• Thomas Bürgerhausen
  • Thomas Bürgerhausen

#3 "IEN-Tour" im Mittelmeer

Namensgebend für meine Reise sind die Inseln, Regionen und Länder mit der Endung "...ien". Auch dieses Mal sitze ich wieder alleine im Düx (okay, Matz mein Maskottchen ist dabei), allerdings begleitet mich mein Travel Buddy Sabine im Kastenwagen. Les mer
  • Addio Sicilia, benvenuta Calabria

    28.–31. mai, Italia ⋅ ☀️ 23 °C

    Die Fahrt von Oliveri nach Messina auf die Fähre klappte wie am Schnürchen, war aber dennoch anspruchsvoll, weil wir uns mitten durch den morgendlichen Berufsverkehr der Sizilianer bewegten. Hier darf man nicht zimperlich sein, dann geht's. Die Fährüberfahrt war kurz und unterhaltsam, denn mein Interesse wurde von zwei, in (mir fremden) Gewändern gekleidete Herren geweckt. In Köln, mitten in der Karnevalsession, wäre mir der Gedanke nicht gekommen, aber auf der Fähre zwischen Sizilien und Kalabrien dachte ich mir die beiden Herren mal anzusprechen. Sehr freundlich erklärte mir der Jüngere, in gebrochenem Englisch, dass sie der religiösen Gemeinschaft "Araldi del Vangelo" also Herolde des Evangeliums angehörten und als Missionare zurück nach Rom, in ihre Heimat, kehrten.
    Die Fahrt ab der Fähre zum Wunschziel nach Tropea, wo ich 2013 schonmal war, wird hier keine große Erwähnung finden, denn sie war aus vielerlei Gründen für Mensch und Material eine große Herausforderung. Völlig platt, fanden wir dann auf einem Stellplatz in absoluter (Camper) Bestlage am Nachmittag unsere Plätze für die nächsten drei Nächte.
    Aus meiner Sicht muss man Tropea erlebt haben. Daher wird es auch hier einen extra Footprint geben.
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  • Lost Place, Terme Luigiane.

    31. mai, Italia ⋅ ☀️ 23 °C

    Nachdem wir uns aus Tropea herausgeschlängelt hatten, führte der Pfad erstmals Richtung Norden. Aber nur, um in Richtung Basilikata, der Region zwischen Kalabrien und Apulien zu steuern und morgen, "unterhalb des Stiefels", das Ionische Meer zu erreichen.
    Einen Zwischenstopp legten wir bei Paola ein und besuchten kurz das "Santuario di San Francesco da Paola". Da ich mich generell an Verbote zum Fotografieren halte, gibt's nur ein Bildchen von außen.
    Anschließend suchten wir unseren auserwählten Stellplatz auf, der ganz neu, zwischen alter und neuer Therme in "Terme Luigiane", oberhalb von "Pantana-Santa Rosalia-macchia" liegt.
    Wie vielerorts in südlichen Ländern, werden alte, nicht mehr benötigte Gebäude nicht, wie bei uns, abgerissen, sondern ihrem Schicksal überlassen. Die alte Therme, mitsamt ihrer kompletten Infrastruktur, teilt dieses Schicksal. So hatten wir die Freude diesen "Lost Place", den sich die Natur zurückerobert, zu erkunden und dabei wieder einmal ein paar interessante Fotos machen zu können.
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  • Villapiana Scalo

    1. juni, Italia ⋅ ☀️ 30 °C

    Nachdem wir die heißen, heilenden Quellen verlassen hatten, ging es zunächst hoch hinaus und in nord-östlicher Richtung quer durch Kalabriens Norden. Hierbei passierten wir teils "bekannte" Landschaften, aber entdeckten auch immer wieder Veränderungen der Natur und somit neue An- und Ausblicke.
    Erstaunlich waren die teilweise, noch schneebedeckten Berggipfel.
    Nach einer kurzweiligen Fahrt, vorbei an einem ausgeprägten Bodenfeuer, erreichten wir dann das ionische Meer an der Westküste Italiens.
    Da Sabine wieder große Wäsche hatte, fiel die Wahl auf einen großen Campingplatz, mit großen Waschmaschinen direkt am großen Meer, wo wir unter großen Eukalyptusbäumen und Pinien einen angenehm schattigen Platz fanden und die Wäsche nebenan in der Sonne, bei mildem Wind rasch trocknete.
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  • Tenuta Donna Teresa

