• Jens Barkmann
  • Jens Barkmann

Radtour zum Nordkapp

Una aventura de 32 días de Jens Leer más
  • Inicio del viaje
    17 de mayo de 2023
  • ColorLine Kiel-Oslo

    17 de mayo de 2023, Alemania ⋅ ☀️ 12 °C

    Die ColorLine-Fähre Kiel-Oslo ist größer als eine mittlere Kreisstadt in MV. Hab mit viel Mühe meine Kabine gefunden! Wenn ich morgen früh noch mein Fahrrad in einer der Lagerhallen wieder finden sollte, ist alles gut! Pizza war sehr gut, das Hefe musste bei dem Preis einfach schmecken!Leer más

  • Sightseeing in Oslo

    18 de mayo de 2023, Noruega ⋅ ☀️ 13 °C

    Mein Freund Jesper stand schon an der Fähre. Sein vollständiger Raddress hätte mich gleich nervös machen müssen! Ohne Pause ging es zu nahezu allen Sehenswürdigkeiten Oslos. Hab heute mehr Höhenmeter erstrampelt als bei einer kompletten Alpenüberquerung (oder beinahe). Nach einem tollen barbecue bei Jespers Familie (Damwild Keule aus dem Weber-Grill), beschließe ich den Tag in meiner ersten airbnb Unterkunft. Im Zelt hätte ich mich wohler gefühlt!!Leer más

  • Eine Zugfahrt, die ist lustig

    19 de mayo de 2023, Noruega ⋅ ☁️ 10 °C

    Heute saß ich mit einer Reisegruppe älteren Semesters aus Nordrhein-Westfalen gemeinsam im Zug. 7 Stunden lang gab's Sekt, Haselnusslikör, Lakritze, Schokolade, Wein und Genever. Gar nicht schlecht! Dafür ist die ganze Gruppe anschließend am trondheimer Bahnhof im Fahrstuhl stecken geblieben. Ich war draußen und hab ihnen durch den türschlitz Mut zugesprochen, wie "der Monteur kommt morgen früh sicher pünktlich " oder "die machen jetzt oben schon das Licht aus"!
    Ging gut aus und nach einer kleinen Stadtrundfahrt gehe ich jetzt in mein airbnb-bettchen!! So long
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  • Erster Radtag ab Trondheim

    20 de mayo de 2023, Noruega ⋅ ☁️ 14 °C

    Gleich heute morgen Abfahrt mit kleiner Fähre über den Trondheimfjord. Traumhaftes Wetter, unten 15 bis 20 Grad, oben überall noch Schnee in den Bergen! Auf diese Berge gings dann auch gleich rauf bis an die natürliche Baumgrenze. Höhenmeter ohne Ende und fast kein Verkehr auf der Straße. Landschaft ist bombastisch. Komprimiert auf 60 km habe ich gefühlt Ostseeküste, Alpen, den Schwarzwald, das Elbsandsteingebirge und die Mecklenburgische Seenplatte durchkreuzt! Und so fühl ich mich auch! Gleich geht's ab ins kuschelige Zelt (der Wind frischt auf). Gute NachtLeer más

  • Ist gar nicht so flach!

    21 de mayo de 2023, Noruega ⋅ ⛅ 10 °C

    Temperaturen um 13 Grad! Ideal zum Radfahren, wenn die blöden Bodenwellen nicht wären! Steigungen bis 4% habe ich unter "Abfahrt" verbucht! Nach 75 km die erste Ortschaft mit Tankstelle und kleinem Imbiss. Cheeseburger mit pommes und ne Pepsi für schlanke 25 Euronen. Dafür sah er nicht nach Tankstelle aus, eher Autobahnraststätte! Egal, hat geschmeckt!
    Die Landschaft war sensationell! Alle paar hundert Meter absteigen, Foto schießen. Um dann nach ein paar Metern festzustellen, dass dieser Blick noch spektakulärer ist. Also absteigen, Foto schießen! Trotz der vielen Absteigerei sinds dann doch über 100 km geworden! Jetzt steht das Zelt am Fluss, pasta ist aufgemömt und zum Abschluss einen Tee (in Norwegen wird Sonntags kein Bier verkauft! Fing gerade an, das Land zu mögen!)
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  • Von Dingens nach Kirchens

    22 de mayo de 2023, Noruega ⋅ ☁️ 11 °C

    Der Campingplatz gestern war sensationell. Zelt direkt am Fluss, eigenen Wasserhahn, Steckdose für Powerbanks, überdachte Sitzgruppe. Das ganze Gegenteil von dem Campingplatz, auf den es mich heute verschlagen hat! Hier ist nix, außer Semi-Profiangler aus NRW in voll-camouflage. Zwischen den beiden Campingplätzen war aber alles klasse. Die Landschaft wird immer spektakülärer, die Berge steiler und die Möglichkeiten einzukehren, noch seltener. Das Bier an der Tanke nach 20 km hab ich nicht gekauft, weil es bei 23 Grad gekocht hätte. Ich Idiot! 75 km bis zum Ziel gab's nix mehr. Jetzt kalte Nudeln von gestern und ab in die Falle.Leer más

