• Tag 217: Bayantal bis Dalanshargalan

    2023年10月13日, モンゴル ⋅ ☀️ 17 °C

    Nach unserem Aufbruch kommen wir bald nach Choir, kaufen ein und treffen dann auf einen Friedhof, der doch etwas anders aussieht, als dee gestrige.
    Von einem Zaun fehlt jegliche Spur, was hier bedeutet, dass sowohl Autos als auch Pferde die Gräber queren. Die Inschriften auf den Steinen sind oft verblasst, stammen hier oft aber zumindest von Jahrgängen vor 1930 Uhr, aber leider auch ein 10-jähriges Kind ist dabei.
    Nach ein bisschen Sightseeing eines Kriegdenkmals und einer Statue eines Generals geht es mit leichtem Rückenwind weiter.
    Wieder essen wir in der warmen Mittagssonne und fahren dann noch ein gutes Stück, bevor wir unser Zelt aufstellen.
    Da meine Matte ein Loch hat und selbst das Flicken nichts geholfen hat, muss ich jetzt vorerst etwas härter schlafen. Vor ein paar Nächten war es zwischendurch dann doch etwas frisch, weshalb ich seit gestern eine Rettungsdecke unterlege. Seither ist es zwar immer noch hart, aber kühl ist es im Schlafsack ganz und gar nicht mehr (obwohl heute Morgen Minus 1 Grad im Zelt waren).
    Um unser Zelt herum liegen ein Haufen farbenfroher Bernsteine, von denen wir gar nicht genug sammeln können, bevor wir dann schlafen gehen.
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  • Tag 218: Dalanshargalan bis Kieswüste

    2023年10月14日, モンゴル ⋅ 🌬 19 °C

    Die Nacht mit Rettungsdecke als Unterlage war mal wieder warm. Nach unserem Frühstück schieben wir die Fahrräder zurück zur Straße und radeln los.
    Nicht weit entfernt kommen wir in einen Ort, in dem wir nochmal einkaufen. Währenddessen kommt ein starker Wind auf, der leider erstmal sehr stark von der Seite bläst und erst mit der Zeit für uns eine immer bessere Richtung einschlägt.
    Es ist sehr sonnig und ziemlich warm. Wir essen gemütlich unsere Reste von gestern Abend und Brot und bekommen währenddessen Besuch von einem Auto. Der Fahrer steigt ganz interessiert aus und spricht uns direkt auf Mongolisch an. Er möchte wissen wohin wir fahren und als wir auf seine Frage "Wo wir schon in der Mongolei waren" nicht antworten, holt er eine Karte heraus und wir zeigen es ihm darauf. Bevor sie weiter fahren, schenkt er uns noch zwei Flaschen Eistee und sammelt für uns ein paar getrocknete Pferdeäpfel, die um das Auto herum liegen, mit denen wir uns ein schönes Feuerchen machen sollen.
    Kurz darauf kommt ein Mann auf einem Motorrad angefahren und erklärt, dass er für den Zaun zuständig ist, der die freilaufenden Tiere davon abhalten soll auf die Gleise des parallel fahrenden Zuges zu laufen. Er fragt uns sogar, ob wir auch noch nach Korea fahren werden. Für die meisten ist schon die Vorstellung, dass wir mit dem Fahrrad von Ulaanbaatar bis an die Grenze fahren, vollkommen absurd.
    Ohne ein Feuer angezündet zu haben (wir wollten bei dem starken Wind keinen Brand riskieren) fahren wir bald weiter und lassen uns noch ein gutes Stück vom Wind blasen.
    Wir bauen unser Zelt im Wind auf, der nach einer Weile etwas nachlässt und sitzen um 19 Uhr nach leckerem Abendessen im Zelt.
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  • Tag 219: Kieswüste bis Kamelhügel

    2023年10月15日, モンゴル ⋅ ☀️ 14 °C

    Obwohl wir lange geschlafen haben sind wir noch ziemlich müde, weshalb es nicht ganz so schnell voran geht wie sonst. Von der aktuellen Windrichtung her zu urteilen haben wir heute mit Gegenwind zu rechnen.
    Es gibt wieder einmal ein gemütliches Frühstück im Zelt und dann fahren wir los.
    Unterwegs hält vor uns ziemlich abrupt ein LKW. Der Fahrer steigt aus und winkt uns herbei. In einer Hand hält er eine 500ml Wasserflasche. Es ist eine so schöne Geste, dass wir uns richtig darüber freuen. Obwohl wir nur noch wenige Kilometer von dem nächsten Supermarkt weg sind und es dem LKW Fahrer auch Zeit kostet, hält er trotzdem an, um uns diese kleine Freude zu machen.
    Bald darauf kommen wir nach Sainschand, der letzten Stadt vor der Grenze nach China (ausgenommen des Grenzortes). Da wir wieder Wasser brauchen, biegen wir von der Hauptstraße ab und suchen in der Stadt einen Supermarkt. Nach etwas Suchen finden wir einen Mini Market. Während ich einkaufe wartet Lukas draußen neben einem Basketballkorb.
    Der Laden ist ganz gut ausgestattet und so finde ich auch alles. Draußen beim Umfüllen der Kanister in unsere Flaschen kommen ein paar Kinder herbei und sind ganz interessiert. Wir hören irgendwann wie sie "My name is..." üben, damit sie mit uns sprechen können. Tatsächlich traut sich dann auch einer der Jungen, wobei er so perplex ist als Lukas plötzlich antwortet, dass er schüchtern weggeht.
    Nach unserem Einkauf fahren wir wieder aus der Stadt heraus und essen zu Mittag. Ohne Wind ist es ganz schön warm in der Wüste Gobi. Also es ist warm im Vergleich zu den Nächten wir schätzen die gefühlte Temperatur auf 15-20°C.
    Danach hören wir beide wieder Hörbücher. Harry Potter ist bei uns gerade stark im Rennen.
    Hier ist die Landschaft schon richtig wüstenhaft. Zum Glück liegen allerdings ein paar kleien Anstiege vor uns und so wird es zumindest nicht allzu eintönig.
    Unser Zelt bauen wir heute hinter einer Hügelkette auf, hinter der wir nicht alleine sind. Unweit von uns entfernt grasen ein paar Kamele und lassen sich das Gestrüpp im Sonnenuntergang sichtlich schmecken.
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  • Tag 220: Kamelhügel bis Zwischen Felsen

    2023年10月16日, モンゴル ⋅ ☀️ 20 °C

    Der Wecker klingelt um 7 Uhr. Obwohl wir schon länger um diese Uhrzeit aufstehen, fällt es uns heute morgen etwas schwer.
    Der Wind bläst sanft von rechts auf das Zelt. 'Das bedeutet Rückenwind!', denken wir noch. Leider hält die Freude aber nicht lange an, denn sobald wir auf der Straße sind müssen wir gegen heftigen Gegenwind antreten. Wenn es flach ist, man aber trotzdem eintritt, als würde man einen sehr steilen Berg hochfahren oder man sogar beim Runterfahren noch eintreten muss, damit man nicht rückwärts wieder nach oben rollt, dann ist es wirklich windig!
    Und so geht es den ganzen Tag. Während der Mittagspause nimmt der Wind auch noch zu. Da hilft nur eins: Eintreten, im Windschatten fahren (fairerweise muss ich sagen, dass ich häufiger hinten fahren durfte) und sich mit Hörbüchern von dem Gedanken ablehnen, dass wir ohne Wind deutlich schneller voran kommen würden.
    Um ganz sicher zu gehen, dass wir auch für morgen noch genug Wasser haben und nicht etwa am falschen Ende sparen müssen, füllen wir zwei Flaschen noch an einer Polizeistation auf dem Weg. Einer der Polizisten (der andere schläft im Nebenraum) ist sehr nett und freut sich darüber uns helfen zu können.
    Mit Gegenwind und erst kurz vor Schluss mit Rückenwind geht es weiter. Dann bauen wir das Zelt auf und essen darin zu Abend.
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  • Tag 221: Kamelhügel bis Erenhot

