• Mats
Sep 2018 – Sep 2019

FSJ in Südafrika

Für ein Jahr lebe ich im Eastern Cape in Südafrika und arbeite in einer Bildungseinrichtung in einem örtlichen Township. Read more
  • Trip start
    September 5, 2018

    Startpunkt

    September 5, 2018 in Germany ⋅ ⛅ 20 °C

    Am fünften September 2018 ging es los von Unkel, Deutschland, nach Port Elizabeth, Südafrika

  • Team Masifunde 18/19
    Ready for Takeoff 🛩Unser HausUnser (erstes) Auto

    Die Reise

    September 5, 2018 in South Africa ⋅ ⛅ 11 °C

    Am 05.09.2018 bestieg ich in Frankfurt, zusammen mit meinen neuen Mitbewohnern Charlie, Anne, Toni und Lena, das Flugzeug, dass uns in unser neues Zuhause für die nächsten zwölf Monate bringen sollte.

    Zuerst ging es nach London Heathrow, wo wir gegen 21 Uhr ankamen, um direkt in eine Boing 747 umzusteigen, welche gegen 23 Uhr abhob.
    Über den Flug selbst gibt es wenig Spannendes zu berichten, es war laut, heiß und voll. Eingezwängt zwischen ständig vorbeirollenden Getränkewagen und einem Südafrikaner mit britischen Wurzeln, welcher den gesamten Flug über stillschweigend, den Kopf auf die Hände gestützt, zwischen mir und Charlie, saß, kann man die elfeinhalb Stunden Flug wahrlich nicht als Genuss bezeichnen und hemmte zunächst die Vorfreude auf das bevorstehende Abenteuer.

    Als die Boing um etwa 10 Uhr morgens zur Landung in Kapstadt ansetzte, kam wieder Bewegung in die Passagiere. Tatsächlich sprach mich sogar mein Sitznachbar an, wobei ich aufgrund seines starken Akzents große Teile seiner Fragen, sowie seinen Namen nicht verstand.
    Was ich jedoch verstehen konnte war sehr interessant, so erzählte er mir, dass er aus Kapstadt käme, jedoch schon an verschiedenen Orten in Südafrika gelebt habe, unter anderem auch in dem Stadtteil von Port Elizabeth, wo ich wohnen würde.
    Was mir ebenfalls in Erinnerung blieb war sein Ratschlag, dass Südafrika zwar wunderschön sei, „but always have a hand on your phone.“ Mittlerweile habe ich herausgefunden, dass die Nelson Mandela Bay (Port Elizabeth und Umgebung) es in die Top 50 der gefährlichsten Orte der Welt mit Platz 46 geschafft hat. Aber dazu später mehr.

    Nachdem wir in Kapstadt angekommen waren, wurde mir so langsam erst bewusst, dass wir uns auf der anderen Seite der Welt, genauer gesagt etwa 9400 Kilometer von zu Hause entfernt befanden.
    Verschiedene neue Eindrücke strömten auf mich ein, die Luft roch würziger, die Umgebung war geprägt von mediterraner Vegetation und die Leute im Flughafen waren eine bunte Mischung aus Passagieren und Mitarbeitern aus aller Welt.
    Hier konnte ich auch schon erste Auswirkungen der Wasserknappheit in Kapstadt feststellen, so war beispielsweise nur ein Wasserhahn von vieren auf der Toilette angeschlossen.

    Der Anschlussflug brachte uns zum ersten Mal wirklich in Zeitstress. Nachdem wir unser Gepäck durch den Zoll gebracht hatten, realisierten wir, dass wir es niemals rechtzeitig würden aufgeben, die Sicherheitskontrolle passieren und den Flieger betreten können. An dieser Stelle möchte ich mich nochmal bei dem sehr hilfsbereiten und netten Flughafenpersonal in Kapstadt bedanken, welches uns mit unseren Koffern durch die Handgepäckskontrolle schleuste und half, rechtzeitig die Maschine besteigen zu können. Wir wurden angewiesen, unsere Koffer neben dem Flugzeug stehen zu lassen, was in mir ein ungemütliches Gefühl hervorrief.

    Um 12:45 Uhr erreichten wir schlussendlich den Flughafen von Port Elizabeth (der Einfachheit halber werde ich von nun an die lokale Abkürzung PE verwenden) an welchem wir von unserem Projektleiter und Mentor Jonas abgeholt wurden.
    Ebenfalls dabei waren einige Mitarbeiter von Masifunde, welche zu Begrüßung von uns Freiwilligen ein Lied zusammen mit einem Tanz einstudiert hatten, welches Sie vor der Eingangshalle des Flughafens präsentierten.
    Besonders beeindruckt war ich von der Herzlichkeit und Offenheit der Leute. Die ganze Rückfahrt über wurde in dem Bus getanzt und gesungen, während Musik aus den Lautsprechern lief.
    Insgesamt konnte ich feststellen, dass dieses Land wesentlich mehr Gefühl und Intensität besitzt, als ich es von Zuhause gewöhnt bin. Dabei möchte ich Deutschland und ganz besonders meinen wunderschönen Heimatort Unkel nicht schlecht dastehen lassen, aber Kreativität besonders in den Bereichen Tanz, Musik und Kunst hat hier einen ganz anderen Stellenwert als bei uns. So wird beispielsweise überall gesungen und getanzt, egal ob man die Schüler auf dem Heimweg beobachtet, den Gärtner nebenan, der zwischen seinen Aufgaben Hip-Hop – Schritte übt oder ein kleines Konzert besucht, wo Bewohner des Townships ihre Arbeiten vortragen und das Publikum innerhalb von Minuten im ganzen Saal am Tanzen ist.

    Das Haus, in das wir zogen, liegt in der Fordyce Road und gehört zum sogenannten Suburban des Stadtteils Walmer in welchem ebenfalls das einzige stadtinterne Township und mein Arbeitsplatz liegt. Es ist geräumig und besteht aus fünf Schlafzimmern, drei kleinen Bädern, einer Küche und einem Wohnzimmer. Zudem haben wir noch eine kleine Terrasse und einen Garten, in welchem jedoch meistens Autos unseres Projektes stehen.
    Mein Zimmer liegt direkt neben dem Eingang und besitzt ein großes Bett, mehrere kleine Schränke, einen Schreibtisch und sogar einen Kamin. Nachdem wir unsere Zimmer bezogen hatten, gingen wir mit zwei sehr netten Mitarbeitern von Masifunde, Manelisi und Siphokazi, einkaufen, um erste Lebensmittel und Simkarten zu bekommen.
    Nach über 30 Stunden auf den Beinen waren wir alle erschöpft, aber zufrieden, endlich angekommen zu sein und loslegen zu können.
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  • Beach Beach Beach

    Port Elizabeth - Erste Eindrücke

    September 14, 2018 in South Africa ⋅ ⛅ 21 °C

    Die mittelgroße Stadt Port Elizabeth liegt an der Nelson Mandela Bay und ist mit 300.000 Einwohnern (1.3 Million mit Townships schätzungsweise) die größte Stadt im Eastern Cape und somit wichtiger Handels- und Tourismuspunkt in der Region.
    Einst gegründet als britischer Schutz gegen mögliche Angriffe der Franzosen, ist Port Elizabeth heute im Vergleich zu den meisten anderen Großtädten Südafrikas relativ friedlich, dennoch sollte man nicht leichtsinnig werden, die Kriminalitätsrate ist immernoch beeindruckend hoch. Zudem hat PE in den anderen Metropolen den Ruf einer Arbeiterstadt, da viele (zumeist Auto-) Werke und jede Menge Industrieanlagen das Stadtbild prägen. Das hat zur Folge, dass sich beispielsweise Kapstadt zur intellektuellen Hochburg mit unzähligen Festivals, Events, Clubs und vielen anderen Touristenattraktionen entwickelt hat und somit im Vergleich zu PE wesentlich größer und mondäner ist. Dennoch sollte man Port Elizabeth nicht unterschätzen, denn es kann auch eine sehr verträumte und bezaubernde Stadt sein, allerdings muss man dafür die richtigen Gegenden und Kniffe kennen. Ein sehr gutes Beispiel dafür sind die Strände. So ist mein Eindruck beispielsweise, dass der Hauptstrand entlang der Promenade, der Kings Beach, zwar touristisch am meisten genutzt wird, jedoch vom Flaire und Strandfeeling her nicht annähernd vergleichbar ist, mit Stränden die etwas außerhalb von PE liegen, wie beispielsweise Seaview (ca. 30 min mit Auto) oder Sardinia Bay, welches ich bisher selbst noch nicht gesehen habe, was mir jedoch schon unzählige Male empfohlen wurde. Generell sollte man jedoch mit etwas windigen Stränden umgehen können, dafür sind die Wellen jedoch unglaublich majestätisch und beeindruckend.
    Wir fünf selbst leben in dem Stadtteil Walmer, welcher direkt neben dem Flughafen Port Elizabeths liegt und ca 20 Minuten von Summerstrand, dem touristischen Teil der Stadt, mit bereits genannten Kings Beach, entfernt liegt. Zu diesem Stadtteil gehört auch das einzige stadtinterne Township „Walmer Township“, dessen Bewohner sehr stolz auf ihre Geschichte sind, denn es war die einzige Gemeinde der Stadt, welche sich erfolgreich gegen die Bemühungen der Stadtverwaltung, im Zuge einer Räumung der Townships in den Siebzigern, behauptete. Im Vergleich zu den anderen Townships, wie beispielsweise Motherwell oder Kwazakhele ist Walmer mit schätzungsweise etwas über 30.000 Einwohnern relativ klein. Zudem ist es an die Stromversorgung der Stadt angeschlossen. Dennoch herrscht in Walmer Township aufgrund der Nähe zum Suburban (Wohngegend in Walmer) viel Eifersucht, jedoch ist es ziemlich friedlich, trotzdem gilt auch hier für uns, nicht alleine oder im Dunkeln herumlaufen. Insgesamt wirken die Leute hier aber sehr freundlich.

    Zudem ist uns aufgefallen, dass die Stadt trotz der einstigen britischen Kolonialherrschaft eher amerikansche Züge aufweist. So existiert beispielsweise kein Stadtkern mit Fußgängerzone, sondern alles drängt sich mehr an den Strand, wo unzählige Shoppingmalls existieren und ein Boardwalk, welcher mehr an eine Miniaturversion von Disneyland erinnert, als an ein afrikanisches Hotel.
    In der ersten Woche hatten wir eine Stadtrallye, welche uns an verschiedene touristische Attraktionen aber auch lokale Geheimtipps führte. Von einigen wird in kommenden Blogeinträgen sicherlich noch mehr berichtet werden, aber alles aufzuzählen, würde wohl das Limit dieses Footprints sprengen.
    Unser allgemeines Fazit nach den ersten Tagen lautet jedoch eindeutig, Port Elizabeth ist ganz anders als jede europäische Stadt, speziell jede deutsche Stadt, die wir kennen, hat aber eine ganz eigene Atmosphäre und bietet sowohl Leuten, die einfach ein bisschen am Strand entlang bummeln oder eine verträumte kleine Stadt erleben wollen, als auch Party- und feierlaunigen Menschen viele tolle Optionen. Die Kriminalität ist bedeutend geringer als in Städten wie Kapstadt oder Johannesburg, aber immernoch sehr hoch.

    Außerdem möchte ich mich an dieser Stelle bei Ben Schneppensiefen, welcher augenblicklich als weltwärs-Freiwilliger in Tansania arbeitet, revangieren und hier auf seinen Blog hinweisen, in welchem er sehr anschaulich seine Arbeit, sein Leben in Tansania, sowie dessen Kultur beschreibt.
    Ben Schneppensiefen: https://findpenguins.com/9s1yn9xlkzjsr

    Weiterhin möchte ich auch auf Paul Gasbers Blog, weltwärts-Freiwilliger in Bolivien, aufmerksam machen, welcher ebenfalls sehr einfühlsam sein Leben in Cochabamba beschreibt.
    Paul Gasber: https://findpenguins.com/0hl23zi2tasca
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  • Sandboarding

    Port Alfred

    September 16, 2018 in South Africa ⋅ ☀️ 19 °C

    Knapp zwei Wochen nach unserer Einreise, hatte das Team Eastern Cape ein Orientierungsseminar in dem verträumten Städtchen Port Alfred. Dieses liegt liegt etwa zweieinhalb Stunden Autofahrt gen Osten, außerhalb von Port Elizabeth. Aufgrund seiner Lage am Meer und der Tatsache, dass der Ort von vielen Kanälen durchzogen ist, wird er auch das südafrikanische Venedig genannt. Zwar ist es meiner Meinung nach kaum miteinander vergleichbar, da dort eine ganz andere Atmosphäre herrscht, als in der italienschen Wasserstadt, aber dennoch ist der Flaire, den die Stadt versprüht, einzigartig.
    Unser Programm startete damit, dass wir unsere Unterkunft in dem kleinen bezaubernden Hostel „Wanderlust Adventures“ in der 11 Stocks Avenue bezogen.
    Sam, der sehr sympathische Betreiber des Hostels hieß uns mit offenen Armen Willkommen, im Anschluss ging es bei einem gemütlichen Essen um den eigentlichen Grund unseres Besuchs in Port Alfred. Wir hatten uns als gesamtes SAGE Net (South African German Network, unsere Entsendeorganisation) Eastern Cape Team (zwei aus Grahamstown und fünf aus Port Elizabeth) getroffen, um die ersten zwei Wochen, die Lebens- und Arbeitssituation und unseren Gemütszustand zu reflekieren und bei Problemen eine Lösung zu finden. Glücklicherweise drückte der Schuh nur an wenigen Stellen und insgesamt waren alle sehr zufrieden.
    Am Nachmittag lud uns Sam auf eine Runde Sandboarden ein, was wir sehr gerne annahmen, da niemand von uns so etwas schon einmal gemacht hatte. Im Prinzip sagt der Name auch schon alles, man steht oben auf einer Sanddüne und fährt diese mit einem geschliffenen Brett hinunter, ganz ähnlich dem Snowboarden. Allerdings an dieser Stelle noch ein kleiner Warnhinweis, es sieht bei den anderen immer leichter aus, als es eigentlich ist, denn man rutscht nur die ersten Meter ganz entspannt, die Knie leicht angewinkelt, doch schon nach wenigen Sekunden beginnen die Arme zu rudern, bis man schlussendlich in den flachen Ausläufern der Düne stehen bleibt. Oder halt nicht , die ersten Male purzelten wir alle kreuz und quer den Abhang hinunter. Da der Sand jedoch weich war, gab es keine ernsthaften Verletzungen. Insgesamt hat der Ausflug enorm Spaß gemacht.
    Den Abend ließen wir mit einem netten Barbecue (hier zulande Braai) und ein paar Kartenspielen ausklingen.
    Am nächsten Morgen ging es nach einem English Breakfast wieder zurück nach Port Elizabeth, zusammen mit einem ganzen Sack voll neuer Erinnerungen.
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  • Summercamp 2018

