• Susann und Reto on Tour
  • Susann und Reto on Tour

Marokko mit dem WoMo 2019

Auf geht's ! Im Januar 2019 starteten wir mit unserem WoMo für 4 Monate nach Marokko.
Via Gotthard nach Genua und dann mit der Fähre nach Tanger.
Was dann kommt, werden wir sehen.
Läs mer
  • über die Pässe nach Ouarzazate

    9 mars 2019, Marocko ⋅ ☁️ 14 °C

    nun starten wir das Abendteuer über die beiden Pässe nach Ouarzazate. Aus verschiedenen Quellen haben wir erfahren, dass wir diese Reise unbedingt wagen sollen, oder eben das pure Gegenteil, es sei viel zu gefährlich. Vom Berber, der den Platz führt, habe ich erfahren, dass die Strasse nach dem Regen nur für 4x4 Fahrzeuge offen sei, dass sie aber seit gestern wieder ganz offen sei. Der hiesige Chef, der für alles auf der Welt zuständig ist, wird uns bestimmt beschützen - "in'sch Allah". Mit diesen aufmunternden Worten im Herzen verabschiedeten wir uns von ihm und starteten in Richtung Demnante. Auf der guten Strasse, durch das Pfirsich- und Olivenland, kamen wir bald dort an, kauften Brot ein und wollten noch tanken. Hmm, in dieser, eigentlich grossen Stadt, gibt es genau eine Tankstelle und dann bis Ouarzazate keine mehr! Wir fuhren also quer durch den Markt - und wieder zurück, weil es nur am Anfang des Ortes Treibstoff gab.
    Zuerst fuhren wir zu der natürlichen Brücke Imi n'Ifri, dann von hier nach rechts, weiter auf der R307. Schon bald merkten wir, dass die Strasse wohl doch nicht so gut ist, wir mussten Autos und Mofas im roten Schlamm ausweichen - bloss nicht anhalten. Doch wir haben ja gelernt, in Marokko geht's immer irgendwie - und es ging!
    Die Fahrt über den ersten Pass Tizi-n-Outfi, auf 2440m war gar nicht übel. Natürlich lauerten überall Löcher im Asphalt, oder gar Strecken auf Sand, auch viele bettelnde Kinder belagerten die Strasse, aber da muss man einfach durch. Einem Schafhirten haben wir eine warme Jacke und zwei Frauen Kinderkleider gegeben. Auch wenn wir uns nicht verständigen konnten, war ihre Freude spürbar. Schon bald hatten wir als Gratiszugabe immer wieder die Schneeberge des Grossen Atlas vor Augen. Talabwärts wurde die Strecke viel kurviger und ab der Brücke über den Fluss Tassaout, beim kleinen Dorf, war der Asphalt zu Ende und wir fuhren auf einer Piste - das Regenwetter hatte hier grosse Schäden angerichtet. An dieser Stelle ein grosses Dankeschön an unser WoMo, welches die vielen Manöver und Schlaglöcher bestens parierte.
    Erstaunlich, dass auf einer Höhe von 1800m immer noch Oliven und Pfirsichbäume angepflanzt werden. Darüber wachsen, wo es Wasser gibt sogar noch Fichten und Kiefern.
    Nun stehen wir auf der Passhöhe des Tizi-n-Fedghat, auf 2200m in der Einsamkeit und geniessen ein Raclette!
    Draussen ist es mittlerweile absolut dunkel, kein Fremdlicht und der Mond steht nur als kleine Sichel am Himmel. Wir können zig-Millionen Sterne sehen !!!

    Für alle die, die auch einmal diese Strecke fahren möchten:
    Wir haben erst 2/3 des Weges hinter uns, aber die Strapazen lohnen sich auf jeden Fall! Unbedingt spätestens in Demnante den Tank füllen und etwa fünf Stunden Reisezeit einberechnen, dazu gute Nerven gegenüber den bettelnden Kindern - Steine wurden allerdings keine geworfen.

    Morgen werden wir den zweiten Teil nach Ouarzazate unter die Räder nehmen
    Läs mer

  • weiter in Richtung Ouarzazate

    10 mars 2019, Marocko ⋅ ☁️ 22 °C

    wir hatten ja gestern nur ganz wenige Autos gesehen ,und in der Nacht war kein einziges unterwegs. Es war sternenklar und ebenso ruhig. Das Erste Geräusch, das wir am Morgen vernahmen, war das eines LKWs, der um 9:30 den Pass hoch kletterte.
    Um draussen zu frühstücken, war es noch etwas kühl und windig, was auf einem Pass auf über 2000m ja normal ist.
    Mit den ersten Sonnenstrahlen leuchtete In der Ferne ein heller Schein auf, auch ein Blick durch das Fernglas brachte nicht mehr Klarheit. Das Rätsel war bald gelöst, wir sahen den Turm des grössten Solarkraftwerkes NOORo in Ouarzazate. Spiegel fokussieren die Sonnenstrahlen auf einen Turm, in dem Salzwasser erhitzt und mit dem Dampf Strom erzeugt wird.
    Wir fuhren südwärts und staunten immer wieder über die kleinen Dörfer, die an die Felsen geklebt schienen. Nach und nach wurde es wieder grün und leider verloren wir auch die Sicht auf die schneebedeckten Atlasberge. Die Strasse wurde nun immer bessre und schliesslich mündete sie in die grosse Strasse nach Ouarzazate ein, wo wir uns auf dem Campingplatz "Municipal" aufstellten. Wie immer in der Zivilisation, war der Platz ziemlich voll und von lauter Franzosen belegt. Wir liessen uns dadurch nicht beeindrucken und marschierten gleich los in die Stadt. Wir bummelten dem Palmenhain entlang und wieder durch schmale Gässchen zur Kasbah Taourirt, welche man besichtigen kann. Nur ein kleiner Teil (immerhin) wurde restauriert.
    Von hier aus ging's in das Stadtzentrum, wo wir beide von einem Händler einen Berber-Turban "verwickelt" bekamen. In wunderschönem Indigoblau. Wir beide fanden den Turban sehr schön, aber wir konnten, mit eng geschlungenen Tuch vor dem Gesicht kaum atmen.
    Bei einem Barbier, der ein hübsches Geschäft sein Eigen nannte, liess sich Reto seinen Bart trimmen. Damit nicht genug, der Barbier liess ihm einen Rundumservice angedeihen - für 40 Dirham!!!
    Während wir feine Brochettes mit Frittes genossen (übrigens war alles richtig heiss), schauten wir den Kindern zu, welche auf kleinen Elektroautos auf dem Platz herumfuhren. Auch die Kleinsten durften fahren, sie konnten ihre Fahrzeuge zwar noch nicht lenken, das übernahm der Papa mit einer Fernbedienung.
    Zurück am Platz genossen wir, mit dem obligaten, selbst gepressten O-Saft in der Hand, die abendlichen Sonnenstrahlen.

    Für morgen haben wir den Besuch der Filmstudios geplant.
    Läs mer

  • Ouarzazate, Besuch des Atlas Studios

    11 mars 2019, Marocko ⋅ ☀️ 23 °C

    heute waren wir schon um 8 Uhr auf und beim Frühstück. Unser heutiger Plan war, die Atlas Studios zu besuchen und dann auf den schönen Campingplatz, westlich von Ouarazazate zu fahren.
    Die Studios wurden 1983 vom marokkanischen Unternehmer Mohamed Belghmi gegründet, der eine Notwendigkeit darin sah, in Ouarzazate die ersten dauerhaften Filmstudios von Marokko zu errichten.
    Um 10 Uhr standen wir vor der Studiopforte bereit und (marokkanisch) bald wurden diese geöffnet. Wir traten ein, kauften ganz unspektakulär unsere Tickets und wurden von einem alt Berber verkleideten Führer auf englisch und französisch begrüsst.
    Kein pompöser Firlefanz, eine Einleitung und keine bombastische, musikalische Einleitung. Es ging einfach los, von Filmset zu Filmset. Wir werden nicht durch eine Ausstellung geleitet, sondern dies sind die echten Aufbauten, welche für namhafte Filme benutzt wurden und werden. Unglaublich, was hier für Dörfer, Paläste und Szenerien aufgebaut wurden. Alles steht frei herum und wird, wenn nötig, etwas aufgepeppt nd für den nächsten Film eingerichtet. Weil gerade nichts gedreht wurde, konnten wir überall hinein und alles in Ruhe anschauen. Wie immer sagen Bilder mehr als Worte, dennoch ein paar Informationen.
    Hier wurden unzählige, sehr bekannte Filme wie "Ben Hur", "die Mumie", "Game of Thrones, "oder "Gladiator" gedreht. Ebenso Szenen für Star Wars Filme.
    Warum hier ? Einerseits, weil man hier alles sehr günstig bauen kann, ohne auf Norme und Vorschriften Rücksicht zu nehmen. Andererseits kosten die Komparsen sehr wenig und die verschiedenen Menschentypen, ausser Asiaten, wohnen gleich um die Ecke. Zudem kann man die Bauten nach dem Dreh einfach stehen lassen, man kann sie vielleicht wieder einmal verwenden. So haben wir auch Paläste und Dorfszenen gesehen, welche für mindestens fünf verschiedene Filme verwendet wurden, einfach aus verschiedenen Perspektiven. An einer Stelle standen wir auf einem "Marktplatz", umgeben von drei verschiedenen Aufbauten, welche je nach Film eingesetzt wurden. Links ein arabisches Tor, hinten ein römisches Tor und rechts ein ägyptisches, für die Kleopatra.

