• Katja Schiller
  • Julian B
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SÜDAMERIKA • ROADTRIP

Im Van kreuz & quer durch Südamerika 🌎 Leia mais
  • Baños de Agua Santa

    2–4 de abr. 2024, Equador ⋅ ☁️ 17 °C

    Baños gilt als Outdoor-Hauptstadt Ecuadors. Egal ob Rafting, Canyoning, Mountainbiking, Ziplining, Kayaking, Paragliding, Quading, Hiking... Baños bietet alles, was das Action-Herz begehrt. Die Stadt selbst ist nicht sonderlich schön und momentan sind wir auch nicht in der Stimmung viel Geld für irgendwelche Touren auszugeben oder uncharmante Thermalbäder zu besuchen. Auch das Wetter könnte besser sein... Und daher bleiben wir nicht lange.

    Aber irgendwie müssen wir uns das Schweizer Käse-Fondue, das wir für den Abend geplant haben, ja verdienen und die Tacos sowie die überraschend gute Pizza vom Vorabend wieder loswerden, also laufen wir flink in 1,5h zum Casa del Árbol hinauf. Die knapp 800 Höhenmeter sind knackig, es geht steil bergauf. Wir sind die einzigen "Idioten", die zu Fuß unterwegs sind und verschwitzt oben ankommen. Der Garten um's Baumhaus herum ist prachtvoll angelegt, alles blüht in den unterschiedlichsten Farben. Und aus irgendeinem Grund stehen die Leute in der ganzen Gegend auf Rieseschaukeln und kitschige Skulpturen zum Fotos machen. Leider versperren die Wolken uns wieder einmal die Sicht auf den aktiven Vulkan Tungurahua, der in den letzten Jahren mehrfach ausgebrochen ist. Von den vielen Vulkanen im Vulkanland Ecuador haben wir bisher noch nicht so viel gesehen. Auch nicht entlang der sogenannten "Straße der Vulkane". Schade, denn das kleine Land verfügt über eine extrem hohe Vulkandichte, wovon gut 1/3 aktiv ist.

    Zurück ins Tal nehmen wir für 1$ den öffentlichen Bus. Die Enttäuschung am Abend ist groß, als wir vor verschlossener Tür des Swiss Bistro stehen. Die japanische Alternative hat auch geschlossen. Irgendwie ein klassisch südamerikanisches Ding, dass die Läden zu haben, obwohl online andere Öffnungszeiten stehen. Naja, mit dem Haycha finden wir eine super leckere und kreative ecuadorianische Alternative.
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  • La Ruta de las Cascadas

    4 de abril de 2024, Equador ⋅ 🌧 18 °C

    Von Baños fahren wir entlang der Ruta de las Cascadas nach Puyo. 60 Kilometer, 60 Wasserfälle. Einige sind von der Straße aus zu sehen, nicht aber der Pailón del Diablo - der wahrscheinlich bekannteste Wasserfall in der Gegend. Es regnet schon den ganzen Morgen, aber halb so wild. Auch ohne Regen würden wir nicht trocken bleiben. Bis wir durch die Höhle gekraxelt sind und hinterm Wasserfall stehen, sind wir klatschnass. Gewaltige Wassermassen kommen hier runter.Leia mais

  • Von der Kakaobohne zur Schokolade

    4–5 de abr. 2024, Equador ⋅ ⛅ 25 °C

    Obwohl der meiste Kakao (rund 60% der weltweiten Kakaoproduktion) heute aus Westafrika stammt, liegt der Ursprung der Kakaobohne tief im Amazonas Regenwald. Ecuador ist der drittgrößte Kakaoproduzent. Wir wollen mehr über diese geniale Frucht erfahren und besuchen deshalb in Puyo die Finca und Schokoladenmanufaktur Saquifrancia. In dem kleinen Familienbetrieb werden auf insgesamt 8ha drei verschiedene Kakaobäume angebaut. Und zwischendrin noch ganz viel anderes, wie zum Beispiel Zimt, Zuckerrohr, diverse Zitrusfrüchte, Yucca, Kaffee, Ananas, Papaya, Pera de Agua, Tomatillo, Guanábana, Arazá, Bambus etc. Ein Paradies. Diese Anbauweise, auch Chakra genannt, hat gegenüber einer Monokultur (zu finden in Ecuadors Küstenregionen) viele Vorteile. Die Pflanzen-Gemeinschaft stärkt sich gegenseitig. Es werden keine Pestizide benötigt, wodruch der Anbau höchsten ökologischen Standards entspricht und außerdem sind die Chakras widerstandsfähiger gegenüber klimatischen Veränderungen. Hauptsächlich die indigenen Bevölkerungsgruppen im ecuadorianischen Amazonas nutzen dieses Agroforstsystem.

    Nach einem herzlichen Empfang dürfen wir zu Beginn gleich Schokolade kosten und stellen überrascht fest, dass auch aus Macambo Schokolade hergestellt wird. Anschließend werden wir über das Grundstück geführt, wo wir die ganze Pflanzenvielfalt bewundern können und lernen dann, wie die Kakaobohnen fermentiert, getrocknet, geröstet und weiterverarbeitet werden. Alles passiert hier vor Ort. Einziger Wermutstropfen für Julian: obwohl die Produktion gerade nicht läuft, können wir die Maschinen leider nur von oben anschauen. Zum Abschluss gibt's noch eine Tasse heiße Schokolade. Ganz lecker, aber vor allem der Néctar de Cacao hat es uns angetan. Noch nie davon gehört. Das ist der aus dem Fruchtfleisch gewonnene Saft, pur und natürlich fermentiert. Erinnert ein wenig an Neuen Wein. Ein Stück Zwiebelkuchen dazu wäre fein. Wir bleiben über Nacht. Da es zuvor stark regnete, gibt's gerade weder Strom noch Wasser - nichts außergewöhnliches hier.
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  • Zu Gast bei den Sinchi Warmi

    5–7 de abr. 2024, Equador ⋅ ⛅ 29 °C

    Im Amazonastiefland Ecuadors leben verschiedene indigene Völker, so auch die (amazonischen) Kichwa. Wir verbringen ein paar entspannte Tage bei den Sinchi Warmi aus der Gemeinde San Pedro de Misahuallí. Sinchi Warmi bedeutet soviel wie starke, tapfere Frauen.

