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Ein Jahr in Norwegen lll

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    🇳🇴 Leka, Norwegen

    Ausflug nach Leka

    Hace 5 horas, Noruega ⋅ 🌧 13 °C

    Heute bin ich mit 2 Fähren gefahren, und bin nur ein paar Kilometer weiter in den Süden gekommen, zur Insel Leka, die geologisch interessant ist, da sie im hinteren Bereich ausschließlich aus Serpentin besteht, und die rotbraunen Berge, auf denen so gut wie nichts wächst erstaunlich an Afrika erinnern. Das schöne an den kleinen Inseln ist, man kann sie sich gemütlich in einem Tag anschauen. Der vordere Teil ist lauschig grün mit viel Landwirtschaft, und der hintere Teil dramatisch karg, das ist ein interessanter Kontrast.
    Und an allen Wanderwegen, und davon gibt's hier viele, sind vorne schöne Infotafeln mit historischen oder botanischen Informationen und Besonderheiten, davon habe ich einiges gelernt.
    Am schönsten war, das sogar die Sonne für 2h immer mal heraus kam, so daß ich auch die bunten Farben hier noch ein bisschen genießen konnte. Schlafen tu ich auf einem Wanderparkplatz ganz im Norden, der Sturm heult um den Caddy und wird mich in den Schlaf schaukeln. Die Hauptsache, er pustet für morgen den Regen weg!
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  • Ohne Berg kein Loch

    28 de junio, Noruega ⋅ 🌧 15 °C

    Gestern bin ich überwiegend im Nieselregen oder Nebel einmal quer durch Norwegen gefahren, bis zur Insel Torget. Ich wollte das berühmte Loch im Torghatten sehen, ein Berg mit durchgehem Loch gibt es schließlich nicht so häufig. Aber als ich ankam, war alles in dichten Nebel gehüllt, nicht mal der Berg war sichtbar, und folglich auch kein Loch! Auch die Insel war nebeligtrüb. So habe ich mir einen Schlafplatz gesucht und erstmal was gekocht. Der Wetterbericht meldete eine Aufklarung für die Nacht, und morgens noch mehr Regen... Also bin ich um 23 Uhr losgefahren, noch ein paar Inseleindrücke mitnehmen, und den Berg dann wenigstens vom Festland aus fotografieren. Leider war es gegen Mitternacht schon zu trüb um das Loch zu finden.
    Dafür einen schönen Schlafplatz gefunden und gut geschlafen
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  • Endlich weiter

    26 de junio, Suecia ⋅ ☁️ 14 °C

    Ich habe ja nichts dagegen ein paar Tage irgendwo zu bleiben, aber dann nicht am Rande einer größeren Stadt, wo man nirgends seine Ruhe findet.
    Deshalb war ich heilfroh, das alles geklappt hat heute, morgens habe ich die Reifen raufgekriegt und Nachmittags in der Werkstatt haben sie sich das Fahrwerk angeschaut und gemeint jetzt wäre alles in Ordnung. Also konnte ich gegen 3 endlich weiter ziehen.
    In Arvidsjaur nochmal einen Schwedeneinkauf getätigt und die Salatbar geplündert, dann noch Lappstaden besucht, der Sommerwohnsitz der Waldsamen, deren traditionelle Häuser man hier sehen kann. Im August kommen sie zurück und füllen ihre Häuser wieder mit Leben.
    Wieder einen ruhigen Schlafplatz auf einer Brache im Wald gefunden.
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  • Nur ein Hauch von Nichts

    25 de junio, Suecia ⋅ ☁️ 18 °C

    Gestern habe ich es geschafft wirklich gar nichts zu tun, nicht mal was zu lesen... Obwohl ich ausgiebig geschlafen habe, war ich bald nach dem Frühstück schon wieder müde, und habe auf meinem Sitz ein bisschen geschlummert. Auch Nachmittags war ich zu nichts zu bewegen, nicht mal zu social Media.
    Aber ich wollte nicht noch eine Nacht auf diesem Parkplatz stehen, zu nah war der mir am der Zivilisation, und es kamen Tags immer wieder Anwohner vorbei, die blöd guckten. Dann bin ich abends noch mal losgezogen, nach ausgiebigen Google Earth Studien einen vielversprechenden Platz auf einer anderen der Inseln entdeckt, und der war dann auch sehr schön und weg von allem.
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  • Der frühe Vogel chilled im Wald

    24 de junio, Suecia ⋅ ⛅ 17 °C

    Heute bin ich ganz früh aufgewacht und habe mich nach einem schmalen Frühstück nach Piteå begeben. Hatte mir gestern alle Werkstätten im Umkreis, die in Frage kommen auf der Karte markiert und dann abgeklappert, um vielleicht doch einen früheren Termin zu erhaschen. Und ich hatte Glück: Einer hatte Erbarmen, und mir Freitag Nachmittag einen Termin angeboten, ich schätze das ist dann schon nach Dienstschluss. Alle anderen waren bis Mitte/Ende August ausgebucht... Man muss also im Sommer ein kerngesundes Auto haben, hier in Schweden, sonst wird es blöd...
    Dann bin ich zu der Reifenwerkstatt, die ich gestern aufgetan habe, um neue Reifen zu erwerben. 3000SKr sollen sie kosten, ein Haufen Geld...
    Er wollte sie mir gleich drauf machen und hat gefragt, ob es ok ist, wenn er erst seine Kaffeepause beendet. (Was den Norwegern ihr Feierabend, sind den Schweden wohl ihre Pausen, an allen Werkstätten stehen in klein die Öffnungszeiten, und ganz groß die Mittagspause, da darf man also auf keinen Fall reinplatzen...)
    Ich habe die Pause noch mal zum Nachdenken genutzt und mir überlegt, das ich ja auch noch mal nach günstigeren Reifen suchen kann, es gab ja noch ein paar Reifenhändler im Ort. Fand dann auch noch einen für 2000SKr, und habe abgemacht, das ich die Reifen Freitag morgen bekomme, damit sie sich nicht in der Zwischenzeit schief einfahren...
    Kenne das Industriegebiet jetzt fast wie meine Westentasche, und würde ohne die Google-Führung doch nichts wiederfinden, so verwirrend ist es.
    So, Wochenplan geklärt, zur Belohnung bin ich beim Coop vorbei gefahren und habe mir einen leckeren Salat fürs Abendessen zusammen gestellt, sowie Räucherlachs und 2 frische Vollkornbrötchen fürs 2. Frühstück gegönnt.
    Das habe ich dann auf einem einsamen Waldparkplatz eingenommen, und mir dann einen Lesenachmittag gegönnt.
    Auch für den Rest des Tages habe ich bestenfalls noch einen Waldspaziergang vor, sonst nichts. Der fiehl dann natürlich mit dem einzigen Regenguss des Tages zusammen und ich hatte nichts zum drüberziehen dabei 😅. Habe dabei gelernt, das man die Standheizung auch gut als Fön nutzen kann.
    Mal schauen, was ich morgen mache...
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  • Eine Prise Bullerbü

