Azerbaijan
Kitly

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Travelers at this place
    • Day183

      Aserbaidschan, mein Herzensland

      March 12, 2020 in Azerbaijan ⋅ ⛅ 12 °C

      Zum Thema Länderranking komme ich an anderer Stelle noch. Aber so viel kann ich sagen: Aserbaidschan liegt auf Platz 1!

      Die Gastfreundschaft ist unbeschreiblich, die Landschaft atemberaubend, das Land vom Tourismus wenig erschlossen und noch sehr ursprünglich.
      Ich habe lange überlegt, ob ich hierher reisen soll. Im Internet liest man gruselige Dinge: Es sei unsicher, gefährlich und als Frau alleine auf keinen Fall ratsam. Nichts davon kann ich auch nur irgendwie bestätigen.

      Nun ein paar Fakten zu Aserbaidschan:

      Zuerst das Politische.
      Seit 1991 ist Aserbaidschan unabhängig von der Sowjetunion. Die Regierungsweise kann man als autoritär beschreiben. Das Bild des Präsidenten und die Flagge sieht man (wie in Albanien) überall.
      Aserbaidschan beschreibt sich selber als tolerantes Land, was Religionen, Kulturen usw. angeht.

      Die EU hat seit 2006 eine Energiepartnerschaft zu Aserbaidschan und seit 2001 ist das Land ein Mitglied des Europarats. Durch das Erdöl ist es nämlich ein wichtiger Handelspartner. Die Beziehungen sollen noch vertieft werden. Allerdings stehen das Thema Demokratie und Menschenrechte im Weg.
      Ein Beitritt in die EU wird für möglich gehalten.
      Ich halte das Ganze allerdings eher für unwahrscheinlich.

      Zum Thema Hygiene:
      Wie ich bereits geschrieben habe, ist das leider kein schöner Punkt. Die Flüsse liegen voller Müll, Müll wird in Gärten verbrannt, das Leitungswasser sollte man nicht trinken und über die Tierhaltung will ich lieber gar nicht reden.

      Verkehr:
      Verkehr und Straßen sind abenteuerlich, die Autos teilweise in katastrophalem Zustand, die Fahrweise benötigt einen starken Magen. Geduld braucht man auch, da die Straßen oft durch Schafe blockiert sind.

      Ich habe mich in dieses Land verliebt. In sein Chaos, die Leute, die Berge, die Schafe, das Essen und die orientalischen Häuser.

      Gerne hätte ich noch mehr gesehen.
      Zu dem Zeitpunkt gab es in Zentralasien aber noch keinen einzigen C-Fall und ich wollte über die Grenze, bevor es nicht mehr möglich ist. Zu dem Zeitpunkt dachte ich, dass das Reisen in Zentralasien noch lange möglich sei. Eigentlich wollte ich mit der Fähre übers kaspische Meer nach Kasachstan und von dort nach Usbekistan. Die Meeresgrenzen waren aber bereits dicht und so war ich zum zweiten Mal gezwungen zu fliegen.
      Also beschloss ich, direkt nach Usbekistan zu reisen.
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    • Day177

      Baku-weitere Eindrücke

      March 6, 2020 in Azerbaijan ⋅ ☀️ 15 °C

      Hier folgen weitere Eindrücke.

      Besonders beeindruckend war der Palast der Schirwanschahs aus dem 14. Jahrhundert, einer muslimischen Dynastie.
      Hier kann man u.a. eine Moschee, einen Jungfrauenturm und ein Mausoleum besichtigen.Read more

    • Day176

      Baku

      March 5, 2020 in Azerbaijan ⋅ ☀️ 12 °C

      Ich hatte in Aserbaidschan noch Einiges vor. Auf jeden Fall wollte ich noch ins Gebirge. Mein eigentlicher Plan war also, von Şəki direkt ins Gebirge zu fahren. Ich besprach meine Pläne mit dem Guesthouse Host. Der meinte dann, dass sei sehr schwierig und ich solle alle Ausflüge von Baku aus unternehmen. Das stellte sich im Nachhinein auch tatsächlich als äußerst sinnvoll heraus.
      Er besorgte mir sogar ein Busticket in einem großen normalen schönen Bus, sodass ich diesmal nicht mit einer Marshrutka fahren musste. :)

      Nach ca 5 Stunden kam ich in der Hauptstadt an. Mein erster Eindruck: Es erinnerte mich an Dubai mit den teilweise großen segelförmigen Gebäuden.

