South Africa
Walmer

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6 travelers at this place:

  • Day150

    "Und es ist endlich wieder Februar..."

    February 1 in South Africa ⋅ ☁️ 22 °C

    So beginnt ein Lied des Interpreten OK Kid, in welchem er davon singt, wie dunkel und kalt dieser Monat ist, aber er einfach zum Jahr, zum Großen Ganzen, dazugehört. Das er den Höhepunkt des Winter darstellt, wenn man am liebsten überhaupt nicht rausgehen, sondern sich mit einer Packung Keksen in eine Decke gekuschelt vor den Kamin fläzen will. Wenn es draußen um vier schon dunkel ist und morgens der Raureif die Gräser im Garten mit seinem frostigen Glanz überzieht.
    Das ist hier nicht der Fall.

    Wir haben zurzeit Hochsommer und das Wetter spielt gelegentlich verrückt. Zwischen viel zu heiß und abends kühl gibt es so ungefähr alles. Morgens kann man bei bestem Sonnenschein rausgehen und nachmittags in strömenden Regen wieder in Haus laufen. Aber wenigstens bleibt es konstant über 18 Grad Celsius und an der Küste bleibt es glücklicherweise auch unter 35.

    Zuerst einmal entschuldige ich mich, dass ich so lange keinen aktuellen Blogeintrag mehr veröffentlicht habe, aber auf der Arbeit gibt es zurzeit viel zu tun und ich musste erst die Reisen im Dezember und letzten Monat nachholen.

    Deswegen hier nur ein kurzes Update: Seit der neue Term angefangen hat, ist ziemlich viel los und es geht ab und zu drunter und drüber. Es gibt Tage, da fahre ich den ganzen Tag herum oder sitze, seit wieder Computerunterricht stattfindet, im Computerlab und hantiere an den Rechnern herum, um sie wieder zum Laufen zu bringen. Die letzten zwei Wochen habe ich zusammen mit der Kollegin Sive Drittklässler aus den örtlichen Grundschulen eine kleine Computereinweisung gegeben, bevor ab dieser Woche dann der richtige Unterricht anfängt. Die erste Woche davon konnten wir jedoch noch gar nicht richtig mit den Computern arbeiten, denn unser Server machte Schwierigigkeiten und die Technikfirma Mars war mehrere Tage damit beschäftigt, das Problem zu lösen. Ansonsten gibt es auch immer wieder Tage, an denen ich viel rumsitze und meistens auf irgendjemanden oder irgendetwas warte, da hier Prozesse meist einiges länger dauern, was meine Geduld gelegentlich schon das ein oder andere Mal auf die Probe gestellt hat.

    Zu unserem Auto: Nachdem wir es etwa eine Woche nach unserer Ankunft in PE wieder abgegeben hatten, bekamen wir „Tuckerchen“ (Die Mädels wollten unserem Auto unbedingt einen Namen geben) unseren Golf 1 wieder, welcher repariert worden war. Allerdings gab er kurz darauf wieder den Geist auf und wir bekamen ein weiteres Ersatzauto, ein länglicher etwas limousinengeformter alter Wagen, den ich persönlich nie gefahren bin, bevor wir für kurze Zeit unseren alten Wagen wiederbekamen. Leider schaffte er es auch diesmal nicht lange, problemlos zu fahren und wir mussten ihn schlussendlich abgeben. Er soll nun wohl auseinandergenommen werden, um zu sehen, was noch funktionstüchtig ist und was man noch gebrauchen kann, bevor er dann verschrottet wird. Das ist etwas traurig, nachdem er uns soviele tausende Kilometer transportiert hat, aber die letzten Touren waren wohl etwas zuviel für das alte Geschoss.
    Als neues Auto haben wir jetzt einen Citigolf (1 glaube ich), der genauso aussieht wie der Chico, nur etwas neuer. Was genau der Unterschied zwischen den Modellen ist, weiß ich leider nicht, nur das er wohl etwas besser fährt.

    Auf der Arbeit wurden die beiden Autos, die kaputt waren auch repariert, was jedoch etwa 31.000 Rand gekostet hat (Umgerechnet etwa 2000€), was für eine Organisation, die auf Spenden angewiesen ist, schon ein großer Batzen Geld ist. Dafür fühle ich mich schon wieder viel sicherer im Almera und habe nicht ständig das Gefühl, er könne bald abschmieren.

    Zuhause ist soweit auch alles gut, Kilian ist noch mit seinen Eltern unterwegs, weshalb ich allein zum Sport gehe oder mit Fabian, dem internationalen Studenten, der verlängert hat, und sich jetzt auch im Gym angemeldet hat (ich habe in einem anderen Blogeintag soweit ich mich erinnere schon von ihm erzählt). Charlie hat auch Besuch von einer Freundin und ist gestern von einem Wochenendtrip auf der Garden Route zurückgekommen. Abends unternehmen wir öfters alle zusammen was, aber durch die Arbeit ist zurzeit nicht so viel Raum, um Sachen zu unternehmen und am Wochenende sind wir meistens zu erschöpft, um noch viel zu machen.

    Dafür habe ich angefangen wieder mehr Serien zu sehen. Meistens zu dritt schauen Charlie, Kilian und ich abends immer Scrubs, was wir jedoch wegen des Besuchs vorerst pausiert haben und ich habe angefangen How I met your Mother zu schauen und bin bereits mit der ersten Staffel durch – und das ohne WLAN! Das sieht im Übrigen auch gut aus, da wir weniger bezahlen müssen als erwartet, da wir die Aktivierungsgebühr zurückbekommen und für die aktive Leitung keinen monatlichen Beitrag zahlen müssen. Jetzt warten wir nur noch darauf, dass der Techniker kommt und unsere Leitung freischaltet.

    Ansonsten soweit dazu, falls Fragen bestehen, oder Vorschläge für weitere Blogeinträge, gerne bescheidgeben.
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  • Day227

    Südafrika die Verbotene Frucht

    April 16 in South Africa ⋅ ⛅ 20 °C

    Disclaimer:auf Grund einer Rot Kreuz Regelung die mir eigentlich nicht erlaubt weiter als in Nachbarländer zu gehen wird dieser Blog erst nach meiner Rückkehr hochgeladen.