    October 1, 2018 in South Africa ⋅ ⛅ 19 °C

    Vom 01.10 bis zum 05.10 war ich als Betreuer auf einer Freizeit mit Kids aus örtlichen Grundschulen (Primary School bis siebte Klasse). Am Montag ging es an unserem Gebäude, der Changemaker Academy, mit dem Bus los. Nach ca 30 Minuten Fahrt erreichten wir unser Ziel: ein Camp etwas außerhalb von PE nahe Despatch. Untergebracht waren wir in kleinen Häusern mit je einem Schlafraum für sechs bis acht Leute, welcher zugleich als Aufenthaltsraum der Gruppe diente und einem kleinen Bad mit Dusche und Waschbecken und nochmals separierter Toilette.
    Ich teilte mir mein Zimmer mit zwei anderen ziemlich entspannten Betreuern: Fundile und Yonela. Da wir Jungs nur zu dritt waren und als Facilitators (es wird versucht, dass Wort Lehrer zu vermeiden) aber einen eigenen Raum bekamen, hatten wir recht viel Platz und glücklicherweise auch keine Stress um die Benutzung des Bades, Duschzeiten oder Ähnliches.
    Der Tag ließ sich in zwei große Blöcke einteilen, morgens ging es um 6:30 mit Frühsport los, meist Zumba, Streching oder Yoga, gefolgt von einem (English) Breakfast. Danach startete der erste Block mit Workshops. Dieses Jahr war das große Thema „Peer Pressure“ und die Facilitor versuchten die Sensibilität gegen Gruppenzwang bei den Kids zu schärfen, um über Alkoholkonsum, Drogenmissbrauch und deren fatalen Folgen aufzuklären. Die Präventionsarbeit war sehr ähnlich derer die wir alle aus der Schule kannten.
    Nach dem Mittagessen ging es, jenachdem wie gut der Zeitplan eingehalten wurde, dann mit eine zweiten Runde Workshops weiter um dann ab 15:00 Uhr mit Sport und Spielen im Außenbereich zu beginnen. Das war dann Aufgabe von Fu, Yonela und mir, zusammen mit Zamo, Lebo und Lena.
    Wir machten Spiele mit den Kids wie Fußball mit verbundenen Augen spielen, Hindernissstaffellauf, jede Menge Energizer oder ließen sie Denkaufgaben als Team lösen wie beispielsweise an einem Nachmittag, wo sich die Kinder in Kleingruppen einteilten, auf Plastiktüten stellten und dann diese einmal komplett mit der Unterseite nach oben wenden sollten, ohne das irgendjemand von der Matte trat, vielleicht kennt das jemand von Assesmentcentern oder so.
    Nach dem Abendessen gab es dann von dem Outdoorteam noch eine Abendbeschäftigung, wie beispielsweise eine Nachtwanderung über das Gelände, wo jeder im Dunkeln und in der nächtlichen Ruhe noch einmal den Tag, seine Erkenntnisse und sich selbst reflektieren sollte. An einem anderen Abend gab es ein großes Lagerfeuer oder mal eine Movie Night. Am letzten Abend gab es dann noch ein großes Braai, für welches Yonela, Lumka (eine andere Betreuerin) und ich bestimmt sechs Stunden am Grillen waren um Fleisch für knapp hundert Leute vorzubereiten.
    Nachdem die Kids dann um zehn Uhr abends endlich im Bett waren, trafen sich die Facilitator noch für Gesellschaftspiele und nettes schnacken, allerdings fand dies immer in unserem Raum statt, da wir wie erwähnt den Platz dafür hatten, was mir zu anfang sehr unangenehm war, da ich erschöpft und einfach müde war, aber der Peer Pressure zwang mich dann ab dem zweiten Abend doch dazu, mitzumachen .
    Am Freitag Mittag ging es dann für alle wieder zurück nach PE. Ich muss sagen, ich bin zwar definitiv kein Fan von Freizeiten und bin es auch nach dieser nicht geworden, aber es hat insgesamt doch Spaß gemacht und ich hab tolle Leute kennengelernt.

    PS: Bilder kommen später, wenn ich auf die von der Campcam zugreifen kann
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  • Changemaker Academy
    CafeteriaDie kleine HalleDer KunstraumAußengelände des KindergartensAusblick übers Township

    Meine Arbeit

    October 8, 2018 in South Africa ⋅ ☀️ 22 °C

    Meine Arbeitssstelle liegt, wie im Blogeintrag zuvor bereits erwähnt, im Walmer Township (lokaler Name Gqebera). Hier existiert seit Septemer 2017 ein Gebäude, dass Masifunde Changemaker Academy heißt und für die Kinder und Jugendichen des Townships außerschulische Freizeit- und Weiterbildungsmöglichkeiten bietet. Hier finden vor allem Programme im künsterlischen Bereich statt. Es gibt mehrere Chöre für Klein und Groß, Theater- und Dramagruppen, bildende Künste wie Malen, Zeichnen oder Basteln, sowie Computerunterricht zur Verbesserung der Englischkenntnisse der Kinder, Programme zum internationalen Austausch mit deutschen Schülern oder einfach als Angebot für Recherchearbeit für die Schule.
    Im Eingangsbereich liegt die kleine aber sehr schöne rustikal eingerichtete Cafeteria mit dem Namen MyMito, wobei Mito die Abkürzung für Mitochondria (auf Deutsch Mitochondrien, die Kraftwerke der Zelle :) ist. Dahinter ist ein Flur, der zur Rezeption, dem Kunstattelier, dem Computerraum und dem Kindergarten führt. Hinter der Rezeption ist das Backoffice, wo zudem der Server steht. Geht man die Treppe in den ersten Stock hinauf, kommt man zu den größeren Räumlichkeiten. Das ist zum Einen eine kleine Aula, welche mit Bühne, Licht- und Tontechnik ausgestattet ist und deshalb auch immerwieder von Gruppen von außerhalb genutzt wird, so hatten wir beispielsweise schon ein Treffen der GiZ Bolivien, welche ihre Partnerorganisationen in Südafrika über ihre Arbeit informiert hat, auf der anderen Seite ist dann der Multipurpose-Room der, wie der Name schon sagt, für verschiedene Zwecke genutzt wird.
    Meine Arbeit ist an der Rezeption, wo ich zusammen mit meiner Kollegin Nosipho verschiedene Verwaltungsaufgaben erledige. Darüber hinaus kümmere ich mich mit um die Technik im Gebäude sowohl im täglichen Troubleshoot, als auch bei Evens um die Licht- und Tontechnik in der Halle. Seit kurzem gibt es auch ein Startup, wo Bewohner des Townships kleine Schmuckstücke produzieren, welche hier im Gebäude und online nach Deutschland verkauft werden. Ich unterstütze dabei die Leute bei der Produktionsabwicklung hier in Südafrika. Außerdem betreue ich eine Art Schülerzeitung, die halbjährig Magazine veröffentlicht und sich immer ein spezielles Thema für ihre Beiträge sucht.
    Mein Arbeitszeiten sind von 8:30 Uhr bis 17:00 Uhr, allerdings sind im Moment noch Bauarbeiten am Gebäude, weshalb es schon um 07:30 Uhr geöffnet werden muss. Da ich auch am Ende des Tages alles abschließe und die Sicherheitsvorkehrungen aufgrund der Lage im Township mehr an einen Hochsicherheitstrack eines Gefängnisses erinnern, als an eine Bildungsinstitution, bin ich selten vor 17:40 Uhr zurück.
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  • weltwärts - was ist das?

    October 18, 2018 in South Africa ⋅ ⛅ 19 °C

    weltwärts ist ein entwicklungspolitischer Freiwilligendienst des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, der seit 2008 Freiwillige in alle Welt verschickt. Bedingung dabei ist, dass es sich um ein Entwicklungs / Schwellenland handeln muss. Finanziert wird weltwärts durch das BMZ, das sich für die Umsetzung der Unterstützung seiner Tochtergesellschaft Engagement Global bedient. Die Projekte, in denen die Freiwilligendienste stattfinden, werden von deutschen Nicht-Regierungsorganstaionen und deren lokalen Partnern umgesetzt.
    Für wen ist weltwärts? weltwärts ist für junge Erwachsene zwischen 18 und 28 Jahren, Qualifikationen spielen im Allgemeinen keine Rolle, sondern jeder darf mitmachen.
    Was genau macht man als Freiwilliger bei weltwärts? Als Freiwilliger bei weltwärts arbeitet man in einem sozialen Projekt unterschiedlichster Ausrichtung: Gesundheit, Recht, Bildung, Kultur und Sport, ...
    Wie lange dauert so ein Einsatz? Die Einsätze dauern immer ein halbes oder ein ganzes Jahr, was je nach Organisation unterschiedlich ist und wen es richtig packt, der kann auch noch um ein weiters Jahr / halbes Jahr verlängern, aber Achtung, man kann nur einmal mit weltwärts ins Ausland, auch wenn man bei der zweiten Bewerbung auf einen neuen Einsatz noch im vorgegebenen Altersrahmen ist.
    Was bringt mir ein weltwärtsjahr? Ein weltwärts Jahr hat viele Vorteile und für jeden sind es andere. Für die meisten ist es einfach die super spannende Erfahrung, in einer ganz anderen Kultur zu leben und mal von Zuhause rauszukommen. Man hat eine Entsendeorganisation, die einem bei allem Organisatorischen unterstützt, wie etwa beim Visumsantrag etc, man leistet (zumindest einen kleinen) Beitrag um den Menschen vor Ort zu helfen und im Lebenslauf macht es sich auch nicht schlecht :).
    Wie funktioniert der Berwerbungsprozess für weltwärts? Nachdem du dich auf der Website von weltwärts umgesehen und für ein Projekt entschieden hast, bewirbst du dich bei der entsprechenden Organistaion. Nach erfolgreicher Aufnahme, bei der sich das exakte Projekt in Absprache mit dem Bewerber eventuell nochmal ändern kann, wird die Organisation, welche das Projekt in dem jeweiligen Land leitet kontaktiert. Gibt es auch von dieser ein OK, so startet die Vorbereitung, mit einem circa 10-tägigen Vorbereitungsseminar, dann folgt der Visumsantrag etc und (meist im Spätsommer) dann die Ausreise.
    Hier ist der Link weltwärts-website, falls Interesse vorhanden: https://www.weltwaerts.de/de/
    Seit einiger Zeit stand für mich fest, dass ich nach dem Abitur ins Ausland möchte. Besonders interessiert habe ich mich dabei für Südamerika und Afrika. Die Idee eines Freiwilligendienstes existiert tatsächlich schon fast genauso lang, denn ich hab das erste Mal in der neunten Klasse von meinem Vater davon gehört, welcher beruflich selbst in der Entwicklungszusammenarbeit tätig ist. Er riet mir, mich einmal bei weltwärts zu informieren und ein bisschen durch deren Website zu surfen, um zu schauen, ob das nicht vielleicht auch etwas für mich ist. Damals war ich mir schon sicher, wie ich mein Gap-Year zwischen Schule und Uni füllen wollte, allerdings begann ich erst Ende der elften Klasse mit der intensiven Recherche.
    Das erste Projekt das ernsthaft mein Interresse weckte, war die Kooperation eines Startups mit der Uni in Windhuk, Namibia. Leider musste ich schnell feststellen, dass dieses Projekt ab 2018 eingestellt wurde, sprich genau zum Zeitpunkt meiner Ausreise. Als nächstes stieß ich auf ein Projek, dass sich mit Mikrokrediten in der ländlichen Region Tansanias beschäftigte, allerdings wurde mir hier zügig abgesagt, da die allermeisten Plätze schon vergeben waren und es höchstens ein Kennenlerntreffen geben würde, falls spontan Leute absprangen.
    Die Wochen verstrichen und ich konnte mich für wenig wirklich begeistern, bis ich schließlich gleich auf zwei Organisationen stieß, die mich interessierten. Die erste operierte haupsächlich in Uganda, Tansania und Malawi und auch wenn mir das Kennenlernseminar sehr gut gefiel, konnte ich ziemlich zügig feststellen, dass die Projekte nicht zu mir passten. Bei der zweiten Organisation handelte es sich um SAGE Net. Ich hatte mein Vorstellungsgespräch ziemlich spät, erst im März, aber das Projekt, dass man mir vorschlug, gefiel mir ziemlich gut und ich sagte zu. So kam ich schließlich zu Masifunde nach Port Elizabeth.
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  • Essen in Südafrika