    23 de junio, Suecia ⋅ ☁️ 17 °C

    Es hat morgens natürlich noch gedauert, bis wir uns ausgequatscht haben, dann haben sich unsere Wege wieder getrennt, und ich bin noch ein bisschen Küste abgefahren, südlich von unserem Campingplatz. Rings um die zerzauste Küste hier stehen Häuschen und Häuser. Wirklich alles ist besiedelt, wenn auch bunt, manierlich bis possierlich. Am stärksten in den kleinen Städtchen, wo man meinen könnte, der Rasen ist nach dem Lineal geschnitten...
    Oben an der Hauptstraße habe ich noch mal getankt, zum 1. Mal seit 1 Jahr unter 2€ (1,83), dann gings auf die "Autobahn". Der 2. Tag erst, das ich so schnell fahren kann, und wieder ist mir aufgefallen, wie stark mein rechter Seitenspiegel vibriert. Das hat mich irritiert, irgendwas am Rad ist wohl nicht in Ordnung. Räder sind wichtig, überlebenswichtig! Drum bin ich in Piteå rausgefahren und habe mir eine kleine Werkstatt gesucht und da nachgefragt ... Es stellte sich heraus, das das rechte Vorderrad seitlich total abgefahren ist, also irgendwas sehr unrund läuft. Vermutlich muss die Spur eingestellt werden, und so habe ich versucht einen Termin dafür zu bekommen. Bei 3 Werkstätten war ich, hier ist alles bis August dicht. VW hat sich dann erbarmt, mir einen Termin in 10 Tagen zu geben, was auch schon viel zu lang ist, hier herumzuhängen. Aber in Norwegen wird das ganze dann eher schlimmer, und ich will auch nix riskieren... Also habe ich erstmal zugesagt, und mir dann frustriert einen Schlafplatz gesucht.
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  • Schwedentreffen

    22 de junio, Suecia ⋅ 🌬 16 °C

    Wenn sich 2 vom Trais Horloffer See in Schweden treffen, obwohl sich ihre Wege nur genau an dieser Stelle kreuzen, ist das mehr als ein geplanter Zufall...
    Kalli kam aus Norwegen um durch Schweden nach Deutschland zu fahren, und ich war vom Osten Finnlands auf dem Weg nach Norwegen, und es gab einen Korridor von ca. 20km, auf denen wir den gleichen Weg hatten. Wir haben es nicht nur am gleichen Tag, sondern auch zur gleichen Stunde geschafft, dort anzukommen, ohne das zu forcieren, es war echt lustig. Wir haben einen schönen Abend zusammen verbracht, nebenbei gemeinsam eine Waschmaschine gefüllt und ich habe mal wieder komfortabel duschen können und bin nach einem Bier, was mittlerweile völlig ungewohnt ist für mich, wie ein Stein ins Bett gefallen...Leer más

  • Richtung Schweden

    21 de junio, Finlandia ⋅ ☀️ 19 °C

    Nach der 2. Bärennacht habe ich mir bei Lassi erst noch ein richtiges Frühstück geleistet. Es war Sonntag, da konnte ich nichts kaufen und nach den langen Bärennächten hatte ich auch einen entsprechenden Bärenhunger... Und dann bin ich einfach los gefahren, und wieder flossen die Tränen... Das ist zu einem neuen Sehnsuchtsort geworden, an dem ich gerne mal eine längere Zeit verbringen würde.
    Ungefähr 80km habe ich geschafft, dann ging nix mehr... Ich habe zum Glück eine schöne ruhige Ecke in einem Wald mit Schatten gefunden, wo ich den Tag verdösen konnte. So gegen 18 Uhr war ich wieder munter und bin dann noch ein paar Stunden bis kurz vor die Schwedische Grenze gefahren. Wollte nicht so lange rumsuchen, und habe dann einen Waldparkplatz neben einem Familiengolfplatz gefunden, mit Plumpsklo! Dort wunderbar ruhig geschlafen.
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  • Doppelte Bären

