• Michael-wandert
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Auf Linnaeus-Pfaden in Uppsala

Woher nur kennt man Uppsala? Vermutlich nicht vom Botaniker Linné. Read more
  • Trip start
    July 14, 2026

    Statt Hemavan nach Uppsala

    July 11 in Germany ⋅ 🌬 21 °C

    Eigentlich wollte ich noch einmal ins Fjäll, dorthin, wo der Nördliche Kungsleden beginnt, ein bekannter und viel begangener Fernwanderweg hoch nach Abisko. Wollte von der STF-Station Hemavan Fjällcenter aus sternförmig Touren auf die nahen Berge machen.
    Flug und Übernachtung waren seit Monaten gebucht. Doch PopulAir, die lokale Fluggesellschaft, die mich von Stockholm nach Hemavan und zurück bringen sollte, verlegte den Flug. Statt Dienstag sollte ich Freitag fliegen. Vermutlich wegen fehlender Auslastung - es ist ja noch Vorsaison. Doch das bringt meine ganze Planung durcheinander. Ich musste den Flug stornieren, denn Zug und Bus sind keine Option; es wäre ab Stockholm eine zweitägige Anreise und zurück ebenfalls. Zu viel Aufwand für eine Woche in Hemavan, fand ich. Schweren Herzens stornierte ich den Flug und die Unterkunft in Hemavan. Erstattet bekomme ich vermutlich nichts. That‘s life. Ich nahm es als ein Zeichen, dass ich auf diese Weise nicht in Hemavan wandern soll.
    Ich plante also um: den Flug nach Stockholm ließ ich bestehen. So habe ich jetzt in der Metropolregion Stockholm, Magnet für zahlreiche Touristen, eine Woche Zeit für Erkundungen. Da der Airport Arlanda genau zwischen Stockholm und Uppsala liegt, wählte ich Uppsala als Standort. Dort gibt es einiges zu entdecken, wie meine Recherchen ergaben.
    Der Gram über die Stornierungen ist mittlerweile verflogen und ich finde es jetzt sogar richtig gut, stadtnah zu wandern, denn Spannendes erwartet mich in Uppsala offenbar.
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  • Linnés Herbationes

    July 12 in Germany ⋅ ⛅ 17 °C

    Carl von Linné (auch Linnaeus genannt) war ein schwedischer Naturkundler des 18ten Jahrhunderts, der sich in Uppsala als Professor sehr verdient gemacht hat. Die Stadt verehrt ihn auch heute noch sehr.
    Linnaeus baute ein System aus acht "Ausflügen", lehrreiche Naturwanderungen rund um Uppsala auf und nannte sie „Herbationes Upsalienses“, was botanische Spaziergänge bedeutet. Sieben der Ausflüge begannen an der Stadtgrenze und eine achte startete im Dorf Jumkil. Die Ausflüge stellten jeweils die letzte Vorlesung des Frühjahrssemesters dar.
    Auf der Site https://linnestigarna.se/en/ werden diese ausführlich beschrieben. Davon inspiriert, ist mein Plan für Uppsala, diese Ausflüge nachzuvollziehen.

    —————
    Linnaeus Manuskript „Praeludia Sponsaliorum Plantarum“, legte das Fundament für seine zukünftige Forschungsarbeit (Dezember 1729).
    Die Zusammenfassung seines Erstlingswerks
    „Die Blütenblätter tragen nichts zur Zeugung bei, sondern dienen nur als Brautbett, das der große Schöpfer so großartig vorbereitet hat. Es ist geschmückt mit kostbaren Bettvorhängen und mit vielen süßen Düften parfümiert, damit Bräutigam und Braut ihre Hochzeit mit größter Festlichkeit begehen können. Wenn das Bett so vorbereitet ist, dann ist die Zeit für den Bräutigam gekommen seine geliebte Braut zu umarmen und sich ihr hinzugeben.“
    erregte seinerzeit verständlicherweise die Gemüter seiner prüden Mitmenschen. Schlagartig war er Gesprächsstoff in ganz Uppsala und bald auch darüber hinaus.
    aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Praeludia_Sponsal…
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  • Arlanda Airport

