Dolomiten 2026 Tag 1: Corvara - Pecol
14. juli, Italien ⋅ 🌧 23 °C
Am Montag um 5:30 Uhr ging es mal wieder los Richtung Süden und dem Ziel Dolomiten, dieses Mal mit dem Auto. Vignette für Österreich und Brennermaut hatte ich vorab online gebucht und konnte so mit nur einer Tankpause in Reutte durchfahren. So ging es mit normalem Verkehr über Fernpass und kurzem Stau und mehr Verkehr über den Brenner, dann durchs Pustertal und schlussendlich durchs Gadertal zum Ziel in Corvara. Hier kam ich nach guten 7h Fahrtzeit um 13:30 Uhr an.
Hier hatte ich eine Pension für nur eine Nacht gebucht, da es dann am nächsten Tag auf einen einwöchigen bikepacking Trip in die südlichen Dolomiten geht. So war ich den Nachmittag damit beschäftigt, den Drahtesel zu satteln (siehe letztes Bild, was alles im leichten Gepäck ist 😊). Zum Abendessen gab es zum Start wie nicht anders zu erwarten die erste Pizza in der Eisstadion-Pizzeria (wo man bei Eiskunstlauf-Training zuschauen konnte 😀). War prima 😋 Ziemlich erschöpft vom langen Tag fiel ich gegen 22 Uhr schon ins Bett und ich schlief wie ein Stein - laut der Pensionswirtin hat es gegen Mitternacht heftig gewittert und auch aus Eimern geschüttet, davon hab ich gar nichts mitgekriegt 😄
Frühstück gab es dann schon um 7 Uhr, da am Nachmittag Gewitter gemeldet waren. Danach ab in die Radklamotten, Sonnencreme etc und alles was nicht mit in die Radtaschen kommt im Auto verstaut. Das Auto kann ich zum Glück eine Woche auf dem Parkplatz der Pension stehen lassen :)
Um 8:30 Uhr startete ich mit einem bestens gewarteten Rad (u.a. neue Mäntel und Bremsbeläge). Vielen Dank Stefan - falls jemand in Rosenberg und Umgebung mal eine Radwerkstatt sucht: bei Löw's Bikeshop in Rosenberg seid ihr bestens aufgehoben! 😊
Heute standen 4 Pässe auf dem Programm. Das Einrollen beschränkte sich auf die 5m runter vom Parkplatz der Pension, denn dann startete sofort der Anstieg zum Passo Campolongo. Das Wetter war bestens und der Pass mit hoher Motivation und frischen Beinen super zu fahren. Es ging ohne anzuhalten direkt in die Abfahrt runter nach Arraba und dann weiter zum Einstieg in den Passo di Falzarego, den ich von dieser Seite noch nicht befahren bin. Bei angenehmen Steigungsprozenten und sehr wenig Verkehr lief es fast wie von alleine - einfach herrlich 😍
Nach kurzer Pause und etwas Verpflegung ging es dann mit Windjacke in die nächste Abfahrt Richtung Passo di Giau. Diese Auffahrt bin ich vor zwei Jahren schon gefahren, dass sie jedoch im Vergleich zur berüchtigten Südauffahrt kaum weniger anspruchsvoll ist, war mir leider entfallen 🫣😂 So zeigte der Tacho oft zweistellige Steigungsprozente an und der Schweiß floss in Strömen. Mit Radgepäck und dazu noch recht viel Verkehr eine echte Herausforderung, die ich jedoch meisterte. Oben angekommen herrschte dann fast ein Rummel wie auf dem Stilfserjoch und ich füllte die Speicher wieder etwas auf.
Mit den neuen Bremsbelägen war die steile Abfahrt natürlich kein Problem und es ging nahtlos weiter zum letzten Pass des heutigen Tages, dem Passo Staulanza. Ab hier stieß ich dann in neue Gefilde vor. Der Verkehr ließ hier spürbar nach und so waren die letzten 500 Höhenmeter nur noch Formsache. Zwei Kilometer vor der Passhöhe donnerte es hinter mir jedoch gewaltig und ich sah zu, dass ich die letzten 7km runter zu meinem heutigen Ziel in Pecol ohne nass zu werden erreichte, was mir zum Glück auch gelang.