    2023年10月17日, 中国 ⋅ ☁️ 14 °C

    Wir werden durch den Wind wach, der am Zelt rüttelt. Hoffentlich nicht wieder Gegenwind, denke ich.
    Nach kurzem Blick aus dem Zelt dann Erleichterung. Wir haben Rückenwind und der ist gar nicht mal so schwach. Also packen wir schnell ein und sind früher auf dem Rad als die Tage zuvor.
    Wir werden vom Wind vorangeblasen und das Radeln ist gar nicht mehr anstrengend.
    Nach 50 km und landschaftlich keiner großen Veränderung kommen wir nach Zamiin Üüd, der Grenzstadt der Mongolei. Zunächst einmal suchen wir einen Supermarkt, um noch ein bisschen Geld loszuwerden. Dann fahren wir zum Bus Bahnhof. Zum Busbahnhof, warum denn das? Wie an vielen Grenzübergängen zu China ist es nicht erlaubt diese zu Fuß oder mit dem Fahrrad zu überqueren. Die einzige Möglichkeit ist es, in einen Reisebus zu steigen und die paar Kilometer Grenzübergang hauptsächlich damit zu verbringen, das Gepäck ein und auszuladen.
    Wir finden einen Bus der nach China fährt. 26000 Tögrök, umgerechnet 7 Euro. Perfekt! Aber Moment mal....das ist nur der Preis für eine Person. So viel Geld haben wir aber in mongolischer Währung nicht mehr. Oh man, also müssen wir jetzt wegen 7 Euro nochmal zu einem Bankautomaten? Ein anderer Fahrer bietet uns an, dass wir gemeinsam 100 Yuan zahlen. Wir rechnen kurz....ok das sind 13 Euro. Da wir zum Glück von unserem letzten Mal in China noch ein paar Yuan übrig haben, können wir direkt zahlen. Wir laden die Räder und die Taschen ein und steigen in den Bus ein.
    Bis der Bus voll ist dauert es etwa eine Dreiviertelstunde (wir hatten mit mehr gerechnet), dann geht es los. Wir fahren etwa 300 Meter dann hält der Bus an und ein mongolischer Grenzkontrolleur zählt die Mitreisenden. Weitere 2 Kilometer später hält der Bus dann erneut an, wir steigen aus und müssen unsere Taschen in ein anliegendes Gebäude tragen. Das dauert seine Zeit bis wir unsere insgesamt 12 einzelnen Taschen im Gebäude haben.
    Dann werden sie gescannt und wir tragen sie wieder 20 Meter im Gebäude weiter, bis wir an die "Ausstempelstelle" kommen. Das geht ziemlich flott. Aus Mitleid und damit es schneller geht kommt unser Busfahrer uns anschließend schon entgegen, um uns beim Tragen der Taschen zu helfen. Wir laden sie wieder in den Bus und dann geht es weiter.
    Nach etwa 1 Kilometer halten wir erneut. Diesmal müssen auch unsere Fahrräder aus dem Bus raus. Immerhin können wir dann unsere Taschen darauf schnallen und sie so durch das Gebäude rollen und müssen sie nicht einzeln tragen.
    Als erstes müssen wir durch eine Gesundheitsschleuse, in der anscheinend unsere Temperatur gemessen wird, dann füllen wir eine Ankunftskarte aus, in der wir erklären, in welchen Ländern wir bereits waren und wo wir hin fahren wollen. Danach geht es zu der eigentlichen "Einstempelstelle". Dort werde ich gefragt, wo wir überall hinreisen wollen, was für deutlich weniger Aufregung sorgt als unsere Reiseroute im Westen. Damit bin ich durch, schiebe mein Gepäck noch durch den Scanner und warte auf Lukas, bis auch er fertig ist.
    Dann geht es zurück in den Bus (natürlich müssen wir alles wieder von den Fahrrädern abladen und im Bus verstauen) und dann fahren wir weitere 300m. Dann folgt nochmal eine Passkontrolle und dann sind wir durch.
    Wir sind ziemlich erstaunt über die "wenigen" Kameras, die hier hängen (an den Kreuzungen nur je abzweigende Straße EINE Kamera) und halten nach zwei Fahrminuten dann endgültig an, laden die Räder aus und fahren weiter in die Stadt.
    Als erstes suchen wir den Anbieter unserer alten Simkarte auf und schließen einen neuen Vertrag ab, dann fahren wir zu einem Hotel und machen diesmal gar nicht lange rum, um eventuell noch ein günstigeres zu finden.
    Als wir das Zimmer bezogen haben gehen wir noch etwas essen, kaufen ein und heben Geld ab. Danach fallen wir müde und nach langer Zeit mal wieder geduscht in unsere Betten.
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  • Tag 222: Erenhot

    2023年10月18日, 中国 ⋅ 🌬 13 °C

    Wir machen einen Pausentag!
    Weil der Wind heute nicht so gut für uns weht entscheiden wir uns dazu einen Tag zu bleiben und uns ein bisschen von den letzten Tagen zu erholen.
    Den Morgen trödeln wir und ruhen unsere müden Beine aus, dann essen wir mittags in einem Restaurant verschiedene frittierte Dinge, wie Aubergine, Pilze, Tofu und Brot, kaufen ein und lassen den Tag dann noch mit ein paar Filmen ausklingen.もっと詳しく

  • Tag 223: Erenhot bis Saihantala

    2023年10月19日, 中国 ⋅ 🌬 9 °C

    Der Wecker klingelt um 6:30 Uhr. Heute haben wir eine Strecke von 130 km bis zum nächsten Ort vor uns, den wir erreichen müssen, weil Zelten hier nicht möglich ist.
    Also frühstücken wir ein bisschen flotter als sonst, packen ein und sins um kurz nach 8 startklar. Erst einmal fahren wir noch ein bisschen durch die Stadt, an großen Plätzen vorbei und einer Statue von Dinosauriern. Hier scheint es wohl Ausgrabungen von ihnen zu geben, denn ein Museum gibt es hier in der Nähe auch.
    Als wir die Stadt verlassen haben geht es ohne Polizeikontrollen immer geradeaus, parallel zur Autobahn. Auch hier stehen wieder einige Statuen von Sauriern, ein gigantischer Anblick in dieser sonst so flachen Landschaft!
    Die Straße ist wie gewohnt (in China) sehr gut und jetzt haben wir sogar einen Seitenstreifen. Den ganzen Tag hinweg verläuft zu beiden Seiten der Straße ein Zaun, sodass man gar nicht auf die Idee kommen kann von ihr in die Wüste abzubiegen.
    Wir machen also auch nicht weit von der Straße Mittagspause, die allerdings etwas kürzer ausfällt als sonst, da der Wind sehr stark und kalt bläst. Zu unserem Glück weht er allerdings genau in die Richtung in die wir fahren, weshalb wir auch schon nach 4 Stunden 90 km zurückgelegt haben.
    Nach der Pause lassen wir uns weiter blasen und kommen um 15 Uhr schon im Ort an. Vom ersten Hotel werden wir abgelehnt, aber dann finden wir bei einem Hotel eine Bewertung eines Dänen, mit dem wir auch schon vorher über Whatsapp in Kontakt waren. Wir radeln also direkt zu dem von ihm angegebenen Hotel, checken ein und gehen dann nochmal etwas Essen. Wenn zwei einigermaßen große Schüsseln mit Reis, Ei und Gemüse, Tee und kleine Snacks insgesamt etwa 3 Euro kosten, überlegt man nicht lange, ob man sich vielleicht doch eher stattdessen das knatschige Toastbrot holt und mit Salatdressing beschmiert (für insgesamt knapp 5 Euro; eine deftige Alternative für aufs Brot konnten wir bisher noch nicht auftreiben).
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  • Tag 224: Saihantala bis Xinbaolage

    2023年10月20日, 中国 ⋅ 🌬 10 °C

    Der Wecker ist auf 7 Uhr gestellt, trotzdem wachen wir beide nach einer unruhigen Nacht früher auf. Wir frühstücken im Zimmer und machen uns dann auf den Weg.
    Die erste Hälfte des heutigen 122 km Tages folgen wir einer kleineren Straße und sind uns noch etwas unschlüssig, ob sie auch tatsächlich wieder zurück auf die Hauptstraße führt. Straßen dieser Größe wären wir im Westen niemals gefahren, denn das hätte eine Auseinandersetzung mit der Polizei bedeutet.
    Tatsächlich kommen wir ohne Probleme wieder zurück zur Hauptstraße, was dank des starken Rückenwindes gar nicht lange dauert.
    Nach einer windigen Mittagspause neben der Straße geht es dann nochmal 45 km weiter, im Allgemeinen nach oben.
    Von den langen Radeltagen vorher merken wir unsere Beine heute schon deutlicher und sind froh, dass zumindest der nächste Tag kürzer ausfallen soll.
    Die letzten Kilometer hören wir dann noch Hörbücher, da sich landschaftlich nicht wirklich viel ändert und sie die müden Beine etwas in den Hintergrund drängen.
    In unserem Zielort angekommen fahren wir direkt das Hotel an, in dem auch wieder der Däne untergekommen ist. Praktisch, nicht wie im Westen immer eigenständig nach Hotels suchen zu müssen, die Ausländer akzeptieren.
    Das Einchecken verläuft problemlos und ohne polizeiliche Hilfe und so machen wir uns kurz darauf auf den Weg etwas Essen zu gehen. Für nicht einmal 4 Euro bekommen wir zwei riesige Teller mit Nudel, Eiern und Gemüse. Sehr lecker!!
    Danach gehen wir zurück ins Hotel und freuen uns auf die warme Dusche, die uns erwartet.
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  • Tag 225: Xinbaolage bis Huade

