Sweden Vretsjön

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Travelers at this place
  • Day 222

    War die richtige Entscheidung

    March 24 in Sweden ⋅ ☁️ 4 °C

    Ja wirklich war es das, den auch heute war mein Kopf immer noch nicht frei , von den zweimaligen Räder 🛞 Verlust wie sollte es auch anders sein.
    Der erste halt nach 60 Kilometer Schraubenmutter nach kontrollieren mit 180 NW fehlte nur ein mü also wenig 🤣👍 am späteren Nachmittag nach 232 Kilometer nochmals Kontrollieren alles super 🤩.
    Und was sagt mir das Vertrauen in Garagen keines von nun an will ich solche Teile sehen bevor sie montiert werden 😤😤 man lernt halt nie aus. Bei alldem ist uns aber auch bewusst dass es schlimmer hätte kommen, es hat keine dritten betroffen dank wenig Verkehr Gottseidank 👼🫣🤗.
    Aber ansonsten hatten wir doch einen schönen Tag mit zwischen halten und kleineren Wanderungen 😏😏🤣🤗.
    Unser heutiger Stellplatz im ganz alleine 😏🤣🤗
    Nach 323 Kilometer in 3.45 Stunden
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  • Day 222

    Mora bis Lindesberg🌸

    March 24 in Sweden ⋅ ☁️ 4 °C

    Montag, 8.30 Uhr, -3 Grad,
    Sonnenschein mit milchigen Wolkenschlieren…

    Ganz so schön wie die letzten Tage wird’s heute nicht.
    Macht nichts, wir wollen heute eh weiter Richtung Falun und dann weiter nach Örebro.
    Wie immer, einen Zwischenstopp richten wir in Rättvik ein, direkt am Siljansee bei der „Rättviks Langbrygga“…muss einfach sein!
    Ein kurzer Spaziergang über, ich zitiere; „wahrscheinlich die längste Binnenseebrücke der Welt und vielleicht auch der längste Holzbau überhaupt“…so steht es geschrieben🫣
    Sie ist ein Symbol für Rättvik. Vom Strand bis zur künstlich angelegten Insel, wo um die Jahrhundertwende des vorletzten Jahrhunderts noch eine Badeanstalt war, misst sie 628 Meter.
    Gebaut wurde die Brücke 1896-1897, damals trennte sie den Badestrand zwischen Männlein und Weiblein. Im weiteren konnte man von der Insel aus mit dem Dampfschiff Seerundfahrten unternehmen.
    Im laufe der Jahrzehnte musste die Brücke erneuert werden. Um das notwendige Geld aufzubringen hat man
    2638 Sponsoren je eine Planke verkauft. So ist denn auch jedes Brett auf der langen Brücke beschriftet.
    Der Siljansee hat momentan sehr wenig Wasser und ist immer noch ziemlich dick zugefroren.
    Also…so wenig Wasser haben wir noch nie gesehen!

    Danach fahren wir nach Falun wo wir im Lidl Milch kaufen.
    Dann geht’s via Borlänge-Ludvika-Kopparberg weiter bis nach Lindesberg kurz vor Örebro.

    Die Fahrt heute führt uns entlang an einigen immer noch zu gefrorenen Seen, mitten durch Wälder, durch typische Schwedische Ortschaften mit alten, roten Holzhäusern, vorbei an urigen Bauernhöfen und in Grängesberg sogar mitten durchs riesige Industriegebiet wo über die Strasse Transportbänder verlegt wurden. Nicht wirklich schön.
    Aber…Die Eisenerzgruben von Grängesberg hatten bis 1990 Mittelschwedens reichste Erzvorkommen und der Ort besaß während vieler Jahre eine der größten Eisenerzflotten der Welt. Ja…das muss auch mal gesagt sein.
    Heute ist der grösste Arbeitgeber eine Privatbrauerei!
    Egal ob Eisenerz oder Bier, beides bringt Kohle 🫣😅