      Insgesamt verbrachte ich hier eine Woche und besichtigte währenddessen von Baku aus andere Orte. Ich kam bei einer älteren Dame in einem Zimmer unter. Die Töchter arbeiten in London. So sind immer Zimmer frei. In Baku spricht auch wieder fast jeder Russisch, so dass wir uns verständigen konnten.

      Nun zu Baku:
      Baku hat knapp 2 Millionen Einwohner, liegt am kaspischen Meer und besitzt einen Erdölhafen. Die Stadt ist deshalb relativ reich. Viele Reisende, die nur in Baku verweilten, verbinden Aserbaidschan deshalb mit teuren Autos und reichen Menschen. Das ist allerdings völlig an der Wahrheit vorbei. In anderen Teilen des Landes verdienen die Menschen wenig und leben in teilweise sehr armen Verhältnissen. Urlaub kann sich kaum jemand leisten. Keine einzige Woche im Jahr hätten sie frei, erzählten mir einige AserbaidschanerInnen. In einem anderen Land seien sie noch nie gewesen. Englisch spricht kaum jemand. Aber zum Glück gibt es Online Übersetzer!
      Zurück zu Baku. Die Stadt ist ein Gemisch aus sehr hohen modernen Hochhäusern und orientalischen, bunten Gebäuden. Es gibt eine riesige Strandpromenade und alles ist sauber und sehr ansprechend gestaltet. Ich erlebe es als völliges Kontrastprogramm zum Rest von Aserbaidschan.
      Unternehmen kann man hier viel. Man hat Meer, Bars, tolle Cafés und Restaurants, Basare, Museen, Moscheen, Einkaufszentren und ein sehr interessante Altstadt.
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    • Day218

      Exploring Baku

      August 6, 2021 in Azerbaijan ⋅ ☀️ 34 °C

      After an excellent night of sleep, and a lazy morning . . . I set off to explore Baku. If you want to see more pictures, check out the interactive video at this link . . .https://www.relive.cc/view/vevW2p8dEyqRead more

    • Day83

      Viel zu müde

      December 17, 2019 in Azerbaijan ⋅ ⛅ 10 °C

      7:30 Uhr in Baku. Viel zu früh und viel zu müde. Die Nacht war auf Grund der Hitze und des Lärms nicht wirklich erholsam. Und jetzt in der Morgendämmerung aus dem Zug zu steigen in die Kälte erscheint fast unmöglich. Auf dem Bahnsteig kommen uns schon zahlreiche Taxifahrer entgegen. Wir blocken erstmal alles ab und suchen das Bahnhofsgebäude auf. Wir wollen uns gleich darum kümmern unser Gepäck zu verstauen und eine Rückfahrt zu buchen. Das ging ja leider von Georgien aus nicht. Wir geben erstmal Manat ab. Natürlich geht das nur wieder im grossen Scheinen, was dann bei den Gepäckschliessfächern ein Problem ist. Wir brauchen also Kleingeld. Wir fragen einen Polizisten, ob er uns Geld klein machen kann. Daraufhin werden wir von ihm vor den Bahnhof gebracht, wo uns ein Schwarzmarktwechsler entgegen kommt. Er will Lari für Manat haben, aber nachdem er versteht, dass wir Manat klein gewechselt haben wollen, macht er das netterweise auch. Aber interessant, dass ein Polizist uns hierher bringt. Eigentlich wollen wir nun zum Schliessfach, aber er weisst uns für Luggage Storage zu einem Döner am Bahnhof. Wir folgen ihm mal und es stellt sich heraus, dass es hier im Dönerladen ein Hinterzimmer gibt, wo viel Gepäck reinpasst. Die Frau will allerdings, dass wir 10 Manat zahlen und in einer Stunde wieder da sind. Das riecht nach Betrug und erscheint uns auch sonst sehr komisch. Vor allem will sie das Geld sofort. Wir gehen lieber wieder zurück zu den Schliessfächern. Hier kosten vier Stunden nur 4 Manat und jede weitere drei Manat. Also viel billiger und irgendwie auch sicherer. Ein nerviger Mitarbeiter möchte für uns das Gepäck einschliessen. Das können wir selber, aber danke fürs hinter uns Lauern. Letztendlich ist alles eingesperrt, wir haben es selber gemacht und wissen wie wir es wieder zurück bekommen. Stressiger Anfang am Morgen. Wir begeben uns also zum Schalter und kaufen die Rückfahrt nach Tbilisi. Es ist noch sehr viel Platz in allen Zügen, aber sicher ist sicher.