    20 de junio, Finlandia ⋅ ☁️ 21 °C

    Ich habe wirklich Stunden gebraucht, meine Füße wieder warm zu bekommen, erst als ich die Kompressionsstrümpfe auszog und sie in das Heizkissen wickelte, entspannten sich die Füße...
    Und dann gab's Abends das Kontrastprogramm. Annegrit ist gleich am Morgen heimgefahren, sie hatte Angst sie wird sonst krank. Und so war ich diesmal alleine in einer schönen 3er Hütte mit vielen Fenstern. Und einem tollen Blick auf einen Waldsee, in dem sich die Bäume spiegelten - und später auch die Bären... Aber es war soo heiß, das ich mich bis auf die Unterwäsche auszog, um nicht zu ersticken...
    Um 8 Uhr ging es schon los, und dann folgten Bären schlag auf schlag. Sie suchten nicht nur nach dem verstreuten Futter, sondern gruben auch am Rande des Sees nach Wurzeln und Insekten. Man soll es nicht glauben, aber diese riesen Brummer ernähren sich zu 70% vegetarisch! Da ja noch Brunftzeit ist nutzten die Männchen die Bäume auch zur Markierung, was schön ist, um sich schuppernde Bären zu fotografieren. Toll war ein jüngerer Bär, der gleich eine Wellness Kur absolvierte, sich im Schlamm eingeübt und danach durch den See paddelte. Er streckte noch bis zum Hals im Wasser, als ein großer Bär vorbei kam, ihm so richtig die Meinung sagte (ich glaube ich hätte mir in die Hose gemacht, wenn er so zu mir gesprochen hätte) und er ein bisschen kleinlaut antwortete...
    Hatte ja bei der Aktion schon tolle Bilder gesammelt, und wollte schon ein bisschen abhängen, als plötzlich eine Mutter mit 2 ganz Kleinen am Ufer stand! Der Wald war so dicht, man konnte nicht wirklich verfolgen wenn sie kamen, sondern es war eher wie auf einer Bühne, zack waren sie plötzlich da. Dadurch habe ich leider den Moment verpasst, wo sie sich kurz aufrichtete, um die Lage zu peilen...
    So eine Bärenmutter hat es echt schwer, sie muß nicht nur Futter für 3 heran schaffen, sondern sich zusätzlich vor den Männchen in Acht nehmen, die danach trachten ihren Nachwuchs zu töten um sie erneut zu begatten.
    Die 3 drehten eine halbe Runde um den See, dabei ständig den Schlamm nach Eßbarem durchwühlend. Die Mama war dabei sehr nervös und hatte alles immer im Blick, um ggfs schnell das Weite zu suchen.
    Eine so schöne Begegnung, die mir ein paar tolle Fotos bescherte...
    Danach kam glaube ich noch ein Bar, und dann war erstmal Pause. Die Sonne war schon hinterm Horizont für 1,5h und das Licht war schon sehr schwach, als plötzlich wieder das Vielfraß um den See rannte... Bestimmt 5 sec lang war er zu sehen , das reichte, um ein paar Fotos zu machen, aber nicht, um die ISO davor noch höher zu stellen, und so hatte ich dann immerhin eine unscharfe Serie von diesem faszinierenden Gesellen...
    Gegen 1 kam noch ein rabenschwarzer Bär und streifte gemächlich am Ufer entlang und dann war bei mir der Ofen aus ...
    Ich wollte ja so gerne Wölfe fotografieren, aber der Schlaf hat mich einfach überrollt...
    Um 4 war ich dann wieder wach, zumindest teilweise und habe es mir wieder auf den Stühlen gemütlich gemacht. Es passierte aber nichts mehr bis 8 Uhr, und so habe ich zusammen gepackt und bin ins Camp gefahren.

    Hab nur ein paar Fotos von dieser Nacht entwickelt bis jetzt...
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  • Lange Bärennacht

    19 de junio, Finlandia ⋅ ☁️ 11 °C

    Ich habe wieder versucht lange zu schlafen um Kraft zu sammeln, aber so leicht ist das immer nicht... Ich hatte schon richtig Lampenfieber und fing gleich nach dem Frühstück an zu packen, damit ich für die Bärenbeobachtung alles parat hatte. Ausreichend zu essen, Schlafsack, Wolldecke, dicke Jacke , extra Socken (im Bärenversteck muss man die Schuhe außen lassen) , Powerbank und natürlich der ganze Fotokram. Zum Glück kann man direkt hinter dem Hide halten, um seinen ganzen Kram einzuräumen.
    Zum Glück durfte ich mir das Hide mit einer Finnin teilen. So konnten wir uns immer mal abwechselnd hinlegen während die andere die Landschaft beobachtet...
    Lange Zeit passierte gar nichts, außer das die Krähen, die auf einem Kadaver hockten ein riesen Geschrei machten. So was lockt die Beutegreifer ja dann auch gut an. Als erstes kam ein schwarzer Milan, der auf die Krähen nieder schoß, um ihnen die Fleischstücke abzujagen, die die sich mühesam da rausgepickt hatten. Das war ein guter Pausenfüller, und plötzlich erschien der erste Bär am Waldrand. Ein schöner, goldener, der sehr vorsichtig alles abschnupperte, bevor er näher kam. Er riß ein Stück aus dem Kadaver und rannte damit in den Wald. Sein Verhalten zeigte deutlich, da war noch ein anderes Männchen in der Gegend, und dem wollte er nicht begegnen. Länger tat sich nichts, dann kam ein schwarzer, größerer Bär aus dem Wald, um sich seinen Anteil zu sichern, und so kamen in den nächsten Stunden mehrere Bären vorbei, manche von ihnen mehrmals, was das zählen schwierig machte. Leider kamen nie mehrere Gleichzeitig. Tief im Wald konnten wir sie aber hören, wie sie Argumente austauschten. Schön war, wie sich im Laufe des Abends die Lichtverhältnisse änderten. Ich konnte eine schöne Serie machen, mit einem schattierten Bären vor der Abendstimmung, und als die Sonne an Kraft verlor und die Nebel aufwallten, erwischte ich noch einen Bären mit Nebelstimmung.
    So um Mitternacht musste ich schon langsam gegen den Schlaf ankämpfen, als auf einmal etwas schwarzes, zottiges aus dem Nebel angeschossen kam, sich auf den Köderplatz stürzte, und sofort wieder mit seiner Beute im Nebel abtauchte.
    Obwohl ich noch nie eins gesehen hatte, wußte ich sofort, das ist ein Wolverine, ein Vielfraß, eines der seltensten Raubtiere in Europa. In ganz Finnland gibt es gerade mal rund 400 Stück! Ich konnte mich wirklich glücklich schätzen, zumindest 1 scharfes Foto von ihm zu erhaschen, bevor er wieder weg war.
    Dann war es aber mit meiner Konzentration vorbei und ich musste mich einfach hinlegen. Ich war sowieso schon völlig durchgefroren, denn die Temperatur ging fast bis zum Gefrierpunkt runter, und dafür hatte ich dann doch nicht genug Klamotten dabei.
    Knapp 3h lag ich im Dämmerschlaf, das Liegen entspannte, aber meine Füße waren solche Eisklumpen, das ich damit nicht wirklich einschlafen konnte. Trotzdem hat es gut getan, einfach mal abzuschalten.... Von 4-6 tat sich nichts, dann kam noch mal ein großer Bär vorbei und dann wurde die Sonne schon zu grell, und wir wussten, jetzt ist Feierabend, die Bären legen sich jetzt zur Ruhe ab.
    Um 8 fuhren wir ins Camp zurück, ziemlich fertig und total durchgefroren. Ich klärte noch die Einzelheiten für die nächste Nacht, dann fuhr ich zu meinen Waldrastplatz um ein bisschen Schlaf zu tanken und die Füße mit der elektrischen Heizdecke aufzuwärmen.
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  • Grenzerfahrungen