    2023年10月21日, 中国 ⋅ ☀️ 13 °C

    Als wir aufstehen, sind unsere Beine schwer. Zum Glück sind es heute nur 50 km bis zum nächsten Ort.
    Gestern haben wir für 5 Euro zusätzlich Frühstück dazu genommen, wohlwissend, dass es vermutlich wieder ein Büfett geben wird. Also ziehen wir uns an und suchen das Restaurant auf. Und tatsächlich gibt es ein Büfett aus verschiedenen chinesischen Salaten, gefüllten und ungefüllten Teigtaschen, Eiern, Mais, Süßkartoffeln, Reis, verschiedenen Fleischsorten, Obst, frittierte Teigteilchen und einer Suppe. Wir beladen ordentlich unsere Teller und genießen die Vielfalt.
    Danach machen wir uns gemütlich fertig und brechen dann auf die kürzere Tour für heute auf. Als wir die Räder vor dem Hotel packen, kommen die Empfangsdamen heraus und bieten uns an, unsere Flaschen noch an einem Automaten aufzufüllen und noch Brot mitzunehmen. Da unsere Flaschen schon voll sind, nehmen wir dankend nur das Brot an, das allerdings wie jedes Brot hier leicht gesüßt ist und eher einem Hefekuchen gleicht.
    Mit leichtem Seitwind geht es durch etwas hügelige Landschaft immer ein wenig bergauf. Die Vegetation hier wird immer üppiger und so wächst jetzt nicht nur mehr vertrocknet-gelbes Gras sondern auch ein paar Bäume. Generell werden hier in China viele Bäume neu angepflanzt, um vor Sonne und Wind zu schützen.
    Schon recht früh kommen wir in Huade an und besichtigen noch die etwas brüchige Nachbildung der Chinesischen Mauer. Nicht nur diese ist nachgebildet und baufällig, sondern auch die Felsen, die um sie herum platziert sind. Sie bestehen nämlich aus einem Drahtgestell und einer darüber verteilten Schicht Beton, wobei bei einigen an vielen Stellen das Drahtgestell heraus guckt.
    Anschließend besichtigen wir noch einen modernen Tempel, der mit vielen kleinen Drachenstatuen und Reliefen von Kriegsszenen geschmückt ist. Während wir jeweils bei den Fahrrädern auf den anderen warten, bis er den Tempel angeschaut hat, werden wir mehrfach um gemeinsame Fotos gebeten und die Räder interessiert beäugt.
    die Hotelsuche stellt sich heute tatsächlich als nicht so einfach heraus. Bisher haben wir im Osten Chinas über Trip.com immer günstige Unterkünfte gefunden, in die auch Touristen dürfen, aber hier in diesem Ort sind uns die auf der Plattform angegebenen Unterkünfte zu teuer. Also gehen wir wieder zu unserer alten Vorgehensweise zurück und suchen über die chinesischen "Papierflieger-App", wie wir sie untereinander nennen (eigentlich Amap), eine Unterkunft heraus, die vom Preis her für Ausländer erlaubt sein könnte. So wie wir zu unserer gewohnten Vorgehensweise zurück kehren, kommen auch alte Erinnerungen in uns hoch, als wir natürlich abgelehnt werden. Immerhin bekommen wir auf der Karte ein Hotel gezeigt, das Ausländer eventuell aufnehmen könnte. Also fahren wir quer durch die Stadt, die zu unserem Glück nicht groß ist, zu dem angegebenen Hotel und sind von dessen Erscheinung etwas verwundert. Statt dem Preis auch im Aussehen zu entsprechen, liegt vor uns ein Hotel, das mit dem enormen Kronleuchter im Eingangssaal und der imposanten Auffahrt eher den Anschein macht, Präsidenten zu empfangen. Doch trotz der Erscheinung werden wir nicht genommen und fahren wieder quer durch die Stadt zurück zum Huade Guest House und können dort endlich unser Zimmer beziehen.
    Ebenfalls wie vom Westen gewohnt, ist zur Anmeldung die Polizei nötig. Der ganze Prozess dauert letztendlich dann nur eine knappe halbe Stunde, in der wir gefragt werden woher wir kommen, wohin wir fahren und aus welchem Grund wir nach Peking fahren wollen. Daraufhin antworten wir mit "Tourism", was vollkommen ausreichend ist.
    Da ich vom wohl doch etwas zu großen Frühstück leichte Magenschmerzen habe, entscheide ich mich heute eher für Schonkost, weshalb Lukas alleine etwas Essen geht.
    Danach telefonieren wir noch mit zu Hause und sind froh, im gemütlichen Bett unseren Beinen Ruhe zu gönnen.
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  • Tag 226: Huade bis Zhangbei

    2023年10月22日, 中国 ⋅ ☀️ 15 °C

    Nachdem wir wach sind, machen wir uns wieder über das Frühstücksbüfett her, das aus Salaten, frittierten Teigteilen, Eiern, Milch, Süßkartoffeln und vielem mehr besteht.
    Sobald wir die ersten Häuser hinter uns gelassen haben, kommen wir in eine Polizeikontrolle. Viele LKWs warten schon, bis sie endlich dran sind. Wir dürfen vorbei fahren und als wir ein paar Polizisten sehen fragen wir sie, ob wir weiter fahren dürfen. Als sie uns dann einfach weiter winken, lächeln und uns sogar einen Daumen nach oben geben, bin ich vollkommen perplex. Ich hätte erwartet, dass sie unseren Reisepass sehen wollen und uns fragen woher wir kommen und wo wir heute schlafen werden, aber nicht das!
    Wir sind noch nicht weit gekommen, als die selben Polizisten mit dem Auto hinter uns her fahren und uns anhalten. Sie steigen aus und wir erwarten, dass sie uns jetzt wenigstens kontrollieren. Aber Fehlanzeige! Einer der drei Polizisten geht auf Lukas zu, tippt auf seinen Helm, richtet ihn (ich kann nicht anders und beginne zu lachen), richtet dann auch meinen Helm, stellt sich neben uns und lächelt in die Kamera des Handys seines Kollegen. Dieser macht ein Bild, sie lächeln, bedanken sich dann und fahren wieder zurück zu ihrer Kontrollstelle. Wir sind total perplex! Was war das denn bitte?! Nach all unseren Erlebnissen hätten wir so ein Verhalten nicht erwartet! Noch lange danach schütteln wir darüber ungläubig den Kopf.
    Danach geht es, immer auf dem breiten Seitenstreifen, los. Heute fühle ich mich schon deutlich fitter! Direkt hinter der Stadt ist die Straße von Bäumen umgeben, die dort vor Jahren angepflanzt wurden. Endlich ändert sich mal die Landschaft von den so langsam eher tristen Weiten zu kleinen Wäldern die auch schön den Wind abhalten, der heute von der Seite bläst.
    Wir essen in der Sonne zu Mittag und es fühlt sich an wie an einem warmen, sonnigen Herbsttag zu Hause. Dann fahren wir weiter und genießen den Anblick der (wenn auch nicht natürlich gewachsenen) Bäume zu beiden Seiten der Straße.
    Dann fahren wir das erste Hotel in unserer Zielstadt an, das wir wieder über Trip.com gefunden haben. Leider ist es aus irgendeinem Grund geschlossen und wir müssen wieder ein Stück zurück durch die Stadt zum nächsten Hotel. Dort frage ich, ob ein Zimmer für uns frei ist (da die meisten Hotels fast leer sind, ist das eigentlich immer der Fall) und wie viel es kostet. Die Dame am Schalter bejaht meine Frage und nennt den Preis. Daraufhin bitte ich sie darum, mir ein Zimmer anschauen zu dürfen. Auch dies bejaht sie und geht mit mir und einer Zimmerkarte Richtung Aufzug. Gerade drückt sie den Knopf, um den Aufzug herzuholen, als sie scheinbar eine Eingebung hat. Statt mit mir nach oben zu fahren, deutet sie mit ihren Händen etwas an und ich lasse sie in Lukas' Handy sprechen, um zu erfahren, um was es geht und bin ein weiteres Mal an diesem Tag perplex. Denn innerhalb dieser 5 Minuten haben sich scheinbar die Richtlinien geändert, da das Hotel nun doch keine Ausländer mehr aufnehmen kann.
    Wir fahren also noch einmal weiter zum teuersten Hotel der Stadt, in dem wir dann auch aufgenommen werden. Nach ein bisschen hin und her dürfen wir unsere Räder in einem Innenraum abstellen und bewerkstelligen die Anmeldung ganz ohne Polizei.
    Nachdem die Taschen im Zimmer verstaut sind, gehen wir noch etwas essen. Es gibt eine sehr leckere Zwiebel-Tofu-Pfanne, eine Schüssel mit Kartoffelstreuseln (weil die so lecker ist, gibt es davon noch eine zweite) und eine Art Chapati-Brot.
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  • Tag 227: Zhangbei bis Xuanhua

