume werden heute als Abstellkammern Geschäftslokale und für die Tour genützt. Zirka 35 Blocks der Stadt haben dieses „Untergeschoß“. Eine ganz interessante Tour, aber am interessantesten ist bestimmt die Geschichte
    der Stadt, denn eigentlich ist der Standort von Seattle ungeeignet für eine Großstadt. Das merkten die Bewohner schon vor über 100 Jahren. Oft kam die Flut in die Bucht und überschwemmte große Teile der Stadt, aber noch öfter drückte die Flut die ungeklärten Fäkalien, die vor über 100 Jahren einfach ins Meer geleitet wurden, wieder retour in die Stadt und die ganzen Würsteln schwammen retour zu den Absendern. Im Jahre 1889 war ein großes Feuer in Seattle und danach beschloss man, die Stadt wieder am selben Fleck aufzubauen aber um 5 Meter angehoben. Deshalb baute man große
    Dämme in der Mitte der Straßen und zu den Häusern errichtete man Stege auf denen man noch heute geht. Diese Stege konnten wir bei dieser Tour von unten begutachten. Hier wird einfach nichts für die Ewigkeit gebaut, fällt uns sofort auf, denn diese Stege wurden auf Eisen H Trägern errichtet, die jetzt innerhalb von 100 Jahren komplett durchgerostet sind. Es ist also nur eine Frage der Zeit, bis Seattle eine größere Renovierung bedarf. Von den alten Räumlichkeiten im Untergrund ist nicht
    mehr viel zu erkennen und wie so oft befindet sich einfach nur „Abfall“ hier unten. Man kann im
    Untergrund auch heiraten, erfahren wir von unserem Guide. Nach der Tour schauen wir noch einmal beim Pike Market vorbei, denn diesen riesigen Markt haben wir bisher nur am Abend gesehen, als er bereits geschlossen hatte. Hier kann man Obst, Gemüse, Fisch und Blumen
    kaufen und auch einige Restaurants befinden sich hier. Der Markt ist vor allem bei Touristen sehr
    beliebt und dementsprechend hoch sind auch die Preise. Hier befindet sich die allererste
    Starbucksfiliale weltweit, sehr schade, dass wir Beide keinen Kaffee trinken. Das Starbucks Gebäude ist sehr unscheinbar, aber vor dem Geschäft bildet sich täglich eine bis zu 100 Meter lange Schlange. Danach gehen wir zurück zum Auto und verlassen den Trubel der Stadt.
    Unser nächstes Ziel ist der Mount Rainier. Ein 4400m hoher Schichtvulkan mit Gletscher. In der Nähe vom Mount Rainier Nationalpark
    finden wir einen wunderschönen ruhigen Campingplatz für 27 Dollar mit Duschen. Genau das Richtige nach der Großstadt. Hier lernen wir Steven und Jenna kennen. Die Beiden Reisenden sind ein wenig jünger als wir, kommen aus dem Bundesstaat New York und haben schon fast alle Bundesstaaten der USA bereist. Sie sind mit einem kleinen Mietauto und Zelt unterwegs. Gemeinsam sitzen wir am Lagerfeuer und tratschen bis spät in die Nacht.
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    Traveler

    Loving your take on your travels

     
  • Day131

    Seattle die 2.

