• Harro
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Europas Atlantikküste

Über Belgien und Frankreich geht es an die Atlantikküste. Abstecher ins Hinterland z.B. zu den Picos d'Europa ergänzen die Reise. Endziel könnte Gibraltar sein.
6 Wochen sind vorgesehen. Mal sehen, wie das Wetter so wird.
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  • Resans start
    22 april 2026

    Köln

    22 april, Tyskland ⋅ ☀️ 15 °C

    Na, da hat der Wetterbericht doch Recht gehabt. Nachtfrost und Sonnenschein. Um 8:30 Uhr sind es dann allerdings schon 6 Grad. Heute geht es über die Autobahn nach Köln.

    Was waren das noch für Zeiten, als Baumaßnahmen noch die Ausnahme, statt die Regel waren. Allein sechs Brücken über die Autobahn werden gerade gebaut. Vor Kreuz Unna dann ca. 15 km Stau. Wer zur A2 abbiegen will braucht Zeit. Zum Glück kann ich halbwegs zügig dran vorbei fahren.

    Insgesamt fahren im Durchschnitt alle langsamer auf der gesamten Strecke. Selten fährt mal jemand schneller, wie 130 km/h. Ich selbst fahre so 115 km/h. Wann wird endlich maximal Tempo 130 eingeführt ?

    In Schwerte bekomme ich einen Kaffee von meinem Schwager. Nach zwei Stunden Pause geht es dann weiter Richtung Köln.

    Das erste, was mir auffällt bei der Ankunft bei meinem Hotel ist die Reklame für einen Erotikshop neben meinem Hotel. Das nächste ist die Gay Bar 50 Meter weiter. Das Hotel selbst scheint alt aber ok zu sein. Schwieriger ist die Parkplatzsuche. Zum Glück gibt es eine Art Zweiradparkplatz. Ich quetsche mich mit meinem Schlachtschiff noch in die letzte freie Ecke.
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  • Köln zu Fuß

    23 april, Tyskland ⋅ ☀️ 9 °C

    Das Frühstück ist gut. Kein Vergleich zu dem, was in den USA oder Kanada in den Motels, ... serviert wird. Gestärkt geht es Richtung Dom. Imposant ist er von vielen Stellen der Stadt sichtbar. Seine filigrane Außenfassade läßt erahnen, warum der Bau so lange gedauert hat. Innen begeistern die extrem hohen Decken und die Größe.

    Der Heumarkt ist im Prinzip ein großer Platz mit vielen Restaurants umzu. Es ist etwas südländisch. Der Charme der Bauten hält sich in Grenzen. Neumarkt ist dann eine riesige Fußgängerzone. Erste leer stehende Geschäfte künden auch hier von einer Veränderung der Kaufkultur.

    Fahrradfahrer sind überall und fahren zum Teil sehr egoistisch auf den Plätzen herum. Gerade ist einer vom Ordnungsamt mit seiner BMW durch die Fußgängerzone gefahren. Die Steigerung ist aber am Rheinufer. Auf einem ca. 10 Meter breiten Streifen flanieren die Touristen. Die Fahrradfahrer rasen z.T. in hohem Tempo im Slalomkurs zwischendurch. Ansonsten ist das Rheinufer wirklich schön. Man kann den Schuten zusehen, die in Schrittgeschwindigkeit flußaufwärts fahren. Ab und zu kommt ein riesiger Schubverband vorbei. Kleine Restaurants und Gartenlokale servieren Erfrischungen und Essen. Nette alte Gebäude lassen einem schnell vergessen, dass man sich in einer Millionenstadt befindet.

    Da es noch früh am Tag ist besuche ich das Schokoladenmuseum. Auf der einen Seite enthält es viele Maschinen zur Schokoladenverarbeitung, die sogar live Schokoladentafeln produzieren. Auf der anderen Seite werden viele Videos und Lesetafeln gezeigt. Das ist eher langweilig. Der 200 Kilo Schokoladenbrunnen ist eher eine Schüssel mit Metallzierblumen.

    Am Abend will ich noch die morgige Route auf dem Notebook prüfen. Mit Schreck stelle ich fest, dass ich das Kabel für die Stromzuleitung zum Netzteil zu Hause vergessen habe. Also nochmal los zum nächsten Saturn. Dort bekomme ich es tatsächlich.

    Mancher fragt sich, warum hat der ein Notebook mit. Ein Handy reicht doch. Ja, das ist zu einem grossen Teil wahr. Tomtom Routen lassen sich in der Tomtom app z.B. nicht ändern, sondern nur im Browser. Fernsehen ist auf dem Notebook einfach schöner. Über VPN kann man dann im Hotel sogar deutsche Sender sehen.
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  • Eigentlich die perfekte Lage

    24 april, Frankrike ⋅ ☁️ 13 °C

    6:30 Uhr ist Frühstücken angesagt. Warme Brötchen stimmen mich gleich glücklich für den Tag. Das muss allerdings auch sein. 480 km liegen an. Heutiges Tagesziel ist Amien.

    Gestern habe ich aus der Route die Anfahrt aus Riede rausgelöscht, damit die Route hier in Köln beginnt. Allerdings habe ich vergessen, den Kölner Dom rauszulöschen. Prompt versucht mich das Navi zuerst zum Kölner Dom zu navigieren.

    Weiter geht es am Rhein entlang. Viele weiße Strände laden zum Baden ein. Das ist schon sehr schön. Im weiteren Verlauf geht es dann allerdings durch viele kleine Orte mit vielen Ampeln.

    Irgendwann erreiche ich das Ahrtal. Ein kleiner Fluß, man möchte eher von einem großen Bach sprechen, schlängelt sich durch die Hügel. Irgendwann wird Flutwein verkauft und es gibt ein Flutmuseum. Letzteres soll laut Schild sehr dramatisch sein. Leider ist ein Teil des Tales gesperrt.