      Immer noch halb taumelnd vor Müdigkeit fahren wir mit der Metro zur Altstadt und laufen auf der Ringstrasse an der Mauer entlang zum Meer. Hier kommen wir vorbei an der schönen Philharmonie im Barock Stil. Hier schräg gegenüber erhebt sich ein riesiger Sowjet-Plattenbau: Der Präsidentenpalast. Hier lebt der Präsident nicht etwa, sondern hier sitzt die administrative Regierung Aserbaidschans. Richtung Meer befindet sich dann das Kunstmuseum, auch sehr schön anzuschauen. Unten direkt vor der Meerpromenade Liegt ein großer Kreisel und eine grosse Strasse. Hier hinüber kommt man nur durch die Unterführung. Wir werden aber nun Zeugen eines wahrhaft komischen Spektakels. Das Polizeiaufgebot kam uns schon von Anfang an komisch vor. Die Strassen werden auf jedenfall auf einmal gesperrt und überall stehen Polizisten und bitten uns vom Strassenrand etwas weg zu gehen. Neben uns steht auch ein Kamerateam, das aber nicht filmen darf. Wir fragen neugierig nach, was hier gerade passiert: Der Präsident kommt mit seinem Staatsbesuch aus der Ukraine vor gefahren. Alles klar, und dafür werden alle Strassen gesperrt? Anscheinend schon. Es dauert etwas bis das Spektakel beginnt und es ist wirklich bescheuert. 10 Autos vorweg, patrouilliert von Motorrädern, 10 Autos hinten nach um den Weg von 500m in ein Hotel zum Frühstücken zu bewältigen. Wie bescheuert. Naja, jetzt haben wir so etwas auch mal gesehen.
      Wir setzen unser Weg in die Altstadt fort und finden ein nettes Cafe neben dem Jungfrauenturm, dem alten Wahrzeichen von Baku, zum Frühstücken. Und was für ein Frühstück! Wir bestellen das Französische und können uns an Croissant, Toast , Crepe, Rührei und mehr satt essen. Und das ganze ist trotz zentraler Lage preiswert. Mittlerweile ist es dann auch schon späterer Vormittag und so langsam zeigen sich mehr Menschen auf der Strasse. Direkt am Jungfrauenturm werden wir von einer netten Tourguide abgefangen, die uns eine Tour für morgen schmackhaft machen will. Es gilt allerdings wirklich interessant und wir bekommen eine Nachttour durch Baku umsonst mit dazu (bekommt jeder, wie wir später erfahren). Entweder sie macht ihren Job einfach Sau gut oder wir haben wirklich ein gutes Angebot bekommen. Wir handeln einen Rabatt von 15 Euro heraus und sie geht mit uns zum Büro der Agentur, um den Deal klar zu machen. Das klappt auch alles und wir halten zwei Voucher für Touren in der Hand. Wir werden noch des öfteren von Guides angesprochen und die anfängliche Nettigkeit unsererseits verfliegt langsam, da wir nach dem 10. Wirklich keine Geduld mehr haben. Vor allem da man immer richtig aufgehalten wird. Irgendwie entkommen wir und schlendern weiter durch die Altstadt, die sich wirklich sehen lassen kann. Und es gibt auch tatsächlich noch viele Gässchen, wo keine Touri Läden sind und man sich frei bewegen kann. Dabei kommen wir auch bei einem Fotoshooting für eine israelische Zeitschrift vorbei. Allerdings sind die mehr als unfreundlich und beanspruchen eine ganze Strasse für sich. Es gehen trotzdem alle vorbei und lassen sich nicht beeindrucken.