    September 5 in the United States ⋅ ☀️ 23 °C

    Heute ist Labor Day in Amerika. Ein großer Feiertag bevor hier die Schule wieder losgeht.
    Ausgeschlafen starten wir wieder zu Fuß Richtung Space Needle. Eigentlich wollen wir zuerst ins POP Museum, aber nachdem so schönes Wetter ist beschließen wir zuerst wieder zum Meer zu gehen und dann noch in die Richtung der großen Sportstadien zu marschieren. Beim T-Mobile Stadium, dem Heimatstadium der Seattle Mariners, des lokalen Baseballteams, sehen wir, dass heute ein Spiel stattfindet. Spontan beschließen wir uns das Spiel anzusehen. Die billigsten Tickets kosten nur 10 Dollar und wir bekommen noch 2 Karten. Vor dem Spiel gönnen wir uns noch typische Seattle Hot Dogs (ein normaler HotDog mit angebratenen Zwiebeln) und gehen dann ins Stadium. Wir haben
    beide keine Ahnung von Baseball und haben noch nie ein Spiel gesehen. Schnell googlen wir die Spielregeln, damit wir zumindest eine Grundahnung haben. Das Spiel ist leider nicht sehr spannend und am Ende gewinnen die Chicago White Sox, also die gegnerische Mannschaft. Fans erzählen uns, dass es normalerweise actionreicher und spannender bei einem Baseballspiel zu geht. Im Stadium
    herrscht trotzdem eine gute Stimmung und auch nachdem die Seattle Mariners verloren haben
    herrscht keine schlechte Stimmung. Langsam schlendern wir retour zu unserem rollenden Zuhause. Am Weg zurück schauen wir uns noch China Town und Downtown Seattle an. Wie schon in Vancouver und anderen großen Städten gibt es hier in Seattle wieder extrem viele Obdachlose und Drogensüchtige. Es wird auf offener Straße gedealt und auch die Drogen wie Heroin, Crystal Meth und Crack werden ohne größere Blöße mitten auf den Straßen konsumiert. Man hat aber als Tourist beim Vorbeigehen keinerlei Probleme dass man angepöbelt wird oder dergleichen. Ab und zu wird man um einen Dollar angeschnorrt, aber mit dem können wir ganz gut umgehen. Solange sich die Spaziergänge auf den Tag beschränken ist es ok, nachts würde es mit Sicherheit anders ausschauen. Wir bemerken aber, dass die Stadt insgesamt sehr dreckig ist und es kaum Mistkübel gibt. Auch
    öffentliche Toiletten sind Mangelware. Am Ende des Tages haben wir 16km zurückgelegt und fallen müde ins Bett. Ob wir eine Reiseempfehlung für Seattle abgeben können sind wir uns noch nicht so ganz sicher.
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  • Day130

    Seattle

    September 4 in the United States ⋅ ⛅ 24 °C

    Am Morgen wirkt es leider so, als wären sie froh, dass wir wieder weiter fahren, denn es haben sich schon die nächsten Reisenden angemeldet und werden in ein paar Stunden ankommen. Eine ganz eigenartige Stimmung. Wir haben noch keine genauen Pläne für heute und brauchen Internet um zu recherchieren. Deshalb halten wir beim nächsten Supermarkt und schmieden Pläne. In Seattle gibt es nur einen einzigen Campingplatz und der ist eigentlich nur ein Parkplatz ca 30 Minuten außerhalb der Stadt. Wir entscheiden uns gegen den Campingplatz um 50 Dollar pro Nacht und fahren direkt in die Stadt und finden sogar Parkplätze ohne Kurzparkzone. Diese sind nicht nur gratis, sondern auch noch sehr zentral gelegen. Zum Glück ist noch etwas frei. Zur bekannten Space Needle geht man nur 15
    Minuten zu Fuß. Zuerst erkunden wir die nähere Umgebung und dann sehen wir uns die Space
    Needle aus der Nähe an. Die Distanzen sind überschaubar und daher erkunden wir die Stadt weiter zu Fuß. Zuerst gehen wir zum Olympic Sculpture Park. Dieser liegt am Meer. Entlang der Küste geht es weiter zum Cruise Terminal, zum Seattle Riesenrad und zum Pice Place Market. Der Markt hat leider schon geschlossen. Am Heimweg gönnen wir uns eine Pizza und ein Bier und genießen dann den restlichen Abend zu Hause im Bus.
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  • Day129

    Everett

    September 3 in the United States ⋅ ⛅ 20 °C

    Nach der anstrengenden Tour schlafen wir beide sehr gut. Früh am nächsten Morgen sieht Michi wie eine junge Frau alleine am selben Parkplatz wie wir versucht ein großes, teilweise kaputtes Zelt aufzustellen möchte. Alleine ist das fast unmöglich und deshalb hilft ihr Michi. Sie kommt jeden Samstag hierher und verkauft regionales Gemüse von verschiedenen Bauern aus der Umgebung. Michi hilft ihr beim Aufstellen ihres Verkaufsstandes. Dafür bekommen wir anschließend überraschender Weise einen großen Teil unseres Einkaufes gratis. 😃