    Es geht weiter Richtung Eifel. In den Bergen ist man es gewohnt, dass die Straßen im Tal verlaufen. Hier ist das anders. Die Berge sind nur Hügel und die Strassen verbinden die Ortschaften mehr oder weniger direkt, unabhängig davon, ob da ein Hügel ist.

    Irgendwann bin ich in Belgien. Der Sprit ist ca 20 Cent billiger wie in Deutschland. Mehrfach überfahre ich Ländergrenzen (Irgendwann ist es auch wieder die belgische Grenze). Frankreich ist dann endgültig erreicht. Die Landschaft wird flacher und auf Landstraßen darf man nur noch 80 km/h fahren. In vielen Dörfern sind große Teile sogar auf 30 km/h beschränkt.

    In 100 Metern links sagt das Navi. Tja, da steht aber Strasse gesperrt. Beim Garmin konnte man die Strasse als gesperrt kennzeichnen. Beim Tomtom geht das meiner Meinung nach auch. Ich finde nur nicht raus, wie. Da muss man man dann wieder wie in alten Zeiten Ortsnamen merken und nach Schildern fahren.

    Mein Hotel liegt 20 Meter entfernt von der Fußgängerzone. Es gibt sogar eine Garage, wo ich das Motorrad für 5 Euro am Tag abstellen kann. Mein Zimmer ist dafür eher Zellenartig. Ein Bett, eine Garderobe und ein kleines Bad. Letztlich reicht es mir. Die Lage und die Garage gleicht alles aus. Allerdings ist die Hellhörigkeit schon sehr hoch. Meine Nachbarn über mir scheinen permanent über den Dielenboden zu wandern. Ich werde mich heute Nacht mit Schnarchen revanchieren
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  • Amiens

    25 april, Frankrike ⋅ ⛅ 13 °C

    Als mich der Hoteleigentümer gestern fragte, ob ich heute mein Motorrad benötige, da habe ich in weiser Voraussicht das schon verneint. Die Temperaturen sollen heute bis auf 20 Grad hochgehen und es ist herrlicher Sonnenschein.

    Der erste Gang geht zur Kathedrale. Sie ist größer, wie die in Köln, wirkt aber nicht so filigran. Allerdings hat sie ähnliche Dachstützen, wie Notre Dame und auch die Türme sind ähnlich. Die Fenster sind relativ schlicht gehalten. Dafür hat man in den Seitenbereichen innen kunstvolle Statuen und Bilder installiert.

    Die City von Amiens wird von der Somme geprägt. In unzähligen Kanälen verläuft sie durch die Stadt. Am Hauptfluss haben sich charmante Restaurants und Bars angesiedelt. Die Fußgängerzone ist riesig und man merkt überall das französische Flair. Im Unterschied zu Köln sind die Gebäude relativ gleichförmig. Im Erdgeschoss sind Geschäfte und darüber sind meist 2-4 Geschosse mit Wohnungen. Mir ist allerdings unklar, wo Autos und Roller sind. Eigentlich müsste es ein Parkplatzchaos geben. Die Franzosen haben im Schnitt genauso viel Fahrzeuge pro Haushalt, wie die Deutschen.
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  • Von allem zuviel

    26 april, Frankrike ⋅ ☁️ 18 °C

    Beim Frühstück komme ich mit einem deutschen Ehepaar ins Gespräch. Sie erzählen mir, dass es weiter südwestlich wohl keine Mautstationen mehr gibt. Man muss das Geld innerhalb von 72 Stunden in Zigarettenläden oder im Internet bezahlen.

    Die heutige Route hat meine Naviapp zu einem großen Teil selbst festgelegt. Ich hatte den Parameter für kurvenreich auf Mittel eingestellt. Schon kurz nach Amiens werde ich auf kleinste Strassen gelotst. Sie sind so 1,5 Autos breit. Mit dem Motorrad kann ich noch eine halbwegs vernünftige Geschwindigkeit fahren, da ein Auto ja immer vorbeipasst.

    Es geht bei Sonnenschein durch herrliche Auen mit Bächen und über Hügel durch gelbe Rapsfelder. Kein Auto weit und breit. Die kleinen Dörfer bestehen zum Teil aus wunderschönen gelb-orangenen Fachwerkhäusern oder Backsteinhäusern. Obwohl man hier manchmal echt am A... der Welt ist hat man das Gefühl, die Leute wollen genau hier leben. Landflucht scheint kein Thema zu sein.

    Irgendwann komme ich in Rouen an. Eine Altstadt zum verlieben. Viel Fachwerk, viele Restaurants mit Leuten die draußen essen und natürlich auch eine große Kathedrale. Auf einem Platz spielt ein Musikant und nirgendwo ein Zeichen von Hektik.

    Hinter Rouen geht es wieder auf die kleinen Strassen. Jetzt gehen sie mir aber langsam auf den Geist. Immer wieder muss ich an Hauptstrassen halten, die ich überquere. In jedem Dorf sind eine oder mehrere Tempo 30 Zonen, manchmal werden willkürlich Stoppschilder hingestellt, wenn lediglich eine Wohnstrasse einmündet und den Höhepunkt bilden Tempo 30 Zonen 50 Meter vor dem Ortsausgangsschild. Ich setze jetzt auf dem Navi den direkten Kurs nach Entretat.

    In Entretat is die Hölle los. Ja es ist Sonntag und man sollte das berücksichtigen. Den Walk in Motorradklamotten auf die Klippen spare ich mir. Es ist ansonsten aber schön hier.

    Der nächste Ort ist Honfleur. Schon von weiten sieht man ein Riesenrad. Eigentlich sollte der Hafen sehr schön sein. Tatsächlich ist es aber eher der Ort. Eine Autoschlange quält sich in den Ort und die Andere wieder heraus. Man hat den Eindruck, wie auf einem Jahrmarkt. Zuviel ist zuviel. Ich fahre sofort weiter nach Caen.

    Mein Hotel liegt in einer Seitenstraße. Der erste Blick ist ernüchternd. Mein Zimmer ist jedoch ok.