    18 de junio, Finlandia ⋅ 🌧 11 °C

    Letzte Nacht haben weder Sonne noch Autos meinen Schlaf gestört und ich habe tatsächlich fast bis 10 geschlafen! Das war bitter nötig, schätze ich mal, mir fiehlen beim Fahren ständig die Augen zu die letzten Tage...
    Dann wollte ich gemütlich die letzten 20 km bis zu Lassi bei Kuhmo fahren und stellte fest, das die Straßen nicht weiter gingen, die Google mir vollmundig angepriesen hat. Das Grenzland hat zwar diverse Wege, aber viele sind gesperrt, oder einfach nicht befahrbar. Da konnte ich richtige Grenzerfahrungen sammeln... Hmm, was tun, bzw wohin?
    Es kam tatsächlich ein Auto vorbei mit einem freundlichen Finnen (das 1. in 24h). Er verstand aber nicht was ich wollte, und beherrschte auch nicht die Hände-und-Füße-fuchtel Sprache... Zu meinem Glück lag aber eine Wildlife Station nicht weit weg. Da bin ich dann hin, wurde freundlich aufgenommen, mit Kaffee bewirtet und bekam eine handgezeichnete Karte mit den passenden Erklärungen. Musste in einem großen Bogen zurück fahren und fand dann schließlich mein Ziel.
    Ich ging nur kurz vorbei, um mich zu informieren, blieb dann aber bei den Vögeln hängen, die hier die Futterstation recht eifrig besuchten. Dann fuhr ich noch ein Stück weiter, und suchte mir einen Schlafplatz im Wald. Diesmal ist es ein richtiger Bärenwald, aber die Chancen, das sie hier vorbei kommen sind trotzdem minimal
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  • Nach Süden durch den Regenwald

    17 de junio, Finlandia ⋅ 🌧 16 °C

    Die letzten 2 Tage waren im wesentlichen Fahrtage mit kleineren Stopps entlang der russischen Grenze Richtung Süden.
    Bis auf ein paar kleine Highlights am Wegesrand nur Wald, Wald, Wald. Und ganz viel Regen. Da der Wald hier so unterschiedlich ist, wäre es faszinierend gewesen, sich darin zu verlieren... Doch so habe ich nur ein paar kleine Spaziergänge gemacht.
    Ein Highlight war das Wasseramsel Pärchen am letzten Übernachtungsplatz, das "Stille Volk" und ein bisschen Kriegsgeschichte aus dem Russisch -Finnischen Winterkrieg 1938.
    Abends mir in einer absolut ruhigen Gegend einen absolut ruhigen Platz im Wald gesucht.
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  • Nach Kuusamo

    16 de junio, Finlandia ⋅ 🌧 16 °C

    Es ist manchmal komisch, die gleiche Strecke zurück zu fahren und zu sehen, wie sich die Landschaft geändert hat. Damals war ich Anfang August auf dem Hinweg, jetzt fahre ich vom beginnenden Frühling in den Frühsommer mit schwülen Abenden und Mücken herein.
    Am meinem Schlafplatz neben einem großen Fluß hätte ich beides fast nicht ertragen. Die 1.Nacht, in der ich den Daunenschlafsack gegen ein Bettlaken als Decke ausgetauscht habe.
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  • Finnland im Regen

    15 de junio, Finlandia ⋅ 🌧 6 °C

    Jetzt geht es aber wirklich südwärts. Nachdem ich mich gestern das Tal mit seiner Holperstraße wieder nach Norden geschafft habe, nin ich bis über die Grenze nach Finnland gefahren. Schon im schönsten Dauerregen, der bis heute Abend weitergeht und mich wohl morgen noch begleiten wird. So fällt der Abschied leichter und bei meinem nächsten Ziel ist hoffentlich wieder gutes Wetter.Leer más

  • Jahrestag!

    14 de junio, Noruega ⋅ ☁️ 9 °C

    Genau heute vor einem Jahr bin ich nach Norwegen aufgebrochen, ich bin jetzt genau ein Jahr von zu Hause weg!
    So lange war ich noch nie unterwegs... Doch nachdem ich jetzt mein Zuhause auf den Lofoten und meine Freunde dort verlassen habe, kann ich anfangen, auch nach vorne zu schauen und mich schon ein bisschen auf zu Hause zu freuen 😅.