    Betty, die Leiterin des Projektes, erzählt uns, dass in vielen Kichwa-Gemeinden die Frauen den Männern noch immer stark untergeordnet sind. Sie selbst hatte vom Machogehabe der Männer irgendwann die Schnauze voll, woraufhin sie den Mut fasste etwas zu verändern. Anfang der 2000er Jahre gründete sie mit 12 anderen Frauen Sinchi Warmi. Die Anfangsjahre waren sehr hart und während dieser Zeit wurden einige der Frauen von ihren Männern verlassen, weil die mit der neu gewonnenen Selbständigkeit der Frauen nicht zurecht kamen. Heute erwirtschaften die Sinchi Warmi durch nachhaltigen Tourismus ihr eigenes Einkommen, wodurch sie wiederum ihre Lebensqualität verbessern können. Gleichzeitig bewahren sie ihre eigene Lebensweise und Kultur im Einklang mit der Natur, teilen ihre Bräuche & Traditionen aber gern mit Außenstehenden. Ein, wie ich finde, sehr tolles und gelungenes Projekt der Entwicklung, Nachhaltigkeit und Gleichstellung. Die Community wächst, mittlerweile wohnen auch Männer und Kinder dort. Dennoch besteht kein Zweifel daran, dass die Frauen hier alles unter Kontrolle haben.

    Ein kleiner Einblick in die Kultur der Kichwa Amazónico:
    https://conaie.org/2014/07/19/kichwa-amazonico/
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  • amaZOOnico

    6 de abril de 2024, Equador ⋅ 🌧 27 °C

    Wann genau der Bus kommt, wissen wir nicht. Auf Gutglück laufen wir vor zur Hauptstraße und schon kurze Zeit später sitzen wir im Bus. Laut Beschreibung muss es der richtige Bus sein, beim Zusteigen wurde unsere Destination auch schon bejaht, doch dann wieder eine Situation, wie wir sie schon oft erlebt haben. Wir nennen dem "Kassierer" (dafür gibt es oft eine extra Person im Bus, damit der Busfahrer sofort weiterballern kann) nochmals unser Ziel. Jetzt kennt er es plötzlich nicht mehr und fragt andere Fahrgäste. Anscheinend kennt keiner unser Ziel. Mit den Straßenkarten am Handy kommen wir auch nicht weiter - ich glaube damit fangen die meisten hier generell nichts an. Step by step gehen wir die Busroute durch und kommen zu dem Ergebnis, dass das eigentlich nicht mit unseren Vorstellungen übereinstimmt. Weil wir aber keinen besseren Plan B haben, bleiben wir einfach sitzen und warten ab was passiert. 45 Minuten später, stehen wir tatsächlich da wo wir hin wollten, am Puerto Barantilla.

    Von dort geht's mit dem Boot weiter über den Río Napo zum Wildtierrettungszentrum amaZOOnico. Es ist Teil des Projektes Selva Viva, welches 1993 von einem Schweizer-Kichwa-Ehepaar zum Schutz des Regenwaldes gegründet wurde. Auch zwei Touristenunterkünfte und eine Schule gehören dazu. In Ecuador ist das Halten und Handeln wilder Tiere verboten. Werden Fälle bekannt, kommen die Tiere anschließend in solche Tierrettungszentren. amaZOOnico ist heute eines der größten Zentren Ecuadors, aktuell leben dort rund 150 Tiere. In den letzten 30 Jahren wurden mehr als 3.500 Wildtiere hierhin gebracht. Fast die Hälfte konnte erfolgreich rehabilitiert und wieder freigelassen werden. Leider ist das nicht bei allen Tieren möglich, weil einige in der freien Natur aufgrund gebrochener Flügel, ausgebrocher Zähne oder fehlendem Jagdinstinkt nicht lange überleben würden. Um diese Tiere kümmern sich festes Personal und freiwillige Helfer aus aller Welt. Gerade als wir die Führung starten wollen, fängt es heftig an zu regnen. Weil sich die meisten Tiere dann eher zurückziehen, stehen unsere Chancen viel zu sehen nicht sehr gut. Doch es kommt anders und wir sichten nahezu alle Tiere und erfahren (soweit bekannt) ihre Geschichten.

    Anschließend geht's auf direktem Weg zurück zur Lodge, denn für heute Nachmittag steht Kochkurs auf dem Programm.
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  • Leckereien aus dem Regenwald

    6 de abril de 2024, Equador ⋅ ☀️ 28 °C

    Die Sinchi Warmi bieten verschiedene Aktivitäten an, wie zum Beispiel Touren in den Dschungel, Schokoladenzeremonien oder diverse Workshops. Was wir Foodies wollen ist klar: lernen wie Maito (ein typisches Gericht) und Chicha (ein traditionelles Getränk) zubereitet werden. Nachdem wir vom Wildtierrettungszentrum zurück sind, gehen wir mit Betty zunächst in den Waldgarten (Chakra) der Gemeinde, um die nötigen Zutaten, wie beispielsweise Maniok, Palmherz und Bijao-Blätter zu ernten. Betty weiß wie sie mit ihrer Machete umzugehen hat. Hier und da schlägt sie uns den Weg frei oder fällt Bäume, schneller als man gucken kann.

    Im Casa de Campo machen wir uns sogleich an die Zubereitung des Chicha und werden währenddessen ordentlich verstochen. Es gibt viele verschiedene Varianten, wir machen Chicha de Yuca. Das Getränk ist fester Bestandteil im Alltag des Kichwa Volkes. Wir schälen, waschen, kochen und zerstampfen die Maniokwurzeln, anschließend wird etwas Wasser untergemischt. Traditionell wird zusätzlich zum Stampfen Maniok gekaut und wieder zurück in den Topf gespuckt. Erfreulich, dass wir das nicht machen, denn schlussendlich trinken wir nicht unser heute angesetztes Chicha, sondern das, welches am Vortag hergestellt wurde. Je länger der Fermentationsprozess, desto höher der Alkoholgehalt - in der Regel zwischen 1-8%. Getrunken wird aus Pilchi (Holzschalen). Es schmeckt vergoren und leicht säuerlich - noch immer irgendwie seltsam, aber nicht ganz so schrecklich wie unser erstes Mais-Chicha in Sucre. Die abgeschlagenen Maniokäste werden übrigens wieder in die Erde gesteckt und in ca. 6 Monaten können neue Wurzeln geerntet werden.

    Zurück in der Lodge machen wir direkt mit dem Abendessen weiter. Der Fisch (Tilapia) und die Palmherzen werden zusammen mit einer Prise Salz, Knoblauchblätter und Koriander in hitzebeständige Bijao-Blätter gewickelt. Das Päckchen kommt für 20 Minuten auf's Feuer und fertig. Dazu gibt's ganz klassisch Maniok, Patacones (Kochbanane) und eine Tasse Guayusa-Tee. Die Kichwa-Indigenen trinken diesen Tee seit jeher, um Klarträume und Visionen hervorzurufen. Traditionell findet die Guayusa Teezeremonie um 4 Uhr morgens statt. Bei diesen Zusammentreffen werden die Träume gemeinsam entschlüsselt und die täglichen Aufgaben geplant. Die älteren Gemeindemitglieder geben dabei ihr Wissen an die jüngeren weiter. Darüberhinaus soll der Tee viele weitere Vorteile haben.