      Es wird dann auch mal 15 Uhr und wir können im Airbnb Einchecken. Also zurück zum Bahnhof und ab zur Wohnung, die mehr als zentral liegt. Hier müssen wir erst einmal Siesta halten, da die Nacht immer noch zu spüren ist.
      Wir haben ein paar anfängliche Schwierigkeiten mit der Heizung und letztendlich kommt unser Host selber noch vorbei und entzündet uns den Gaskamin und stellt die russische Klimaanlange um. So wird es langsam etwas wärmer, aber leider nur in einem Teil der Wohnung. Bad und Küche sind weiterhin sehr kalt und den versprochenen Ofen in der Küche gibt es auch nicht. Eigentlich wollten wir Plätzchen backen, aber so wird das wohl nichts. Tural meint das geht bestimmt mit der Mikrowelle. Mal sehen. Er sagt uns, dass ein Weihnachtsmarkt nicht weit von hier stattfindet und wir beschliessen nun etwas erholter dort entlang zu schlendern. Der Weihnachtsmarkt ist eher eine arabisch amerikanische Variante mit lauter Bumsmusik und Döner und vielen Blinklichtern. Die Einheimischen nutzen ihn vor allem zum Fotos machen. Wir entdecken bei einen Stand dann allerdings noch Baumstriezel, da müssen wir einfach zu schlagen. Der Nachfragen der Verkäufer zu entnehmen, kaufen dies die Leute nicht so oft. Vor allem da wir kein Eis darin haben wollen und keine bunten Streusel aussen rum. Wir erkunden noch weiter den neuen Teil der Innenstadt und kaufen nach langen überlegen ein und kochen Thunfischpasta. Selbstgekocht ist halt immer noch am besten. Morgen früh klingelt wieder der Wecker und es geht auf unsere Tour. Wir sind gespannt.
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    • Day440

      Samir und andere Träumer

      April 1, 2019 in Azerbaijan ⋅ ☁️ 11 °C

      So, Schluss jetzt. Eine ganze Woche Rückzug mit viel Tee, Tabletten und Tablet muss reichen. Aus- beziehungsweise eingeschlossen wie der Glöckner von Notre Dame. Einfach mit iPad. Das Leben und somit die Reise geht weiter. Auch wenn ich immer noch aussehe, als ob ich mich mit dem Fahrrad und ohne Helm auf die Fresse gelegt hätte. Egal. Ich will die kleine Sue jetzt wiedersehen. Die Arme hat genug gelitten. So ganz ohne mich unterwegs zu sein, ist bestimmt nicht lustig. Egal was ihre Reiseberichte sagen. Doch kaum in Azerbaijan gelandet, verweigert man mir auch hier die Einreise. Vorerst. Die zwei Mädels vom Grenzwachcorps beäugen unentschlossen mein Passbild. Frau ist sich einfach nicht sicher und ein dritter Beamter - der Schichtführer? - wird hinzugezogen. Doch auch der bärtige Witzbold zweifelt an der Übereinstimmung. Man will weitere Dinge sehen, die meine Identität bestätigen können. Echt jetzt? Ratlos zücke ich ID, Mastercard, Visa, Miles & More Frequent Traveller, Coop Supercard und eine Kebab-Stempelkarte. Nicht dass da andere Fotos drauf wären, aber was hat Kamerad Schwungrad denn erwartet? Dass ich noch weitere Pässe mit anderen Fotos bei mir habe?! Träumer. Und ich hab ja gesagt, ich sehe aus wie ein Unfallopfer. Armer Junge. 