    In Lindesberg, rund 10‘000 Einwohner, im Tempelbacken Naturreservat finden wir in der Nähe zu einem Golfplatz, mitten in einem Wäldchen mit Grillplatz und Aussicht auf den See „Stora Lindesjön“ sowie die Stadt einen super tollen Parkplatz für diese Nacht.
    Nach dem Abendessen machen wir noch eine Rundwanderung durch das Naturschutzgebiet.
    Und hier entdecke ich doch tatsächlich die allerersten Frühlingsblüher die sich durch trockenes Laub kämpfen; Leberblümchen🌸ich liebe sie 🥰
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  • Day 13

    Jour 11 - après-midi

    July 30, 2024 in Sweden ⋅ 🌙 16 °C

    La journée s’achève avec 194km au compteur. C’était une belle journée avec de magnifiques paysages : de grands lacs entourés de sapins verts et de petites maisons en bois rouge.

    Nous avons retrouvé un peu de dénivelé ce qui nous plaît bien après les grandes lignes droites sans fin de la veille.

    Nous sommes passés par Orebrö avec un beau centre ville entouré d’eau puis avons pris vers le nord pour passer notre nuit dans la ville de Löa.

    Et bonne nouvelle, nous sommes à la moitié ! 11 jours sur 22, et plus de 2100km déjà.
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  • Day 103

    13. Mai

    May 13, 2024 in Sweden ⋅ ⛅ 19 °C

    Heute geht’s nun also wieder zurück nach Kopparberg. Deshalb stehe ich schon um 5:45 Uhr auf, um gleich mal draußen die Solardusche a la Wasserschlauch zu nutzen. Um die Zeit grinst Klärchen aber selbst erst noch verschlafen hinter den Bäumen durch. Dementsprechend erfrischend ist die Angelegenheit. Dann heißt es frühstücken, Handtasche packen und um halb acht rum fahren wir zusammen nach Vetlanda zum Bahnhof. Moritz verbindet den Weg gleich mit einem Abstecher zum Schrotti, um diverses Zeugs zu entsorgen.
    Ab 8:20 Uhr bis circa 13:00 Uhr fahre ich wieder mit verschiedenen Zügen östlich des Vättern bis nach Kopparberg. Für einen Montagvormittag ist recht viel Betrieb, auch viele junge Leute, die scheinbar auf irgendwelchen Reisen sind.
    Der Morgen hat wieder mit blauem Himmel begonnen und ich bin sehr gespannt, ob der Frühling, also die Blüten und Blätter auch im Norden schon soweit sind wie hier in Småland. Im Laufe des Vormittags werden es immer mehr dicke weiße Quellwolken, fantastisch anzusehen, die zum Nachmittag so dick sind, dass sie an ihren unteren Rändern schattig schwarz sind und drohen abzuregnen.
    Zurück in der Villa dusche ich und packe meine Sachen ein, mit Jonas zusammen gehen wir noch mal zu ihm in die Küche, weil ich uns dort auf der Wand im Gästebuch noch eintragen soll, das mache ich natürlich sehr gern.
    Um halb vier ziehe ich los und das Déjà-vu beginnt: Es ist der selbe Weg, er fühlt sich aber viel schneller an, lediglich das Wetter ist besser als beim letzten Mal. Komischerweise beginnt es aber tatsächlich an ähnlicher Stelle wie zuletzt für eine Viertelstunde leicht zu regnen, so dass ich den Poncho überwerfen muss. Oben angekommen steige ich bei diesem herrlichen Wetter sofort auf den alten Aussichtsturm, bleibe ungefähr eine halbe Stunde dort und betrachte mir die tollen Wolkenformationen. Außerdem überlege ich, ob ich noch weiterziehe oder heute hier oben auf dem Berg übernachte. Da es erst um sechs rum ist, beschließe ich noch weiterzugehen, aber nicht bis zum nächsten Shelter. Das wäre zu weit, aber bis zum nächsten See und dort werde ich mit dem Innenzelt übernachten. Ich breche die letzte Etappe des Bergslagsleden an, korrekt gesagt ist es die erste von siebzehn Etappen, da ich ihn von Süd nach Nord quasi rückwärts aufgedröselt habe.
    Als ich noch nicht so lange von Gillers klack weitergegangen bin, steht ein kleines Holzkreuz am Wegesrand mit einer Kerze daneben. Was hier im Wald nahe der Langlaufloipe wohl passiert sein mag? Auf diesen Wanderwegen passiert natürlich recht selten etwas, aber solche Sachen machen mich schon sehr nachdenklich. Wir hatten das im letzten Herbst im Sarek mal ähnlich, ein Holzkreuz mitten im Nirgendwo mit einem Namen darauf. Und später konnte ich dazu die Geschichte eines tragischen Unglücksfalls recherchieren. Immer mal wieder eine kleine, aber deutliche Erinnerung, welch kleine Lichter wir sind.
    Aber zurück zum Hier und Jetzt: Bezüglich des Frühlings ist ein deutlicher Unterschied zu sehen. Die Blätter sprießen zwar, aber Blüten sind bis dahin immer noch recht spärlich vorhanden. Aber um schon mal die Ankündigung zu machen, ruft eine ganze Zeit lang unentwegt ein Kuckuck. Der Weg zieht sich noch ein Stück auf dem Höhenpfad entlang und geht dann am Ende relativ steil ab zum See. Es ist hier gar nicht so schlimm mit den Mücken wie in den letzten Tagen im Süden, dementsprechend kann ich noch eine ganze Zeit lang draußen sitzen und den Abend genießen, bevor ich noch was zum Essen koche und mich dann recht leicht bekleidet im Zelt für die Nacht ablege.
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  • Day 98