    July 14 in Sweden ⋅ ☀️ 26 °C

    Eine Bilderbuchreise hat mich nach Arlanda Airport in Schweden befördert. Von hier sollte es morgen per Flugzeug weiter gehen nach Hemavan. Doch daraus wird ja nichts. Da ich das Zimmer am Flughafen nicht mehr stornieren konnte, bleibe ich heute hier. Das ist auch gar nicht schlimm, denn der Flughafen ist zwar der Größte in Schweden, aber doch ganz gemütlich. Mein Hotel liegt direkt am Rollfeld, dazwischen nur Sky City, die Abflughalle zwischen Terminal 4 und 5 mit Geschäften und Restaurant, darüber thront das Sky Horizon, dort sitze ich gerade bei einem sündhaft teuren IPA und schaue der Sonne beim täglichen Vergehen zu. Ein schöner Moment und Auftakt.
    Zuvor habe ich noch den Flugplatz erkundet und eine Runde um den See Halmsjön gemacht. Auf der dem Flugplatz gegenüberliegenden Seite kann man diesen fast vergessen. Der Halmsjön hilft übrigens im Sommer bei der Kühlung und sorgt im Winter für Wärme. Da ist der Flughafen sehr fortschrittlich. Blockkraftwerke mit Biokraftstoffen unterstützen das.
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  • anlände till Uppsala

    July 15 in Sweden ⋅ ☁️ 25 °C

    Vom Flughafen Arlanda will ich mit dem Bus nach Uppsala fahren. Doch meine <UL> App streikt. Dabei hatte ich extra schon ein Profil bereits zu Hause angelegt und auch die Kreditkarte hinterlegt. Well prepared - dachte ich jedenfalls. Doch der Bezahlvorgang streikt am Flughafen - und ein Automat ist weit und breit nicht zu entdecken. Nun denn; es gibt ja Alternativen. So bringt mich also die Bahn nach Uppsala - für den doppelten Preis (197 SEK), dafür überaus komfortabel in nur 18 Minuten. Mein Hotel liegt gleich am Bahnhof, ich kann sogar schon einchecken und meine Sachen auf‘s upgegradete Zimmer bringen. Besser geht‘s nicht.
    So - angekommen!
    Eigentlich wäre gleich mein gecancelter Weiterflug nach Hemavan. Stattdessen nehme ich mir jetzt den ersten von acht Linnéstigar vor: den „Gottsundavandringen“
    (https://linnestigarna.se/gottsundavandringen/). Er ist nur zehn Kilometer lang und an einem Nachmittag gut zu schaffen. Allerdings muss ich für den Hin- und Rückweg den Bus nehmen. Und da brauche ich die <UL> App schon wieder. Oder ich finde einen Automaten. Die muss es ja noch geben in Schweden.
    Ich bin schon sehr gespannt und werde natürlich berichten.
    Los geht’s.
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  • Linnéstig Gottsundavandringen

    July 15 in Sweden ⋅ ☁️ 27 °C

    Für die erste Wanderung auf Linnés Spuren (fotspår) wähle ich aus praktischen Gründen die Kürzeste der acht Exkursionen aus. Denn es wird schon Nachmittag und die Temperaturen nähern sich der 30 Grad Marke. Da kommt mir der Spaziergang nach Gottsunda gerade recht. Spontan drehe ich die Tour noch um, um den UL Bus zu testen. Statt aus der Stadt hinaus geht es nun vom See Ekoln stadteinwärts. Die störrische App, die am Flughafen nicht funktionieren wollte, ist neu installiert und eingerichtet und hat das benötigte Wochenticket nun anstandslos ausgespuckt.
    In 40 Minuten tuckert der batteriebetriebene Bus zum Ausgangsort am See Ekoln. Es ist heiß. Während ich am Seeufer entlang spaziere, komme ich an vielen Badestellen und -brücken vorbei, sämtlich gut besucht von Erfrischung suchenden Schweden. Ein solches Wetter wie momentan ist hier sicher eine Seltenheit.
    Ich bin froh, im Schatten zu wandern, und davon gibt es glücklicherweise viel auf dieser Route. Sowieso ist die gesamte Strecke außergewöhnlich schön; die Streckenplaner haben sich viel Mühe gegeben. Die Markierung ist durchgehend lobenswert, es gibt Stege, an steilen Stellen Geländer, viele Brücken und Bänke. Die Wege sind bestens präpariert und gepflegt. Minuspunkte gibt es keine.
    Selbstverständlich ist es nicht mehr genau der Weg, den Lillé mit seinen Studenten jedes Jahr im Frühjahr genommen hat; hier und da steht heutzutage eine Siedlung im Weg. Auch spazierte die damalige Gemeinschaft vor den Toren der Stadt, während man heute lediglich in der Illusion einer grünen Landschaft, die einen umgibt, wandert. Es sind ja nur schmale Grünstreifen - und doch ist es erstaunlich still und auch einsam auf den Wegen. Mir gefällt es und der Weg bekommt von mir 5 von 5 Sternen. Ich kann gar nicht sagen, was mir am Besten gefällt. War‘s der See Elkon mit seinen Badestellen, die Pedikstolenberge, der Urwald mit seinem Holzpfad im Hägadålen Naturpark, das Wandern am Fluss Hågaån, die kleine, alte Siedlung Norby oder der urwüchsige Stadsskogen mit seinen vielen, gut gepflegten Wegen? Ich kann mich nicht entscheiden, alles ist schön. Einzig auf die Botanik habe ich nicht so sehr geachtet wie die damaligen Studenten von Professor Linnaeus.