    Nach Kigali bin ich nach Süd Afrika geflogen um mich mit Mats zu treffen.
    Aus dem Krater in Kigali ging es nach Kapstadt wo ich vom Flughafen mit dem Taxi zum Busterminal fuhr.
    Im Schatten des Tafelberges wartete ich auf meinen Bus der mich über Nacht nach Port Elizabeth bringen sollte.
    Während dieser Zeit unterhielt ich mich mit zwei Südafrikanern über Sinn und Nichtsinn der Entwicklungshilfe.
    Nach einer langen Fahrt kam ich Morgens in Port Elizabeth an wo ich zusammen mit ein paar Einheimischen wartete bis Mats in einem mehr oder minder Schrotreifen Auto heranfuhr und mich einsammelte.
    Im Laufe des Tages sah ich neben PE auch Mats Mitfreiwillige(sehr nett) und seine Arbeitsstelle(sehr schön) im einzigen Stadtinternen Township Port Elizabeths.
    Am nächsten Tag fuhren wir mit einem Mitwagen(Datsun go) in den Addo Elephant National Park.
    Hier sah ich die ersten 3 der Big Five(Löwe,Elephant und Kaffernbüffel),und noch einige weitere Spannende Tiere.
    Die nächsten 3 Tage fuhren wir an der Südküste von PE nach Kapstadt.
    Unseren ersten Stopp hatten wir im Natures Valley einem wunderschönen Tal,in einer wunderschönen Lodge.
    Hier trafen wir auch auf eine andere Deutsche mit der wir an einen Strand am Indischen Ozean fuhren.
    Ein überragendes Frühstück namen wir am nächsten Morgen auf einer Farm in der Nähe ein.

    Den Abend verbrachten wir ein paar Hundert meilen weiter in einer schönen Hafenstadt,wo ich das erstemal seit langem bei Mc's war.
    Zum Abendessen kochten wir uns eine hervorragende Chilly Con Carne.

    Am nächsten Tag fuhren wir zum südlichsten Punkt Afrikas,Cape Arghulas.
    Neben hervorragenden Ripchen stach die Stadt insbesondere durch die Stachelrochen hervor mit denen ich schwimmen konnte.

    Beim Zwischenstopp in einer,attraktiven Studenten Stadt kurz vor Kapstadt ließ ich mir ein Helix stechen und konnte hervorragenden Kuchen Essen.
    Generell wurde diese Reise von gutem Essen und viel Autofahren geprägt,so lernte ich auch Biltong kennen.
    Biltong ist getrocknetes Fleisch,meist Wild(Kudu,Springbock) oder Rind was einen sehr erlesenden Geschmack hat.

    In Kapstadt traffen wie auf Mats Familie,mit dem ich die letzten Tage verbrachte.
    Wir fuhren zum Kaap der Guten Hoffnung,und am letzten Tag ging ich mit Mats und seiner Schwester in das große Aquarium Kapstadts.

    Am Mittag stieg ich ins Flugzeug zurück.

    Zu den Bildern:
    1:Mats und ich beim Wiedersehen
    2:ein junger Löwe im Addo
    3:ich beim Joggen im Natures Valley
    4:Mats mit unserem Datsun Go
    5:Mats und ich am Cape Arghulas
    6:am Pier in Kapstadt
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  • Day44

    weltwärts - was ist das?

    October 18, 2018 in South Africa ⋅ ⛅ 19 °C

    weltwärts ist ein entwicklungspolitischer Freiwilligendienst des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, der seit 2008 Freiwillige in alle Welt verschickt. Bedingung dabei ist, dass es sich um ein Entwicklungs / Schwellenland handeln muss. Finanziert wird weltwärts durch das BMZ, das sich für die Umsetzung der Unterstützung seiner Tochtergesellschaft Engagement Global bedient. Die Projekte, in denen die Freiwilligendienste stattfinden, werden von deutschen Nicht-Regierungsorganstaionen und deren lokalen Partnern umgesetzt.
    Für wen ist weltwärts? weltwärts ist für junge Erwachsene zwischen 18 und 28 Jahren, Qualifikationen spielen im Allgemeinen keine Rolle, sondern jeder darf mitmachen.
    Was genau macht man als Freiwilliger bei weltwärts? Als Freiwilliger bei weltwärts arbeitet man in einem sozialen Projekt unterschiedlichster Ausrichtung: Gesundheit, Recht, Bildung, Kultur und Sport, ...
    Wie lange dauert so ein Einsatz? Die Einsätze dauern immer ein halbes oder ein ganzes Jahr, was je nach Organisation unterschiedlich ist und wen es richtig packt, der kann auch noch um ein weiters Jahr / halbes Jahr verlängern, aber Achtung, man kann nur einmal mit weltwärts ins Ausland, auch wenn man bei der zweiten Bewerbung auf einen neuen Einsatz noch im vorgegebenen Altersrahmen ist.
    Was bringt mir ein weltwärtsjahr? Ein weltwärts Jahr hat viele Vorteile und für jeden sind es andere. Für die meisten ist es einfach die super spannende Erfahrung, in einer ganz anderen Kultur zu leben und mal von Zuhause rauszukommen. Man hat eine Entsendeorganisation, die einem bei allem Organisatorischen unterstützt, wie etwa beim Visumsantrag etc, man leistet (zumindest einen kleinen) Beitrag um den Menschen vor Ort zu helfen und im Lebenslauf macht es sich auch nicht schlecht :).
    Wie funktioniert der Berwerbungsprozess für weltwärts? Nachdem du dich auf der Website von weltwärts umgesehen und für ein Projekt entschieden hast, bewirbst du dich bei der entsprechenden Organistaion. Nach erfolgreicher Aufnahme, bei der sich das exakte Projekt in Absprache mit dem Bewerber eventuell nochmal ändern kann, wird die Organisation, welche das Projekt in dem jeweiligen Land leitet kontaktiert. Gibt es auch von dieser ein OK, so startet die Vorbereitung, mit einem circa 10-tägigen Vorbereitungsseminar, dann folgt der Visumsantrag etc und (meist im Spätsommer) dann die Ausreise.
    Hier ist der Link weltwärts-website, falls Interesse vorhanden: https://www.weltwaerts.de/de/
    Seit einiger Zeit stand für mich fest, dass ich nach dem Abitur ins Ausland möchte. Besonders interessiert habe ich mich dabei für Südamerika und Afrika. Die Idee eines Freiwilligendienstes existiert tatsächlich schon fast genauso lang, denn ich hab das erste Mal in der neunten Klasse von meinem Vater davon gehört, welcher beruflich selbst in der Entwicklungszusammenarbeit tätig ist. Er riet mir, mich einmal bei weltwärts zu informieren und ein bisschen durch deren Website zu surfen, um zu schauen, ob das nicht vielleicht auch etwas für mich ist. Damals war ich mir schon sicher, wie ich mein Gap-Year zwischen Schule und Uni füllen wollte, allerdings begann ich erst Ende der elften Klasse mit der intensiven Recherche.
    Das erste Projekt das ernsthaft mein Interresse weckte, war die Kooperation eines Startups mit der Uni in Windhuk, Namibia. Leider musste ich schnell feststellen, dass dieses Projekt ab 2018 eingestellt wurde, sprich genau zum Zeitpunkt meiner Ausreise. Als nächstes stieß ich auf ein Projek, dass sich mit Mikrokrediten in der ländlichen Region Tansanias beschäftigte, allerdings wurde mir hier zügig abgesagt, da die allermeisten Plätze schon vergeben waren und es höchstens ein Kennenlerntreffen geben würde, falls spontan Leute absprangen.
    Die Wochen verstrichen und ich konnte mich für wenig wirklich begeistern, bis ich schließlich gleich auf zwei Organisationen stieß, die mich interessierten. Die erste operierte haupsächlich in Uganda, Tansania und Malawi und auch wenn mir das Kennenlernseminar sehr gut gefiel, konnte ich ziemlich zügig feststellen, dass die Projekte nicht zu mir passten. Bei der zweiten Organisation handelte es sich um SAGE Net. Ich hatte mein Vorstellungsgespräch ziemlich spät, erst im März, aber das Projekt, dass man mir vorschlug, gefiel mir ziemlich gut und ich sagte zu. So kam ich schließlich zu Masifunde nach Port Elizabeth.
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  • Day111