    Heute waren es zu viele kleine Strassen und zu viele Touristen.
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  • Die Landung der Alliierten

    27 april, Frankrike ⋅ ☁️ 13 °C

    Das Frühstück ist heute sehr gemütlich. Wir sitzen an einem 6er Tisch und dazu gibt es noch einen Katzentisch für 2 Personen in einem winzigen Raum. Das Hotel scheint nicht viele Zimmer zu haben.

    Zunächst geht es zum Juno Beach. Mir war nicht bewußt, dass damals auch an flachen Stränden gelandet wurde. Trotzdem scheint es auch hier tausende Tote gegeben zu haben.

    Eine Küstenbatterie liegt als nächstes an. Auch hier eine kleine Überraschung. Sie liegt nicht etwa direkt an der Steilküste, sondern 100 Meter landeinwärts. Direkt an der Küste sind hauptsächlich MG Nester. Laut Beschreibung waren die Geschütze trotz ihrer Befestigungen wohl schon nach einem Tag nicht mehr in der Lage zu feuern. Sie sollen wohl kein einziges Schiff getroffen haben.

    In Bayeux will ich mir einen 70 Meter langen Teppich ansehen. Leider wird das Museum gerade renoviert. Schade. Ich ziehe mir dafür ein Omlette rein.
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  • Heute nur ca 80 km

    28 april, Frankrike ⋅ ☀️ 12 °C

    Auf einer Tour sieht man viele Unterkünfte. Heute bin ich im F1-Avranches. Es liegt ausserhalb des Ortes, ist ein Block mit 3 Geschossen und Gemeinschaftsduschen und Gemeinschaftstoiletten. Die Räume haben knapp 10 qm mit Waschbecken und zwei Betten. Die Kette hat sich auf einfache Hotels zwischen Jugendherberge und Hotel spezialisiert. Nicht mal Handtücher gibt es kostenlos. Dafür zahlt man auch nur 45 Euro incl. Frühstück. Das ist unschlagbar.

    Bei etwas kühlerem Wetter geht es nur ein paar Kilometer weiter nach Mont Saint Michel. Mich erwartet ein riesiger Parkplatz. Beim kostenlosen Bustransfer steht schon eine lange Schlange an. An der Organisation könnte man noch etwas verbessern, aber insgesamt dauert es nicht lange.

    Mon Saint Michel ist ein verwinkelter Klosterbau mit vielen Hallen und Treppen. Es ist alles relativ schlicht gehalten. Ein kleines Dorf mit touristischen Läden gehört auch dazu. Auf jeden Fall ein touristischer Hotspot

    Auch die weitere Fahrt nach Saint Malo sind nur 70 km. Schon die Fahrt durch die Stadt ist sehr schön. Heute muss ich in die Altstadt auf dem Berg. Das gestaltet sich etwas schwieriger. Tomtom will mich durch ein Tor in der Stadtmauer lotsen. Leider ist es gesperrt. Irgendwann finde ich einen Zugang. Durch enge Strassen geht es bergauf. Nach einem "biegen Sie links ab" stehe ich vor einer Fußgängerzone. Ich setze die Navianweisungen außer Kraft und fahre nach Gefühl. Tatsächlich finde ich das Hotel relativ schnell und es findet sich sogar eine kleine Ecke für das Motorrad.
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  • Mein erster Regen

    29 april, Frankrike ⋅ 🌬 14 °C

    Schon früh bin ich beim Frühstück. Ich bin noch alleine da und unterhalte mich über eine Stunde lang mit der Frau, die das Frühstück serviert. Ihre Familie kommt aus Marokko. Sie selbst ist in Frankreich geboren. Eine Schulausbildung in einer katholischen Schule hat sie stark geprägt. Wir reden aber auch über das Bild der Frau in Marokko und wie sich Marokko durch die Industriealisierung verändert hat.

    Auf dem Programm stehen heute einer der größten Leuchttürme, eine mit Häusern bebaute Brücke und ein schöner Ort (Locarno). Von den erstenbeiden Sehenswürdigkeiten habe ich nicht mal Fotos gemacht, so langweilig sind sie. Locarno ist ein wenig wie ein Hollywood Spielort. Alles hübsch fein gemacht und wirklich nett anzusehen, aber irgendwie künstlich.

    Die Landschaft entschädigt dafür aber. Es sind schöne Wälder dabei, wildes Bergland und schöne Buchten.

    Am Ziel angekommen geht es erstmal wieder darum, dass andere Ende der Fußgängerzone zu erreichen. Im Nacken sitzt mir eine riesige Regenwolke. Irgendwann sehe ich an einem Haus meinen Hotelnamen "Les Residences d'Armor". Unten ist ein Restaurant und oben sind Zimmer. Neben dem Namen geht eine Leuchtreklame immer an und aus. Als ich auch noch sowas wie : "Separee zu vermieten" lese, da bin ich echt am zweifeln, ob ich hier richtig bin. Ein Blick auf das Navi offenbart, dass das Hotel ein paar Häuser weiter sein muss. Dort angekommen finde ich nur eine verschlossene Tür zu einem Raum mit gelagerten Möbeln. Irgendwann fällt mir ein Hinweis auf, dass der Eingang von einer anderen Strasse aus ist. Jetzt setzt der Regen ein und ich muss mich erstmal unterstellen. Mit einem mulmigen Gefühl mache ich mich auf zum anderen Eingang. Dort gibt es tatsächlich eine Rezeption. Der Mann lacht erstmal, weil ich beim Regen mit dem Motorrad unterwegs bin. Er spricht sogar relativ gut Deutsch.

    Mein Zimmer ist in einem Nebengebäude, in dem sich aber auch der Swimmingpool befindet. Es ist relativ groß und hat Seeblick. Ich bin begeistert. Der Tag endet doch noch hervorragend.
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  • Ruhetag

    30 april, Frankrike ⋅ ☁️ 17 °C

    Heute ist Ruhetag angesagt. Eigentlich stand ein Bootsmuseum mit 200 Booten bei mir auf der Liste, aber meine Lust ist begrenzt. Am Strand sehe ich den Leuten zu. Eine Gruppe von Frauen spaziert in Neoprenanzügen zum Baden ins Meer. Eine Gruppe von kleinen Kindern soll scheinbar Wellenreiten lernen. Ohne Wellen ist das aber nicht ganz leicht. Als Am Himmel dunkle Wolken aufziehen mache ich mich wieder auf den Weg in mein Zimmer.