    Der Weg überrascht mit seiner Vielfalt.
    Da freue ich mich morgen schon auf den nächsten Linnévegen.

    https://linnestigarna.se/gottsundavandringen/
    https://uploads.naturkartan-cdn.se/uploads/site…

    Komoot: https://www.komoot.com/de-DE/tour/3113043236?re…
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  • Linnéstig Ultunavandringen

    July 16 in Sweden ⋅ ☀️ 26 °C

    Für die zweite Tour auf Linnés Pfaden bringt mich der Bus noch einmal in den Süden von Uppsala. Ich steige im Ortsteil Sunnersta an der Haltestelle Sunnerstabacken aus und laufe gleich den Sunnerstaåsen hinauf. Åsen bedeutet Grad und der Weg verläuft auch tatsächlich auf dem Bergrücken. Eine Burg soll hier einst gestanden haben, heute gibt es hier einen Skilift.
    Auf der anderen Seite liegt ein großes Moor. 400m gepflegte Planken liegen bereit, um trockenen Fußes über das Feuchtgebiet zu gelangen. An einem kleinen See, eigentlich nur eine Ausbuchtung des Flusses Fyrisån, beginnt am lauschigem Steg der Linnéstig. Bis hierhin konnte Linné also mit seinen Studenten auf ihren Exkursionen kommen. Weiter ging es damals wohl nicht, ohne zu versinken. Heutzutage gelangt man angenehmer durch‘s Moor.
    Der Linnéstieg zeigt sich abwechsungsreich. Es geht durch den botanischen Garten der Universät, über einen weiteren von der Eiszeit geformten Bergrücken mit herrlichem Aussichtsspot, ein Stück am Fyrisån entlang, vorbei an einer alten Anlagestelle, von der aus Lillé nach Stockholm und weiter nach Holland geschippert sein soll, durch einen großflächigen Hospitalgarten, auf den nächsten Åsen hinauf und vorbei an einem völlig nutzlosen Monument und endet schließlich im wunderschön angelegten Stadsrådsgarden, was nicht Stadtpark heißt, sondern früher wohl eine Wache war. Zu Linnés Zeiten standen hier Zollhäuser, denn auf die Waren, die in die Stadt kamen, wurde eine Steuer erhoben. Für Linnés Expedition war Treffpunkt mit seinen Studenten, wo meine Tour endet.
    Es war mächtig heiß heute, doch zum Glück verlief die Route überwiegend im Schatten. So war es erträglich.
    Auch der zweite Linnéstieg bekommt 5 / 5. Prädikat: ausgezeichnet!

    Mehr Bilder auf der Komoot-Tour:
    https://www.komoot.com/de-DE/tour/3115078184?re…

    Zum Linnéstig: https://linnestigarna.se/ultunavandringen/
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  • Linnéstig Vaksalavandringen (1/2)