    Nach diesen Eindrücken fuhren wir weiter zum Campingplatz "l'escale" in Tazentout, wo es uns schon vor ein paar Wochen gut gefallen hatte. Wir konnten unsere Wäsche zur Maschine bringen und auf den Liegestühlen (Brettern) die Sonne geniessen. Statt selbst zu kochen, bestellten wir im Restaurant, welches zum Platz gehört, etwas neues; Truthahn-Curry mit Reis - sehr lecker!
    Läs mer

  • im Ksar Aït Ben Haddou آيت بن حدّو ⴰⵢⵜ

    12 mars 2019, Marocko ⋅ ☀️ 21 °C

    Um früh beim Ksar in Aït Ben Haddou zu sein, weil dann noch wenige Touristen erscheinen, checkten wir bald aus und machten uns auf den Weg.
    Auf der Nordseite des Flusses konnten wir unser WoMo parkieren und balancierten über die wackelige Brücke ans andere Ufer.
    Gleich am Eingang entrichteten wir den Obolus von 20 DH uns stiegen die Treppen hoch. Um neun Uhr waren wir wirklich noch fast alleine, die Reisegruppen erschienen erst etwa eine Stunde später. Die Burg ist in einem guten Zustand, dies dank Hilfe von der UNESCO und dank der vielen Souvenir Shops, welche das Bild zwar störten, aber auch einen Beitrag zur Renovierung und Erhaltung dieser sehenswerten Burg leisten. Wir zogen durch viele Gassen und liessen die Verkäufer stehen. Wir waren erstaunt, wir gross diese Anlage ist und wie sie mitten in der Wüste gebaut wurde.
    In einer kleinen Gasse betraten wir ein Haus, welches zur Besichtigung einlud. Mohamed, der Besitzer winkte uns sehr freundlich herein und er zeigte uns sein Haus, in dem er, seine Frau und ihre fünf Kinder wohnen. Er hatte das Haus seines Vaters selbst renoviert. Noch habe es keinen Strom, aber die Kabel für die Solarpanels sind schon eingebaut. Er war ein Soldat bei der Filmproduktion "Gladiator", auch diente sein Haus als Drehort, das zeigten mehrere Fotos, auch zusammen mit dem Regisseur. Mit dem vielen Geld, das er verdiente (ca. 1'000 DH pro Drehtag) habe er Material gekauft und das Haus renoviert. Es sieht jetzt von innen und aussen sehr schön aus. Wir durften mit ihm einen Tee trinken und auch seinen privaten Raum im Keller besichtigen, dort werden all die persönlichen Dinge der Familie - beim Licht einer Gaslampe - aufbewahrt.
    Nach einem letzten Blick auf den Ksar vom benachbarten Berg hinunter, tranken wir auf der Terrasse eines schönen Restaurants einen O-Saft. Nach einer Diskussion mit dem Parkwächter, er wollte tatsächlich 10 DH (was er natürlich nicht bekam), fuhren wir an den Stausee, wo wir zu nächtigen gedenken.
    Damit wir morgen ein leckeres Frühstück geniessen können, hat Susann Mehl etc. hervorgekramt und in der Pfanne ein feines Brot gebacken!
    Wir genossen des schönen Nachmittag und Abend mit einem herrlichen Blick über des ruhigen See, derweil mir riesige Ameisen mit langen Beinen über den Arm krochen.
    Kurz nachdem wir unsere Rösti zu ende gegessen hatten, fuhr ein alter Peugeot heran und der Fahrer winkte uns zu. Ich ging natürlich zu ihm und gab ihm mit einem freundlichen "bounjour, ça va ?" die Hand. Eigentlich erwartete ich, dass er uns darauf hinweisen will, dass freien Campen verboten sei. Aber wir sind ja in Marokko, do sollte man nichts vorausahnen, denn es kommt sowieso anders. Auch diesmal! Es war nämlich der Bürgermeister, der uns auf diesem Parkplatz willkommen hiess und uns versicherte, dass wir hier nichts zu befürchten hätten. Es gäbe aber falsche Wächter, denen sollen wir auf keinen Fall etwas bezahlen - danke schön, Herr Bürgermeister!
    Wir konnten ungestört einen schönen Sonnenuntergang beobachten und später die Sternenpracht am Himmel. Winterdrei und-Sechseck, daneben der zunehmende Mond. Später, als der Mond untergegangen war, leuchtete die Milchstrasse in der Dunkelheit.
    Läs mer

  • Tinghir, Todra Schlucht, ⵜⵉⵏⵖⵉⵔ

    13 mars 2019, Marocko ⋅ ☀️ 21 °C

    Tinghir, Todra Schlucht, ⵜⵉⵏⵖⵉⵔ

    Mittwoch, 13. März
    in der Nacht, am Stausee (der 10 MW produziert), in der es absolut ruhig war, kam am Abend ein starker Wind auf und liess unsere Fenster zittern, schon um 11 Uhr war es wieder ruhig. Am Sternenhimmel sahen wir die Millionen von Sternen, nachdem sich der Mond am Westhimmel verabschiedet hatte. Wir genossen das frisch gebackene Brot zum Frühstück und warfen einen Blick zum Solarkraftwerk, welches wieder von einem Halo umgeben war. Danach schauten wir uns das Haus auf der anderen Strassenseite an. Es war ein super Haus mit einem riesigen Pool von mindestens 25m Länge. Das Haus hatte eine Küche, eine Terrasse und mehrere Zimmer und war bereits am zerfallen. So ein schönes Haus und niemand bewohnt es - wirklich schade. Würden wir hier wohnen, würden wir es zu einem Schmuckstück restaurieren!
    Unsere Fahrt ging weiter gen Osten, wieder quer durch das Nichts. In Skoura hielten wir an, um Wasser zu tanken. An der Tankstelle begegneten wir Mustapha, der uns zu seinem "Bruder" führte, dieser hatte ein wunderschönes Gewürzgeschäft, wo wir neben einem Tee, auch Gewürze probieren und kaufen konnten. Im Dorf Boumale Dadès konnten wir auch Gemüse und Früchte für ein paar Dirham einkaufen. In einem kleinen Restaurant, am Dorfplatz bestellten wir Tomaten-Omeletts. Dabei schauten wir zu, wie ein paar Männer grosse Teppiche auf dem Platz auslegten. Wir dachten sie wollen diese verkaufen, doch weit gefehlt. Bald versammelten sich weitere Männer zum Gebet. Wir fuhren weiter, wieder durch unendliches Nichts, nach Tinghir. Die Stadt ist rasant am wachsen, sofort fielen uns die riesigen Gebiete auf, welche bereits erschlossen und zum verbauen bereit waren. Oben in der Stadt sieht man auch einen hyper-modernen Teil, der aussieht wie eine grosse Burg aus Lego Steinen. Etwas ausserhalb des Ortes logieren wir auf dem "Soleil"-Platz, neben einem Zürcher Camper. Sie gehören zu einer Gruppe, welche mit "Siwa"-Tours eine geführte Reise mit den WoMos durch Marokko unternehmen. Bei uns gab es ganz etwas feines zum "Z.Nacht" : Dörrbohnen mit Speckstreifen und Kartoffeln - mhhh, fein!
    Morgen werden wir durch die Todra Schlucht fahren
    Läs mer