    October 19, 2018 in South Africa ⋅ 🌬 21 °C

    Wer an Südafrika und Essen denkt, dem kommen vermutlich als allererstes exotische Gerichte mit fremden Gerüchen und Gewürzen in den Sinn, Fleisch das über offenem Feuer brät und eine große Fülle an Früchten. Das war zumindest meine Erwartung, als ich hier herkam, doch da muss ich meinen Erfahrungen nach leider enttäuschen. Da ich in urbaner Umgebung wohne, muss ich sogar sagen, dass es sich fast gar nicht von europäischen Essen unterscheidet. Die erste Ernüchterung kam schon mit dem ersten Einkauf. Die Supermärkte hier lassen sich drei großen Ketten zuteilen, dass ist zum Einen Checkers, dann Pick`n`Pay und Spar. Pick`n`Pay hat noch einen kleinen 24/7 Shop, der sich Pick`n`Pay Express nennt und rund um die Uhr geöffnet hat, sowie eine Kleiderabteilung namens Pick`n`Pay Clothing. Spar hat darüber hinaus noch eine kleinere Version ihres Geschäfts erfunden, die man an vielen Ecken sieht und den kreativen Namen Superspar trägt, sowie einen eigenen 24 Stundenkiosk namens Kwikspar. Geht man durch einen dieser Supermärkte, stellt man schnell fest, dass der größte Unterschied zu Aldi, Lidl oder Netto in den Labels auf den Produkten, sowie der englischen Produktbeschreibung besteht. Hier bekommt man fast alles von frischem Obst und Gemüse bis hin zu Ferreros Nutella. Der einzige wirklich bemerkbare Unterschied im Konzept, den wir festsellen konnten, ist die Tatsache, dass mit Alkohol in den Supermärkten ganz anders umgegangen wird. Es gibt kleine Shops, neben den Supermärkten, die sich Liquorstores nennen und alkoholische Getränke verkaufen. Diese schließen um sieben, was vor der üblichen Zeit der Supermärkte ist. Auch Tankstellen führen keinen Alkohol im Angebot.
    Bald beginnt die Obstsaison in Südafrika, wo intervallartig überall in Südafrika nach und nach altbekannte, wie tropische Früchte reifen und an jeder Ecke verkauft werden. Direkt außerhalb von PE befinden sich Orangen und Ananasplantagen, welche ich mir dann unbedingt anschauen möche.
    Insgesamt merkt man schon, dass es so langsam Richtung Sommer geht, allerdings ist der große Wetterumschwung, der uns seit Wochen versprochen wird, noch ausgeblieben und ich trage meistens lange Hosen und hab immer eine Jacke oder einen Sweater dabei.
    Allerdings gilt diese Art der Ernährung nur für die städtischen Teile des Landes, sobald man etwas außerhalb ist, oder Bewohnern des Townships beim Kochen über die Schulter guckt, stellt man zügig fest, dass eine sehr fleischlastige und ungesunde Ernährung vorherrscht. Grundlage jedes Frühstück, Schulbrots oder Abendessen ist zuallererst Weizenmehltoast, das in beeindruckenden Mengen konsumiert wird, da die Nahrhaftigkeit sehr zu wünschen lässt. Das Toast für unterwegs wird dann meistens mit einer rot verpackten Wurst belegt, welche es für einen Rand zu kaufen gibt (ca 6ct). Überall werden Süßigkeiten und Snacks in quitschbunten Vepackungen gegessen. Ein traditionelles Gebäck ist der sogenannte Fatcake, welcher im Prinzip einfach nur ein frittiertes Brötchen ist. Obst und Gemüse ist da leider zweitrangig, was wohl auch auf deren Preis zurückzuführen ist. Das höchste Gut in Südafrika bleibt jedoch definitiv das Fleisch. Es wird immer und überall gegrillt und gigantische Fleischberge zubereitet mit zig Steaks und meterlangen Würsten. Es gibt sogar einen nationalen Braaiday, welcher mit dem höchsten Feiertag des Landes zusammenfällt (24. September). Trotzdem muss ich sagen, dass das meiste Fleisch in mir als allererstes einen Würgreiz hervorruft. Das Biosiegel zu suchen kann man sich gleich sparen, überall hängen Fettstreifen dran und der Geruch sit auch nich unbedingt der Angenehmste. Hinzu kommt, dass in Südafrika mit Fingern gegessen wird und auch sonst die Esskultur hier in Deutschland wohl verpöhnt würde, während ich nicht mal einen Burger ohne Besteck gegessen bekomme .
    Als einziger Nicht-Vegetarier meiner WG werde ich von unseren Freunden und bei Ausflügen natürlich ganz besonders begeistert an alles Fleisch zum Kosten herangeführt und ich muss sagen mir gehen so langsam die Ausreden aus, wahrscheinlich bin ich am Ende des Jahres auch Vegetarier oder esse zumindest bedeutend weniger Fleisch.
    Sucht man klassische afrikanische Restaurants muss man Locals fragen, da die gesamte Touristengegend nur mit Italienern, Mexikanern, Spaniern und anderen Restaurans gesäumt ist.
    Gestern waren wir auf einem Foodmarket, welcher zweimal im Monat (erster Samstagmorgen und dritter Donnerstagabend im Monat) stattfindet. In einer mittelgroßen Halle im Fabriklook gab es dutzende kleine Stände mit unterschiedlichstem Essen, Gratismassagen und Livemusik. Wir waren alle sehr angetan und die moderaten Preise verleiten schnell zum Schlemmen. Da war dann auch der Eintritt von 20 Rand (ca 1,20 €) eine gute Investition.
    Ich werde später noch mehr über südafrikanisches Essen berichten, wenn ich mehr probieren oder mal über die Märkte Kapstadts laufen konnte, aber diesen Beitrag zuersteinmal um einen kleinen Eindruck zur kulinarischen Seite des Landes zu geben.
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  • Am Steppen
    Elefantenbulle10 Meter vom Wasserbüffel entferntPanorama von einem der AussichtspunkteDie Crew

    Wir gehen auf Safari

    October 21, 2018 in South Africa ⋅ ⛅ 18 °C

    Dieses Wochende war ich das erste Mal im bekannten Addo Elephant National Reserve, das größte Naturschutzreservat in der Nähe von PE. Es liegt etwa eine gute halbe Stunde mit dem Auto entfernt von unserem Wohnort, wesalb es für Wochenendtrips und Tagestouren ungemein geeignet ist. Das hieß für uns jedoch nicht, dass wir uns auf der Strecke nicht trotzdem verfahren durften. Nach über einer Stunde auf der Suche nach dem Eingang des Parks mussten wir überrascht feststellen, dass wir ihn von außen bereits halb umrundet hatten und uns mittlerweile an dem gegenüberliegenden Eingang als ursprünglich beabsichtigt befanden.
    Nach Anmeldung an der Rezeption ging es auch schon los. Kaum hatten wir den Park mit unserem Chico (ganz alter VW Golf 1 – aber in Gold ;) betreten, begeneten uns nach wenigen Metern die ersten Warzenschweine. Ich kannte die Tiere bisher nur als „Pumba“ aus Disneys Musical „Der König der Löwen“ und war ganz fasziniert von deren breiten Hauern und dem unförmigen Kopf, welcher viel zu klein für den sonst doch eher kleinen Körper und die ziemlich dünnen Beine wirkte. Gleichzeitig begegnete uns ein riesiger Mistkäfer, welcher laut Safariauskunft eine Seltenheitsstufe von 8 von 10 hatte, aber anscheinend war gerade Käferzeit, denn wir begeneten kaum einem anderen Tier so oft, wie diesem Mistkäfer.
    Ein paar Kurven weiter erwartete uns jedoch die erste wirklich beeindruckende Begegnung, als direkt zwischen uns und ein paar anderen Wagen eine Herde Wasserbüffel zusammen mit einem Elefanten die Straße überquerten. Das die massigen Tiere unseren armen Wagen wohl mit wenigen Stößen auseinandernehmen hätten können bezweifelte niemand im Auto. Zum Glück waren die Tiere Touris gewohnt und posten sogar regelrecht vor unseren Kameras.
    Als die Herde irgendwann wieder abgezogen war, machten wir uns auf zu unserem ersten Aussichtspunkt an einem Wasserloch.
    Insgesamt waren wir gute neun Stunden unterwegs, wovon wir einen Großteil im Park verbrachten, demenstprechend sind die Erlebnisse von denen ich noch erzähle nicht mehr wirklich in chronologischer Reihenfolge, da es einfach zuviel zu entdecken gab um sich an alles zu erinnern.
    Wir sahen unzählige Elefanten, mehrere Zebraherden, wovon eine Gruppe sogar direkt am Straßenrand graste und ein Fohlen bei sich hattte, welches einfach nur unfassbar niedlich war, meiner Meinung nach sogar fast so niedlich wie die Elefantenbabys, die wir sahen.
    Der Park, welcher semiseriösen Berichten zufolge die Größe Belgiens haben soll (der Krüger Nationalpark sogar die Größe Großbritanniens), bestand aus mehreren natürlichen Arealen mit jeweils etwas anderer Vegetation von Savanne über mit Büschen bewachsenes Land, bis hin zu blühenden Wiesen. Allerdings gab es abgesehen von denen in der Parkbroschüre abgedruckten Tieren wenig andere zu sehen. Dafür spielten wir ein lustiges Spiel, da jedes Tier eine, wie bereits erwähnt, Seltenheitstufe hatte, die mit Punkten von 0-10 versehen waren. Das Spiel funktionierte so, dass jeder Spieler, der ein Tier entdeckte sich dessen Punkte aufschrieb, und wer am Ende vom Tag die meisten Punkte gesammelt hatte, der hatte gewonnen.
    Ich glaube Charlie hat am Ende gewonnen. (Kleine Notiz am Rande: Ben ich hätte dich trotz deines Wissens abgezogen ;).
    Das beeindruckenste Erlebnis war jedoch definitiv die großen Elefantenherden, die wir an einem Wasserloch aus unmittelbarer Nähe beobachten konnten. Große, kleine, junge und alte Elefanten waren dort zusammengekommen, um in der Hitze Wasser aufzutanken. Dabei ließen sich unglaublich viele soziale Kommunikationen zwischen den Tieren beobachten. Vom Streit zweier Bullen über die ersten sexuellen Annäherungversuche eines jungen Elefanten an eine junge Dame in der Herde, bis hin zu kleinen Kälber, die fast noch zu klein waren, um mit dem Rüssel an die Oberfläche des Wassers zu kommen, konnten wir alles beobachten.
    An dieser Stelle noch ein kleiner Hinweis an alle, die vielleicht auch mal den Park besuchen wollen, austeigen ist wirklich nur an den Aussichtspunkten erlaubt und auch da nur auf eingene Gefahr (überall hängen Schilder, die vor Löwenüberfällen warnen). Die anderen, die schon am 24. September im Park waren wurden bei der Parkverwaltung von einer Frau angezeigt, die sie beim Aussteigen aus dem Wagen angesprochen hatte. Glücklicherweise sind sie mit einer Verwarnung davon gekommen.
    Nach neun Stunden und unzähligen Elefanten, Zebras, Kudus (einheimische Antilopenart), Warzenschweinen, Füchsen, einer Gruppe Erdmännchen und Wasserbüffeln später, sind wir dann alle total erschöpft aber sehr zufrieden wieder zurück Nachhause gefahren.
    Fun Fact: Der Addo Elephant Park ist einer der wenigen Orte, der sogar alle Big Seven (Elefant, Nashorn, Leopard, Wasserbüffel, Löwe, Glattwal und weißer Hai) beherbergt, da er sogar eine Marinesektion besitzt.
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  • Hogsback
    Kleines Gemälde aus Tolkiens WeltIch in der BadewanneKleiner Eindruck von der NaturMadonna and Child WasserfallAusblick vom Viewpoint des Hostels (sah in echt noch krasser aus)

    Auf den Spuren der neun Gefährten

    November 4, 2018 in South Africa

    Dieses Wochenende haben wir unseren ersten Kurzurlaub gemacht. Ziel war das kleine aber idyllische Hogsback, dass etwas im Landesinneren in der Nähe von East London, Eastern Cape liegt. Der Name stammt von den drei großen Bergen, welche das Tal umgeben und wohl aussehen sollen, wie drei Schweinerücken :).

    Der ganze Ort besteht praktisch aus nur einer Straße mit zwei kleinen Restaurants, einem Secondhand-Shop und einem kleinen Supermarkt. Unser Hostel „Away with the Fairys“ war ein nahezu magischer Ort, der eine Ruhe und Tiefenentspanntheit ausstrahlte, die ich hier in Südfrika bisher noch nie gefühlt hatte. Das Hostel lag etwas abseits der Hauptstraße, hatte einen großen Platz vorm Eingang, wo jeden Abend ein Lagerfeuer brannte. Im Halbkreis ums Feuer herum waren dann die Rezeption, die Schlafräume und eine kleine Bar. Alle Zimmer waren nach den neun Gefährten aus Tolkiens Trilogie „Der Herr der Ringe“ benannt, da Tolkien, welcher selbst einige Jahre in Südafrika gelebt hatte, sich wohl von dieser Gegend zu seinem Roman hat inspirieren lassen, weshalb wir auch überall kleine Gemälde aus dem Film oder dem Buch an den Häuserwänden fanden.

    Wir erreichten Hogsback am Samstag etwa gegen 14 Uhr, weshalb uns noch genug Zeit blieb, um die Gegend zu erkunden. Die Vegetation bot so ungefähr fast alles von Dschungel über Nadelwälder bis hin zur Steppe und das auf nur wenigen Quadratilometern. Unser Spaziergang wurde jedoch jäh unterbrochen, als fünf Hunde unangeleint und ohne Besitzer kläffend auf uns zurannten. Panisch drehten wir um, glücklicherweise begriffen wir nach kurzer Zeit, dass wir die Hunde mit lauten Geräuschen und hektischen Bewegungen vertreiben konnten.

    Den Abend genossen wir dann noch bei einem kühlen Savannah und einer heißen Pizza in der kleine Taverne bei unserem Hostel, wo ich mich mit einem Südafrikaner und einer Dänin unterhielt, die einen zweieinhalbmonatigen Freiwilligendienst absolvierte und nun mit ihrem Kollegen etwas reiste.

    Am nächsten Morgen stand dann die richtige Wanderung an. Dafür teilten wir uns auf, denn Charlie und Anne wollten mit zwei deutschen Studentinnen wandern gehen, während wir anderen drei uns einer Gruppe südafrikanischer Kumpels anschlossen, die wir am Abend vorher kennengelernt hatten.
    Das war zum einen Jade, ein mitzwanzigjähriger Bodybuilder mit verfilzten Dreads, der gleich an Tarzan erinnerte, aber sehr sympathisch war und sein Freund Skullk ebenfalls Mitte zwanzig, sowie dessen achtzehnjährige Ehefrau und seinem Geschäftspartner, dessen Namen ich leider nicht behalten konnte.

    Ich muss zugeben, zu Anfang war mir ein wenig mulmig, da mir Jade und seine Freunde etwas suspekt vorkamen, was nicht zuletzt der Tatsache geschuldet war, dass sie sich vor Beginn der Wanderung Magic Mushrooms genehmigten, um die richtige „Connection to the Forrest“ zu bekommen, was sich später jedoch als total unbegründet herausstellte, und Jade zudem selbst in Hogsback lebt und den Wald oder eher Dschungel besucht, seit er ein kleines Kind war. Von ihm erfuhr ich dann auch, dass es sich bei diesem Waldstück wohl um den ältesten Wald Afrikas handele, wobei man nicht genau sagen kann, wie alt er genau ist, man schätzt ihn jedoch auf mehrere tausend Jahre.

    Kaum hatte die Wanderung begonnen, kamen wir aus dem Staunen fast nicht mehr heraus. Zu allererst ging es hinab in das Tal, da das Hostel in einiger Höhe an einem Berghang liegt, das wie bereits erwähnt mehr an einen dicht bewachsenen Dschungel mit Lianen und Schlingpflanzen erinnerte, als an einen Wald. Den ersten Stopp legten wir nacch knapp einer halben Stunde ein, als wir einen der wohl ältesten Bäume des Waldes erreichten, der nur „Big Tree“ genannt wurde. Das hört sich jetzt jedoch spannender an, als es eigentlich ist, denn dabei handelt es ich lediglich um einen etwa 30 Meter hohen Baum, der eingezäunt wurde mitten im Wald. Nach einer kurzen Rast ging es weiter, bis wir einen kleinen Bach erreichten, der durch ein paar Felsen floss. Die Mädchen gingen ein bisschen den Urwald erforschen und kletterten zwischen den Felsen hindurch. Die anderen waren schon vorgegangen, weshalb ich mit Jade allein blieb und mich ein bisschen mit ihm über den Wald unterhielt, wo er mir dann erklärte, dass dieser die anderen gerade rufen würde, wehalb er noch nicht wisse, wie lange die Pause dauern würde.

