September - October 2017
  • Day23

    Der letzte Tag

    October 22, 2017 in Spain ⋅ ⛅ 23 °C

    Alles geht einmal vorbei und so auch dieser wundervolle Urlaub. Ich war und bin es noch, überrascht von der landschaftlichen Vielfalt der Insel und der Freundlichkeit der Bewohner. Ruhe und Gelassenheit könnte ihr Credo sein. Und keine Höhenangst haben - hehe. Das einzige was mir negativ aufgefallen war, sind Touristen die der Meinung sind, sich als Gast in einem fremden Land alles erlauben zu dürfen. Aber da liegen sie falsch und zeigt nur was sie eigentlich sind - Dumm und intolerabel.

    Im Verlauf des Tages haben wir alles ruhig angehen lassen. Nach dem Aufstehen sind wir frühstücken gegangen und danach die Bushaltestellen abklappern und uns erkundigen, wo unser Bus morgen abfahren wird. Wir haben uns für den bus und nicht für das Taxi entschieden. Nicht wegen dem Geld , sondern weil wir sich so nur ca. 30 Minuten eher am Flughafen gewesen wären. Und das die Nacht eh unruhig wird und wir wenig Schlaf haben werden, war und auch klar. Dann lieber eine Stunde mit dem Bus und wir können darin noch etwas schlafen.

    Nach den Informationen mit dem Bus, gingen wir (wieder) shoppen. Souvenirs und für Olaf und mich jeweils ein unterschiedliches T-Shirt. Denn eines ist ja von mir fast am anfang unserer Wanderung kaputt gegangen- hust. Zur Erinnerung: es handelte sich dabei um mein Lieblingsshirt.

    Nach dem shoppen eine kleine Pause und dann ab zum Stand. Heute war es wieder leicht bewölkt und zog sich zum späten Nachmittag hin weiter zu. Aber wir könnten noch die Sonne und durch den Wind das sehr stark aufgewühlte Meer mit vielen extremen Wellen genießen. Durch die sehr starke Sonne, haben wir uns reichlich eingecremt und durch den Wind, hatten wir dadurch schon mach 10 Minuten eine zarte Knusperkruste aus frischem Sand. Irgendwie danke ich es total lustig. Kostenloses Peeling am Strand und fein geprickelt hat es dabei auch noch. Kurz vor dem zurück gehen gingen wir noch einmal in das Wasser und spülten uns dort kräftig ab. Danach ließen wir uns im Wind trocknen. Ach ja, wir waren wieder am FKK-Strand.

    Zurück gingen wir erneut durch ein Einkaufszentrum, aber wir kauften nichts. Zurück im Hotel dann geduscht. Man glaub gar nicht wie viele Löcher man am Körper hat, wo sich Sand sammeln kann 😂😂😂

    Frisch geduscht ging es dann zum Essen. Heute gab es endlich mal was chinesisches, was eh meist vegetarisch ist. Ich schmierte uns heimlich jeweils zwei Brötchen für die morgige Reise, obwohl Olaf bereits für morgen früh ein Lunchpaket geordert hatte - da wir wegen der frühen Abreise nicht im Hotel frühstücken können.

    Nach dem Essen packten wir unsere Rucksäcke und genossen mit den restlichen Getränken den milden Abend vor dem Bungalow auf den Liegen.

    Es war ein wundervoller und erholsamer Urlaub mit dem liebsten Menschen auf der Welt. Ich liebe Olaf über alles ❤️
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  • Day22

    Standtag

    October 21, 2017 in Spain ⋅ ⛅ 23 °C

    Die Nacht war ruhig, trotz der exponierten Lage mitten im Geschehen. Die Betten wackelten etwas und wir mussten Papier und die Füße legen. Nach dem aufstehen ging es logischerweise gleich zum Frühstück und danach - SHOPPEN. wir haben Souvenirs, Medikamente, Getränke und Kaffeebohnen gekauft. Eine der 1kg Kaffeebohnen-Tüten war kaputt und die Bohnen Fiedeln an der Kasse auf den Scannerbereich. Ganz unkomplizierteres mit südländischer Ruhe würden wir gefragt, ob wir die Kaffeebohnen gegen einen neue Tüte oder zurück geben wollen. Wir entschieden uns für eine neue Tüte und Olaf hole sie, während ich schon bezahlt habe. Ein prüfender Blick von der Kassiererin und alles war gut.

    Die Shopping-Tour war recht anstrengend und nachdem wir zurück waren, legte ich mich für eine Stunde hin und schlief sogar ein. Danach gingen wir an den Strand. Aber nicht einfach so. Nein - erst musste eine „große Strandtour“ absolviert werden. Auf dem Weg zum Strand kamen wir an verschiedenen Hotels vorbei und wir stellten uns vor wie es wörtlich, einen Urlaub mit der Familie hier zu verbringen. Wir stellen und das immer sehr schön vor. Aber es gibt unterschiedliche Bedürfnisse und die wollen erkannt sein und befriedigt werden. Das macht die Auswahl des Urlaubsortes, Urlaubszeit, Geld, Hotel, Versorgung und Freizeitangebote und somit die Planung nicht gerade einfach. Alles unter einen Hut zu bringen, so dass ALLE zufrieden sind, erschien und schwierig - aber nicht unmöglich.

    Wir gingen bei wechselnder Bewölkung an den zu Beginn recht vollen Strand. Zuerst würden wir von fliegenden Händeln gefragt, ob wir Ihren haben wollen. Dann etwas leiser, ob wir Crack oder Kokain wollen. Auch das lehnten wir ab 👍. Vielen Menschen am Strand auf den Liegen und im Wasser. Viele gingen so wir wir am Strand spazieren. Unser Weg ging barfuß teils in Wasser, teils in Sand zum „Faro de Maspalomas“ - der hiesige Leuchtturm. So am Wasser und den Dünen entlang zu gehen, war einfach malerisch und auch anstrengend. Recht kräftiger Wind zog auf und blies viel davon in die Luft.

    Am Leuchtturm angekommen suchten wir nach einem Hinweis, ob hier tatsächlich der Jakobsweg beginnt. Leider hBen wir nichts gefunden. Dann gingen wir zu einer Lagune neben dem Leuchtturm. Sie bestand teils aus Süß- und teils auch Meerwasser. Die Flora und Fauna ist dort natürlich einzigartig und steht unter Naturschutz. An den dortigen Infotafeln haben wir uns darüber informiert. Danach gingen wir zu dem Meer und den Dünen. An einem Platz mit relativ wenig Menschen, legten wir uns zunächst hin. Später gingen wir nackt baden - dort war FKK erlaubt. Herrlich erfrischend und auch nicht so kalt wie wir zunächst dachten. Durch den Wind war das Meer auch leicht unruhig und es gab eine schöne Brandung. So entspannten wir uns, bis die Abendsonne kam. Dann zogen wir unsere Sachen an und machten uns quer durch die großen Dünen auf dem Rückweg. Am Rand der Dünen war ein Hochzeitspaar und machten dort professionelle Fotos von ihrem Tag.

    Im Hotel zurück dann geduscht und zum Abendbrot gegangen. Danach lagen wir vor unserem Bungalow noch auf den Liegen und genossen die Atmosphäre. Wobei schöneres Wehmut aufkam, denn bald ist Abreise
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  • Day21

    Auf Wiedersehen Berge, willkommen Meer!

    October 20, 2017 in Spain ⋅ ⛅ 23 °C

    Unruhig war es und gegen 05:00 Uhr gab es sogar unangenehme Geräusche durch laute Babys. Hier verstehe ich uns Gesellschaft nicht. Baby- und Kinderlärm ist tolerabel. Hundelärm nicht. Eindeutig fühle ich mich ungerecht behandelt. Lärm ist Lärm - egal von wem.

    Demzufolge waren wir heute früher wach und warteten auf den Beginn der Menschenfütterung. Erneut wurden wir vom Gärtner begrüßt, der auch für das Frühstück zuständig zu sein schien. Wie gestern, saßen wir draußen. Es war erstaunlich frisch bei herrlich aufgehender Sonne auf den Bergen. Die leuchteten im morgendlichen Sonnenschein goldgelb.

    Dann kamen zwei Frauen mit Gurten am Körper, worin die Babys festgehalten wurden. Offensichtlich ein weibliches Pärchen aus den „Ostblock-Staaten“. Eine freundliche Mine könnte ich wegen der nächtlichen Erinnerungen Ihnen leider nicht anbieten. Nein, ich kann und will dafür kein Verständnis aufbringen. Basta! Ein Spa-Hotel ist für Ruhe und Erholung da. Spaß und Animationen gibt es in andere Hotels.