    Mein Helm hat die letzten Tage an der Stirn gedrückt. In Saint Malo lagen zwei ca. 20 cm lange Streifen als Service im Regal. Sie sehen ungefähr so aus wie die ziehbaren Streifen an Windeln. Irgendjemand muss mir mal sagen, wofür die sind. Tatsächlich eignen sie sich hervorragend als Stirnpolsterung. Mit meinem Nähzeug aus Kanada sind sie schnell befestigt und sitzen perfekt.
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  • Megalithen und Sümpfe

    1 maj, Frankrike ⋅ ☁️ 18 °C

    Irgendwie erinnert mich hier vieles an Irland. Insbesondere in der Normandie sind die Häuser ähnlich und hier in der Bretagne gibt es viele Wiesen, Steilküste und Buchten mit Sandstränden.

    Mein erstes Ziel sind die Megalithen von Carnac. Irgendwann biege ich ab und stehe plötzlich auf einem Parkplatz. Ist schon toll, wenn man alles richtig in die Routenplanung eingegeben hat. An zwei Stunden werden Fahrkarten für Busse / Minibahnen verkauft. Eigentlich kommt mir dadurch ganz gelegen, weil ich keine Lust habe in Motorradklamotten rumzulaufen.

    Die Fahrt geht erstmal durch die Stadt Carnac. Als ich schon glaube eine falsche Tour genommen zu haben, kommen wir bei den Megalithen an. Es sind Reihen von ca. 1 Meter hohen Steinen. Insgesamt gibt es mehrere Felder, auf denen tausende von Steinen stehen. Sie sollen wohl 5000 Jahre alt sein. Da die Steine weder gleichförmig, noch verziert oder einfach nur imposant gross sind, wirkt das Ganze auf mich langweilig.

    Der Naturpark Brière ist ein weiteres Ziel. Es ist ein riesiges Sumpfgebiet. Immerwieder kommt man an Häusern vorbei, bei denen die Grundstücke rundherum sumpfig sind. Die Orte nennen sich dann auch folgerichtig Insel ... .

    Als ich in meinem Hotel in Nantes ankomme, bin ich erstmal kaputt.
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  • Die Maschinen der Insel

    2 maj, Frankrike ⋅ 🌧 15 °C

    Nantes ist mit 330.000 Einwohnern die sechstgrößte Stadt Frankreichs. Da fallen mir in Deutschland jede Menge Städte ein, die größer sind. Da bereits 13.000.000 Einwohner in der Region Paris leben, können die restlichen Städte natürlich nicht so gross sein. Andererseits hatte ich insbesondere im südlichen Teil der Bretagne am Meer das Gefühl, dass sich Dorf an Dorf reiht.

    In Nantes gibt es die Maschinen der Insel. Auf einem ehemaligen Werftgelände hat man mehrere interessante Maschinen gebaut. Eine ist ein ca. 8-10 Meter hoher Elefant, auf dem auch Touristen "mitfahren" können. Er bewegt sich langsam über das Gelände. Es gibt noch eine Spinne, die ich jedoch nicht gesehen habe.

    Leider ist gerade auch hier langes Wochenende und es ist voll. So spare ich mir die ca. 1 Stunde Wartezeit vor dem Maschinenmuseum.

    Nantes hat eine echt riesige Fußgängerzone. Die Innenstadt besteht fast ausschließlich aus alten Häusern mit ihren französischen Balkonen. Interessant ist, dass sie mehrere Flußläufe mit Strassen überbaut haben. Das ist übrigens auch französisch:Alles wird zugepflastert. Grün ist nur den Parks vorbehalten.
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  • Über La Rochelle nach Bordeaux

    3 maj, Frankrike ⋅ ⛅ 18 °C

    Bordeaux wird definitiv meine letzte größere Stadt auf dieser Tour sein.

    Es war klar, dass hier an der Atlantikküste keine großen Naturwunder sind. Deshalb hatte ich auch mehr Städte und Orte als Ziele aufgenommen. Langsam bin ich aber erschöpft vom Verkehr, Ampeln und Kreiseln. Ähnlich wie in Irland wird auch die Landschaft langsam langweilig. Ich freue mich deshalb besonders darauf, bald in den Picos d'Europa anzukommen.

    La Rochelle ist mir noch von einem U Boot Roman irgendwie in Erinnerung. Der Hafen überrascht mich deshalb etwas. Er ist relativ klein. Dafür ist um den Hafen herum aber Halli Galli. Unter Arkaden haben die Wirte ihre Tische und Stühle hingestellt und alles ist voll mit Menschen beim Essen. Es ist Sonntag, das Wetter ist gut und alle sind glücklich. Die Hafendurchfahrt wird von zwei grossen alten Türmen bewacht. Das sieht schon schön aus.

    Auf der Weiterfahrt nach Bordeaux baut sich am Himmel eine riesige dunkle Front auf. Ich schaffe es gerade noch, meine Regenjacke anzuziehen. Bordeaux wirkt auf den ersten Eindruck dreckiger, wie die Städte vorher. Auch gibt es viel mehr Hochhäuser. Es wird Obst am Straßenrand verkauft und man merkt, dass diese Stadt anders ist. Morgen werde ich mir die Stadt mal genauer ansehen.
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  • Bassins de Lumieres

    4 maj, Frankrike ⋅ 🌧 18 °C

    Zu Fuß geht es in die Innenstadt. Ich lasse mich ein wenig treiben. Bordeaux ist weitläufig ohne allerdings so richtig Charme zu versprühen. Auch an der Garonne hat man nicht so richtig dieses Gefühl an einem schönen Fluß zu sein. Das soll allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, dass ein sehr grosser Kern mit prächtigen Adelshäuser existiert, wie man ihn in Deitschland nirgendwo findet. Auch die Fußgängerzone ist riesig.