    Ansonsten bin ich heute im Regen gefahren und habe ein bisschen Kilometer gemacht.
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  • Abschied vom Norden

    13 de junio, Noruega ⋅ 🌬 15 °C

    Es hilft ja nichts, irgendwann muss ich den Bug ja mal wieder nach Süden ausrichten... Der Abschied von Vardø fiel mir wie immer schwer...
    Dann gab es noch die kleine Anekdote mit meinem Hocker, den ich bei Kate im Auto liegen gelassen habe. Sie wollte ihn in der Früh mitnehmen und in der Tourist-Office für mich abstellen. Dann rief sie aber an, meinte sie wäre mit dem falschen Auto unterwegs gewesen und würde ihn deshalb jetzt an den Flughafen stellen. Sie beschrieb mir auch genau die Stelle, aber der Vardø Flughafen hat Samstags geschlossen und ich konnte nach ihrer Beschreibung nichts wiederfinden. 🙈 Nachdem wir dann am Telefon länger versucht haben das zu klären, stellte sich dann heraus, sie meinte den Flughafen von Vadsø 😂. Und da habe ich ihn auch gleich gefunden.
    Und weil ich ja nicht sofort nach Hause wollte, habe ich noch mal einen Abstecher ins Pasvic Tal im Russischen Grenzgebiet gemacht. Dem einzigen Ort in Norwegen, wo es Bären geben soll.
    Auch hier ist die Geschichte von den nomadisierenden Samen bis zur Seßhaften Bevölkerung sehr spannend, denn früher waren die Grenzen zu Rußland sehr fließend, und es fand ein lebhafter Handel zwischen beiden Völkern statt. Erst, nachdem die Grenze festgelegt wurde, startete Norwegen ein großes Programm, um hier Menschen anzusiedeln und sie damit zu festigen. Deshalb ist hier im allerletzten Winkel Norwegens eine erstaunliche Zivilisationsdichte. Und erst ganz hinten wird es endlich ruhig. Ich habe im Wald geschlafen und die Wildkamera aufgestellt, einen Bären habe ich damit leider nicht gefangen.
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  • Vardø die letzte

    12 de junio, Noruega ⋅ ☁️ 10 °C

    Nachdem ich gemütlich von Hamningberg zurück gefahren bin, habe ich noch ein paar Fotos in der Stadt gemacht und mich dann hoch zum Drakkar Leviathan gesetzt, in der Hoffnung das Mauswiesel zu sehen. Ein bisschen Hermelin Futter habe ich verteilt, damit es ein bisschen länger bleibt, aber nach 1 Stunde hat mich der eisige Wind so durch gepustet, das ich den Rückweg antrat.
    Abends am Lieblingsstellplatz vor der Küstenseeschwalben Kolonie geparkt und ihrem Treiben zugeschaut. Ich werde ihr Geschrei und das Meeresrauschen vermissen...
    Anbei ein paar Stimmungsbilder aus Vardø, bei Zeit ergänze ich noch die Beschreibung.
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  • Fahrt nach Hamningberg

    11 de junio, Noruega ⋅ ☀️ 17 °C

    Bis Mittags an meinem ruhigen, aber historischen Platz herumgerumgelungert, das mache ich gerne mal bei schönem Wetter. Ich stand auf einem einsamen Schotterweg, der zu einem verfallenen Hüttchen führte. Um mich herum konnte ich ein paar zugewucherte Bombenkrater sehen. Kein Wunder, keine 100m entfernt sind noch die letzten Reste der Deutschen Radarstation aus dem letzten Weltkrieg zu sehen, die war bestimmt ein beliebtes Angriffsziel. Aber da da ja schon lange Gras drüber gewachsen ist, habe ich mich lieber auf die Goldregenpfeifer, Rotkehlpieper und andere Vögelchen konzentriert, die immer mal in meiner Nähe gelandet sind.
    Bis dann ein einheimischer Bauer kam und mich von meinem Ansitz vertrieb. Er sprach ja kein Englisch, meinte aber das sei hier privat. Ich glaube er wollte einfach nur nicht, das dieser Land-Zipfel schon wieder von den Deutschen besetzt ist. Auch wenn ich unter Garantie keine Radarstation gebaut hätte.
    Aber ich wollte ja sowieso noch nach Hamningberg - übrigens fast dem einzigen Ort an der norwegischen Ostküste, den die Deutschen nicht plattgemacht haben! So kam ich dann wenigstens los, und al ich dann am Außenhafen einen Einzelkampfläufer in der Wiese erspähte, bin ich da noch mal vorbei gefahren. IdR sehen Tiere Autos nicht als Gefahr an, und so ist es häufig einfacher, aus dem lauten Auto zu fotografieren, Al sich zu Fuß anzuschleichen. So kam ich dann auch noch zu einer wunderbaren Portrait Serie.
    Der Weg nach Hamningberg war wie immer abwechslungsreich, mit der nur 3m breiten Straße und den dramatischen Felslandschaften ist das Fahren immer wieder ein Genuss.
    Am Ende einen Spaziergang zur Inselspitze gemacht, hier reichen sich Kriegsbunker und Vogelbeobachtungshütte fast die Hand - und dann in der Nähe einen Schlafplatz gesucht.
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  • Allein unter Kampfläufern

    10 de junio, Noruega ⋅ ⛅ 8 °C

    Stellt euch eine Bar vor, in der Althippies, auf jung gemacht abhängen. Sie lungern faul auf ihren Sitzgelegenheiten herum, oder sind dabei sich eitel zu putzen und zu strählen, und zwischendrin mal ein paar Tanzschritte zu studieren, damit sie nicht einrosten.
    Dann plötzlich betritt eine hübsche Frau die Bühne. Dann wird stramm gestanden, die Frisur geschüttelt, das es nur so wogt, die Brust heraus gestreckt und ein paar Luftsprünge geübt.
    Jetzt habt ihr eine ziemlich genaue Vorstellung davon, wie es auf einem Kampfläufer Balzplatz zugeht (nur Barhocker gibt's dort keine, falls ihr die euch vorgestellt habt). Habe lange nicht so lustigen Vögeln zugeschaut, denn die Männchen lassen sich extra für die Balz eine regelrechte Löwenmähne wachsen, und das noch in verschiedenen Farben! Sie warten auf ihrem Balzplatz darauf, das sich ein Weibchen für sie interessiert, und das sucht sich dann den schönsten aus. Und wenn die anderen Glück haben, wird der ein oder andere auch noch erwählt.
    Ich habe heute Nacht auf dem Parkplatz gestanden, wo ich gestern schon mal mit Katie war, um in der Früh zu den Kampfläufern zu wandern. Allein der Seenebel drückte ab 7 Uhr so stark hier ins Land, da hätte ich keine Vögel mehr gefunden, und so musste ich erstmal ein paar Stunden warten, bis der Nebel dünner wurde. Das ist der Nachteil an der Nordküste, bei warmen Sonnenwetter gibt's leicht Seenebel..
    Doch dann bin ich los, und robbte vorsichtig noch ein Stückchen näher dran als gestern und konnte sie dann gemütlich beobachten. Gegen Mittag wurde es dann sehr, sehr ruhig, sodaß ich meinen Magen hören konnte. OK, dann bin ich vorsichtig zurück und nach Vardø gefahren, noch mal zuschlagen bei der leckeren Salattheke vom Spar Markt.
    Nachmittags den Drakkar Leviathan besucht und ein Mauswiesel entdeckt, hatte natürlich nur das Handy dabei 🤷. Dann das Hexenmahnmal zur Verbrennung von 91 Hexen in Vardø besucht. Sehr eindruckvoll. Zum Schlafen auf den 2. Kampfläufer Platz gefahren. Sehr sehr ruhig, mitten in der Taiga, umgeben von ein paar Bombenkratern, unweit der Ruine der der deutschen Wehrmacht. Geschichte ist hier überall, sie wuchert durch jede Ritze.