    Vielleicht vermittle ich hier ein etwas falsches Bild von ihm, denn er war wirklich super symapathisch und war als Host der Wanderung sehr bemüht darum, dass war alle Spaß hatten. Die Fröhlichkeit lag vielleicht aber auch etwas an der durchaus beeindruckenden Menge an Gras, die unsere Begleiter den Trip über konsumierten.

    Eine halbe Stunde später etwa erreichten wir einen kleinen Wasserfall mit aufgestautem Wasser darunter, eine Dschungeloase wie man sie aus dem Fernsehen kennt, wo fast alle schwimmen gingen.
    Das eigentliche Highlight erwartete uns jedoch etwa eine halbe Stunde später, als wir die Madonna and Child Falls erreichten. Dabei handelt es sich um einen schätzungsweise 25 bis 30m hohen Wasserfall, welcher uns alle verzauberte. Nach weiteren 60 Minuten Rast und mehrere Joints später, machten wir uns auf auf den etwas anstrengende Rückweg (es war aber ok, danke nochmal an @BenSchneppensiefen fürs Training :). Zwischendurch hielten wir noch an einem kleinen See, der in einem angelegten Park lag und genossen die Aussicht über die trübe neblige Wasseroberfläche und die riesigen Rhododendronbüsche, welche den Weg säumten, zusammen mit einigen anderen bunt blühenden Pflanzen.

    Nach etwa sechs Stunden Wanderung erreichten wir wieder unser Hostel, wo wir Abends gemütlich Essen gingen. Da es bereits Dunkel wurde, nahm uns Jade freundlicherweise hinten auf seinem Pickup mit.

    Gestern Morgen ging es dann wieder zurück, wobei wir einen kurzen Kaffeestopp in Grahamstown machten. Vorher wurde allerdings noch einmal im Cliff Bath des Hostels gebadet, wobei es sich im Prinzip nur um ein Badewann handelt, die jedoch direkt an die Kante des Abhangs gebaut wurde.

    Von Grahamstown aus bin ich die letzten anderthalb Stunden mit unserem Auto zurückgefahren, was mich Blut und Wasser hat schwitzen lassen, denn unser neues Auto (ich erkläre in einem anderen Blogeintrag nochmal warum), ein goldener VW Chico Golf1, ist in fast noch schlechterem Zustand als das Alte und ließ sich nur beschwerlich bedienen, da beispielsweise ein Reifen kaputt zu sein scheint, denn es zieht stark nach links, da hinten Links wohl Unterdruck hat.
    Einige todeserschreckende Momente später erreichten wir dann doch schlussendlich unser Haus.

    Resumee: Ich gebe dem Kurztrip 8/10 Sternen, da wir ein total süßes Hostel hatten und sehr spannende neue Menschen getroffen haben, jedoch wäre es mir für einen längeren Aufenthalt wohl etwas zu einsam. Wer jedoch Ruhe und tolle Wanderstrecken sucht, für den ist Hogsback wohl der perfekte Urlaubsort.
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  • Das eingeschlagene Fenster am nächsten Morgen
    Geburtstagsüberraschung

    Kriminalität in Südafrika

    November 8, 2018 in South Africa ⋅ ☀️ 21 °C

    Heute mal ein kleiner Blogeintrag über eine nicht so liebenswerte Seite des Landes: Die Kriminalität.
    Bedauerlicherweise ist das Thema besonders in der Großstadt fast allgegenwärtig. Südafrika ist zwar drittstärkste wirtschaftliche Kraft in Afrika (nach Ägypten und Nigeria), aber dennoch lebt ein großer Bevölkerungsteil in Armut. Hinzu kommen Nachwirkungen der Apartheid und Rassismus, welche das Konfliktpotenzial enorm verstärken. PE gilt im Vergleich zu Kapstadt oder Johannesburg aufgrund seiner übersichtlichen Größe noch als ziemlich ungefährlich, dennoch gibt es einige Vorsichsmaßnahmen bei einem längeren Aufenthalt in der Stadt zu beachten.

    Grundregel Nummer 1 dabei: Niemals allein im Dunkeln draußen rumlaufen.

    Seit unserer Ankunft wurden uns so viel Sicherheitshinweise eingebläut, dass wir lange Zeit dachten, eigentlich wäre es gar nicht so wild hier und die Leute würden nur versuchen uns etwas Angst zu machen, damit wir nicht unvorsichtig werden. Zudem sind die meisten Menschen, denen wir bisher begegnet sind sehr freundlich und bemüht zu uns gewesen, ihr erinnert euch vielleicht noch an meinen anderen Blogintrag „Die Reise“, als ich festgestellt habe, dass Südafrika so voller Lebensfreude ist. Das täuscht etwas, denn bei Nacht verändert sich die Stadt. Bekannte Ecken können gefährlich werden und es müssen andere Regeln beachtet werden. Auch das konnten wir uns lange nicht vorstellen und ich laufe gelegentlich immernoch abens von der etwa 800 Meter entfernten Mall Nachhause. Man kann es sich ungefähr wie in dem PC-Spiel Minecraft vorstellen, tagsüber ist alles super und sobald die Nacht hereinbricht sucht man einen Unterschlupf, weil Zombies etc sichherauswagen. So ungefähr fühlt es sich an.

    Dennoch ist es kein Muss, dass etwas passiert, wenn man im Dunkeln herumläuft, die Gefahr ist nur deutlich erhöht. Zudem kommt es stark auf die Gegend an, im Township beispielsweise, ist die Wahscheinlichkeit abgezogen zu werden je nachdem wie lange man darin herumläuft gefühlt 110 Prozent, während wir im Suburb leben, wo nachts niemand herumläuft und wenn doch direkt von Hundegebell auf den Grundstücken verraten wird. Hunde findet man bei uns in der Gegend im Übrigen in fast jedem Haushalt, manchmal sogar mehrere. Diese sind aber nicht nur als geliebtes Familienmitglied da, sondern sollen in erster Linie das Haus vor Einbrüchen schützen, weshalb man auch nicht so vielen süßen Hunden begenet, sondern vorwiegend Rottweilern, Bulldoggen oder Schäferhunden. Unser Haus ist auch schon fast eine kleine Festung, die Eingangstür hat ein Extragitter, zwei Schlösser, zwei Riegel und ein Schnappverschluss, jedes Fenster hat ein Gitter davor und das ganz Haus ist mit Bewegungssensoren alarmgesichert.

    Für uns war es am Anfang eine relativ große Umstellung, mehr auf Sicherheit zu achten, aber wir konnten bis zu mehrern Erlebnissen Anfang Oktober noch nicht so wirklich glauben, dass es in PE tatsächlich gefährlich sein kann.

    Eine Mitbewohnerin, Toni, hatte am 14 Oktober Geburtstag und wir wollten reinfeiern. Zu Besuch waren einige Freunde von der Arbeit, mit welchen wir um zwölf noch feiern gehen wollten. Der Plan sah vor, dass wir in einen bekannten Club in Strandnähe fahren wollten. Aus unerfindlichen Gründen ging es dann aber nicht zum „White Tiger“, sondern wir fuhren alle zusammen nach Central, eine etwas unsichere Gegend, aber mit vielen Clubs. Kaum hatten wir die Location betreten, verflog meine Lust aufs Feiern enorm, denn es war ziemlich eng, überall war dieses unseriöse Rotlicht und eine Nebelmaschine verpestete die Luft. Damit hätte ich soweit noch leben können, denn so sind etwas gammelige Clubs halt, ich kann auch immernoch nicht sagen, ob ich Kabelbinder als Eintrittsbändchen ne gute Idee finde oder nicht, aber was mich wirklich störte waren zum einen die Musik, welche nur aus rhytmischen unglaublich lauten Bässen ohne jegliche Melodie geschweige denn mit Gesang war, sowie die Tatsache, dass mich alle fünf Minuten jemand fragte, ob es mir keinen Spaß machen würde, weil ich wohl etwas unbegeistert am Tanzen war.

    Dafür war der Eintritt sehr günstig. Für 10,00 Rand (ca. 60 Cent) p.P. kamen wir in den Club.

    Nach etwa drei Stunden hatten die Ersten von uns keine Lust mehr aufs Feiern und wir fuhren im kleinen Kreis zu KFC um uns was zu Essen zu organisieren. Zwei von uns blieben noch im Club mit unseren Freunden, selbst Locals, weshalb es Ok war, sie zurückzulassen.
    Als wir sie ca dreißig Minuten später wieder einsammeln wollten, war die Straße dermaßen verstopft von falschparkenden Autos, dass wir gezwungener Maßen ans Ende der Straße zurückfuhren und dort zwischen anderen Autos am Straßenrand parkten.
    Wir dachten uns nichts dabei, da es eine belebte Straße direkt neben einer großen Kreuzung war. Da es bereits nach drei Uhr Nachts war, dämmerten wir vier (eine Freundin aus einem anderen Projekt war noch mit dabei) langsam ein, bis die anderen uns ca 20 Miunten später kontaktierten, dass wir sie abholen müssten, weil sie sich, bereichtigter Weise, nicht trauten, allein durch Central zu laufen. Wir hatten jedoch keine Möglichkeit sie aufzusammeln, weshalb ich entschied, sie abzuholen.

    Warum schreibe ich erst von Sicherheit und Kriminalität in Südafrika und erzähle dann, wie wir nett Geburtstag feierten?

    In den knapp zehn Minuten, die ich tatsächlich unterwegs war, was schon leichtsinnig an sich war, als weißer Junge Nachts durch Central zu laufen, sind die Mädchen im Auto größtenteils eingeschlafen, bis urplötzlich eine Scheibe zerschlagen wurde. Ein Mann drängte sich in das kleine Auto und war beinahe mit seinem ganzen Oberkörper im Wagen und griff nach allem was er in die Hände bekam. Die anderen fingen natürlich an um Hilfe zu schreien, aber auch wenn viele Menschen auf der Straße rumliefen, kam niemand. Stattdessen kam ein zweiter Mann dazu und griff ebenfalls nach Wertsachen im Auto. Eines der Mädchen fing an auf die Männer einzuschlagen. Nach wenigen Sekunden verschwanden diese zusammen mit einem Handy, dass gestohlen wurde. Glücklicherweise wurde niemand ernsthaft verletzt, bis auf ein paar wenige Schnittwunden von den Glassplittern. Der psychische Stress hingegen war bei allen hoch.

    Ich selbst war zu dem Zeitpunkt auf der Straße unterwegs, wo mich ein Mann ansprach, welcher mir helfen wollte den Club zu finden, an dem die anderen warteten, vermutlich wollte er aber einfach nur Geld. Ich wimmelte ihn mit ein paar flüchtigen Sätzen ab, aber er folgte mir, bis ich schließlich anhielt und ihm die Location beschrieb. Von ihm erfuhr ich, dass ich nicht weitergehen solle, da ich im nächsten Abschnitt der Straße wohl ausgeraubt werde würde, woraufhin ich entschied, zurück zum Auto zu laufen.

    Insgesamt lässt sich also sagen, dass der Abend nicht ganz so verlaufen ist, wie wir es uns vorgestellt hatten, ich würde also wegen der schlechen Musik und der Unfreundlichkeit der Leute in unserem Auto maximal 3 von 10 Sternen geben und in nächster Zeit nicht mehr nach Central fahren. Aber immerhin haben wir alle die ziemlich wichtige Lektion gelernt, dass die vielen Warnungen nicht unberechtigt sind.

    Trotzdem möchte ich an dieser Stelle nochmal für alle, die vielleicht mit dem Gedanken spielen, nach Südafrika zu reisen, betonen, dass das für normale Touris nicht üblich ist und wir uns einfach leichtsinnig verhalten haben. Und wer aus Angst jetzt nicht nach Südafrika fährt, der wird sein Leben lang spannende Sachen verpasen, denn eine hundertprozentige Garantie gibt es nirgendwo und ich kann es nur jedem ans Herz legen, auch nach dieser Erfahrung, sich einmal Südafrika anzusehen. Wenn man ein paar Regeln beachtet und sich mit Locals über Gefahren unterhält und ihre Warnungen ernst nimmt, dann wird man auch ziemlich sicher unbeschadet durch’s Land kommen. Und noch ein kleiner Tipp, es ist nicht peinlich jemanden nach Gefahren und Sicherheitsvorkehrungen zu fragen, denn Sicherheit ist hier ein großes Thema und sogar die Leute aus dem Township sehen die Kriminalitätsrate in ihrer Wohngegend kritisch.
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  • Kleines Update zu unserem Chico

    November 9, 2018 in South Africa ⋅ ⛅ 22 °C

    Eine kleine Anmerkung zu meinem letzen Blogeintrag, seit heute haben wir das weiße Auto, bei dem uns die Scheibe eingeschlagen wurde, wieder und es wurde ziemlich gut in Schuss gebracht. Die Anzeigen funktionieren zwar immernoch nicht, aber dafür haben wir einen neuen Schalthebel, eine neue Fenserscheibe, neue Reifen und eine neue Batterie gabs auch noch oben drauf. Jetzt kann der Tour nach Kapstadt im Winter hoffentlich nichts mehr im Weg stehen.Read more

  • Kleiner Eindruck vom Strand
    SurfkursDie Bucht von Jeffrey's Bay

    Jeffrey's Bay

    November 10, 2018 in South Africa ⋅ ☀️ 22 °C

    Dieses Wochenende haben wir zum ersten Mal das Surfernest Jeffrey’s Bay besucht.
    Die Bucht liegt etwa eine Stunde außerhalb von PE in Richtung Kapstadt und ist besonders für ihre sonnigen Strände und starken Wellen bekannt. Hier findet auch im Juni die alljährliche Surfweltmeisterschaft im Wellensurfen (In Wellenrichtung rechts) statt. Für jeden der die Garden Route bereist also ein absolutes Muss.
    Am Freitag Abend ging es nach der Arbeit und dem Sport dann los in den Sonnenuntergang hinein. Nach einer guten Stunde Fahrt erreichten wir unser Hostel, das „African Ubuntu Bagpackers“, und entspannten auf der loungartigen Terasse, bis wir kurz darauf von ein paar Dänen eingeladen wurden, in einem anderen Hostel feiern zu gehen. Gesagt getan, verließen wir unser Nachtquatier, dass im Übrigen parktisch nur aus deutschen Gästen bestand, und gingen mit. Das andere Hostel hatte zwar nicht den Charme unseres, aber dafür einen wunderschönen Blick auf den Ozean, wovon man allerdings hauptsächlich nur die Brandung bei Nacht wirklich wahrnehmen konnte. Kurz darauf machten wir spontan noch eine kleine Townshiptour mit einem Local namens Tristan, gebürtig wohl Belgier, welcher bei uns im Hostel wohnte und uns in seinem Auto mitnahm.
    Am nächsten Tag ging es dann an den Strand, wo wir den Tag über mit surfen, spazieren gehen oder entspannen am Strand verbrachten. Highlight war zudem eine Gruppe Buckelwale, die wir aus einiger Entfernung vom Strand aus beobachten konnten. Majestätisch warfen sich die gigantischen Tiere in die Höhe und sorgten für riesige Wasserfontänen, wenn sie zurück in den Ozean fielen. Selbst aus der Distanz waren wir alle von der Größe der Wale sehr beeindruckt und freuen uns umso mehr auf’s Whalewatching in Hermanus.
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  • Ich denke mein Gesicht sagt alles :)