    8. Mai

    May 8, 2024 in Sweden ⋅ ☁️ 5 °C

    Um kurz vor sieben bringt uns Jonas runter in die Stadt zum Bus. Nach einer guten Stunde Fahrt sind wir direkt am Lindesbergs Lasarett. Verena ist hier schon angekündigt und so sind wir nach knapp zwei Stunden mit günstigem Bescheid wieder raus. Das Wetter ist kühl und regnerisch, deshalb machen wir nur eine überschaubare Runde durch die Stadt und schonen die Knochen vorrangig kulinarisch. Um kurz nach vier geht unser Bus zurück nach Kopparberg.
    Wir kaufen für den Abend zum Kochen und Brotbacken ein und nachdem uns Jonas abgeholt hat, verquatschen wir uns so lange, bis wir am Ende bei ihm und Inese in der tollen Küche in ihrem uralten Haus stehen und zusammen bayrische Kässpätzle anrichten. Man muss wissen, dass er ein hervorragender Koch mit ebenso ausgestatteter Küche ist und normalerweise er hier ums Feuer tanzt. Heute geben wir zu dritt die Gehilfen um die fußlahme Köchin. Es ist ein sehr angenehmer und lustiger Abend bis deutlich nach Mitternacht.
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  • Day 97

    7. Mai

    May 7, 2024 in Sweden ⋅ ☁️ 13 °C

    Pünktlich um acht klingele ich bei der Vårdcentral (Gesundheitszentrum) an und versuche, aus der schwedischen Ansage etwas zu verstehen, um dann die richtige Auswahl zu treffen. Bitte drücken sie dies, das oder jenes bei Husten, Schnupfen oder Heiserkeit. Oder meinte sie jetzt doch Hals-und Beinbruch, was weiß ich? Früher habe ich sowas selbst gebaut, aber nicht in Kauderwelsch. Ich hinterlasse nach bestem Wissen meine Botschaft und siehe da, kaum haste eine Stunde gewartet, schon ist garnichts passiert. Jonas hatte sich für diesen Fall angeboten, spricht am Ende gar persönlich dort vor und hat für uns einen Termin um halb drei bekommen. Guter Mann! So können wir auf dem Gestühl neben der Grillhütte in feinster Altenheim-Manier frühstücken, quasi bis der Arzt kommt. 🤦 Es gibt übrigens Pfannkuchen, wir sind nicht unvorbereitet. Und nebenbei überlegen wir schon mal Plan B, wie wohl der weitere Werdegang aussehen kann. Verena hatte ursprünglich geplant, Richtung Ende der Woche südlich des Vättern Freunde aus dem Eichsfeld zu besuchen.
    Rechtzeitig kurz nach halb zwei holt uns Jonas ab und nach kaum einer weiteren Stunde hat Frau Doktor weitgehend Entwarnung gegeben als auch Verena zur stolzen Besitzerin eines neuen Krückenpaars gemacht. Es ist höchstwahrscheinlich nichts gebrochen, sie empfiehlt aber zur Sicherheit, ins Lazarett im 40KM südlich gelegenen Lindesberg zu fahren und dort röntgen zu lassen. Da wir auf die Öffis angewiesen sind, planen wir das für morgen früh um sieben mit dem Bus.
    Nachdem wir noch beim Bäcker waren, holt uns Jonas um halb sechs wieder ab und wir können erstmal hier im Lillebrew bleiben. Wir fühlen uns hier tatsächlich pudelwohl und quasseln schon wieder zwei Stunden mit ihm, die Runde füllt sich Stück für Stück, erst kommt seine Frau noch dazu, dann der Braumeister von gegenüber, herrlich.
    Am Abend kochen wir noch was feines und überlegen uns, dass ich Verena via Eisenbahn bis nach Stenberga begleiten werde, weil sie ihren Rucksack selbst nicht tragen kann und werde am Montag wieder zurückkehren, um noch einmal von hier aus loszumachen.
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  • Day 96