    Unsere wenige Sachen waren recht schnell gepackt und gegen 09:00 Uhr ging es dann los. Des Schlüssel von Zimmer ließen wir in einer Holzbox zurück und folgten den selben Weg, den wir am Abend zuvor nach „Fataga“ gegangen sind. Es war bereits schon sehr sonnig und wohlweislich hatten wir uns schon mit ekliger Sonnenmilch eingecremt. In „Fataga“ selbst machten wir nur kurz halt und folgten nach einem kleinen Umweg über den Kirchplatz wieder der geplanten Route unserer Wander-App. Erst schlängelte sich der Weg durch enge Häuserschluchten und endete plötzlich an einem Gatter. Dort wurde uns der Weg ohne für uns erkenntlichen Grund versperrt. Wir folgten der Landstraße und versuchten von dieser immer wieder auf der rechts von uns verlaufenden Route zu kommen. Immer wieder mussten wir zurück und kamen einfach nicht auf die Route. Letztendlich gaben wir auf und gingen auf der Bundesstraße, um dann irgendwann auf einen Nebenweg und von diesem dann auf unsere Route zurück zu kommen. Auch das gelang uns nicht. Wir kamen dann von der Bundesstraße auf eine Nebenstraße, welche zu dem Staudamm „Presa de Fataga“ führte. Von dort sollte dann es möglich sein, den Weg über die Staumauer zu nehmen und dann auf unsere geplante Route zu kommen. Wie es sich aber herausstellte, konnten wir zwar auf die Staumauer, aber diese an der Staumauer herunter gehende Treppen nicht abwärts gehen, da diese unterhalb durch ein Gatter versperrt waren. Also wieder zurück auf die Bundesstraße und weiter sich über die Autofahrer freuen.

    Dann endlich - ein weiterer Stausee - nur leider ohne Wasser. Aber mit einer Landstraße zu diesem und wir folgten ihr, bis ins ausgetrocknete Flussbett. Dort war eine mit zwei Rundbögen erhalten Brücke unter welcher wir dann das Flussbett erreichten. Auf den Weg dorthin, kamen uns 4 Jeeps 🚙 mit Touristen entgegen - offensichtlich 🙄 eine Safaritour mit viel Staub. Egal. Wir waren auf unserer Route und die Sonne ☀️ schaffte uns ganz schön.

    Was mich auf dieser Reise immer sehr erfreute, was die „Kot-Analyse“ von Olaf. An den tierischen (oder eventuell auch menschlichen) Hinterlassenschaften, wollte Olaf erkennen können, um welches Tier es sich dabei gehandelt hat. SPANNEND. besonders angetan hat ihn dabei eine besondere Form dieser Spur. Denn er konnte nicht einschätzen, zu welchem Tier das Abfallprodukt passen würde. Für manche Rassen zu Groß, für manche Rassen zu klein und das sowohl in Farbe und Konsistenz. Nach einer Weile kamen wir an einem „Camel-Park“ vorbei. Da war die Lösung ➡️ Kamel-Kacke 💩. Ebenfalls als Tourist, kann man dann auf Kamele in dem ausgetrockneten Flussbett eine Tour machen und im angeschlossenen Grill-Restaurant Kamelfleisch essen 🤢

    Wir folgten dem sehr steinigen Weg im Flussbett und kamen zur Nekropole „Arteara“. Schon auf dem Weg dorthin wurde man unterwegs anhand von Infotafeln auf die Geschichte, Archäologie, Flora und Fauna informiert - auch auf deutsch. Die Nekropole selbst war geschlossen, aber man könnte auf einem öffentlichen Weg außerhalb vom Museum sich nich mehr informieren.

    Vorbei an der Nekropole führte ebenfalls der öffentliche Wanderweg „S-53“ nach „Maspalomas“ und so verließen wir vorerst erneut unsere geplante Route. Jedoch bereuten wir das bereits schon nach 10 Minuten, das der Weg uns bergauf führte. Es gab keinen Schatten und nur Sonne und Unmengen an Staub. Warum sind wir nicht unten in ausgetrockneten Flussbett bei den Palmen geblieben? Ein Rätsel, ein großes Rätsel.

    Nach 1,5 Stunden kamen wir an ein kleines Stromhäuschen und in dessen Schatten, machten wir eine Pause und aßen einen Apfel. So langsam wollten wir dann doch ankommen und folgten weiter dem offiziellen Weg „S-53“, der nun wieder auch zu unserer geplanten Route wurde. Hin und wieder kamen uns wieder Jeep-Safaris entgegen. Die Berge und der der Barranco wurde zusehends flacher und in einer Quere kam uns dann auch noch ein großes staubendes Fabrikmonster entgegen. Eine Steinfabrik, wo Steine fein zermahlen werden. Die Umgebung von dieser Fabrik war großflächig mit feinem Staub überzogen und kam einem wie ein Postapokalyptischer Unfall vor.

    Kurz danach wurde aus der Landstraße eine kleine asphaltierte Straße und wir erreichten den Randbezirk von „Playa del Ingles“. Das war ein Kulturschock ohne gleichen. Laut, staubig und hektisch kam es mir nach der Zeit abseits großer Zivilisation vor und die Sehnsucht nach Zurückgezogenheit wuchs in mir heran. Aber wie sage ich immer: das gehört dazu und da muss ich durch 😊

    Nach mehrfachen Wechsel der Straßenseite, erreichten wir das Hotel „Rondo“. Dort mussten wir für unser Hotel „Miraflor-Suits“ einchecken. Wir hatten einen Bungalow in der „farbigen Seite“ der Hotelsiedlung. Kleine doch recht hübsche bunte Häuschen und recht modern und komfortabel ausgestattet. Wir packten unsere Rucksäcke aus und ich ärgerte mich über meinen. Denn der lösliche Kaffee verteilte sich im inneren. 🙄

    Dann gingen wir zu quer durch die Stadt zu den Dünen. Herrlich. Was für eine Augenweide und ein wunderbares Gefühl durch den warmen Sand in der Abendsonne die Dünen entlang zu gehen. Fast fühlt man sich glücklich wie ein Kind im Sandkasten. Ich freue mich schon auf die kommenden Tage und den anblicken dieses Naturwunders.

    Zurück ins Hotel und dann essen gehen. WOW 😮 - diese Lautstärke und diese vielen Menschen. Öhm... darüber denke ich lieber nicht viel nach. Es war aber schon belastend. Danach gingen wir zu unserem Bungalow, tranken Sekt und lauschten den Kinderlidern auf der Minibühne 😂😂😂
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  • Day20

    Ruhetag?

    October 19, 2017 in Spain ⋅ 🌙 18 °C

    Man muss schon sagen, dass trotz der Lage des Hotels an einer Bundesstraße, es nachts sehr ruhig war. Auch die Tiere die hier auf dem Gelände lebten und auch die Aras, waren nachts ruhig. Im Zimmer gäbe es keine Mücken. Das wiederum lag am Mückenstecker von Olaf 😬 - ohne diesen „Wunderwerk der Technik“ verreist er nicht.

    Wir gingen relativ früh (08:45) zum Frühstück im Restaurant am Pool. Da es auch einen Aussenbereich von diesem Restaurant gab, wollten wir draußen sitzen. Und siehe da, wir waren die Ersten. Eine kurze Einweisung von einem Mann, der eher wie der Gärtner als der Kellner aussah und wir wussten Bescheid was wir durften und was nicht. Alle Lebensmittel waren natürlich auch wegen den frei herumlaufenden Katzen in Restaurant. So bedienten wir uns an dem frisch hergerichteten Buffet. Es gab so ziemlich alles. Sogar Soja- und Hafermilch 😎. Ein gutes Frühstück und ein gut gefüllter Magen nach 30 Minuten.

    Wir besprachen nochmals unseren heutigen Plan. Demnach wollten wir eine Rundtour über „Santa Lucia“, „Fataga“ und dem Wahrzeichen von „Fataga“ - einem Überbleibsel von einer Wassermühle - machen. Das entsprach ungefähr 6 Stunden Wanderung bei 15km. Hmm... da deutet sich bei dieser Konstellation von Entfernung und Dauer an, das da die Höhe noch eine Rolle spielen könnte. Und dem war dann auch so. Gleich als wir das Hotel über die angrenzende Bundesstraße verlassen hatten, mussten wir einen gerölligen Trampelpfad nach oben gehen. Mehrere von Menschen aufgeschichtete Steinpyramiden wiesen uns dabei den Weg. An einem Scheitelpunkt und Wegekreuz von Trampelpfaden, sahen wir auch einen anderen Wanderer. Bereits um 09:30 Uhr war es ziemlich warm und die Sonne ☀️ brannte recht heftig. Also kamen wir auch schnell ins schwitzen. Wir folgten dem Pfad und kamen auf den Bergrücken an und konnten ins Tal schauen. Auf der anderen Seite lag „Santa Lucia“ und war nach Luftlinie nicht weit weg. Jedoch sahen wir, dass wir erst wieder recht steil uns auf steinigen engen Pfaden uns nach unten in einen „Baranco“ begeben mussten, um dann auf der anderen Seite ebenso steil wieder nach oben zu gehen. Aber wir wollten das so und los geht es. Meine Höhenangst hielt sich bisher in Grenzen und so konnten wir auch den Abstieg relativ zügig bestreiten. Was aber klar war, der Rückweg wird durch den Aufstieg wieder anstrengend.