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    Erläuterungen Drakkar Leviathan:
    Seit 2016 thront der Drakkar Leviathan auf einer Anhöhe bei Vardo und erinnert seine Besucher an die unbändige Kraft der Natur, die das Leben an der rauen Küste Norwegens bis heute prägt. Als "Drakkar" bezeichnete man die kunstvoll geschnitzten Langschiffe der Wikinger, der Leviathan gilt in der Mythologie als uraltes und unbesiegbares Seeungeheuer. Im Drakkar Leviathan verschmelzen diese beiden Elemente zu einer beeindruckenden Kunstinstallation - ein Sinnbild für die unberechenbaren Naturgewalten des arktischen Nordens.
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    Erläuterung: Steilneset Memorial – Hexenmahnmal von Vardø:
    Die Hexenverfolgung galt in Vardø als eine der schlimmsten in der gesamten Finnmark. Den Höhepunkt erreichte dieser Wahn in den Jahren 1662 und 1663.

    Das Steilneset Memorial – Hexenmahnmal von Vardø
    Auf beeindruckend künstlerische und architektonische Weise hat Vardø sich diesem dramatischen Thema angenommen.
    Das 120 Meter lange Hauptgebäude besteht aus einer modernen Interpretation der traditionellen Fischtrockengestelle und ist mit einem Segeltuch überspannt.

    Wie ein seitlich aufgestelltes Kajak hängt darin die lediglich 1,50 Meter breite Erinnerungshalle. Ein Holzsteg mit seitlichen Wänden führt zur schlichten Eingangstür. Im Inneren wird es dunkel. Für jedes der 91 Opfer gibt es eines der ungleichmäßig angeordneten kleinen Fenster mit einer dahinter liegenden kleinen Glühlampe. Zu jedem der 91 Opfer gibt es eine Gedenktafel mit Texten gegründet auf den aberwitzigen Gerichtsprotokollen.

    Nahe des Gedenkraumes gibt es einen kleinen Pavillon mit einem symbolischen und stilisierten Scheiterhaufen. Aus einem Stuhl heraus brennt eine Flamme, die zu den darüber hängenden Rauchglasplatten empor steigt. An den umlaufenden fünf Meter hohen Masten sind sieben Spiegel kreisförmig um die Feuerstelle angebracht, jeder dieser Spiegel steht für einen der Hexenrichter.
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  • Vogeltag hoch10

    9 de junio, Noruega ⋅ ☁️ 8 °C

    Morgens bin ich mit einem kleinen Boot zur Vogelinsel Hornøya gefahren. Letztes Jahr ging das noch per Linienboot, jetzt muss man eine Tour bei einem Veranstalter buchen, damit die Insel geschützt wird, sind noch genauso viele Leute, nur ist das ganze Teurer. Sehr ärgerlich, aber ich bin süchtig danach, mich vom Geschrei 10tausender Alkenvögel einlullen zu lassen, und mitten in ihrem Brutrevier zu stehen, ohne das sie Angst bekommen. Das ist ein unglaubliches Erlebnis, und sowas gibt's auf der Welt nur an sehr wenigen Orten.
    Allein die Hinfahrt war ein Erlebnis, denn wir fuhren mit dem Boot durch einen dichten Vogelteppich, sie haben sich von uns kaum stören lassen. Ein Adler war wohl auf der Klippe, und dann haben sie alle ihr Heil im Meer gesucht. Langsam tröpfelten sie dann wieder ein, und bevölkerten die Klippen. Mehr und mehr ließen sich wie kleine Hubschrauber vom Himmel gleiten. Ich habe zighundert Fotos gemacht, 3/4 hätte ich bleiben lassen können, aber ich kann das dann einfach nicht lassen... Es ist unglaublich schwer, in so einer Menge gute Fotomotive zu finden und nach 1-2h ist dann meistens auch die Luft raus bei mir, da fotografiere ich dann nur noch halbherzig weiter. Beobachte aber umso mehr, denn ich möchte die Interaktion dieser Vögel auch verstehen. Viele waren im Paarungsmodus, und es war ganz schön schwer, vom Vorspiel bis zum Akt alles zu beobachten, denn es ist so so schwer, sich auf ein einzelnes Paar in einer großen Menge zu konzentrieren.
    Was mir auf der Insel auch noch schwer fällt, ist das Stehen oder Sitzen, denn außer einem schmalen Weg, der ja für die Besucher ist, gibt's kaum Möglichkeiten am Rand, wo man nicht in verkrampfter Fußstellung - was bei mir gleich auf die Knie geht - stehen kann und für meinen Hocker gabs auch kaum Platz. Mir zittern nach einer Hornøya Tour immer die Beine, von der Anstrengung. Und die Hände von dem schweren Teleobjektiv sowieso. Aber um keinen Preis möchte ich dieses Spektakel verpassen 😀.
    An Land bin ich als erstes in den Sparmarkt gegangen und habe mich an der heißen Theke bedient. Eine Wohltat, was in den Bauch zu bekommen. Dann noch 1,5h Pause und weiter ging's zur nächsten Tour.
    Mit Katie, einer jungen Einheimischen zur Balz der Kampfläufer. Es ist wirklich witzig, sie in ihren Kämpfen und Tänzen zu beobachten, leider kam ich mit dem 400mm nicht so nah ran, um alle Details aufzunehmen. Wir haben uns 3 verschiedene Plätze angeschaut, mit der Aufforderung, da noch mal alleine hingehen. Hat wirklich Spaß gemacht. Am Heimweg habe ich dann noch eine Eule am Weg jagen sehen. Das Weibchen saß auf dem Acker, und er hat ihr dann die Maus gebracht und durfte sie dann gleich mal begatten. War spannend, aber zu weit, habe nur ein paar Beweisfotos gemacht.
    Leider musste ich bis Vardø zurück, da ich mal wieder auf dem letzten Tropfen Diesel war, und bin dann zurück zum 1. Kampfläufer Parkplatz um dort zu schlafen. Dabei habe ich einen Adler aufgescheucht, der wohl auf der Strecke schlief.
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  • Odinshühnchen und alte Häuser