    Danach fahren wir in Richtung Everett, denn wir wollen dort jemanden besuchen. Michi hat vor langer Zeit, noch laaaange vor unsrer Reise, Kontakt mit Alex Smith aufgenommen. Alex vermittelt Wohnmobile an Europäer und hilft bei der Anmeldung und Versicherung der Fahrzeuge in den USA und er schreibt immer in seinen Blogbeiträgen, falls jemand der Reisenden in der Nähe von ihm ist, sollen diese mit einer Kiste Bier bei ihm vorbei schauen. Das braucht er meinem Mann nicht zwei Mal sagen. 😂

    Davor machen wir aber noch einen kurzen Abstecher ins Everett Outlet Center, denn das liegt "zufälligerweise" auf dem Weg, Jutta hat navigiert. 😃 Das Outlet Center ist wie bei uns das Outlet Center in Pandorf. Da am Montag Feiertag ist, ist heute besonders viel los. Die Leute stehen vor manchen Geschäften sogar Schlange um reinzukommen. Michi ergattert im Levi’s Shop 2 Jeans um ca 100 Dollar. Ein gutes Schnäppchen, verglichen zu Österreich. Nach ein paar Stunden haben wir genug von dem Trubel und wir fahren zu Alex und seiner Familie. Alex erzählt, dass sie fast jeden Tag Besuch von Reisenden bekommen. Im Moment haben sie auch noch eine große Baustelle im Garten, denn sie bauen eine große Terrasse. Alex wirkt sehr gestresst und auch seine Frau steht sehr unter Strom, denn die beiden kleinen Kinder brauchen sehr sehr viel Aufmerksamkeit. Obwohl wir uns sehr nett unterhalten, fühlen wir uns etwas unwohl und fehl am Platz. Alex lädt uns nach ein paar Bier sogar für die nächsten Tage zu einer Poolparty und zu seinen Eltern zu Abendessen ein, aber da wir das Gefühl haben, dass dies sehr unpassend wäre, lehnen wir dankend ab. Netterweise können wir bei ihnen in der Einfahrt übernachten. Eine interessante Begnung mit vielen tollen Geschichten über die Reisen von Alex und seiner Familie rund um die Welt.
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  • Day128

    Abstieg vom Baker

    September 2 in the United States ⋅ ☀️ 31 °C

    In der Nacht wird der Wind immer stärker. Michi schläft trotzdem sehr gut, ich leider überhaupt
    nicht. Um 8 Uhr stehen wir schließlich auf und versuchen bei dem starken Wind unser Zelt
    abzubauen. Gar nicht so einfach. Die Rucksäcke sind wieder gut gefüllt und los geht´s. 12,5km und 1300hm Abstieg liegen vor uns. Nach 3 ¼ Stunden kommen wir hungrig beim Bus an. Schnell machen wir uns ein paar Erste Hilfe Käsetoasts. Wir sortieren grob alles aus den Rucksäcken und fahren zurück zum Visitor Center nach Maple Falls. In unserer Camping APP sind leider in dieser Region so gut wie keine Campingplätze eingezeichnet, deshalb wollen wir beim Visitor Center nachfragen. Wir erfahren, dass am Montag Labor Day ist, ein großer Feiertag in den USA und deswegen sind an diesem verlängerten Wochenende alle Campingplätze bis auf den letzten Platz ausgebucht. Am Silver Lake etwa 10 Minuten entfernt versuchen wir dennoch unser Glück. Aber leider ist tatsächlich alles voll. Da wir aber schon einmal da sind gehen wir im See schwimmen und legen uns für ein paar
    Stunden in die Sonne und genießen einfach den Moment. Dort gibt es auch gratis Duschen, sogar mit Warmwasser. Frisch geduscht fühlen wir uns gleich wie neugeboren. Die Nacht müssen wir aber leider wo anders verbringen. Wir entscheiden uns für den Parkplatz bei einer kleinen Bücherei zwei Orte weiter westlich.
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  • Day127