    July 16 in Sweden ⋅ ☀️ 29 °C

    Nach einer langen Mittagspause, um der Hitze zu entgehen, mache ich mich noch einmal auf. Der dritte Linnéstieg führt mich in den Nordosten von Uppsala. Allerdings komme ich nicht an den Startpunkt heran, denn Schulbusse fahren in den Ferien nicht. Der UL-Bus bringt mich nach Skölsta, von dort muss ich noch zwei Kilometer laufen.
    Es geht in den Wald; ich fühle mich an den Berglagsleden erinnert. Auf wunderschönen Trampelpfaden geht es gefühlt immer weiter rein in die Weiten Schwedens. Aber tatsächlich wandert man auf den neu entstandenen Ort Lindsbacken zu. Und auf einmal wird der bis hier bestens präparierte Pfad ungepflegt. Ich muss mir meinen Weg durch Gestrüpp und umgestürzte Bäume bahnen, die Markierungen sind nun schlecht zu finden.
    Dem Chaos im Wald macht die Neubausiedlung Lindsbacken ein Ende. Hier ist alles wohl geordnet in Reih und Glied. Meine Wasserflasche lechzt nach Nachschub, doch einen Supermarkt hat man hier nicht gebaut. Der Linnéstieg will wieder im Wald verschwinden, doch das Chaos geht gleich wieder los. Da wandere ich lieber mitten durch die Siedlung, halte noch einen Plausch mit einer im Garten arbeitenden Schwedin, über deren Grundstück ich unberechtigter Weise schlich und beschließe die Tour in Jälla an der Schnellstraße, denn bis zum Ende dieses Linnéstieges komme ich heute nicht mehr. Es ist spät geworden. Auf den Bus muss ich lange warten.
    Dieser Teil des Linnéstieg bekommt von mir wegen dem schlechten Pflegezustand nun 3/5 Punkten. Schade, denn der Waldabschnitt hat viel Freude bereitet.
    Mehr auf Komoot: https://www.komoot.com/de-DE/tour/3115957756?re…

    https://linnestigarna.se/vaksalavandringen/
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  • Linnéstig Gamla Uppsala

    July 17 in Sweden ⋅ ☀️ 30 °C

    Es geht am Lillégarten los, der allerdings erst um zehn Uhr öffnet. Und das ist auch gut so, denn anderes steht auf dem Zettel. Es geht stadtauswärts. Zu Lillés Zeiten wandelte man schon vor den Toren der Stadt, nun gehe ich für einige Kilometer durch die Vororte, die man sich auch sparen kann. Erst jenseits des Bärbyledens, der Stadtautobahn, wird der Weg besser. Bald habe ich Gamla Uppsala erreicht, Im Mittelalter war hier ein bedeutendes Zentrum der geistigen und weltlichen Macht, doch ein Feuer machte dem Alten Uppsala den Garaus. Heute findet man hier zwei alte Kirchen, ein (kostenloses) Freilicht- und ein Wikingermuseum. Die drei gewaltigen Königsgräber nicht zu vergessen. Wegen dieser Highlights lohnt sich der Weg, der ansonsten sehr asphaltlastig und fad daher kommt.
    Und es ist erst der halbe Weg! Nach langem Schauen mache ich mich an die zweite Hälfte. Ich weiß ungefähr, was auf mich zukommt: Staubstrassen. Und das alles, um am Ende auf einem Ponton zu stehen und einem künstlichen Blutegel ins Maul zu schauen. Was nur haben sich die Wegedesigner da nur ausgedacht? Lange bleiben kann ich auch nicht, denn nervige kleine Fliegen umschwirren mich penetrant. Und wegkommen muss man von hier ja auch. Ich entscheide mich für den Jällaleden. Eine gute Entscheidung, führt er doch auf recht gut gepflegten, schmalen und gewundenen Waldpfaden nach Jälla zur Bushaltestelle, an der ich gestern schon wartete.
    Der Linnéstig Gamla Uppsala bekommt von mir 2/5 Punkte wegen des vielen Asphalts. Nach Gambla Uppsala kann man getrost den Bus nehmen, man verpasst auf dem Weg nicht viel. Die Strecke zum Teich Sjödy braucht es nicht. Einzig das Stück auf dem Jällaleden war berauschend.

    Kurz vor dem Ziel kam mir eine spontane Idee, die ich aber an eine Bedingung knüpfen musste: finde ich noch irgendwo Wasser? Denn ohne geht es nicht bei der brütenden Hitze. Und tatsächlich, auf einem Bauernhof füllt mir eine nette Bäuerin meine Flasche mit herrlich kühlem Trinkwasser aus dem Hahn im Kuhstall. Danke!
    So kann es also weiter gehen an diesem noch heißen Nachmittag.