    6. Mai

    May 6, 2024 in Sweden ⋅ ☁️ 4 °C

    Wir frühstücken spät und lange in der Villa. Dann kommt Jonas noch dazu und bemüht sich um Gaskartuschen aus seinem Fundus, ein paar kleine uralte hat er für alle Fälle. Wir unterhalten uns lange und ziehen dann los in die Stadt, das Gepäck lassen wir zurück, da der Weg uns eh wieder hier entlang führt. Und wenn es jemanden gibt, der entspannterweise kein Problem damit hat, dann ist es Jonas.
    Der erste Versuch nach Gas an der Tanke bleibt einer, sie verweisen uns auf das Haus der 1000 Dinge, das allerdings ziemlich außerhalb liegt. Ich nenne diesen Laden so, weil er mich an ein gleichnamiges ehemaliges Geschäft in Heiligenstadt erinnert. Von Shampoo über Gartenmöbel bis zu Trinkjoghurt, ein Tempel zum Geldausgeben. Kaum sind wir die zwei Kilometer dahin marschiert, treffen wir dort zufällig Jonas wieder an. Da es hier wohl unsere Kartuschen auch nicht gibt, telefoniert er rundrum alle weiteren in Frage kommenden Läden ab. Aber dann: Es gibt hier eine Sorte von Kartuschen in Form von Spraydosen, die ich noch nicht kenne und die haben das Gewinde drauf, das ich brauche. Danke Jonas für die großartige Hilfe.
    Unseren Supermarkteinkauf können wir hier auch gleich zu 80% erledigen, anschließend sitzen wir vor dem Laden auf einem Einkaufswagen und halten Vesper. Dass man uns dabei als Deutsche erkennt, hätten wir nicht erwartet. Sehen wir so runtergekommen aus? Eben nicht, sagt uns ein Mann, ebenfalls deutsch, der im Vorbeigehen „Mahlzeit“ wünscht, selbst als Penner ist immer alles so akkurat. Na dann…vielen Dank für die Blumen. Fünf Minuten vorher, als er an seinem Auto mit estnischem Kennzeichen stand und niesen musste, waren wir der Meinung, „Gesundheit“ zu wünschen wäre wohl unangebracht. So falsch kannst du liegen.
    Wir schleppen den ganzen Plunder durch die Stadt zurück und packen ein, trinken noch einen Kaffee und halten zum dritten Mal einen Talk mit Jonas. Wir schaffen es, dass es sage und schreibe 18:00 Uhr wird, bis wir heute losziehen, haben uns noch gute 9 km bis zur Bergspitze „Gillersklack“ vorgenommen, schließlich sind wir ausgeruht und es ist auch recht lange hell. Übrigens sind die Tage hier aktuell circa eineinhalb Stunden länger als zuhause, gerechnet nach dem Sonnenauf- (1Std. früher) und Untergang (0,5Std. später)