    2023年10月23日, 中国 ⋅ ☀️ 21 °C

    Als wir aufwachen sind wir eigentlich noch recht satt von gestern Abend. Trotzdem freuen wir uns auf der Frühstücksbüfett, das bisher immer vielversprechend war. Wir steigen also in den Aufzug und fahren in den 3. Stock. Dann werden wir von einer Hoteldame ein einen Raum gebeten. Dort erwartet und an einer Seite eine Reihe Tische mit großen silbernen Gefäßen, in denen das Essen warm gehalten wird und in der Mitte des kleinen Raums ein riesiger runder Tisch, an dem 3 Frauen und 2 Männer schon sitzen. Wir setzen uns also dazu und fühlen uns etwas merkwürdig, wie als wären wir zu einem Familientreffen eingeladen worden, bei dem wir doch niemanden kennen.
    Wir holen uns Teller und Stäbchen (Besteck gibt es außer Suppenlöffel hier nie) und öffnen ein Gefäß nach dem anderen. Moment! Die sind ja alle leer!! Daraufhin deuten uns die am Tisch Sitzenden an, dass uns das Essen gebracht wird. Also doch kein Büfett...Stattdessen bekommen wir einen Teller mit Teigteilchen (teils mit Fleisch gefüllt), Schinkenstreifen, zwei Stückchen Süßkartoffel, ein Ei, Melone, eine Schüssel Milch, eine Schüssel mit fettiger Brühe und zwei Dippchen mit übersäuerten Salaten. Was nach viel klingt ist für mittlerweile dann doch schon hungrige Fahrradfahrer doch ein bisschen wenig (vor allem auch noch ohne die mit Fleisch gefüllten Teigtaschen).
    Nach einer Banane und einer Scheibe Toastbrot auf dem Zimmer machen wir uns auf den Weg, besorgen noch eine SD Karte für Lukas, da nun innerhalb der letzten Tage schon die zweite nicht mehr erkannt wird, und fahren an den sich im Bau befindenden Hochhaussiedlungen aus der Stadt.
    Zunächst geht es auf gutem Seitenstreifen los, der dann allerdings bald wegfällt. Mit den teils sehr offensiv fahrenden LKWs ist es nicht ganz so angenehm, besonders durch ihr häufiges Hupen.
    Zum Glück dauert das nicht den ganzen Tag an und so fahren wir noch etwa 1 Stunde dann wieder auf einem breiteren Fahrrad-Moped-Parkplatz-Streifen.
    Als Mittagessen gibt es dann weiches Toastbrot mit Salatsoße, Honig und Keksen, nicht ganz so zufriedenstellend, aber immerhin für den Moment sättigend.
    In Xuanhua besichtigen wir zuerst eine quer durch die Stadt verlaufende, restaurierte Mauer und beobachten hier die sehr amüsanten Geschehnisse. Kleine Grüppchen von vor allem knapp 40 bis 70-jährigen Frauen posieren vor und auf der Mauer, führen kleine Tänzchen auf, winken in die Kamera oder lassen sich ablichten, während sie sich vom Herbst gefärbte Laublätter an alle möglichen Stellen des Gesichts halten. Es ist besser als im Kino!
    Die Fahrt durch die Stadt ist dann etwas chaotisch und nicht gerade entspannend, was noch dadurch verstärkt wird, dass hier gefühlt jedes Gerät selbst spricht. Ob Ampeln, rückwärts fahrende Roller oder Lautsprecher aus Restaurants, alles führt Selbstgespräche und schallt durch die Straßen.
    Das erste Hotel lehnen wir von unserer Seite ab, da die Rezeptionistin äußerst unfreundlich ist. Im zweiten fühlen wir uns deutlich wohler, checken eine ganze Weile lang ein und gehen dann essen und noch etwas einkaufen.
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  • Tag 228: Xuanhua bis Badaling

    2023年10月24日, 中国 ⋅ ☀️ 21 °C

    Nach einem wieder einmal guten Frühstück mit ausreichend viel Essen packen wir ein und dann heißt es: Auf zurück in den Smog! Denn seit gestern fahren wir schon durch versmogte Straßen und auch die entfernten Berge sehen wir nur durch einen Schleier. Seit ein paar Tagen sind abends unsere Gesichter mit einer leicht schwarzen Schicht bedeckt und darin fahren wir wieder weiter.
    Die Bäume sind mittlerweile dichter geworden, allerdings sind die meisten in Reihen auf kleinen Terrassen angepflanzt, was die Berge deutlich abwechslungsreicher macht.
    In einer der Städte durch die wir fahren, suchen wir eine öffentliche Toilette auf, von denen es hier haufenweise gibt. Als Lukas die Toilette gerade betreten will, kommt eine für die Toilette zuständige Reinigungskraft zu ihm. In der Hand hält Lukas ein Süßigkeitenpapierchen, das sie ihm kurzerhand entreist. Eigentlich wollte er es in den Mülleimer bei der Toilette werfen, aber stattdessen entfernt sie sich einige Meter und wirft es in hohem Bogen in den begrünten Seitenstreifen der Straße. Wieder einmal bin ich sprachlos!
    Wir kommen erst recht spät an dem von uns ausgesuchten Hotel an, was als Homestay angegeben ist. Und tatsächlich liegen die Zimmer inmitten eines Hofes, in dem auch eine Familie wohnt. Im ersten Moment gehen wir davon aus, dass wir nicht bleiben dürfen, weil es für Ausländer nicht "komfortabel" genug ist. Allerdings ist die Anmeldung schnell erledigt und wir bestellen uns noch etwas bei der Hausherrin zu essen.
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  • Tag 229: Badaling-Die Chinesische Mauer

    2023年10月25日, 中国 ⋅ ☀️ 23 °C

    Wir frühstücken etwas aus unserem Müsli-Haferflocken-Vorrat und machen uns dann auf den Weg zur Chinesischen Mauer. Nach 15 Gehminuten haben wir den Ticketschalter erreicht, müssen die Pässe zeigen und bezahlen knapp 5 Euro pro Person. Wir hätten echt mit deutlich mehr gerechnet!
    Dann geht es auf die Mauer. Es ist unfassbar, was da schon los ist. Auf der Nordseite quetschen sich Menschenmassen entlang der Mauer, die Südseite ist zum Glück etwas leerer.
    Wir steigen zuerst auf die Südseite und genießen die eher geringe Menschenmenge, bevor wir uns in das Gewusel im Norden stürzen. Das ist so chaotisch und anstrengend, dass wir wirklich froh sind, als wir das ruhigere Ende der Mauer erreichen zu dem sich nicht mehr so viele aufmachen, weil dort keine Gondeln hinführen.
    Auf dem Weg zurück kommen wir an mehreren Schwarzbärengehegen vorbei. Es ist total traurig mit ansehen zu müssen, in was für Zuständen die Bären leben müssen. Zusätzlich werfen noch einige Besucher ihre Süßigkeitenpapierchen hinein, weil sie es witzig finden, wenn die Bären darauf herum kauen. Es ist kaum zu ertragen...
    Zurück im Ort essen wir, duschen, waschen Wäsche und ruhen uns von den vielen Stufen des Tages aus.
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  • Tag 230: Badaling bis Xishuiyu