    Wir folgten der geplanten Route und ließen zunächst den offiziellen Wanderweg liegen. An einer rechts Biege kam plötzlich ein Schild, dass es sich ab jetzt um Privatgelände handelte. Unsicher was wir jetzt machen sollten, fragte Olaf einen auf einer Steinbank unter einem Baum und mit seinem Smartphone beschäftigten alten Mann. Der hatte nur noch unten zwei Zähne und war dadurch noch schwerer zu verstehen. Für mich hört sich spanisch eh an wie, als wenn das Alphabet nur aus dem Buchstaben „ r „ besteht. Aber Olaf verstand ein paar Brocken und so wussten wir, dass wir hier nicht lang kommen und zum offiziellen Weg zurückkehren mussten. Puh und die Sonne brannte. Zudem war die Strecke auch sehr trocken und staubig. Aber was soll’s, wir haben es so gewollt. Zurück an der offiziellen Markierung, folgten wir den ebenso steinigen Weg. Nach ca. 300m war dann jedoch Schluss für mich - zu hoch und zu nah am Rand. Ohne das mein Stolz verletzt werden sollte fragte ich bei Olaf nach, ob er denn wirklich unbedingt nach „Santa Lucia“ wolle, denn wir müssen durch das tiefe tiefe Tal und uns auf der anderen Seite wieder nach oben schleppen - zudem sei es doch auch sehr warm und wir haben kaum Wasser mit 😎. Zu meinem Glück sagte er, dass er nicht unbedingt zu diesem Ort müsse und wir ja noch „Fataga“ vor uns haben. Herrlich wie die Dinge sich manchmal so fügen 😉.

    Jedoch stand uns jetzt wieder der Aufstieg zum Bergrücken bevor. Selbst die Grashüpfer begleiteten uns und ich wünschte mir auch einer zu sein. So käme ich sprunghaft nach oben. Der Schweiß lief mir ins Gesicht, Nacken, Kinn und Bauch schwallartig herunter und ich hatte nur eine rote Serviette von einem Restaurantbesuch von vor einer Woche in der Tasche. Also nahm ich diese und tupfte und tupfte und wischte und wischte. Hin und wieder blieb ich auch schon wegen der Luftknappheit stehen und um mit Olaf ein paar Worte zu wechseln. Plötzlich fragte er mich, warum ich denn so stark im Gesicht und Hals bluten würde und erschrak kurzzeitig. Denn bei näherem betrachten war es nur die sich durch den Schweiß auslösende rote Serviette. Wir beide lachten und Olaf sagte, dass das unbedingt in meinen Reisebericht müsste - ok hier ist es.

    Oben angekommen machten wir eine kleine Pause und gingen dann eigentlich immer etwas bergab nach „Fataga“. Ein Esel begrüßte uns schon aus der Ferne oder galt sein Ruf Olaf? „Fataga“ selbst ist sehr klein und jeder Tourist fällt darin auf. Demzufolge war es dort proppenvoller Menschen. Wir gingen in den Minimarkt und kauften Wasser und Cola, weil wir dann auf dem Platz mit der Kirche eine Rast machten. Danach gingen wir etwas durch den Ort, was nach 10 Sekunden erledigt war 😜. Das Restaurant „El Labrador“ hatte es uns angetan und so wollten wir heute Abend eventuell hier essen gehen. Weiter auf unserer Rundtour stand das Wahrzeichen von „Fataga“ an. Eine alte Ruine von einer Wassermühle. Bei der Wasserknappheit kaum vorstellbar, dass es diese Gebäude überhaupt gegeben haben soll. Wir erreichten über einer Straße, einigen Trampelpfaden und Feldwege das Wahrzeichen. Hübsch anzusehen und einem Stop würdig. Danach zurück zum Hotel. Aber vorher durchquerten wir einen regelrechten Palmenwald, was ebenso beeindruckend war. Im Hotel angekommen, begann nun die Erholung. Olaf meinte zuvor unterwegs, dass sein Körper sich langsam auf Erholung einstelle und scheinbar nicht mehr so viel Bewegung wie die 14 Tage vorher haben möchte 😬. Es geht mir ebenso. Die Wege haben unseren Gelenken, Sehnen und Bänder bestimmt so einiges abverlangt. Deshalb wird es Zeit, dass wir bald damit aufhören. Ein sehr guter Freund von uns hat heute Geburtstag und so kam Olaf auf die Idee, ihm eine Video-Grußbotschaft nebst „Geburtstagshüpfen (nicht fragen, gilt nur für Insider) zu schicken. Gesagt getan und Olaf hüpfte.

    Am Abend gingen wir wie angedroht dann vom Hotel über die Trampelpfade nach „Fataga“ zum Essen im „El Labrador“. Da es auf dem Rückweg sicherlich dunkel sein wird, hatten wir unsere Smartphones dabei. Es gab (fast) wie jeden Abend Papas arrugada, Salat, Brot und Bier. Tatsächlich war es dann auf dem Rückweg schon dunkel und so musste ich mein Smartphone benutzen, damit wir auf den schmalen und steinigen Wegen in der Wildnis nicht noch stürzen. Ich persönlich finde ja so eine Wanderung im Dunkeln immer sehr spannend und irgendwie anders. Man ist nur auf den Lichtkegel und den Weg konzentriert und hofft, dass kein wildes Tier plötzlich auftaucht und einen zerfleischt. Hehe 😜
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  • Day19

    Weg mit Ausblicken

    October 18, 2017 in Spain ⋅ ☀️ 20 °C

    Die Nacht war sehr ruhig. Hin und wieder Hundegebell und gegen Morgen kamen dann noch die Hähne dazu. In der Nacht lag ich gerade schön auf der Seite mit dem Gesicht zum geöffneten Fenster und was passiert? Garfield der fette Kater sprang von draußen nach innen auf mein Kopfkissen. Ich hab mich so erschrocken, dass ich ihn aus dem Bett geschubst habe. Dann lief er noch durch das Zimmer und ich hörte Olaf, wie er ihn zischend aus dem Zimmer zurück durch das Fenster schickte. Dann war wieder Ruhe, aber innerlich bleiben meine Panik, dass jeden Moment wieder Garfield auftauchen könnte.

    Gegen 08:00 Uhr standen wir auf. Zu dieser Zeit wird es auch hell. Ich machte Frühstück wie am Tag zuvor. Toast, Tomaten, Olivenöl, Kekse, Saft und Kaffee. Danach gingen wir los. Am Abend zuvor hatten wir uns entschlossen, statt der 3,5 Stunden-Tour, die 6,5 Stunden-Tour über die Berge zu machen. Was bedeutete, dass wir zumindest einen großen Teil der Strecke komplett neu und in der Natur gehen werden.

    Zuerst gingen wir durch die zersiedelte Ortschaft „Presa del Chira“. „Presa“bedeutet Stausee und zu den wollten wir gehen. Es war sehr ruhig, aber es war ja auch sehr früh. Gegen 09:00 Uhr waren wir unterwegs. Rechts von unserem sehr tauchte langsam der Ausläufer von den Stausee auf. Es führte offensichtlich nicht sehr viel Wasser, denn er war ausgetrocknet. Aber je näher wir der Staumauer kamen, umso mehr war Wasser 💦 im Staubecken. Im trockenen, aber begrünten Teil des Ausläufers, weideten Schafe und am Stausee selbst waren viele Angler. Wir gingen kurz auf die Staumauer, um den ganzen Stausee zu sehen. Auf Staumauern fühle ich mich irgendwie immer unwohl und denke, dass jeden Moment die Staumauer brechen kann.

    Hinter dem Stausee, also vor der Staumauer, war eine „Albergue“ und das war ein Ferienlager. Die Kids kamen in Uniformen heraus zum Frühsport. Oh man, da kommen echte Erinnerungen hoch und ich habe Ferienlager gehasst. Wir gingen an der „Albergue“ vorbei und folgten dem kleinen Feldweg bergauf. Nach einer Weile ging der offizielle Trampfelpfad „S-60“ ab zum „Cruz Grande“. Das war ein Wegpunkt und so folgten wir dem Hinweisschild. Zunächst bergauf - was sonst 😉. Dann an den Abhängen auf kleinem Weg immer leicht bergauf. Die Ausblicke an den Morgen in Richtung Stausee waren wundervoll. Häufig blieben wir stehen, um nicht nur diese Ruhe und klare Luft zu spüren, sondern auch die Schönheit der Landschaft in uns aufzunehmen.