    Ich entscheide mich nach einer Weile die Bassins von Lumieres zu besuchen. Allein der Ort ist schon interessant. Es ist ein alter U Boot Bunker aus dem zweiten Weltkrieg

    Wenn man den Bunker betritt, erwartet einen ein leicht modriger Geruch und je nach Situation nahezu völlige Dunkelheit. Aus großen Lautsprechern donnert Musik in die ehemaligen Hallen. Es sind immer noch Wasserbecken. Man hat allerdings die Einfahrtsbereiche mit Wänden verschlossen. In den 5 Hallen wurden Lichtinstallationen aufgebaut, die alle 4 Wände anstrahlen. Die Musik und die Lichtinstallationen machen zusammen einen imposanten Eindruck. Wenn man bei den Videos genauer hinsieht, dann kann man die Spiegelungen im Wasser entdecken
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  • Erstmal letzte Übernachtung in Frankreic

    5 maj, Frankrike ⋅ ☁️ 15 °C

    Von Bordeaux geht es in strömenden Regen nach Bayonne. Das Visier ist voller Tropfen, die Brille beschlägt und die Strasse aus Bordeaux will kein Ende finden. Im Prinzip halten meine Klamotten dicht. Alles was aus Leder ist (Schuhe und Handschuhe) ist allerdings so aufgebaut, dass aussen Leder ist und innen Goretex. Das Wasser geht durch das Leder durch und wird innen von der Goretex Membrane aufgehalten.

    Ich habe gestern und heute jeweils Ibis Budget Hotels. Ich bin damit eigentlich ganz zufrieden. Im Hotel gestern hatten sie allerdings die automatischen Türschließer so eingestellt, dass die Türen mit einem riesigen Knall zugingen, wenn man sie nicht festgehalten hat. Als mein Nachbar die Tür das erste Mal zuknallen läßt, da wackelt die Wand hinter meinem Bett.

    Was ich nicht verzeihen kann ist das, was sie dem Baguette angetan haben. Sie haben es in ca. 5 cm lange Stücke geschnitten. Das kann man für Suppen machen, aber nicht für das Frühstück.

    In Bayonne stehen dann sehr viele alte Fachwerkhäuser. Im Unterschied zu Deutschland ist das Fachwerk aber eher ein Ständerwerk. Es gibt z.Teil keine diagonale Stützen. Auch ist das Fachwerkholz dünner, aber dafür enger ausgelegt. Mir ist noch nicht so ganz klar, warum die diagonalen Versteifungen häufig fehlen.
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  • 1,619

    6 maj, Spanien ⋅ ☁️ 10 °C

    Das ist nicht der Preis für einen Kaffee, sondern der Preis für 1 Liter 98 Octan Sprit, den ich heute gezahlt habe.

    Ich weiß nicht, wann ich die Grenze überfahren habe. Es ist so toll, keine Grenzkontrollen mehr zu haben und überall mit Euro zu zahlen. Das letzte Mal hier im Baskenland hat uns die Polizei mit vorgehaltener Maschinenpistole auf der Landstraße angehalten und das Auto nach Waffen gefilzt.

    Zum Teil ist es heute nur 10 Grad. Die Berge sind bisher so 800 Meter hoch. Ich bin so viele Kurven gefahren, wie auf der gesamten Tour vorher.

    Auf einer 25 km Etappe auf einer kleinen Straße laufen die Pferde frei herum. Auf der einen Seite sieht das toll aus, wenn sie mit ihren Fohlen so einfach auf der Straße stehen. Andererseits habe ich gehörigen Respekt vor den Hinterlassenschaften, die sie auf der Straße verteilen. Da die Straße nass ist und in den Wäldern sich auch noch die Blüten auf der Straße verteilen, ist das teilweise eine rutschige Angelegenheit.
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  • Tomtom läßt mich im Stich.

    7 maj, Spanien ⋅ 🌧 14 °C

    Vor zwei Tagen waren plötzlich meine eingegebenen Sehenswürdigkeiten und Routen weg. Auch das Planen am PC und die Übernahme aufs Handy funktionierte nicht mehr. Zu guter Letzt hat Tomtom zwischendurch das navigieren aufgegeben. Auf Anfrage beim Support kam raus, dass sie interne Probleme haben.

    Heute habe ich dann die ganzen Navialternativen angesehen und bin eigentlich ziemlich enttäuscht. Glücklicherweise funktioniert seit ein paar Stunden alles wieder. Meine Daten muss ich aber neu eingeben.

    Ich bin sowieso überrascht, was in der EDV so alles noch gemacht wird (nur ein kleiner Exkurs für EDV'ler). Eine KI hatte bei einer Firma das Volume mit den Entwicklungsdaten gelöscht. Die Firma hatte auf dem gleichen Volume aber auch das Backup für diese Daten. 3 Monate Arbeit weg. Wahrscheinlich ist tomtom auch irgendeine Datenbank hops gegangen.
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  • Mal ein wenig die Gegend erkundet

    8 maj, Spanien ⋅ ☁️ 9 °C

    In der Umgebung sind einige interessante Sachen. Sie sind auf schönen kleinen Straßen erreichbar. Ich tuckere gemächlich durch kleine Dörfer, vorbei an kleinen Bächen und Flüssen und die ganze Zeit begleitet von einer Steilwand in den Bergen, die wie ein natürlicher Wall wirkt.

    Ausländische Touristen(fahrzeuge) gibt es hier nicht. Überhaupt ist alles nur auf Spanisch. Bei den Beschreibungen von Attraktionen ist sehr selten Englisch oder eine andere Sprache dabei. Jede Mail von einem Hotel ist nur in Spanisch.
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  • Heute die etwas höheren Berge

    9 maj, Spanien ⋅ ☁️ 11 °C

    In dem Bereich hier bei Espinosa sind die Berge so 600 Meter hoch. Zur Küste hin geht es auf 1200 Meter.