    Der Weg zieht sich auf Schotterpfaden erst mal in Richtung eines Waldes. Als wir in dem Wald an einem total verfallenen Gehöft sind, zeigt die Karte einen Weg nach Norden, den es aber in Wirklichkeit nicht gibt. Stattdessen gibt es einen Richtung Osten, der aber in der Karte nicht drin ist, wir folgen diesem östlichen Pfad, der kurz darauf ins sumpfige Grasland geht, das wir so sehr mögen. In dieser Landschaft stehen wir kurz darauf und essen frische finnische Lakritze, die wir heute morgen im Allesundnichtsladen erstanden haben. Da uns der unbekannte Pfad immer weiter aus der Richtung bringt, beschließen wir, ab jetzt einen halben Kilometer querwaldein (das Wort gibt es nur in ausgewählten Duden) zu gehen, um auf einen anderen Weg Richtung Norden zurückzukommen. Das ist ein gutes Stück durch abgeholzten Wald, ziemlich zerfahren durch die Harvester und ruppig zu laufen. Zurück auf dem Pfad läuft es sich dann recht einfach und zügig bis zu dem ehemaligen Skiresort, das rund um die Bergspitze brach liegt. Nach guten Jahren seit Mitte der 80er ist es in den letzten zehn Jahren runtergekommen, geblieben ist eine Art teilweise bewohntes Dorf.
    Wir erklimmen als erstes Mal den alten, gesperrten Aussichtsturm, dem inzwischen diverse Holzteile abgefallen sind, aber die Stahlkonstruktion wirkt neben dem Rost noch stabil genug für uns zwei. Es ist ein toller Rundumblick abends um neun übers weite Land. Von hier gehen wir nur noch ein paar hundert Meter Richtung Dörfchen, um nach einem Schlafplatz zu gucken und just, als wir gegen halb zehn auf den letzten Metern sind, passiert es: Verena tritt in ein Loch im Weg und knickt derb seitlich um. Das war’s!
    Jetzt heißt es auf die Rasche erstmal kühlen und gucken, was da genau los ist. Eine Anwohnerin, die mit dem Hund grad vorbeikommt, bringt uns ein Kühlpad und ich verfrachte das Fräulein in eine Grillhütte circa 80m entfernt. Laufen geht definitiv nicht, vermutlich ist aber auch nichts gebrochen. Die Rettung anzurufen ist uns zu fett, aber irgendwie müssen wir auch vom Berg runter. Und so spreche ich mit Jonas, was er empfehlen würde. Er braucht auch einen Moment, um brauchbare Infos zusammenzutragen und er organisiert mir eine Rufnummer des örtlichen Ärztehauses in Kopparberg, die ich morgen früh ab acht anrufen kann und die mir per Rückruf einen Termin für den Arzt geben werden.
    Ok, wir werden also hier übernachten und Jonas will uns morgen zur fraglichen Zeit abholen und nach Kopparberg zum Doc fahren.
    Das Feldlazarett ist 20 Meter entfernt schnell eingerichtet, nebenbei immer mal einen Blick werfen, ob noch alles ok ist. Dann gibts Voltaren drauf, eine Bandage drum und husch, geht’s bei frostiger Mitternacht ab in die Koje.
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  • Day 95