  • Nass angefangen, trocken und traumhaft

    23 de mayo de 2023, Noruega ⋅ ☀️ 8 °C

    Zelt bei strömenden Regen abgebaut, noch schnell Müsli und Kaffee reingedreht und ab auf die Piste. Der Regenponcho hat mir den Tag gerettet, tolles Teil! Selbst Handschuhe und Hose bleiben leidlich trocken. Mit Rückenwind ists wie Kitesurfing, bei Gegenwind als ob man gegen eine Wand fährt! Egal. Hauptsache nicht alles durchnässt. Weil ich bei Dauerregen zu faul war, jedes mal mein Handy aus der Hülle zu holen, stelle ich ein archivbild ein. Gegen Nachmittag wurde es richtig schön und die Landschaft wieder sensationell. Bin ganze Zeit lang mit einem jungen studentenpärchen aus Hannover geradelt, nette Menschen! Hatten schon 2800 km unter dem Sattel und wollen noch zum nordkapp und anschließend über Finnland zurück. Beneidenswert! Zur Belohnung für meine unglaublich tolle, spektakuläre und nahezu einzigartige Leistung habe ich mir heute eine Hütte gegönnt (und drei Dosen Bier!). Wäsche gewaschen, Nudeln gebraten und genieße jetzt den Sonnenuntergang (der dauert hier aber so bis 23 Uhr. Hätte doch vier Dosen kaufen sollen!).Leer más

  • Mein Freund Poncho

    24 de mayo de 2023, Noruega ⋅ 🌬 7 °C

    Bis heute vormittag hat es geschüttet und gestürmt. Bin solange in meiner gemütlichen Hütte geblieben, hab Wäsche gewaschen und schon mal Nudeln vorgekocht. Ab 11 kam etwas Sonne, also los! Der Sturm kam dankenswerter weise aus südwestlicher Richtung und hat mich - dank meines Regenponchos als Segel - in Höchstgeschwindigkeit (23km/h Schnitt auf 90 km!!!) Richtung Ziel gebracht. Hatte schon Angst, am Nordkapp vorbei zu donnern und in Spitzbergen anzukommen! Durch die vielen seitlichen Böen musste man aber absolut hochkonzentriert radeln und permanent beide Hände am Lenker lassen. Dadurch bin ich jetzt ordentlich platt und so froh, wieder eine gemütliche Hütte ergattert zu haben. Zum zelten hätte auch meine Anzahl Heringe nicht gereicht! Esse jetzt die vorgekochten Nudeln mit Knoblauchpesto und trinke ein aufgespartes Tuborg. Bis denneLeer más

  • Definiere: "Gegensatz"

    25 de mayo de 2023, Noruega ⋅ ☁️ 3 °C

    Ein Gegensatz ist, wenn man bei 3,6 Grad, Hagel und Windstärke 8-9 über die Kopfhörer "the beautiful south" hört!
    Heute war ein ordentlich langer Radtag, das erste Highlight sollten "de syv søestre" sein. 7 Berge nebeneinander über 1000m, genannt die sieben Schwestern. Aber die garstigen weiber verhüllten sich komplett in Nebel und Regenwolken.
    Weiter gings durch wirklich einzigartig spektakuläre Landschaften. Ein Höhepunkt war die Überquerung der Hegelandbrücke bei Windstärke 9. Teilweise musste ich mich von Geländerstrebe zu Geländerstrebe hangeln und gleichzeitig das Fahrrad festhalten. Manchmal ist es vorteilhaft, wenn man ordentlich was auf den Rippen hat! Nach der Fähre Levang - Nesna kam mein anvisierter Campingplatz. Da es aber noch so früh war und ich mich noch halbwegs fit fühlte, bin ich vorbei gezogen. Manchmal sollte man in die Karte schauen! Nördlich von Nesna kein Campingplatz weit und breit, aber dafür eine Steigung von 14 km mit durchschnittlich 9%. Am Gipfel war ein kleiner Parkplatz und eigentlich wollte ich da mein Zelt aufschlagen und ausnahmsweise mal wild campen. Aber für den Sturm da oben hatte ich zu wenig Zeltheringe dabei! Bin dann tapfer weiter geradelt bis zu einem schönen Campingplatz namens "Polar Camp". In Summe heute 160 km. Hoffentlich hab ich nicht - ohne es zu merken - den Polarkreis überquert (bei dem Dreckswetter).
    Übrigens ist das "Polar Camp" rappel voll, weil im Fjord davor seit einer Woche zwei Schulen Schwertwale rumjagen! So, jetzt 1 kg pasta, Bier und eine schöne iboprofen 600
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  • Physiologisches Optimum

    26 de mayo de 2023, Noruega ⋅ ☁️ 3 °C

    Der normale Mitteleuropäer hat sein physiologisches Optimum bei 0 Grad und Dauerregen! Bis gestern dachte ich, auch dazu zu gehören! Inzwischen habe ich festgestellt, dass meine Körperfunktionen doch auf 23 Grad, Halbschatten und kühles Hefeweizen geeicht sind. Heute bin ich den ganzen Tag zusammen mit drei Studenten geradelt. Nette Leute, wollen auch zum Kapp und dann über Finnland, Baltikum, Polen wieder zurück. Am Berg haben die mich ganz schön abgezogen, aber immer wieder fein auf den Opa gewartet. Außerdem konnten die innerhalb von einer Minute mit dem Handy herauskriegen, wann die nächste Fähre abfährt, welcher Kaufladen auf dem Weg liegt samt Öffnungszeiten, wieviel km noch zum Ziel sind, wann der nächste Berg mit wieviel steigungsprozenten auf einen lauert und wie das Wetter in den nächsten Stunden wird. Ich sitze abends immer stundenlang und bekomme eigentlich gar nix raus. So Nudeln, Bier und HeiaLeer más

  • Der Tag dreht sich...