    7 de junio, Noruega ⋅ 🌬 10 °C

    Heute war ich auf Vogeltour. Die Varangerhalbinsel ist für ihr lebhaftes Birdlife bekannt und ich hatte mir im Vorfeld schon ein paar interessante Stellen notiert. Problem ist bei Vögeln die wesentlich kleiner sind als Adler, das ich die mit meiner 400mm Brennweite nicht richtig ranzoomen kann. Die Regenpfeifer, die ich gestern fotografiert hatte, passen beim Adler gerade mal in den Backenzahn....
    Erstmal musste ich aber ein paar lost Places fotografieren, die alten Fischerhütten und aufgelassenen Boote am Strand sind einfach zu malerisch. Allein ein malerischer Himmel hat gefehlt, der Seenebel geht mir auch schon auf die Nerven...
    Als ich dann bei einem Haus-Ensemble angehalten habe und angefangen habe Fotos zu machen, kam plötzlich eine alte Frau aus der Tür. Eins der Häuser war bewohnt und sogar gut in Schuss. Wir kamen ins Gespräch, und sie hat erzählt, das sie das ganze Gelände gekauft hat und wieder aufbauen will. Sie kam aus der Gegend, hat aber lange in Trondheim gewohnt und wollte wieder in ihre alte Heimat. Was eine Energie mit über 70!
    Es war eine so schöne Begegnung und wir haben Adressen ausgetauscht. Sie hat leider weder Handy noch Internet, wenn ich sie besuchen will, muss ich ihr einen Brief schreiben.
    Dann war ich an einem kleinen See, habe mich durch den Morast nach vorne geschafft, und da ein Fleckchen gefunden, wo ich mich hinsetzen konnte. Und nach einiger Zeit schwammen ein paar Odinshühnchen sogar direkt vor meiner Nase vorbei 🤗. Das war toll, denn auch die sind Mega klein (18cm bis zur Schwanzspitze). Noch ein Highlight waren die Kampfläufer. Die kenne ich zwar als Durchzügler in der Wetterau, aber die Männchen sind in ihrem Balzkleid nicht wiederzuerkennen. Und ich saß wohl an einem Balzplatz, wo die Männchen ihre Schau abzogen, und das Weibchen daneben stand, und sich nur mäßig interessiert zeigte. Da muss ich demnächst noch mal hin, das genauer studieren.
    Bin dann noch ein Stück weiter die Küste hoch, diverse Fotos gemacht, dann lachte mich ein einsamer Platz am Meer so an, das ich hier mein Nachtlager bezogen habe.
    Und wieder verrenke ich die Füße vor dem Heizungsgebläse und versuche sie warmzukriegen, ohne meine neuen Schlappen auch einzuschmelzen.

    Jetzt um Mitternacht kommt die Sonne raus. Die brauche ich jetzt auch nicht mehr. Ich bin gerade noch viel zu aufgewühlt, im ins Bett zu gehen, meine Mieterin hat mich um Hilfe gebeten, weil ihr Kater verschwunden ist, und ich habe es in unserer Dorfgruppe gepostet. Kam kurz darauf eine Nachricht, das er wohl überfahren wurde. Ich bin so traurig. Die arme Katja, ihr Freund, der eigendlich die Wohnung gemietet hat ist vor ein paar Monaten so schlimm gestürzt, das er wochenlang im Koma gelegen hat, und jetzt ist auch noch der Kater tot.
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  • Hitzestau

    6 de junio, Noruega ⋅ ☁️ 17 °C

    Hab ganz gut geschlafen im Hochland, nachdem meine Füße endlich wieder warm geworden sind, damit muss ich mich immer quälen, wenn ich keine aktive Wärmequelle habe... Zum Frühstück kam noch ein Schneehuhn vorbei, auch noch völlig in weiss. Bin dann gemütlich Richtung Varanger gefahren. Es war morgens schon warm und wurde dann immer wärmer. Ich fand es schon regelrecht bedrohlich, im Hochland auf den Schneefeldern 22°. Und das Anfang Juni, normal wäre hier jetzt noch Winter. Man sieht es ja schon daran, das die Hühner noch nicht mit Wechsel begonnen haben. Weiter unten an der Küste ging das Thermometer bis auf 24°. So ein krasser Wechsel vom Frost, es hat mich richtig fertig gemacht. Zumal 24° im Schatten, was weiß ich wieviel in der Sonne sind, denn Schatten gibt's hier natürlich nirgends...
    Ich bin im T-Shirt mit offenem Fenster gefahren und mir ging's richtig schlecht. Habe schon Angst vor der Hitze, wenn ich heimkomme... Ich vertrage das immer weniger...
    Zum Glück ist die Varangerhalbinsel in einer anderen Klimazone, hier sind wieder normale 8-12°. Natürlich habe ich nach dem Hitzestau erstmal gefroren, aber dagegen kann man ja warme Klamotten anziehen.
    War an meinem ersten Vogelbeobachtungspunkt und habe mit einem netten Finnen gequatscht, der mich durch sein Spektiv hat gucken lassen. Der Adler und die meisten Vögel waren zum Fotografieren einfach zu weit weg.
    Unweit davon habe ich an einer kleinen Bucht einen schönen Schlafplatz gefunden, von dem aus ich Möven und Austernfischer beobachten kann.
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  • Nebeltag mit Küsten - Wanderung