      Auf die Frage, ob ich auf dem Foto oder in echt besser aussehe, erhalte ich keine Antwort. Noch nicht einmal ein Lächeln. Fuck you. Als Gegenfrage will der dämliche Schichtführer den PIN-Code meiner Visa wissen. Dafür gibts auch von mir kein Lächeln. Verdammter Komiker. Irgendwann ist dann fertig Cabaret und ich darf auch in dieses Land einreisen und mein teures Geld verpulvern. Aber ja, das Netz zieht sich wohl langsam zu. Offensichtlich Zeit wieder in Richtung Schweiz zu schielen. Zuerst schiele ich aber in der Empfangshalle von Baku noch nach einem Empfangskommitee. Und siehe da, irgendwo winkt tatsächlich jemand mit einem Schild mit meinem Namen drauf. Für einen Moment glaube ich die Taeschler Sarah zu erkennen. Sehe dann aber doch die kleine Sue hinter dem „Pasci Pfupf“ Schild. Total süss. Schau Foto. Und so haben wir nach einem Monat solo zum Glück wieder zusammengefunden. Oder in anderen Worten: Ade Freiheit und Flexibilität. Hallo warten, warten, warten ... Aber hey, der Sex ist toll. 

      Baku ist auch toll. Auf den ersten Blick. Total prunkvoll, sauber und eine gelungene Mischung aus alt und neu. Historisch und modern. Das Internet warnt uns allerdings vor diversen Scams. Touristen werden hier gerne abgezockt und wir sind ab sofort total wachsam. Zum Glück kommt mein Kopf langsam wieder in Form und lässt eine gewisse Wachsamkeit zu. Ich kann stellenweise sogar wieder mein Cap anziehen und den coolen Typen spielen. Die aufwändig bearbeitete Front sieht aber nach wie vor hässlich aus. Echt grässlich. Wie eine riesige, mehrere Millimeter dicke Schuppenflechte, die sich allmählich und in kleinen Stücken ablöst. Wann immer ich den Kopf senke, schneit es. Da es die Tage nicht nur in mein Essen rieselt, sondern auch sonst pisst, verpissen wir uns in Richtung Berge nach Quba. Bevor es losgeht, beäugen wir aber noch das kleinste Buch der Welt. Das grösste Buch durften wir ja in Myanmar bestaunen. Aber das hier ist etwas schwieriger. Ich für meinen Teil sehe das 0,3 Millimeter grosse und einundzwanzig Seiten starke Teil gar nicht. Ist einfach ein kleiner Punkt. Lustig. Ich muss weg.

      Wir gönnen uns in Quba zur Abwechslung ein ziemlich schickes Hotel mit einem ziemlich lustigen Lift. Für die dritte Etage soll man die „2“ drücken und für die fünfte Etage das „R“. Wie auch immer. Wir sind nicht auf der Suche nach einem Schindler Lift, sondern nach den schneebedeckten Bergen des Kaukasus. Genauer gesagt wollen wir für ein paar Stunden nach Xinaliq - das höchst gelegene Dorf Europas. Wäre es denn in Europa. Aber auch das ist egal. Azerbaijan will um jeden Preis Europa sein und da spielt die geografische Lage keine Rolle. Von mir aus. Trotz herrlichem Wetter und Google ist die Verständigung mit unserem Lada-Fahrer Samir schwierig. Er versichert uns aber per Whatsapp und allerlei Bildern von irgendwelchen Jeeps, dass sein Lada locker den Berg hoch kommt. Auch ohne 4x4. Alles „no problem“. Xinaliq liegt mit 2’350m einiges höher als Juf in Graubünden, das mit 2’126m als die höchste Gemeinde Europas gilt. So oder so, sicher verdammt kalt da oben. Wissen werden wir es aber nie. Zusammen mit Samir und seinem Kack-Lada bleiben wir nämlich auf halbem Weg im Schnee stecken. Toll gemacht. Samir. Für einen Spaziergang im Schnee reicht es trotzdem. Nach zweieinhalb anstelle der geplanten fünf Stunden zurück am Busbahnhof will der Samir dann trotzdem seine sechzig Manat - etwa fünfunddreissig Stutz. Oder zumindest fünfzig. Verdammter Träumer. Wir geben ihm dreissig und fühlen uns trotzdem subtil abgezockt. Kein guter Start. Azerbaijan. Sex hin oder her.