    27 de mayo de 2023, Noruega

    ... eigentlich immer um dieselben Dinge:
    1. Wetter-App checken (eigentlich stündlich), um dann zu fahren, wenn es möglichst wenig regnet!
    2. Navigation; wie weit kann ich unter Berücksichtigung von Punkt 1 heute kommen?
    3. Sind Fährverbindungen auf der Strecke; Abfahrtszeiten checken, um nicht mehrere Stunden in der Kälte auf die nächste Fähre zu warten!
    4. Gibt es einen Campingplatz in Zielnähe, der auch kleine Hütten vermietet (bei dem Dreckswetter zelten ist nur für harte Jungs!)?
    5. Gibt es Shops auf dem Weg, wo man Grundbedürfnisse kaufen kann, sprich Nudeln, Äpfel, Bier und Schokolade? Man kann hier schon mal 70 km fahren, ohne lebende Menschen zu sehen und auch keine ⛽️ etc.

    Wenn man alles gecheckt hat, rauf aufs Rad und los!
    Heute hab ich mich vor einem stärkeren Regen/Graupelschauer in einer zugigen Bushaltestelle verkrochen, da hielt ein kleines Wohnmobil. Ein älteres französisches Pärchen rannte raus und zog mich rein ins Warme. Bei heißem Kaffee und leckeren Schokokeksen haben sie mir mittels Google translator erzählt, dass sie auch viel Rad fahren, aber nicht hier! Hier sind eben zu viele Berge und es regnet ja ständig! Da haben sie wohl recht! Zum Schluss haben sie mich herzlich umarmt und alles Gute gewünscht! Ich war richtig gerührt und auch ein wenig betroffen, weil ich nicht weiß ob ich auch so gehandelt hätte, bei einem durchnässten Radler am Straßenrand! Ich nehm es mir zu Herzen!
    Der Schluss ist schnell erzählt: bei strömenden Regen gings die letzten 3 Stunden volle Pulle berghoch, aber dank der guten Telefon- und Internetverbindungen mit Fußball Bundesliga live im Radio! Ein Fest! Hab vor lauter Spannung die Steigungen gar nicht gespürt.
    Jetzt habe ich mir ausnahmsweise eine sehr komfortable Hütte gemietet, T-Shirts gewaschen, pasta gegessen und gleich = going to sleep!
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  • Planänderung auf den ursprünglichen Plan

    28 de mayo de 2023, Norwegian Sea ⋅ 🌬 7 °C

    Ursprünglich wollte ich so schnell wie möglich zum Nordkapp rauf und wenn das geschafft ist, den Rückweg in aller Ruhe und mit möglichst vielen Sehenswürdigkeiten genießen. Darunter vor allem die Lofoten! Da ich nun schon seit Tagen permanent durchnässt bin und das Wetter in absehbarer Zeit auch nicht besser zu werden scheint, habe ich mich heute (mal wieder komplett bis auf die letzte Faser nass) spontan entschlossen, die Lofoten für den Rückweg aufzusparen. Hab also statt Stamsund/Lofoten auf Tromsö umgebucht und sitze nun auf dem Hurtigruten-Schiff "Kong Harald" und betrachte die Lofoten erstmal von außen. Leider waren alle Kajüten belegt, aber die Sessel im Panorama-Deck sind weich und bequem (und vor allem regnet es hier nicht rein und die Aussicht ist unschlagbar!). Nördlich von den Lofoten soll es am Tag nur noch 2-3 mal regnen anstatt die üblichen 10-12 mal!
    Die heutige Tour mit dem Rad war mit 40 km die kürzeste bisher, aber auch noch nasser und kälter als sonst! Immerhin hab ich auf dem Weg 2 Elche gesehen. Ein - vermutliches - Schmaltier stand auf 70 m in einer Wiese und ein größeres Stück noch dahinter im Wald. Die Biester sind größer als Pferde und gucken ganz böse! Eindrucksvoll!
    Da mir das Essen im Bordrestaurant zu teuer ist und die Portionen dafür umso kleiner sind, verzehre ich heute nur meine Notration aus der vorderen Radtasche (das andere Gepäck ist unerreichbar mit dem Rad im Autodeck verblieben). Jens, der maitre de cuisine empfiehlt heute: ein Snickers, 2 🍎 🍏, eine tüte cashew Kerne und zum dessert eine Dose Heineken. Prost!
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  • Die angeblich schönste Schiffsreise der