    Ein kurzes Stück vor dem „Cruz Grande“ begegneten uns zwei Wanderer und es ging in Zickzackkurs recht straff nach oben. Dann verbreiterte sich der Weg zu einer autolosen Landstrasse, auf der wir gut voran kamen. Schließlich erreichten wir das Wegekreuz und folgten dann dem Weg nach „San Bartolomé“, welchen wir gestern schon gegangen sind. Es war warm und wir waren schon leicht erschöpft. Ein paar wenige Wanderer waren ebenfalls auf diesem Weg unterwegs. Nach dem wir den Ort erreicht haben, entschieden wir uns hier etwas zu essen und ein Bier 🍺 zu trinken. Gesagt getan. An der Kirche gab es ein Restaurant. Der Besitzer hat uns gestern etwas mit der Taxi-Situation geholfen und so machten wir beim ihn einen Hält und bestellten Papas arrugadas. Nach der Mahlzeit gingen wir weiter in Richtung „Fataga“. Kurz vor dem Ort liegt unser heutiges Ziel „Molino del agua“. Ein Hotel in den Gebäuden einer alten Wassermühle.

    Aber zunächst mussten wir den Ort verlassen und das auch noch bergauf. Dann Einwendung an der Bundesstraße entlang, jedoch auf einen separaten Wanderweg. Dieser schlängelte sich wie die Bundesstraße talwärts und ohne Schatten. So langsam hatten wir auch keine Lust mehr und erst recht nicht auf schwer begehbare Wege - wo man ständig nach unten schauen muss. Das Hotel lag scheinbar in einer kleine Oase. Unteren von Palmen 🌴, sehr idyllisch und ansprechend. Und es hatte einen Pool. Die Dame an der Rezeption bedankte sich für unser, oder besser Olaf sein spanisch und zeigte uns das Zimmer. Sehr schön im alten Gemäuer - wir lieben so etwas. Nach einer kurzen Auszeit ging es erst einmal in den Pool. Danach sahen wir uns dann die Tiere an, welche hier auch auf dem Gelände lebten. Es gab Enten 🦆, Pferde 🐎, Esel, Zwerg-Ponys, Hunde 🐕 und Ziegen 🐐. Ach ja und ganz viele Papageie in, nach unserem Geschmack, viel zu kleinen Käfigen. Es handelte sich dabei um eine „Ara-Familie“, welche aus misslichen Verhältnissen gerettet wurden und hier erst einmal eine Bleibe gefunden haben.

    Hier im Restaurant aßen wir auch zu Abend und wunderten uns, warum scheinbar kaum Gäste da waren. Aber das finden wir ja auch gut.
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  • Day18

    Calima ist weg

    October 17, 2017 in Spain ⋅ 🌙 18 °C

    Es war schon merkwürdig, das wir in diesem Haus sein konnten. Obwohl wir uns nicht so ganz wohl gefühlt haben, haben wir doch recht gut schlafen können. Es war extrem still und natürlich lauscht man dann so in die Stille hinein und versucht jedes noch so kleine Geräusch zu deuten. Manchmal dachte man so, dass jemand das Haus betreten will - hehe. Aber dem war nicht so.

    Nach dem Aufstehen bereitete ich das Frühstück vor. Es gab geröstetes Toastbrot mit Olivenöl, was ich mir von einer Woche gekauft habe. Dazu frischen Paprika und Tomate. Außerdem eine halbe Dose Baked Beans. Olaf trank Saft aus eine kleiner 3er Tetrapack und ich Kaffee aus löslichem Pulver.

    Plötzlich klopfte es an der Tür. Verwundert schauten wir sind an und ich ging zur Tür. Es war die Freundin von Boss von der gestrigen Kellnerin. Sie fragte uns, ob sie um zum Einstieg am „Roque Nublo“ fahren soll. Das war eine Wendung in unserer Planung. Denn wir hatten eine längere Etappe geplant, da wir am heutigen Ziel nichts zum Essen kaufen oder in ein Restaurant gehen können. Das kürzte unsere Etappe ganz schön ab. Einen Haken gab es. Wir sollten in 20 Minuten fertig sein. Also schnell gepackt, KEINE Creme ins Gesicht und auch nicht die Zähne geputzt. Ich brachte noch schnelle den Müll zur Tonne und dann kam sie schon. Wir führen in einem BMW mit der Freundin vom Boss der Kellnerin. Wir schmunzelten. Sie fuhr sehr vorsichtig sie sich nach oben schlängelnden Straßen. In „Ayacata“ verließen wir dann die Freundin vom Boss der Kellnerin und gingen durch das kleine Dorf den Aufstieg zum „Roque Nublo“. Oben angekommen, kamen wir zunächst an dem öffentlichen Parkplatz heraus und wir waren schon einmal durchgeschwitzt. Dann folgten wir dem Weg zum Mirador. Für mich war das sowieso das erste mal hier. Olaf war schon vor 4 Jahren mit Freunden hier, musste aber wegen den hohen Außentemperaturen den Aufstieg dann abbrechen. Nach ca. 20 Minuten erreichten wir das Plateau und der Ausblick war wirklich atemberaubend schön. Die Luft war frisch und sie Sicht war klar. Calima scheint nun endgültig Gran Canaria verlassen zu haben. Wir waren eine ganze Weile auf dem Plateau und saugten förmliche die Atmosphäre in uns auf. Olaf war dabei auf den spirituellen Spuren der Ureinwohner und kniete ehrfürchtig vor dem Felsen.

    Aber wir mussten weiter. Denn der Tag war auch trotz der willkommenen Abkürzung durch die Freundin vom Boss der Kellnerin noch lang genug. So kehrten wir dem „Roque“ den Rücken und gingen zurück zum Parkplatz. Von dort führte unser Wanderweg wieder bergauf weiter zu unserem heutigen Ziel. Der Weg war zuerst recht breit, aber schnell wurde daraus ein Trampelpfad und unterwegs gab es immer wieder rückwertige Blicke zum „Roque Nublo“. Aber auch zum „Puco Nieves“ dem höchsten Berg auf der Insel.

    Wir gingen durch Kieferwälder, abgebrannt Halden, Steinebenen und baumlosen Landschaften. Wir folgten teilweise den öffentlichen Wanderwegen und kamen an ein Fels-Plateau. Der Trampelpfad wurde schmaler und schmaler und es ging immer noch bergauf. An einer Stelle mussten wir mit den Rucksäcken über Felsen ca. 10 Meter hoch klettern. Ober eine tolle Aussicht aber auch der Gedanke, wenn man oben ist muss man auch wieder runter kommen. Und so kam es auch was mir schon schwante. Ein steiler Anstieg auf schmalen Wegen. Wie bereits bei meiner ersten Erfahrung vor 5 Tagen, sang ichzählender Weise oder zählte singend „Hollali-Holllala-1-2-3-Hopsassa“ und lutschte 3 Salbeibonbons. Es war heiß, die Sonne brannte. Der Weg war steil und jeder schritt musste sitzen, sonst rutscht man ab und ... na ja, den Rest will man nicht wissen. Es dauerte gefühlt eine Ewigkeit, war aber „nur“ 45 Minuten, bis wir an an einem Wegkreuz ankamen - das „Cruz Grande“. Hier trafen sich Straße und verschiedene Wanderwege.