    Mount Baker Summit

    September 1 in the United States ⋅ ☀️ 20 °C

    Um 1 Uhr klingelt der Wecker. Müde kriechen wir aus den Schlafsäcken und dem Zelt. Wir sind schnell abmarschbereit, aber die Gruppe, der wir ja hinterher gehen wollen braucht eine gefühlte Ewigkeit. Erst um halb 3 geht es endlich los. Nach 10 min sind wir an der ersten Wand. Zum Glück sehe ich in der Finsternis nicht wie steil diese ist, aber Michi hat sich den Weg schon am Vortag angesehen. Die Wand ist normalerweise nicht so steil, weil sonst mehr Schnee liegt. Heuer, vor allem am Ende der Saison ist der ganze Schnee schon weg und deshalb ist es jetzt so steil und vor allem ist hier jede Menge Blankeis, juhu. Das heißt wir müssen uns mit Eisschrauben mühsam hochsichern. ein wenig mühsam ist auch, dass sich am ganzen Berg keine einzige Markierung befindet bzw keine einzige Spurt am Gletscher zu finden ist. Da die Gruppe aber vor uns so lange braucht haben wir ja genug Zeit um gute Stände zu bauen. Immer wieder müssen wir warten bis die Gruppe fertig ist. Normalerweise machen wir das nicht so, aber da die Verhältnisse bereits so schlecht sind gehen wir lieber auf Nummer sicher und bleiben hinter der Gruppe und lassen ortskundige Bergführer voraus gehen. Sich einen Berg hoch zu warten ist normalerweise nicht unser Bergsteigerstil, manchmal gehts leider nicht anders. Als wir dann auf dem Gletscher sind wollen wir das erste Mal überholen, weil wirklich nichts weiter geht. Kurz darauf sehen wir, dass wir keinen guten Weg gewählt haben und die Gruppe einen anderen Weg über die Spalten nimmt, deshalb drehen wir wieder um und bleiben noch einmal hinten. Erst hoch oben am Sattel überholen wir dann. Es geht nun ein Stück auf einem breiten Grat hoch und dann kommt noch einmal eine extrem steile und hart gefrorene Gipfelwand, die Roman Wall. Wieder müssen wir sichern und das dauert mit dem 30m Seil ziemlich lange. Oben angekommen ist es gar nicht so leicht über den Schrund drüber zu kommen. Das Gestein ist sehr brüchig und es ist sehr viel Blankeis darunter. Endlich sind wir über dem Schrund und jetzt trennen uns nur noch ein paar hundert Meter vom Gipfel, die wir am relativ flachen Gipfelplateau schnell zurück legen können. Wir sind die einzigen am Gipfel. Oben weht ein eiskalter, starker Wind und wir bleiben nicht lange. Es ist noch ein langer Abstieg bis zum Zeltplatz und deshalb schauen wir, dass wir zügig weiterkommen. Am Schrund angekommen sehen wir die 5 köpfige Gruppe. Sie kämpfen sich grad das Steilstück hoch. Der Bergführer beschließt aber, dass am Bergschrund für die Gruppe heute Schluss ist, denn seine Gäste sind leider seit Stunden etwas über dem Konditionslimit unterwegs und auch auf sie wartet noch ein langer Abstieg. Somit waren Michi und ich die Einzigen, die von dieser Seite aus heute den Gipfel erreicht haben.
    Der Abstieg über das erste Steilstück ist genauso mühsam wie der Aufstieg. Wir kommen nur sehr langsam voran, weil wir viel sichern mussten und sind dann schlussendlich sehr froh, als wir endlich unten am Gletscher sind. Der erste Teil des Gletschers hat noch viel Schnee und man kommt gut über die Spalten. Weiter unten werden die Spalten mehr, aber auch hier geht es gut. Interessant ist, dass wegen der mittlerweile sehr starken Sonneneinstrahlung keine Aufstiegsspuren von uns mehr sichtbar sind und wir nun mit gps navigieren müssen um durch das Spaltenlabyrinth zu finden. Am Ende kommt noch das letze Steilstück und das ist dann der mühsamste Teil der Tour. Die Steilheit, das Blankeis und die Spalten machen es uns schwer einen guten Weg zu finden. Am Ende waren wir gesamt 14h unterwegs. Das Warten auf die Gruppe und die schwierigen Passagen haben viel Zeit gekostet. Eigentlich wollten wir ja noch bis zum Auto absteigen. Aber nach dieser langen Tour (1600hm - fast wie daheim der Glockner als Tagestour) beschließen wir noch eine weitere Nacht im Camp zu verbringen. Wasser haben wir dank der vielen Gletscherbäche mehr als genug. Nur das Essen wird schon knapp, bis morgen reicht es aber gerade noch. Ein wenig fasten schadet uns nicht, obwohl der Hunger groß wäre. Michi hat auf der heutigen Tour laut seiner Suunto Uhr 4500kcal verbraucht, dazu noch 2000kcal Grundumsatz. Wir teilen uns ein Päckchen Instantnudeln mit ca 550kcal und sind fast satt. 😃
    Die andere Gruppe kommt 2h nach uns im Camp an und auch sie bleiben noch eine weitere Nacht und wollen wie wir erst morgen Vormittag absteigen. unsere Zeltnachbarn sind heute fix und fertig und wir sind uns sicher, dass sie heute genau so gut schlafen werden wie wir. Müde und glücklich über den Gipfelerfolg schlafen wir früh ein.
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  • Day126