    2. juni, Italia ⋅ ☁️ 27 °C

    Mit Sabines Worten ist die Fahrt heute kurz beschrieben...."fad".
    In der Tat sind wir bisher keine solch "langweilige" Straße gefahren, die aber tatsächlich die westlichste Küstenstraße von Kalabrien, durch Basilicata nach Apulien ist. Unser erster Halt war dann bei Mottola, dem Wallfahrtsort "Santuario Madonna del Carmine", der sich weniger als zunächst gedachter Übernachtungsplatz zeigte, dafür aber als lohnendes Ziel zum Bestaunen. Die Kirche wurde vom Pfarrer Francesco Pietro di Filippo nach der Erscheinung der Jungfrau vom Berge Karmel 1506 erbaut und ist quasi eine Gewölbekirche, u.a. mit einem Altarbild der Jungfrau Hodegetria, aus dem Jahr 1654. Umsäumt wird die kleine Kirche von einem Pilgerweg, mit vielfältiger Botanik wie uralte Olivenbäume und blühende Agaven, deren Mutterpflanzen daraufhin verwelken.
    Anschließend stießen wir auf einen tollen Stellplatz des Ferienhofes "Tenuta Donna Teresa", mit Sicht auf Mottola, dem angrenzenden Nationalpark "Terra Della Gravine" sowie auf den Golf von Tarent. Neben den Aussichten überzeugten desweiteten ein Pool und ein tolles Restaurant, wo wir nach dem Schwimmen wieder einmal ein fantastisches 5 Gänge Menue mit hervorragendem Wein genießen durften.
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  • Alberobello, Ostuni, Monopoli

    3. juni, Italia ⋅ ☁️ 25 °C

    Heute führte unsere Route über drei Orte, die wir uns näher anschauen wollten. Alberobello wurde uns wegen der "Trullihäuser" empfohlen, Ostuni interessierte uns wegen der weiß gekalkten Häuser und Monopoli wegen der Altstadt und dem historischen Hafen.
    Nun, Alberobello würde ich persönlich nicht nochmal extra für die Häuschen anfahren, denn man sieht diese zu genüge übers Land verteilt. Mindestens genau so schön und dafür ohne zig Touristen.
    Ein Trullo, Plural Trulli, ist ein weiß getünchtes Rundhaus, wie man sie traditionell in der Region Apulien zu sehen bekommt. Sie sind bekannt für ihre charakteristischen, kegelförmigen Dächer, die komplett aus Trockenmauerwerk bestehen und für ein angenehmes Wohnklima sorgen.
    In Ostina empfingen uns ebenfalls die schon recht zahlreichen Touristenströme, deren Transportmittel meistens fette Busse sind und den begrenzten Parkraum für etwas größere Wohnmobile zusätzlich einschränken. Somit reichten uns die Bilder aus der Ferne und es ging zum letzten Tagesziel nach Monopoli. Hier wurden die Erwartungen an den historischen Hafen und die Altstadt nicht so wirklich erfüllt, was nicht unbedingt am regnerischen Wetter lag. Im Gegenteil, die nasse Abkühlung, in Begleitung einer frischen Brise, tat dem verschwitzten Körper gut.
    Der Tag endete mit einer, inzwischen gewohnt, vorzüglichen Speise in einer gemütlichen Trattoria und einem lebhaften Schwätzchen in Sabines "Luis", der neben Düx auf einem einfachen Parkplatz am Meer, inmitten des abendlichen Treibens der Monolopitani stand.
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  • Polignano a Mare, Bari

