• Maria Uhlig
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Baltikum & Skandinavien

Diesmal nur mit etwas Plan...und dann,dahin wohin die Nase mich führt.
Mit Zug und Bus durchs Baltikum
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  • 🇫🇮🌊 Moi aus Helsinki!

    22. mai, Finland ⋅ 🌧 13 °C

    ​Nach einer tiefentspannten Fährfahrt über die Ostsee bin ich gut im "hohen" Norden angekommen. Willkommen in Helsinki, der "Tochter der Ostsee"!

    ​Helsinki hat eine ziemlich spannende, zerrissene Geschichte. Gegründet wurde die Stadt im 16. Jahrhundert vom schwedischen König Gustav Wasa – damals noch als kleine Konkurrenz zur reichen Hansestadt Tallinn auf der anderen Seeseite. Später, im 19. Jahrhundert, schnappten sich die Russen das Land. Zar Alexander I. machte Helsinki prompt zur Hauptstadt und ließ das heutige Zentrum im klassizistischen Prunk errichten.
    ​Das sieht man am allerbesten auf dem monumentalen Senatsplatz: Der strahlend weiße Dom von Helsinki thront so majestätisch über den riesigen Stufen, dass man sich fast wie in einer Filmkulisse fühlt. Aber keine Sorge, trotz der imposanten Architektur ist die Stadt total bodenständig. Überall glitzert das Wasser, und die Natur fängt gefühlt direkt hinter der nächsten Straßenecke an.

    ​Wenn es um Sagen und Mythen geht, muss man bei den Finnen meistens gar nicht so weit in die Vergangenheit reisen – sie erwecken ihre Geschichten nämlich jedes Jahr im Frühling zum Leben! Das beste Beispiel dafür ist die Havis Amanda, eine wunderschöne Bronzestatue einer Meerjungfrau, die unweit des Marktplatzes auf einem Brunnen steht.
    ​Die Legende besagt, dass diese Meerjungfrau die Geburt der Stadt aus dem Meer symbolisiert. Jedes Jahr am 30. April (zu Vappu, dem finnischen Walpurgisfest) steht die Dame im absoluten Mittelpunkt des Landes. Tausende Studenten strömen zum Brunnen, klettern unter lautem Jubel an ihr hoch und setzen der Bronzenixe eine riesige, weiße Studentenmütze auf. Erst wenn Amanda ihre Mütze trägt, ist der Winter offiziell vertrieben und der Frühling darf beginnen.

    ​Was mir nach den ersten Stunden schon auffällt: Die Finnen sind die unangefochtenen Weltmeister im Kaffeetrinken. Pro Kopf geht hier im Jahr mehr Kaffee durch als irgendwo sonst auf der Welt. Also habe ich es direkt wie die Einheimischen gemacht: In ein gemütliches Café gesetzt, einen starken Kaffee bestellt und dazu ein Korvapuusti – eine traditionelle finnische Zimtschnecke, die mit ordentlich Kardamom (das mag ich eigentlich nicht so, naja) verfeinert wird und einfach himmlisch schmeckt.
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  • Streifzug durch Helsinki

    22. mai, Finland ⋅ 🌧 16 °C

    Puh, das Wetter macht es mir heute wirklich nicht leicht. Es begann mit strahlendem Sonnenschein, nur um Minuten später in einen kräftigen Guss überzugehen. Naja, was soll's? Regenjacke an und los geht's – Sisu (die finnische Zähigkeit) heißt das Zauberwort! Und wenn der Regen dann doch zu stark wird, heißt es nicht Fika, sondern ab in ein gemütliches Kahvila für eine finnische Kaffeepause. Wie ich ja schon bei der Anreise festgestellt habe, sind die Finnen Kaffeeweltmeister. Bei den Preisen hier echt ein Wunder, aber die Qualität stimmt und die Korvapuusti sind einfach göttlich! ☕️🥮

    Mein Spaziergang führte mich vorbei an der Markthalle. Im Vergleich zur gigantischen Halle in Riga ist sie zwar kleiner, aber total charmant und voller regionaler Köstlichkeiten. Direkt am Hafen stolperte ich dann auch über die Havis Amanda. Die Meerjungfrau tanzt immer noch im Brunnen und sieht nach den wilden Vappu-Feierlichkeiten im Frühling wieder tipptopp aus. Sie markiert den Eingang zum Designviertel, wo man skandinavische Schlichtheit und coole Shops findet.