    Weihnachten im Sommerlook

    December 24, 2018 in South Africa ⋅ ☀️ 25 °C

    Wie jedes Jahr, stand auch in diesem Weihnachten am 24. Dezember vor der Tür. Allerdings ein bisschen anders, als gewohnt. Wie in meinem vorherigen Blogeintrag zu lesen ist, sind wir am 21. aus den Drakensbergen zurückgekommen. Nach einer etwas stressigen Shoppingtour am nächsten Tag, um letzte Geschenke zu besorgen, waren am Heiligabend dann endlich alle vorbereitet. Dieses feierten wir in ziemlich großer Runde, da wir Besuch von den anderen SAGE Net Freiwilligen aus der Gauteng Provinz und dem Western Cape, genauer gesagt aus Kapstadt, hatten. Durch die große Gruppe, einer Temperatur von über zwanzig Grad und dem Fehlen der sonst klassischen Traditionen, die ich von Zuhause kenne, war die weihnachtliche Stimmung nicht wirklich vorhanden. Für mich fühlte es sich mehr wie ein Treffen unter Freunden mit Essen und guter Stimmung an, aber als irgendwann Weihnachtslieder liefen und wir unsere Geschenke auspackten, war es für einen Augenblick doch ein bisschen weihnachtlich. Es gab ein sehr leckeres Buffet, es wurde gesungen und sich lange unterhalten. Irgendann bin ich dann ins Bett gegangen, weshalb ich nicht genau sagen kann, wie lang es schlussendlich noch ging.

    Die nächsten Tage verbrachten wir hauptsächlich mit entspannen vom Urlaub und waren am Strand. Am 26., meinem Geburtstag, überraschten mich meine Mitbewohner, damit, dass sie mir den Bungyjump von der Bloukrans-Brücke schenkten. Dabei handelt es sich wohl um den höchsten (legalen) Bungyjump der Welt mit etwa 216m. Aktuell steht noch kein genaues Datum fest, aber in den kommenden Monaten werde ich wohl noch ein paar mal an der Gegend vorbeikommen.

    Ansonsten verlief Weihnachten sehr harmonisch, die Kreativen unter uns bemalten am ersten Weihnachtstag weiter unser Haus, bevor die Truppe am nächsten Tag weiterreiste und wir uns auch für unsere Tour nach Kapstadt am 27. vorbereiteten.
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  • Day1

    Die Reise

    September 5, 2018 in South Africa ⋅ ⛅ 11 °C

    Am 05.09.2018 bestieg ich in Frankfurt, zusammen mit meinen neuen Mitbewohnern Charlie, Anne, Toni und Lena, das Flugzeug, dass uns in unser neues Zuhause für die nächsten zwölf Monate bringen sollte.

    Zuerst ging es nach London Heathrow, wo wir gegen 21 Uhr ankamen, um direkt in eine Boing 747 umzusteigen, welche gegen 23 Uhr abhob.
    Über den Flug selbst gibt es wenig Spannendes zu berichten, es war laut, heiß und voll. Eingezwängt zwischen ständig vorbeirollenden Getränkewagen und einem Südafrikaner mit britischen Wurzeln, welcher den gesamten Flug über stillschweigend, den Kopf auf die Hände gestützt, zwischen mir und Charlie, saß, kann man die elfeinhalb Stunden Flug wahrlich nicht als Genuss bezeichnen und hemmte zunächst die Vorfreude auf das bevorstehende Abenteuer.