  • Todra Schlucht

    14 mars 2019, Marocko ⋅ ☁️ 17 °C

    wir konnten bei Sonnenschein draussen Frühstücken, das Brot, welches Susann gestern gebacken hatte, schmeckte hervorragend. Die Zürcher, welche mit einer Reisegruppe unterwegs waren beneideten uns darum. Wir fuhren ein paar Kilometer weiter in die Todra Schlucht hinein. Weit konnten wir nicht fahren, da die Strasse für WoMo's zu gefährlich war, ausserdem würde die Strecke über einen Pass auf über 2800m steigen, was wir unserem Fahrzeug nicht zumuten wollten.
    Die Todra Schlucht ist echt eine Sensation. Man fährt auf der engen Strasse zwischen den unendlich hohen Felsen hindurch. Wir parkten am Ender der Strecke auf dem grossen Platz und nahmen die gefahrene Strecke nochmals per pedes vor. Das Licht am Morgen warf die ganze Szene in eine gespenstige Landschaft. Die vielen "Moskitos", die Händler, welche dem ganzen Weg entlang ihre Tücher und Souvenirs anpriesen, gehören halt zum Bild, störten aber nicht wirklich. Das Gebiet, mit den steilen Felsen lädt auch Kletterer aus der ganzen Welt ein und so konnten wir auch an verschiedenen Orten Seilschaften beobachten. Wir kehrten zurück und marschierten flott am WoMo vorbei, etwa 5km weiter, der Strasse entlang, dem Fluss entlang nach oben. Einige hundert Meter weit sahen wir im Flussbett, welchen im Moment trocken lag, angebaute Felder, die nach Wasser bettelten. Der Weg zwischen den immens hohen Felswänden war beeindruckend. Ab und zu fuhr ein LKW an uns vorbei, beladen mit Schafen oder Habseligkeiten der Hirten, welche zu den Sommerweiden gefahren wurden.
    In den Felsen, fast unsichtbar, entdeckten wir "Nomadenvillen", also Behausungen der Nomaden, welche bewohnt waren. Einer jungen Frau begegneten wir, als sie mit ihren putzigen, kleinen Schafen unterwegs war. Natürlich schenkten wir ihr ein paar Dirham und durften sie dafür mit uns fotografieren. Nach Zig-tausend Schritten parkten wir unser Auto an eine flache Stelle und gönnten uns ein feines Erdbeer-Vanilleeis, natürlich selbst zubereitet.
    Nun zog es uns weiter in Richtung Wüste, unser Tagesziel war Erfoud. Wir fuhren wieder durch unendliche Einsamkeit, durch mehr oder weniger hässliche, ungepflegte Dörfer, aber auch an wunderschönen orientalischen Villen vorbei. Nahe der Stadt Erfoud beginnt bereits der Wüstencharakter, mit Gestrüpp und Zäunen wird das Wandern der Sanddünen verhindert.
    Durch Zufall sind wir auf dem Campingplatz "chez Kalra" gelandet. Nach der Fahrt durch den Norden der Stadt, hätten wir nie so einen schönen, gepflegten und fein eingerichteten Platz erwartet. Weil in den letzten Tagen in der Wüste Sandstürme wüteten, war dieser (und auch viele andere) Plätze praktisch leer. Ausser uns waren nur zwei Franzosen (was denn sonst) hier. Nachdem wir uns eingerichtet hatten, wurden wir mit einem Tee begrüsst. Der Platzchef empfahl sich natürlich für die Wüstenreisen, die er und sein Freund anbieten. Nach einiger Diskussion und verhandeln werden wir also morgen in die Erg Chebbi Wüste fahren.
    Er versprach uns, abseits der vielen Touristen, welche in Merzouga starten, eine Tour mit dem Landrover, dann mit den Dromedaren in die Wüste - wir werden später darüber berichten.
    Nun geniessen wir noch einen Moment der Ruhe auf diesem bezaubernden Platz und freuen uns darauf, dass wir morgen um 10:30 einen Turban verpasst bekommen und losreisen.
    Läs mer

  • in die Wüste "Erg Chebbi" 1

    15 mars 2019, Marocko ⋅ ☀️ 15 °C

    wie geplant, schickt man uns heute in die Wüste und zwar in die "Erg Chebbi".
    um 10:30 werden wir von unserem Fahrer Ismail und seiner Frau erwartet, sie ist für die Verpflegung unterwegs zuständig.
    Es versteht sich von selbst, dass ein solches Abenteuer nicht von Geschriebenem lebt, sondern von Bildern. Deshalb hier nur das Wichtigste.
    Als wir Ismail gestern zum ersten Mal trafen, war es bereits klar, dass wir einen lustigen Ausflug erleben werden, er war stets am lachen und machte Faxen.
    Es zeigte sich im Laufe des Tages, dass er zwar ein Clown ist, aber ein sehr seriöser und vorsichtiger Fahrer.
    Wir packten also das Nötigste und fuhren in Richtung norden davon, dann schon bald nach Osten. Wir verliessen den Asphalt und donnerten mit dem Toyota 4x4 Geländewagen mit bis zu 100 km/h über die glatten Pisten. Noch fuhren wir auf steinigem Untergrund, doch das wird sich ändern.
    Nach vielen Schüttelmanövern - notwendig, oder absichtlich - hielten wir bei dem "Tajin"- Hügel an und wir wurden fachmännisch mit Kopftücher Berber-Like eingewickelt. Auch Ismail und seine westlich gekleidete Frau wurden entsprechend "berberisiert". Weiter ging die Reise ins Ungewisse, bis zu einem Ziehbrunnen, mitten im staubtrockenen Flussbett. Ismail zog am Seil und holte den Eimer herauf - gefüllt mit klarem Wasser. Obschon die Oberfläche trocken und weit und breit nichts grünes zu sehen war, fliesst in etwa vier Meter Tiefe der Fluss mit sehr viel Wasser. Aber zu tief unten für die meisten Pflanzen. Ab und zu, wenn es regnet, wird das ganze Gebiet vollständig überflutet, dann kann man für eine Weile den Fluss nicht mehr überqueren. Die einzigen Pflanzen, die lange Dürren, bis zu etwa sieben Jahren, überleben, sind die Palmen. Ismail holte also das Wasser im Eimer hoch und leerte es in den Kanal, aus diesem werden von den Nomaden die Tiere getränkt, meistens Dromedare, oder Esel. Er (der Esel :-) ) liess den Eimer wieder hinunter und am anderen Ende des Seiles war ein Sack mit Löchern, aus dem in kleinen Strahlen das Wasser floss. Nanu, fragte ich ???
    Nun, zum Hände waschen natürlich! Die Hände werden unter den Wasserstrahlen gewaschen und das Wasser im Schlauch bleibt sauber - ist ja klar!
    Holprig und zeitweise an zähem, dornigem Gestrüpp vorbei, führte die Piste weiter, einen Hügel hinauf. Es bot uns ein grandioses Panorama, weit in der Ferne konnten wir die ersten Sanddünen ausmachen. Und weit, weit weg, konnten wir unsere Piste im schier Unendlichen verschwinden sehen. Die beiden Frauen marschierten die "Strasse hinunter" und wir Männer folgten ihnen mit dem Auto, ganz so, wie es sich nach arabischer Manier gehört.
    Ismail manövrierte seinen 4x4 sicher um und über alle Hindernisse und meisterte alle Herausforderungen. Wenn es aber etwas langweilig wurde, suchte er sich neue Hindernisse und freute sich wie ein kleines Kind, wenn er uns zum schaukeln und lachen brachte. Er selbst war sowieso stets am lachen! Bei grossen Sprüngen des Autos hielt sich seine Frau manchmal fest am Arm und haute Ismail eins auf die Schulter. Bei guter Musik und ebenso guter Laune wurde er sogar zum fahrenden Rapper.
    Aber was kam denn da in Sicht. Wer, um Gottes (sorry, hier ist Allah der Chef) Willen baut sich hier draussen im Nirgendwo ein Haus ??? Ach ja, die Armee natürlich, wir sind nur wenige Kilometer von der algerischen Grenze entfernt.

    Nun wurde es zum ersten Mal richtig sandig und Ismail stieg aus und vollführte einen Freudentanz (ich sagte ja, er sein ein Clown). Wir hielten aber nicht nur um zu tanzen. Wir standen mitten in einer Fossilien Fundstelle. In der Jura Zeit, vor etwa 400 Millionen Jahren, war hier ein riesiges Meer. Als es abfloss und alles austrocknete, starben die etwa 400 verschiedenen Pflanzen und Tiere und wurden als Versteinerungen für die Ewigkeit konserviert. Die Vorkommen sind so gross, dass ganze Felsbrocken von Baggern geborgen werden. Die Steine werden zu "Fabriken" und Werkstätten gebracht, wo sie zerschnitten, bearbeitet, poliert und dann verkauft werden.
    Wir entdeckten aber nur ganz gewöhnliche Steine und Felsen - schade. Bis Ismail Wasser auf die Steine spritzte, dann floss der Sand und Staub weg und es kamen wunderschöne Ammoniten und anderes zum Vorschein. Jetzt haben wir auch einige Souvenirs bergen können, auch ohne Bagger.
    Läs mer

  • Mittagessen in der Wüste "Erg Chebbi"