    Dann ging es weiter am Helsinki Dom, wo ich mitten in ein absolut faszinierendes Schauspiel geraten bin: Eine traditionelle, feierliche Promotion der Universität (Tohtoripromootio) samt Festgottesdienst. Alle Beteiligten sahen unglaublich elegant und festlich aus.

    In Finnland ist die Doktorwürde noch mit jahrhundertealten, akademischen Ritualen verbunden. Die frischgebackenen Doktoren tragen traditionell Zylinder (oft tiefschwarz) und die Damen sowie die Ehrengäste schreiten in wunderschönen weißen Kleidern oder eleganten Fräcken die Stufen des Doms hinab. Begleitet von herrlich grünen Lorbeerkränzen als Symbol der Weisheit.

    Vom Domberg aus spazierte ich weiter Richtung Hafen zur Uspenski-Kathedrale. Sie ist die größte orthodoxe Kirche in Westeuropa und ein absolut beeindruckender Ziegelsteinbau mit ihren tiefgrünen Dächern und den strahlend goldenen Zwiebeltürmen. Wenn man vor ihr steht, spürt man sofort den historischen russischen Einfluss in Helsinki.

    Ganz zum Schluss ging es noch am Lasipalatsi Square vorbei. Wo früher Busbahnhöfe waren, findet man heute ein futuristisches Pflaster aus kleinen Steinen und die einzigartigen, pyramidenartigen Lichtkuppeln des Amos Rex Museums, die aus dem Boden ragen.
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  • Der Dom von Helsinki

    22. mai, Finland ⋅ 🌧 16 °C

    Wer in Helsinki ankommt, steuert unweigerlich auf ihn zu: Der Dom von Helsinki (Helsingin tuomiokirko) thront majestätisch über dem Senatsplatz und ist das unumstrittene Wahrzeichen der finnischen Hauptstadt. Mit seiner schneeweißen Fassade und den hellgrünen Kuppeln prägt er die Skyline der Stadt wie kein anderes Gebäude.

    Die Geschichte des Doms ist eng mit der russischen Vergangenheit Finnlands verknüpft. Als Finnland im 19. Jahrhundert Teil des Russischen Kaiserreiches wurde, beschloss Zar Alexander I., Helsinki zur neuen, repräsentativen Hauptstadt zu machen.

    Der berühmte deutsche Architekt Carl Ludvig Engel wurde damit beauftragt, das gesamte Zentrum im klassizistischen Stil neu zu entwerfen. Seine Vision für die monumentale Kirche: Ein symmetrischer Prachtbau in Form eines griechischen Kreuzes.

    Satte 22 Jahre wurde an dem monumentalen Bauwerk gearbeitet (von 1830 bis 1852). Architekt Engel erlebte die Fertigstellung leider nicht mehr.

    Eingeweiht wurde das Gebäude als Nikolaikirche – benannt sowohl nach dem heiligen Nikolaus (dem Patron der Seefahrer) als auch zu Ehren des damaligen Zaren Nikolaus I. Erst mit der Unabhängigkeit Finnlands im Jahr 1917 verlor die Kirche ihren russischen Zarennamen.

    Wer das prachtvolle Äußere sieht, ist oft überrascht, wenn er durch die Türen tritt: Typisch lutherisch ist der Innenraum extrem schlicht, hell und schnörkellos gestaltet. Keine bunten Wandmalereien oder goldener Prunk – stattdessen herrscht hier eine absolut beruhigende, cleane Eleganz.