    4. juni, Italia ⋅ 🌬 21 °C

    Nach einer erstaunlich ruhigen Nacht in Monopoli ging es nach einem Lidlstopp zu der hübschen Gemeinde Polignano a Mare, direkt an der Adria.
    Auch hier entzückten die kleinen Gässchen, die felsige Küste sowie das pittoreske Stadtbild, getragen auf schroffen Felsen.
    Für unsere Siesta standen wir auf einem großen, steinigen Parkplatz, direkt am Meer.
    Sodann führten uns unsere letzten Kilometer durch Italien nach Bari, wo unsere Fähre auf uns wartete. Bari war eigentlich auch gedacht zu besichtigen, aber es war sehr warm und die Zeit etwas knapp. So beschlossen wir in Ruhe unsere Vorbereitungen für die Überfahrt nach Albanien zu erledigen und zeitig auf das Schiff zu gelangen.
    Addio bellissima Italia.
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  • Addio Italia, përshëndetje Shqipëri

    5. juni, Adriatisches Meer ⋅ ☁️ 20 °C

    Mit 90 Minuten Verspätung lief die Fähre gegen 00:30 Uhr aus.
    Nachdem ich das, immer wieder interessante, Ablegemanöver beobachtet hatte, zog ich mich in meine sehr geräumige Kabine zurück, die mir alle Annehmlichkeiten für eine entspannte Überfahrt bot.
    Nach einer kurzen, aber erholsamen Nacht liefen wir, fast pünktlich, gegen 08:30 Uhr in den Hafen von Durrës ein.
    Mirmengjesi Shqiperi.
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  • Dajti Oase

    5.–7. jun., Albania ⋅ ☀️ 27 °C

    Auf der Fähre wäre der Düx um ein Haar nicht angesprungen. Zum Glück startet der Motor richtig gut und es braucht kein längeres "Georgel".
    Das Problem ist mir inzwischen bekannt und ich konnte es (sehr wahrscheinlich) hier beheben. Das zeigt sich die Tage.
    Nachdem wir ansonsten die Fähre recht unproblematisch verlassen konnten, steuerten wir den ausgesuchten Parkplatz in Tirana, der Hauptstadt Albaniens an, mit der festen Absicht diese zu besichtigen. Schließlich empfahl mir meine ehemalige albanische Nachbarsfamilie diesen Besuch.
    Kurz gesagt: Katastrophe! Der Verkehr in der albanischen Metropole ist nix für Weicheier und hinterm Lenker eines 11,5 Tonners ist eine Portion fahrerischer Erfahrung von großem Vorteil. Auch großen Respekt an Sabine, die immer hinter mir klebt. An der zu niedrigen Unterführung musste ich sie aber dann fahren lassen, damit ich mich rückwärts, den Berg hoch, aus der, absolutes Chaos verursachenden Verkehrslage, befreien konnte. Weil dann auch, wie in Palermo, alle Plätze einfach nur Scheiße, unsere Navis überfordert waren und ich nach der dritten Schleife durch engste Gässchen und Fehlleitung zu Durchfahrten mit zu niedriger Höhe dermaßen die Schnauze voll und die Klamotten durchgeschwitzt hatte, verzogen wir uns aus dem Hexenkessel ein Stückchen ins Hinterland.
    Was für ein krasser Gegensatz! Freilaufende, zufrieden gackernde Hühner, Hähne krähen, Katzen miauen, Hunde bellen, muhende Kühe, Entenfamilien und nicht zuletzt der Ruf des Muezzin zum Gebet an fünf verschiedenen Zeiten des Tages. Dazu ein Blick auf Berge und in blühende Natur, sehr freundliche Gastgeber und für fünf Euro pro Nacht, mit allem zipp und zapp, stand schnell fest, hier zwei Nächte zu verbringen.
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  • Krujë