    Eine kurze Pause und weiter nach „San Bartolomä“ auch „Tunte“ genannt. Hehe 😉 das ist lustig. Es handelt sich um die Provinzhauptstadt, auch von „Playa Ingles“. Dort wollten wir essen und dann den Weg über „Cruz Grande“ zurück zum heutigen Ziel und Unterkunft. Der Weg nach „San Bartolomä“ war zwar abwärts, aber auch anstrengend. In dem kleinen Ort selbst, setzten wir uns draußen an einer Bar und bestellten Bier 🍺 und etwas zu essen. Dann suchten wir nach Alternativen. Zum eine wollte Olaf nicht mehr den Weg zurück und hoch zum „Cruz Grande“. Dann suchten wir nach Unterkünften in dem, aber alles war ausgebucht. Dann suchte ich nach einem Bus 🚌 und fand auch einen, der bis zum „Cruz Grande“ fahren sollte. Und wie es sich so ergibt, hatten wir auch noch. genügend Zeit zum Essen und einer kleinen Shoppingtour. Der Tag schien erneut gut zu enden. Alles klappte irgendwie super. Wir gingen nach dem Essen kurz uns die Kirche ansehen, dann einen kleinen Shop. Dort kauften wir Wein und mit Paprika und Zucker überzogene Mandeln für heute Abend und gingen zur Bushaltestelle. Der Bus sollte um 16:00 Uhr kommen. Aber leider war er um 16:30 Uhr immer noch nicht da. Nur ein anderer Bus der selben Linie hielt hier über endete auch hier. Wir würden skeptisch. Ich schaute mir das Schild oder die Info an der Bushaltestelle an und nutzte den Google-Übersetzer. Dort stand demzufolge, dass wegen Bauarbeiten auf der Straße bis zum 19.10. keine Busse fahren werden. So ein Mist 💩. Hätten wir nur eher uns einmal das Schild angesehen. Egal - dann eben Taxi 🚕. Olaf bestellte telefonisch, aber die Spanier reden gerne, schnell und viel und so war es für uns unklar, ob nun noch ein Taxi kommen wird. Wir warteten 30 Minuten und dann hatte ein Barbesitzer Mitleid und fragte uns, ob wir ein Taxi benötigen. Er telefonierte und sagte uns dann, dass die Straße wegen den Bauarbeiten nicht nur für Busse, sondern auch Taxis gesperrt sei. Man man man. Eine Planänderung. Wir mussten also doch wieder über der Berg zum „Cruz Grande“ und auf der anderen Seite runter zu unserer Unterkunft. Es war 16:45 Uhr und unsere Wander-App gab uns 2,5 Stunden vor.

    Es half nichts. Wir gingen einen anderen Trampelpfad nach oben und natürlich kamen wir wieder mächtig ins schwitzen. Eine kleine Pause am „Cruz“ und bergab zur Unterkunft. Von hier dann noch 01:06 Stunden - laut Wander-App. Unterwegs wurden wir auf dem kleinen Pfad sogar noch von Läufern überholt. Die Sonne ging langsam unter und tauchte die Landschaft in goldiges Licht. Herrlich anzusehen. Dann endlich an der Unterkunft und es war 19:00 Uhr. Erschöpft suchte ich nach den Schlüssel. Nach Info die wir per WhatsApp bekommen haben, sollte dieser hinter dem Spiegel im Badezimmer sein. Eine Frag: wie kommen wir in das Badezimmer, wenn wir keinen Schlüssel haben? Wie es sich herausstellte, gab es ein Gebäude, wo die Zimmer einzeln gelegen waren. Das bedeutet, immer wieder müsste man auf die Terrasse, wenn man zur Küche oder Schlafzimmer oder eben in das Bad wollte. Und das Bad war offen.

    Ich schloss alles auf, legte den Wein und das Obstbaum den Kühlschrank. Olaf begrüßte Garfield die Katze und duschte später. Selbiges tat ich danach und dann saßen wir auf der Terrasse und ließen den Tag Revue passieren. Aber wir planten auch die morgige Strecke. Spät am Abend kam dann noch der Besitzerin der Unterkunft. Wir begrüßten uns kurz und gingen dann zu Bett.

    Ein schöner, aber auch sehr anstrengender Tag.
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  • Day17

    Zurück in die Caldera von Tejeda

    October 16, 2017 in Spain ⋅ ⛅ 18 °C

    Der Alkohol hat wohl dazu geführt, dass ich nachts viele „Bäume abgesägt“ hatte. Olaf erwähnte das am Morgen. In der Höhle selbst, war dauerhaft ein angenehmes und gleichbleibendes Klima. Egal ob es draußen heiß oder kalt ist, drinnen blieb es gleich temperiert. Schon toll so eine eigene Höhle - will auch haben 😊

    Birgit schlief auch noch und so versuchten wir leise unsere Rucksäcke zu packen. Erst musste ich vor die Höhle, um die gestern gewaschene Wäsche abzunehmen. Olaf war auch schon am packen und sich frisch machen. Kurz darauf wurde Birgit wach. Olaf frühstückte etwas Kichererbsensuppe vom Abend. Ich hingegen langte bei einen zerbrochenen Knabberstange zu. Schnell war alles aufgezehrt und die Rucksäcke 🎒 und die Schuhe 👞 geschnürt. Eben noch von Birgit verabschiedet und nochmals bekräftigt, dass man im Kontakt bleiben will. Eventuell sehen wir sie in „Maspalomas“ wieder, weil sie dort an einem „Salsa-Festival“ teilnehmen möchte. Tanzen ist ihre Leidenschaft 👍😊

    Auf gehts und das im wahrsten Sinne des Wortes. Denn es ging und das wussten wir vorher auch noch nicht, über zwei Stunden nur bergauf und wir kamen wieder auf 1730m Höhe. Zuerst gingen wir wieder an dem kleinen Laden mit der Bar vorbei. Eine Stunde später und wir hätten dort frühstücken können. Die kleine Asphaltstraße schlängelte sich am Hang der Schlucht entlang immer höher. Manchmal verließen wir diese und gingen ebenfalls auf asphaltierte Nebenstraßen weiter hinauf. Die Luft war toll und das Wetter weiterhin durch den „Calima“ geprägt aber irgendwie klarer. Wir überquerten einige Straßen, um dann auf Feld- und Waldwegen weiter bergauf zu gehen. Herrlich duftende Kieferwälder, niedrige Sträucher und zum Teil sehr karge Landschaften prägten das Bild.

    Auf unserer Wanderer-App konnten wir anhand des Höhenprofils erkennen, dass uns bald ein heftiger Anstieg bevorsteht. Aber was war das? Zwei wirklich echte Wanderer mit Rucksäcken. Das war, glaube ich, überhaupt das erste mal seit dem wir unterwegs sind, dass wir „echten“ Wanderern begegnet sind. Wir erreichten erneut einen Kiefernwald und die vertrockneten „Nadeln“ knirschten wieder so schön unter unseren Schuhen. Kurz bergab und dann kam er - der steile Anstieg. Puh 😅 Schauf - uff - ächzt- prust und schwitz. Mehrmals mussten wir anhalten und verschnaufen, denn durch das schnelle atmen kann einem auch schwindlig werden 😎

    Dann erreichten wir den Scheitelpunkt und wir machten eine kurze Pause. Dabei stellten wir fest, dass Olaf wohl beim durchschreiten einer Stelle mit vielen hohen Sträuchern das (mein) gelbes Halstuch verloren hat. Er benutzte es immer zum Schweiß abwischen. Das machte mich etwas betroffen, weil daran schon einige Erinnerungen von Wanderungen hingen. Aber es war nicht weiter schlimm und wir gingen auch nicht zurück um es zu suchen. Man muss sich auch von alten Dingen trennen können *hust 😎

    Dann erreichten wir eine Stelle, welche wir vor drei Tagen schon einmal in der Gegenrichtung entlang gegangen sind und näherten uns wieder „Cruz de Tejeda“ - dort wo wir im „Casa Rural El Refugio“ übernachtet haben. Daran gingen wir jedoch vorbei und folgten ab dort einen anderen Weg ins Tal nach „Tejeda“ unser heutiges Ziel. Unklar war diesmal die Übernachtung. Zwar hatten wir bereits im Februar über Booking.com gebucht, jedoch teilte man uns mit, dass wegen eines Klempnerschadens, in dem Haus keine Übernachtung erfolgen kann. Trotzdem sollten wir uns in der Bar „Tienda del Paco“ melden und man würde mit uns zu einem anderen Haus fahren. Dadurch wussten wir natürlich nicht, wie weit entfernt von unserem Weg oder von Tejeda das Haus ist, um essen gehen oder einkaufen zu können.

    Wir erreichten den Ort und gingen zur Ortsmitte, was in der Regel immer die Kirche ist. Dort orientierten wir uns und fanden dort auch die erwähnte Bar vor. Vorher gingen wir jedoch zu einer Bäckerei, wo es die berühmten Mandelplätzchen geben soll. Dort kauften wir ein paar und gingen zurück zu dieser Bar, wo wir erst einmal jeder zwei Cola zu sich nahm. Wir gaben uns dann als die zu erkennen, die leider nicht in dem gebuchten Haus schlafen können. Jeweils ein Getränk ging zu Kosten des Hauses und wir sollten in einer Stunde wieder hier her kommen, denn dann kommt die „Frau“ vorbei, welche uns dann zu dem anderen Haus bringend wird. Ok ok. Also gingen wir wieder etwas trinken und diesmal auch essen. Die Bar „Hemingway“ bot mit ihren günstigen Preis für „Papas arrugadas“ uns eine willkommene Alternative zu einer ausgedehnten Pause. Außerdem hatten wir beschlossen, dass wir um 16:00 Uhr laut Google zu dem Spar gehen und etwas zum Abendbrot und Frühstück einkaufen.