    15 mars 2019, Marocko ⋅ 🌙 24 °C

    Und wieder weiter ins Nichts, doch dann geschah das unvermeidlich, wir blieben mit allen vier Rädern im Sand stecken. Also: TCS (ADAC) anrufen. Nein, natürlich nicht, wir hatten ja Schaufel und Schienen mit dabei und wir waren schnell wieder flott. Merkwürdig, ich hatte die ganze Zeit das Gefühl, dass es die volle Absicht des Spitzbuben war, sich in den Sand zu setzen ;-)
    Wir fanden Spuren von Echsen und Schlangen im Sand, die dürften ein solches Problem nicht kennen.
    Bald näherten wir uns einer Nomadensiedlung, wir waren im Zelt zum Tee geladen. Im Zelt, bedeckt mit Teppichen sass die alte Dame und bereitet den Tee zu. Dazu reichte sie uns Brot, Dattelmarmelade, Erdnüsse und Ziegenjoghurt. Letzteres traf unsere Geschmackssinne leider nicht so richtig.
    Das Dach des grossen Zeltes wurde aus selbst gewobenem Wollstoff Bahnen zusammengenäht und durch Holzpfosten getragen. Es bietet für die ganze Familie Wohn- und Schlafplatz. Ein solches Zelt kann etwa vier Jahre bewohnt werden, danach wird an einem anderen Ort ein neues gebaut. Das alte bleibt stehen und kann als Unterschlupf dienen, bis es nach und nach der Natur zurückgegeben wird - optimales Recycling.
    Drinnen zelebriert unser Lausbub den Tee und lobt wieder einmal Allah "bis millah".
    Bei der nächsten Oase wurden versteinerte Funde und Sandrosen auf Teppichen angeboten, mit angegebenen Preisempfehlungen! Wir stachen den steilen Weg hinunter und bereiteten uns für das Mittagessen vor. Ismail zauberte eine schöne Glut in den Grill und eine Flasche Rotwein aus dem Hut. Seine Frau bereitete den Salat zu und steckte die Brochettes auf die Spiesse. Ein kleiner Holztisch und Faltstühle aus der Migros, dazu Geschirr und Besteck - und schon konnte das Festmahl beginnen - und es war wirklich köstlich! Bei dieser Gelegenheit stellten wir fest, dass unser Fahrer eine Vereinbarung mit seinem obersten Chef getroffen hatte, er war Moslem, trank Wein und Bier, und auch die Zigaretten brachten in nicht in die Hölle. Nebst dem guten leckeren Essen und dem guten Wein, wurde auch unsere Schokolade gross gelobt.
    Nach dem Essen durquerten wir einen Fluss mit echtem Wasser, er fuhr gerade schnell genug, damit die Scheiben wieder sauber wurden. Rasant ging es auf der Piste weiter, den ersten richtig grossen Dünen entlang. Nun wurde der Untergrund weicher und Ismail liess Luft aus den Reifen, so kann man besser im Sand schwimmen.
    Läs mer

  • im Zelt in der Wüste "Erg Chebbi"

    15 mars 2019, Marocko ⋅ 🌙 20 °C

    in die Wüste "Erg Chebbi"

    Freitag, 15. März
    wie geplant, schickt man uns heute in die Wüste und zwar in die "Erg Chebbi".
    um 10:30 werden wir von unserem Fahrer Ismail und seiner Frau erwartet, sie ist für die Verpflegung unterwegs zuständig.
    Es versteht sich von selbst, dass ein solches Abenteuer nicht von Geschriebenem lebt, sondern von Bildern. Deshalb hier nur das Wichtigste.
    Als wir Ismail gestern zum ersten Mal trafen, war es bereits klar, dass wir einen lustigen Ausflug erleben werden, er war stets am lachen und machte Faxen.
    Es zeigte sich im Laufe des Tages, dass er zwar ein Clown ist, aber ein sehr seriöser und vorsichtiger Fahrer.
    Wir packten also das Nötigste und fuhren in Richtung osten davon. Wir verliessen den Asphalt und donnerten mit dem Toyota 4x4 Geländewagen mit bis zu 100 km/h über die glatten Pisten. Noch fuhren wir auf steinigem Untergrund, doch das wird sich ändern.
    Nach vielen Schüttelmanövern - notwendig, oder absichtlich - hielten wir bei dem "Tajin"- Hügel an und wir wurden fachmännisch mit Kopftücher Berber-Like eingewickelt. Auch Ismail und seine westlich gekleidete Frau wurden entsprechend "berberisiert". Weiter ging die Reise ins Ungewisse, bis zu einem Ziehbrunnen, mitten im staubtrockenen Flussbett. Ismail zog am Seil und holte den Eimer herauf - gefüllt mit klarem Wasser. Obschon die Oberfläche trocken und weit und breit nichts grünes zu sehen war, fliesst in etwa vier Meter Tiefe der Fluss mit sehr viel Wasser. Aber zu tief unten für die meisten Pflanzen. Ab und zu, wenn es regnet, wird das ganze Gebiet vollständig überflutet, dann kann man für eine Weile den Fluss nicht mehr überqueren. Die einzigen Pflanzen, die lange Dürren, bis zu etwa sieben Jahren, überleben, sind die Palmen. Ismail holte also das Wasser im Eimer hoch und leerte es in den Kanal, aus diesem werden von den Nomaden die Tiere getränkt, meistens Dromedare, oder Esel. Er (der Esel :-) ) liess den Eimer wieder hinunter und am anderen Ende des Seiles war ein Sack mit Löchern, aus dem in kleinen Strahlen das Wasser floss. Nanu, fragte ich ???
    Nun, zum Hände waschen natürlich! Die Hände werden unter den Wasserstrahlen gewaschen und das Wasser im Schlauch bleibt sauber - ist ja klar!
    Holprig und zeitweise an zähem, dornigem Gestrüpp vorbei, führte die Piste weiter, einen Hügel hinauf. Es bot uns ein grandioses Panorama, weit in der Ferne konnten wir die ersten Sanddünen ausmachen. Und weit, weit weg, konnten wir unsere Piste im schier Unendlichen verschwinden sehen. Die beiden Frauen marschierten die "Strasse hinunter" und wir Männer folgten ihnen mit dem Auto, ganz so, wie es sich nach arabischer Manier gehört.
    Ismail manövrierte seinen 4x4 sicher um und über alle Hindernisse und meisterte alle Herausforderungen. Wenn es aber etwas langweilig wurde, suchte er sich neue Hindernisse und freute sich wie ein kleines Kind, wenn er uns zum schaukeln und lachen brachte. Er selbst war sowieso stets am lachen! Bei grossen Sprüngen des Autos hielt sich seine Frau manchmal fest am Arm und haute Ismail eins auf die Schulter. Bei guter Musik und ebenso guter Laune wurde er sogar zum fahrenden Rapper.
    Aber was kam denn da in Sicht. Wer, um Gottes (sorry, hier ist Allah der Chef) Willen baut sich hier draussen im Nirgendwo ein Haus ??? Ach ja, die Armee natürlich, wir sind nur wenige Kilometer von der algerischen Grenze entfernt.

    Nun wurde es zum ersten Mal richtig sandig und Ismail stieg aus und vollführte einen Freudentanz (ich sagte ja, er sein ein Clown). Wir hielten aber nicht nur um zu tanzen. Wir standen mitten in einer Fossilien Fundstelle. In der Jura Zeit, vor etwa 400 Millionen Jahren, war hier ein riesiges Meer. Als es abfloss und alles austrocknete, starben die etwa 400 verschiedenen Pflanzen und Tiere und wurden als Versteinerungen für die Ewigkeit konserviert. Die Vorkommen sind so gross, dass ganze Felsbrocken von Baggern geborgen werden. Die Steine werden zu "Fabriken" und Werkstätten gebracht, wo sie zerschnitten, bearbeitet, poliert und dann verkauft werden.
    Wir entdeckten aber nur ganz gewöhnliche Steine und Felsen - schade. Bis Ismail Wasser auf die Steine spritzte, dann floss der Sand und Staub weg und es kamen wunderschöne Ammoniten und anderes zum Vorschein. Jetzt haben wir auch einige Souvenirs bergen können, auch ohne Bagger.
    Und wieder weiter ins Nichts, doch dann geschah das unvermeidlich, wir blieben mit allen vier Rädern im Sand stecken. Also: TCS (ADAC) anrufen. Nein, natürlich nicht, wir hatten ja Schaufel und Schienen mit dabei und wir waren schnell wieder flott. Merkwürdig, ich hatte die ganze Zeit das Gefühl, dass es die volle Absicht des Spitzbuben war, sich in den Sand zu setzen ;-)
    Wir fanden Spuren von Echsen und Schlangen im Sand, die dürften ein solches Problem nicht kennen.
    Bald näherten wir uns einer Nomadensiedlung, wir waren im Zelt zum Tee geladen. Im Zelt, bedeckt mit Teppichen sass die alte Dame und bereitet den Tee zu. Dazu reichte sie uns Brot, Dattelmarmelade, Erdnüsse und Ziegenjoghurt. Letzteres traf unsere Geschmackssinne leider nicht so richtig.
    Das Dach des grossen Zeltes wurde aus selbst gewobenem Wollstoff Bahnen zusammengenäht und durch Holzpfosten getragen. Es bietet für die ganze Familie Wohn- und Schlafplatz. Ein solches Zelt kann etwa vier Jahre bewohnt werden, danach wird an einem anderen Ort ein neues gebaut. Das alte bleibt stehen und kann als Unterschlupf dienen, bis es nach und nach der Natur zurückgegeben wird - optimales Recycling.
    Drinnen zelebriert unser Lausbub den Tee und lobt wieder einmal Allah "bis millah".
    Bei der nächsten Oase wurden versteinerte Funde und Sandrosen auf Teppichen angeboten, mit angegebenen Preisempfehlungen! Wir stachen den steilen Weg hinunter und bereiteten uns für das Mittagessen vor. Ismail zauberte eine schöne Glut in den Grill und eine Flasche Rotwein aus dem Hut. Seine Frau bereitete den Salat zu und steckte die Brochettes auf die Spiesse. Ein kleiner Holztisch und Faltstühle aus der Migros, dazu Geschirr und Besteck - und schon konnte das Festmahl beginnen - und es war wirklich köstlich! Bei dieser Gelegenheit stellten wir fest, dass unser Fahrer eine Vereinbarung mit seinem obersten Chef getroffen hatte, er war Moslem, trank Wein und Bier, und auch die Zigaretten brachten in nicht in die Hölle. Nebst dem guten leckeren Essen und dem guten Wein, wurde auch unsere Schokolade gross gelobt.
    Nach dem Essen durquerten wir einen Fluss mit echtem Wasser, er fuhr gerade schnell genug, damit die Scheiben wieder sauber wurden. Rasant ging es auf der Piste weiter, den ersten richtig grossen Dünen entlang. Nun wurde der Untergrund weicher und Ismail liess Luft aus den Reifen, so kann man besser im Sand schwimmen. Da, plötzlich standen Tiere vor uns, einfach so, aus dem Nichts. Es waren wilde Esel, auch Dromedare kamen bald in Sicht. Und jetzt kommt sie, die erste richtige Sanddüne, ein schönes Gefühl, in der Wüste, barfuss im Sand zu gehen. In ein paar Minuten kamen wir am Tagesziel an, dem Sahara Garden Hotel.
    Nach einem Tee und einer Besichtigung des Hotels trafen wir uns bei Hamid, der uns auf die Dromedare steigen half. Wir beide, auf den Dromedaren, ein lustiges Bild. Wir wurden von Hamid auf die Düne geführt, um von dort die untergehende Sonne zu betrachten. Er hatte ein Talent, gute Fotos zu schiessen und schöne Zeichnungen in den Sand zu malen. Wir genossen lange diese Gefühl der Ewigkeit und des "Einssein" mit der Wüste, wir möchten es nicht missen. Zurück beim Hotel zeigte uns Hamid einige Kunstwerke aus Fossilien und wir kauften eine schöne, kleine Schale mit einem Ammoniten. Wir bezogen unser Zelt und wurden zum Abendessen erwartet. Couscous, Poulet-Tajine und Rind-Brochettes wurden serviert - wie üblich, viel zu viel. Auch hier wurde irgendwie eine Flasche Rotwein hervorgezaubert, und alle tranken davon. Voller Eindrücke und müde krochen wir bald in unser Zelt.
    Spät in der Nacht schlichen wir uns aus dem Zelt und konnten am mondlosen Himmel den Sternenhimmel betrachten.
    Läs mer