    Als die Boing um etwa 10 Uhr morgens zur Landung in Kapstadt ansetzte, kam wieder Bewegung in die Passagiere. Tatsächlich sprach mich sogar mein Sitznachbar an, wobei ich aufgrund seines starken Akzents große Teile seiner Fragen, sowie seinen Namen nicht verstand.
    Was ich jedoch verstehen konnte war sehr interessant, so erzählte er mir, dass er aus Kapstadt käme, jedoch schon an verschiedenen Orten in Südafrika gelebt habe, unter anderem auch in dem Stadtteil von Port Elizabeth, wo ich wohnen würde.
    Was mir ebenfalls in Erinnerung blieb war sein Ratschlag, dass Südafrika zwar wunderschön sei, „but always have a hand on your phone.“ Mittlerweile habe ich herausgefunden, dass die Nelson Mandela Bay (Port Elizabeth und Umgebung) es in die Top 50 der gefährlichsten Orte der Welt mit Platz 46 geschafft hat. Aber dazu später mehr.

    Nachdem wir in Kapstadt angekommen waren, wurde mir so langsam erst bewusst, dass wir uns auf der anderen Seite der Welt, genauer gesagt etwa 9400 Kilometer von zu Hause entfernt befanden.
    Verschiedene neue Eindrücke strömten auf mich ein, die Luft roch würziger, die Umgebung war geprägt von mediterraner Vegetation und die Leute im Flughafen waren eine bunte Mischung aus Passagieren und Mitarbeitern aus aller Welt.
    Hier konnte ich auch schon erste Auswirkungen der Wasserknappheit in Kapstadt feststellen, so war beispielsweise nur ein Wasserhahn von vieren auf der Toilette angeschlossen.

    Der Anschlussflug brachte uns zum ersten Mal wirklich in Zeitstress. Nachdem wir unser Gepäck durch den Zoll gebracht hatten, realisierten wir, dass wir es niemals rechtzeitig würden aufgeben, die Sicherheitskontrolle passieren und den Flieger betreten können. An dieser Stelle möchte ich mich nochmal bei dem sehr hilfsbereiten und netten Flughafenpersonal in Kapstadt bedanken, welches uns mit unseren Koffern durch die Handgepäckskontrolle schleuste und half, rechtzeitig die Maschine besteigen zu können. Wir wurden angewiesen, unsere Koffer neben dem Flugzeug stehen zu lassen, was in mir ein ungemütliches Gefühl hervorrief.

    Um 12:45 Uhr erreichten wir schlussendlich den Flughafen von Port Elizabeth (der Einfachheit halber werde ich von nun an die lokale Abkürzung PE verwenden) an welchem wir von unserem Projektleiter und Mentor Jonas abgeholt wurden.
    Ebenfalls dabei waren einige Mitarbeiter von Masifunde, welche zu Begrüßung von uns Freiwilligen ein Lied zusammen mit einem Tanz einstudiert hatten, welches Sie vor der Eingangshalle des Flughafens präsentierten.
    Besonders beeindruckt war ich von der Herzlichkeit und Offenheit der Leute. Die ganze Rückfahrt über wurde in dem Bus getanzt und gesungen, während Musik aus den Lautsprechern lief.
    Insgesamt konnte ich feststellen, dass dieses Land wesentlich mehr Gefühl und Intensität besitzt, als ich es von Zuhause gewöhnt bin. Dabei möchte ich Deutschland und ganz besonders meinen wunderschönen Heimatort Unkel nicht schlecht dastehen lassen, aber Kreativität besonders in den Bereichen Tanz, Musik und Kunst hat hier einen ganz anderen Stellenwert als bei uns. So wird beispielsweise überall gesungen und getanzt, egal ob man die Schüler auf dem Heimweg beobachtet, den Gärtner nebenan, der zwischen seinen Aufgaben Hip-Hop – Schritte übt oder ein kleines Konzert besucht, wo Bewohner des Townships ihre Arbeiten vortragen und das Publikum innerhalb von Minuten im ganzen Saal am Tanzen ist.

    Das Haus, in das wir zogen, liegt in der Fordyce Road und gehört zum sogenannten Suburban des Stadtteils Walmer in welchem ebenfalls das einzige stadtinterne Township und mein Arbeitsplatz liegt. Es ist geräumig und besteht aus fünf Schlafzimmern, drei kleinen Bädern, einer Küche und einem Wohnzimmer. Zudem haben wir noch eine kleine Terrasse und einen Garten, in welchem jedoch meistens Autos unseres Projektes stehen.
    Mein Zimmer liegt direkt neben dem Eingang und besitzt ein großes Bett, mehrere kleine Schränke, einen Schreibtisch und sogar einen Kamin. Nachdem wir unsere Zimmer bezogen hatten, gingen wir mit zwei sehr netten Mitarbeitern von Masifunde, Manelisi und Siphokazi, einkaufen, um erste Lebensmittel und Simkarten zu bekommen.
    Nach über 30 Stunden auf den Beinen waren wir alle erschöpft, aber zufrieden, endlich angekommen zu sein und loslegen zu können.
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  • Day34