    Komoot: https://www.komoot.com/de-DE/tour/3117844875?re…

    https://linnestigarna.se/en/the-gamla-uppsala-t…
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  • Linnéstig Vaksalavandringen (2/2)

    July 17 in Sweden ⋅ ☁️ 29 °C

    Ein wenig verrückt muss man schon sein, um sich nach 17km in den Knochen noch an einen zweiten Lilléstieg zu machen. Aber wer mich kennt, versteht das. Dieser Weg war für mich halt noch nicht zu Ende und die Gelegenheit ist günstig. Den Einstieg muss ich etwas suchen, denn Komoot hält keinen Weg parat. So lasse ich mich von der App <Naturkartan> helfen, den Einstieg zu finden. Doch eigentlich ist das gar nicht notwendig, denn die Markierung weist den Weg.
    Der zweite Teil des Vaksalavandringen lässt sich gut an. Es geht zwar entlang der Schnellstraße, aber auf fantasievoll gewählten Pfaden durch die Felder. Später ändert sich das leider zu schmalen Asphaltstraßen. Nach knapp sechs Kilometern komme ich im Neubau-Vorort Nyby an. Den hat es zu Linnés Zeiten noch nicht gegeben. Er wandelte mit seinen Studenten auf schmalen Trampelpfaden durch die Felder, die es wohl auch hier gab.
    Der Bus kommt promp und bringt mich Ruck-zuck in die City zurück. Mir ist jetzt nun nach einer kalten Dusche und ausruhen. Das war ein langer Wandertag bei drückender Hitze.

    Der Weg bekommt 3/5 Punkten wegen nur anfangs fantasievoller Wegführung. Durchgängig gut markiert.

    Komoot: https://www.komoot.com/de-DE/tour/3118060707?re…
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  • What’s up in Uppsala?

    July 18 in Sweden ⋅ ☁️ 18 °C

    Es war vorher gesagt: das Wetter verschlechtert sich. So ist es auch, als ich heute Morgen aus meinem Hotelzimmer im 7.Stock blickte. Die Hitze ist verschwunden, es herrscht wieder normales schwedisches Wetter. Am Nachmittag ist Regen angesagt. Und das ist gut so, denn Abkühlung tat Not!
    Ich entscheide mich für eine Stadtexkursion, denn auch innerhalb der Stadtmauern (die Uppsala gar nicht umgeben) gibt es viel zu entdecken.
    Uppsala war einst ein wichtiges Zentrum, verlor dann aber gegen Stockholm. Doch es ist immer noch Schwedens viertgrößte Stadt mit bald 300 T Einwohnern. Die Stadt wächst stetig und das habe ich in den Randbezirken ja bereits selbst erfahren (bzw. erwandert). Rund um die Stadt wachsen die Neubaugebiete wie Krakenarme. Nicht häßlich, offenbar wohl geordnet und strukturiert. Ordentlich ist auch die Innenstadt aufgebaut, fast schachbrettartig sind die Straßen der Innenstadt angeordnet. Das war vor dreihundert Jahren zu Linnés Zeiten auch schon so.
    Die Stadt hat viel zu bieten, ich muss mich fokussieren. Ich entscheide mich für den Linnéische Garten, den Dom und das Schloss nebst Botanischen Garten.
    Also los! Die nächsten drei Footprints geben davon meine Eindrücke wider.

    https://visitsweden.de/regionen/mittelschweden/…
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  • Uppsala: Der Linnéische Garten

    July 18 in Sweden ⋅ ☁️ 18 °C

    Auf meinem Stadtspaziergang ist die erste Station der Linnaeus-Garten. Er öffnet um 11 Uhr. Stark besucht ist er nicht. Uppsala hat Ferien und die Touristen sind wahrscheinlich eher in Stockholm.
    Der Garten lag früher am Stadtrand, heute liegt er mittendrin. Vom Tor aus schreitet man auf die Orangerie zu, links und rechts des mittleren Weges sind zahlreiche Beete angelegt, in denen es üppigst in den verschiedensten Farben blüht. Jede Blume hat ein Schild, auf dem der Name zu lesen ist, so wie Lillé sie benannte und katalogisierte. Dieser Garten ist sehr alt (360 Jahre) und wurde bereits vor Lillés Zeiten angelegt. Alles nachlesbar auf den informativen Infotafeln, die in der Orangerie aufgehängt sind. Ich habe sie beigefügt. Den ein oder anderen interessiert es vielleicht. Seit der Gartengründung hat sich im Garten selbst nicht viel verändert. Ein Ort der Ruhe innerhalb der Mauern.
    Man kann auch das Wohnhaus von Lillé besichtigen. Gut situiert muss er gewesen sein. Echte Papiertapeten zieren sämtliche Wände, nicht selbstverständlich vor 300 Jahren. Nun, er war ja auch Professor und hoch angesehen unter den Botanikern. Sein größter Verdienst ist wohl die Klassifizierung der Pflanzen nach einfachen Kriterien. Ein Blumenname besteht demnach immer aus zwei Teilen, (Gattung und Art) - auf Lateinisch natürlich. Nachzulesen in seinem Werk „Systema Naturae“. Es hat noch heute Bestand. Großartig. Einen originalen Band von 1748 findet man ausgestellt in seinem Wohnhaus. Als er es verfasste, wohnte er hier noch nicht.