    Smalltalk mit Gott

    November 11, 2018 in South Africa ⋅ ⛅ 21 °C

    Diesen Sonntag waren wir das erste Mal in einem südafrikanischen Gottesdienst. Eingeladen wurden wir von unserer Kollegin und Freundin Noni, welche selbst Mitglied in der freien (ich glaube katholischen aber auf jeden Fall christlichen) Kirche ist. Grund der Einladung war ein spezielles Jugendevent, dass von Donnerstag bis Montag gefeiert wurde. Bei dem Kirchengebäude handelte es sich um einen kleinen betonierten Raum mitten im Township. Der Boden bestand aus einem grau-weiß-Mix mit einem großen roten Kreuz entlang des Mitttelgangs. Im Raum waren Stühle und Bänke für die Leute verteilt, und Wände waren mit weißen und roten Vorhängen geschmückt worden. Am Kopfende des Mittelgangs war eine kleine Freifläche, welche immer wieder für Tänze benutzt wurde und dahinter, etwas nach links (vom Eingang aus) verrückt, die Kanzel mit einer Bank dainter, wo die hochrangigen Gemeindemitglieder saßen. Kaum hatten wir den Raum betreten, wo ich mich zu den anderen setzten wollte, wurde ich darauf hingewiesen, dass ich als Junge getrennt von den anderen auf der Männerbank am rechten Ende des Raumes sitzen sollte. Ich fand den Sitzplatz zuanfang nicht besonders toll, da ich wie auf dem Präsentierteller für alle Gemeindemitgleder (schätzungsweise 60-70 Leute) saß. Die Mädels dagegen saßen wie alle anderen Frauen, auf den Bänken im Raum, bevor sie dann auf eine eigene Bank mir gegenüber gesetzt wurde. Dafür stellte ich fest, dass ich einen sehr guten Blick auf das Geschehen an der Kanzel und davor hatte, was jedoch keinesfalls so ruhig und kühl wie in Deutschland blieb. Bevor ich mit dem Gottesdienst anfange zuerst noch eine kleine Bemerkung zu der traditionellen Kleidung der Mitglieder. Der Dresscode schrieb für die Männer Buisnesslook mit schwarzem Jacket und Hose nach Wahl vor, während die Frauen weiße Kleider und Mützen trugen, was einen im ersten Augenblick an Krankenschwesteruniformen während des zweiten Weltkriegs (siehe Film Pearl Harbor) erinnern ließ. Dazu ein rote Krempe.
    Der Gottesdienst begann mit einem Tanz, der uns Begrüßen sollte. Die Musik war hauptsächlich Acapella und die einzigen Instrumente waren kleine Kissen, auf die man schlug und deren dumpfes Klopfen den Takt vorgab, so wie verschiedene Rasseln.
    Im Anschluss wurde aus der Bibel vorgelesen – leider auf Xhosa. Zum Glück hatte mein Sitznachbar auf seinem Tablet eine Xhosa – Englisch-Übersetzung der Bibel, damit ich mitlesen konnte. Die Predigt handelte unteranderem von dem Buch Exodus, soviel ich verstehen konnte. Danach wurde wieder getanzt und dann ein paar Kinder getauft. Es gab ein Abendmahl, wobei der Traubensaft aus Shotgläsern getrunken wurde und dann eine Predigt. Zu diesem Zeitpunkt waren wir bereits um die zwei Stunden im Gottesdienst und es wurde spürbar wärmer und begann zu müffeln. Kleiner Reminder: bei uns fängt bald der Sommer an :). Jedenfalls wurde es ab diesem Zeitpunkt richtig merkwürdig, denn die Predigt war kein normaler ruhig gesprochener Text passend zum Thema, sondern nach nur wenigen Minuten sprach der Pastor nicht mehr normal, sondern schrie die Menge förmlich an. Das Rumgebrülle sollte uns wohl einschüchtern, während er uns die Wahrheit über die Welt vermittelte oder so, zumindest war das mein Eindruck, denn alle waren mucksmäusschen still, während der Pastor extatisch am rumschreien war. Dabei fuchtelte er noch mit den Armen herum, was die ganze Situation noch skuriler und meiner Meinung nach etwas lächerlich machte.
    Aber damit nicht genug, danach wurden die Mitglieder in Gruppen auf die kleine Fläche vorne gebeten und sollten die Augen schließen, während vier hochrangige Mitglieder herumliefen, sie anbrüllten, Jesus dankten und ihre Köpfe packten und schüttelten, als würden sie versuchen, ihnen den Glauben einzuprügeln. Aber die Gehirnwäsche funktionierte! Einige Mitglieder brachen in Tränen aus , während andere es nicht wagten eine Miene zu verziehen. Nach etwa vier Stunden Gottesdienst kam Noni zu uns, um uns nach draußen zu begleiten, dort gab es noch etwas zu essen, bevor wir wieder Nachhause fuhren. Insgesamt würde ich sagen, war die Kirche eine der krassesten und merkwürdigsten Erfahrungen war, die ich hier nicht wieder brauche. Der Gottesdienst im Ganzen dauerte übrigens 11 Stunden...
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  • DDR meets South Africa

    November 15, 2018 in South Africa ⋅ 🌙 17 °C

    Heute ging es mit unseren Mitfreiwilligen aus dem Masinyusane-Projekt ins Theater. Der Titel des Stücks hieß „Changes“ und es war lustigerweise eine Kooperation des Staatstheaters Oldenburg mit dem Operahouse Port Elizabeth. Thematisiert wurden die Parallelen zwischen der Apartheid in Südafrika und dem Überwachungssystem der DDR, sowie deren Zerfall.
    Das Stück begann mit einer flüchtenden Südafrikanerin ins nahegelegene Lesotho, welche von einem weißen Wissenschaftler über die Grenze geschmuggelt wurde. Dort schloss sie sich einer Widerstandsgruppe an, über welche sie Kontakte nach Westdeutschland bekam und an einer Art Austauschprogramm teilnahm. Nach einer anstrengenden Reise landete sie im schönen Hamburg. Zu Anfang völlig verloren stieß sie nach einigem Suchen auf den jungen Thorsten Mann. Dieser verstand ihre Vergangenheit, da er selbst als DDR-Flüchtling viele Strapazen auf sich genommen hatte. Er hatte an der Ostseeküste gelebt und war mithilfe eines selbstgebauten Segelsurfbretts nachts nach Dänemark geflohen. Dramatisch beschrieb Thorsten seine Reise, die Fluch über den Strand, den Hundeatem beinahe schon im Nacken, Taschenlampen, die die Umgebung durchforsteten und dann die vielen Stunden auf See, in dem Wissen, dass er jederzeit vom Meer verschlungen werden könnte.
    Ich fand die Beschreibung sehr beeindruckend und selbst die Grundschulkinder in den vorderen Reihen waren ganz still.
    Von Dänemark reiste Thorsten dann nach Hamburg, wo er sie (ich habe leider ihren Namen vergessen...) traf.
    Die beiden heirateten 1987 und zogen nach Südafrika. Dort wurden sie von vielen schief angesehen und sie erzählte ihre Geschichte, wie es war unter der Apartheid zu leben. Zu diesem Zeitpunkt hätte es bereits ein Happy End geben können, aber wie der liebe Geschi-LK Sieg es uns gelehrt hat, kam es zwei Jahre später zum berühmten Mauerfall. Zum erstenmal außerhalb der DDR entschied Thorstens alter Freund Thomas sich, seinen Freund in Südafrika zu besuchen. Dort angekommen, völlig überfordert mit den vielen neuen Eindrücken, gelang es ihm schließlich auch diesen zu finden. Die DDR wurde in Südafrika zu diesem Zeitpunkt scheinbar als eine Art Prototyps-Modell betrachtet, denn Thomas stieß immer wieder auf Leute, die begeistert darauf reagierten, dass er aus einem sozialistischen System kam und einige planten selbst eines in Südafrika aufzubauen.
    Ganz besonders sichtbar wurden die Parallelen, als der DDR-Gegner Thomas und der sozialisische Südafrikaner sich über ihre Vorstellungen von Staat, Politik und Lebensweise unterhielten und der eine von dem klassischen Bild des Sozialismus‘ schwärmte, während der andere abwehrend von dessen fatalen Folgen berichtete. Ein ganz besonders wichtiger Punkt dabei war für Thomas die Tatsache, dass die DDR ihre Bürger zwang, sich gegenseitig zu bespitzeln. An dieser Stelle nahm die Geschichte erneut Fahrt auf, denn wie sich herausstellte, hatte Thorsten für die Stasi gearbeitet und Thomas nachspioniert. Natürlich nicht freiwillig und es tat ihm in seinen Geständnis auch offensichtlich leid, aber Thomas, zutiefst getroffen, wehrte ab. Um das Geschehen und den Ärger nach dieser Offenbarung abzukürzen: Thomas hatte die Erkenntnis, dass wenn er sich wirklich von der DDR lösen und einen Neuanfang starten wolle, er sich zuallererst von seinem Hass lösen und lernen müsste, zu vergeben und sich daraufhin sich mit Thorsten wieder versöhnen.
    Insgesamt fand ich das Theaterstück richtig gut, denn es erinnert mich stark an unseren Geschi-Unterricht und auch an meine Abenteuer hier, wie ich völlig überrumpelt meine ersten Erfahrungen mit südafrikanischer Kultur gemacht habe.
    Dabei habe ich jedoch wieder feststellen müssen, wie schade es ist, dass der Geschichtsunterricht in Deutschland so auf Europa fokussiert ist, dass man normalerweise die Geschichte Südafrikas und vieler anderer Länder, nicht wirklich wahrnimmt.
    Auf jeden Fall einen Besuch wert und wer sich ebenfalls dafür interessieren sollte, es soll wohl auch noch eine Deutschlandtour geben.
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  • Tsitsikamma National Park
    Die HängebrückeJa deutsche Touris gibts überallViewpoint aufm BergRiesenbiest und HundDas Ferienhaus von der Treasse nach drinnen

    Tsitsikamma

    November 17, 2018 in South Africa ⋅ ☀️ 21 °C

    Dieses Wochenende ging es das erste mal die Garden Route entlang (Jeffrey’s Bays Ausflug mal abgesehen) zum Tsitsikamma National Park. Unterwegs waren wir mit unserer Freundin Emily, eine Amerikanerin aus der Nähe von Boston, welche hier ein knappes Jahr lang an der örtlichen Universität unterrrichtet. Am Freitagnachmittag ging es um drei Uhr los, allerdings nicht direkt in den Park, sondern wir besuchten die Eltern von einer von Emilys Studentinnen, etwa eineinhalb Stunden entfernt vom Tsitsikamma National Park. Unsere Gastgeber waren weiße Farmer wie aus dem Buche. Er, namens Neil, war in der Gegend um Tsitsikamma aufgewachsen und war dann in die Armee gegangen, bevor er entschied, wie sein Vater Gemüsefarmer zu werden. Seine Frau Anne, stammte aus England, schien aber schon einige Jahre in Südafrika zu leben. Das Haus in dem sie wohnten war stilvoll eingerichtet mit afrikanischen Holzmöbeln und Dekorationsartikeln und die Terasse war vollunterdacht und bot neben einem Grill auch einen herrlichen Blick über die Landschaft, welche hauptsächlich von Feldern und Baumalleen dazwischen geprägt war. Im Horizont sah man die Silhouetten einiger Berge. Also ingesamt ein sehr romantisches Plätzchen mit großem Pool im Garten und einem Wohnzimmer praktisch unter freiem Himmel. Unsere Gastgeber waren auch sehr nett und luden uns direkt auf ein Bier oder zwei ein, allerdings merkten man schnell, dass sie ein Paradebeispiel weißer Farmer waren. Während des Gesprächs fielen immerwieder Bemerkungen von ihnen, die uns allen etwas hinterwäldlerisch und ich will nicht sagen rassistisch, aber definitv nicht angebracht gegenüber einigen Bevölkerungsgruppen hier in Südafrika waren.
    Danach fuhren sie mit uns zu ihrem nahegelegenen Ferienhaus, wo sie uns kurz alles zeigten, bevor sie uns allein ließen. Wir bezogen unsere Zimmer und ich muss sagen, die Einrichtung war sehr die umfangreichste, die ich hier in SA bisher gesehen habe. Mit Emily zusammen kochten wir uns was Nettes und beoachteten die Sonne, die über den Orangenbäumen neben unserem Haus unterging. Neben der ersten Spülmaschine, die ich hier gesehen habe, war auch meine Matraze ganz gut und ich konnte richtig ausschlafen.
    Am nächsten Tag ging es mit unserem Chico dann weiter in den Tsitsikamma National Park. Dort wanderten wir ein paar Stunden entlang der Küste über die Berge und bewunderten ein atemberaumbendes Panorama. Highlight war zudem die große Hängebrücke über eine der Buchten.
    Am späten Nachmittag trennten wir uns dann von Emily, die zurück nach PE musste, da sie noch was für die Uni zu erledigen hatte, eine ihrer letzten Stunden, da sie nächsten Samstag abreist. Für uns ging es in ein nahegelegenes Hostel namens „Wild Spirit“, das wie ein sehr großes Patchworkbaumhaus an einen Hang gebaut worden war. Wir kochten uns etwas und entspannten in der Lounge. Ich genehmigte zum Ausklingen noch ein gekühltes Savannah, der beste Cider, den es hier gibt, und wir unterhielten uns mit eine paar internatonal Students aus Deutschland, welche gerade am herumreisen waren und von denen wir einen auch schon aus PE kannten.
    Ich denke bei Gelegenheit werde ich zu den lokalen Spirituosen, Bieren und leckeren Gerichten noch einmal einen eingenen Blogeintrag machen, sobald ich ein paar mehr kennengelern habe.
    Am Sonntag ging es dann weiter Richtung Plettenberg Bay, wobei wir das Elephant Sanctuary skippten, da es uns einfach zu teuer war und gingen in einem Restaurant etwas essen, bevor es nach einer kurzen Strandbesichtigung dann wieder zurück Nachhause ging.
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  • Molweni Nonnenwerth

    November 23, 2018 in South Africa ⋅ ☀️ 20 °C

    Da ich in diesem Blog versuche, soviele Eindrücke wie möglich an einem Ort festzuhalten, dachte ich mir, dass ich den Beitrag für meine alte Schule hinzufüge, da er meine Erlebnisse vor einem anderen Publikum, sowie meinen Freiwilligendienst bisher ganz gut zusammenfasst. Daher habe ich entschieden, ihn in meinen Beitragskanon mit aufzunehmen:

    Molweni Nonnenwerth,
    wie versprochen sende ich Euch heute einen Beitrag aus Südafrika.
    Mein Name ist Mats, ich habe im Juni mein Abitur am Gymnasium Nonnenwerth bestanden und lebe seit September in Südafrika, wo ich einen Freiwilligendienst in Port Elizabeth bei dem Schul- und Kulturzentrum „Masifunde“ absolviere.
    Ein Freiwilligendienst ist im Prinzip nichts anderes als ein FSJ, nur das es über andere Organisationen läuft und im Ausland stattfindet.