    5. Mai

    May 5, 2024 in Sweden ⋅ ☁️ 12 °C

    Wir gehen heute um halb elf los, es ist kühler als gestern, der Himmel ist bedeckt. Es läuft sich sehr angenehm ohne Hitze. Unser Ziel ist heute Kopparberg, ein altes Bergbau-Städtchen um die 3000 Einwohner ein paar Kilometer abseits vom Weg, da wir dringend unsere Vorräte und Gas wieder auffüllen müssen. Der Weg geht hauptsächlich leicht abwärts Richtung der großen Seen, die wir von den Aussichtstürmen Richtung Norden schon sehen konnten und es läuft sich sehr leicht auf guten Pfaden durch die Wälder. Direkt am ersten See in Stjärnfors gibt es ein Café, das wir ansteuern, leider ist es „Stängt“, so wie scheinbar auch der Zeltplatz, zu dem es gehört. So ziehen wir weiter und treffen wenig später auf einen alten Mann, er ist gerade mit dem Kärcher dabei, an seiner Werkstatt irgendwas zu reinigen. Wir kommen mit ihm ins Gespräch, es ist Herr Bergmann, 92 Jahre alt und er zeigt uns stolz auf Fotos aus seinem Portmonee sein Segelboot am Vätternsee, seinen größten Angelerfolg (ein Hecht von mehr als 10 kg) und erzählt uns noch von dem alten Haus aus 1632, in dem er ein paar Meter entfernt lebt. Das alles zu 90% in bestem Schwedisch.
    Wir spekulieren weiter auf ein Café in Kopparberg. Es soll bis um vier geöffnet haben. Das ist allerdings auch genau unsere Ankunftszeit. Aussehen tut es, als hätte es in diesem Jahr noch nie geöffnet, später erfahren wir, die Saison startet gern auch erst um Mittsommer. Und so bedienen wir uns in einem orientalisch-asiatischen Laden, der wohl immer offen hat, einiger Süßigkeiten und machen uns das Kaffeekränzchen selbst. Wir werden hier in Kopparberg heute gegenüber der bekannten Brauerei beim kleinen Bruder Lillebrew übernachten, morgen früh einkaufen und Ausschau nach Gas halten.
    Als wir ankommen, erwartet uns schon Jonas, ein liebenswerter Tausendsassa, der unseren Wissensdurst nach seinem selbstgebrauten Bier mit zwei Flaschen für jeden stillt. Köstlich, dieses Wissen.
    Am Abend gehen wir zum 1500. Jubiläum Pizza essen in die Stadt und liegen spät am Abend mit kugelrunden Bäuchen im Bett.
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  • Day 94