    Ein geniales architektonisches Detail versteckt sich übrigens ganz oben: Auf den Dächern des Doms wachen die zwölf Apostel aus Zink über die Stadt. Es ist weltweit eine der größten zusammenhängenden Sammlungen von Zinkskulpturen!
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  • 🤫 Die Kamppi-Kapelle

    22. mai, Finland ⋅ 🌧 15 °C

    Nach dem monumentalen Prunk des Doms ging es zu einem Ort, der radikal anders, aber auf seine Weise absolut spektakulär ist: der Kamppi-Kapelle (Kamppin kappeli), im Volksmund völlig zurecht einfach als „Kirche der Stille“ bekannt.

    Wenn man den geschäftigen Narinkka-Platz im Stadtteil Kamppi betritt, reißt es einen architektonisch erst mal komplett aus den Socken. Mitten zwischen modernen Einkaufszentren, gläsernen Bürokomplexen und dem lauten Gewusel der Stadt steht ein fensterloser, geschwungener Holzbau. Das Gebäude sieht aus wie eine Mischung aus einer riesigen, minimalistischen Holzschale, einem spacigen Ei oder einem sanft geschwungenen Schiff – komplett verkleidet mit warmem, estnischen Eschenholz.

    Erbaut wurde die Kapelle 2012 im Rahmen des Programms „Helsinki World Design Capital“, und das skandinavische Design-Gen sieht man ihr in jeder Faser an.

    Das eigentliche Wunder passiert, sobald man durch die schweren Türen ins Innere tritt. Man läuft durch einen grauen, kühlen Betonvorraum und betritt dann die eigentliche Kapelle. Das Prinzip ist so einfach wie genial:

    Im selben Moment, in dem die Tür hinter einem ins Schloss fällt, herrscht eine absolut greifbare, fast schon schockierende totale Stille. Der gesamte Lärm der Großstadt, die Straßenbahnen, das Stimmengewirr – alles ist von einer Sekunde auf die andere wie weggeblasen.

    Der Raum im Inneren ist komplett mit weichem, hellem Erlenholz ausgekleidet. Es gibt keine Altargemälde, keinen Prunk, nur ein paar schlichte Holzbänke und ein zierliches Kreuz. Das Licht fällt indirekt und sanft von ganz oben durch die Decke an den geschwungenen Wänden herab.

    Das Spannende an der Kamppi-Kapelle ist, dass sie zwar von der Kirche betrieben wird, hier aber ganz bewusst keine regelmäßigen Gottesdienste stattfinden. Sie ist einfach als ein offener, überkonfessioneller Zufluchtsort für jeden gedacht, der im stressigen Alltag mal kurz durchatmen, meditieren oder einfach für fünf Minuten die Welt ausschalten möchte.
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  • Die Temppeliaukio-Kirche

    22. mai, Finland ⋅ 🌧 14 °C

    Helsinki hört einfach nicht auf, mich mit seinen Kirchen zu überraschen! Nach dem klassischen Dom und der hölzernen Kamppi-Kapelle stand heute noch ein absolutes Highlight auf dem Plan, das von außen erst mal gar nicht wie eine Kirche aussieht: die Temppeliaukio-Kirche (Temppeliaukion kirkko), besser bekannt als die berühmte Felsenkirche. 🪨🛸

    Als die finnischen Architekten-Brüder Timo und Tuomo Suomalainen in den 1960er-Jahren den Entwurf für die Kirche planten, hatten sie eine geniale und extrem radikale Idee: Warum ein großes Gebäude auf den Platz bauen, wenn man es einfach in den Platz hineinbauen kann?

    Kurzerhand wurde ein riesiger, uralter Granitfels, der mitten im Wohnviertel Töölö stand, von innen heraus gesprengt und ausgehöhlt.

    Wenn man davor steht, sieht man eigentlich nur eine sanft geschwungene, flache Kuppel aus Kupfer, die aus einer kreisrunden Mauer aus groben, unbehauenen Felsbrocken ragt. Es hat fast ein bisschen was von einem gelandeten UFO oder einer geheimen Festung.

    Sobald man die Kirche betritt, steht man in einem atemberaubenden Raum. Die Wände bestehen komplett aus dem nackten, rauen Granitfels, an dem teilweise noch das Wasser herunterperlt.