    29 de mayo de 2023, Noruega ⋅ ☁️ 2 °C

    ... so lautet der Slogan der hurtigruten! Wahrscheinlich ist sie das auch, aber für mich ist das nix! Hunderte Touristen älteren Semesters fläzen in ihren erkämpften Panorama-Sesseln, lösen Kreuzworträtsel und verteidigen ggf ihre angestammten Plätze bis aufs Blut. Dann macht der Kapitän eine Durchsage: "Meine Damen und Herren, gleich passieren wir einen Fjord auf dem immer besonders tolle und bunte piepmätze zu sehen sind!" In dem Augenblick werden die Rätselhefte vom Tisch gefegt, handy und mindestens 2 Spiegelreflexkameras geschnappt und ab aufs Achterdeck. Dort wird wie wild gefilmt und fotografiert (ganz egal was!) und 3 Minuten später gehen die Verteilungskämpfe an den Panorama-Sesseln wieder los!
    Um es kurz zu machen: die tolle Schiffsreise kann machen wer will, ich fahr lieber Rad! Während der Schiffsreise schien zudem permanent die Sonne, das hat mich ordentlich gepestet! Als ich um 15 Uhr von Bord ging, schien die Sonne aber immer noch (Plan aufgegangen). Tromsø hat mir nicht sonderlich gefallen, die oft zitierte tolle Brücke über den Fjord und die dahinter liegende Eismeerkathedrale haben mich absolut nicht angesprochen (hat nicht mal für ein Foto gereicht). Dafür ging es bei beeindruckendem Bergpanorama ca. 60 km zum anvisierten Campingplatz. Die auf dem Weg dahin immer höher und weißer aufsteigenden Lynger Alpen boten den bisher atemberaubensten Anblick dieser Tour. Beim Schreiben dieses footprints muss ich immer wieder aus dem Fenster meiner nobelhütte schauen und mir wegen des Anblicks die Augen reiben. Inzwischen hab ich meine pasta gekocht und gegessen; ab in die Falle!!
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  • Der lange Treck nach Süden

    30 de mayo de 2023, Noruega ⋅ 🌧 3 °C

    Wohnmobile über Wohnmobile kommen mir entgegen. Über Pfingsten muss am Nordkapp die Hölle los gewesen sein! In meine Richtung fährt fast niemand! Beruhigend! Heute morgen wollte ich gar nicht aufstehen und losfahren, schließlich hatte ich ja ein Riesenhaus mit allem comfort und zurück für mich ganz alleine (vor meinem Fenster äste ein Rentier!) . Aber, nützt ja nix, dieses komische Metallgebilde da ganz oben wartet auf mich. Außerdem spielt heute auch mal das Wetter mit, also los! Das "Grizzly-Adams-Mannausdenbergen-Panorama" setzt sich noch viele km fort. Die Lynge Alpen sind bisher das beeindruckendste Landschaftsbild der Tour und wird auch kaum zu toppen sein. Ein riesiger Berggipfel neben den anderen, man muss es wirklich gesehen haben! Die Berggipfel in den Alpen sind ja auch toll und umwerfend, aber wenn man die Gipfel sieht, ist man ja selbst auch schon auf 800 oder 1000m über N.N! Hier bist du auf Höhe Meeresspiegel und schaust praktisch auf die Berge von Null auf über 2000m. Einfach überwältigend! Vor lauter Aaahs und Ooohs und ständig Fotos knipsen, habe ich die Fähre um 2 Minuten verpasst und musste fast 3 Stunden auf die nächste warten. Zur Belohnung schlug dann das Wetter um auf den üblichen Dauerregen und die Höhenmeter nahmen drastisch zu. Jetzt bin ich nach 110 km an einem Campingplatz angekommen, hab mir eine ganz kleine Hütte genommen, mache mir gerade meine (gestern vorgekochten) üblichen pasta mit Tomatensauce heiß und öffne eine Dose arktisches Bier! Machtet jut, Nachbarn...Leer más

  • Eine kurze gemeine Etappe

    31 de mayo de 2023, Noruega ⋅ 🌬 -1 °C

    Der Wetterbericht kündigte für heute 50 bis 70 Liter Regen an. Das wollte ich mir nun wirklich nicht antun und lieber noch eine zweite Nacht in meiner kleinen heimeligen Hütte verbringen (hatte schon alles vorbereitet und genug Nudeln und drei Dosen Bier gekauft). Der Besitzer vom Campingplatz meinte jedoch, der Wetterbericht gilt nur von hier in südlicher Richtung und da ich ja nach Norden wollte, könne ich ruhig fahren. Die Regenwolken kämen meistens nicht über das vor uns liegende Bergmassiv! Also doch los! Schade eigentlich! Der Berg fing genau bei meinem Campingplatz an und zog sich - bei fiesestem Wetter- über 8 km mit im Schnitt 8-10% Steigung dahin. Auf der Kuppe angelangt zeigte das Navi über 560 Höhenmeter und der Wind ging in einen Sturm über! Zur Abfahrt zog ich alle Jacken und Westen an, die ich mit hatte und rund wie das Michelinmännchen bremste ich mich ins Tal (die Seitenböen warfen mich fast um!)! Aber der Campingplatzwart hatte recht, unten angekommen stiegen die Temperaturen von 2,6 auf tropische 8 Grad, der Regen war verzogen und auch der Wind ließ deutlich nach (und kam dazu noch von hinten). Danke, weiser Mann!! Gut gelaunt und immer wieder begleitet von einigen Rentieren ging es voran, dem anvisierten Campingplatz in jetzt noch ca. 80 Km Entfernung entgegen. Bei der üblichen Apfel-Bananen-Snickers-Mittagspause sprach ich mit einem Norweger, der gerade mit dem Rad vom Nordkapp zurück kam! Er berichtete noch ganz aufgeregt von dem Erlebnis, es bis zum Kapp geschafft zu haben und stachelte auch meine Vorfreude weiter an. Als er allerdings erzählte, dass er fast 20 km das Rad schieben musste, weil ein Sturm ihn immer wieder umwarf, dämpften sich meine Erwartungen wieder etwas. Wir verabschiedeten uns wie gute Freunde und jeder wünschte dem anderen: "nice tripp and take care"!
    Nach dem nächsten wirklich fiesen Berg gings flott bergab und ich freute mich auf die noch zu fahrenden 40 km bis zum heutigen Ziel. In dem Augenblick brach ein Sturm herein mit Schnee und Hagel von der Seite, dass ich das Rad kaum noch halten konnte und gleichzeitig tauchte ein Schild auf: Arctic Fjord Camp 2 km! Die 2 km waren der absolute Wahnsinn, ich musste mich mit gefühlten 30 Grad Neigung in den Wind legen, damit ich nicht über die Leitplanken in den Fjord geweht wurde. Endlich angekommen war nur noch eine große Hütte frei für umgerechnet 160 €. Das war mir zu fett für eine Nacht. Dann lieber unterstellen, das Unwetter abwarten und dann weiter. Dann kam die Chefin vom Platz zurück und bot mir für 50€ einen Wohnwagen an. Da sitz ich nun drin, der Wagen wackelt bei jeder Böe wie die "Fram", das Schiff von Roald Amundsen bei der Suche nach der Nord-West-Passage! Pasta und Arctic Beer schmecken...
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  • 1. Juni, Sommeranfang Norwegen