    Im Amazonas, der rund 40% der Fläche Südamerikas einnimmt, wachsen übrigens mehr als 3.000 verschiedene Früchte. Wir kennen und verzehren vielleicht gerade mal 200 davon.
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  • Mindo - Nebelwald

    7–10 de abr. 2024, Equador ⋅ ⛅ 21 °C

    Wir starten bei Zeit, denn morgens ist Schönwetter, nachmittags setzt meist der Regen ein. Mit einem etwas außergewöhnlichen Sessellift, in dem Anschnallpflicht herrscht und gleichzeitig maximal 24 Personen Platz haben, fliegen wir 15min lang über den Nebelwald von Mindo. Klasse Perspektive! Anschließend wird's noch abenteuerlicher, als wir mit der Tarabita in kürzester Zeit weitere 530m über die Baumwipfel gleiten. Auf der anderen Seite angelangt, beginnen wir unsere kurze Wanderung durch den dichten, immergrünen Regenwald, welche uns zu sechs Wasserfällen führt - Santuario de las Cascadas. Alle nicht sonderlich hoch, mitten im Dschungel dafür wunderschön gelegen. Wir baden eine Runde, bevor wir uns schließlich auf den Rückweg machen. Unzählige Schmetterlinge und Kolibris begleiten uns. Und mit ein wenig Geduld gelingt es mir endlich, ein paar zu fotografieren.

    Das überschaubare Dorf Mindo ist schnell erkundet. Wir gehen lecker persisch essen (wo wir das Gefühl haben bei einer iranischen Familie im Wohnzimmer zu sitzen) und machen eine etwas andere Schokoladenverkostung. Von Wein, über Tee bis hin zu Essig ist alles dabei. Auch in Mindo merkt man deutlich, dass die ausländischen Touristen fehlen. Einige Touranbieter haben komplett geschlossen und in den Bars & Restaurants sind nur sehr wenige Tische besetzt.
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  • Latitude 0°00'00''

    10 de abril de 2024, Equador ⋅ ☁️ 21 °C

    Bereits 1736 bestimmten französische Wissenschaftler die genaue Position des Äquators. Dachten sie jedenfalls, denn durch genauere GPS Messungen stellte sich später heraus, dass der wahre Äquator 240m weiter nördlich liegt. Dennoch steht an dieser Stelle heute das Monument "La Mitad del Mundo" und drumherum wurde eine ganze Stadt aus Restaurants und Souvenirläden errichtet. Hier wird ziemlich viel Tamtam um den Äquator gemacht.

    Außerdem besuchen wir das angrenzende Museo Intiñan, welches behauptet, an der echten Äquatorlinie zu liegen. Genau hier bietet das Museum verschiedene Experimente, wo die physikalischen Gegebenheiten am Äquator ausgetestet werden können. Unter anderem balancieren wir blind auf der Linie, versuchen ein Ei auf dem Kopf eines Nagels zu balancieren oder bekommen den Verlust der Muskelkraft sowie den Coriolis-Effekt anhand von abfließendem Wasser demonstriert. Wissenschaftlich umstritten - aber egal, wir haben Spaß. Das Museum ist nett aufgebaut und bietet zusätzlich Einblicke in die Kultur und Geschichte Ecuadors. Übrigens: Sonnenaufgang und Sonnenuntergang weichen in Ecuador das ganze Jahr über nicht wesentlich voneinander ab. Grund dafür ist natürlich die Nähe zum Äquator.

    Wie dem auch sei, an irgendeiner Stelle haben wir den Äquator jedenfalls überquert. Wir befinden uns nun also wieder auf der Nordhalbkugel. Aber genug Äquator, an der riesigen Sonnenuhr Quitsato machen wir deshalb nicht auch noch Halt, die Sonne scheint ohnehin nicht.

    Viel interessanter hingegen, dass sich offenbar schon die indigenen Quitu Völker darüber bewusst waren, in der Mitte der Welt zu leben. Alte Quitu-Sonnenuhren wurden verwendet, lange bevor der Äquator auf westlichen Karten erschien und schon damals markierten sie den Äquator mit einer zeremoniellen Stätte auf dem Berg Catequilla. Hier befinden sich Überreste eines Bauwerks aus der Präinkazeit, das den Äquator genauer markieren soll und bereits vor über 1000 Jahren errichtet wurde.
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  • Otavalo

    11–13 de abr. 2024, Equador ⋅ ⛅ 21 °C

    Am Fuße des Vulkans Cotacachi befindet sich die Laguna Cuicocha. Der Kratersee hat einen Durchmesser von etwa 3km und in ihm liegen zwei Inseln. Von hier können wir heute das erste Mal einen Blick auf einen schneebedeckten Gipfel in Ecuador werfen. Es ist der 5.790m hohe Vulkan Cayambe, der dritthöchste Berg des Landes. Der Südhang des Gletschers ist der einzige Punkt auf dem Äquator mit regelmäßigem Schnee. Bis 2006 war diese Stelle noch dauerhaft vereist, aber auch hier gehen die Gletscher leider zurück.

    In Cotacachi sind wir später eigentlich auf der Suche nach einer deutschen Bäckerei. Am eingetragen Google Standort ist nichts, doch Lou, eine Amerikanerin, kann uns weiterhelfen und bietet uns direkt noch eine Führung durch ihr neues Zuhause "La Casa de Sueños" an. Gerade eben hatte ich noch im Reiseführer davon gelesen und schon stecken wir mittendrin. Das beschauliche Städtchen zieht nämlich immer mehr nordamerikanische Ruheständler an, die sich in Gated Communities niederlassen. Wir gehen durch das hübsche Eingangstor und stehen in einer wunderschönen kleinen Oase. Das Anwesen hat mit den Häusern auf der anderen Seite der Mauer nichts gemein. Fotos sollen wir keine machen. Es ist wahr, in Cotacachi treffen wir überall auf betagte Gringos.

    Am Nachmittag bummeln wir über den bekannten, farbenfrohen Kunsthandwerkermarkt in Otavalo. Ein Labyrinth aus Bergen von Ponchos, Decken, Taschen, Mützen usw. Der Markt gehört zu den ältesten und größten Textilmärkten in den Anden und ist weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt.