    Das absolute Meisterwerk ist jedoch die Decke. Die riesige Kuppel besteht aus sage und schreibe 22 Kilometern Kupferdraht, der spiralförmig verflochten wurde. Gehalten wird das Ganze von 180 schmalen Fensterlamellen, die die Kuppel mit den Felswänden verbinden. Wenn hier die Sonne durchscheint, bricht sich das Licht spektakulär an den rauen Steinwänden.
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  • Sauna in Finnland -Das heilige Ritual

    22. mai, Finland ⋅ ☁️ 14 °C

    Nach einem langen, wechselhaften Tag voller Pflastertreten in Helsinki gab es am Abend nur ein einziges logisches Ziel: eine öffentliche Sauna. Man kann Finnland einfach nicht besuchen, ohne schwitzen zu gehen. Die Sauna ist hier kein nettes Wellness-Extra für das Wochenende – sie ist das absolute, unumstrittene Herzstück der finnischen Kultur und fast schon eine Lebenseinstellung! 🇫🇮🔥

    Um die Dimensionen mal zu verdeutlichen: In Finnland leben knapp 5,6 Millionen Menschen – und es gibt schätzungsweise über 3 Millionen Saunen! Vom Einfamilienhaus über das Liebesnest im Plattenbau, im Parlament, in Firmen bis hin zu schwimmenden Flößen auf den Seen: Es wird überall geschwitzt.

    In einer traditionellen öffentlichen Sauna geht es herrlich bodenständig zu. Hier treffen sich Alt und Jung, Professoren und Handwerker, Einheimische und Reisende auf Augenhöhe. Das Beste daran? Die finnische Sauna ist ein absolut demokratischer Ort. Kleidung (und damit auch jeder soziale Status) bleibt in der Umkleide (aber für die Finnen wäre auch Badeschlüppi okay). Man sitzt zusammen auf den Holzbänken, starrt ins Feuer oder auf die heißen Steine und genießt die Hitze (übrigens, das HAndtuch unter dem Po hat nix mit Hygienevorschriften zu tun, sondern damit man keinen Schiefer in den Po bekommt - logisch!).

    Das wichtigste Wort, das man für den Saunagang lernen muss, heißt Löyly (gesprochen: Löülü). Das beschreibt den heißen, feuchten Dampf, der entsteht, wenn man mit einer Holzkelle Wasser auf die glühenden Ofensteine wirft.

    Anders als in Deutschland gibt es in Finnland keinen Saunameister, der nach der Uhrzeit wedelt und strenge Regeln vorgibt. Wer der Meinung ist, der Raum verträgt noch etwas Hitze, fragt kurz in die Runde und gießt nach Gefühl Wasser nach. Das Ganze hat etwas unglaublich Meditatives. Oft wird dabei geschwiegen, manchmal entstehen aber auch die tiefgründigsten und ehrlichsten Gespräche des ganzen Tages (so wurde heute über meine Reise geredet und über na klar- die Sauna).
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  • Insel-Hüpfen bei Kaiserwetter

    23. mai, Finland ⋅ ☀️ 20 °C

    ​Nach dem gestrigen Regen-Krimi meinte es der Wettergott heute richtig gut mit mir: Strahlender Sonnenschein und blauer Himmel! Perfektes Timing, um Helsinki vom Wasser aus zu erkunden,bevor es heute Abend mit der Fähre nach Schweden geht. Ich habe mich also direkt an den Hafen begeben und eine Bootstour um die Schäreninseln klargemacht.🫠

    ​Kühles Bier auf dem Tisch, die Route im Blick und die frische Ostseebrise in den Haaren – besser geht es nicht!

    ​Helsinki ist von einer Kulisse aus sage und schreibe rund 330 Inseln umgeben. Viele davon sind winzig klein, aber die Finnen nutzen fast jeden Felsen für ihr Wochenendglück.

    Das unbestrittene Kronjuwel ist die Festungsinsel Suomenlinna.
    Die riesige Seefestung erstreckt sich über mehrere Inseln und wurde im 18. Jahrhundert von den Schweden gebaut, um sich gegen die Russen zu verteidigen. Später wurde sie trotzdem russisch und ist heute UNESCO-Weltkulturerbe.