Im Hotel dann erstmal das übliche Programm - Radklamotten waschen, duschen, Bilder sortieren, Strava pflegen, Tour de France schauen, Feinplanung der morgigen Route, Hotel für den nächsten Tag buchen etc. Das Gewitter kam dann natürlich auch noch.
Zum Abendessen gab es dann mal zur Abwechslung Burger mit Pommes 🍔🍟
Das Programm für morgen sieht ähnlich wie heute aus - 3 Pässe und weiter Richtung Süden 😊
Pizza counter: 1Læs mere
Dolomiten 2026 Tag 2: Pecol - Fiera di Primiero
15. juli, Italien ⋅ ☁️ 28 °C
Da aktuell nachmittags immer Gewitter gemeldet sind, versuche ich so früh wie möglich zu starten. Der Wecker klingelte um 7 Uhr und ich packte soweit schon mal alles zusammen. Frühstück gab's dann um 7:30 Uhr, wo ich pünktlich auf der Matte stand. Abfahrt dann wieder kurz nach 8:30 Uhr. Der Plan für heute: 3 Pässe und 93km mit 2600 Höhenmetern.
Los gings erstmal mit einer 7km langen Abfahrt nach Dont, wo dann der Aufstieg zum Passo Duran beginnen sollte. Jedoch fand ich hier Schilder vor, dass der Pass zwischen 8 und 17 Uhr gesperrt ist und auch Radfahrer nicht durchkommen (siehe Bild) 🫣 Ein Mitarbeiter in einem Café meinte, es kann sein dass sie einen durchlassen, aber man kann auch Pech haben 😬 Also nach einer Alternative geschaut: Wieder den gleichen Weg zurück (7km und 400 Höhenmeter), erneut über den Passo Staulanza, den ich gestern von der anderen Seite befahren bin und dann weiter zur ursprünglich geplanten Route. War dann zum Glück nur ein paar Kilometer länger, von den Höhenmetern war es ziemlich ähnlich.
Also umgedreht und den gleichen Weg wieder zurück, weiter zur Passhöhe und ohne große Pause in die Abfahrt. Lief auch soweit alles bestens, teils durch einige Tunnels und entlang einer Schlucht. Dann weiter entlang dem Lago di Alleghe bis zum Abzweig zum nächsten Pass. Hier rollte ich dann auf einmal auf einen sehr stark befahrenen, leicht ansteigenden 1,3km langen Tunnel zu und es kam überhaupt keine Freude auf 🙈 Also davor angehalten und die Karte und quaeldich studiert, ob eine Umfahrung möglich ist. Tatsächlich existiert noch die alte Strecke (incl eines kurzen unbeleuchteten Tunnels), jedoch mit Verbotsschild bei der Einfahrt... Die Kommentare von quaeldich und ein Autofahrer, der in die Umfahrung deutete, überzeugten mich dann, die Umfahrung zu nehmen. Der Belag war natürlich ziemlich schlecht und der Tunnel tatsächlich etwas angsteinflößend und stockfinster (siehe Bild), aber mit der Handytaschenlampe kam ich gut gut durch. War definitiv die richtige Entscheidung 😊 Weiter ging es leicht ansteigend durch einige Städtchen und ich legte in einer Bäckerei eine kurze Pause mit einem Pizzastück ein. Hier erhielt ich dann eine Warnung vor schweren Gewittern aufs Handy geschickt. Also nichts wie weiter zum Passo Valles 😀
Frisch gestärkt kam ich gut voran bis zur einer Gabelung, an der ich mich links hielt. Der Verkehr nahm nun schlagartig ab, was jedoch der einzige Pluspunkt bleiben sollte 😬 Längere Abschnitte mit zweistelligen Steigungswerten und die meiste Zeit in der prallen Mittagssonne machten die Auffahrt nicht gerade zu einem Zuckerschlecken (hier ging mir ein Zitat von Rainer von unsrer Tour de France 2022 durch den Kopf: "In den Pyrenäen (Dolomiten) wirst fit" 😂) Pedalumdrehung um Pedalumdrehung kämpfte ich mich jedoch auf der letzten Rille nach oben, wo ich mir im Gasthof auf der Passhöhe erstmal eine wohlverdiente, eiskalte große Cola einverleibte.