  • zurück von der Wüste

    16 mars 2019, Marocko ⋅ ☀️ 25 °C

    Bereits um 8:30 Uhr konnten wir ein feines Frühstück speisen. Brot, Butter, Konfitüren, Joghurt und gekochte Eier. Dazu Kaffee, Tee und Wasser. Wir packten unsere Sachen im Zelt, in dem wir gut geschlafen hatten und starteten erneut. Die Reifen wurden wieder aufgepumpt, dann fuhren wir zu einem Nomaden Depot. Die Nomaden können ihre Heimarbeiten hier ausstellen und verkaufen. Als nächsten fuhren wir zu einem See, nicht irgend einen See, sondern zu einem Zeitsee. Im See gibt's nur ab und zu Wasser, so wie jetzt und dann kommen viele Tiere, wie Flamingos oder Gänse hier her. Die letzte Station war eine "Fabrik", hier wurde uns erklärt, wie die Felsen und Steine mit den Fossilien zersägt und zu Kunstwerken bearbeitet werden. In der grossen Ausstellung konnten wir wirklich schöne Sachen sehen. Zurück auf dem Platz war Duschen angesagt, wir waren voll Sand und Staub. Und dann, zum Abschluss, wurde uns eine Pizza bèrbère gebracht. Ein gut gewürztes Fladenbrot, gefüllte mit ebenso würzigem Rindfleisch und Getreiden.Läs mer

  • Rissani und in die Wüste "Erg Chebbi"

    18 mars 2019, Marocko ⋅ ☀️ 23 °C

    wir verlassen gegen Mittag den schönen Campingplatz Karla, nördlich von Erfoud und fahren nach Er Rissani.

    Rissani liegt unweit der Ruinen der ehemaligen Karawanenstadt Sidschilmasa, die im Mittelalter für Marokko von großer Bedeutung war. Der Ursprung von Rissani ist eng verbunden mit der Dynastie der Alawiden, die seit dem 17. Jahrhundert über Marokko regiert. Die Alawiden zeigen sich auch heute noch sehr heimatverbunden, denn immer wieder werden die Stadt und ihre Umgebung mit einem neuen Bauwerk (Monumentaltor) geschmückt, oder aber ältere Bauten werden instand gehalten (Mausoleum) oder restauriert (Ksar Abouam).

    Hier war gerade der grosse Sonntagsmarkt, den wir natürlich sehen mussten. Wir haben ja schon viele Märkte gesehen, aber dieser war wirklich marokkanisch, Ein Gezeter überall, praktisch keine Touristen und man konnte, wenn man die Verkäufer einfach nicht beachtete, alles in Ruhe anschauen. Wir wollten hier noch ein paar Kilo Orangen, Erdbeeren und ein paar Bananen einkaufen, aber erst am Schluss. Etwas Neues für uns war der Ziegen und Schaf Markt. Am Boden des eingezäunten Geländes lagen Seile, an denen jedes einzelne Tier an einem Bein fest angezurrt war, nur die Lämmer und Geisslein blieben frei bei ihren Müttern. Draussen waren grosse Haufen von Grünzeug aufgeschichtet, wir hatten keine Ahnung, ob man das Zeug essen kann, also: fragen. Es war Futter für die Tiere, welches man für die langen Transporte auch gleich hier kaufen konnte.
    Beim Verlassen des Marktes hielten wir beim Früchtestand und wollten Orangen kaufen. Wir wollten - da kam der Herr Mohamed, der gut deutsch sprach. Er lud uns spontan zu einem Tee ein und riet uns, die Früchte weiter drinnen im Markt zu kaufen, dort seien sie viel besser. Er gab sich als offizieller Führer zu erkennen, mit Ausweis. Wir kauften also Orangen und Bananen beim "besseren" Händler. Da wir es recht lustig mit Mohamed hatten, fragten wir ihn, ob man hier auch grosse Blech-Laternen kaufen könne. Klar, sagte er und führte uns prompt zu einem Nomaden Depot (der geneigte Leser ahnt schon, wie es weiter geht). Nun, im Depot fanden wir wirklich die gesuchten Laternen und wie es sich gehört, begann jetzt der grosse Handel. Wir waren ja wirklich keine Experten, aber wir wussten von anderen Leuten, wo wir am Ende etwa landen sollten. Er bot uns 2 Laternen für 2'300 DH an, das war natürlich viel zu viel, ich bot ihm 800 DH an (wir wollten bei etwa 1'200 DH landen). Jetzt begann das Spiel, mit Tee und viel reden. Er war zufrieden und wir gingen ebenfalls zufrieden mit 3 statt 2 Laternen für 1'800 DH aus dem Nomaden Depot. Der Verkäufer sagte uns, dass es sehr schön war, mit uns zu handeln und schenkte uns dafür zwei schöne Gewürzschalen.
    Mit der ganzen Bagage, Mohamed half uns beim tragen, landeten wir beim WoMo - und jetzt kommt der Clou. Mohamed bedankte sich ebenfalls für die gute Zeit, wünschte uns eine gute Weiterreis, und er wäre froh, wenn wir ihn als Stadtführer weiterempfehlen würden - klar, machen wir. Man trifft Mohamed am Markt, im Restaurant, gegenüber der Banque Agricol. (er wollte übrigens nichts für seine Unterstützung)
    Vielleicht werden wir ihn auf der Rückfahrt treffen und mit ihm zusammen das Karavanenviertel anschauen und eine Pizza Berbère backen. (Insh' allah)

    Nach diesem Abenteuer fuhren wir wieder der Einsamkeit entgegen, wieder an den Rand der Wüste "Erg Chebbi", diesmal weiter südlich. Wir fanden einen schönen Platz in der Kasbah Mohayut, etwas nördlich von Merzouga. Der Chef Berber, Hassan, spricht deutsch und sogar einige Brocken lustiges schweizerdeutsch. Das Hotel ist sehr sauber und schön eingerichtet, wir Camper dürfen die gesamte Infrastruktur kostenlos mitbenutzen.
    Gegen Abend zeigten sich plötzlich Wolken am Himmel. Wolken in der Wüste ? Eigentlich ungewohnt. Die entfernteren Berge verschwanden in einem Nebel und die Sonne verschwand ganz - nichts gutes! Es baute sich tatsächlich ein Sturm auf - ein Sandsturm! Da heisste es "Schotten dicht" und warten, bis es vorbei geht. Draussen wurde die Luft immer trüber und im WoMo immer heisser - es war bereits 31°C draussen. Zum Glück ging der grösste Teil des Sandsturmes an uns vorbei, aber man konnte dennoch meinen, wir wohnen in einem Sandkasten.
    Läs mer