      Bevor es weiter in Richtung Westen und Georgien geht, verbringen wir zwei weitere Tage in und um Baku und unternehmen unter Anderem eine Tour zu den bekannten „mud volcanos“. Muss man gesehen haben, sagt das Internet. Unser Guide heisst auch hier Samir. Dank Regen sind aber nicht nur die Vulkane matschig, sondern auch die einzige Strasse da hoch. Und so bleiben wir auch mit diesem Samir stecken. Diesmal im Schlamm. Toll. Ausser das total poshe Baku will uns das ach so tolle Azerbaijan also nicht viel zeigen. Verdammte Zicke. Oke, ein paar Dinge haben wir schon gesehen. Darunter den brennenden Feuertempel, den brennenden Burning Mountain und die nicht brennbaren Petroglyphen. Trotzdem. Scheiss Zicke. 

      Aber ich will ehrlich sein. Ich bin auch einfach etwas müde. Reisemüde. Ich interessiere mich sehr für die Länder, Städte und Menschen die noch auf unserer Liste stehen. Und trotzdem lässt die Spannung spürbar nach. Gut möglich, dass wir in ein paar Wochen tatsächlich wieder zu Hause sind. Und das schreibe ich jetzt nicht, weil heute der 1. April ist. Vielleicht schon. Egal. Unser bisheriges Fazit zu Azerbaijan ist nicht besonders berauschend. Das Land ist generell teuer und man kriegt gefühlt weniger fürs Geld als andernorts. Und wie das Internet prophezeit hat, kostet auch einfach alles mehr, als zuerst angenommen. Das Zimmer (Mitarbeiter hätte einen Fehler gemacht), Ausflüge (Eintrittspreise haben sich erhöht), ja sogar der Tee (Livemusik spielt gerade). Keine offensichtlichen Scams, aber doch irgendwie subtile Abzocke. Das Essen hier gehört ebenfalls ins untere Mittelfeld. Und die Leute? Naja. Irgendwie eingebildet. Das Land sei ja soo reich und die weltweite Erdölindustrie fand dank der schwedischen Gebrüder Nobel - die beiden älteren Brüder des Stifters des Nobel-Preises - in den 1870ern hier in Baku ihren Anfang. Und dann sind da natürlich noch der meeega geile Eurovision Song Contest und diverse grossartige Sportveranstaltungen. Verlässliche Fahrpläne gibt es hier trotzdem nicht. Pfeifen.

      Es scheint auch, als ob das Land den Ausstieg aus der Erdölindustrie verpasst. Das knapp drei Milliarden schwere und furchtbar sinnvolle Projekt zum Bau des höchsten Gebäudes - immerhin 1,3 Kilometer! - wurde nach der Fertigstellung des Fundaments und aufgrund des eingebrochenen Erdölpreises vorerst auf Eis gelegt. Man hofft nun, dass irgendwelche Emirate einspringen und das Projekt fertigstellen. Als ob die Araber wollen, dass das höchste Gebäude der Welt in Azerbaijan steht. Träumer. Wahrscheinlich würden die drei Milliarden sowieso nicht reichen. Zum Schluss heisst es einfach die Stahlpreise hätten sich erhöht, ein Mitarbeiter habe ausserdem einen Rechenfehler gemacht und aufgrund permanenter Livemusik auf der Baustelle kostet das Projekt nun doch sechs Milliarden. Verdammter Scam eben. Aber wie immer geben wir nicht so schnell auf. In Gabala weiter westlich soll es neben einem beliebten Skiressort auch einige Wineries geben. Das hat noch immer geholfen. Mal schauen.
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    • Day18

      Baku

      October 29, 2019 in Azerbaijan ⋅ ⛅ 21 °C

      Baku - eine wahnwitzige Mischung aus Paris, New York und Dubai. Die Architektur der Gebäude in den Wohn- und Hotelgebieten lässt einen richtiggehend auf der Champs-Elysee wandern, die Geschäfts-Gebäude erinnern an Downtown Manhattan und die Bay sieht wirklich zum Verwechseln wie Dubai aus... aber, irgendwie passt es nicht. Eine Stadt, die hier im konservativsten Dreieck sitzt, dass ich je besucht habe. Rund herum wird orthodoxes Christentum praktiziert in Armenien, verschleierte Frauen im Iran und überall werden Tradition und Religion hochgelebt. Nur Baku ist eine eigenwillige Hochburg des feudalen Lebesstils. Ich geniesse das aufregende Stadtleben, daran gewöhnen kann ich mich aber nicht.Read more