    Spannender finden wir jedoch den Tiermarkt. Dort herrscht jeden Samstag ab 6 Uhr reges Treiben. Sowohl Kleintiere wie Kaninchen, Meerschweinchen, Hühner, Enten oder Wellensittiche, als auch große Tiere wie Kühe, Pferde, Schafe, Ziegen und Schweine werden hier gehandelt. Zimperlich wird mit dem Vieh dabei nicht umgegangen. Wir sind weit und breit die einzigen Ausländer und können im Gegensatz zum Textilmarkt ganz ungestört herumschlendern und das laute, farbenfrohe Spektakel auf uns wirken lassen. Die Verkäufer, hauptsächlich Indigene, denken sich wohl schon, dass wir ihnen eher kein Kalb abkaufen werden. Hier ist ganz schön was los. Lauthals werden Preise ausgerufen und überall wird gefeilscht, Kühe werden auf die Ladefläche der Kleinlaster geschoben, Ferkel wehren sich mit ohrenbetäubendem Gequike gegen jegliche Art der Fortbewegung und so manches Tier muss wieder eingefangen werden. In der angrenzenden Markthalle haben einige Tiere bereits in den großen, blubbernden Kochtöpfen ihr Ende gefunden. Eher nicht so unsere Art zu frühstücken. Gegen 8:30 Uhr wird's nach und nach schon wieder etwas ruhiger.
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  • Finca Sommerwind

    12–16 de abr. 2024, Equador ⋅ ⛅ 22 °C

    Reisen ist ein Privileg. Reisen ist Freiheit, Abenteuer, Bildung. Reisen kann aber auch Probleme, Anstrengung und Überforderung bedeuten. Nicht immer ist alles Friede, Freude, Eierkuchen. Wir sind nicht im "Dauerurlaub". Momentan fühlen wir beide einen leichten Anflug von Reisemüdigkeit.

    Die Finca Sommerwind ganz im Norden Ecuadors ist daher genau der richtige Ort, um ein paar Tage Pause einzulegen. Von diesem Campingplatz haben wir schon vor vielen Monaten in Patagonien gehört. Gefühlt alle deutschsprachigen Overlander kommen hier vorbei. Wir treffen auf bekannte Gesichter. Hans, dem deutschen Besitzer, haben wir zu verdanken, dass wir ohne polizeiliches Führungszeugnis überhaupt nach Ecuador einreisen durften. Und die Kirsche auf dem Sahnehäubchen: im Biergarten gibt's eine große Auswahl an deutschen Bieren und auf der Speisekarte stehen jede Menge deutsche Gerichte. Gesprochen wird hauptsächlich deutsch. Wir sind sozusagen auf Heimaturlaub.

    Der Platz ist an der Laguna de Yahuarcocha mit Blick auf die beiden Vulkane Imbabura und Cotacachi schön gelegen. Eigentlich total idyllisch, wären da nicht die nervigen Mosquitos und die benachbarte Rennstrecke. Um den See herum treiben die Leute viel Sport. Überhaupt sind die Ecuadorianer viel aktiver und sportlicher, als wir das in den übrigen Ländern Südamerikas bisher wahrgenommen haben.

    Wir hingegen machen nicht viel und bewegen uns die Tage so wenig wie möglich. Nur unsere Spätzlepresse kramen wir mal wieder hervor, denn die beiden Schweizer Sari & Marco vermissen Kässpätzle so sehr. Für unsere Kochkünste bekommen wir 10/10 Punkte und anschließend lassen wir den Abend mit Reisegeschichten am Lagerfeuer ausklingen.

    Jetzt sind wir erst einmal ein paar Tage ohne Van unterwegs. Vielleicht schaffe ich es nach unserer Rückkehr noch ein paar mehr Fotos zu machen.
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  • Quito

    16–18 de abr. 2024, Equador ⋅ ⛅ 19 °C

    Für $ 3.50 fahren wir mit dem Bus von Ibarra 120km nach Quito. Quito ist UNESCO Kulturerbe und gilt als die höchstgelegene Hauptstadt der Welt (2.850m). Gleich am Nachmittag erkunden wir das nahe gelegene Stadtviertel La Mariscal. Die Dichte an Restaurants, Bars und Clubs ist enorm. Wer feiern will, kann das hier definitiv tun. Vielleicht nur nicht an diesem Abend, wegen Stromausfall. Wir sind zum Glück schon zurück im Hostel als überall das Licht ausgeht, ich glaube es könnte sonst ganz schön spooky auf den Straßen werden. Ecuador steckt momentan in einer Energiekrise. Einer der Gründe für die derzeit regelmäßigen Stromausfälle ist der Rückgang des Wasserspiegels in den Stauseen. Die Wasserpegel liegen teilweise unter dem Minimum (und das Mitten in der Regenzeit), weshalb die Kraftwerke ihre Kapazitäten nicht voll ausschöpfen können. Nun sollen durch geplante Stromabschaltungen auf nationaler Ebene die allgemeine Energieversorgung gewährleistet und das Bewusstsein der Leute für Energieeinsparungen geschärft werden. Unsere Unterkunft, ein selbsternanntes Smart Hostel, funktioniert ohne Strom halt nur noch so mittelmäßig.

    Quito verfügt über das größte, am wenigsten veränderte und am besten erhaltene historische Zentrum Amerikas. Wir drehen eine Runde durch die Altstadt und besteigen die Türme der Basílica del Voto Nacional, inspiriert von der Pariser Kathedrale Notre Dame. Die Wasserspeier in Form von Alligatoren, Gürteltieren, Pumas, Blaufußtölpel, Leguanen, Ameisenbären, Kondoren usw. sind, ebenso wie der Blick von oben, super. Die für den Nachmittag geplante Fahrt mit der TelefériQo auf den 3.945m hohen Berg Cruz Loma sparen wir uns. Grund dafür ist mal wieder das Wetter. Dafür fahren wir mit der nagelneuen Metro.

    Trotz der knapp 2 Mio. Einwohnern kommt uns die Stadt leer vor. Anderen Touristen begegnen wir kaum. Und obwohl Quito in den vergangenen Jahren mehrere Auszeichnung bei den World Travel Awards als "WTA Destination Leading City of South America" erhalten hat, springt der Funke auf uns irgendwie nicht über. Wobei da sicherlich auch drumherum noch viel betrachtet werden muss. Der Smog allerdings ist heftig. Laut einer Studie ist die Luftverschmutzung in der Stadt so hoch, dass die von der WHO tolerieren Schadstoffwerte meist überschritten werden.