  • Kasbah Mohayut in der Wüste

    18 mars 2019, Marocko ⋅ ☀️ 26 °C

    am 19. Januar sind wir in Marokko eingereist, will heissen, wir sind jetzt schon 2 Monate im Land - und, sofern alles gut geht - können wir noch zwei Monate bleiben.
    Ein wunderbarer Morgen erwartete uns, Susann ging zur Hotelrezeption, um Brot zu kaufen - kaufen geht nicht, das gehört zum Service des Platzes!
    ( https://www.hotelmohayut.com )
    Nach dem Frühstück mussten wir uns wieder einmal bewegen, so spazierten wir der Piste entlang ins Dorf und konnten endlich einen schönen Aufkleber für das Auto kaufen; ein schönes Berbergesicht mit Kopftuch. Auch ein Arganöl für die Haut lag gerade noch drin. Weiter, wieder den Dünen entgegen, sahen wir einen Stellplatz, direkt am Sand, da werden wir bald auch stehen. Wir kamen zu einem Brunnen, an dem man Wasser schöpfen kann, zwei Berberinnen füllten hier ihre Wasserflaschen.
    Unser Retourweg führte durch die Palmengärten, entlang der vielen Wasserkanälen. Es ist schon ein merkwürdiger Anblick, 10 Meter von den Dünen entfernt, wachsen Palmen, gedeihen Getreide, Gemüse und Gewürze. Weil eben das reichliche Wasser aus etwa vier Metern heraufgepumpt werden kann.
    Mitten im Palmengarten stiessen wir auf ein bildschönes, kleines Kaffee. Ein junger Mann und sein Bruder haben es ganz schlicht, aber sehr bunt und sauber errichtet. Solche Perlen muss man natürlich schätzen und unterstützen, so bestellen wir etwas zu trinken. Vom Gipfel einer hohen Düne sahen wir jemanden herunterrennen - nein, er kam auf einem Snowboard heruntergeflitzt. Im Dorf kann man nämlich Ski- und Bordausrüstung mieten!
    Wieder am Platz, nach etwa 10 Kilometer Spaziergang - es wurde langsam heiss - genossen wir die Erdbeeren, welche wir gestern am Markt gekauft hatten.
    Wir genossen die Wärme, den angenehmen Wind und den Blick auf die Dünen. Die ersten Dromedar Züge machten sich bereits auf den Weg, um Übernachtungsplätze in der Wüste zu erreichen und für den Sonnenuntergang am richtigen Ort zu sein. Wir hingegen genossen einen frischen, marokkanischen "Cabernet Sovignon", bevor wir um 19:30 die Küche des gepriesenen Restaurants testeten.
    Das servierte Menu war wirklich ein Hit. Zuerst eine würzige Suppe, gefolgt von überbackene Auberginen und Kartoffelsalat. Als Hauptmenü wurde eine Poulet-Tajine vom feinsten gebracht, danach eine Vanille Crème mit Dattelmarmelade - seeeeeehhhhr lecker. Das Restaurant hat die vorab gute Kritik wirklich verdient!
    Läs mer

  • Ausflug nach Merzouga مرزوقة ⵎⴰⵔⵣⵓⴳⴰ

    19 mars 2019, Marocko ⋅ ☀️ 25 °C

    am Vormittag wanderten wir barfuss etwa zwei Stunden in den Dünen herum. Weil wir erwarteten, dass der Sand bald heiss werden würde, haben wir die Socken mitgenommen – und das war gut so. Wir haben danach das Dorf Merzouga besucht. Die eine Literatur spricht von einem öden Berberdorf, andere davon, dass reiche Bürger zurückkommen und investieren. Klar, wir wollten unsere eigene Meinung bilden. Wir fuhren die trostlose Strecke bis zum Dorf, zwängten uns durch das grosse, aber enge Stadttor hindurch und staunten, dass es hinter dem Tor eigentlich nichts gab, ausser einer baufälligen Strasse. Das änderte sich aber nach ein paar hundert Metern. Die ersten Häuser tauchten auf und ein neues Ortszentrum mit frisch gepflanzten Palmen erschien, welches zum Bummeln einlud. Wir fuhren ein paar Meter weiter, wo wir schon von Agenten der Campingplätze ins Radar genommen wurden. Einer davon war besonders hartnäckig, er verfolgte uns von nun an den ganzen Tag. Wir erkundeten den zweiten schönen Teil des Orten und konnten in einem sehr freundlich eingerichteten Geschäft, einem «Hérbier», Gewürze kaufen. Fast um unseren Verfolger zu ärgern, nahmen wir in einem Restaurant Platz, um ein «Omlette bèrbèr» zu essen. Es war eine riesige, aber sehr, sehr leckere Mahlzeit und es gesellte sich ein etwa drei jähriges Mädchen, ein Lockenkopf einfach so nehmen uns hin.
    Damit noch nicht genug, wir besuchten den Krämerladen und kauften auch noch ein : 1kg Mehl, 300g Salz, 2 Joghurts und 2 Karamell-Flans, für 14 Dirham !!!
    Ich sprach den Agenten an, der nur auf seine Provision aus war, dass die Europäer ein solches Vorgehen nicht mögen, und dass wir nun wieder zurück an den Wüstenrand fahren.
    Wir logierten im Desert-Hotel, La Chance auf dem Campingplatz, direkt am Rand der Dünen. Auch hier wurden wir wieder sehr freundlich begrüsst und willkommen geheissen. Gegen halb sieben machten wir uns wieder auf «die Socken», in die Wüste. Wir stiegen auf eine entfernte Düne hinauf und betrachteten den Sonnenuntergang. Auf einem anderen Hügel schauten wir einer Schar Hühner, pardon, Chinesen zu, welche in der Abendgarderobe mit den Dromedaren hochstiegen und ein Foto-shooting veranstalteten. Natürlich nicht ohne das entsprechende Geschnatter und die notwendigen Verrenkungen. Die beiden Dromedar Führer haben sich derweil auf eine andere Düne zurückgezogen, ich möchte gerne wissen, was sie über diese Veranstaltung dachten.
    Wir schauten der Sonne zu, wie sie, fast ohne Dämmerung hinter dem Horizont verschwand. Der Fast-Vollmond erschien am Firmament und wir konnten noch lange den Sternenhimmel bestaunen.
    Läs mer

  • auf nach Er Rachidia الرشيدية ⵉⵎⵜⵖⵔⵏ

    20 mars 2019, Marocko ⋅ ☀️ 17 °C

    die ganze Nacht blies ein starker Wind, fast schon ein Sturm und wir wurden kräftig herumgeschüttelt, aber zum Glück war es kein Sandsturm. Dennoch flog der feine Sand durch alle Ritzen. Bereits um halb acht ging die Sonne auf, ohne Dämmerung und wir konnten ihr vom Bett aus zuschauen, draussen war es nur 12 Grad kühl.
    Während ich unseren Aufenthalt im "la chance" bezahlte, fuhr Susann mit dem Auto um das Hotel herum. Wir haben rasch noch Milch und Butter beim Krämer eingekauft und uns dann auf den Weg nach Norden gemacht. Auf einer langen Strecke war nur Einsamkeit zu sehen, dann wurden Kanäle sichtbar und viele Palmengärten säumten unseren Weg. Die Gärten waren schön gepflegt, viele davon waren Aufzuchten. Es viel uns auf, dass praktisch kein Abfall an den Strassenrändern lag, es geht also doch.
    Die Strasse führte den hohen Felsen entlang durch das Ziz Tal. Auf einem Aussichtsplatz über dem Tal, assen wir etwas, Gänsepastete mit Brot. Es war erstaunlich, wie grün das Ziz Tal war, obwohl wir viele ausgetrocknete Flussbetten überquerten.
    Zum ersten Mal im Süden trafen wir hier in Er Erichidia begrünte Plätze vor, richtiges Gras. In der Stadt sieht man viele Soldaten, weil hier grosse Kasernen sind. Wir verliessen die Stadt und suchten einen Platz am Stausee, was nicht einfach war, denn es gibt hier keine Campingplätze. Auf gut Glück folgten wir einer festen Piste in Richtung See, und siehe da, wir konnten bis ans Ufer fahren. Hier sass ein Mann, der uns begrüsste und uns erklärte, wir können gut hier bleiben. Die Gebäude am Hügel über uns gehören dem Bürgermeister, auch hohe Militärs wohnen dort, da könne uns nichts passieren. Er selbst war LKW-Fahrer des Bürgermeisters. So richteten wir uns gemütlich ein, beobachteten die Kormorane und Gänse und genossen die Wärme der Sonne. Noch vor deren Untergang assen wir etwas Besonderes: "Raclette bèrbère". Kaum war die Sonne weg, wurde es bereits recht kühl und wir sassen ins Auto.
    Läs mer

  • die heissen Quelle im Ziz Tal

    21 mars 2019, Marocko ⋅ ☁️ 10 °C

    die Sonne scheint zwar, aber es war nur 8 Grad draussen und wir nahmen unser Frühstück einmal drinnen ein. Wir haben unser strategisches Ziel geändert und wollen nun nach Melilla, der spanischen Enklave, um unsere Aufenthaltsverlängerung selbst in die Hand nehmen. Wir brachen also in Richtung norden auf und hielten bei einer heissen Quelle im Ziz Tal an, leider waren nur Männer im Pool am Fluss und ihre Blicke waren eindeutig: Frauen sind nicht willkommen - schade!Läs mer