    Wie kam es dazu? Vor ca. einem Jahr habe ich auf der Seite von Weltwärts (Link zur Homepage: www.weltwaerts.de) begonnen, nach einem geeignetem Projekt zu recherchieren und mich bei verschiedenen Organisationen zu bewerben. Mein Ziel war Afrika. Welches Projekt und Land es schlussendlich werden sollte, entschied ich erst, als ich von mehreren Organisationen Einladungen und Projektvorschläge hatte und mir selbst klar darüber wurde, was ich wirklich machen möchte.

    Die Organisation Masifunde gefiel mir aus verschiedenen Gründen sehr gut. Sie hat vielfältge Programme, ein sehr nettes Team und viel Erfahrung mit Freiwilligen. Zudem bietet die Küstenstadt einiges an Freizeitaktivitäten. Als mir die Projektstelle angeboten wurde, sagte ich also zu.

    Es folgten noch in Deutschland ein Vorbereitungsseminar und ein Praktikum in einer ähnlichen Einrichtung ( in meinem Fall – Ihr erinnert Euch vielleicht - war ich nach den Sommerferien auf Nonnenwerth).

    Ziemlich aufgeregt, mit nur 23 kg Gepäck für ein Jahr, flog ich am 5.9.18 zusammen mit einigen anderen Freiwilligen auf die Südhalbkugel.

    Schon die Ankunft lies alle Zweifel hinter mir, als wir mit einem kleinen Bus von unserem Projektleiter Jonas und einigen Mitarbeitern, tanzend und singend vom Flughafen abgeholt und zu unserer Unterkunft gebracht wurden.

    Nun lebe ich in einer WG mit vier Mitfreiwilligen in der Port Elizabeth. Mein Arbeitsplatz ist in einem kleinen Township im Stadtteil Walmer. Hier hat sich Masifunde zum Ziel gesetzt, den Bildungsstandard im Township nachhaltig zu verbessern. Wir unterstützen in den vielen Programmen zur Ausbildung nützlicher Kompetenzen, Lifeskills und der eigenen Persönlichkeit, wie etwa Learn4Life, Learn2Swim, fit4life, oder dem Chor, Theatergruppen und in dem neugegründeten Kindergarten (Link zu masifunde: www.masifunde.org).
    Neben dem Mithelfen in den Programmen übernehme ich auch andere Aufgaben, wie zum Beispiel die Organisation der Schülerzeitung, Unterstützung eines Startups und vieles mehr.

    Aber die Arbeit ist nicht alles, an den Wochenenden gibt es Unmengen an Freizeitaktivitäten, denen man hier nachgehen kann. Wir haben bereits mehrere wunderschöne Sundownerspots entdeckt, verbringen viel Zeit an den Stränden, die besonders durch die gewaltigen Wellen beeindrucken, und fahren oft zu nahegelegenen Buchten an denen meist kleine Städte liegen. Das Angebot ist vielfältig, man kann surfen, Wale und Delfine beobachten, mit Sardinenschwärmen tauchen, Hochseeangeln, Sandboarden und und und.
    Ein weiteres Highlight der Region ist der international bekannte Addo Elephant National Park, den wir letztes Wochenende auf eigene Faust erkundet haben. Kaum hat die Safari begonnen, lief eine Herde Wasserbüffel direkt vor unserem Wagen vorbei, wobei sich die massigen Tiere kaum von uns oder den anderen Autos stören ließen. Wir konnten Elefantenherden beobachten, die sich mittags an einem Wasserloch zum Abkühlen trafen, einer Gruppe Erdmännchen beim Spielen zuschauen oder einfach die atemberaubende Aussicht über die Savanne an einem der Aussichtspunkte genießen. Als Freiwilliger zählt man zudem nicht als normaler Tourist und darf eine sogenannte Wildcard beantragen, die einem unbegrenzten Eintritt für ein Jahr in 80 der größten Nationalparks und Reservate ermöglicht und nur ca 500 Rand (umgerechnet ca 30€) kostet, was weit unter dem Touristenpreis liegt.

    Das allein um einen kleinen Überblick über die Angebote in Port Elizabeth zu geben. Dennoch ist der Freiwilligendienst in erster Linie die Chance in eine neue Kultur Einblicke zu erhalten, die dem normalen Touristen verwehrt bleiben. Ich lebe, arbeite und unternehme viel mit Locals, erfahre viel über Traditionen, Lebensweisen, sowie Vorurteile und Stereoypen gegenüber Deutschland und stelle selbst fest, inwiefern die eigenen Vorstellungen von Afrika zutreffen oder nicht. Denn ein Freiwilligendienst ist auch ein Lerndienst und die persönliche Entwicklung, die man das Jahr über macht, merke ich schon jetzt.

    Mein Fazit nach drei Monaten: Auch wenn es immer wieder chaotisch ist und man schnell von einigen Angewohnheiten der Leute genervt sein kann, etwa Pünktlichkeit, ist das Land, die Leute und die Lebensweise hier unglaublich faszinierend. Es gibt jeden Tag Neues zu entdecken, skurrile Situationen, sympathische Menschen und fortlaufend neue Erfahrungen gehören schon fast zum Alltag.

    Einen Freiwilligendienst würde ich jedem empfehlen, denn es ist eine tolle Möglichkeit in einem sicheren Umfeld in eine unbekannte Kultur einzutauchen. Schon jetzt nehme ich eine große Menge an persönlichen Erfahrungen und Eindrücken mit.

    An dieser Stelle möchte ich zudem gerne noch meinen ehemaligen Stammkursleiter Herrn Sieg grüßen, mit dem wir die letzen Jahre sehr viel Spaß und eine toll gemeinsame Zeit hatten, so wie Herrn Borggrefe, der meinen Weg auf der Suche nach dem richtigen Land begleitet und mir immer wieder geholfen hat.
    Viele Grüße aus Südafrika

    Mats
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  • Die Changemaker Academy
    Der Flughafen

    Das Township

    November 28, 2018 in South Africa ⋅ 🌬 17 °C

    Das Walmer Township in dem ich arbeite, offizieller Name hier Gqebera, ist das einzige stadtinterne Township, dass man in Port Elizabeth finden kann. Laut einer Einwohnerzählung leben hier angeblich ca. 30.000 Menschen, die Dunkelziffer wird jedoch deutlich höher geschätzt. Es liegt neben dem Flughafen und hat eine ganz besondere Bedeutung in der Geschichte der Stadt. 1898 kam es im Zuge der Apartheit zu einer Stadträumung, bei der bisher überwiegend „schwarze“ Wohnviertel nach außerhalb der Stadt verlegt wurden, um neuen Wohnraum für die weiße Bevölkerung zu schaffen. Im Walmer Township gab es jedoch starke Gegenproteste und die Einwohner weigerten sich zu gehen. Unterstützt wurden sie dabei von einigen weißen Familien aus dem anliegenden Suburb (unsere Wohngegend). Die vorerst nobel erscheinende Geste hatte jedoch mehr praktische und eigennützige Gründe, da man es als vorteilhaft erachtete, wenn die Angestellten möglichst nah am eigenen Stadtviertel wohnten, da die Pünktlichkeit und Verfügbarkeit wesentlich besser waren. Dennoch war dies einer der Mitgründe, warum das Walmer Township, oder einfach nur „Walmer Location“ von den Bewohnern gennant, bis heute existiert.
    An der Situation von damals hat sich meiner Einschätzung nach, jedoch noch nicht viel geändert. Die Entwicklung/Tendenz sieht zwar besser aus, aber eine Verbessung des Lebensstandarts im Township hat gerade erst begonnen. Ein Beispiel dafür ist, dass es sich die südafrikanische Regierung zum Ziel gesetzt hat, jedem Einwohner ein richtiges kleines Steinhaus zu bauen. Mein Arbeitsplatz liegt relativ am Eingang des Townships, wo die meisten Wellblechhütten gegen solche Häuser ersetzt wurden, weshalb ich lange Zeit dachte, unser Township wäre eine Art edles oder besonders wohlhabendes Township im Vergleich zu den anderen, die man aus den Nachrichten kennt. Das war eine Fehleinschätzung. Nach einer Township-Tour in der zweiten oder dritten Woche mit unserem Mentor Jonas, in welcher wir tiefer in die Location fuhren, sah ich viele Blechhütten eng aneinander gereiht und verfallende Steinhäusschen, deren Bewohner zwar die vom Staat versprochene Unterkunft erhalten hatten, aber nicht über die Mittel verfügten, diese in Schuss zu halten, geschweige denn selbst reparieren zu können. Kleine Anmerkung: laut Jonas ist so ein Steinhaus etwa 5000 Rand wert, was umgerechnet ca 300 Euro entspricht. Daran zeigt sich schon, dass die subventionierten Häuser ohnehin nicht wirklich das Beste sein können. Ein anderer Grund für eine Verbesserung ist, dass sich immer mehr Organissationen für das Township einsetzen, vorzugweise NGOs, wobei Masifunde soweit ich es einschätzen kann, eine der Größten ist.
    Besonders das Viertel Airport Valley hat es schwer getroffen. Es ist der ärmste Teil des Townships und liegt direkt neben dem Flughafen, weshalb es der Stadtverwaltung immer ein Dorn im Auge war, aber bis heute nicht geräumt werden konnte. Die Bewohner sind auch sehr stolz auf ihre Geschichte und das es ihnen bis heute gelungen ist, sich erfolgreich gegen Räumungsversuche zu wehren. Zudem leben hier mittlerweile bei weitem nicht nur noch Südafrikaner, sondern auch Somalier, Leute aus Simbabwe, Nigeria und und und. Dabei ist der Rassismus, zu dem es eventuell auch noch einen eigenen Blogeintrag gibt, unter den Afrikanern angeblich schlimmer, als zwischen der schwarzen und der weißen Bevölkerung. Gewalt gegen Ausländer anderer afrikanischer Länder ist nich unüblich und es kommt schnell zu Eifersucht und Gewalttaten. Insgesamt herrscht ein großes Problem im Township mit Gewalt, Alkohol- und Drogenmissbrauch, Teenagerschwangerschaften, Überfällen und vielen anderen teilweise sehr heftigen Problemfeldern.
    Darum gibt es auch einige Regeln, wie man sich im Township zu verhalten hat: zum Einen darf man nie ohne Begleitung weiter ins Township hingehen, als den Arbeitsweg selbst und es gibt viele Gebiete, in denen seit Jahren keine Weißen mehr herumgelaufen sind und überhaupt erst seit Masifunde regelmäßig Leute für seine Projektarbeit ins Township schickt und regelmäßig jedes jahr neue Freiwillige hierhin kommen, war es für die Leute normal, Bewohner aus dem Suburb etc zu treffen. Außerdem sollte man niemals Wertsachen offen mit sich herumtragen, da es sogenannes Grab-and-Run gibt, wo einem das Handy oder was auch immer einfach aus dem Nichts aus der Hand gerissen wir und der Betroffene erst gar nicht realisiert, was passiert ist, ist der Dieb schon längst über alle Berge. Oder man wird direkt überfallen, da gibt es beispielsweise eine Abkürzung zu unserer Arbeit, die ein paar von uns zu Anfang mehrmals genutzt hatten, bis wir darauf hingewisen wurden, dass es ein No-Go wäre, hier entlang zu laufen, da die Überfallgefahr auf den circa 200m bei gefühlt 95% liegt. Es soll wohl Kids geben, die aus den anliegenden Büschen springen und einen mit Messern und manchmal sogar Handfeuerwaffen bedrohen. Aber genug davon, zur Kriminalität habe ich ja bereits etwas geschrieben. Jedenfalls nehme ich meine Kopfhörer fast immer ab, wenn ich das Township betrete und überprüfe meistens nochmal, ob alle Reisßverschlüsse an meinem Rucksack zu sind und nicht wertvolle Sachen offen zu sehen ist.
    Das größte Problem des Townships liegt jedoch in der Bildung der Bevölkerung. Zwar gibt es eine Grund- und weiterführende Schule (Hier Primary und High School), aber nach einer in den letzen Jahren, glaube ich, aufgeführten Statistik schaffen es im Schnitt von 100 Schülern, die die Schule besuchten nur etwa 56 in die zwölfte Klasse, 13 von ihnen bestanden die Abschlussprüfungen und nur von zweien war das Ergebnis gut genug, um sich an den südafrikanischen Universitäten zu bewerben. Dieser schlechte Schnitt ist der Hauptgrund, warum schon in der Primary School viele Kids es aufgeben, die Schule zu besuchen oder für Prüfungen anständig zu lernen, da die meisten davon ausgehen, es ohnehin nicht zu schaffen, die Final Exams zu bestehen, wenn sie denn bis dahin kommen. Hinzu kommen teilweise extreme familiäre Belastungen, häusliche Gewalt, viele Waisen, die bei Verwandten aufwachsen, Kataststophen und und und.
    Fazit: Insgesamt schätze ich, dass Walmer Township eigentlich gute Chancen hat, in Zukunft zu wachen und seinen Bewohern einen besseren Lebensstandart bieten zu können, da Regierung und und Nicht-Regierungs-Organisationen sich immer mehr für die Leute einsetzten. Davor gilt es jedoch, einige Probleme zu lösen und vor allem die große Bildungslücke zu schließen, damit mehr Kids es auf die Uni schaffen, um später im Township neue soziale Strukturen aufzubauen und eine neue Generation Kinder frei von Gewalt großzuziehen.
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  • Summercamp 2