    7. juni, Albania ⋅ ☀️ 26 °C

    Unsere Oase verließen wir völlig tiefenentspannt, denn an diesem netten Fleckchen kann man sich wirklich erholen.
    Die Fahrt nach Krujë war interessant, denn sie führte durch typisch albanische Orte mit sehr lebhaftem Treiben, vorbei an Märkte und sonntaglich überfüllte Straßen.
    Angelockt von der Aussage des Reiseführers, man müsse Krujë gesehen haben, sonst hätte man Albanien nicht gesehen, wählten wir erneut einen Platz, von dem wir fußläufig ins Zentrum gelangten.
    Vorbei am Reiterdenkmal des Volkshelden Skanderbeg, gelangten wir nach 45 schweißtreibenden Minuten ins Zentrum. Nach einer kurzen Pause bei einem guten Cappuccino, war es nicht mehr weit zum "Old Basar", als Übergang zur Festung und dem Skanderbergmuseum, als höchstem Punkt der Stadt.
    Die Aussicht von dort ist beeindruckend. Im Süden liegen Tirana und das Tomorrgebirge, im Norden die Berge Montenegros und weit im Westen die Adria.
    Ob die Aussage des Reiseführers stimmt, liegt sicherlich auch im Auge des Betrachters. Gelohnt hat sich der Besuch aber auf jeden Fall. Der Platz war auch wieder top, das Essen hervorragend und die Nacht ruhig, abgesehen von zirpenden Grillen, bellenden Hunden und krähenden Hähnen. Das gehört hier allerdings einfach dazu.
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  • Ziegen und Pralinen

    8. juni, Albania ⋅ ☁️ 30 °C

    Nach dem Tag in Krujë, mit viel Bewegung, vielen Eindrücken und vielen Menschen, war uns heute nach Natur und Ruhe. Beides fanden wir auf einem großen Feld, in der Nähe von Fishta, unweit vom "Big Lake", direkt unterhalb eines Memorials von Gjergi Fishta. Dieser war ein albanischer Franziskaner, Dichter und Übersetzer. Als größter Literat in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts bezeichnet, zählt er zu den wichtigsten kulturellen Persönlichkeiten Albaniens. Entsprechend opulent ist das Memorial an seiner Geburtsstätte, gefühlt mitten im Nirgendwo.
    Den Tag verbrachten wir mit einem kleinen Spaziergang, Kniffel- und Skipbospielen und ziemlich viel nix tun.
    Am frühen Abend standen dann plötzlich, erst ein Mann, dann viele Ziegen, im Anschluss eine Frau und zu guter letzt ein Hund um uns herum. Immer wieder erstaunlich, wie man sich verständigen kann, ohne sich zu verstehen. Jedenfalls war schnell klar, wir standen auf dem Feld des Ziegenhirtenpaares, was absolut in Ordnung war. Es wurden ein paar Witze gemacht und gelacht, als sich die Frau vor uns ins Gras setzte, während die Herde gemütlich grasend vorbeizog und der Hund uns beobachtete. Der Hirte ging derweil weiter und als wäre es das normalste von der Welt, zog die Hirtenfrau zwei Pralinen aus der Tasche und reichte sie uns breit lachend an.
    Mit zwei Riegeln aus meinem Schokoladenvorrat konnte ich mich revanchieren, worüber Frau Hirte sich sichtlich freute alsbald aufstand um mit den letzten Ziegen ihrem Mann zu folgen. Auch der Hund machte sich dann auf den Weg und schnell waren wir wieder alleine. Noch lange sprachen wir über diese unglaublich sympathische Begegnung, die wieder einmal zeigt, wie freundlich, offenherzig und großzügig diese Menschen hier sind.
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  • Schwitzen, Schweißen, lecker beißen.