    5 de junio, Noruega ⋅ ☀️ 17 °C

    Im Nebel aufgewacht. Herrlich, ohne gleißende Sonne mitten in der Nacht konnte ich gleich besser schlafen. Der Nebel dämpft das Geräusch der fernen Brandung, ab und zu höre ich mal eine Möwe rufen, ansonsten ist es total still und ich bin in dieser unendlichen Wildnis allein. Wie genieße ich das, ich kann mir gar nicht mehr vorstellen, in der "Zivilisation" zu leben... Nach dem Frühstück mache ich eine (für meine Verhältnisse) große Wanderung . Mit den Barfußschuhen über die federnde Tundra mit Moospolstern und Heidelbeeren... es ist einfach ein Traum. Ich habe viel besseren Halt als in den normalen Schuhen, und mein Knie tut überhaupt nicht weh, das ist sensationell!
    Die bizarren Steine, blühenden Moospolster und Pflänzchen und Blüten in jeder Felsspalte begeistern mich, das entschädigt für den mangelnden Fernblick. Ich laufe den Weg bis zur Vogelbeobachtungshütte, und zurück über den Autopfad, bzw an dem weichen Rand. Querfeldein hätte ich mich im dicken Nebel nicht getraut, wer weiß ob ich zurück gefunden hätte. Den Nachmittag vertrödel ich wie meistens, und erst Abends fahre ich los. Auf Dauer geht mir dieses Einheitsgrau doch auf die Nerven.
    Fotografieren wollte ich aber noch die "Standhaftig Folks" - eine Kunstinstallation zu Ehren der widerstandsfähigen Menschen, die hier oben unter diesen Wetterextremen leben. Dafür kam mir das Wetter gerade Recht, um sie entsprechend in Szene zu setzen. Letzten August habe ich sie schon einmal fotografiert, da war es zu sonnig für atmosphärische Fotos und ich konnte mich nicht so richtig reinfühlen. Auch deshalb Reise ich gerne mehrfach an die gleichen Plätze, ich habe dann einen besseren Blick und kann auch Details erkennen, die ich davor nicht gesehen habe.
    Kurz vor Mehamn konnte ich dem Nebel entkommen und habe noch ein paar schöne Fotos und Filme von der Nebelgrenze machen können.
    Um 22 Uhr habe ich dann auf der Hochebene mitten zwischen den Schneefeldern angehalten, ich hatte so einen Hunger und habe die letzte Dose Linsensuppe vom Aldi verspeist, die schon in Österreich war und den Winter zT tiefgefroren im Caddy verbracht hat. Ganz schön widerstandsfähig, das Zeug!
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  • Der höchste Norden

    4 de junio, Noruega ⋅ 🌧 12 °C

    Heute bin ich zum Slettnes Fyr gefahren, auf die nördlichste Ecke Norwegens. Denn, Funfact: das Nordkapp liegt auf einer Insel, ist demnach nicht der nördlichste Punkt Norwegens. Wenn man Inseln dazu zählen dürfte, dann wäre dieser Punkt natürlich auf Spitzbergen (und da war ich auch schon 🙃). Das Nordkinn besticht durch seine tollen Hochebenen. Hier liegt noch dicker Schnee, aber die Schmelzwasser Bäche sind schon gut am rauschen... Es war absolut Klasse, da rüber zu fahren, ich hätte an jeder Ecke anhalten können (an jeder 2. hab ich es getan). Gegen 9 Abends war ich endlich in Mehamn, merkte aber, das ich riesigen Hunger hatte, und habe kurz danach an den Klippen angehalten, um mir endlich das Mittag - oder Abendessen zu machen (Tortellini 😋). Dann wollte ich den Leuchtturm noch in der Mitternachtssonne erleben und bin weiter gefahren. 10min später steckte ich im dichtesten Nebel fest. Die Fahrt war zwar schön mystisch, aber vom Leuchtturm war nichts zu sehen. Bin dann gleich zu meinem Schlaf-Stammplatz da oben, und siehe da, ich konnte sogar alleine hier stehen 🤗.Leer más

  • 3 Jahreszeiten am Tag

    3 de junio, Noruega ⋅ ☀️ 16 °C

    Heute morgen habe ich erstmal wieder an der Kaimauer geparkt, und beim Frühstück die Eiderenten und Austernfischer weiterfotografiert. Als ich mich danach auf die Toilette setzte kam ein Otter durch das klare Wasser geschwommen. Und ich hatte natürlich statt Kamera nur das Klopapier in der Hand 😂.
    Dann bin ich gemütlich weitergezuckelt, hatte keinen Plan wohin, sondern immer mal angehalten, rumgelaufen, geguckt, ausgeruht... So ist mir das am liebsten.
    Abend gegessen an einem super schönen Stellplatz am Meer. Da wäre ich gerne geblieben, aber die Sonne knallte so gnadenlos aufs Dach, da bin ich lieber Landeinwärts gefahren. Hier ist bewölkt, da kann ich hoffentlich besser schlafen.
    Was spannend war, wie schnell sich die Klimazonen und die Landschaft änderte... Vom kahlen Birkenwald über Schneefelder, ausgedehnter Tundra und kahlen Bergrücken bis zu grünen Wäldern, türkisen Küsten und Blumenwiesen war heute alles dabei...
    Ich sitze jetzt in der Tundra, in einem Birkenwald von knapp 2 m Höhe und bin mal gespannt, ob die Nacht bedeckt bleibt.
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