    Nach etwas mehr als einer Stunde bezahlten wir bei der Bar „Hemingway“ und gingen erneut zur Bar „Tienda El Paco“. Einen Moment sollten wir noch warten, dann käme „Sie“ vorbei. Die Spannung stieg und stieg. Dann kam „Sie“ mit ihrem Auto. Es war die Kellnerin, welche uns bei der Bar „Hemingway“ abkassiert hatte. Sie staunte und lachte und wir ebenso. Im Gespräch mit ihr erfuhren wir, dass die „neue“
    Unterkunft doch recht weit außerhalb liegen würde und wir vorher lieber einkaufen sollten. Gesagt getan. Nur leider öffnete Spar nicht um 16:00 Uhr wie Google es angab, sondern um 17:00 Uhr. Also wieder warten. Lololololololololololololololol

    Dann kauften wir etwas ein. Getränke, Brot, Obst und Gemüse, eine Dose Bohnen und eine Dose Oliven. Das sollte für das Abendbrot und Frühstück reichen. Dann gingen wir diesmal wie verabredet zur Bar „Hemingway“ und trafen „Sie“. Sogleich ging es dann ins Auto und sie fuhr mit uns zu dem Haus - einem „Chalet“. Ein ganzes Haus mit zwei Etagen und etlichen Zimmern für uns. Ich glaube, wir waren damit überfordert. Irgendwie fühlten wir uns dort auch nicht wohl und redeten immer ganz leise miteinander, so wie man es in Wartezimmern macht.

    Am Abend gingen wir zum Sonnenuntergang zum „Rogue Bentayga“. Es war atemberaubend schön. Die Sonne ging unter in einem etwas vom „Calima“ getrübten Licht. Der Anblick war phänomenal. Wir gingen bis zum Eingang zum Museum am „Rogue Bentayga“ und dann wieder zurück zum Wartezimmer 😜

    Auf der dortigen Terrasse hatten wir einen wunderbaren Blick ins nächtliche Tal mit den verschiedenen Dörfern.
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  • Day16

    Der Ruf der Berge

    October 15, 2017 in Spain ⋅ ☀️ 23 °C

    Ganz so dramatisch wie die Überschrift war es dann doch nicht. Aber wir hatten uns am Vortag entschieden, dass wir nicht die extrem beschwerliche Etappe beim Abstieg vorgestern besteigen werden. Stattdessen sind wir nach einem guten Frühstück über dem Hafen zur Bushaltestelle gegangen und mit dem 103er nach „Gáldar“ gefahren. Das sind ungefähr 6km. Das Wetter war immer noch vom „Calima“ geprägt und somit diesig und sehr warm. Schnell kam man ins schwitzten über so gingen wir zunächst in die Kirche von „Gáldar“ am „Plaza de Santiago“. Ein wirklich schöner und ruhiger Platz. Zwei kleine Einkaufsläden säumten jeweils eine Seite beim Haupteingang zum Platz. Dort wurde morgens geredet, Brot zum Frühstück gekauft, Menschen beobachtet. Eine Altherrenriege saß dort auf einer Bank und beobachtete andere Menschen. Der Brunnen in der Mitte der Plaza plätscherte vor sich hin, während Tauben über diesen hin und her flogen. Langsam gingen Menschen in die Kirche. Bald stand wohl die Sonntagspredigt bevor, was durch Kirchengeläut untermalt wurde. Wir gingen kurz in die Kirche. Sie war recht groß und „hübsch“ anzusehen. Allerdings auch sehr dunkel. Nirgends brannte ein Licht. Erstaunlich war die Decke, denn sie war komplett mit Holz ausgekleidet. In der Ecke neben dem Altar ein lustiger Anblick. Der Priester um weißen Gewand bediente ein Smartphone und es leuchtete sein Gesicht an.

    Wir verließen die Kirche und setzten uns noch an den Platz und beobachtet ebenso die Szenerien. Wir hatten noch etwas Zeit, da wir um 11:00 Uhr in das Archäologische Museum nebst überdachter Ausgrabungsstätte wollten. Das Gebäude war sehr modern und auch recht neu. Freundlich wurden wir von dortigen Personal empfangen und nach einer Zeit des „wie-sich-miteinander-verständigen“, konnten wir unsere Rucksäcke bei Ihnen abstellen und uns einer spanischen Führung anschließen. Es gab ein kleines Faltblatt auf deutsch. Die Führung war recht klein. Wir kamen in einen Raum mit halbrunden Sitzbänken und uns wurde beim Betreten eine 3D-Brille in die Hand gegeben. Zu sehen bekamen wir einen Film mit durch Schauspielern nachgestellten und durch viele Computereffekte und -animationen Szenen über die Besiedlung von Gran Canaria. Aber auch wie sie durch die „spanischen Besetzer“ unterdrückt wurden und letztendlich ihre Kultur fast vollständig verschwand. Die Ausgrabung sollte an das Erbe und auch an die „Schuld“ erinnern. In einer originalen Höhle konnten wir sogar Höhlenmalerei betrachten. Es sind meist Symbole aus Dreiecken und Kreise in verschiedenen Farben. Diese Motive kann heute jeder Tourist in fast jeder Form käuflich erwerben. Ob auch alle wissen was sie bedeuten? Denn sie stellen die weibliche Vulva dar und sind ein Fruchtbarkeitssymbol und zusätzlich auch ein Kalender - somit auf 12 Monaten datiert. Was wiederum auf ein kosmisches Verständnis deutet.

    Dann wurde es Zeit und wir gingen zu einer Bushaltestelle, um dann mit dem Bus 106 nach „Fagajesto“ zu fahren. Von dort wollten wir zu Fuß dann zu der Höhlenwohnung „Cueva Puerta del Sol“. Es war ein kleiner Bus, der sich mit uns die enge Bergstrasse nach oben fuhr. Am Endpunkt angekommen, fuhr der Fahrer uns aber freundlicherweise noch etwas weiter und konnten somit eine bergabtour vermeiden. Dann folgten wir zunächst einer asphaltierten Straße und kurz darauf ging rechts unsere geplante, aber auch eine offizielle Route bis nach „El Hornillo“. Eigentlich gab es dort nichts zu sehen, aber wir wollten durch die Natur und nicht auf der Straße gehen. Jedoch kehrten wir nach knapp 50m um, denn es war zu erkennen, dass es sich wieder um einen „spektakulären“ Weg handeln wird und darauf hatten wir keine Lust. Also zurück zu Straße und dieser folgten wir dann bis zur Höhlenwohnung. Trotz asphaltierter und breiter Straße, hatte ich enorm mit Höhenangst zu kämpfen. An der Höhlenwohnung angekommen, wurden wir von Birgit, ebenfalls ein Gast, begrüßt. Sie kam ursprünglich aus Hildesheim, lebt jetzt aber in der Schweiz 🇨🇭 und hat auch die Schweizer Staatsbürgerschaft. Sie zeigte uns „unsere Höhle und den Höhlenkomplex. Denn im Grunde war es nur eine große Höhle, in welcher andere kleinere Höhlen und Gänge gehauen wurde. Insgesamt gab eine große Küche, Bad, Aufenthaltsraum und 3 kleine Räume für Gäste. Es gab keine Türen sondern Vorhänge. Die grosse Gemeinschafts-Höhle war schön illuminiert mit wechselnden Farben.

    Nach dem Beziehen unserer Höhle, setzten wir uns mit Birgit zusammen und quatschen. Wir haben uns alle gleich super verstanden und die Zeit verging wie im Fluge. Gegen 17:30 Uhr sollte die kleine Bar und Laden geöffnet haben. Da wir keine Nahrungsmittel hatten und es auch kein Restaurant weit und breit gab, gingen wir zu dritt zum Shoppen. Unterwegs quatschten wir weiter und weiter. Leider war die Bar/Laden (noch) geschlossen, obwohl wir nach deutscher Natur pünktlich waren 😜

    So warteten wir da vor und beschäftigten uns mit quatschen und Dorfhunden. Birgit mochte auch sehr gerne Hunde. Nach ca. 20 Minuten kam dann die Besitzerin und öffnete ihre Geschäfte. Wir gingen in den Laden und schaute was vorrätig war. Es gab sowohl frisches Obst und Gemüse, als auch Konserven. Weiterhin Brot, Süßigkeiten und diverse Kosmetika und Reinigungsmittel. Wir kauften 3 Dosen Kichererbsen, ein Zucchini, Tomaten Zwiebel, Brot, eine typische kanarische Süsskartoffel und Bier. Dann spendierte uns Birgit jeweils noch ein 🍺, was wir an Ort und Stelle außerhalb der Bar tranken und ... jawoll - quatschten. Neben Hunden gesellten sich dann auch noch Katzen zu uns. Es war ein wirklich schöner Abend dort oben an der Bar mit den Tieren. Aber da wir noch kochen wollten, mussten wir auch wieder zurück.