    9. juni, Montenegro ⋅ ☁️ 29 °C

    Kein Tag ist wie der andere. Und wenn man mit einem 50 Jahre alten Auto reist erst recht.
    In Albanien dachte ich noch, wenn Panne, dann hier, denn es reiht sich eine Werkstatt an die nächste. Nur Auto-Waschstationen sind noch häufiger.
    Allerdings erst nach dem unproblematischen Grenzübergang nach Montenegro zerriss es mir den Krümmer auf der linken Motorseite. Und so fuhr ich laut brüllend (der Motor) durch Podgorica auf der Suche nach einer Werkstatt oder zumindest 'ner Schweißerbude. Nach der dritten Abfuhr, aufgrund des doch ziemlich maroden Zustands des Krümmers, fand sich wieder mal plötzlich und unerwartet Hilfe. Danke liebes Universum! Zwar konnte das handgedengelte und ordentlich geschweißte Provisorium nicht alles retten, jedoch lässt es sich nun wieder etwas erträglicher fahren. Gut, dass ich ja grundsätzlich Richtung Heimat bin und auch die meisten Kilometer bereits hinter mir habe. Aber knappe 2.000 werden es noch.
    Für heute ist es aber kein Thema mehr. Wir waren froh, dass wir nach der unerwartet vielen Fahrerei, die bei 35 Grad im Schatten sehr schweißtreibend war, einen schönen Stellplatz auf einem Weingut, nordwestlich von Podgorica fanden und erstmal ausruhen konnten.
    Der Einladung vom Hausherren und Gastgeber Dragan, seines zeichens Winzer und Brenner, zur Verkostung seiner alkoholischen Produkte, folgten wir noch vor dem Essen. Voller Hingabe und Stolz erzählte er mit größter Leidenschaft seine traditionsreiche Familiengeschichte, während wir zwischen 15 und 50 prozentigem Rebensaft und Lebenswasser zu uns nahmen....*hicks...
    Zum Glück rief uns die Chefin alsbald zum Essen und platzierte uns am eigenst für uns gedeckten Tisch mit sehr liebevoll zubereitetem Essen sowie schönem Blick auf Reben und Berge. So neigte sich der turbulente Tag sehr harmonisch mit einem wahren Gaumenschmaus dem Ende zu.
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  • "Be water, my friend"

    10. juni, Montenegro ⋅ ☀️ 25 °C

    Prolog

    Bruce Lee war nicht nur ein Kampfkünstler und berühmter Action-Star, sondern auch ein Philosoph.
    Für mich war heute wichtig zu verinnerlichen, was er mal schlaues sagte, denn damit lebt es sich besser.

    Der Tag

    Was war passiert? Die Verkettung des gesamten Verlaufs würde hier den Rahmen sprengen. Aber, durch die Reparatur gestern bekam eine andere marode Stelle am Auspuff, die mir bisher nicht bekannt war, vollen Druck der Abgase und ging dann auch kaputt. Die heißen Abgase haben dann meinen linken Kunststoffdieseltank zum Schmelzen gebracht und ein Loch an der Oberkannte verursacht. Als es nach Diesel stank und Sabine hinter mir gleichzeitig den nicht üblichen Rauch bemerkte, war die Fahrt auf einem Parkplatz in der sengenden Mittagssonne erstmal zu Ende. Für die schöne Umgebung hatte ich während der vier stündigen Reparaturarbeiten keinen Blick. Der Tank musste provisorisch abgedichtet und das fiese Loch am Auspuff mit einem Hitzeschutzblech abgedeckt werden. Zum Glück hatte ich dafür brauchbare Materialien und Werkzeuge dabei. Bis auf einen Draht, der das Blech halten sollte. Mangels Möglichkeiten versuchte ich es zunächst mit einem Stromkabel. Das hielt aber nix, blieb trotzdem drum. Dann kam aber ein hilfsbereiter Landsmann und konnte mit Metall-Kabelbinder aushelfen. So gut es ging, weil nur unter artistischen Verrenkungen und schmerzenden Armen erreichbar, konnte ich alles einigermaßen fixieren. Ein Rest Auspuffklebeband hält hoffentlich auch noch etwas.
    Aber das ist alles schön auf den Bildern zu sehen.
    Wie geht's weiter?
    Erstmal sind wir beide traurig.
    Wir stehen leider heute das letzte Mal gemeinsam auf einem absoluten Traumplatz in Montenegro, mit Blick auf Berge und Seen. Sabine wird sich zu unserem ursprünglichen Ziel, dem Durmitor Nationalpark in Montenegro bewegen, während ich mich, mit der gebotenen Ruhe, aber konsequent, auf den Heimweg begebe. Trotzdem versuche ich das Beste draus zu machen und vielleicht doch noch hier und da den Blick für einen schönen Ort zu haben.
    So begebe ich mich in meine, etwa eine Woche dauernde Heimkehr und hoffe, dass es keine weiteren Pannen mehr gibt.
    Meine Tour werde ich selbstverständlich hier weiter dokumentieren. So ist halt meine Reise....