    1 de junio de 2023, Noruega ⋅ ☁️ 4 °C

    Nur ungern habe ich heute morgen meinen Wohnwagen verlassen. Die Berge ringsum gestern noch grauschwarz, waren jetzt alle strahlend weiß! Zum Anschauen ist's ja schön...! Egal, gut gefrühstückt und wieder rauf aufs Rad. Die gestern noch ordentlich befahrene Straße völlig ohne Verkehr. Ich konnte freihändig auf dem Mittelstreifen fahren, wie angenehm. Am nächsten Ort alle Parkplätze mit Wohnmobilen, LKWs und Autos aller Art krachend voll. Erst dachte ich an einen Unfall, aber auf Nachfrage bei einem Wohnmobilisten aus dem schönen Holland bekam ich zur Antwort, dass der gestern von mir überwundene Bergpass noch nicht fertig von Schnee geräumt ist. Alle hier geparkten Vehikel warteten seit der vorigen Nacht auf die Freigabe. Hab ich doch mal was richtig gemacht! Für mich gings flott weiter in die andere Richtung. Wieder gab es einen Regenschauer und während ich mich in einem Buswartehäuschen unterstellen konnte, kam von hinten eine riesige motorisierte Karawane. Hat wohl einer den Stöpsel gezogen! Als die Schlange durch war, hörte auch der Regen auf. Ab gings mit backwind!
    Die zahlreichen Tunnel auf meinem Weg waren sämtliche für Radler verboten, aber es gab jeweils landschaftlich tolle Umleitungsstrecken (das waren die Straßen vor dem Tunnelbau). Bei der dritten Tunnelumfahrung stand ich plötzlich vor einem riesigen Loch. Die ganze Straße war auf gut 50 m vollständig weggespült, nur die angerissenen Leitplanken hingen noch in der Luft. Vorsichtshalber hatte die norwegische Straßenbauverwaltung auf Warnschilder oder irgendwelche Hinweise verzichtet! Mit dem vollgepackten Rad schaffte ich es nicht, den Berg hoch durch einen Birkenwald zu schieben. Also, alles abladen, Taschen rüber tragen und Rad nachholen. Geile Aktion! Undenkbar in Deutschland!
    Den Rest der Strecke absolvierte ich in kurzer Hose, da die Temperatur auf fast 10° angestiegen ist! Nach 100 km endete die heutige Etappe auf einem richtig großen Campingplatz in der Nähe der Stadt Alta. Heute keine Nudeln, sondern schwedische Kätbullar mit Kartoffelbrei aus der Fertigpackung und ein Tuborg.
    Feierabend und gute Nacht Christian!!
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  • Men in tights - Helden in Strumpfhosen