    Es geht direkt in die Wolken rein. Der Nebel läßt nur eine Sichtweite von 20 Meter zu. In Serpentinen geht es den Berg hoch. Ich überhole einen Fahrradfahrer, der sich die konstanten 6 - 10 Prozent Steigung hochquält. Er wird heute nicht der Einzige sein. Auch viele Ältere betreiben den Sport. Hinter dem Paß sehe ich dann die Sonne. Auf der Runterfahrt liegt der intensive Duft von Eukalyptusbäumen in der Luft. Es ist eins von diesen Tälern, die ohne die Paßstraße vom Leben ausgeschlossen sein würden. Steile Hänge säumen das enge Tal. Einige alte, verträumte Häuser stehen im Tal.Läs mer

  • Ich habe Schnee gesehen

    10 maj, Spanien ⋅ ☀️ 8 °C

    Es geht in den Kernbereich der Picos de Europa. Sie sind fast so hoch, wie die Zugspitze. Während der Fahrt sinken die Temperaturen auf 5 Grad. Die Griffheizung muss mal wieder ran und auch die Daunenweste darf aus dem Koffer raus.

    Die Picos sind leider etwas in Wolken gehüllt. Die Straßen sind dafür toll. Mal geht es zwischen engen Felsen durch, mal sind es wunderschöne grüne Täler. Insgesamt ist jetzt viel Fels dabei.

    Schon während der Anfahrt fällt mir auf, dass die Besiedlung recht dünn ist. Wenn Dörfer vorhanden sind, dann sind sie relativ klein und bestehen aus alten Häusern. Der Verfall ist manchmal nicht zu übersehen. Die etwas größeren Orte scheinen allerdings vom Wandertourismus zu profitieren. Es gibt viele Regionen hier, die als Naturpark deklariert sind

    Als Mensch sollte man ja eigentlich lernfähig sein. Als ich in die Berge reinfahre, da habe ich noch eine Restreichweite, die genau bis zur Unterkunft reicht. Irgendwann muss ich in einem größeren Ort abbiegen und komme deshalb nicht an der dortigen Tankstelle vorbei. Es kommt ein kleines Tal nach dem anderen, ein Paß nach dem anderen. Die Reichweite sinkt und steigt je nachdem, ob es rauf oder runter geht. Irgendwann sagt mein Navi, dass ich zum nächsten Paß abbiegen soll. Diesmal nehme ich eigenwillig den Weg aus den Bergen raus.

    Als ich irgendwann um eine Kurve komme, biegt gerade ein Wohnmobil über meine Fahrbahn auf einen Parkplatz ab. Das ABS vom Hinterrad beginnt zu arbeiten und auch der Vorderreifen beißt sich in den Asphalt. Es geht alles gut aus. Der Wohnmobilfahrer hat seinen Fehler wahrscheinlich noch nicht mal mitbekommen (Er ist über eine durchgezogene Linie abgebogen). Ein entgegenkommender Mororradfahrer sieht mich nur mitleidig an.

    Der kleine Umweg hat mich tatsächlich zu einer Tankstelle gebracht. Sie haben nur 95 Octan. Das hat die GS in Kanada und den USA aber auch konsumieren müssen. Übrigens 1,58 Euro hat der Sprit gekostet.

    Über Oviedo gibt es nur schwarzen Himmel. In der Ferne sieht man Blitze zucken und die ersten Tropfen fallen. Ich komme jedoch gut durch. In Oviedo muss ich unter einer Bahn durch. Die erste Unterführung ist gesperrt, die zweite Unterführung eine Baustelle. Erst bei der dritten Unterführung komme ich durch. Tomtom macht seine Sache gut und versucht mich nicht wieder zurück zu führen.

    Heute ist mal wieder ein Ibis Budget dran. Nachdem sie beim letzten Ibis 90 Cent /Stunde Parkgebühr haben wollten, parke ich erstmal auf einem wilden Parkplatz. In diesem Ibis kostet der Parkplatz allerdings nur 8 Euro pro Tag und die GS bekommt einen Unterstand genehmigt.
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  • Ein abwechslungsreicher Tag

    11 maj, Spanien ⋅ ☁️ 11 °C

    Von Oviedo geht es ein herrliches kleines Tal aufwärts. Die Strasse ist teilweise in die Felsen reingehauen und es gibt immer wieder kleine Tunnel, die direkt durch den Fels gehauen wurden. Es geht bis auf 1500 Meter hoch. Das Wetter ist super und nichts könnte besser sein.

    Hinter dem Paß sieht die Welt dann anders aus. Man sieht vereinzelt Regenwolken und aus dem kleinen Tal wird ein breites Tal.

    Irgendwann fahre ich über eine Autobahn, die sich als besonders schön entpuppt. Es gibt mehrere Wechsel von Tunneln zu Brücken über extrem tiefe Täler. Danach kommt eine Landschaft aus relativ unberührten Hügel, die mit Bäumen und Büschen überwuchert sind. Alles ist einfach grün.

    Immer wieder gibt es Stauseen, auf denen man keine Schiffe sieht und deren Ufer nicht bebaut sind.

    Ca. 100 km vor meinem heutigen Tagesziel Vila Real setzt dann starker Regen ein. Ca. 10 km vor Vila Real wird der Handybildschirm schwarz. Ich fahre nach Schildern nach Villa Real und rette mich in einen McDonalds. Mir schwant schon, dass der Akku vom Handy leer ist. Das ist aber kein Problem, weil ich ja eine Powerstation habe. So ist zumindestens mein Gedanke. Reingesteckt und Fehlermeldung: Wasser im USB Port. Es gelingt mir nicht, den Port trocken zu kriegen.

    Zum Glück habe ich ja für alles Ersatz. Mein altes Garmin muss ran. Auf dem Notebook suche ich die Adresse raus und gebe sie ins Garmin ein.