    2023年10月27日, 中国 ⋅ ☀️ 21 °C

    Man stelle sich vor, du fährst über 13.000 km mit dem Fahrrad bis China und dann bringen dir läppische 8 km auf der Chinesischen Mauer einen gehörigen Muskelkater in den Beinen ein?! Was wir für unmöglich gehalten hätten, genau das ist uns passiert. Zugegeben haben wir mit dem vielen Auf und Ab auch einige Höhenmeter zurück gelegt, aber das hätten wir nun wirklich nicht erwartet.
    Dementsprechend vorsichtig und schmerzhaft sind dann auch unsere ersten Schritte heute Morgen. Auch mit dem Gleichgewicht sieht es eher etwas mau aus, weil die typischen Ausgleichsbewegungen, die wir normalerweise alle täglich durchführen, mit unseren schmerzenden Muskeln so gut es nur geht vermieden werden.
    Wir frühstücken im Bett und vermeiden so uns zu früh mit den Schmerzen auseinandersetzen zu müssen. Aber irgendwann hilft alles nichts mehr und wir packen etwas unbeholfen unsere Sachen zusammen.
    Ich habe mich glaube ich noch nie so sehr auf meinen eher harten Sattel gefreut. "So lange ich auf dem sitze, muss ich schonmal die Beine nicht bewegen", denke ich.
    Wir müssen ein Stück zurück fahren, weil wir als Fahrradfahrer nur die die Mauer umfahrende Bundesstraße nutzen dürfen. Zum Glück will um diese Uhrzeit nur jeder zur Mauer hin und so ist auf unserer Spur eher wenig los. Wir fahren durch einen langen Tunnel und dann geht es durch ein enges, mit bewaldeten Bergen eingesäumtes Tal. Teilweise können wir auf "europaähnliche" kleine Wege wechseln, aber können sie leider nicht so genießen, weil wir hier in China immer fürchten müssen, dass sie irgendwann aus unerklärlichen Gründen gesperrt ist und wir dann wieder umkehren müssen. Genau das passiert uns dann einmal, aber zum Glück müssen wir nur einen Kilometer leicht bergauf zurück fahren, um wieder auf die Bundesstraße zu kommen.
    Unterwegs begegnen wir auch einer kleinen Gruppe aus zwei Rentnerpärchen, die mit ihren Nicht-E-Bikes Richtung Mauer unterwegs sind. Sie sind an uns unheimlich fasziniert und reden wild durcheinander, in etwa wie Kinder, die alle gleichzeitig etwas berichten wollen. Von ihnen bekommen wir noch zwei Tomaten geschenkt, mit der Warnung, sie vorher noch zu waschen.
    Etwas weiter entdecken wir dann schon die ersten Mauerteile auf den Bergen um uns herum und kurz darauf taucht eine Festungsanlage auf. Die Juyong-Festung ist eine, wenn nicht gar die größte noch erhaltene Festungsanlage der Chinesischen Mauer und beschützte Peking unmittelbar vor den Mongolen. Ein Teil der Mauer führt hier auch durch den Fluss, der dem Tal folgt und bietet nochmal einen ganz neuen Anblick. Hier ist schon weniger los als in Badaling, dennoch und vielleicht auch wegen unserer Beine laufen wir hier nicht die Mauer entlang. Wir machen einige Fotos und fahren dann weiter.
    Zum Mittagessen gibt es eine Kartoffelpfanne, Pilze, Brot und Knoblauch, alles gegrillt. Hier in China bekommen wir einige Ideen, was wir in Zukunft mal nicht so alles grillen könnten.
    Danach machen wir uns an den Aufstieg zu einem weiteren Mauerabschnitt, der nochmal etwas andere Charakteristiken aufweist. Dabei kommen wir an den Ming Gräbern vorbei, die Grabstätten einiger Herrscher in der Ming Dynastie (1368-1644 n. Chr.). Zu einem Besuch bleibt leider keine Zeit mehr, da wir etwas spät dran sind und noch einige Kilometer und Höhenmeter vor uns haben.
    Wir suchen uns über Trip.com eine Unterkunft, gehen nochmal etwas essen (aus Mangel an Alternativen in chinesischen Supermärkten) und freuen uns dann in unsere Betten zu fallen. Insgeheim hoffen wir, dass die sehr schräge Karaoke-Stimme, die durch den Ort schallt, bald verstummen wird.
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  • Tag 232: Xishuiyu (auf der Mauer)

    2023年10月28日, 中国

    Eigentlich hatten wir schon für eine weitere Nacht bezahlt, um in Ruhe die Mauer zu besuchen. Allerdings sind zwei Dinge dazwischen gekommen:
    1. Uns geht das Bargeld aus. Eigentlich haben wir fest damit gerechnet, dass es hier im Ort (oder zumindest näher als 18 km) einen Bankautomaten gibt.
    2. Lukas hat gestern einen Belgier auf der verwilderten Mauer getroffen, der dort zeltet.
    Aus beiden Gründen bitten wir um die Rückerstattung der 3. Nacht und entschließen uns dazu, unsere Rucksäcke zu packen, uns die Mauer anzuschauen und abends ebenfalls darauf zu zelten. Da wir schon lange keinen Kontakt mehr mit der hiesigen Polizei hatten und sie uns scheinbar nicht mehr "verfolgen", ist es an der Zeit wieder etwas mehr Freiheit zu genießen.
    Wir frühstücken also im Hotel, packen dann unsere Rucksäcke und schließen unsere Taschen im Raum ein (was uns die netten Besitzer zum Glück ermöglicht haben). Danach geht es in der Traube der zahlreichen chinesischen Touris, die wahrscheinlich von Peking aus einen Samstagsausflug machen, zum Eingang. Wir kaufen die Tickets und spazieren kurz danach die Mauer entlang. Im Vergleich zu dem bisher Gesehenen nichts neues. Als wir auf der anderen Seeseite wieder zurück laufen, bekommen wir allerdings nochmal einen ganz neuen Blickwinkel, was sehr beeindruckend ist.
    Obwohl sich hier die Menschenmassen recht gut verteilen, stören wir uns etwas an den vielen Touri-Highlights, die hier angeboten werden. Ausflugsboote, Seilbahnen, kleine Lädchen und vor allem ein sehr beliebtes Horn, in das leider immer wieder Touris schreien. Wieso das? Durch den Schrei in das Horn (der wie durch ein Megafon um ein Vielfaches verstärkt wird) wird ein künstlicher Geysir in Gang gesetzt und schießt je nach Lautstärke eine eher höhere oder niedrigere Fontäne heraus. Leider wird dadurch auch die Ruhe gestört, da das Horn relativ mittig im See auf einer Halbinsel platziert ist.
    Nachdem wir über einen schönen Uferweg wieder am Ausgang ankommen, gehen wir durch einen etwas versteckten Weg aufwärts zu der verwilderten Seite der Mauer. Dort gibt es einige Stellen, die sehr schmal sind und wir vorsichtig sein müssen.
    Wir kämpfen uns durch Gestrüpp, klettern übergroße Stufen hoch und kommen dann schließlich an einem der alten Wachtürme an. Dort finden wir schon gleich einen geeigneten Zeltplatz, machen ein bisschen Pause, laufen noch ein Stück weiter, um den Teil der Mauer zu erkunden, kehren dann wieder um und bauen das Zelt auf dem Wachturm auf. Dann essen wir bei leider ziemlich versmoggtem Sonnenuntergang unser Abendessen und bewundern, was die Menschen damals schon alles erbaut haben.
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  • Tag 233: Xishuiyu bis Peking (bei Bin)