  • Barrage Mohamed V

    21 mars 2019, Marocko ⋅ ☁️ 9 °C

    Wir fuhren bergauf und bergab, auf einer Höhe von 1'500m sahen wir rosa blühende Bäume, wir konnten leider nicht nahe genug heran, um sie zu erkennen, ev. Pfirsiche.
    Je mehr wir nach Norden kamen, je grüner wurde es, auf allen Hügeln und Feldern zeigte sich ein grüner Flaum. Vor einem weitere Pass passierten wir eine Barriere, "Bei Schnee geschlossen" :-). Weiter oben auf dem Pass, bei etwa 1'800 m, wuchsen wieder Kiefern, fast wie in den Alpen.
    Auf 1'900m war es nur noch 5 Grad, aber in der trostlosen Ebene unten wurde es wieder viel wärmer. Ab und zu ein verwunschenes Dorf, welches an einem Hang klebte oder ein dürres Gestrüpp, das waren unsere Begleiter. Wir begegneten auch praktisch keinen Autos. Später, bei Guercif, wurde es wieder belebter und grüner, wir fuhren kilometerlangen Oliven- und Eukalyptushainen entlang. Am Barrage Mohamed V. haben wir an einer ruhigen Stelle übernachtet um am nächsten Morgen nach "Spanien" zu fahren und neue Stempel in die Passe zu bekommen.
    Läs mer

  • Nador / Mellida, Visum verlängerung

    22 mars 2019, Marocko ⋅ ☁️ 14 °C

    Wir haben am See wunderbar geschlafen, ab und zu fuhr weit weg ein Zug vorbei, der uns absolut nicht störte. Wir nahmen, wie geplant, die eintönige Fahrt nach Nador unter die Räder. Bereits vor der Stadt wussten wir, dass es uns hier nicht gefallen würde, kilometerlange Berge von Plastikabfall! Wir parkten 100m vor der Grenze zu Melilla und überquerten den Zoll zu Fuss, nach etwa einer Stunde war der ganze Papierkram, bei dem uns die freundlichen Polizisten und Zollbeamten beider Länder freundlich halfen, erledigt - und wir könnten nun bis zum 21. Juni 2019 in Marokko bleiben.
    Wieder zurück, aber diesmal nach Taza, hier war alles grün, ganz ohne Bewässerung, es sieht fast so aus, als wäre man im CH-Mittelland. Wir suchten vergebens einen Campingplatz, der musste offensichtlich den Renovationen weichen. So fuhren wir in den Taza Nationalpark hoch und stellten uns auf einen grossen Parkplatz mit einer prachtvollen Aussicht auf das Tal. Kaum hatten wir uns eingerichtet, traf ich einen netten Mann, der mit dem Mofa hergefahren war. Er wies sich als Parkwächter aus und hiess uns freundlich willkommen und wollte wissen, ob wir über Nacht hier bleiben wolle. Ich bestätigte unsere Absicht und er fotografierte unsere Pässe, er versicherte uns auch, dass wir hier sicher stehen können.
    Ein prima Steinpilz Risotto krönte den Tag - und gute Nach
    Läs mer

  • Anfahrt nach Fès فاس ⴼⴰⵙ

    23 mars 2019, Marocko ⋅ ☀️ 15 °C

    es war die ganze Nacht absolut ruhig. Am Morgen, gegen sieben Uhr erwachten wir und staunten über den dichten Nebel rund um uns herum, es war auch nur acht Grad kühl und wir beschlossen, noch im Bett zu bleiben. Wir waren kaum mit dem "Zmorge" fertig, fuhr ein Auto auf den Platz und ein Mann betrachtete unser WoMo. Ich stieg aus und begrüsste ihn, auch er war sehr freundlich. Es war ein "Gendarme", also ein Polizist, bewaffnet und in Uniform - es war unsere erste Polizeikontrolle. Nun, Kontrolle kann man es nicht nennen, er fragte, wie uns geht und wohin wir wollen. Dann hiess er uns in Marokko willkommen und wünschte uns eine gute Reise. Auch nach dem Frühstück war von Sonne noch nichts zu sehen und wir beschlossen, auf der Autobahn A2 nach Fès zu fahren.
    Über die Fahrt an sich gibt es nicht viel zu erzählen. Die Autobahn ist 1. Klasse und die Gegend erinnert an das CH Mittelland oder den Jura. Hier ist es wirklich Frühling geworden, die Bäume blühen, Wiesen und angebaute Felder gedeihen ohne Bewässerung. Bereits vor Fès erwartete uns das normale Chaos, nachdem wir lange die Ruhe geniessen konnten. Vom Platz "Borj Süd" aus hatten wir eine wunderbare Aussicht auf die drei Stadtteile der Stadt. Direkt unter uns lag das alte Quartier.
    Wir werden morgen mehr von der Stadt sehen, für heute fahren wir zum Carrefour einkaufen (inkl. Wein) und dann zum Campingplatz "Diamant Vert".
    Läs mer

  • Fès, in der Stadt

    24 mars 2019, Marocko ⋅ ☁️ 23 °C

    Fès فاس ⴼⴰⵙ

    Samstag, 23. März
    es war die ganze Nacht absolut ruhig. Am Morgen, gegen sieben Uhr erwachten wir und staunten über den dichten Nebel rund um uns herum, es war auch nur acht Grad kühl und wir beschlossen, noch im Bett zu bleiben. Wir waren kaum mit dem "Zmorge" fertig, fuhr ein Auto auf den Platz und ein Mann betrachtete unser WoMo. Ich stieg aus und begrüsste ihn, auch er war sehr freundlich. Es war ein "Gendarme", also ein Polizist, bewaffnet und in Uniform - es war unsere erste Polizeikontrolle. Nun, Kontrolle kann man es nicht nennen, er fragte, wie uns geht und wohin wir wollen. Dann hiess er uns in Marokko willkommen und wünschte uns eine gute Reise. Auch nach dem Frühstück war von Sonne noch nichts zu sehen und wir beschlossen, auf der Autobahn A2 nach Fès zu fahren.
    Über die Fahrt an sich gibt es nicht viel zu erzählen. Die Autobahn ist 1. Klasse und die Gegend erinnert an das CH Mittelland oder den Jura. Hier ist es wirklich Frühling geworden, die Bäume blühen, Wiesen und angebaute Felder gedeihen ohne Bewässerung. Bereits vor Fès erwartete uns das normale Chaos, nachdem wir lange die Ruhe geniessen konnten. Vom Platz "Borj Süd" aus hatten wir eine wunderbare Aussicht auf die drei Stadtteile der Stadt. Direkt unter uns lag das alte Quartier.
    Wir werden morgen mehr von der Stadt sehen, für heute fahren wir zum Carrefour einkaufen (inkl. Wein) und dann zum Campingplatz "Diamant Vert".

    Wir blieben drei Tage in Fès und fuhren entweder mit dem Bus 15/17 für 8 DH, oder mit dem Petit Taxi für 40 DH in die Stadt hinein. Zurück kamen wir auf denselben Wegen, je nach dem, wie viel Gepäck wir uns bei uns hatten.
    In diesem Bericht werde ich nicht viel über die Stadt erzählen, da sprechen wiederum die Bilder mehr.
    Aus unserer Sicht hatte sich der Besuch von Fès absolut gelohnt. Die drei Quartiere sind sehr verschieden, und dennoch haben sie alle einen gemeinsamen Flaire. Die Medina, mit ihrer schieren Grösse birgt so viele Geheimnisse, dass man diese erst beim zweiten oder dritten Besuch findet. So zum Beispiel der weisse Turm, der nur über eine 40cm schmale, verwinkelte Gasse aus einem Berbergeschäft besteigen kann. Oder die Koranschule "Medersa Bour Inania", direkt gegenüber der hydraulischen Wasseruhr, welche mit UNSECO Mitteln renoviert wurde.
    Erwähnenswert sind auch die Bedingungen, unter welchen die Gerber, Färber, Tischler oder Weber arbeiten.

    Fès ist eben eine Stadt aus dem Mittelalter, aus 1001 Nacht, nur eben mit Strom.
    Läs mer

  • Ifrane und Umgebung إفران ⵉⴼⵔⴰⵏ

    27 mars 2019, Marocko ⋅ 🌧 12 °C

    nach etwas Regen haben wir heute unser Auto geputzt, mit Staubsauger und Teleskopbürste. Dann nahmen wir den Weg in Richtung Ifrane unter die Räder. Aber nicht auf direkter Strecke, sondern via Sefrou. Dies ist die Kirschen Gegend. Wir waren aber schon etwas enttäuscht, dass wir praktisch keine Kirschbäume, sondern Agaven und Olivenbäume sahen. Wo kommen denn die Kirschen her ???
    Nun, nach ein paar Kilometern zweigten wir zu den Seen ab und standen sie. Grosse Kulturen von Kirsch- und Pfirsichbäumen, dazu grosse Felder, auf denen Zwiebeln geerntet wurden. Nach einem Stopp am Aouasee, wo und zwei Jungs auf ihren geschmückten Kleinpferden besuchten, stellten wir fest, dass sich das Wetter nicht zu bessern schien. So fuhren wir nach Irfane weiter und wollten, statt am See, auf dem Campingplatz ARZ übernachten. Dieser Platz soll sehr gut ausgebaut und schön sein. Leider fanden wir ihn geschlossen und verwahrlost, genauso wie den anderen Platz in der Stadt. Dabei hatte uns die Stadt mit ihren schönen Giebeldach-Häusern und gepflegten Gärten, welche an Dörfer im Schwarzwald erinnern, sehr freundlich empfangen. So verliessen wir die Stadt mit gemischten Gefühlen und fanden einen guten Platz vor Azrou "Emirates ...". Nach einem Spaziergang durch die Gegend stellten wir fest, dass die Bauherren hier "spinnen". Einige grosse, im Schlossstil mit Türmen und Zinnen stehen hier leer und gelangweilt herum. Wahrscheinlich öffnen sie erst im Sommer. Vom Campingplatz, direkt über der (ebenfalls leeren) Hotelanlage, hat man einen herrlichen Ausblick auf die Umgebung. Wir standen schön eingebettet zwischen Kirschbäumen, während andere einen ungemütlicheren Platz suchen mussten, weil er sich am Abend sehr füllte.
    Nachdem wir wieder ein Brot und noch einen Apfelkuchen gebacken hatten war es bereits Zeit fürs Abendesse : Kalbsplätzchen mit Kartoffelstock und Salat, wobei das Kalb seine Jugendzeit wohl schon länger hinter sich hatte.
    Läs mer