    • Day68

      baku (getting warm)

      August 1, 2022 in Azerbaijan ⋅ ☀️ 29 °C

      Ich gewöhne mich immer mehr an die Stadt und ich muss zugeben ich fange an sie wirklich zu mögen. Fotografisch sind viele Motive dabei. Ganz in der Nähe ist auch eine Art Bohrinsel-Stadt auf dem Wasser! 🥺 Da geht mein Herz auf! Doch scheinbar benötigt man für diesen Ort eine Zutrittsgenehmigung durch die Regierung… vielleicht beim nächsten Mal!

      I'm getting more and more used to the city and I have to admit I'm really starting to like it. Photographically, there are many motifs. There's also a kind of oil rig town on the water nearby! 🥺 It makes my heart soar! But apparently you need an access permit from the government for this place... maybe next time!
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    • Day67

      baku (first impression)

      July 31, 2022 in Azerbaijan ⋅ ☀️ 29 °C

      Baku ist für mich bisher eine wirklich Überraschung. Leider nicht unbedingt eine Positive. Ich hatte Baku stark mit Judo in Verbindung gebracht, weil ich im Fernsehen sehr viele Kämpfe gesehen habe, die aus Baku übertragen wurden.. Vom Weg zum Flughafen bis in die Innenstadt wurde dieser Eindruck unterstützt, man sieht viele Stadien für verschiedenste Sportarten! Unser erstes Hotel war in keiner so guten Gegend, doch wenn man Richtung Innenstadt geht, sieht man die historische und wirklich schöne Seite Bakus. Was mich aber sehr überrascht hat, sind die direkten, aufdringlichen und oft übergriffigen Äußerungen vieler Männer. Mal sehen ob das nur ein Vorgeschmack auf die Vereinigten Arabischen Emirate und Mittelafrika ist..

      Baku is a real surprise for me so far. Unfortunately, not necessarily a positive one. I had strongly associated Baku with judo because I saw a lot of fights on TV that were broadcast from Baku.... From the way to the airport to the city centre, this impression was supported, you see many stadiums for all kinds of sports! Our first hotel was not in such a good area, but when you go towards the city centre, you see the historical and really beautiful side of Baku. What surprised me a lot, though, were the pushy and often encroaching comments of the men. Let's see if this is just a foretaste of the United Arab Emirates and Central Africa..
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    • Day62

      Passage éclair à Bakou

      October 5, 2019 in Azerbaijan ⋅ ☀️ 23 °C

      Nous passons une dernière journée à Tashkent, qui se déroule au rythme des diverses transactions bancaires farfelues ayant pour objectif de récupérer des dollars pour l'Iran (où nos cartes bancaires ne fonctionneront plus). Car pas de bol, depuis trois jours une nouvelle loi ouzbèke interdit aux touristes de convertir des soms en billets verts 😰

      Ensuite on va à Hastimam pour voir le plus vieux Coran du monde, daté du VIIIe siècle. L'énorme volume en impose. Nous rencontrons un groupe de trois amis soufis qui font un pèlerinage sur les tombes des fondateurs de la Naqshbandiyya et discutons de choses et d'autres. Leur enthousiasme serein nous impressionne.

      Le lendemain, départ pour l'Iran - avec un long transfert à Bakou. Nous en profitons pour aller y passer une partie de la journée et en prenons plein les yeux : la ville est très moderne et pleine d'expériences architecturales audacieuses. On se balade le long du front de mer et dans la vieille ville. Au loin, on peut distinguer les plateformes pétrolières sur la Caspienne. Dernières bières et hop, c'est parti pour Téhéran!
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      Traveler

      Un joli brassage d'ancien et de moderne

      10/7/19Reply
       

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    Kitly, Keşlə

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