    Das Garmin lotsen mich dann in die City. Das ich mit diesem Bildschirm jemals navigiert habe... eine einzige Katastrophe.

    Mein Ziel liegt in der Fußgängerzone. Nachdem ich einen Parkplatz gefunden habe, finde ich dann auch das Hotel.

    Jetzt geht erstmal die Suche nach einem Laden los, der Sicherungen hat. Mit Hilfe freundlicher Menschen finde ich einen Zubehörladen. Ich schaffe es sogar noch meine Wäsche in einem Waschsalon zu waschen.
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  • Was für eine Überraschung

    11 maj, Spanien ⋅ ⛅ 8 °C

    Schon vorweg Tagen habe ich beschlossen, die portugiesische Atlantikküste nicht zu besuchen. Stattdessen ist mein Ziel Malaga. Von Oviedo sind das 1200 km. Ich plane dafür 3 mal 400 km ein. Die Route geht im Landesinneren von Portugal über Vila Real und Badajoz nach Malaga. Erwartungen an die Route habe ich nicht.

    Schon gestern wurde ich durch dieses wunderschöne kleine Tal überrascht. Heute bin ich völlig aus dem Häuschen.

    Zunächst geht es die Autobahn ein Stück entlang. Irgendwann geht die Route über Land. Vorbei an Weinbergen geht es auf ruhigen Straßen Richtung Badajoz. Gerade fahre ich noch durch einen größeren Ort, da schickt mich das Navi über kleine Straßen nach oben. Urplötzlich sind keine Häuser mehr da und ich fahre in Serpentinen den Berg hoch. Hinter mir ist Flachland. Vor mir geht es nur nach oben. Die Temperaturen sinken kontinuierlich auf 3 Grad und ja, als ich oben ankomme, da liegt auf dem Parkplatz an den Rändern Schnee. Es ist eine wunderschöne steinige Landschaft die hier bis auf 2000 Meter existiert. Das schönste ist jedoch, ich bin fast allein unterwegs.

    Die Landschaft wandelt sich nochmal. Es wird trockener und flacher. Olivenbaumplantagen wechseln sich mit Schafsherden ab. Die Straße geht, wie mit der Schnur gezogen, geradeaus.

    Angekommen in Badajoz finde ich mein Hotel relativ schnell. Es liegt wieder in der Fußgängerzone und ich muss etwas weiter weg parken. Das wußte ich aber schon. Erwartet hatte ich ein Hotel zum selbst einchecken. Stattdessen erwartet mich ein richtiges Hotel im Stil eines Badehauses. In meinem Zimmer erwartet mich ein Jakuzzi. Den nutze ich dann auch erstmal.
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  • Gestern 3 heute 30 Grad

    13 maj, Spanien ⋅ ⛅ 20 °C

    Heute habe ich mich sehr stark an meine USA Reise erinnert. Gerade Straßen, steppenartige Landschaft und wenig Orte.

    Es ist trockener geworden. Gestern waren zwischen den Olivenbäumen blühende Wiesen, heute ist es trockenes Gras. Dafür sieht man jetzt blühenden Oleander und Agaven.

    Ich habe kurzfristig noch zwei Attraktionen in die Route mit aufgenommen. Das eine sind Häuser, die man unterhalb von Felsüberhängen gebaut hat und das andere ist Ronda mit seinen engen Felstal mitten im Ort und der Brücke darüber. Beides ist ganz interessant, wären da nicht die Massen von Touristen. Ich hatte gehofft, dass im Mai noch nicht soviel los ist.

    In Malaga angekommen werde ich überrascht. Alle Motorradparkplätze sind voll und es gibt viele. Irgendwann finde ich ein Plätzchen für die GS. Meine Unterkunft ist das Gegenteil von gestern. Ein kleines Zimmer mit Duschbeteiligung auf dem Flur.

    Morgen gehts zum Motorradladen. Meine Reifen müssen gewechselt werden. Mal sehen, ob es klappt.
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  • Malaga

    14 maj, Spanien ⋅ ☁️ 19 °C

    Unter meinem Zimmer muss eine Bar sein. Gestern haben sie dort scheinbar ein Fußballspiel übertragen. Ich mußte alle Fenster schließen. Danach war es dann schön warm im Zimmer.

    Um 8:00 Uhr muss ich beim Motorradladen sein. Das Fahren hier in Malaga gestaltet sich alles andere als einfach. Deshalb kalkuliere ich mehr Zeit ein und stehe früh auf. Die Rollerfahrer schießen hier einfach nur so zwischen den Autos durch. Man darf bloß keine hektischen Manöver machen. In den Fußgängerzonen kommen dann noch die Scooter hinzu. Apropos Fußgängerzone: Hier fahren viele Autos durch die Fußgängerzone. Heute morgen ist hier die Polizei echt durchgeheizt.

    Beim Motorradladen sind zunächst nur die Mechaniker da. Sie sprechen kein Englisch und unsere Kommunikation ist alles andere, wie reibungslos. Am Ende klappt alles. Ich verbringe in der Zwischenzeit die Zeit am Strand.

    Bei meiner Reiseplanung leiste ich mir dann einen Fauxpas. Hierzu muss man wissen, dass ich zuerst immer eine Route zu einem weiter entfernten Ziel planen lasse und dann suche ich auf dieser Route Orte, die ca. 300 km auseinander liegen. Heute war Andorra mein weit entferntes Ziel und das Navi sagt 900 km Entfernung an, also zwei Zwischenübernachtungen. Ich buche die Hotels und stelle danach fest, dass es auch eine Stadt Andorra in Spanien gibt. Am Ende muss ich auf zwei Etappen jeweils 500 km fahren. Der Hintern wird es danken.
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  • Der Rückweg beginnt

    15 maj, Spanien ⋅ 🌬 13 °C

    Die 280 km heute sind ein Klacks. Zunächst geht es an der Küste entlang, bis ich Richtung Grenada abbiege. Ein böiger Wind aus allen Richtungen stemmt sich mir entgegen. Aus jedem Tal, hinter jeder Brücke oder einfach so werde ich in alle Richtungen gedrückt.