    Meine Arbeit

    October 8, 2018 in South Africa ⋅ ☀️ 22 °C

    Meine Arbeitssstelle liegt, wie im Blogeintrag zuvor bereits erwähnt, im Walmer Township (lokaler Name Gqebera). Hier existiert seit Septemer 2017 ein Gebäude, dass Masifunde Changemaker Academy heißt und für die Kinder und Jugendichen des Townships außerschulische Freizeit- und Weiterbildungsmöglichkeiten bietet. Hier finden vor allem Programme im künsterlischen Bereich statt. Es gibt mehrere Chöre für Klein und Groß, Theater- und Dramagruppen, bildende Künste wie Malen, Zeichnen oder Basteln, sowie Computerunterricht zur Verbesserung der Englischkenntnisse der Kinder, Programme zum internationalen Austausch mit deutschen Schülern oder einfach als Angebot für Recherchearbeit für die Schule.
    Im Eingangsbereich liegt die kleine aber sehr schöne rustikal eingerichtete Cafeteria mit dem Namen MyMito, wobei Mito die Abkürzung für Mitochondria (auf Deutsch Mitochondrien, die Kraftwerke der Zelle :) ist. Dahinter ist ein Flur, der zur Rezeption, dem Kunstattelier, dem Computerraum und dem Kindergarten führt. Hinter der Rezeption ist das Backoffice, wo zudem der Server steht. Geht man die Treppe in den ersten Stock hinauf, kommt man zu den größeren Räumlichkeiten. Das ist zum Einen eine kleine Aula, welche mit Bühne, Licht- und Tontechnik ausgestattet ist und deshalb auch immerwieder von Gruppen von außerhalb genutzt wird, so hatten wir beispielsweise schon ein Treffen der GiZ Bolivien, welche ihre Partnerorganisationen in Südafrika über ihre Arbeit informiert hat, auf der anderen Seite ist dann der Multipurpose-Room der, wie der Name schon sagt, für verschiedene Zwecke genutzt wird.
    Meine Arbeit ist an der Rezeption, wo ich zusammen mit meiner Kollegin Nosipho verschiedene Verwaltungsaufgaben erledige. Darüber hinaus kümmere ich mich mit um die Technik im Gebäude sowohl im täglichen Troubleshoot, als auch bei Evens um die Licht- und Tontechnik in der Halle. Seit kurzem gibt es auch ein Startup, wo Bewohner des Townships kleine Schmuckstücke produzieren, welche hier im Gebäude und online nach Deutschland verkauft werden. Ich unterstütze dabei die Leute bei der Produktionsabwicklung hier in Südafrika. Außerdem betreue ich eine Art Schülerzeitung, die halbjährig Magazine veröffentlicht und sich immer ein spezielles Thema für ihre Beiträge sucht.
    Mein Arbeitszeiten sind von 8:30 Uhr bis 17:00 Uhr, allerdings sind im Moment noch Bauarbeiten am Gebäude, weshalb es schon um 07:30 Uhr geöffnet werden muss. Da ich auch am Ende des Tages alles abschließe und die Sicherheitsvorkehrungen aufgrund der Lage im Township mehr an einen Hochsicherheitstrack eines Gefängnisses erinnern, als an eine Bildungsinstitution, bin ich selten vor 17:40 Uhr zurück.
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  • Day169

    Xhosa

    February 20 in South Africa ⋅ 🌬 23 °C

    Wie versprochen, sende ich heute meinen Blogbeitrag zum Thema „Die Xhosa-Kultur“.
    Xhosa ist eine der größeren Bevölkerungsgruppen in Südafrika. Die Kultur besitzt ihre eigene Sprache, Bräuche und Feiertage. Ihren Ursprung hat sie angeblich in dem Distrikt Mpumalanga, allerdings hat sie sich über die Jahrzehnte hinweg ausgebreitet und man findet Xhosas überall in Südafrika. Sie ist eine ausschließlich schwarze Kultur.

    Die Sprache heißt isiXhosa und ist eine der elf offiziellen Landessprachen Südafrikas. Für ein mitteleuropäisch geprägtes Ohr hört sie sich etwas sonderbar an, denn anstatt einiger Vokale werden bei bestimmten Buchstabenkombinationen stattdessen Klick- und Schnalzgeräusche eingebaut. Insgesamt gibt es drei davon. Bei einer Kombination mit einem X wie beispielsweise in dem Namen „Xabiso“ (ich verwende am liebsten Namen als Beispiele, da ich mit der Sprache selbst nicht vertraut bin und nur in Namen versuche die Klickgeräusche zu verwenden) schnalzt man mit der Zunge, indem man zwischen ihr und dem Gaumen einen Unterdruck erzeugt und sie schlagartig löst. Der zweite Laut funktioniert motorisch ähnlich, nur dass man dieses Mal die Zunge direkt hinter den Zähnen schnalzen lässt, was ein schmatzendes Geräusch erzeugt. Diesen Laut spricht man bei Kombinationen aus meistens einem „M“ oder einem „N“ zusammen mit einem „C“ aus, wie beispielsweise in dem Namen „Ncesh“. Unser Center (kurz MCA) wird von den Locals ebenfalls so abgekürzt. Der dritte und letzte Laut kommt aus der Wange heraus und ist ähnlich dem Geräusch, dass man macht, um ein Pferd anzulocken. Zumindest wurde es mir so von Brian, dem texanischen Englischlehrer erklärt (Sie Blogbeitrag „Testing the African Soil – Lesotho“). Xhosa spricht man im Übrigen auch so aus.

    Zu den Traditionen kann ich noch nicht allzuviel sagen, da ich die meisten Bräuche nur wenig und meist im vorbeifahren am Straßenrand beobachten konnte. Nach allem was ich jedoch gesehen habe und was mir erzählt wurde, schätze ich Leute der Xhosa Kultur allerdings als etwas abergläubisch ein, auch wenn so ziemlich jeder über sein Handy Zugang zum Internet hat und der Schulunterricht zumindest thematisch halbwegs mit dem Deutschen übereinstimmt, so hält sich einiger Aberglaube dennoch hartnäckig. Bestes Beispiel dafür ist die Witchcraft. Auf Deutsch übersetzt heißt es nichts anderes als Hexerei und aus irgendeinem Grund glauben die allermeisten Bewohner des Townships an übernatürliche Geschehnisse. Dabei hat das wenig mit Religion zu tun, denn der Großteil aller Südafrikaner ist streng gläubig und fast jeder ist Mitglied einer christlichen (Frei)kirche. Soweit ich es verstanden habe ist Witchcraft etwas jenseits dessen, auch wenn man es ebenfalls mit übernatürlichen Mächten in Verbindung bringt. So kommt es oft vor, dass ich beim Laufen durchs Township vor den kleinen Hütten angebundene Kühe stehen sehe, ein Zeichen dafür, dass hier eine der alten traditionellen Riten durchgeführt wird. Es kann nämlich passieren, nach Glauben der Leute, dass die Vorfahren aus irgendeinem Grund Kontakt mit jemandem aufnehmen. Dabei geben sie meist einen Ausblick in die Zukunft, woraufhin sich ein Großteil der Familie zu einer mehrtägigen Tradition trifft, singt, tanzt und feiert und an deren Höhepunkt die bereits erwähnte Kuh geopfert wird. Diesem Prozess durfte ich bereits einmal durch Zufall beiwohnen, als ich mit unserem Barista Lloyd aus dem Fenster schaute, während auf der gegenüberliegenden Straßenseite die zeremonielle Opferung bei unserem Hausmeister stattfand.
    Als erstes wird die Kuh mit Stricken, die um ihre Hörner gebunden wurden, zu Boden gezogen, während sich zwei kräftige Männer auf ihre Hinterbein setzen, um ein erneutes Aufstehen zu verhindern. Das Ganze kann schon ein paar Minuten dauern, denn es wird sich nicht beeilt sondern während des Opferungsprozesses die gesamte Zeit gesungen und getanzt. Als nächstes, wenn die Kuh am Boden liegt, kommt eines der Familienoberhäupter mit der Opferungsklinge, um der Kuh die Kehle zu durchtrennen. Vorher wird jedoch noch ein Auffangbecken für das Blut hergebracht. Den Höhepunkt selbst habe ich verpasst, da die Menge sich vor die Kuh und den Zeremonienmeister geschoben hat,allerdings sah ich, dass nachdem der blutige Ritus vollendet war, die Kuh in windeseile hinter ein paar Planen gezogen wurde, bevor man ihr den Kopf abtrennte und sie essbar zubereitete.