    https://www.uu.se/linnetradgarden/om-tradgarden
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  • Uppsala: der Dom

    July 18 in Sweden ⋅ 🌧 17 °C

    Seit 600 Jahren steht die Kathedrale mitten in Uppsala, erhielt nach einem verheerenden Brand im 18ten Jahrhundert ein Facelifting und auch später noch Veränderungen. Der Dom ist einer der größten Kirchen in Skandinavien. Er ist 118m lang und auch hoch.
    Einen Vergleich mit dem Nidarosdom in Trondheim hält dieser Dom jedoch nicht stand. Vielleicht liegt es an der Beleuchtung, denn das Kirchenschiff wirkte dunkel und schlicht. Viele einst bedeutende Menschen sind hier begraben.
    Schön war, dass gerade Musik gespielt wurde. Die Kirchenbesucher haben gelauscht.
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  • Uppsala: das Schloss + der Botanische Garten

    July 18 in Sweden ⋅ 🌧 17 °C

    Ach ja, das Schloss. Ich hatte mir mehr versprochen. Von der Stadt aus wirkt es mächtig, vom Schlosshof gesehen aber irgendwie schmucklos. Die eigentliche Größe ist schon beeindruckend, aber die Schlichtheit der Fassade überrascht.
    Das Schloss hat keine glückliche Geschichte. Seinen Anfang nahm es 1547, während der Bauphase brannte es nieder, wurde verändert wieder aufgebaut und war 1614 tatsächlich endlich fertig. 1656 begann man mit dem Schlossgarten, der heute teilweise den botanischen Garten bildet. 1702 brannte das Schloss gemeinsam mit der ganzen Stadt nieder. Ein Wiederaufbau schien unmöglich, die Ziegel wurden nach Stockholm verbracht, wurden dort für das Stadtschloss verwendet. Doch 1742 beschloss ein Erbprinz, das Schloss aus den verbliebenen Teilen wieder zu errichten. 1762 war es soweit wieder hergestellt, allerdings wurde der südliche Turm erst 1820 fertig. Eine never ending story …

    Das Schloss ist nur im Rahmen von zwei Museen von innen zu besichtigen. Prunk und Protz sucht man vergeblich, die zugänglichen Räume sind sachlich und zweckorientiert für den Museumsbesuch umgestaltet. Im Ganzen bin ich ziemlich enttäuscht. Dafür ist der Eintritt frei.
    Schon besser ist es im botanischen Garten. Dafür geht’s majestätische Treppen hinab in den ehemals barocken Schlosspark, der allerdings heutzutage schlicht daher kommt; erst wenn man den Weg in den botanischen Garten gefunden hat, kann das Herz eines Botanikers höher schlagen. Pflanzen aus aller Herren Länder finden sich hier; die Robusten sind outdoor dekorativ in Szene gesetzt, die Empfindlichen sind in Gewächshaus oder der prächtigen Orangerie untergebracht (leider am Samstag geschlossen). Alles äußerst gepflegt.
    Hier hätte man Stunden zubringen können, doch leider wurde der Nieselregen immer stärker - und mein Interesse an Botanik ist begrenzt. Mich zog es zurück ins Hotel, die Eindrücke zu verarbeiten.