    Adieu Kanada

    August 31 in Canada ⋅ ☀️ 29 °C

    Unsere letzte Nacht in Kanada haben wir auf einem idyllischen Walmart Parkplatz in Abbotsford verbracht. Wir sind erst sehr spät angekommen und in Abbotsford haben wir trotzdem noch sehr viele Obdachlose und offensichtlich drogensüchtige Menschen gesehen, deshalb haben wir einen beleuchteten Parkplatz mit etlichen anderen Campern aufgesucht. Man hat ein deutlich besseres Gefühl wenn Gleichgesinnte neben einem parken und in einer heiklen Situation jemand verfügbar ist. Es macht auch ein gutes Gefühl, wenn unser Bärenspray immer verfügbar ist. Dieser Spray hilft nämlich nicht nur gegen wildgewordene Grizzly Bären.

    Am Vormittag kaufen wir noch ein paar Dinge in Kanada ein, von denen wir glauben, dass sie in Amerika teurer sind. Wir müssen aber sehr aufpassen, denn Fleisch, Obst, Gemüse dürfen von uns nicht über die Grenze transportiert werden. Wir schaffen auch endlich den Weg zum kanadischen Postamt und können nun endlich unsere Karten in die Heimat an unsere Liebsten schicken. Möchtet ihr gerne wissen wie lange wir die Karten mittlerweile bei uns im Auto haben? Nur ein kleiner Tipp, auf den Karten ist noch der Denali abgebildet, den wir bereits vor etlichen Wochen in der Mitte von Alaska besucht haben.

    Nun ist alles erledigt und wir starten los zur 5 Kilometer entfernten Grenze. Der Abschied von Kanada fällt uns leider gar nicht leicht, denn wir haben nun zirka 3 Monate in Kanada verbracht und wurden von diesem Land und seinen Bewohnern großartig aufgenommen, wir durften unglaubliche Natur bewundern und kommen sicher ganz bald wieder hier her zurück!

    Die Wartezeit an der Grenze beträgt heute zirka 45 Minuten für uns. Der Grenzbeamte ist gleichalt wie wir und er fragt uns nur ein wenig über unsere Reiseroute der vergangenen Wochen und der kommenden Wochen aus, fragt uns seine obligatorischen Fragen bzgl Lebensmittel, Waffen, Drogen und Bargeld und 5 Minuten später ist der Grenzübertritt per Landweg von Kanada in die USA für uns erledigt. Das ging ja einfach, dachten wir uns. Gott sei Dank blieb uns die Visite vom Drogenhund erspart, der uns mit großer Sicherheit das ganze Auto schmutzig gemacht hätte.