    2023年10月29日, 中国 ⋅ ☀️ 21 °C

    Als wir den Reisverschluss des Zeltes öffnen merken wir, dass der Wachturm auf dem wir geschlafen haben in einem dichten Smog-Nebel steht und die Luft sehr feucht ist.
    Wir frühstücken und machen uns dann an den Abstieg. Durch den Nebel sieht alles sehr mystisch aus.
    Wir gehen sehr vorsichtig vor, denn es ist an manchen Stellen echt steil. Trotzdem ist es fast schon schade, als wir unten ankommen und die kleine Wanderung abschließen.
    Wir suchen unser Hotel auf, holen die Taschen und Fahrräder und schaffen es nicht den Hotelbesitzer davon zu überzeugen unsere vorher ausgemachten 50 Yuan (etwa 6,50 €) für die Lagerung unseres Gepäcks anzunehmen.
    Wir gehen noch einkaufen und fahren dann durch den immer noch dichten Nebel los. Die Strecke die folgt ist sehr schön zu fahren und daher auch sehr beliebt bei chinesischen Rennradfahrern. Leider trübt der Nebel die Sicht und so hat es eher wieder eine mystische Stimmung.
    Wir essen eine Kartoffelpfanne und eine Nudelsuppe in einer kleinen Nebenstraße des Highways, dem wir Richtung Stadtzentrum folgen.
    Die Fahrt weiter ins Innere der Stadt ist erstaunlicherweise recht angenehm, weil es immer wieder breite Fahrrad-Moped-Streifen gibt, die die Autos weitestgehend von uns fernhalten.
    Gegen 17 Uhr kommen wir bei Bin zu Hause an. Bei ihm, seiner Frau und deren Sohn bleiben wir die nächsten 2 Tage. Sie leben in einer Hochhaussiedlung mit 4 Gebäuden mit jeweils 30 Stockwerken. Wir werden schon von den Wachleuten empfangen, kurze Zeit später dann aber von Bin abgeholt. Wir schieben unsere vollbepackten Räder in den Aufzug, fahren in den 22. Stock und bringen alles in die Wohnung. Dann gibt es auch schon bald Essen und wir unterhalten uns viel mit Bin, der gut Englisch kann und seinem Schwager, der zu Besuch gekommen ist.
    Es ist sehr interessant deren Sicht (besonders des Schwagers) kennen zu lernen, der vollkommen von China überzeugt ist und die USA, Korea und Japan als "Feinde" ansieht, die China schaden wollen. Was wir selbst darüber denken geht eher unter und ihm scheint nicht bewusst zu sein, dass die Erlebnisse in China uns nicht auf "seine Seite" gebracht hat. Wir erfahren nun auch aus erster Hand, wie hier eine völlig andere Sicht auf die Dinge gelehrt wird, wie beispielsweise auch die Situation im Westen von China.
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  • Tag 234: Peking (bei Bin)

    2023年10月30日, 中国 ⋅ ☀️ 22 °C

    So kann das nicht weiter gehen! Auf der Matte ohne Luft schläft es sich doch nicht mehr so gut, wie ich diese Nacht wieder festgestellt habe. Also informiere ich mich schonmal welche Luftmatratzen es bei dem vermeindlichen Decathlon in der Nähe gibt, während Lukas noch schläft.
    Um 8:30 Uhr stehen wir dann auf und frühstücken gemeinsam mit unseren Gastgebern. Danach hilft uns Bin noch ein Hotel in Peking zu finden das Ausländer und unsere Fahrräder nimmt und wir buchen gemeinsam die Tickets für die Verbotene Stadt und das Nationalmuseum.
    Dann machen wir uns auf den Weg zu Fuß dorthin wo auf der Karte der Decathlon sein soll. Und tatsächlich finden wir ihn auch, im Keller einer Mall. Wir hatten befürchtet, dass er nur sehr klein ist und eher eine Büro um die Dinge online bestellen zu können, aber zu unserem Glück lässt er nichts zu wünschen übrig.
    Wir schlendern gemütlich durch und finden eine passende Luftmatratze für mich und noch einige andere Dinge.
    Danach schauen wir, wie das U-Bahnsystem funktioniert und regeln noch ein Problem mit unserer Sim-Karte.
    Abends essen wir wieder gemeinsam (bisher das beste Essen in China) und sitzen dann noch zusammen. Wir lernen, warum die 6, 8 und 9 in China Glückszahlen sind und die 4 eine Unglückszahl. Grund hierfür ist jeweils die ähnliche Aussprache mit entweder positiven oder auch negativen Begriffen. So hat das Wort für "4" eine ähnliche Aussprache wie das Wort für "sterben", weshalb es auch in vielen, wenn nicht gar allen Gebäuden kein 4. Stockwerk gibt. Im Gegensatz dazu bringt es Glück, wenn in einer Nummernfolge, wie etwa einer Telefonnummer, einem Nummernschild oder Passwörtern, so viele 6er oder 8er wie möglich vorkommen, wie beispielsweise die drei häufigsten WLAN-Passwörter "88888888“, "66668888" und "12345678“, die natürlich zusätzlich aus genau 8 Nummern bestehen.
    Endlich hat sich ein kleines Rätsel aufgelöst!
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  • Tag 235: Bei Bin bis Peking (Hotel)

    2023年10月31日, 中国 ⋅ ☀️ 22 °C

    Zum Glück muss Bin heute nicht früh weg und wir nicht zu früh aufstehen. Wir frühstücken gemeinsam mit ihm und seiner Frau, packen dann unsere Sachen, schieben die Räder in den Aufzug und fahren dann nach unten.
    Wir fahren ein bisschen quer durch die Stadt und kommen dann zu einem Park. Nacheinander besichtigen wir ihn für jeweils 26 Cent Eintritt und betrachten uns darin die unzähligen Dinge, die dort in Massen verkauft werden. Draußen beobachte ich eine Weile, wie sich zwei Männer tanzend zu klassischer Musik (in einer Art Tai-Chi) über den Vorplatz bewegen. Ein ungewöhnlicher Anblick, den man so in Deutschland eher nicht sehen würde.
    Danach geht es weiter zu einem Lama Tempel, den wir besichtigen wollen. Allerdings entscheiden wir uns beim Anblick dessen gegen einen Besuch heute, weil er einfach zu groß ist und beschließen stattdessen morgen früh nochmal her zu kommen.
    Weil wir so langsam gut Hunger bekommen, werden wir an einem weiteren Park auf einen Dumplingstand aufmerksam. Tatsächlich gibt es noch vegetarische Dumplings mit Fenchel und Ei, von denen wir uns erstmal 10 und später nochmal weitere 5 für das Abendessen holen.
    Zum Glück haben wir schon das Hotel mit Bin gebucht, weil wie ansonsten heute wahrscheinlich durchdrehen würden. Der Verkehr ist trotz der teilweise vorhandenen Fahrradspur sehr chaotisch und die anderen Fahrrad- und Mopedfahrer der Hauptgrund, weshalb wir keine Minute abschalten können. Einmal bleiben sie unerwartet mitten im Weg stehen, dann fahren sie ohne zu schauen auf die Straße, indem sie dort nochmal gut ausholen, viele taumeln vor uns herum, dass wir nicht einschätzen können wo sie fahren oder fahren falsch herum uns entgegen und wie es aussieht haben die wenigsten überhaupt von Rechtsverkehr gehört.
    Wir sind sehr froh, als wir endlich im Hotel ankommen und dort die Anmeldung ohne Probleme schnell abläuft. Die Fahrräder dürfen wir sogar mit aufs Zimmer nehmen, was uns ganz Recht ist.
    Wir essen die Dumplings, telefonieren noch mit zu Hause und sind froh, den Smog des Tages abwaschen zu können.
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  • Tag 236 & 237: Peking