    Ach ja, und Dank des PayPal Käuferschutzes haben wir nach ewigem Hin & Her nun auch endlich das Geld für die von der Airline stornierten Flüge von New York nach Lima erstattet bekommen. Hurra!
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  • Galápagos - Isla Santa Cruz

    18 de abril de 2024, Equador ⋅ ⛅ 28 °C

    Die Einreise nach Galapagos unterliegt strengen Vorschriften. Die Registrierung für die Tarjeta de Control de Tránsito habe ich bereits online gemacht. Am Flughafenschalter müssen wir lediglich noch unseren Rückflug nachweisen und die 20$ für die TCT bezahlen, der Rest ist schnell erledigt. Anschließend geht's weiter zu einer zusätzlichen Gepäckkontrolle (Control de la Bioseguridad), woraufhin das Aufgabegepäck versiegelt wird. Gepäck abgeben, normale Sicherheitskontrolle. Der Flug dauert zwei Stunden. Noch vor dem Landeanflug wird auch das Handgepäck desinfiziert, nach der Landung sind die Schuhe dran. Bei der Passkontrolle werden wir um weitere 100$ pro Person Eintrittsgebühr für den Galapagos-Nationalpark erleichtert (wird ab August für Ausländer auf das Doppelte angehoben) und bevor wir unser Gepäck schließlich wieder bekommen, schnüffelt noch ein Suchhund dran rum. Dann ist's geschafft. Bienvenidos a Galápagos. Nun sind es 8 Stunden Zeitunterschied nach Deutschland.

    Wir kommen auf der Isla Baltra an. Außer einem Militärstützpunkt gibt's hier nichts, also geht's direkt weiter zur Insel Santa Cruz. Wir wohnen in Puerto Ayora, dem größten und bedeutendsten Ort des Galápagos Archipels. Seit die UNESCO 1957 einen Naturschutzplan für die Inseln entwarf, hat sich die Einwohnerzahl von Puerto Ayora verfünfhundertfacht. Wobei das überschaubare Städtchen noch immer schnell zu Fuß erkundet ist. Insgesamt leben auf den vier bewohnten Inseln etwa 35.000 Menschen.

    Schon der erste Eindruck ist überwältigend. Tiefenentspannte Robben liegen auf und unter den Bänken in Puerto Ayora, Babyhaie und Rochenschwärme schwimmen im Hafenbecken umher und an der Wasserfront muss man aufpassen, nicht über die im Weg herum liegenden Iguanas zu stolpern. Pelikane und Blaufußtölpel stürzen sich zum Beutefang ins Wasser und die leuchtend roten Klippenkabben chillen en masse auf den Felsen. Die Tiere scheinen überhaupt keine Angst vor Menschen zu haben. Auf den Inseln sind zwar wieder mehr Gringos unterwegs als auf dem ecuadorianischen Festland, aber auch hier klagen die Inselbewohner über die fehlenden Touristen. In diesem Fall jedoch ist das super für uns.

    Um ein bisschen zu sparen, haben wir ausschließlich Unterkünfte mit Küche gebucht. Doch auf Santa Cruz wohnen wir abseits der touristischen Viertel. Hier geht's ruhiger zu, wir bekommen was vom alltäglichen Leben der Galapageños mit und es gibt rundherum viele Restaurants, in denen man für 5$ ein ganzes Mittagsmenü inklusive Suppe, Hauptspeise und Getränk bekommt. Es ist also kein Problem auch hier günstig Essen zu gehen. Wer natürlich an der Wasserfront Pizza, Burger oder Meeresfrüchte essen mag, bezahlt europäische Preise.
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  • Las Grietas

    19 de abril de 2024, Equador ⋅ ⛅ 27 °C

    Las Grietas kann mittlerweile, wie so vieles hier, nur noch mit Guide besucht werden. Wir entscheiden uns für die Halbtagestour, die uns außerdem zur Laguna del Amor, zur Grieta de las Tintoreras und zum Playa de Los Perros bringt. Wir schnorcheln im glasklaren Brackwasser zwischen den Lavaspalten und später im offenen Meer.

    Die Inselgruppe der Galapagos besteht aus 14 Hauptinseln und unzähligen kleinen Inselchen, die alle vulkanischen Ursprungs sind und zwei Schutzgebiete umfassen. Nämlich den Parque Nacional Galápagos, welcher Ecuadors erster Nationalpark ist und 97% der Inselfläche abdeckt sowie das Meeresschutzgebiet. Die einmalige Flora und Fauna der Inseln gehören zum Weltnaturerbe der UNESCO.

    Am Nachmittag relaxen wir, umgeben von Mangroven, am Playa de los Alemanes. Zumindest solange, bis Julian mir beichtet, dass er die GoPro irgendwo im Wasser verloren hat. Und das schon an Tag 2, bevor wir überhaupt so richtig die Chance hatten ein Lebewesen unter Wasser zu fotografieren, eins a. Zwei Teenager helfen uns bei der Suche und zum Glück werden sie fündig. Sie bekommen einen Finderlohn von uns und die GoPro bekommt von jetzt an den Floaty übergezogen.

    Ab heute gilt in Ecuador erneut für 60 Tage der Ausnahmezustand. Grund dafür sei die Notsituation im Energiesektor sowie die angespannte Sicherheitslage im Land. Davon bekommen wir im Inselparadies nichts mit.
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  • Riesenschildkröten

    20 de abril de 2024, Equador ⋅ ⛅ 27 °C

    45$ für's Taxi von Puerto Ayora zur Rancho El Chato und zurück oder 1$ für den öffentlichen Bus nach Santa Rosa und die restlichen 4km laufen. Das entspricht schon eher unserem Budget. Auf dem Weg zum Reservat sehen wir auch schon die ersten Galapagos-Riesenschildkröten. Die leben hier in freier Wildbahn. Das Reservat wurde dort zu deren Schutz sowie zu Forschungs- und Informationszwecken errichtet. Insgesamt leben noch 12 verschiedene Arten von Riesenschildkröten auf den Galapagosinseln. Vier gelten bereits als ausgestorben.

    Ein Guide führt uns über das Gelände und durch verschiedene Lava Tunnel. Die unterirdischen Tunnel sind entstanden, als sich die äußere Haut eines Lavastromes verfestigte, die Lava darunter aber weiter floss. Außerdem erzählt er uns einiges über die auf der Insel Santa Cruz endemischen Riesenschildkröten Chelonoidis porteri. Etwa 3.400 Individuen, deren Lebenserwartung weit über 100 Jahre beträgt, leben hier. Nachdem wir uns eine kostenlose Mitfahrgelegenheit zurück in die Stadt organisiert haben, gehen wir am Nachmittag in's Charles Darwin Forschungszentrum. Dort befassen sich über 200 Wissenschaftler und Freiwillige mit Forschung und Naturschutz. Neben dem kostenlosen Museum besuchen wir außerdem die Schildkröten-Aufzuchtstation (wo die Riesenschildkröten noch ganz klein sind) und den einbalsamierten Lonesome George. Mit ihm ist im Jahr 2012 die Unterart C. abingdonii ausgestorben.