    In der Höhlen-Finca angekommen, begann ich sogleich eine Suppe aus den Zutaten zu machen und Olaf half einen Tomatensalat vorzubereiten. Der Salat kam kurz in den Kühlschrank, während die Suppe noch vor sich hin köchelte. Ich ging zu den beiden anderen nach draußen zum quatschen. Es wurde dunkel und Daniel, einer der Besitzer, kam vorbei und begrüßte uns nun offiziell. Er und Frank (sein Ehemann?) sind nach „Gáldar“ gefahren, um dort zwei Französinnen abzuholen, welche ebenfalls Gäste heute sein sollten. Aber die beiden waren und blieben verschwunden. So blieb der Frank dann in der Stadt, um eventuell die beiden dann doch noch in Empfang nehmen zu können. Da die beiden selber noch eine Wohnung in „Gáldar“ haben, war das eh kein Problem.

    Die Suppe war fertig und wir aßen etwas davon. Außer Daniel, der schon satt war. Später spendierte er eine süße alkoholische Spezialität von den Kanaren und wir QUATSCHTEN nun zu viert. Wir alle erzählten aus unserem Leben, nahmen den süssen Drink zu uns und gegen Mitternacht verabschiedete sich Daniel. Er verbrachte die Nacht in einer anderen Höhle.

    Wir wuschen noch schnell das Geschirr ab und gingen dann zu Bett.
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  • Day15

    Pausentag

    October 14, 2017 in Spain ⋅ ☀️ 30 °C

    Seit einer Woche, sind wir nun jeden Tag unterwegs gewesen. Deshalb haben wir es von vornherein geplant, dass wir heute einen Pausenzag haben. So wollen wir uns von den Strapazen etwas erholen und neue Kräfte für die kommenden Tage sammeln. Das Hotel in dem wir nun seit gestern sind, gibt es alle erdenklichen Annehmlichkeiten. Es ist ein Spa-Hotel und bietet neben der üblichen Ausstattung, unterschiedliche Massagen und Anwendungen für Körper und Seele. Gegen Bezahlung versteht sich, oder man hatte eine entsprechende Buchung vorgenommen. Aber das hatten wir nicht. Wir begnügten uns mit dem „Hotel-Standard-Angebot“ wie Whirlpool, Halbpension und Serviceleistungen. Zuerst wollten wir unsere Wäsche hier waschen lassen, aber die morgige Unterkunft bietet ebenfalls die Möglichkeit seine Klamotten wieder zu reinigen. Da verschoben wir unser Vorhaben auf morgen.

    Die Nacht war erstaunlich gut. Es war ruhig, trotz der Lage unseres immens am Pool. Ebenso war unser Zimmer klimatisiert. Das leise Rauschen der Klimaanlage hatte sogar etwas beruhigendes. Wir gingen zum Frühstück. Nach den Tagen kargen Frühstücks, kam das Buffet uns wie im Schlaraffenland vor. Es gab alles erdenkliche und das auch noch in diversen Variationen. Endlich mal nicht nur trocken Brot oder Kekse.

    Nach dem üppigen Frühstück, erkundeten wir die Umgebung. Wir gingen zuerst von oben gesehen, rechts an der Küste entlang. Das Wetter war dunstig. Handelte es sich dabei um ein Wetterphänomen, das sich „Calima“ nannte.

    Calima (auch Kalima) ist eine Wetterlage mit Ostwind auf den Kanarischen Inseln und auf den Kapverdischen Inseln, die vereinfacht als „Sandwind aus Afrika“ beschrieben werden kann und den Saharastaubereignissen in Europa entspricht. Gelegentlich wird die spanische Bezeichnung Bruma seca („trockener Nebel“) verwendet.

    Von der Sahara kommt mit östlicher Strömung trockene, warme Luft und bringt oft feinen Sandstaub mit. Hochdruck über der Sahara erhöht die Temperatur und verringert die Luftfeuchtigkeit. Die Sicht ist dann leicht getrübt, die Niederschlagsneigung bei der geringen Feuchte aber sehr gering. Es kann im Flugverkehr zu Problemen kommen. Bei dem Staubgehalt der Luft ist das warme, trockene Wetter aber nicht angenehm und führt leicht zu Reizungen der Atemorgane (So musste ich zum Beispiel häufig Niesen )

    Die Calima in den Sommermonaten (Juni bis September) kann wegen der Kombination mit starkem Wind und heißer Luft starke Schäden an der Vegetation anrichten. In den Wintermonaten kommt sie ebenfalls vor, der Wind ist dann aber weniger heiß. Der Himmel wird diesig, die Fernsicht nach und nach geringer.

    Die Calima ist in Lagen bis 300 Meter über dem Meer akut. In höheren Lagen schwächt sich die Temperatur deutlich ab. Die Calima entsteht in der Sahelzone und treibt auch zahlreiche Schwalben wie einen Spielball durch die Lüfte vor sich her. Sie landen auf Fuerteventura, weil diese kanarische Insel am nächsten an ihrer 800 km entfernten Heimat ist, und sterben dort oftmals an Entkräftung.

    Da der heiße Wüstenwind auch jedes zunächst kontrolliert gezündete Feuer rasch weiter vorantreibt und so außer Kontrolle geraten lässt, stellt das Abflämmen von Feldern bei Calima eine grob fahrlässige Brandstiftung dar.

    Danke Wikipedia und „Drag & Drop“ 😂

    Wegen dieser Wetterlage, war es zunächst draußen sehr unangenehm. Man begann relativ schnell zu schwitzen (34 Grad) und unserer kleine Tour, war deshalb auch nicht sehr angenehm. Eine kleine Höhle Bit eine interessante Abwechslung. Wir spöter zur Küste und gingen zurück. Diesmal, wieder von oben gesehen, links von Hotel entlang und hinab zur Küste. Wir gingen etwas am Hafen entlang, sahen uns Geschäfte an uns kauften, wie immer, Kühlschrankmagneten.

    Dedo de Dios (Finger Gottes) war eine Felsformation auf der kanarischen Insel Gran Canaria nahe dem Fischerort Puerto de las Nieves. Sie erhielt den Namen vom kanarischen Schriftsteller Domingo Doreste, der der Meinung war, die etwa 30 Meter hohe Felsformation symbolisiere eine Hand mit einem mahnend erhobenen Finger. Seitdem galt der ‚Finger Gottes‘ als ein Wahrzeichen Gran Canarias. Der Dedo de Dios wurde am 29. November 2005 vom Tropensturm „Delta“ abgerissen. Jetzt ist es „nur noch ein Felsen“ (was es vorher im übrigen auch war 😜). Wir suchten einen Supermarkt auf und wollten diesen wegen der Klimatisierung am liebsten nicht mehr verlassen. Aber wir mussten noch zu einer Bank und Bargeld abheben. Über den Hafen gingen wir zurück ins Hotel.

    Olaf wollte noch in den ehemaligen Salinengruben, welche heutzutage ein mit Meerwasser gefülltes natürliches Schwimmbecken sind, baden gehen. Ich wollte im Hotel bleiben. Dann kam er zurück und schwärmte von der dortigen Atmosphäre. Ich blieb trotzdem im Hotel und er ging wieder dorthin. Ich folgte ihm jedoch nach einer Weile. Es mag sicherlich schön sein, aber „Badeanstalten“ sind nicht mein Ding. Nach geraumer Zeit gingen wir zurück und ruhte. Noch etwas aus, bevor wir essen gingen. Danach ein abendlicher Spaziergang zur Bushaltestelle, von der wir morgen abfahren und zum Hafen. Dort beobachteten wir die Einfahrt einer sehr großen Fähre von Teneriffa und gingen danach ins Hotel zurück und zu Bett.

    Die geplante morgige Etappe, haben wir wegen der Beschwerlichkeit des Weges umgeplant und werden teils mit Bussen fahren, eine Stadtbesichtigung machen und eine Wanderung über ein Bergdorf zu unserer nächsten Unterkunft machen.
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  • Day14

    Was für ein Tag?!

    October 13, 2017 in Spain ⋅ 🌙 29 °C

    Ok - ich fange von vorne an.

    Wir haben beide nicht so gut geschlafen. Zwar haben wir uns im „Casa Rural El Refugio“ sehr wohl gefühlt und sind auch sehr schnell eingeschlafen. Aber in der Nacht sind wir durch das Licht im Flur wach geworden und im weiteren Verlauf auch nicht mehr richtig fest und tief eingeschlafen. Ich schaltete im Flur das Licht aus. Jetzt störte mich der kleine Kühlschrank außerhalb unseres Zimmers auch dem Flur. Der gluckste schon fast mitleidig, womöglich weil nichts drin war.