    December 7, 2018 in South Africa ⋅ ☀️ 22 °C

    Diesen Freitag ging es auf das Summercamp der High School Kids. Wie bereits das erste Camp im Oktober fand auch dieses etwas außerhalb der Stadt nahe Despatch statt.
    Die Abfahrt war auf 10:00 Uhr veranschlagt, was im Gegensatz zum letzten Mal erstaunlich gut funktionierte. Auch fuhr ich dieses Mal nicht im Crafter von Mr. Rush mit, sondern im Bus mit den Kids. Ich durfte sogar ganz vorne neben dem Busfahrer am Fenster sitzen :).
    Nach etwa einer Dreiviertelstunde Fahrt erreichten wir das Camp, wo wir zuallererst unsere Zimmer bezogen. Wie letztes Mal teilte ich mein Zimmer mit Fu und Yonela, aber dieses Mal war auch Fabian, ein internationaler Student aus Deutschland, der ein Auslandssemester an der Nelson Mandela University macht und schon häufiger mit uns unterwegs war, dabei. Zudem kam ab Sonntag auch Manelisi, ein weiterer Kollege des Learn4Life-Teams, dazu.
    Der Tagesplan sah für die ersten Tage etwa folgendermaßen aus:

    6:30 - 7:00 Uhr Morgensport
    8:00 - 9:00 Uhr Frühstück
    9:00 - 13:00 Uhr Workshops mit (Teabreak zwischendurch)
    13:00 - 14:00 Uhr Mittagessen/Lunch
    14:00 - 15:00 Uhr Freizeit
    15:00 - 18:00 Uhr Outdoor Activity
    18:00 - 19:00 Uhr Abendessen
    19:00 - 20:00 Uhr Freizeit und Teammeeting
    20:00 -22:00 Uhr Night Activity
    22:00 - 22:30 Uhr Freizeit
    22:30 Uhr Nachtruhe

    Soweit der Plan, in Realität haben sich die Zeiten jedoch meistens verschoben.
    Das Thema des Camps dieses Jahr war Globalisierung und Xenophobie, sowie die Bedeutung und Verantwortung des Einzelnen im globalen Zusammenhang. Die Kids sollten sich eigene Länder ausdenken und für diese Regeln und Gesetze, sowie Flaggen, Währungen, Sprachen und vieles anderes erfinden. Das sollte die Komplexität eines Staates und das Zusammenspiel mit anderen Ländern, vermute ich, darstellen. Am nächsten Tag wurden Gefahren im Internet und verantwortungsvolles Nutzerverhalten besprochen. Dabei sollten die Kinder Regeln aufstellen und über ihr eigenes Verhalten reflektieren.
    Als Teil des Outdoorteams war ich nachmittags meistens mit den Outdooraktivitäten beschäftigt und habe von Kursinhalten dadurch relativ wenig mitbekommen. Da mir die Rolle des Fotografen dieses Mal zufiel, habe ich dennoch in jede Gruppe und ihre Unterrichtsinhalte einen Blick werfen können.

    Am ersten Nachmittag machten wir mit den Kids einen Hindernismarathon, wo es verschiedene Hürden zu nehmen galt, bevor man den Stab überreichen konnte. Beispielsweise musste man durch Hula-Hoop- Ringe klettern, mit aneinander gebunden Beinen rennen, sich verkleiden oder in einem Eierlauf mit seinem Ei heil beim nächsten Läufer des Teams ankommen. Danach gab es noch einen Buiscuit-Run. Aufgabe dabei war es, zu einem in der Mitte platzierten Tisch zu rennen, einen Keks zu essen und zurück zum Team zu laufen, um den nächsten Teamkollegen abzuklatschen. Das Team, bei dem als erstes alle Teammitglieder ihren Keks ganz aufgegessen hatten und zurück gelaufen waren, hatte gewonnen.
    Weitere Aktivitäten waren ein Hindernislauf, an einem Nachmittag ein Wasserspiel, Schwimmunterricht, Basketball, Volleyball und einige andere Spiele.

    Ein ganz besonderes Highlight in meinen Augen war die Nachtwanderung, welche von meinem Kollegen Yonela durchgeführt wurde. Mit ruhiger Stimme bat er die Kinder ganz leise zu sein, nicht zu sprechen und sich auf eine Geschichte einzulasse. Danach erzählte er von der Situation vieler Flüchtlinge aus Simbabwe, die nach Südafrika fliehen und schaffte eine beeindruckende Atmosphäre. Die authentische Erzählweise ermöglichte einem wirklich, sich gut in die Situation hineinzuversetzen und in der Diskussion im Anschluss, teilten viele ihre Empfindungen und es wurde übeer Rassismus und Fremdenfeindlichkeit gesprochen
    So in etwa verliefen die Tage, bis am Montag dann die Reihenfolge etwas geändert wurde und es abends noch eine Veranstaltung für die Schüler der Klassen elf und zwölf gab, zusammen mit einer Verabschiedungszeremonie für die Absolventen. Parallel dazu hat ein Teil des Outdoorteams und ein paar andere Betreuer für alle gebraait.
    Am letzten Tag gab es dann eine weitere Abschlussveranstaltung, bei welcher die Workshopgruppen ihre Ergebnisse in Form von Tänzen, Theaterdarbietungen, Ausstellungsstücken oder Videos präsentierten.

    Insgesamt muss ich sagen, dass ich dieses Summercamp noch etwas besser fand, als das letzte. Die Schüler (viele auch in meinem Alter oder sogar älter) haben gut mitgemacht, die Outdooraktivitäten haben alles in allem sehr gut funktioniert und das meisten sogar in der vorgesehenen Zeit. Das Team war nett, es war wärmer und ich hab mich mit viel mehr Leuten unterhalten können, weil man sich vom letzten Camp oder von der Arbeit mittlerweile kannte.
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  • Sundown
    Erkunden der FelsenküsteChico 😏🤙

    Die Kaffeebucht

    December 16, 2018 in South Africa ⋅ ⛅ 27 °C

    Mitte Dezember ging in Südafrika der vierte und letzte Schoolterm vorbei und damit standen die großen Sommerferien an. Für uns Freiwillige bedeute das, dass wir unsere erste richtige Reise antreten konnten.
    Ziel waren die etwa tausend Kilometer entfernten Drakensberge. Geplant waren zwei Fahreinheiten mit eintägiger Unterbrechung in dem kleinen Coffee Bay an der Wild Coast. Unser Autovermieter, welcher anfangs gar nicht begeistert von der Idee war, warnte uns direkt vor Schlaglöchern, Trickbetrügern und Autopannen. Da die Wild Coast nicht so sehr touristisch erschlossen ist, wie die Garden Route, sondern noch etwas natürlicher ist, waren die Straßen tatsächlich in keinem sehr guten Zustand, allerdings weit besser, als wir bei den pessimistische Vorausdeutungen von Karl (niemand kennt unseren Autovermieter unter anderem Namen) erwartet hatten. Dementsprechend gibt es über die Fahrt nach Coffee Bay wenig Interessantes zu sagen, außer, dass sie in unserem kleinen Golf 1 sehr anstrengend war.

    Coffee Bay selbst ist ein kleiner Ort, der aus praktisch nur einer Straße besteht und die so ungefähr aus nur einem Backpackers. Dieses wiederum ist dafür sehr groß. Ansonsten zur raumanalytischen Beschreibung Coffee Bays gibt es zu sagen, dass es etwa auf halber Strecke zwischen Port Elizabeth und Durban liegt. Es ist eingebettet in eine Hügelkette, von deren Spitze aus man einen wunderschönen Blick in die Abendsonne hat. Die Strände sind leider sehr felsig und es gibt unerwartete Strömungen, die das Badeerlebnis auch schnell in ein unangenehmes Abenteuer verwandeln können.

    Größte Überraschung für uns war jedoch, dass aufgrund der Tatsache, dass der 16 Dezember ein nationaler Feiertag ist, beinahe der komplette Strand in dem winzigen Ort voll mit Menschen war. Da wir sieben (hatten noch zwei Bekannte von Anne, ebenfalls Freiwillige, in dem Hostel getroffen) so ungefähr die einzigen Weißen waren, gab es innerhalb weniger Minuten unmengen Aufsehens um uns. Uns allen war es sehr peinlich, alle drei Minuten von jemandem angequatscht zu werden, der ein Foto mit einem machen will, aber irgendwann wurde es richtig nervig, als die Leute aufhörten zu fragen, und neben uns posierten, ungefragt Fotos mit uns machten und sich sogar zu uns legten, während wir am Strand einfach entspannen wollten. Nach einiger Zeit verzogen wir uns zurück ins Hostel.

    Am nächsten Tag erkundigten wir ein wenig den Ort, während Lena einen Surfkurs machte, was sich jedoch schnell erledigte, da er wirklich winzig war. Nachmittags wurde auf den Felsen am Meer entspannt (diesmal ohne gestört zu werden), während wir uns am Abend erneut aufteilten. Ein paar gingen mit zwei Kumpels aus dem Hostel sich eine Sehenswürdigkeit anschauen, während wir anderen auf die Hügelkette fuhren und den Sonnenuntergang bewunderten. Abends gingen wir dann noch mit den zweien aus dem Hostel was essen, wobei sich der eine als Zane vorstellte und angeblich wohl professioneller Pokerspieler sei Richtig merkwürdig wurde es, als ihm in dem kleinen Lokal (mehr eine Art Biergarten auf einem Balkon) zu heiß wurde und er vor versammelter Mannschaft sein Tshirt auszog, und von da an Oben-ohne weiteraß.

    Am nächsten Tag war Abfahrt angesagt und wir fuhren so früh es ging zur nächstgelegenen Tankstelle, welche erst um sieben Uhr morgens öffnete und etwa zwanzig Kilometer weit entfernt war.

    Insgesamt ist Coffee Bay eine wunderschöne verträumte Ecke, die sich auf jeden Fall einen Besuch lohnt, aber nicht für einen längeren Aufenthalt, da es meiner Meinung nach nicht allzuviel zu machen oder zu sehen gibt und sich somit eher für einen Zwischenstop mit Übernachtung eignet, um den romantischen Sonnenuntergang zu bewundern, denn als richtiges Urlaubsziel.
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  • 7 Stunden vorher
    Elende KraxeleiBeschriebene atembereaubende AussichtDie GangDer Wasserfall mit BadebeckenDie Drachen

    Lesotho - das höchste Land der Welt

    December 18, 2018 in Lesotho ⋅ ⛅ 19 °C

    Von Coffee Bay aus ging es dann weiter Richtung Lesotho und den Drakensbergen. Die Straße hielt erneut einige Überraschungen für uns bereit, bereits kurz hinter dem Ortsausgang trabte eine kleine Kuhherde über die Straße und verzögerte die stockende Weiterfahrt um knapp zehn Minuten. Danach folgten Schlangenkurven, Schlaglöcher und ein etwas zwielichtig aussehendes Kaff, in dem wir kurz Pause machten. Dazu muss man noch sagen, dass selbst die Fahrt auf der „Autobahn“ nicht sonderlich spaßig ist, denn diese ist zwar ganz gut befestigt, aber leider meistens nur zweispurig, was es anstrengend uns teilweise gefährlich macht, LKWs oder andere Transporter zu überholen.

    Ansonsten verlief die Fahrt relativ problemlos und wir erreichten Nachmittags unser Backpackers, die Amphitheatre Lodge. Ein großes Gelände mitten im Nichts mit vielen Touristen aus aller Welt, aber nicht überfüllt. Es gab einen großen Campingplatz, eine nette Lounge mit Whirlpool und Sauna und ganz gemütliche Dorms.
    Den Abend verbrachten wir damit, zu kochen und etwas von der Autofahrt zu entspannen.

    Am nächsten Tag ging es dann richtig in die Berge, auf 3400m während einer siebenstündigen Wanderung mit Guide. Zwar lag kein Schnee auf den Kuppen, aber der Ausblick war fantastisch! Über riesige bemooste Berghügel wanderte der Blick über Kluften, Schluchten und unendlichen Weiten. Dabei verstand ich das erste Mal, woher der Name Drakensberge überhaupt kam: Die hügellige und gefurchte Landschaft sollte an einen riesigen schlafenden Drachen erinnern, das Wort „Draken“ entstammt der Sprache Afrikaans (die hier weitverbreitet überwiegend von der weißen Bevölkerung gesprochen wird) und bedeutet soviel wie Drache (engl. Dragon), was einleuchtend erscheint, da es aus dem Niederländischen enstanden ist, was wiederum dem Deutschen sehr ähnelt. Meine persönliche Vermutung ist allerdings, dass es sich tatsächlich nicht um einen Drachen handelt, zumindest im klassischen Sinne, sondern um einen Draken, was im Prinzip nichts anderes als ein flügelloser Drache ist (Falls Euch das Thema mehr interssiert, leite ich Euch gerne an Ben weiter, der kennst sich da noch ein bisschen besser aus, oder verlinke Euch auf die entsprechende Seite).

    Die Wanderung war jedenfalls der Hammer und unglaublich beeindruckend. So ging es die ersten eineinhalb Stunden stur gerade aus, immer mit der gleichen kontinuierlichen Steigung von ein paar Grad. Dabei musste eine Person leider aus gesundheitlichen Gründen abbrechen und die Gruppe verlassen, um am Wagen zu warten.

    Die zweite Hälfte des Anstiegs bestand größtenteils aus immens anstrengender Kraxelei eines Abhangs hinauf. Dafür war der Anstieg so lohnenswert wie kraftraubend, denn oben angekommen hatte man einen atemberaubenden Blick über die Landschaft. Wir rasteten auf einem Plateau an dessen Kante es senkrecht etwa tausend Meter hinab ging. Ich werde einige Fotos von der Wanderung hier hochladen, muss jedoch jetzt schon etwas enttäuscht zugeben, dass sie das einzigartige Panorama nicht ganz einfassen konnten. Deswegen empfehle ich es jedem, der Südafrika bereist sich einmal selbst ein Bild von den Drakensbergen zu machen, wo meines Wissens nach auch der Ursprung der Menschheit liegt, da sich die ersten Menschen sich wohl von hier aus überall hin verteilt haben sollen.
    Im Anschluss bekamen wir noch eine weitere Attraktion vor die Linse: den angeblich zweithöchsten Wasserfall der Welt. Klingt erstmal beeindruckend, war aber leider eher eine Entäuschung. Zwar war der Wasserfall sehr hoch und man konnte sogar in einem Becken vor dem Abgrund baden, aber die Wassermenge, die hinabfiel war mehr ein Rinnsaal. Hätte ich mich auf den Stein daneben gestellt und meine Wasserflasche ausgekippt, hätte ich schnell dem zweithöchsten Wasserfall der Welt den Platz abnehmen können.