    Die restlichen Nachmittagsstunden verbringen wir am nahegelegenen Playa de la Estación. Zwischen all den Menschen sonnen sich auch ein paar Robben, die sich vom Trubel drumherum überhaupt nicht stören lassen. Um spätestens 18 Uhr wird der Strand, wie alle anderen Strände auf der Insel auch, geschlossen.
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  • Bahía Tortuga

    21 de abril de 2024, Equador ⋅ ☀️ 28 °C

    Auf das Wassertaxi verzichten wir und laufen die 3,5km zur Bahía Tortuga. Der Ort verdankt seinen Namen den vielen Wasserschildkröten, die hier am Strand ihre Eier ablegen. Auch zahlreiche Meeresleguane tummeln sich am Strand und im Wasser. Absolut paradiesisch. Weil Schwimmen und Schnorcheln jedoch verboten ist, gehen wir noch ein Stück weiter zum Playa Mansa.

    Schon im kniehohen Wasser schwimmen nicht nur sämtliche Fische, sondern auch kleine Riff- und Hammerhaie um uns herum. Irgendwo schnappe ich auf, dass weiter draußen größere Haie sind und da diese traumhafte Bucht ohnehin zum kajaken einlädt, nichts wie los. Es dauert nicht lang, bis die erste, schätzungsweise 1m lange Schildkröte ganz gemütlich an uns vorbei schwimmt. Auch die vielen Rochen lassen nicht lange auf sich warten und die Haie sind ebenfalls da, wobei die wesentlich schreckhafter sind als die anderen Tiere. Wir sind nie lange allein, überall gibt's irgendwas zu sehen. Erstklassig, das übersteigt unsere Erwartungen. Wie gut, dass wir immer die Schnorchelausrüstung dabei haben. Um ehrlich zu sein, ist die Sicht unter Wasser jedoch weniger gut als wir uns das im Voraus vorgestellt hatten.

    Gegen 16:30 Uhr müssen wir uns auf den Rückweg machen, denn auch dieser Strand wird am Abend geschlossen. Auf dem "Night Street Market" essen wir zu Abend, nur mit dem Santa Cruz Abschlussbier in der Santa Cruz Brewery wird's heute nichts mehr, da an diesem Wochenende Alkoholverbot herrscht. Das Ley Seca schreibt vor, dass 36h vor bis 12h nach einer Wahl bzw. Referendum Alkohol weder konsumiert noch verkauft werden darf. Allerdings wird das nicht in allen touristischen Bars gleich streng gehandhabt.
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  • Galápagos - Isla Isabela

    22 de abril de 2024, Equador ⋅ ☀️ 27 °C

    Mit dem Taxiboot werden wir zum Schnellboot gebracht. Damit geht's zur nächsten Insel, doch zuvor wird das Gepäck gescannt, denn nicht alle Früchte sind erlaubt. Kurz vor 7 Uhr legen wir ab, zwei Stunden später sind wir auf der Isla Isabela, der mit 4588km² größten Insel des Archipels. Puerto Villamil dagegen ist ein verschlafenes Dorf mit sandigen Straßen, weißen von Palmen gesäumten Stränden und chilligem Vibe. Mögen wir. Der Großteil der seepferdchenförmigen Insel ist nicht zugänglich.

    In der prallen Mittagshitze spazieren wir am Malecón entlang und erkunden das entspannte Örtchen. Dafür ist es aber viel zu heiß und die Läden haben über den Mittag ohnehin fast alle geschlossen. Wir gehen lieber schnorcheln in der Bucht Concha Perla. Inmitten von Mangroven ist's angenehm kühl. Unser Badezeug gehört seit Tag 1 auf den Galapagosinseln zur Standardausrüstung. Man weiß ja nie...
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  • Radtour: Muro de las Lágrimas

    23 de abril de 2024, Equador ⋅ ☀️ 28 °C

    Wir leihen uns zwei fast schrottreife Räder für den ganzen Tag und fahren zur Muro de las Lágrimas. Es sind one way zwar nur 6km, bei der Hitze haben es die allerdings ganz schön in sich. Die Mauer wurde in den 1950er Jahren von einer ehemaligen Strafkolonie errichtet. Weiter darf man nicht, hier ist bzw. war Jagdgebiet. Grund dafür waren zehntausende eingeschleppte verwilderte Ziegen, Esel und andere Tiere, welche das gesamte Ökosystem in der Vergangenheit immens bedrohten.

    Vom Aussichtspunkt haben wir einen tollen Blick sowohl über das grüne Landesinnere als auch auf die Südküste der Insel. Auf dem Rückweg erspähen wir im Gebüsch eine Riesenschildkröte, ein Stück weiter noch eine. Danach brauchen wir dringend eine erfrischende Abkühlung. Den restlichen Weg zur Rangerstation schiebe ich mein Rad, denn es ist das passiert, wovor wir anfangs gewarnt wurden: ein fieser Dorn hat sich in einen (nun platten) Reifen gebohrt. Dort werde ich mit einem dieser lustigen bunten Trucks abgeholt, bekomme ein neues Rad und weiter geht's. Am Abend schnorcheln wir nochmal eine Runde.
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  • Schnorcheltrip: Los Túneles

    24 de abril de 2024, Equador ⋅ ⛅ 28 °C

    Galápagos-Pinguine, Weissspitzen-Riffhaie, Adlerrochen, Seepferdchen, ettliche Grüne Meeresschildkröten, Seelöwen, rote und grüne Lobster, winzige Garnelen, Pelikane, verschiedene Tölpelarten und unzählige bunte Fische... Das alles und noch mehr sehen und erleben wir hautnah auf unserem heutigen Schnorcheltrip. 100$ pro Nase ist nicht gerade günstig, aber wir würden es wieder tun. Was für ein fantastischer Tag. Die Pinguine gehören zu den kleinsten der Welt und das Pazifische Seepferdchen hingegen ist mit schätzungsweise 25cm riesig.

    Um 11 Uhr werden wir im Hostel abgeholt und nach 45 Minuten erreichen wir unseren ersten Stop, El Finado, wo wir in einer Bucht umgeben von Mangroven schnorcheln. Das Wasser ist ruhig, nicht sehr tief und (solange nicht gerade irgendjemand unkontrolliert mit den Flossen um sich schlägt) relativ klar. Nach etwa einer Stunde geht's weiter zu Los Túneles/ Cabo Rosa. Hier hat Mutter Natur mal wieder ganze Arbeit geleistet. Die Landschaft ist geprägt von bizarren Formationen, welche durch frühere Lavaströme entstanden sind. So hat sich eine Vielzahl an Tunnel unter und über Wasser gebildet. Auch hier Schnorcheln wir eine Runde.