  • Bummel durch Ifrane

    28 mars 2019, Marocko ⋅ 🌧 15 °C

    wir nahmen das Angebot des Platzwartes an, uns nach Ifrane zu fahren. Dabei erklärte er uns, weshalb viele Betriebe leer stehen, oder Konkurs gehen, so wie der grosse Campingplatz ARZ in der Stadt. Betriebe und Anlagen, welche von Ausländern geführt werden, müssen jedes Jahr dafür eine Bewilligung einholen. Weil aber die Behörden so schlampig arbeiten, werden diese Bewilligungen zu spät, oder gar nicht (weil vergessen, oder Kompetenzproblemen) ausgestellt und das Geschäft geht pleite. Dann wird das Land zum Spekulationsobjekt, kann günstig gekauft werden, um darauf Häuser zu bauen.
    Wir wurden also in die Stadt kutschiert und beim Ifraner Steinlöwen ausgeladen. Von hier bummelten wir zum See hinunter und dann in die Stadt.
    Auf den ersten Blick erscheint der Ort wie ein Dorf aus dem Schwarzwald. Auf den zweite Blick scheint die Stadt ihre beste Zeit schon eine lange Weile hinter sich zu haben. Mag sein, dass im Sommer und Winter hier Hochbetrieb herrscht. Dann sieht man vielleicht nicht, dass die meisten Häuser renovations bedürftig oder bereits baufällig sind. Einige sind sogar in einem so desolaten Zustand, dass sie nicht mehr bewohnt werden können.
    Wir nahmen den Rückweg, etwa 17km, zu Fuss in Angriff, denn wir wollten wieder einmal etwas Bewegung!
    Durch dichten Wald, hauptsächlich Atlas-Zedern und Steineichen, dann an einem Zeitsee entlang, führte uns der Weg unverhofft an eine Fischzucht. Wir durften einfach so die Anlage besichtigen. In den verschiedenen Frischwasserbecken wurden Forellen gezüchtet. Die Grössten Fische schätzten wir auf gut 50cm Länge.
    Der Rückweg führte wieder an Kirsch- und Pfirsichbäumen vorbei, die in voller Blüte standen. Hier und dort wurden schöne, neue, grosse Häuser gebaut, während andere wohl nie fertig werden, oder vorher verfallen.
    Läs mer

  • Khénifra خنيفرة ⵅⵏⵉⴼⵕⴰ

    29 mars 2019, Marocko ⋅ ☁️ 24 °C

    bevor wir den Platz in Azrou verlassen, wandern wir quer über die Hügel und quer durch die ärmlichen Berberbehausungen nach Azrou. Einerseits wollten wir das Städtchen mit seinen bekannten Holzhäusern sehen, andererseits wollten wir am Markt einkaufen. Den Markt haben wir nach einer langen Besichtigung des Ortes gefunden und auch unsere Einkäufe tätigen können. Aber die besagten Holzhäuser haben wir beim besten Willen nicht finden können. Wir wollten dann mit dem Taxi zurückfahren, was aber ein schwieriges Unterfangen war. Die "petit Taxis" wollten uns nicht fahren (warum auch immer), dann versuchten wir es auf Anraten bei den "grand Taxis". Hier hatte aber einfach keiner Lust dazu, oder hatte Angst, einen grösseren Kunden zu verpassen. Nach einer gefühlten, marokkanischen Ewigkeit, konnten wir dann tatsächlich in einem eher antiken Mercedes zum Campingplatz zurückfahren.
    Nun begann unsere heutige Reise. Wir fuhren zu den Berberaffen, ein Parkplatz, mit Souvenir Shops, bei dem frei lebende Berberaffen im Nationalpark leben. Sie sind handzahm und man kann sie mit Erdnüssen füttern. Wir fuhren von hier aus weiter, Richtung Süden, mit dem Fernziel Khénifra. Aber nicht auf der Hauptstrasse, sondern. auf einer kleineren Strasse quer durch den Zedernwald. Bald schon merkten wir, dass wir auf der schlechten Strasse, so schön die Umgebung auch war, eine mittlere Ewigkeit für die geplante Strecke benötigen würden. Natürlich wäre es möglich, unterwegs neben der Strasse zu übernachten, aber es war Regen angesagt und das ist in dieser Gegend ein "no go" fürs freie stehen. Also drehten wir um und nahmen einen anderen, nicht weniger schönen Weg. Die Strasse war gut und wir begegneten sogar einigen Berberaffen. Allerdings begegneten wir auch einigen aufdringlichen Kindern aus den Berber Behausungen, aber wir konnten diese Situationen gut meistern, ohne Geschenke, oder Schokolade zu verteilen. Es schien und unglaublich, in welchen Behausungen diese Familien mit ihren Tieren wohnen. Die Umgebung hingegen war bezaubernd, dichte Wälder und grosse Steinwüsten, dann wieder Landwirtschaft und Kirchbäume.
    Als wir dann in Khénifra ankamen, fanden wir den Gratisstallplatz, direkt neben dem Polizeiposten problemlos. Wir bereiteten uns ein Käsefondue vor, mit der Idee, früh zu essen und dann in die Stadt zu gehen. Einmal mehr lohnte es sich nicht im Voraus zu planen. Während des Essens braute sich ein Gewitter zusammen, welches sich mit Blitz, Donner und Hagel über uns ausliess. An einen Bummel in die Stadt war nicht mehr zu denken. So blieben wir denn, gut beschützt durch die Polizei, im WoMo.
    Läs mer

  • Khénifra -> Marrakesch, nichts geht mehr

    30 mars 2019, Marocko ⋅ 🌧 17 °C

    wir haben neben dem Polizeiposten wunderbar geschlafen, obwohl es die ganze Nacht regnete. Am Morgen, es war nur noch bewölkt, bummelten wir in die Stadt und zum Markt und kauften prima Erdbeeren. Ich fragte den „Polizeigeneral“ in Galauniform am Posten, ob wir noch eine Nacht bleiben können. Er schüttelte den Kopf, dann sagte er „kein Problem, du kannst bleiben, solange du willst“. Nun begann es aber wieder zu regnen, und wir beschlossen nach Marrakech weiterzufahren und danach in die Berge, nach Tafraoute.
    Und dann passierte der Gau, 80km vor Marrakech dachte unser WoMo wohl, es brauch jetzt auch Ferien. Wir hörten merkwürdige Geräusche beim Schalten und hielten auf einem Parkplatz auf der Hauptstrasse N9, neben einer Moschee an – und dann ging nichts mehr. Auf dem Display stand „kein Gang gefunden“. Also TCS Pannendienst angerufen und sie organisierten mit dem lokalen UMA einen LKW um uns nach Marrakech zu bringen. Leider war erst für den Montag ein „Camion de déppanage“ verfügbar und unser Abenteuer wurde zum Super Gau. Die Sicherheit in Marokko war kein Problem, aber schlafen im WoMo an der Hauptverbindung von Fès nach Marrakech war eine Katastrophe.
    Läs mer

  • Marrakech, unsere WoMo Panne

    31 mars 2019, Marocko ⋅ ☁️ 18 °C

    Am Vormittag kam der LKW an und unser Auto wurde aufgeladen. Weil unser Gefährt hinter der Hinterachse noch etwa 1.5m herausragte, war das aufladen über die Rampe eine echte Herausforderung. Im Improvisieren sind die Marokkaner ja wahre Weltmeister, mit Brettern und Steinen schaffte es der Fahrer unser Fahrzeug sehr sorgfältig auf die Brücke zu ziehen. Beim Einkaufszentrum Marjane wurden wieder mit gleicher Sorgfalt abgeladen, dies mit der Absicht, dass ein Mechaniker den Schaden anschauen kann und wir wieder gut von hier wegkommen.
    Am Sonntag arbeiten die Garagen nicht, also harrten wir bis Montag hier aus, an schlafen war bei dem riesigen Verkehr und Gehupe nicht gross zu denken
    Läs mer