    ​Pihlajasaari & Uunisaari, sind die absoluten Lieblingsinseln der Einheimischen für den Sommer. Hier gibt es wunderschöne Sandstrände, raue Felsen und die typisch finnischen, bunt bemusterten Holzhäuschen.
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  • God morgon från Sverige!

    24. mai, Sverige ⋅ ☀️ 14 °C

    ​Was für ein Erwachen! Nach einem super pünktlichen Start gestern im Hafen von Helsinki haben wir heute früh schwedischen Boden – beziehungsweise schwedisches Gewässer – erreicht. Wenn man den Vorhang der Kabine aufzieht und direkt auf diese Kulisse blickt, weiß man einfach, dass man da ist. Schweden fühlt sich mittlerweile echt wie ein zweites Zuhause für mich an, so oft, wie ich in den letzten Jahren schon hier oben war. 😅

    ​Aktuell gleitet unsere Fähre noch durch den absolut wunderschönen Stockholmer Schärengarten (Stockholms skärgård). Wer das noch nicht erlebt hat, verpasst was:
    ​Das sind über 30.000 kleine Inseln, Schären und glatt geschliffene Felsen, die sich wie ein gigantischer Schutzwall vor der Hauptstadt in die Ostsee legen.
    ​Slalom für Riesenschiffe: Es ist total faszinierend zu sehen, wie sich die riesige Fähre zentimetergenau durch die teils extrem engen Fahrrinnen zwischen den bewaldeten Inselchen schlängelt. Rechts und links zieht das schwedische Bilderbuch vorbei: rote Holzhäuschen (Falu rödfärg), kleine Bootsstege und unberührte Natur.

    Gegen 10 Uhr legen wir im Herzen von Stockholm an. Die Stadt, die sich über 14 Inseln erstreckt und von mehr als 50 Brücken zusammengehalten wird, verzaubert mich jedes Mal aufs Neue. Es ist diese unnachahmliche Mischung aus der geschichtsträchtigen Altstadt Gamla Stan, dem cleanen skandinavischen Design, ganz viel hipper Food-Kultur und der Tatsache, dass das Wasser einfach omnipräsent ist.
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  • Kopfsteinpflaster, Kaffeeglück und Blaubeertraum

    24. mai, Sverige ⋅ ☀️ 20 °C

    ​Nachdem das Gepäck erst mal sicher im Hotel verstaut war, fiel es mir überhaupt nicht schwer, wieder voll und ganz in Stockholm anzukommen. Die Füße liefen fast wie von selbst los – direkt rüber in die wunderschöne Altstadt Gamla Stan. Klar, die Gassen waren gut gefüllt mit Touristen, aber hey: Ich bin ja selbst einer von ihnen! Und da pünktlich der Magen knurrte und die heilige schwedische Fika-Zeit schlug, hieß es: Gemütliches Café suchen. Die Belohnung? Ein Traum von einem Blaubeerkuchen mit viiieeel cremiger Vanillesoße.

    ​Gamla Stan ist das historische Herz Stockholms. Genau hier, auf der Insel Stadsholmen, gründete der legendäre Regent Birger Jarl im Jahr 1252 die Stadt. Der Plan dahinter war strategisch genial: Man wollte den mächtigen Mälaren-See wie mit einem dicken Riegel gegen feindliche Flotten und Plünderer aus der Ostsee absperren.
    ​Aus der einstigen hölzernen Festung wurde im Laufe der Jahrhunderte ein prachtvolles Handelszentrum der Hanse. Wenn man heute durch die engen, bunten Gassen schlendert, spürt man die Geschichte an jeder Ecke:
    ​Mittendrin versteckt sich die Mårten Trotzigs Gränd – eine winzige Gasse, die an ihrer schmalsten Stelle gerade einmal 90 Zentimeter breit ist. Nach dem üppigen Kuchen mit Vanillesoße musste ich da fast schon den Bauch einziehen! 😂

    Der zentrale Platz Stortorget mit seinen berühmten, farbenfrohen Kaufmannshäusern ist das Postkartenmotiv schlechthin. Aber er hat auch eine düstere Seite: 1520 fand hier das berüchtigte „Stockholmer Blutbad“ statt, bei dem der dänische König seine schwedischen Rivalen einen Kopf kürzer machte – ein Ereignis, das letztlich dazu führte, dass Gustav Vasa die Dänen rausschmiss und Schweden zu dem Land machte, das es heute ist.