    Während so einer Zeremonie kann es passieren, dass es auch anderen Verwandten gelingt, Kontakt zu den Ahnen aufzubauen. Erkannt wird dies daran, dass sie Vorraussagen treffen, die sich später bewahrheiten. Diese Leute sind von nun an auserkoren, „Witchcraft-Doktoren“ zu werden. Eine große Ehre in der Gemeinschaft, die man nicht wirklich ablehnen kann. Bei der Zeremonie, die ich beobachten konnte, wurden angeblich insgesamt drei Witchcraft-Doktoren „identifiziert“. Allerdings kann es wohl gelegentlich passieren, dass die Witchcraft-Doktoren die Zukunft falsch vorhersagen, dies passiert jedoch nicht, weil sie ihre Verbindung zu den Vorfahren verloren haben, immerhin sind sie die Einzigen, die von sich aus diese Verbindung herstellen können, während alle anderen nur auf eine aktive Kontaktaufnahme der Ahnen mit ihnen warten können, sondern prüfen ihre Schützlinge, um sie zu testen. Was genau dieser Test bezwecken soll, ist mir noch unklar, insgesamt gelten Witchcraft-Doktoren jedoch allgemein als Lügner. Trotz allem wird ihnen viel Respekt entgegen gebracht.

    Als höchster traditioneller Feiertag gilt der Heritage Day Ende September. Dieser wird national von allen Bevölkerungsgruppen gefeiert. Er ist gleichzeitig auch Nationaler Grilltag.
    Neben Xhosa gibt es, wie bereits erwähnt, noch einige andere Kulturen, wie beispielsweise die Zulu. Sie teilen sich zusammen mit einem dritten Stamm, dessen Namen ich jedoch gerade leider vergessen habe, dieselbe Wurzel. Der Legende nach, gab es einst drei Brüder namens Zulu, Xhosa und einen dritten, die sich trennten und sich mit ihren Familien über die Zeit hinweg über ganz Südafrika verteilten, woraus die drei hetugen großen Kulturen wurden.

    Damit erst einmal genug, mehr würde den Rahmen eines Blogbeitrages definitv sprengen. Aber ich denke damit müssten alle meine aktuellen Informationen ausreichend abgedeckt sein und jeder Leser hat die Chance, sich - zumindest ein wenig - ein eigenes Bild von Südafrikas Kulturen zu machen.
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  • Day156

    Völker der Welt, schaut auf Walmer!

    February 7 in South Africa ⋅ 🌬 22 °C

    Zuallererst die Eingangsfrage: Wer aus dem Geschi-LK erinnert sich noch an das berühmte Zitat von Ernst Reuter?
    Es stammt aus einer Zeit, wo sich die ganze Welt in zwei Lager unterteilt befand. Einer Zeit der Angst und Drohungen. Und Berlin mittendrin. Der Knotenpunkt, an dem Völker aller Welt aufeinandertrafen, mit verschiedenen Lebensanschauungen, Traditionen und Sprachen, alle in der Angst, dass ihnen eben dieses von den anderen weggenommen werden könnte.

    Heute etwa 80 Jahre später befindet sich die Welt in einer ganz anderen Lage. Es ist nicht mehr auf so direkte Weise der Frieden in der Welt gefährdet, aber die Mechanismen sind nach wie vor dieselben. Menschen haben Angst vor anderen Menschen. Von Zuhause kannte ich das nur aus dem Fernsehen, wenn die Reporter wieder von brennenden Flüchtlingsheimen oder Gewaltattacken gegen unschuldige Syrer berichteten. Aber hier im Township, merke ich zum ersten Mal in meinem Leben, was es wirklich heißt, nur durch seine Hautfarbe oder Herkunft, von anderen Menschen kategorisiert und anders behandelt zu werden. Dazu möchte ich gerne einen kleinen Beitrag schreiben, weil Kulturen und Konflikte zwischen Kulturen hier so gegenwärtig und präsent sind, wie ich es noch nirgends sonst erlebt habe.

    Insgesamt gibt es sehr viele Kulturen in Südafrika, viele der Heutigen entstanden aus (vermutlich meist umherziehenden) Stämmen, die sesshaft wurden. Später kamen noch neue Siedler, Besatzer und Flüchtinge hinzu, die alle zusammen für eine bunte Mischung von Menschen aus aller Welt sorgten und somit ein buntes Bild erzeugten.