    2 de junio de 2023, Noruega ⋅ ☁️ 6 °C

    Als ich gestern Abend noch kurz einkaufen war (Bier holen!), kam ein rauschebärtiger Norweger zu mir und meinem Rad und fragte, ob ich etwa zum Nordkapp wollte?! Ohne meine Antwort abzuwarten, erzählte er mir die schönsten Schauergeschichten: 100 km kein Haus, keine Verpflegungsstation, gar nix. Ich solle meine Route gut planen, da wären schon einige unerfahrene Radler verschütt gegangen!
    Ich bedankte mich für die warmen Worte und fuhr zurück zum Campingplatz. Schon von weitem sah ich eine Gestalt in Radfahrerstrumpfhosen (den ganz teuren) und auch ansonsten in vollständiger Montur. Sah aus wie der "Frosch mit der Maske " aus dem Edgar Wallace Film, selbst einen Trinkrucksack hatte er noch um (damit kann man über einen Trinkhalm Flüssigkeit während der Fahrt aufnehmen, ohne die Hände vom Lenker nehmen zu müssen). Unglaublich wichtig bei Radreisen!! Da ich nur mit kurzer Hose und meiner 30 Jahre alten Radjacke unterwegs war, wurde ich sofort angehalten und über meine unvollständige Ausrüstung aufgeklärt!
    Jäger unter uns kennen das, wenn man mit abgerissenen Klamotten zum Streckenplatz kommt und so ein frisch aus dem Frankonia-Katalog entstiegener Jungjäger einem die Vorzüge von Kaliber 300 winMag erklärt ("liegt alles im Knall!" "und dankbar umfasste ich die starken Stangen!"). Dabei will man doch nur in Ruhe ein Bier trinken!
    So auch hier! Mein voll getunter neuer Radreisekumpel bekam noch Verstärkung (ebenfalls mit Trinkrucksack und Radstrumpfhosen!) und beide erklärten mir die unendlichen Strapazen der letzten 300 km zum Nordkapp. Eigentlich sind sie nur mit größter Mühe der Hölle entkommen, es wären sogar 3cm Schnee gefallen usw usw. Auch bei diesen beiden Fröschen mit den Masken (oder Trinkrucksäcken) bedankte ich mich für die ermutigenden Worte und erklärte, dass ich nun aber in meine Hütte muss, Bier und Nudeln warten!
    "Hütte?", rief der noch blödere von den beiden Fröschen. "Richtige Nordkapp-Radler schlafen nur im Zelt!" Daraufhin sagte ich den beiden Hirnis, dass ich sieben Jahre in den Northern Territories als outfitter und hunting guide zur Grizzly-Jagd gearbeitet und genug im Zelt geschlafen hätte! Die Frösche bekamen den Mund nicht zu und ich wurde entlassen.
    Lange Vorgeschichte zum Start in die angeblich schlimmste Etappe auf dem Weg zum Nordkapp. Ein wenig hatten mir die Clowns aber doch Angst gemacht und ich startete mit einem ziemlich flauen Gefühl im Magen! Der Rest der Geschichte ist schnell erzählt. Es gab ein paar ordentliche Berge und auch mal etwas Seitenwind, aber ansonsten war das eine ziemlich chillige Tour. 114 km, jetzt Bier und pasta. Gute Nacht Elisabeth
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  • Der Tunnel

    3 de junio de 2023, Noruega ⋅ ☁️ 6 °C

    Schon bei der Planung meiner Tour im Winter bereitete mir der nordkapp-Tunnel ordentlich Sorgen. Während man die meisten Tunnel in Norwegen umfahren kann oder wenn nicht, diese dann doch ziemlich kurz, gut beleuchtet und flach sind, trifft das beim nordkapp-Tunnel nicht zu. Dieser Tunnel ist ca. 8 km lang, mäßig beleuchtet, geht erst 4 km steil mit 9% nach unten und dann steil mit 9% wieder hoch. Die Reiseberichte meiner diversen Vorradler lassen bei mir ordentlich Panik aufkommen, da ich hochgradig klaustrophob bin. Allein der Gedanke in einem Tunnel unter dem Meer zu sein und über mir fahren die dicken Pötte der hurtigruten, treibt mir den Angstschweiß aus den Poren! Mit jedem Kilometer, den ich dem Tunnel näher kam, wurde mein Tempo langsamer (trotz Rückenwind, Sonnenschein und radeln in kurzer Hose und Polo-Shirt). Eigentlich ist das nordkapp doch nur irgendein künstlich festgelegter Punkt auf einem monolithischen Felsbrocken irgendwo im arktischen Nordmeer. Muss man da wirklich hin? Nur um einmal ein Foto mit sich und der Weltkugel aufm Handy zu haben?
    Die Antwort ist: ja!
    Wenn ich nun schon so weit gekommen bin, soll das ganze nicht an einem blöden schwarzen Loch im Berg scheitern!
    So stand ich also vor "Kankras Lauer" und kam mir vor, als hätte ich Galadriels Phiole gegen drei Dosen Tuborg eingetauscht!
    Vorbereitung zur Durchfahrt:
    - lange Hose, dicke Jacke an
    - zusätzlich Stirnlampe auf Helm
    - Kopfhörer auf und Element of crime mit "Delmenhorst" in Dauerschleife (macht immer gute Laune!)
    - Tuch vorn Mund wegen Feinstaub/Reifenabrieb
    - 2 Snickers zur Energieversorgung

    Wenn Ihr meint, das ist alles übertrieben, von wegen!
    Todesmutig und laut singend stürzte ich mich in den Schlund. Das Tempo erreichte bald 50 bis 60 km/h (GPS Handy + Navi funktionieren im Tunnel nicht) und die Temperatur sank in kürzester Zeit von 14° auf 2° Grad. Die Lüftungsrotore an der Decke machen einen höllischen Lärm, aber das ist nix dagegen, wenn ein Auto von hinten oder von vorne kommt. Wie ein Geschwader Sturzkampfbomber! Die vier km nach unten waren schnell geschafft und leicht erfroren gings wieder hoch. Steil! Noch Steiler! Wie sagte Clubber Lang zu Rocky Balboa: "Jetzt kommt der Schmerz!!"
    Die 4 km sind wirklich kein Spaß, aber wenn dann auf einmal wieder das Tageslicht auftaucht...?! Grenzenloser Jubel, eine unvorstellbare Erleichterung (zumindest für mich Schisser!).
    Auf den letzten Kilometern zum Ziel hab ich mich vor lauter Freude noch verfahren, aber was sind schon 30 km mehr, wenn der Tunnel hinter einem liegt! Das Schöne ist: die gegen Galadriels Spiegel getauschten drei Dosen Tuborg sauge ich jetzt alle zügellos in mich rein! Dazu Pasta mit Tomatensauce und viel Käse! Gute Nacht Mary Ann!
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  • On the top