    ​Was Stockholm einfach so einzigartig macht, ist die unfassbare Weitläufigkeit und die Nähe zur Natur. Die Stadt ist auf 14 Inseln gebaut, die durch über 50 Brücken miteinander verbunden sind. Man steht in einer pulsierenden, hochmodernen Metropole und hat trotzdem an fast jeder Straßenecke den freien Blick auf glitzerndes, sauberes Wasser.
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  • Die schwedische Kunst, das Leben zu genießen

    24. mai, Sverige ⋅ ⛅ 21 °C

    Wer oft in Schweden ist, merkt es sofort: Die Schweden haben eine beneidenswerte Lebenseinstellung und Worte für Glücksmomente, die uns im Deutschen einfach fehlen. Es ist die perfekte Mischung aus Gemütlichkeit, Balance und Natur.

    ​🍀 Das kleine Lexikon des Glücks​🍀
    ​Mys: Das schwedische Hygge. Es sich einfach gemütlich machen, egal ob mit Kerzen im Herbst oder lauen Sommerabenden auf der Terrasse.

    ​Småglädje: Die Freude an den kleinen Dingen. Barfuß auf warmen Holzplanken stehen oder frische Erdbeeren in der Morgensonne genießen.

    ​Livsnjutare: Der absolute Lebensgenießer. Jemand, der in der Sonne die Augen schließt und den Moment pur aufsaugt.

    ​Die zwei Säulen der schwedischen Gelassenheit
    ​Das Lagom-Prinzip („In der Mitte liegt das Glück“)
    ​Lagom bedeutet „genau richtig“ oder „in Balance“. Nicht das extreme Maximum, sondern das gesunde Mittelmaß. Das zeigt sich perfekt in der strikten Trennung von Arbeit und Freizeit und dem pünktlichen Feierabend.

    Friluftsliv („Freiluftleben“)
    ​Für die Schweden ist die Natur die beste Therapie. Egal bei welchem Wetter: Rausgehen, durchatmen, die Ruhe der Wälder und Schären spüren. Dank des Allemansrätt (Jedermannsrecht) darf sich hier auch jeder frei in der Natur bewegen.

    ​Kein Wunder also, dass man sich hier oben sofort entschleunigt fühlt! 🎒🇸🇪🍓✨
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  • ABBA The Museum: Gimme! Gimme! Gimme!

    25. mai, Sverige ⋅ ☁️ 18 °C

    ​Wenn man in Stockholm ist, gibt es einen Ort, an dem man die absolute Pop-Nostalgie einfach nicht ignorieren kann: das ABBA Museum auf der grünen Insel Djurgården. Und eins vorweg: Vergisst verstaubte Vitrinen und leises Flüstern – hier heißt es von der ersten Sekunde an: "Walk in, Dance out!"

    ​Das ganze Konzept ist eine riesige, interaktive Party. Man läuft nicht nur durch die Popgeschichte, man wird quasi selbst zum Teil der Band. "Knowing Me, Knowing You" – das Museum weiß genau, wie es einen kriegt!
    ​Die absoluten Highlights zum Mitmachen:
    ​Dank modernster Hologramm-Technik beamst man sich direkt zu Agnetha, Björn, Benny und Anni-Frid auf die Bühne. Spätestens wenn der Refrain von "Mamma Mia" oder "Dancing Queen" einsetzt, singt man mit oder zappelt herum.

    ​Außerdem steht Mitten im Raum ein einsames Telefon. Die Nummer haben exklusiv nur die vier ABBA-Mitglieder selbst. Wenn es plötzlich klingelt, soll man nicht zögern, sondern rangehen!