    Aber ist dieses Bild so bunt? Hätte man mir all diese Fakten vor meiner Abreise erzählt, so hätte ich vermutet, dass aus all den vielen Kulturen, die zusammenleben, irgendwann eine eigene aus den verschiedenen Einflüssen geworden wäre. Aber anstatt, dass man gemeinsame Werte, Traditionen und Lebensweisen teilt, ist das Land in viele verschiedene Kulturen und Bevölkerungsgruppen unterteilt. Es gibt elf (offizielle) Landessprachen, drei Hauptstädte und eine messerscharfe Trennung der Kulturen – und das nicht nur in ihrer Weltanschauung oder Traditionen, nein selbst geografisch lässt sich die Unterteilung der Bevölkerung über die Jahrzente hinweg beobachten. Ganz besonders klar sind die Grenzen zwischen schwarz und weiß gezogen. So gelten die Townships als absolute No-Go-Area für Weiße, welche teils auf veralteten rassistischen Vorurteilen, die beinahe an ein mittelalterliches Weltbild erinnern, basieren und teils auf der begründeten Angst vor der Kriminalität. Aber auch in den Townships selbst lassen sich Trennungen finden. Nehmen wir als Beispiel unser Walmer Township, welches (ihr erinnert euch bestimmt an den Blogbeitrag – „Das Township“) mit etwa 30.000 Einwohnern verhältnismäßig klein ist. Neben Südafrikanern findet man zu einem großen Teil Einwohner, welche ursprünglich aus Zimbabwe kommen. In Zimbabwe gab es einige Jahrzehnte zuvor Bürgerkrieg, was zu Flüchtlingswellen geführt hatte. Südafrika hatte damals als Nachbarland Flüchtlinge aufgenommen, weshalb man vielerorts auf Zimbabwaner trifft. Heute geht es Zimbabwe wirtschaftlich immernoch schlecht und es ist politisch instabil, was dazu geführt hat, dass die mittlerweile heimisch gewordenen Flüchtlinge der ersten Welle, die sich mittlerweile ein neues Leben in Südafrika aufgebaut haben, ihre Familie nachholen. Der Rassismus unter der schwarzen Bevölkerung ist immens hoch und auch wenn mittlerweile fast 40 Prozent (subjektive Schätzung eines Kollegen) in Walmer Township ursprünglich aus Zimbabwe kommen, so erzählt man es doch niemandem. Außer man braucht Arbeit, denn Leuten aus Zimbabwe wird Fleiß und ein guter Geschäftssinn nachgesagt. Ansonsten wird ihnen oft mit ähnlichen Vorurteilen und teilweise Gewalt von Seiten der südafrikanischen Bevölkerung begegnet, wie wir es in den letzten Jahren auch in Deutschland mit Flüchtlingen feststellen konnten. Ob sie einem den Arbeitsplatz oder sogar die eigene Frau stehlen oder einfach nur auf Kosten der Südafrikaner leben, die Argumente sind dieselben, nur die Gewalt ihnen gegenüber ist noch extremer.
    Fast noch schlimmer haben es Somalier, welche die dritte große Gruppe hier im Township bilden. Ihr Geschäftfeld sind meistens die vielen kleinen Läden im Township, welche gut strukturiert und logistisch durchorganisiert sind. Dadurch haben sie es zu einem gewissen Reichtum geschafft, was schnell Neid in der restlichen Bevölkerung geweckt und zu extremen Gewalttaten gegen diese Leute geführt hat.

    Um das Kapitel für heute abzuschließen, da der Blogeintrag erneut viel länger geworden ist, als geplant, möchte ich noch auf eine weitere Gruppe aufmerksam machen: die „Colored“. So werden all diejenigen kategorisiert, welche einen helleren Hautton besitzen, als dass sie als schwarz klassifiziert würden, aber auch nicht als weiß gelten. Hier herrscht unter der schwarzen Bevölkerung das Vorurteil, sie seien die „Schlimmsten“, da sie wohl keine Werte teilen würden, weder der schwarzen, noch der weißen Bevölkerung, und wesentlich krimineller wären, als Schwarze oder Weiße. Sie haben eigene Townships und werden von anderen gemieden, weshalb sie sich gezwungenermaßen zu einer eigenen Bevölkerungsgruppe entwickelt haben.
    Aber damit ersteinmal genug, ich werde später im Jahr noch einen eigenen Rassismus-Beitrag schreiben, wo ich auch auf eine der Ursachen, die Apartheid, genauer eingehen werde, aber davor möchte ich noch etwas über die hier verbreitete Xhosa-Kultur erzählen und ein paar ihrer Traditionen genauer erläutern, damit nicht das Bild entsteht, es gäbe nur Gewalt und Hass unter den Menschen verschiedener Religionen oder Nationalitäten im Township, sondern auch, was für bunte und fröhliche Seiten diese Kulturen, die zwar verschieden, aber doch sehr ähnlich sind, haben.
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  • Day66

    Kleines Update zu unserem Chico

    November 9, 2018 in South Africa ⋅ ⛅ 22 °C

    Eine kleine Anmerkung zu meinem letzen Blogeintrag, seit heute haben wir das weiße Auto, bei dem uns die Scheibe eingeschlagen wurde, wieder und es wurde ziemlich gut in Schuss gebracht. Die Anzeigen funktionieren zwar immernoch nicht, aber dafür haben wir einen neuen Schalthebel, eine neue Fenserscheibe, neue Reifen und eine neue Batterie gabs auch noch oben drauf. Jetzt kann der Tour nach Kapstadt im Winter hoffentlich nichts mehr im Weg stehen.Read more

  • Day80

    Molweni Nonnenwerth

    November 23, 2018 in South Africa ⋅ ☀️ 20 °C

    Da ich in diesem Blog versuche, soviele Eindrücke wie möglich an einem Ort festzuhalten, dachte ich mir, dass ich den Beitrag für meine alte Schule hinzufüge, da er meine Erlebnisse vor einem anderen Publikum, sowie meinen Freiwilligendienst bisher ganz gut zusammenfasst. Daher habe ich entschieden, ihn in meinen Beitragskanon mit aufzunehmen:

    Molweni Nonnenwerth,
    wie versprochen sende ich Euch heute einen Beitrag aus Südafrika.
    Mein Name ist Mats, ich habe im Juni mein Abitur am Gymnasium Nonnenwerth bestanden und lebe seit September in Südafrika, wo ich einen Freiwilligendienst in Port Elizabeth bei dem Schul- und Kulturzentrum „Masifunde“ absolviere.
    Ein Freiwilligendienst ist im Prinzip nichts anderes als ein FSJ, nur das es über andere Organisationen läuft und im Ausland stattfindet.