Nach einer kurzen, rasanten Abfahrt auf gutem Belag ging es sofort weiter zum letzten Pass des heutigen Tages, dem Passo Rolle. Dieser stellte jedoch keine große Herausforderung mehr da, 400 Höhenmeter bei im Schnitt konstanten 7% und einem atemberaubenden Bergpanorama machten den Anstieg zu einem wahren Genuss 😍 Das muss wohl bekannt sein, denn auf der Passhöhe herrschte wieder ein großer Trubel...
Nun folgte noch eine 22km lange Abfahrt, in der es 1300 Höhenmeter zu meinem heutigen Etappenziel bergab ging.
Keine halbe Stunde im Hotel gewesen und schon kam das große Gewitter und es regnete aus allen Löchern. Super timing mal wieder 😋 So wartete ich mit knurrendem Magen und als es endlich vorüber war, konnte ich endlich mein Kaloriendefizit bekämpfen. Heute gab es mal zur Abwechslung Pinsa und da der Hunger riesig war gleich zwei davon 😄
Morgen steht nur ein Pass auf dem Programm, dieser hat es jedoch mit einer Länge von knapp 30 Kilometern in sich 😀
Pizza counter: 3,5Læs mere
Dolomiten 2026 Tag 3: Fiera di Primiero - Telve
16. juli, Italien ⋅ ☀️ 29 °C
Spoiler: Heute gab's nicht nur eine Sperrung, sondern gleich zwei 😄
Aber der Reihe nach... Gleicher Plan wie gestern: So früh es geht starten, um mögliche Gewitter am Nachmittag zu vermeiden. Also klingelte der Wecker wieder um 7 Uhr, Frühstück gab's um 7:30 Uhr (incl Eierwunsch ala Koflerin - Rührei mit Speck, einwandfrei 😋). Noch den Rest zusammengepackt und so konnte es um 8:15 Uhr losgehen.
Zuerst ging es einige Kilometer auf einem super Fahrradweg entlang dem Flüsschen Torrente Cismon leicht bergab. Hier sah man deutlich, dass gestern ein heftiges Gewitter gewütet hatte - der Weg war voller Äste und Blätter und ich musste mein Rad auch mal über einen umgestürzten Baum heben 😬 Danach ging es weiter leicht bergab auf einer Straße mit wenig Verkehr entlang einem Stausee. Es rollte prima, bis ich auf einmal vor einem 1500m langen Tunnel stand. Rechts vom Tunnel ging jedoch ein Fahrradweg ab, der etwas gesperrt aussah, aber es gab eine Lücke, sodass nur Radfahrer durchkommen.. Also schaute ich mir das mal an. War kein Problem, der Belag war etwas älter, aber alles easy. Nach der Hälfte kam nochmal eine Absperrung, über die ich dann mein Rad wuchten musste. Auch danach konnte man ohne Probleme fahren und so kam ich wieder auf die Straße. Hier warteten dann leider 3 weitere Tunnels, die jedoch etwas kürzer waren als der erste, gut beleuchtet und bergab mit kaum Verkehr gingen diese ganz gut von der Hand.