    Der Rückweg war erneut abenteuerlich, denn es ging Strickleitern hinab, die fast senkrecht am Abhang lagen und ich bezweifle, dass es so etwas wie einen TÜV oder so in Südafrika gibt, denn zwar waren sie fest verankert, aber abgesehen davon gab es keine andere Absicherung. Außerdem gab es die „stabile“ und die „spaßige“ Version, wobei die eine Strickleiter star an der Wand anlag, während die andere etwas mehr herumschaukelte.
    Gerade als wir wieder im Van saßen und bereit für die Rückfahrt waren, kam die Meldung, dass es Proteste in dem Ort gab, durch den wir fahren mussten. Anscheinend war den Leuten dort seit mehreren Tagen Wassser und Strom abgestellt worden und aus Protest wurden alle Straßenzugänge blockiert. Angeblich brannten wohl auch Busse, weshalb wir für weitere eineinhalb Stunden in ein kleines nahegelgenes Hotel fuhren und uns dort mit Kaffe und Tee versorgten. Als es dann schlussendlich wieder zurückging, gerieten wir noch in ein relativ heftiges Unwetter. Wieder zurück im Backpackers legte sich der Sturm rasch und man konnte einen gemütlichen Abend genießen.
    Außerdem ist es spannend, wem man in den Hostels so begegnet. Am Abend unterhielten wir uns ziemllich lange mit zwei Studenten aus Dresden über das Studium, Afrika und eine Menge anderer Themen. Am nächsten Tag war rumgammeln angesagt und ich lernte einen netten Texaner namens Brian kennen, der eine Art zweijährigen Freiwilligendienst in der Nähe Pretorias, soweit ich mich erinnere, macht.

    Nach dem erholsamen Nichts-tu-Tag ging es dann am 21ten Dezember wieder zurück. Die Autofahrt am Stück von ungefähr erneut eintausend Kilometern war in unserem kleinen Chico definitiv anstrengend, aber alle waren stolz auf unser Auto, diese enorme Strecke ohne größere Probleme bewältigt zu haben.

    Insgesamt würde ich dem Urlaub 4/5 Sternen geben, da mich Coffee Bay zwar nicht in Gänze überzeugt hat, aber dafür die Drakensberge umso beeindruckender waren und es auch das Hostel topp war und viele Freizeitaktivitäten geboten hat.

    Zum Titel ein kleiner Funfact: Zwar liegt Lesotho bei weitem nicht so hoch wie viele andere der Welt, aber sein tiefster Punkt ist höher als der jedes anderen Landes, was Lesotho somit zum höchsten Land der Welt macht.
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  • Santa Claus ist coming home
    In der Weihnachtsbäckerei

    Weihnachten im Sommerlook

    December 24, 2018 in South Africa ⋅ ☀️ 25 °C

    Wie jedes Jahr, stand auch in diesem Weihnachten am 24. Dezember vor der Tür. Allerdings ein bisschen anders, als gewohnt. Wie in meinem vorherigen Blogeintrag zu lesen ist, sind wir am 21. aus den Drakensbergen zurückgekommen. Nach einer etwas stressigen Shoppingtour am nächsten Tag, um letzte Geschenke zu besorgen, waren am Heiligabend dann endlich alle vorbereitet. Dieses feierten wir in ziemlich großer Runde, da wir Besuch von den anderen SAGE Net Freiwilligen aus der Gauteng Provinz und dem Western Cape, genauer gesagt aus Kapstadt, hatten. Durch die große Gruppe, einer Temperatur von über zwanzig Grad und dem Fehlen der sonst klassischen Traditionen, die ich von Zuhause kenne, war die weihnachtliche Stimmung nicht wirklich vorhanden. Für mich fühlte es sich mehr wie ein Treffen unter Freunden mit Essen und guter Stimmung an, aber als irgendwann Weihnachtslieder liefen und wir unsere Geschenke auspackten, war es für einen Augenblick doch ein bisschen weihnachtlich. Es gab ein sehr leckeres Buffet, es wurde gesungen und sich lange unterhalten. Irgendann bin ich dann ins Bett gegangen, weshalb ich nicht genau sagen kann, wie lang es schlussendlich noch ging.

    Die nächsten Tage verbrachten wir hauptsächlich mit entspannen vom Urlaub und waren am Strand. Am 26., meinem Geburtstag, überraschten mich meine Mitbewohner, damit, dass sie mir den Bungyjump von der Bloukrans-Brücke schenkten. Dabei handelt es sich wohl um den höchsten (legalen) Bungyjump der Welt mit etwa 216m. Aktuell steht noch kein genaues Datum fest, aber in den kommenden Monaten werde ich wohl noch ein paar mal an der Gegend vorbeikommen.

    Ansonsten verlief Weihnachten sehr harmonisch, die Kreativen unter uns bemalten am ersten Weihnachtstag weiter unser Haus, bevor die Truppe am nächsten Tag weiterreiste und wir uns auch für unsere Tour nach Kapstadt am 27. vorbereiteten.
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  • Ausblick auf Mossel Bay
    King Kong

    Ferientrip - Mossel Bay

    December 27, 2018 in South Africa ⋅ ⛅ 17 °C

    Wie im vorangegangenen Blogeintrag bereits angedeutet, ging es am 27. Dezember die Garden Route entlang, Ziel: Kapstadt.

    Unser erster von zwei Stopps war das wunderschön gelegene Mossel Bay. Die große Bucht war zu einem Teil von touristischen Straßen und Gassen mit Souvenirshops, kleinen Cafés und einem kleinen Hafen gesäumt, während sie auf der anderen Seite von industriellen Anlagen und größerer maritimer Infrastruktur geprägt war. Hinter dem Ort war direkt ein Berg, auf dessen Spitze ein Gipfelkreuz stand, hinter welchem ein Township lag. Das Hostel, in dem wir übernachteten (zusammen mit den Freiwilligen aus der Gauteng Region) war topp. Der Ausblick auf das Meer war nett, zur Happy Hour gab’s günstige Cocktails und die ganze Anlage bot viele Möglichkeiten auf engem Raum.

    Nachdem wir unsere Zimmer bezogen hatten (als einziger Junge der Gruppe musste ich in einen eigenen Dorm, da diese geschlechtergetrennt waren), wurde in einer Küche mit tollen Blick aufs Wasser gekocht. Am Abend unternahmen Charlie und ich noch einen kleinen Spaziergang auf der Suche nach Schokolade, was ich sehr genoss, denn es war das erste Mal, seit ich hier in Südafrika bin, dass es sicher war, im Dunkeln durch die Straßen zu laufen. Nach dem kleinen Ausflug entspannten wir alle (insgesamt 10-14 Leute, ich weiß es nicht mehr genau) in einer loungeartigen Sitzlandschaft draußen vor der Bar.

    Am nächsten Tag checkten wir wieder aus und nutzen die Zeit bis zur Abfahrt damit, uns das Städchen noch etwas näher anzusehen. Vorher konnte ich noch kurz die Familie von Milah, einer südafrikanischen Austauschschülerin, kennenlernen, die zurzeit bei uns Zuhause in Unkel wohnt. Während die anderen in einen Hippie-Shop liefen, erkundete ich die Straßen bei Tageslicht auf einge Faust. Insgesamt gibt es nicht so viel zu sehen, aber es gab nette Lokalitäten. Beispielsweise ein süßes kleines Café, dass mich von der Art her an unser „Krönchen“ in Unkel erinnerte und ebenso verpielt mit vielen Pastellfarben und Goodfeeling-Sprüchen eingerichtet war. Dort bekam ich eine heiße Schokolade für unterwegs, bevor wir wieder den Wagen bestiegen und uns auf den Weg zur nächsten Station machten.

    Mir persönlich hat Mossel Bay sehr gut gefallen und auch wenn man bemängeln könnte, dass es sehr touristisch ist, hat es einen interessanten Mix aus aufrikanischen und europäischen Flaire und es hat mich an einigen Stellen auch etwas an Deutschland erinnert, obwohl es mit der Lage am Strand, den warmen Temperaturen und lokalen Kultur ganz anders ist.
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  • Meerblick in Südafrika

    Ferientrip - Betty's Bay

    December 28, 2018 in South Africa ⋅ ☀️ 22 °C

    Am zweiten Tag unserer Reise ging es zu einem meiner persönlichen Lieblingsspots: Betty’s Bay.

    Dabei handelt es sich um eine kleine Bucht ganz in der Nähe von Kapstadt, welche von bemoosten Bergen umgeben ist. Zum Einen wirkte die Landschaft auf mich beeindruckend, mit dem langen Sandstrand, dem blauen Meer und im Hintergrund den grünen Bergen, zum Anderen war auch das Hostel eine der kleinsten, aber gemütlichsten Unterkünfte, die ich hier bisher gesehen habe. Zudem hatte der Balkon eine fantastische Aussicht auf den atlantischen Ozean, da wir das Kap der zwei Meere schon passiert hatten.

    Den Nachmittag verbrachten wir damit, uns Pinguine anzusehen, was allerdings nicht so spannend war, da es sich lediglich um schäzungsweise 80-100 Pinguine auf einer abgesperrten Rampe, ähnlich unerer NATO-Rampe, handelte, auch wenn sie sehr süß waren. Abends wurde gekocht und am nächsten Tag ging es voller Vorfreude weiter nach Kapstadt.
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  • Die HinfahrtProfi am WerkCape of Good Hope

    Kapstadt - Am Kap der Guten Hoffnung

    December 29, 2018 in South Africa ⋅ ☀️ 26 °C

    Nach Betty’s Bay ging es am nächsten Tag weiter Richtung Kapstadt, dem wir zu diesem Zeitpunkt schon sehr nah waren. Nach nur etwa eineinhalb Stunden Autofahrt schätzungsweise (ich erinnere mich nicht mehr an die genaue Zeit) erreichten wir das Randgebiet Kapstadts: das riesige Township Khayelitsha. Unmengen an an Wellblechhütten oder kleiner Steinhäuser, die in den bröckeligen Sand der Dünen gebaut worden waren oder weiter vom Meer entfernt im etwas kargen Inland lagen. Weiter ging es entlang der Küste in Richtung unseres Ziels: Das Kap der guten Hoffnung.

    Nach Khayelitsha folgte eine Gegend mit hübschen Häusern und es gab sogar einen Tennisplatz neben der Straße mit wunderschönem Meerblick. Wir waren alle fasziniert von der Vielfalt, den unzähligen bunten Farben und dem wuseligen Treiben der Stadt, als plötzlich der Motor unseres Chicos mitten an einer Kreuzung versagte und der Wagen zum Stehen kam. Was danach passierte hätte auch in einen guten Actionfilm gepasst. Mit der Geschwindigkeit und Finesse eines KSK-Teams sprangen in dem Augenblick, wo das knatternde Stottern des Motors erlosch alle Mann außer der Fahrerin gleichzeitig aus dem Wagen, rannten nach hinten und schoben an, während Anne mit dem Gas spielte um das Auto wieder zum Rollen zu bringen. Glücklicherweise gelang dies nach einem kurzen Anschubversuch unsererseits auch und die Fahrt konnte weitergehen.

    Weiter ging es den Boulevard entlang, an sehr vielen hübschen Häusern, welche am Berg gelegen waren, entlang. Wir genossen die Aussicht, das gute Wetter und die frische Luft und hatten laute Musik im Auto an, zu der wir sagen. Leider kratzte unser Wagen kurz darauf wieder ab und dieses Mal ging es nicht so einfach, ihn wieder in Gang zu kriegen. Nach etwa zwanzig Minuten, mehreren Telefonaten mit unserem Autovermieter und einigen Anschubsversuchen mit Hilfe von den Leuten aus der Gauteng Provinz, welche nach wie vor mit uns reisten, nur einen eigenen Wagen hatten, gelang es uns endlich, den Motor wieder zu starten. In dem unerschütterlichen Glauben, dass der Wagen uns auch weiterhin nicht im Stich lassen würde und sogar heil aus den Drakensbergen gebracht hatte, fuhren wir weiter, während die Gegend immer spärlicher besiedelt war und wir uns schlussendlich nahe des Naturschutzgebietes in einer langen Wartereihe von Autos befanden. Das ging eine Weile so gut, bis das Auto erneut versagte, dieses Mal jedoch am Berg mit einer Handbremse, die sich mehr schlecht als recht so nennen durfte, in einer hunderte Meter langen Autoschlange ohne Wendemöglichkeit, einige Kilometer von der Stadt wieder entfernt und zu allem Überfluss in einem Funkloch. Während die Autofahrer hinter uns ungeduldig wurden und einige anfingen uns zu überholen, sahen die anderen Autofahrer das als Zeichen, dass es nun gestattet war, die Gegenfahrbahn für dieses Manöver zu nutzen, was jedoch nur zur Folge hatte, dass sie sich aufgrund der sich nur langsam fortbewegenden Schlange nicht alle vor uns auf der richtigen Straßenseite wieder einsortieren konnten und auf der falschen Fahrbahn stehen blieben. Kurz um, es ging kaum voran und nun konnten auch diejenigen, die auch auf dem Rückweg befanden nicht mehr weiter. Das ging etwa zehn Minuten so, bis ein netter Mann, der etwas von Autos zu verstehen schien uns half unsere Karre wieder in Gang zu kriegen. Wir anderen regelten in der Zeit durch Handzeichen den Verkehr, damit zumindest die Autofahrer die vom Kap der guten Hoffnung kamen weiterfahren konnten.

    Wie auch immer, schlussendlich gelangten wir an unser Ziel, wo wir zuerst eine kleine Wanderung zu einem Leuchturm an der Spitze der Landzunge machten und dort die Aussicht genossen, bevor wir das eigentliche Kap der guten Hoffnung, etwa zwei Kilometer weiter (eine andere Landzunge, die aber tatsächlich nördlicher liegt, als die mit Leuchttur) in Augenschein nahmen. Die Aussicht war der Wahnsinn und die frische Luft, die nach Meersalz und Abenteuern roch, lies einen das Gefühl, dass Vasco da Gama und seine Seeleute gehabt haben mussten, als sie das Kap erreichten sehr gut nachempfinden.

    Als wir wieder am Wagen waren, ging es mit den Freiwilligen aus Kapstadt zurück, welche wir am Leuchtturm getroffen hatten, dieses Mal ohne Probleme. Dabei nutzen wir einen Highway, der um einige der Berge herumführte und einen atemberaubenden Blick auf die Küste in der Abendsonnte bot.
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