    Wir standen gegen 07:00 Uhr auf, damit wir 30 Minuten später die ersten beim Frühstück waren und danach gleich losgehen konnten. Denn die heutige Etappe war mit 27km bei 10 Stunden angesetzt. Gestärkt zogen wir los.

    Natürlich ging es zuerst bergan. So ca. 40 Minuten. Eine erste Anspannung hatte ich da auch schon, weil wir einen kleinen Umweg gehen wollten, der aber an einem ziemlich steilen Abhang mit 10cm Trittfläche lag. Wieder zurück auf die geplante Route und weiter bergauf. Die Ausblicke zwischendurch in das noch immer diesige Tal,waren wirklich mystisch. Eine Infotafel erzählte die 14 Millionen Jahre alte vulkanische Geschichte von Gran Canaria. Demnach lag vor uns die zusammengebrochene Caldera von Tejeda. Teilweise schon stark erodiert, aber trotzdem spektakulär.

    Zu diesem Zeitpunkt waren wir bereits schon auf 1720m und der Weg führte genauso spektakulär an den Abhängen entlang, wie die Caldera selbst aussah. Hinzu kamen ein teils kräftiger Wind mit durch die Abhänge aufkommenden Windböen. Nach meinem Geschmack sehr gefährlich auf diesem Weg. So kam es dann auch, dass ich eine bestimmte Strecke dann nicht gehen wollte und mit Olaf besprach, dass wir den Weg etwas abseits im Wald fortsetzen. Gesagt getan, jedoch war der Weg scheinbar etwas länger. Aber das war nicht so schlimm.

    Wir näherten uns so „Montaña de Artenara“ eine Erhebung von 1440 Metern. Davor jedoch kamen wir an archäologisch wichtige Stätten vorbei. Insgesamt wohl 12 Felshöhlen, welche von den „Altkanariern“ bewohnt waren. Man gab ihnen auch eine spirituelle Bedeutung bis Hexentum. Alles war dabei, das ganze Spektrum Aberglaubens. Wir gingen auf diese Erhebung, weil wir erneut einen Weg, der zu nah am Abgrund war, umgehen wollten. Ironischerweise führte jedoch oben von der Erhebung kein Weg nach unten. Und so mussten wir quer Feld ein dann den Berg herunter gehen - oder besser teilweise stolpern - was Olaf gar nicht mochte 😊.

    Unten setzten wir auf einen etwas breiteren Waldweg unsere Wanderung fort und kamen etwas später in „Artenara“ selbst an. Es soll sich dabei um das höchst gelegene Dorf auf Gran Canaria handeln. Es lag sehr beschaulich und in jeder Felskerbe angeschmiegt im Massiv. Viele davon waren Höhlenwohnung und viele davon hätten wir gerne besichtigt. Leider war das nicht möglich, da diese bewohnt waren bzw. wir einen „straffen“ Zeitplan hatten. Also eben mal schnell alles wichtige abgeklappert und fotografiert. Dann weiter auf dem Weg und raus aus dem Dorf.

    Die schlimmste Etappe stand uns allerdings noch bevor und je näher wir diesen Moment kamen, umso angespannter wurde ich. Denn laut Beschreibung benötigte man für einige Passagen eine „einigermaßen gute Schwindelfreiheit“. Was immer das heißen möge. In Gedanken stellte ich mir jetzt schon diverse „Absturz-Szenarien“ vor und das Olaf meine Lebensversicherung erhält (😬). Auf dem Weg dorthin verging die Zeit und die Sonne stieg höher. Es wurde sehr warm, aber größtenteils gingen wir durch herrlich duftenden Kiefernwald. Die alten herab gefallenen Kiefernadeln knirschten unter unseren Füßen und wir hatten Spaß beim gehen.

    Nach einer Weile kamen wir an einem sehr großen Rastplatz, der auch als Campingplatz genutzt werden konnte. Zwar waren keine Zelter da, wohl aber spanische Familien die grillten. In der dortigen Toilette, füllten wir unser Wasser an dem Wasserhahn auf. Jetzt hatten wir sogar genug Wasser, wenn wir auf dem Weg verunglücken sollten 😜. Wir durchquerten den Rastplatz und trafen auf zwei Frauen mit 4 Kindern und zwei Hunden. Ein Hund begleitete uns ein Stück. Später ging er wieder zurück zu der Familie.

    Ohne Navigation hätten wir uns schon mehrfach verlaufen. Wir begegneten zwei deutschen Radfahrern, welche wir gestern Abend in der „Casa Rural El Refugio“ kurz kennengelernt hatten. Sie führen ohne Navigation und nur mit dem Ziel vor der Nase. Denn ihre Navigation funktionierte aus irgendwelchen Gründen nicht. Wir verabschiedeten uns und jeder ging oder besser fuhr seines Weges.

    Wir näherten uns der Etappe des „Grauens“, wie ich sie bereits innerlich schon nannte. Wir wollten so soweit gehen, wie es geht. Wenn es nicht mehr möglich war den Weg fortzusetzen, wollten wir umdrehen. Das haben wir uns geschworen. Zuerst „durften“wir jedoch erneut einen steilen Weg bis auf 1400m hoch gehen. Ganz schön schweißtreibend und trotz mehrmaligen schlucken, bekam man keine feuchte Kehle. Ein unangenehmes Gefühl.

    Es war soweit. Da war er, der „Weg des Grauens“

    Ehrlich gesagt kann ich garnicht beschreiben, wie die Ausblicke waren. Ich war mega konzentriert und sang in meinem Kopf immer etwas mit „Holla-hi und Holla-hu“, hin und wieder zählte ich 1-2-3, dann ein Sabei-Bonbon und wieder singen und wieder zählen. Oh das Bonbon ist alle. Ach ich singe oder zähle ich lieber? Egal. Dann eben gezählt Gesungen oder singend gezählt. Bloß nicht stolpern, wenn du jetzt stolperst, so meine Gedanken, dann stürzt du in die Schlucht und Olaf ist ganz traurig und alleine. Oder ich stürze und hänge an an einem kleinen Ast und Olaf muss meinen Absturz mit ansehen oder ich stürze und schlage mir den Kopf auf und breche mir dann beim herabstürzen alle Knochen - was man dann dank dem Echo überall hören konnte. Moment - ich singe mal kurz „1-2-3“ im Radetzkimarschtaktgefühlnotenpapiermetronomkugelklackklack - oh wie viele Buchstaben hat das Wort? Huch was ist das? Seile an der Felswand? Muss ich mich jetzt abseilen? OMG. Jetzt Drahtseile als Geländer. Das gab etwas Schutz und schon sind sie wieder weg. Hinter einer Ecke lang eine Ziegengruppe, was man vorher nicht gesehen hatte und sie schreckten auf und ich erschreckte mich ebenso. Die zwei Radfahrern sind wir oben beim Beginn des Abstieges ebenfalls begegnet und sie mussten meist ihre Fahrräder auf dem Rücken tragen. Aber manchmal sind sie auch auf dem schmalen Weg gefahren. Unglaublich!

    Leute es war steil und sehr beschwerlich und ich kann nicht beschreiben, wie froh ich endlich war unten angekommen zu sein. Olaf hat es nicht mitbekommen, weil er meist hinter mir lief. Aber ich hatte Tränen vor Erleichterung in den Augen. Ich kann mir selbst jetzt noch nicht die Fotos ohne ein kribbeln ansehen, die Olaf gemacht hat. Unten im Dorf machten wir Pause. Olaf war auch ziemlich fertig. Wir überlegten Optionen:Bus, Taxi oder 5 km bis zum Ziel gehen. Wir entschieden uns für das Gehen. Es ging immer an der Straße entlang. Aber das störte uns überhaupt nicht mehr und erreichten nach einer Stunde das Ziel unser Hotel „Roca Negra“ in „Puerto de las Nieves“ - vier Sterne und mit grossem Pool. Wir mussten wohl ziemlich geschafft ausgesehen haben, denn der Rezeptionist „Paco“ bot uns sogleich etwas zu trinken an. Wasser,Saft oder Cava (Sekt) - wir entschieden uns für Wasser 😊

    Das Zimmer war super und nach einer Weile zum ausruhen, gingen wir in den Pool (der von unserer Terrasse aus zugänglich war) und auch in den Whirlpool, der gleich neben an war. Unsere Muskeln entspannten sich und die Anstrengungen der vergangenen 10 Stunden wuschen sich ab. Herrlich. Danach gingen wir essen und später an der Hafenpromenade von „Puerto de las Nieves“ entlang.

    Hier bleiben wir insgesamt zwei Tage. Morgen ist ein kleiner Spaziergang von 4 Stunden angedacht und wir wollen unsere Route für übermorgen überdenken, denn die führt uns auf der ersten Etappe auf dem „Weg des Grauens“ entlang.
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