    Es geht in die Sierra Nevada. Oben auf den Bergen liegt noch Schnee. Irgendwann fahre ich durch einen kleinen bergigen Ort und da ist sie wieder: Die Angst in eine Sackgasse mit extremer Steigung zu fahren. Vor mir drehen schon zwei Autos um. Ich fahre weiter. Nach schier unendlichen Minuten wird die Strasse breiter und endet auf einer Hauptstrasse. Nun sagt das Navi, dass ich in eine kleine Nebenstraße abbiegen soll. Zwei Rennradfahrer fahren rein. Wenn die mit ihren teuren Rennrädern da lang fahrenkönnen, dann kann ich da auch fahren. Tatsächlich hat die Strasse viele Schlaglöcher und ich kann nur im 2. Gang fahren. Die Strasse ist aber sonst ok und schön. Sie führt durch die umliegenden Berge vorbei an verlassenen Feldern.

    Irgendwann komme ich in Guadix an. Da es sehr früh ist, will ich noch einkaufen gehen und vielleicht etwas essen. Das gestaltet sich allerdings schwierig. Alles ist zu. Ein allgemeiner Feiertag ist nicht. Es muss etwas lokales sein. Zum Glück kann ich früh einchecken und das Hotel hat ein offenes Restaurant. Ich esse das Menü und bekomme als Vorspeise einen Salat, der allein schon satt machen würde.
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  • 520 km zu fahren

    16 maj, Spanien ⋅ ☀️ 6 °C

    Um 6:00 Uhr klingelt der Wecker. Ich muss unbedingt mal den Klingelton ändern. Er nennt sich Alarm und ich habe das Gefühl, dass mancher Zimmernachbar das schon wörtlich genommen hat.

    Ein Blick nach draußen irritiert mich. Es ist dunkel. Ein Blick auf meine Handy App offenbart: 7:00 Uhr Sonnenaufgang. Ich dusche und frühstücke erstmal und dann fahre ich um 7:00 Uhr los. Die Sonne geht genau in der Richtung auf, in die ich fahre. Das ist, als wenn man in eine 200 Watt Lampe sieht, man sieht nichts. Selbst mit runtergeklappten Sonnenvisier ist das zum verrückt werden.

    Die Gegend hier ähnelt sehr Kapadokien in der Türkei. Auch hier haben Menschen Höhlen in den weichen Stein gehauen zum Wohnen.

    Nach einiger Zeit biege ich auf eine kleine Straße ab, die durch Olivenplantagen führt. Die Bäume sind so dicht an die Straße gepflanzt worden, dass ich während der Fahrt hineingreifen könnte.

    Der Sprinter aus der Seitenstraße wird doch anhalten, oder ... Die Hand legt sich schon mal am Bremsgriff. Dann ist es soweit. Er fährt auf meine Straße. Schei... Die Vollbremsung wird diesmal nicht reichen. Der Fahrer sieht mich jetzt aber doch und bleibt nach ca. 1,5 Metern auf meiner Strasse stehen. Mir reicht das, um zu passieren. Ein wenig bin ich mit Schuld. An jeder Kreuzung wird hier die Geschwindigkeit von 90 auf 60 gesenkt, egal wie klein die Kreuzung ist. Da nur ca. eine handvoll Autos pro Stunde auf dieser Straße fährt, hält sich keiner daran. Im Gegenteil, die Leute brettern die Straße mit 120 lang, obwohl nur 90 erlaubt ist.

    Ähnlich wie in Italien sind hier auch einige Orte auf einem Berg oder steil an einem Berg. Irgendwann muss ich an einer ca. 15 % Steigung anfahren. Dafür benötigt man immer etwas höhere Drehzahlen. Die Leute im Restaurant gegenüber gucken erschreckt.

    Es geht weiter den Berg hinauf und auf der anderen Seite in ein wunderschönes Tal. Es ist total grün. Der Guadalquivir scheint hier zu entspringen. Es geht in sanften Kurven talwärts bis zu einem riesigen Stausee.

    Nach dem Verlassen des Tals geht es eine Ebene entlang. Auch hier ist es relativ grün aber mit 15 Grad auch relativ kalt, obwohl wir strahlenden Sonnenschein haben. Ein Blick auf die Höhenanzeige offenbart, dass ich mich zwischen 700 und knapp 1100 Meter Höhe bewege. Evtl. erklärt das die Temperaturen. Auf jeden Fall gibt es hier auch jede Menge grüne Felder so weit das Auge reicht.

    Mohn, Diestelblüten, Butterblumen, ... bilden plötzlich eine Farbenexplosion am Straßenrand. Ich muss erstmal halten und ein paar Fotos machen. Insgesamt habe ich heute das Gefühl, allein unterwegs zu sein. Alle Straßen sind irgendwie leer.

    70km von der Unterkunft entfernt verlockt ein Bach mit grüner Wiese und schattigen Bäumen zur Rast. Eine Familie gesellt sich dazu und die Frau angelt. Kaum ist der Köder im Wasser, da hat sie auch schon einen Fisch an der Angel.

    Meine Unterkunft liegt ca. 3 km abseits der Hauptstrasse. Die Straße geht direkt auf ein altes Dorf auf einem Berg zu. Ihr fühlt schon meine Angst, oder...
    Mein Glück, man hat unter dem Dorf einen Tunneldurchbruch gemacht und alles ist halb so wild. Im nächsten Dorf ist die Strasse eher ein Fußweg zwischen den Häusern.

    Angekommen bei meiner Unterkunft ist gleichzeitig ein Paar mit einem Porsche Panamera da. Die Vermieterin beklagt sich nachher bei mir, dass sie an allem rumgemäkelt haben. Man muss dazu wissen, dass die Unterkunft bei booking.com zu den preiswertesten gehört. Die Zimmer sind gut. Lediglich der Ausblick aus dem Fenster endet schon nach 1,5 Metern an einer Wand.
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