    Und auf dem Weg dorthin legen wir auf offener See kurzerhand sogar noch einen weiteren, ungeplanten Stop ein. Weil: vom Boot aus haben wir mehrere riesige Mantarochen gesichtet. Eine Flossenspannweite von bis zu 7m können diese majestätischen Wesen erreichen. Rasch ins Wasser und so schnell es geht hinterher, die haben nämlich eine ordentliche Geschwindigkeit drauf. Gemütliches Schnorcheln ist das nicht. Den 3-4m langen Hai, der auch irgendwo da draußen herum schwimmt, sieht zum Glück nur der Guide.

    Bei Los Túneles gibt's ein spätes Mittagessen und anschließend erkunden wir die Gegend ein kleines Stück zu Fuß. Die "Zugabe" des heutigen Tages sind ein trächtiges Seelöwen-Weibchen, das uns für kurze Zeit begleitet und ein Blaufußtölpel-Paar, das uns seinen Balztanz aufführt.
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  • Ein ganz normaler Strandtag in Galápagos

    25 de abril de 2024, Equador ⋅ ⛅ 28 °C

    Heute ist chillen angesagt. Wir entscheiden uns gegen eine weitere, kostspielige Tour ins Hochland zu den Vulkanen und genießen anstatt dessen die Sonne. Wir sind nämlich hauptsächlich wegen der Unterwasserwelt nach Galápagos gereist. Den Strand teilen wir uns mit Seelöwen und Iguanas. Ab und zu schnappen wir uns Schnorchel & Taucherbrille und schauen was unter Wasser so los ist - wie immer und überall eine ganze Menge. Ich schätze wir sehen am Tag mehr Tiere als Menschen.Leia mais

  • Galápagos - Isla San Cristóbal

    26 de abril de 2024, Equador ⋅ ⛅ 27 °C

    Von der Isla Isabela geht's für uns weiter zur Isla San Cristóbal. Dazu müssen wir wieder über Santa Cruz, eine direkte Verbindung gibt es nicht. Bei Sonnenaufgang geht's los. Auf Santa Cruz schauen wir uns das Tierspektakel am Fischmarkt an und vertreiben uns die Wartezeit am Strand. Zum Abschluss noch ein lokal gebrautes, preisgekröntes Craftbeer und dazu leckeres Pad Thai im The Rock.

    Am Nachmittag geht's weiter. Wir ergattern uns wieder die besten Plätze auf dem Schiff, nämlich ganz hinten. Dort befinden sich die einzigen offenen Fenster und es weht ein angenehmes Lüftchen. Und das i-Tüpfelchen: wir sitzen auf der Poleposition, um die Delfine zu beobachten, wie sie uns ein Stück weit begleiten, im Kielwasser herumtollen und immer wieder aus dem Wasser springen. Es sind bestimmt um die 20-30 Delfine. Und wie groß sie sind. Wow! Kurz vor Sonnenuntergang erreichen wir San Cristóbal.
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  • Puerto Baquerizo Moreno

    27 de abril de 2024, Equador ⋅ ⛅ 27 °C

    Puerto Baquerizo Moreno ist die Hauptstadt der Provinz Galápagos. Die Stadt ist bei weitem nicht so groß wie Puerto Ayora, aber es ist wieder deutlich mehr los als in Puerto Villamil. Alle drei Orte sind total entspannt und es tut gut, mal wieder völlig bedenkenlos überall herumspazieren zu können. Die Locals sind super freundlich.

    Wir besuchen das kostenfreie Centro de Interpretaciones. Hier erfahren wir eine Menge über die Entstehung & die Geschichte der Galapagosinseln, über die Tierwelt und die unterschiedliche Vegetation sowie über die Herausforderungen mit denen die Inselbewohner und die Umwelt hier zu kämpfen haben.

    Anschließend bräunen wir uns am gegenüberliegenden Playa Mann. Mehr ist heute nicht drin und es gibt schon wieder (fast) "nur" Tierbilder. Wir freuen und noch immer über jedes Tier wie am ersten Tag. Zum ersten Mal bekommen wir die Regenzeit auf Galápagos zu spüren, für 30 Minuten regnet es kurz und heftig.
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  • Der berühmte Kicker Rock

    28 de abril de 2024, Equador ⋅ ☀️ 28 °C

    Kicker Rock (Roca León Dormido) ist in aller Munde. Aber Schnorcheln im offenen Meer ist nicht so mein Ding und 200$ für zwei Tauchgänge, wo wir doch schon sooo viele tolle Erlebnisse und Tierbegegnungen hatten... Ich bin hin & her gerissen. Dabei war ich mir anfangs so sicher, dass ich dort unbedingt tauchen will, jetzt habe ich irgendwie "Angst" davor. Einige erzählen uns es war "incredible", doch online lese ich oft, dass "nur" Schildkröten, Seelöwen und Fische zu sehen waren. Mmmh, scheint als bin ich nach 10 Tagen Galápagos ziemlich verwöhnt und wählerisch. Die Wahrscheinlichkeit große Hammerhaie zu sehen ist jedoch hoch und auch die Chance auf Galápagoshaie sowie andere Haiarten oder Walhaie besteht theoretisch. Das wäre natürlich unbezahlbar. Und obwohl ich Dinge eher mache, bei denen ich mir denke, ich würde es später bereuen sie nicht zu tun, fühle ich es im Moment einfach nicht. Die Entscheidung wird mir abgenommen, denn es gibt ohnehin nur noch einen freien Platz auf dem Boot. Julian fährt und entscheidet sich für's Schnorcheln, denn Tauchen ohne Lizenz geht hier nicht.

    Kurz bevor es am nächsten Morgen um 7 Uhr los geht, bekomme ich noch einmal die Gelegenheit, jemand ist abgesprungen. Doch ich bleibe dabei und mache mir einen gemütlichen Tag am Playa La Lobería. Julian wünsche ich dennoch, dass ich diese Entscheidung später tatsächlich bereuen würde.