    4. Mai

    May 4, 2024 in Sweden ⋅ ☀️ 16 °C

    Bis Mitternacht haben noch ein paar der Blutsauger recht plump angefragt, ab dann war Ruhe. Trotz sternenklarem Himmel war es mir inzwischen deutlich zu warm in meinem Federkleid und so habe ich bis um drei in der Früh halbseitig geöffnet. Die typische kalte Zeit in der Nacht von drei bis sechs halte ich dann aber wieder verschlossen ab.
    Um sechs kommen die zwei Schwäne vom anderen Ende des Sees zu uns raufgeschwommen und starten unüberhörbar laut ihren Abflug. Dabei brauchen sie die gesamte Länge des Sees, um knapp über den Wald aufzusteigen. Sie sind ohnehin von den Fliegern diejenigen, die die lautesten Schwingengeräusche machen.
    Als wir später um neun beim Frühstück sitzen, kommt ein Paar Wildgänse lautstark dahergeflogen. Wir sinnieren darüber, wie wohl die Regelung hier am See sein mag: Er muss immer besetzt sein, nie länger als drei Stunden ohne. Die Schwäne mussten um sechs sicher zur Frühschicht und die Gänse sind wohl etwas spät dran… Daunen aufschütteln am Morgen und so, das dauert eben. So ungefähr muss es wohl sein…
    Und als ob sie die Sache bestätigen wollen, verabschieden sich die Gänse um elf lauthals und just ab dem Moment zieht ein einzelner Kranich stillschweigend hier und da pickend am gegenüberliegenden Ufer des Sees entlang und hat die Seewache übernommen. Für eine halbe Stunde ist 1WO alleine, dann haben sich ohne unsere Wahrnehmung zwei Herren dazugesellt und es wird laut, da sie um die Gunst der Hübschen buhlen. Nach einer Viertelstunde gibt sie einem der beiden einen Korb, er fliegt eine Doppelrunde über den See und trollt sich. (Auf dem Foto ist zufällig das Turtelpaar am Boden im Hintergrund ebenfalls zu erkennen.) Gute 10 Minuten später um zwölf verlassen uns auch die zwei anderen. Wer wohl jetzt dran ist mit der Wache? Bis um zwei weiter keiner…
    Um zwölf rum setzen wir uns ein Süppchen auf, waschen ein paar Sachen im See und knobeln, ob wir heute überhaupt weiterziehen wollen. Es ist so ruhig, kein Wind geht, wir hören über uns, wie die Kiefernzapfen durch die Wärme der Sonne Stück für Stück aufknacken.
    Um halb drei brechen wir dann doch auf, haben in gut acht Kilometern Entfernung einen See mit Shelter in Aussicht, um doch zumindest ein wenig Strecke zu machen.
    Es geht direkt steil an in den Wald, um vier erreichen wir Mackarsberg, ein hölzerner Aussichtsturm ähnlich dem gestrigen.
    Kurz vorher erfragen wir uns noch Trinkwasser für den Weg, da die Sonne wie gestern auch alles gibt, es ist eine trockene Hitze.
    Vom Turm aus haben wir einen prächtigen Rundblick von Westen über das Dalarna-Fjäll und die Seen vor Kopparberg im Norden bis nach Osten. An einem kleinen See ganz in der Nähe streift gerade ein Fuchs vom Wasser zurück ins Dickicht. Verenas Fernglas, im Vergleich zu meinem wirkt es erstmal eher wie ein Opernglas, tut für seine Größe erstaunlich gute Dienste. Ich darf es für den weiteren Weg behalten.
    Ab jetzt geht es weiter durch Wald und Rodungs- bzw. Aufforstflächen. Und wir gelangen noch an eine Art Jagdhütte, die aber auch ausdrücklich für Wanderer und dergleichen geöffnet ist. Mit großer Feuerstelle und einer rundumlaufenden Sitz/Liegebank, solarakkugespeisten Lampen kann ich mir sehr gut vorstellen, bei einer Winterwanderung hier einzukehren, wenn draußen der Schneesturm tobt.
    Gegen acht erreichen wir den Shelter, nehmen gleich mal noch ein Bad im See und richten uns nach dem Essen mit Innenzelt im Shelter ein. Das Zelt ist nur der Gattung Culex geschuldet.
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  • Day 93