    🏰 https://de.wikipedia.org/wiki/Schloss_Uppsala
    🪴: https://www.uu.se/en/botanical-garden/visit-us/…
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  • Linnéstig Danmarksvandringen

    July 19 in Sweden ⋅ ☁️ 15 °C

    20 km kommen auf diesem Stieg zusammen - vom Hafen bis zur Bushaltestelle, die zwei Kilometer südlich des Hofes liegt. Es ist der Längste der acht Linnéstiege!
    Und vermutlich der Schönste, wenn man von den 4km auf Asphalt von Bergsbrunna nach Danmark absieht. Die Bahn hat dort keinen Tunnel gebaut, so kann man heute nicht mehr durch die Wiesen lustwandeln, wie Linné und seine bis zu hundert ihm folgenden Studenten es konnten.
    Auf diesem Stieg kann man viel über die Person Lillé erfahren:
    geboren als erster Sohn eines Pfarrers sollte er selbst Geistlicher werden. Doch er verschrieb sich zum Leidwesen seines Vaters früh der Botanik. Es war ein harter Weg, bis er ein erfolgreicher Professor wurde. Entbehrungsreiche Studienreisen nach Lappland und Holland waren nötig, bis er seine Dissertation verteidigen konnte. Anfeindungen war er ausgesetzt wegen „pornografischer Botanik“. Doch das brachte ihm erst den starken Zulauf, seine Vorlesungen wurden berühmt, ein Platz war sehr begehrt. So muss er ein Vermögen aufgebaut haben. Ihm gehörten nicht nur Hammarby und Sävja, sondern auch viele Hektar in Nåntuna nebst einiger Bauernhöfe, die er verpachtete. Sogar Könige waren seine Gäste. Er soll sensibel und auch ein wenig exzentrisch gewesen sein.
    All‘ dies lernt man auf dieser Strecke, die gespickt ist mit Informationstafeln, auf denen es auch um Botanik, aber vor allem um Linnés Leben geht. So erfährt man in Danmark an der Kirche, dass er dort oft am Gottesdienst teilnahm, diesen aber pünktlich nach einer Stunde verließ. An seiner Seite sein Hund, der ihn treu begleitete. Der Hund machte den sonntäglichen Kirchgang auch ohne seinen Herrn, wenn dieser nicht abkömmlich war. Und nach genau einer Stunde soll er sich stets getrollt haben. Der Stieg nimmt natürlich auch den Kirchweg, der schließlich auf Hammarby endet, dem sommerlichen Wohnsitz von Linné, den er ob der schlechten Luft in Uppsala erworben hatte. Regelmäßig machte er mit seinen Studenten hierher fortan zum Semesterabschluss eine Exkursion.
    Heute ist es ein Museum. Wer Linnés Spuren folgt, sollte diesen Ort besucht haben. Nur hier spürt man den Menschen Carl Ingemarsson alias Carl Lineas, der später Carl von Linné genannt wurde und so auch in Schweden bekannt ist.

    Die Bilder im Einzelnen bei Komoot:
    https://www.komoot.com/de-DE/tour/3123988818?re…
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  • Linnéstig Hågavandringen

    July 20 in Sweden ⋅ 🌬 19 °C

    Der sechste Linnéstig führt mich von der Universitätsbibliothek aus der Stadt hinaus Richtung Westen nach Håga. Den Einstieg finde ich nicht gleich. Es sieht ja auch alles ganz anders aus als zu Linnés Zeiten. Anstelle der Bibliothek standen hier Zollhäuschen und dahinter war nichts als Grün. Heute sind, wo früher Felder und Wälder waren, ausufernde Stadtteile, die vermutlich erst im letzten oder diesem Jahrhundert entstanden sind. Der Linnéstieg führt mich mittendurch, immer bemüht, die verbliebenen Grünzüge zwischen den Viertel zu nutzen. Das macht es natürlich schwer, sich in die damalige Erlebniswelt eines Linné und seinem Studentengefolge hineinzuversetzen, wie sie hier einst in Feld und Flur Fauna und Flora nachjagten.
    Das Ende der Tour naht nach nur sieben Kilometern und kommt mir etwas unvermittelt, denn mein Auge ist schon auf den nahen Grabhügel von König Björn gerichtet, der zum Greifen nah vor mir liegt. Der ist zwar weniger spektakulär als die vier Königs-Hügel von Gamla Uppsala, aber dennoch imposant und einmalig. War Linné niemals hier? Egal, dorthin muss man doch!
    Und dann noch mal drei Kilometer weiter bis zur nächsten Bushaltestelle. So kommen dann doch zehn Kilometer zusammen. Alles in allem eine fast runde Sache, doch mehr als
    3/5 Punkten hat er nicht verdient.