    4 de junio de 2023, Noruega ⋅ ☁️ 6 °C

    Als ich gestern nach ca. 100 km an meiner Hütte angekommen war, fühlte ich mich noch ordentlich fit und habe ernsthaft überlegt, noch schnell die 25 km bis zum nordkapp durch zu jagen. Aber dann haben die drei Tuborg doch zu sehr gelockt und das Kapp wurde verschoben. Gott sei Dank, das wäre ordentlich schief gegangen! Die 25 km bestehen zu 21 km aus "berghoch" mit 11 bis 13% Steigung, wie ich heute erfahren durfte. Der schlimmste Berg dieser Tour bisher, aber durch das sich nähernde Ziel auch der schönste! Ausnahmslos alle Motorisierten ob Wohnmobil, Auto oder Motorrad machten schon von weitem Lichthupe und alle an Bord winkten wie irre! Das macht schon Spaß und es motiviert ungemein! Auf halbem Berg raste von hinten ein weiterer Radfahrer heran. Jan, the flying dutchman, 65 jähriger Holländer hat mich am Berg ganz schön abgekocht. Da er aber alle 500m ein Foto schießen musste, steamte ich mich immer wieder heran. Anschließend fuhren wir dann zusammen. Jan war in Bergen gestartet, wohnt am selben Campingplatz wie ich, hat ziemlich denselben Plan für die Rücktour und hat genau wie ich heute ein wenig geschummelt! Wir haben nämlich beide unsere gesamten Packtaschen am Rad angebracht, aber alles Schwere vorher ausgepackt (wir mussten ja eh zurück vom Kapp, wollten aber beide dann auch nicht aussehen wie "gewöhnliche" Radler). Es sei uns verziehen!
    Die Ankunft am Nordkapp war grandios, meine dänischen Jagdfreunde hatten sich fast alle über die live Webcam eingeloggt und texteten mich mit WhatsApp Nachrichten zu. Ich konnte mir gar nicht erklären, woher die wussten, dass ich in dem Moment vor die Nordkapp-Halle radele! Sachen gibt's! Vor der Weltkugel gab es dann ein großes Hallo und wir beide wurden sofort von einer Menschenmenge sämtlicher Nationen umringt. Es dauerte eine ganze Zeit lang, bis wir endlich gegenseitig das Foto in Siegerpose vor dem Metalldingens schießen konnten! Vor der Tour hatte ich gedacht, dass mich der ganze Touri-Zirkus eher nerven und die Symbolik dieser eigentlich willkürlich gesetzten Landmarke nicht berühren würde. Pustekuchen! Ich selbst habe mich selten so gefreut und auch die ehrliche Freude aller oben anwesenden strahlte ordentlich zurück.
    So, jetzt ist es auch genug mit der Gefühlsduselei. Heute ist Sonntag, da darf in Norwegen kein Bier verkauft werden! So sitze ich nun mit einer Tasse Tee und feiere meinen Triumph, während vor dem Fenster meiner Hütte pausenlos Busse hoch zum Kapp vorbei donnern (da muss ein riesiges Kreuzfahrtschiff unten im Hafen angekommen sein).
    Morgen früh geht's dann mit den hurtigruten südwärts nach Finnjes und dann hole ich mir noch die wegen Dreckswetter ausgelassenen Vesteralen und Lofoten! Jetzt noch einen leckeren Tee und dann gute Nacht Jim Bob
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  • Treffen sich ein Holländer, ein Italien

    5 de junio de 2023, Norwegian Sea ⋅ ☁️ 6 °C

    Heute Ruhetag!! 4 Uhr aufgestanden, mit dem Rad zum Hafen in Honnigsvag und ab mit den hurtigruten nach Finnsnes kurz vor Senja. Leider legt das Schiff dort auch wieder um 4 Uhr morgens an.
    Zu dem Holländer, mit dem ich gestern den letzten Berg zum nordkapp gefahren bin, hat sich noch ein radelnder Italiener gesellt. Nette Gruppe und schöne Abwechselung nach tagelangem Alleinradeln! Außerdem senken wir mit 54, 58 und 65 Jahren den Altersdurchschnitt aller anwesenden boatpeople mit etwas Mühe auf 97!
    Ansonsten gibt es nicht viel zu erzählen, das Frühstück war klasse, die Ruhesessel sind bequem und das Abendessen im Restaurant war spitze (wie der Preis fürs Bier!!). Ein nahezu gleichwertiger Ersatz für meine täglichen Nudeln mit Tomatensauce und der Dose Tuborg! Jetzt müssen wir noch warten bis die Touris es leid sind, wortlos aus dem Fenster zu starren und in ihren Kabinen verschwinden! Dann Schlafsack raus, zwei Panorama-Sessel zusammen stellen und "Gute Nacht Jason"!
    Lied des Tages: enjoy the silence von Depeche Mode
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  • Senja, die Trauminsel