    Epilog
    Quelle: Internet

    Be Water" ist Bruce Lees berühmteste Metapher für Resilienz, Anpassungsfähigkeit und Fluidität – sowohl in den Kampfkünsten als auch im täglichen Leben. Sie plädiert dafür, den Geist von starren Gedanken zu befreien und mühelos um Hindernisse herumzufließen.

    Hier seine Worte:

    Empty your mind, be formless, shapeless — like water. Now, you put water into a cup, it becomes the cup; You put water into a bottle, it becomes the bottle; You put it in a teapot, it becomes the teapot. Now, water can flow or it can crash. Be water, my friend."
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  • Alloi, alloi...

    11. juni, Montenegro ⋅ ☀️ 22 °C

    Der Abschied von Sabine, alias Sabiensche, alias Habibiti, war, wie die meisten Abschiede, doof!
    Vor allem, vor dem Hintergrund der Ereignisse, die einerseits immer zu erwarten sind, andererseits deswegen nicht unbedingt angenehmer.
    Aber, als positiv denkende Menschen, machen wir aus der jeweiligen Situation das Beste.
    Diesen Footprint, an der Stelle unseres Abschieds, widme ich Dir liebe Sabine, mit dem größten Dank für eine tolle Reise! Über 40 Tage und 4.500 Kilometer, darunter fünf Fährüberfahrten und unendlich viele Eindrücke, haben wir gemeinsam genossen. Danke, für Deine ruhige und entspannte Art, sorry für die wenigen Siege beim skipbo und nun alles Gute, Glück und Zufriedenheit, für Deine weitere Reise....alloi.
    Tschüss Habibiti, bis bald!
    Tommy 😁🥰
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  • Jablanica

    11. juni, Bosnia og Herzegovina ⋅ 🌧 21 °C

    Nach dem Abschied von Sabine verlief meine Route in nordwestliche Richtung. Die Grenze nach Bosnien und Herzegowina war schnell erreicht und problemlos passiert. Als grobes Ziel hatte ich mir Jablanica ausgesucht, weil es dort einigermaßen gut zu stehen schien, was sich nach meiner Ankunft auch bestätige. Von den traumhaften Plätzen werde ich mich ab jetzt verabschieden können, denn steile Passfahrten und abenteuerliche Feldwege muss ich dem Düx ersparen. Ich versuche zentral zu stehen, wenn ich frei stehe und auf Campingplätzen wenn ich in der Natur sein möchte. So habe ich zumindest immer Möglichkeiten mir bei Bedarf Hilfe zu holen, was in der Pampa nicht möglich wäre.
    Nach dem Motto: "Schlimmer geht immer", stellte ich den Düx und mich mitten in Jablanica, direkt neben einen Fußballplatz, auf einen ordentlichen Parkplatz. Weit genug von der Straße und viel Grün ist hier sowieso.
    Die Fahrt wurde ab Mostar, wo ich an der berühmten, mittelalterlichen Bogenbrücke und der Koski-Mehmed-Paša-Moschee vorbei fuhr, sehr schön. Entlang der smaragdgrünen Neretva, zwischen Felsen und Bergen, verlief die gut befahrbare Passstraße bis zu meinem Schlafplatz. Gerne hätte ich mir das Städtchen mal angesehen, aber die zuvor aufziehenden Wolken machten ernst und ließen es kräftig regnen.
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  • Kleine Grenze, große Kontrolle.