    Wie kam es dazu? Vor ca. einem Jahr habe ich auf der Seite von Weltwärts (Link zur Homepage: www.weltwaerts.de) begonnen, nach einem geeignetem Projekt zu recherchieren und mich bei verschiedenen Organisationen zu bewerben. Mein Ziel war Afrika. Welches Projekt und Land es schlussendlich werden sollte, entschied ich erst, als ich von mehreren Organisationen Einladungen und Projektvorschläge hatte und mir selbst klar darüber wurde, was ich wirklich machen möchte.

    Die Organisation Masifunde gefiel mir aus verschiedenen Gründen sehr gut. Sie hat vielfältge Programme, ein sehr nettes Team und viel Erfahrung mit Freiwilligen. Zudem bietet die Küstenstadt einiges an Freizeitaktivitäten. Als mir die Projektstelle angeboten wurde, sagte ich also zu.

    Es folgten noch in Deutschland ein Vorbereitungsseminar und ein Praktikum in einer ähnlichen Einrichtung ( in meinem Fall – Ihr erinnert Euch vielleicht - war ich nach den Sommerferien auf Nonnenwerth).

    Ziemlich aufgeregt, mit nur 23 kg Gepäck für ein Jahr, flog ich am 5.9.18 zusammen mit einigen anderen Freiwilligen auf die Südhalbkugel.

    Schon die Ankunft lies alle Zweifel hinter mir, als wir mit einem kleinen Bus von unserem Projektleiter Jonas und einigen Mitarbeitern, tanzend und singend vom Flughafen abgeholt und zu unserer Unterkunft gebracht wurden.

    Nun lebe ich in einer WG mit vier Mitfreiwilligen in der Port Elizabeth. Mein Arbeitsplatz ist in einem kleinen Township im Stadtteil Walmer. Hier hat sich Masifunde zum Ziel gesetzt, den Bildungsstandard im Township nachhaltig zu verbessern. Wir unterstützen in den vielen Programmen zur Ausbildung nützlicher Kompetenzen, Lifeskills und der eigenen Persönlichkeit, wie etwa Learn4Life, Learn2Swim, fit4life, oder dem Chor, Theatergruppen und in dem neugegründeten Kindergarten (Link zu masifunde: www.masifunde.org).
    Neben dem Mithelfen in den Programmen übernehme ich auch andere Aufgaben, wie zum Beispiel die Organisation der Schülerzeitung, Unterstützung eines Startups und vieles mehr.

    Aber die Arbeit ist nicht alles, an den Wochenenden gibt es Unmengen an Freizeitaktivitäten, denen man hier nachgehen kann. Wir haben bereits mehrere wunderschöne Sundownerspots entdeckt, verbringen viel Zeit an den Stränden, die besonders durch die gewaltigen Wellen beeindrucken, und fahren oft zu nahegelegenen Buchten an denen meist kleine Städte liegen. Das Angebot ist vielfältig, man kann surfen, Wale und Delfine beobachten, mit Sardinenschwärmen tauchen, Hochseeangeln, Sandboarden und und und.
    Ein weiteres Highlight der Region ist der international bekannte Addo Elephant National Park, den wir letztes Wochenende auf eigene Faust erkundet haben. Kaum hat die Safari begonnen, lief eine Herde Wasserbüffel direkt vor unserem Wagen vorbei, wobei sich die massigen Tiere kaum von uns oder den anderen Autos stören ließen. Wir konnten Elefantenherden beobachten, die sich mittags an einem Wasserloch zum Abkühlen trafen, einer Gruppe Erdmännchen beim Spielen zuschauen oder einfach die atemberaubende Aussicht über die Savanne an einem der Aussichtspunkte genießen. Als Freiwilliger zählt man zudem nicht als normaler Tourist und darf eine sogenannte Wildcard beantragen, die einem unbegrenzten Eintritt für ein Jahr in 80 der größten Nationalparks und Reservate ermöglicht und nur ca 500 Rand (umgerechnet ca 30€) kostet, was weit unter dem Touristenpreis liegt.

    Das allein um einen kleinen Überblick über die Angebote in Port Elizabeth zu geben. Dennoch ist der Freiwilligendienst in erster Linie die Chance in eine neue Kultur Einblicke zu erhalten, die dem normalen Touristen verwehrt bleiben. Ich lebe, arbeite und unternehme viel mit Locals, erfahre viel über Traditionen, Lebensweisen, sowie Vorurteile und Stereoypen gegenüber Deutschland und stelle selbst fest, inwiefern die eigenen Vorstellungen von Afrika zutreffen oder nicht. Denn ein Freiwilligendienst ist auch ein Lerndienst und die persönliche Entwicklung, die man das Jahr über macht, merke ich schon jetzt.

    Mein Fazit nach drei Monaten: Auch wenn es immer wieder chaotisch ist und man schnell von einigen Angewohnheiten der Leute genervt sein kann, etwa Pünktlichkeit, ist das Land, die Leute und die Lebensweise hier unglaublich faszinierend. Es gibt jeden Tag Neues zu entdecken, skurrile Situationen, sympathische Menschen und fortlaufend neue Erfahrungen gehören schon fast zum Alltag.

    Einen Freiwilligendienst würde ich jedem empfehlen, denn es ist eine tolle Möglichkeit in einem sicheren Umfeld in eine unbekannte Kultur einzutauchen. Schon jetzt nehme ich eine große Menge an persönlichen Erfahrungen und Eindrücken mit.

    An dieser Stelle möchte ich zudem gerne noch meinen ehemaligen Stammkursleiter Herrn Sieg grüßen, mit dem wir die letzen Jahre sehr viel Spaß und eine toll gemeinsame Zeit hatten, so wie Herrn Borggrefe, der meinen Weg auf der Suche nach dem richtigen Land begleitet und mir immer wieder geholfen hat.
    Viele Grüße aus Südafrika

    Mats
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You might also know this place by the following names:

Walmer

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