    2023年11月1日〜3日, 中国

    Wir verbringen zwei Tage in Chinas Hauptstadt, besuchen den Lama Tempel, das Nationalmuseum, den Tian'anmen Square und die Verbotene Stadt.
    Der Lama Tempel besteht aus vielen kleinen Sälen in traditioneller Bauweise. Die Schilder an deren Eingängen beschreiben, wie die Mönche die Räume dort früher genutzt haben, beispielsweise zur Lehre der Medizin oder Esoterik. Allerdings sind wir etwas enttäuscht darüber, dass wir ansonsten sehr wenig erfahren. Oft wird beschrieben wie die buddhistischen Figuren im Inneren heißen, aber Weiteres erfahren wir leider nicht und können mit den Informationen deshalb nicht allzu viel anfangen.
    Im Nationalmuseum sind unzählige Ausstellungen über Ming-Vasen, Gemälde (witzigerweise auch Ölgemälde vom Registanplatz in Usbekistan), anderes Porzelan, Erfindungen und die chinesische Geschichte bis zum Ende der Qing Dynastie (Anfang 20. Jh.). Es ist sehr interessant zu sehen, wie hier die Texte zu den einzelnen Themen formuliert sind und welche Themen sehr ausführlich beschrieben und welche fast vollständig ausgelassen wurden.
    Nach dem Nationalmuseum besuchen wir noch den Tian'anmen Platz, auch bekannt als "Platz des Himmlischen Friedens", auf dem immer die im Fernsehn gezeigten Versammlungen und Militärshows stattfinden. Da wir kurz vor Sonnenuntergang auf den Platz kommen, können wir beobachten, wie die chinesische Flagge in einer kleinen Zeremonie von einem Soldatentrupp abgelassen wird. Wir sind nicht die Einzigen, die das Geschehen beobachten. Einige hundert Chinesen und zumindest mal 2 Engländer sind ebenfalls da und filmen fleißig mit.
    Sobald die Flagge abgenommen und weggetragen ist, beginnt auch schon die Platzräumung. Wir dachten eigentlich, dass wir den Platz jetzt noch in der Dunkelheit etwas fotografieren und uns gemütlich mit den zwei Engländern unterhalten können. Stattdessen kommen ein paar Anzug-tragende Polizisten, die systematisch den Platz ablaufen. Wie in einer Kür laufen sie erst ein Stück gerade auf die Leute zu und dann im rechten Winkel zur Seite weg, anschließend wieder diagonal zurück. Auch Soldaten in grünen Uniformen und Mannschaftswagen mit Megafonen kommen zur Unterstützung. Kurze Zeit später ist der Platz geräumt und (nach europäischen Verhältnissen) auf das Heftigste mit Absperrungen gesichert. Das ist aber dauerhaft der Fall und erstreckt sich über den gesamten Bereich des Platzes, des Museums und der Verbotenen Stadt.
    Wir müssen aus irgendeinem Grund an Usbekistan denken. Klar, auf den Registanplatz kamen wir auch nur über einen Ticketschalter, aber natürlich hätten wir bei Dunkelheit noch darauf bleiben dürfen. Und auf den beliebtesten Platz von Bukhara durften wir zwar eigentlich nicht mit den Fahrrädern, aber als wir angedeutet hatten, dass wir nur schnell ein Bild mit den Rädern auf dem Platz machen wollen, durften wir selbstverständlich die Räder draufschieben. Hier in China wäre das undenkbar, zu groß ist die Angst vor vermeindlichen Angriffen oder Demonstrationen.
    Nachdem wir gegessen haben besuchen wir noch eine Bar, die als beste Bar der Stadt bekannt ist - das "Obstzimmer". Der Besitzer hat die Bar extra nach deutschen Stil einrichten lassen und sie auch danach benannt, weil er ein Fan von Deutschland ist und sogar Deutsch spricht. Der Name stammt daher, dass die Gäste aus verschiedenen Früchten und einer beliebigen Sorte Alkohol eigene Cocktails kreieren dürfen, die dann für sie zubereitet werden.
    Am nächsten Tag besuchen wir die Verbotene Stadt mit ihren vielen Palästen. Einige der Besucher tragen hier traditionelle Kleidung, um sich in dieser vor den alten Mauern fotografieren zu lassen. Vom außerhalb der Verbotenen Stadt gelegenen "Kohlehügel" werfen wir noch einen Blück auf die Stadt aus der Vogelperspektive und nehmen dann die U-Bahn wieder nach Hause.
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  • Tag 238: Peking bis Tianjin

    2023年11月3日, 中国

    Nachdem wir das große Frühstücksbüfett das letzte Mal genossen haben machen wir uns auf den Weg aus der Stadt und Richtung Meer, um hoffentlich in ein paar Tagen die Fähre nach Süd Korea nehmen zu können.
    Immerhin ist es heute nicht mehr allzu versmoggt. Um trotzdem nicht alles einatmen zu müssen trage ich eine Maske, die auch ganz gut gegen die kleinen Mücken hilft, die teilweise herum schwirren.
    Leider müssen wir an ganz schön vielen Ampeln anhalten und so kommen wir gefühlt nicht wirklich vom Fleck. Wir fahren also von einer Ampel zur nächsten, wundern uns über manche Autofahrer, die teilweise mitten im Weg anhalten und bestaunen zwei selbstfahrende Autos, die regulär die Straße benutzen. Wobei "regulär" nicht ganz stimmt, da das eine mitten auf der Kreuzung und nicht am Haltestrich anhält. Da das hier aber auch genügend normale Fahrer machen, fällt das gar nicht so auf.
    Wir kommen durch Zufall nochmal an einem Decathlon vorbei, finden dort leider aber auch keine besseren Sonnenbrillen als im letzten. Meine Sonnenbrille wird nämlich seit einer Weile nur noch durch ein Klebeband zusammen gehalten und Lukas' Sonnenbrille ist auch nicht mehr das Wahre.
    Wir lassen nach einer Weile die Grenzen der Hauptstadt hinter uns und kommen nach Italien, genauer gesagt an den "Fiume Arno" in Florenz. Moment, bitte was?! Was die Chinesen mit dem österreichischen Hallstadt gemacht haben, war nicht die einzige Form der Kopie europäischer Städte. So haben sie auch eine Straße von Florenz (mit etwas venedischem Einfluss) nachgebaut, bei der es allerdings an nötigem Flair fehlt. Auch andere Städte, Straßen und Brücken wurden in französischem, britischem und sogar deutschen Stil gebaut, befinden sich allerdings zum Großteil im Süden Chinas und sind allesamt ein riesen Flop.
    Wir essen für knapp 4 Euro Nudeln mit Gemüse und Erdnusssoße und Kartoffelpfanne zu Mittag und fahren dann noch ein gutes Stück weiter.
    Wir fahren das erste Hotel, das wir uns vorher herausgesucht haben, an und haben Erfolg. Die Fahrräder dürfen wir mit ins Zimmer nehmen.
    Dann gehen wir (wieder einmal aus Mangel an gutem Supermarktessen) ins Restaurant und essen Aubergine, Kartoffelraspeln, Reis und eine Ei-Tomaten-Mischung. Es ist verrückt aber im Moment könnten wir ständig etwas essen!
    Wie wir da so sitzen und uns durch die Teller probieren, betreten ein Chinese und zwei Weiße den Raum. Wir versuchen aus ihrem Gespräch heraus zu hören, woher sie kommen und vermuten Osteuropa. Tatsächlich kommen die beiden aus der Slowakei, arbeiten aber in Frankfurt. Einer spricht fließend Deutsch und erzählt uns, dass sie für zwei Wochen hier sind um eine Fräsmaschine zu reparieren.
    Wir scheinen echt Glück gehabt zu haben, denn die beiden mussten eine Weile suchen, bis sie unser Hotel gefunden haben, das Ausländer akzeptiert.
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  • Tag 239: Tianjin bis Binhai

    2023年11月4日, 中国 ⋅ ☀️ 18 °C

    Nach unserem Frühstücksbüfett brechen wir unseren hoffentlich letzten Fahrradtag in China an.
    Es geht durch das Zentrum von Tianjin, das eigentlich einen gewissen Charm hat. Wir fahren ein kleines Stück an der Promenade des Flusses entlang und es fühlt sich fast wie in einer europäischen Stadt an....bis kurz darauf dann auch schon die Promenade zu Ende ist und mit ihr das bisschen Charm der Stadt.
    Nach eher unschönen Straßen durch das Hafengebiet der Stadt kommen wir zum vermeindlichen Fährhafen. Leider, so erfahren wir und hatten es auch schon befürchtet, wurde die Fähre eingestellt und wir müssen weiter nach Qingdao fahren, das nochmal weitere 540 km im Süden liegt.
    Weil es auf unserer Strecke erstmal kein Hotel mehr geben wird, beschließen wir den Tag etwas früher zu beenden und fahren zum ersten Hotel. Unfreundlich ist die Frau mit der zentimeterdicken Gesichtsmaske aus weißem Make Up zwar nicht, aber vom Preis her sind wir vom ersten Hotel nicht sehr überzeugt. Also fahren wir das nächste an und dürfen hier auch bleiben und die Fahrräder gut unterstellen.
    Wir nehmen also die Taschen ab, bringen sie auf das Zimmer und merken dort, dass wir leider eine elektrische Toilette mit Beheizung haben. Auch bei Bin kamen wir schon in den Genuss dieser ach so geistreichen Erfindung. Wir verstehen wohl nie diejenigen, die sich freiwillig eine Toilette zulegen, die das Gefühl vermittelt, es seien direkt vorher schon die anderen Hotelgäste darauf gesessen. Naja, da müssen wir wohl durch oder besser gesagt drauf.
    Wir gehen heute ausnahmsweise mal nicht in ein chinesisches Restaurant, sondern zum PizzaHut gegenüber, der uns allerdings ganz und gar nicht überzeugt.
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  • Tag 240: Binhai bis Huanghua