    Die Fahrt mit dem Katamaran ist toll und der Kicker Rock wirklich beeindruckend. 114m ragt der Fels nahezu senkrecht aus dem Wasser empor. Es sind zwei Schnorchelrunden à 45 Minuten. Bunte Korallen und Fische, Adlerrochen und Meeresschildkröten gibt's zu sehen. Mehr leider nicht. Jammerschade! Aber so ist das eben in freier Natur. Das Mittagessen ist super lecker, auf dem Katamaran gibt's Snacks, Getränke und zum Abschluss sogar noch ein Gläschen Sekt. Trotz allem ist die Stimmung an Board getrübt. Da hilft auch das Stündchen am Bilderbuchstrand nicht. Jammern auf allerhöchstem Niveau. Die Erwartungen (und der Preis) waren einfach zu hoch. Am Abend treffen wir uns mit Robin auf ein Abschlussbier, denn sein dreimonatiger Südamerika-Aufenthalt geht hiermit zu Ende.
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  • Letzter Tag im Paradies: Bahía Tijeretas

    29–30 de abr. 2024, Equador ⋅ ⛅ 27 °C

    Unseren letzten vollen Tag auf Galápagos verbringen wir an der Bahía Tijeretas. Hier, so haben wir gelesen, ist es kaum möglich, ohne umringt von Seelöwen zu schwimmen. Und es stimmt, überall tollen sie herum, flitzen durch's Wasser, machen seltsame Verrenkungen oder spielen sowohl mit uns als auch mit ihren Artgenossen. Einmal nicht aufgepasst und ein Seelöwe stibitzt den Schnorchel eines anderen Touristen. Gut, dass ein Guide da ist. Es scheint, als hätte er Erfahrung damit und bringt den Schnorchel in kurzer Zeit zurück. Ein schöner letzter Tag.

    Zum Abschluss gönnen wir uns einen Galápagos Lobster im The Pier, direkt am Wasser und in bester Gesellschaft von ein paar Seelöwen. Wir blicken auf wunderbare, unvergessliche zwei Wochen zurück. Die Zeit auf den Galápagosinseln gehört auf jeden Fall mit zu den Highlights dieser Reise. Vor zwei Wochen noch dachte ich, Galápagos ist so ein Once in a Lifetime Ding. Jetzt denke ich: nicht ganz ausgeschlossen, irgendwann wieder zu kommen, weil einfach paradiesisch und eine Galápagos-Tauchsafari klingt sehr verlockend. Zum ersten Mal in unserem Leben laufen wir am nächsten Morgen zum nahegelegenen Flughafen auf San Cristóbal.
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  • Die letzten Tage in Ecuador

    30 de abr.–3 de mai. 2024, Equador ⋅ ☁️ 18 °C

    Mit Avianca fliegen wir, mit kurzer Zwischenlandung in Guayaquil, zurück nach Quito. Dort verbringen wir eine Nacht und schlendern durch La Floresta, ein schönes Viertel mit netten Bars und Cafés. Mehr Zeit wollen wir in Quito aber nicht mehr verbringen.

    Auch den Cotopaxi, den mit 5.897m zweithöchsten Berg Ecuadors und einer der höchsten aktiven Vulkane der Erde, lassen wir schweren Herzens aus. Das Wetter spielt einfach nicht mit, es ist grau und die Wolken hängen tief. Auf noch so ein "Chimborazo-Erlebnis" verzichten wir lieber.

    Also machen wir uns direkt am darauffolgenden Tag wieder auf den Weg nach Ibarra, zur Finca Sommerwind. Schön, wieder zuhause zu sein, in unseren kleinen aber feinen, rollenden 6m². Wir bleiben nochmal zwei Nächte, machen alles startklar und jetzt geht's weiter nach Kolumbien. Doch davor starten wir wieder einmal die DPF Regeneration manuell, denn neuerdings macht Berry das gar nicht mehr von selbst. Wenn es soweit ist, ruckelt und raucht er, dann bricht die Regeneration ab. Wahrscheinlich ist nur ein Sensor defekt. Da die große Mehrheit der Fahrzeuge in Südamerika jedoch keinen Dieselpartikelfilter haben, machen wir uns hier erst gar nicht mehr auf die Suche nach dem richtigen Ersatzteil. Die professionelle Diagnose-Software hat sich für uns definitiv schon gelohnt! Beinahe vergessen wir unsere Spätzlepresse, die während unserer Abwesenheit bereits in die Restaurant-Küche eingezogen ist. Zum Glück denkt Pénélope dran!
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  • Angekommen in Kolumbien

    3–4 de mai. 2024, Colômbia ⋅ ☁️ 18 °C

    Das war er, der vorerst letzte Grenzübergang in Südamerika. Es ist nicht viel los und eigentlich geht alles recht zügig, doch schlussendlich dauert es trotzdem mehr als zwei Stunden. Die Azubine der kolumbianischen Aduana will uns beim Ausfüllen des Einreiseformulars behilflich sein, aber irgendwas geht in der Schnelle schief und das zu beheben dauert wesentlich länger als wir zum Ausfüllen gebraucht hätten. Und wie wir später erfahren, fehlt uns jetzt auch noch ein Papier, welches wir hoffentlich online abrufen können, da wir es zwingend für die Verschiffung benötigen. Hier interessiert man sich überhaupt nicht für Berry, die haben das Auto noch nicht mal gesehen. Ein Bild der Fahrgestellnummer reicht aus - das gab's noch nie. Und Lebensmittel sind auch vollkommen egal.

    Kolumbien empfängt uns mit Regen, dafür sind die Menschen umso herzlicher. Das bekommen wir gleich in Ipiales zu spüren, als wir irgendwo im (für uns nicht ersichtlichen) Parkverbot stehen während wir die üblichen Dinge erledigen, die nach Ankunft in einem neuen Land eben so anstehen: SIM-Karte besorgen, Geld abheben, SOAT Versicherung abschließen, Einkaufen... Beim Bäcker werden wir darauf angesprochen, dass unser Auto (falls uns das große Rote gehört) gerade von der Verkehrspolizei beäugt und wahrscheinlich bald abgeschleppt wird. Wir sollen uns besser beeilen. Die Polizisten freuen sich, als wir um die Ecke gesprungen kommen, begrüßen uns mit breitem Grinsen & Handschlag, informieren uns darüber, dass wir da nicht parken dürfen und wünschen uns eine gute Weiterreise. Glück gehabt! Gut, dass wir eh schon alles erledigt haben, also schnell raus aus der Stadt. Die obligatorische Versicherung gilt erst ab Mitternacht und deshalb fahren wir heute nur noch wenige Kilometer bis Las Lajas.

    Das Santuario de Nuestra Señora de las Lajas ist eine römisch-katholische Pilgerstätte und seit dem 18. Jahrhundert ein beliebtes Wallfahrtsziel. Auch wir fahren mit dem Teleférico rüber und besuchen diese spektakulär gelegene, schöne kleine Kirche.
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