    ​Neben dem ganzen interaktiven Spaß gibt es natürlich auch jede Menge echten Kult zu bestaunen. Die originalen, herrlich verrückten Plateau-Schuhe, die schrillen Glitzer-Kostüme und Nachbauten des legendären Schreibmaschinen-Häuschens auf der Insel Viggsö, wo Hits wie "Fernando" das Licht der Welt erblickten.

    "Thank You For The Music", ABBA!
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  • Hejdå Stockholm: Letzte Zimtschnecken und Abschied

    25. mai, Sverige ⋅ ☁️ 19 °C

    ​Der letzte Tag im zweiten Zuhause ging viel zu schnell rum! Nachdem ich natürlich noch mal in meinem Lieblingscafé vorbeigeschaut habe, um die heilige Fika-Zeit zu zelebrieren (diesmal gab es die Extraportion Vanillesoße über ein Gebäck – man gönnt sich ja sonst nichts!), hieß es: Ab aufs Wasser! Ein letztes Mal ging es mit der Fähre kreuz und quer im Slalom zwischen den wunderschönen Schäreninseln hin und her. 🚢🌊
    ​Danach habe ich noch ein paar Abschiedsrunden durch das Kopfsteinpflaster von Gamla Stan gedreht (und ich bin sehr frohh, dass ich mir während der ganzen Reise nix gebrochen habe - bei den ganzen Kopfsteinpflaster)und mir einfach noch mal die frische Seeluft um die Nase wehen lassen.

    ​Morgen früh heißt es dann leider schon wieder Abschied nehmen. Um 10 Uhr hebt der Flieger ab. Ich hatte kurz mit dem Gedanken gespielt, ganz entspannt den Zug zu nehmen… aber naja, das hebe ich mir fürs nächste Mal auf. 😉
    ​Morgen geht es also erst mal von Hauptstadt zu Hauptstadt und danach weiter in die Landeshauptstadt!
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  • Der große Bahn-Showdown zum Urlaubsfinale!

    26. mai, Tyskland ⋅ ☀️ 27 °C

    God Morgon aus Stockholm! Das ​Frühstück wurde heute inhaliert, ab in den Arlanda Express und zack – stand ich am Flughafen. Der Flug selbst? Ein absoluter Quickie nach Berlin. Satte 1,25 Stunden feinstes Über-den-Wolken-Gefühl und beim Aussteigen die große naja Überraschung: Berlin begrüßt mich mit strahlendem Sonnenschein und T-Shirt-Wetter! Nach den letzten wechselhaften Wochen im Norden und Osten fast schon eine Rarität.

    ​Kaum war ich auf deutschem Boden, gab es auch schon das große, traditionelle Begrüßungskomitee der Deutschen Bahn. Ich wollte eigentlich nur fix mit dem Zug nach Hause... aber die Bahn dachte sich wohl: "Komm, nach drei Wochen reibungslosem Nah- und Fernverkehr in Skandinavien und dem Baltikum brauchst du mal wieder echte Action!" Das Ergebnis auf der Zielgeraden:

    ​38 Minuten Verspätung beim IC. Läuft. ⏳
    Dann hat der gute Zug scheinbar kurz nicht aufgepasst und aus Versehen einfach nochmal am Bahnhof Südkreuz gehalten. Ein verwirrter Kollektiv-Stopp, bei dem prompt ein ganzer Schwung Reisende nach München eingestiegen ist. Spoiler: Die mussten alle wieder rauswerfen lassen. Also: Bitte alle nochmal warten!

    ​Man kann es nach drei Wochen absolut komplikationslosem Reisen auf Schienen und Wasser im Ausland wirklich nur noch mit Humor nehmen. Deutschland hat mich eben sofort wieder emotional aufgefangen. 😅 Immerhin: Die Zugbegleiterin war um Welten netter als der Griesgram im Flughafenzug - man muss die kleinen Siege feiern!
    So...ich befinde mich nun auf der Zielgerade, dann wartet der Abholdienst in Dresden und viele Geschichten, die erzählt werden wollen.
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    Reisens slutt
    26. mai 2026