    6 de junio de 2023, Noruega ⋅ ☁️ 6 °C

    ... wenn es mal nicht regnen würde!
    Die den ganzen Tag so herrlich schweigsame boatpeople-Rentnergang bekam um 23 Uhr noch mal richtig Feierlaune. Es gab wohl eine happy hour mit ordentlich Freigetränken! Bis 2 Uhr dauerte der Spaß und ich musste um 3 Uhr 30 aufstehen (4 Uhr legte das Schiff ins Finnsnes an). Ordentlich müde, ohne Kaffee und entsprechend gelaunt gings um halb 5 auf die Piste. Wenigstens sollte das Wetter heute ja mal ganz ordentlich werden! Nach 10 Minuten hatte ich wieder komplette Regenmontur an, es schüttete wie aus Eimern! Eigentlich wollte ich noch eine Runde die Küste abfahren, weil da riesige Felsen von mehr als 1000m Höhe aus dem Meer ragen sollen, aber der Regen ließ mich auch auf dieses Naturschauspiel verzichten. Stattdessen gings durch den weniger spektakulären Südteil der Insel, welcher von riesigen Mooren und unzähligen Bachläufen bestimmt wird (auf mit dem garmin abgemessenen 1 km hab ich 41 Bäche gezählt!).
    Bis 10 Uhr begegnete ich weder einem Auto, geschweige sah ich einen Mensch. Dafür aber Schneehasen (schon etwas gescheckt) und viele Schneehühner!
    Schon um 11 Uhr war ich an der Fähre, die ich eigentlich erst am nächsten Tag nehmen wollte und setzte über zu den Vesteralen. Hier waren dann auch gleich die Felsen, die ich auf Senja verpasst hatte. An einem kleinen Shop (dem ersten nach 80 km) deckte ich mich mit gemahlenem Kaffee, Äpfeln, Käse, Müsli, Milch, Joghurt und 2 Dosen Tuborg (big size 0,675 Liter) ein und steuerte den ersten möglichen Campingplatz an. Hab jetzt meine Wäsche gewaschen und quer durch meine Hütte aufgehängt (draußen regnet es immer noch), pasta gekocht und schaue mit Bier aus dem Fenster aufs Meer einem vorbei schwimmenden Buckel- oder Finnwal zu!!
    Da die Russen heute den Kachowka-Staudamm gesprengt haben und ca. 80000 Ukrainer vom Hochwasser bedroht sind, habe ich als Lied des Tages "Der Präsident ist tot" von Extrabreit ausgewählt.
    Gute Nacht Erin
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  • Vesteralen, die Trauminseln

    7 de junio de 2023, Noruega ⋅ 🌧 5 °C

    ... wenn es nicht ständig regnen würde!
    Heute sagte der Wetterbericht nur Gutes vorher und beim Beladen des Fahrrades schien wie angesagt die Sonne. Anstatt also wie sonst in komplettem Nässeschutz, gab es heute die leichte Freibierkollektion in kurzer Hose und dünner Jacke. Mein seit dem Nordkapp mich begleitender holländischer Radkollege Jan (von mir aber nur Rudi genannt, weil er nicht nur aussieht wie Rudi Carrel, sondern auch genauso spricht!) war ebenso gut gelaunt wie ich und voller Vorfreude auf die schönen Vesteralen.
    Nach 10 Minuten Radfahren trübte es etwas ein, nach 15 Minuten fing es an zu nieseln und nach 20 Minuten an zu schütten! Eigentlich wollte ich den joke nicht ziehen, aber ich kann nicht anders: "Gott sei Dank hat es heute nur einmal geregnet! Allerdings von 9 bis 19 Uhr!" Komisch nicht??!!
    Meine Förster-Kollegen schreiben mir fast täglich, ich soll ihnen mal ein wenig Regen rüber schicken (Mecklenburg leidet schon seit Wochen unter einer extremen Dürre). Ich sag ihnen dann: nur Geduld. Über mir ist eine Wolke, die verfolgt mich jetzt schon seit Wochen. Sie heißt Cloudy und hat mich ganz doll lieb! Sicherlich beschützt sie mich auch weiterhin vor den schrecklichen und ungesunden Sonnenstrahlen und begleitet mich auch auf der Heimreise. Also keine Angst da unten in MV, Cloudy und ich sind auf dem Weg!
    Von der Reise gibt es nicht sonderlich viel zu berichten. Die Landschaft ist schon toll, die Wohnmobildichte Richtung Lofoten steigt ständig und es begegnen uns auch immer mehr Radreisende (so 4 bis 5 am Tag).
    Ich habe eine behagliche Hütte mit zwei Heizungen, Pasta und zwei Dosen Nordlands Pils, was will man mehr??! Draußen schüttet es, Cloudy ist also noch wach und freut sich schon auf mich, wenn es morgen früh wieder losgeht!
    Da fällt mir auch heute schon ein Arbeitstitel für den morgigen footprint ein: "Lofoten, die Trauminseln" ...!
    Weil mir folgendes Lied heute in einer zugigen Bushaltestelle die Snickers-Pause versüßt und mir die gute Laune wieder zurück gebracht hat, heute das Lied des Tages: "Tiptoe through the tulips" von Tiny Tim!!! Hört mal rein, lohnt sich!
    So, jetzt nachdem ich 1 kg Pasta mit 6 reingeschnippelten Wiener Würstchen vertilgt habe, gute Nacht Ben (das war jetzt das letzte Kind der Waltons!)
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