    3. Mai

    May 3, 2024 in Sweden ⋅ ☀️ 14 °C

    Die Sonne weckt uns am Morgen schon durch die Bäume, was uns aber noch lange nicht aufstehen lässt. Um neun rum, als wir gerade aus dem Zelt kriechen wollen, kommt eine Schwedin vorbeigewandert, mit der wir uns eine Weile unterhalten.
    Hier am Gränsjön fallen uns erstmals Prachttaucher auf, herrliche Wasservögel, die uns neben den Gänsen, Enten und Möwen mit ihrem besonderen Gesang zur Brutzeit und den Tauchvorstellungen beeindrucken.
    Wir nehmen ein Bad, frühstücken gemütlich und kommen dann auch erst um zwölf los. Huch, schon wieder so spät. 😬
    Die ersten paar Kilometer ziehen sich auf einem Schotterweg dahin und so erreichen wir nach gut 4 km den See und Shelter, den wir eigentlich gestern Abend vorhatten. Hier machen wir eine lange Pause, weil wir für heute beschlossen haben, eher zum Abend hin etwas länger zu laufen als am Tag zu hasten. Wir sind ja schließlich in dieser Konstellation zu zweit eh nicht die schnellsten und es ist wunderbar, so zu wandern. It’s vagabonds life… Nachdem wir am ersten Tag sowas wie 7 km gemacht haben, haben wir uns seitdem gesteigert auf etwa 12-13 km am Tag, viel mehr ist aber auch mit gutem Willen nicht drin.
    Als wir von dort aus um drei weitergehen, zieht sich der Weg hauptsächlich durch Wälder, hier und da mal eine Lichtung. Die Sonne knallt ganz ordentlich von oben, so dass es in den Kiefern-Hochwäldern sehr angenehm halbschattig zu laufen ist. Außerdem macht die Wärme der Sonne, dass viele feine Gerüche aufsteigen, ätherische Dämpfe oder was auch immer da durch die Wärme freigesetzt wird.
    Die Gegend insgesamt wird zunehmend etwas hügeliger. Wir sprechen hier von Höhen zwischen 200 und 500m. Also ähnlich wie bei uns zu Hause im Eichsfeld mit einem stetigen Auf und Ab. Für den späten Nachmittag haben wir auf einem Schild von einem Aussichtsturm auf der Kindlahöjden gelesen. Man soll von hier aus einen wunderbaren Blick über das weite Land haben. Vorher kommen wir aber noch am See Kroktjärnen entlang, die späte Nachmittagssonne zaubert ein wunderbares Glitzern auf die Oberfläche und die Erdkröten baden massenhaft im Wasser in Ufernähe.
    Wir kommen in das Naturschutzgebiet Kindla, Urwald und sumpfiges Grasland vom Feinsten. Der Weg zum Aussichtsturm biegt von unserem eigentlichen Wanderweg gut anderthalb Kilometer ab. Deswegen platzieren wir unsere Rucksäcke im Wald, um diesen steilen Anstieg einfacher zu bewältigen und da wir eh hierher zurückkehren. Es geht tatsächlich erst mal einen guten halben Kilometer recht steil im Wald aufwärts und den Rest oben auf dem Plateau, bis wir an einen Holzturm kommen. Eine Schwedin, die schon oben sitzt, hielt uns erst für Elche, bis sie uns Trampel hat kommen sehen. Sie ist für ein paar Tage unterwegs und übernachtet dann immer in ihrem Auto. Vom Turm aus hat man eine wunderbare Aussicht gut 30-40 km weit ins gesamte Umland. Die Sonne ist kurz vorm Untergehen und damit hat das ganze auch farblich einen ganz besonderen Reiz. Als es uns langsam zu kühl wird auf dem Turm, brechen wir den Rückweg an, sammeln am Weg wieder unsere Rucksäcke ein und gehen noch gut anderthalb Kilometer bis zum ausgesuchten Shelter an einem sehr kleinen See. Hier ist es total ruhig, nicht das ganze Vogelorchester, das wir die letzten Tage hatten, es ist lediglich ein Paar Schwäne und natürlich ein paar Kröten, die schon kurz vorm Nicken sind, weil es schon gut neun ist, als wir hier ankommen.
    Ich gehe noch mal schnell runter in den Keller und hole eine Steinpilzsuppe hoch. Die rühren wir uns flott mit ein paar Nudeln an und dann ist beste Zeit zum Ruhen. Da uns die Mücken mehr und mehr Gedanken machen, probieren wir erst noch, mein Innenzelt im Shelter aufzubauen, müssen aber erkennen, dass es schlicht und ergreifend zu hoch ist. Also heißt es mal wieder: Mut zur Lücke, oder in diesem Fall eher Mut zur Mücke. Aus dem Schlafsack guckt ja eh nur das Gesicht raus, also hoffentlich einfach zu verteidigen.
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