    Link zum Linnéstig: https://linnestigarna.se/hagavandringen/
    Komoot: https://www.komoot.com/de-DE/tour/3126228566?re…
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  • Die Orangerie im Linneanum

    July 20 in Sweden ⋅ 🌬 19 °C

    Nach dem Linnéstig Hågavandringen war noch Zeit. Also schnell noch mit dem Bus zum Botanischen Garten. Doch welch‘ eine Enttäuschung! Zwar hatte der Garten geöffnet, doch Orangerie und tropisches Gewächshaus hatten schon seit 15 Uhr geschlossen. Da muss ich wohl wieder kommen. Allerdings hatte mich die Architektur der Orangerie dermaßen fasziniert, dass ich die Kamera kaum stillhalten konnte.
    Linné hat die Eröffnung nicht erlebt. Es wurde zu seinem 100. Geburtstag eröffnet, 30 Jahre nach seinem Tod…

    Zur Orangerie:
    https://www.uu.se/en/botanical-garden/our-plant…
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  • The Tropical Greenhouse + Orangerie Linneanum

    July 21 in Sweden ⋅ ☀️ 18 °C

    Nachdem ich nun schon zwei Mal vor verschlossener Tür stand, achte ich heute an meinem letzten Tag extra auf die Öffnungszeiten. Von 9 bis 15 Uhr ist geöffnet.
    Als erstes besuche ich das tropische Gewächshaus - ich bin der einzige Besucher. Mehrere Räume erwarten mich, jeder einzigartig und anders temperiert. Am meisten begeistert mich natürlich die Victoria-Halle mit seinem Bassin. Darin wächst die Riesenseerose Victoria, deren Blüten sich nur nachts öffnen. Sie hat Blätter von beachtlicher Größe. Wunderschön.
    https://www.uu.se/en/botanical-garden/our-plant…

    Zur Orangerie ist es nicht weit. Allerdings ist drinnen vor allem Leere zu bestaunen. Die meisten Pflanzen stehen den Sommer über draußen, das konnte man ja gestern schon sehen. Unter den Exponaten befinden sich auch drei Lorbeerbäume, die Linné noch selbst gepflanzt haben soll. Einer davon befindet sich in der Halle, für sein Alter von 300 Jahren ist er erstaunlich klein.
    https://www.uu.se/en/botanical-garden/our-plant…

    Da noch Zeit genug ist, schlendere ich gemütlich zu Fuß zurück zum Hotel. Auf dem Weg statte ich noch einmal dem Stadsträdgården einen Besuch ab. Ruhig ist es hier und diese Blütenpracht überall. Toll!
    Um meinem Aufenthalt in Uppsala zu verlängern, gehe ich noch auf eine Fica zu Tanten Grönas Café. Sehr relaxed und gar nicht voll.
    Schließlich ist es doch Zeit, zum Hotel zu gehen, den Koffer auszulösen und mit Sack und Pack dem gegenüberliegenden Bahnhof zuzustreben. Die Zeit in Uppsala ist abgelaufen - hier hat es mir sehr gut gefallen.
    Bald bin ich am Arlanda Airport, checke im Hotel ein und streife noch einmal die Wanderklamotten über. Eine letzte Tour will ich noch machen. Einmal rum um eine der Landebahnen. Wer glaubt, dass es so dicht an dem Rollfeld nicht schön sein kann, der irrt. Den Beweis trete ich an:
    https://www.komoot.com/de-DE/tour/3129667143?re…
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  • Rück-Reise

    July 22 in Germany ⋅ 🌬 18 °C

    Ich kann ausschlafen, der Flieger zurück geht erst um 12:45. Die Maschine von Norwegian Airlines ist nicht ausgebucht, der Flug angenehm. Kopfhören im Ohr, bei ruhiger Musik hinweg gesegelt. Die CD von Schiller ist gerade zu Ende, als die Maschine in Hamburg etwas holperig aufsetzt.
    Am Hamburger Flughafen ist es kühler als am Arlando Airport, das gibt’s nicht so oft. Überhaupt ist die Gutwetterphase wohl erst mal vorbei. Da hatte ich ja einen prima Time-Slot in Schweden.

    Das‘s war’s also mit dieser Tour, die ursprünglich ganz anders geplant war.

    Vielen Dank wieder einmal für‘s virtuelle Mitkommen. Und nach der Reise ist vor der Reise! In vier Wochen geht’s weiter.
    Bis dahin 👋👋🙋‍♂️
    Liebe Grüße
    Michael-Wandert
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    Trip end
    July 22, 2026