    2023年11月5日, 中国 ⋅ 🌧 13 °C

    Wir können unseren Ohren nicht recht trauen. Kann das wirklich sein?! Es regnet und das ist noch untertrieben, es schüttet geradezu. Das haben wir das letzte Mal am Anfang der Mongolei und davor das letzte Mal in Georgien erlebt.
    Wir frühstücken und lassen uns extra viel Zeit. Besonders als wir den Wetterbericht sehen und es den ganzen Tag nicht besser werden soll. Unten in der Lobby packen wir unsere Räder. Das Hotelpersonal ist sichtlich besorgt um uns und bietet uns sogar regenfeste Überschuhe an - mit rosa Blümchen! Eigentlich hätten wir zum Spaß die Überschuhe annehmen müssen, aber da wir unnötigen Müll sparen wollen und schon selbst welche haben, lehnen wir sie ab.
    Mehrfach sind unterwegs die Straßen gesperrt und wir müssen kleine Umwege fahren. Mehr und mehr durchnässt unsere Kleidung, während es unaufhörlich weiter regnet.
    Wir können heute entweder 50 km oder 100 km fahren und entscheiden uns für die 50 km, da wir mittlerweile schon vollständig nass sind.
    Das Hotel, das wir anfahren sieht zunächst eher nicht danach aus, als würde es Ausländer nehmen. Doch als ich die kleine Lobby betrete stehen sofot mehrere auf und kommen herbei. Ich frage nach einem Zimmer und bekomme direkt die Bestätigung. Auch die Fahrräder dürfen wir ins Haus stellen, obwohl sie vom Regen nass und dreckig sind.
    Wir haben ein bisschen ein schlechtes Gewissen und drängen noch darauf sie in die Garage statt ins Zimmer zu stellen. Letztendlich können wir uns darauf einigen sie unter der Treppe im Haus abzustellen.
    Wir erledigen die Anmeldung und bringen dann unsere Taschen nach oben, während wir in der Lobby eine kleine Pfütze hinterlassen.
    Auf dem Zimmer heißt es erstmal die Taschen unter der Dusche abzubrausen und dann zum trocknen aufzustellen. Außerdem spammem wir mit einer Schnur, die wir für Reparaturen dabei haben, eine Wäscheleine und hängen dort unsere ganzen vom Regen durchnässten Kleidungsstücke auf. Es sieht schom ein bisschen wild aus!
    Weil es draußen unaufhörlich weiter regnet und all unsere Sachen nass sind, beschließen wir auf die typisch chinesische Art unser Essen ausnahmsweise mit dem E-Scooter anliefern zu lassen. Die Hotelbesitzerin hilft uns bei der Bestellung. Kurz danach klopft es an unserer Tür und das Essen ist schon da.
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  • Tag 241: Huanghua bis Zhanhuaqu

    2023年11月6日, 中国 ⋅ 🌬 9 °C

    Die Schuhe sind noch leicht feucht, obwohl wir sie über Nacht (aus Mangel an Zeitungspapier) mit Handtüchern ausgestopft haben. Wir frühstücken diesmal Sandwiches (die ebenfalls geliefert wurden) und Haferflocken. Dann fahren wir bei leichtem Seitrückenwind los.
    Heute ist wieder besseres Wetter, dafür ist es aber kalt und windig.
    Um 13 Uhr gibt es zum Mittagessen Nudeln mit Gemüse und Brotfladen und Kartoffelraspeln und eine Schüssel mit Reis. Es ist sehr lecker!
    Als wir mit einem 100er (13€) bezahlen wollen, können sie nicht wechseln. Da wir stattdessen nur 22 Yuan (statt den eigentlichen 24 Yuan) in klein haben, rechnen sie uns nur diesen Betrag ab, was umgerechnet 2,86 € sind. Total verrückt!
    Weil es ganz gut läuft und wir Rückenwind haben, beschließen wir noch 64 km, also nochmal so viel wie bisher, zu fahren. Leider sind immer mal wieder die Straßen versperrt und wir müssen erneut kleine Umwege fahren.
    Bei werdender Dunkelheit kommen wir im Zielort an und gehen erstmal auf eine Bank und danach zum Hotel. Auch hier sind sie freundlich, kündigen aber an, dass die Polizei noch vorbeikommen wird, um uns anzumelden. Wir dürfen allerdings schonmal unsere Sachen nach oben bringen und gehen dann nach unten etwas essen.
    Wir bestellen uns Nudeln mit Gemüse und Ei und genießen das, während wir von den anderen Gästen neugierig angeschaut werden. Immer wieder bekommen wir von unsere Tischnachbarn Kleinigkeiten von ihren Tellern zur Probe. Als wir fertig gegessen haben verkündet ein anderer Gast, dass er unser Essen bezahlen will und schenkt uns noch zwei Flaschen gesüßten Trinkjoghurt.
    Er und die beiden Tischnachbarn überreden Lukas schließlich mit ihnen Schnaps und Bier zu trinken und Bilder zu machen. Auch ich soll dann mal mit aufs Bild und als ich wie selbstverständlich Lukas' Glas nehme, um damit anzustoßen, werde ich von einem der Männer vollkommen entrüstet angesehen. Statt des Schnapsglases soll ich besser mit der Milch anstoßen, das andere würde betrunken machen und wäre nichts für mich!
    Wir haben zusammen noch einen ganz lustigen Abend, an dem Lukas pausenlos von einem der drei halb umarmt wird und wir den chinesischen Ausruf "Gä" für "Auf Ex" kennen lernen.
    Die Polizei kam zum Glück nicht mehr vorbei!
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  • Tag 242: Zhanhuaqu bis Dongying

    2023年11月7日, 中国 ⋅ ☀️ 15 °C

    Nach dem langen Tag gestern liegen heute nicht ganz so viele Kilometer vor uns. Ok, ehrlich gesagt knapp 80 km, aber das ist mittlerweile wenn der Wind stimmt keine allzu lange Tagesetappe mehr.
    Hier im Osten ist es etwas komisch. Wir kommen zwar täglich ein gutes Stück weiter, aber mir fiel es auf der Reise noch nie so schwer die einzelnen Tage auseinander zu halten. Besonders bis Kirgisistan (wenn man mal von den kurzen Wüstenabschnitten absieht) ist täglich so viel passiert und jeden Abend haben wir an völlig anderen Orten geschlafen, wodurch es leicht war auch nach längerer Zeit noch die Tage in Gedanken erneut zu durchleben. Hier ist jeder Tag gleich und besteht im Großen und Ganzen nur daraus, dass wir uns morgens (wenn wir Glück haben) an einem guten Frühstücksbüfett satt essen können, danach durch immer gleichaussehende Städte und Industiegelände fahren, dann etwas zu Mittag essen, dann weiter durch ebenso gleiche Städte fahren und abends in ein Hotel einchecken, in dem wir wieder in einem ähnlichen Zimmer wie dem vom Morgen einschlafen. Während wir uns in den Ländern weiter im Westen auf jeden Tag und die Erlebnisse die er so mit sich bringt freuen konnten, bestehen hier die Highlights aus dem Essen und den neuen Kapiteln des Hörbuchs.
    Umso mehr freuen wir uns dann mal darüber, wenn etwas Unerwartetes passiert. Etwas Unerwartetes wie heute.
    Als wir bei einem unserer täglichen Highlights, dem Mittagessen, dran sind, heute gibt es Dumplings mit Lauch, Ei und Karotten, und wir diese gerade bezahlen wollen, lehnt der Restaurantbesitzer wehement ab und schenkt uns stattdessen das gesamte Mittagessen. "Ausländer bezahlen hier nicht!" tippt er in den Übersetzer ein und ist dann zusätzlich noch sehr interessiert an uns und der Reise. Auch wenn es nicht allzu viele solch schöne Momente hier in China gibt, umso mehr erfreuen wir uns dann an den wenigen, die uns so nett begegnen.
    Abends im Hotel fühlen wir uns ebenfalls gleich wohl, denn auch hier sind die Hotelmitarbeitenden wieder sehr nett. Wir dürfen sogar selbst unsere Wäsche in der Waschmaschine waschen und breiten sie danach im Zimmer noch zum Trocknen aus.
    Anschließend gehen wir essen und es gibt leckeren Blumenkohl-Kartoffelteller und Nudeln mit Gemüse. Weil ersterer so lecker ist, bestellen wir gleich noch einen und auch hier begegnet uns die Köchin äußerst freundlich. Mit 5,20€ weniger im Geldbeutel gehen wir nach 3 großen Hauptgerichten wieder ins Zimmer zurück, nach einem Tag, der sich glücklicherweise etwas von den anderen abgehoben hat.
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