    12. juni, Kroatia ⋅ ⛅ 22 °C

    Weil ich sehr zeitig schlafen ging, wurde ich entsprechend früh wach an meinem Fußballplatz. Und noch vor halb sechs drapierten die ersten Händler eines Flohmarktes ihre Waren um mich herum. Frühstück und Kaffee ließ ich mir dennoch nicht nehmen und setzte mich um halb sieben in Bewegung. Da ich mein ursprüngliches Ziel, einen kleinen Campingplatz am Ufer der Vrbas bereits um 11 Uhr erreicht hatte, beschloss ich weiter zu fahren. Bis dahin war die Route durch das Rama-Tal, entlang des gleichnamigen Flusses, eine sehr kurzweilige Strecke, mit imposanter Landschaft und Zusammenspiel von Sonne und sich allmählich auflösendem Nebel und dunklen Wolken. Im weitereren Verlauf entlang des Raduša- und Makljen-Gebirges, veränderte sich dann hinter Banja Luka die Landschaft drastisch. "Fast wie zu Hause" dachte ich noch.
    Der Grenzübergang nach Kroatien in Kostajnica war sehr klein, dafür bisher der gründlichste. Das erste Mal kontrollierte ein "Grenzer" mein Gefährt und schaute auch ins Duschbad, derweil seine Kollegin nach Spirituosen, Zigaretten oder sonstigen Einkäufen aus Bosnien und Herzegowina fragte. Das Ganze war dann dennoch zügig erledigt und ich fand wegen einer Veranstaltung keinen Platz an meinem ausgewählten Standort. Ein paar Meter weiter parkte ich nach 278 km und 8,5 Stunden Fahrt den Düx auf den Parkplatz des "Bahnohfs"....ein 100 Meter langer Bahnsteig, sonst nix. Hier blieb ich über Nacht.
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  • Slowenien

    13. juni, Slovenia ⋅ ☁️ 22 °C

    Weil meine Schäden leider nachhaltig Probleme bereiten, versuche ich nun so zügig es mir und der maroden Technik möglich ist, nach Hause zu kommen.
    Muße für die Landschaft bleibt so auch nicht mehr, insofern wird viel gefahren und wenig fotografiert.Les mer

  • Österreich

    13. juni, Østerrike ⋅ ☀️ 24 °C

    Habs heute über zwei Grenzen geschafft und Österreich erreicht. Die "Modelleisenbahnlandschaft" wie in Slowenien setzte sich hier fort. Mein Nachtlager war ein Stellplatz, wo ich endlich mal wieder Grauwasser ablassen konnte.Les mer

  • Zo Huss

    15. juni, Tyskland ⋅ 🌙 9 °C

    Nachdem sich die Probleme am Düx, nachvollziehbar, nicht wirklich stabilisiert hatten und eher größer wurden, beschloss ich den angeschlagenen Oldtimer möglichst schnell in meine Einfahrt zu bringen. Nach 21 Stunden, davon 16 reine Fahrzeit, war die letzte Etappe aus Österreich um 03::00 Uhr heute Morgen geschafft.
    Nach der Reise ist vor der Reise, sagt man. Jetzt werde ich mich aber erstmal um den Düx kümmern, der zwar in Teilen die "Flügel hat hängen lassen", aber mich unterm Strich zuletzt verlässlich nach Hause gebracht hat.
    Und er hat unglaublich viel Begeisterung ausgelöst. Insbesondere in Italien, aber auch generell, ob jung oder alt, waren viele dermaßen fasziniert und mancher konnte nicht glauben, dass "man" mit einem alten Feuerwehrauto als Camper reist.

    Allen "Teilnehmern" hier, die mir aktiv oder ganz still gefolgt sind, danke ich herzlich fürs Dabeisein.
    Bis bald, euer Tommy ✌🏼😃
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    Reisens slutt
    15. juni 2026