    Unser Weg geht weiter Richtung Südosten, denn wir wollen heute noch das Hochlager vom Mount Baker erreichen. Dafür müssen wir aber ab der Grenze noch zirka 2 Stunden Fahrt hinter uns bringen. Im Visitor Center in Maple Falls und in der lokalen Ranger Station holen wir uns noch die letzten Infos. Leider erfahren wir bei den Rangern, dass gleich am Beginn der Zufahrtsstraße zum Berg ein Bach beim letzten Unwetter die Straße weggespült hat und sich unser Zustieg deshalb um 7,5 Kilometer und 600 Höhenmeter verlängern wird. Die Straße ist dort nur ganz am Rand passierbar, an ein vorbei kommen mit dem Auto ist also nicht zu denken. Mit dem schweren Rucksack ist der jetzige Zustieg von gesamt zirka 15 Kilometern und 1450 Höhenmetern nicht mehr auf die leichte Schulter zu nehmen. Der Beginn des Trails hinauf zum Anfang des Gletschers ist wunderschön. Außer uns ist keiner hier unterwegs. Absolute Wildnis und absolute Einsamkeit, was kann man sich schöneres wünschen? Wir gehen lange durch den hunderte Jahre alten Zedernwald, kommen an beeindruckenden Wasserfällen vorbei und genießen ab der Hälfte einen großartigen Ausblick auf drei verschiedene Gletscher. Was für eine Traumtour! Nach fast 4 Stunden wandern kommen wir im höchsten Zeltlager vor dem Gletscher an. Der Himmel verfärbt sich schön langsam rot/orange, denn bis zum Sonnenuntergang dauert es nun nicht mehr lange. Wir suchen uns einen geraden Platz aus, auf dem schon viele andere vor uns gezeltet haben und einen tollen Windfang aus Steinen errichtet haben. Ein glasklarer Bach rinnt direkt an unserem Zelt vorbei. Ein kleines Stück weg von uns hat eine 5 köpfige Gruppe ihre Zelte aufgeschlagen. Es stellt sich heraus, dass 2 von dieser Gruppe Bergführer sind und sie kommende Nacht um 2 Uhr mit ihren 3 Kunden zum Gipfel des Mount Baker aufbrechen wollen. Das trifft sich wirklich sehr gut für Jutta und mich, denn im Dunklen durch ein uns unbekanntes Gletscherspaltenlabyrinth durchfinden gehört nicht zu unseren liebsten Aufgaben, deshalb ist es in so einem Fall immer gut, wenn man ortskundige Seilschaften vorausgehen lässt. Wir haben ja keinen Stress. Die 5 köpfige Gruppe ist bereits seit 3 Tagen hier im Lager. Sie haben einen Hochtourenkurs mit Gletscherkunde, Spaltenbergung und Überleben im Feld absolviert. Alle haben einen Haufen Fertignahrung dabei aber sie erzählen uns, dass sie diese Bergsteigernahrung schon bald nicht mehr sehen können. Das schon am Abend des dritten Tages? Da wird es für sie wohl nichts mit der Karriere auf höheren Bergen, an denen man wochenlang nur von diesen Päckchen lebt.

    Jutta und ich stellen schnell das Zelt auf und sortieren die für morgen benötigte Ausrüstung. Seil, Karabiner, Steigeisen und Eisschrauben, hoffentlich haben wir nichts vergessen. Wir planen unseren Abmarsch für 2 Uhr morgens, um mit der 5 köpfigen Gruppe gut aufschließen zu können. Wir schlüpfen nun schnell in den Schlafsack, denn es ist schon 21 Uhr, in 4 Stunden läutet unser Wecker. Ein schöner 3. Hochzeitstag geht zu Ende!
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