Kurz darauf folgte die erste Sperrung des Tages 🫣 Es gab eine Umleitung, die etwas länger mit 130 extra Höhenmetern war - noch im Rahmen :) Nun konnte der Aufstieg zum ersten und einzigen Pass des Tages, dem Monte Grappa beginnen. Kurz noch im Örtchen die Flaschen an einem Brunnen aufgefüllt und los gings - 28,6 km und 1591 Hm bei 5,6 % durchschnittlicher Steigung. Klingt nach einem Rollerberg, aber das hat sich im Nachhinein leider nicht bestätigt 🙈 Ein Pluspunkt war definitiv, dass kaum Verkehr war, insgesamt begegneten mir bei der Auffahrt nur ca. 50 Fahrzeuge. Auf einer schmalen Straße, aber meist gutem Belag ging es sehr unrhythmisch voran. Passagen mit >10% folgten Flachstücke und auch die ein oder andere kurze Abfahrt durfte nicht fehlen 😄 Weite Teile waren im Wald und somit im Schatten, was sehr angenehm war. Auch hier sah man die Auswirkungen vom Gewitter vom Vortag, jedoch kein Problem für mein Material 😀 Alles in allem war der Anstieg jedoch prima. Oben angekommen gab es noch Reste von der Pinsa vom Vortag 😍 Der Monte Grappa hatte im 1. Weltkrieg große Bedeutung, in einer Gedenkstätte liegen hier mehr als 20000 italienische und österreichische Soldaten.
Danach folgte eine Abfahrt vom allerfeinsten. Super Belag, mehr als 20 Serpentinen und ein Duft nach Pinienbäumen (wie auf Malle zum Cap Formentor 😁) machten die Abfahrt zu einem wahren Genuss. Jedoch erwartete mich unten im Tal ein richtiger Glutofen 🔥
Also nichts wie weiter... Meine Wasservorräte gingen nun auch zur Neige und ich hielt Ausschau nach einer Möglichkeit, aber in den Dörfern im Hinterland gab es gar nichts 🫣 Irgendwann kam dann ein Örtchen mit einer Eisdiele, wo ich mir dann zwei Kugeln Eis, Espresso, eine eiskalte Cola und Wasser gönnte. Auch die Flaschen wurden mir am rubinetto aufgefüllt 😋 Da keine Gewitter in Sicht waren, buchte ich mir meine heutige Unterkunft mit noch ca. 2h Fahrtzeit.
Mit neuer Kraft ging es dann erst auf ruhigen Nebenstraßen (incl einer weiteren Sperrung, die sich jedoch diesmal tatsächlich problemlos umfahren ließ) und danach weiter auf dem hervorragenden Brenta-Radweg. Es war im Tal eine Bollehitz (donderladdich) und der Schweiß kroch aus jeder Pore. Der krönende Abschluss waren dann weitere 180 Höhenmeter hinauf zu meiner gebuchten Unterkunft, die ich nicht eingeplant hatte 😂 Mit letzter Kraft und eisernem Willen gab es erst kühle Getränke vom Supermarkt, bevor ich dann in die Pension eincheckte. Hier erwartete mich ein geräumiges und neues Zimmer vom allerfeinsten, die guten Bewertungen auf booking waren echt 😄
Die Entscheidung fürs Abendessen war gleich getroffen, da es nur ein Restaurant im Örtchen gibt. Also ab zum italienischen Inder 😀 Es gab einen großen gemischten Salat, Naan und ein Curry mit Reis. Konnschd (fr)esse würd man in Houschd sagen 😁
Für Radsportler dürfte es nun kein großes Rätsel sein, wohin die Reise morgen geht 🏔️😉
Pizza counter: 3,5Læs mere
Dolomiten 2026 Tag 4: Telve - Trient
17. juli, Italien ⋅ ☀️ 31 °C
Gestern auf dem Rückweg vom Abendessen noch das obligatorische Kulturprogramm erledigt: Der örtliche Musikverein spielte ein Platzkonzert und packte auf einmal sogar einen richtigen deutschen Klassiker aus. Viva Colonia im italienischen Hinterland hätte ich eher nicht erwartet 😅
Nach einer erholsamen Nacht wachte ich wieder um 7 Uhr voller Tatendrang auf, schaute aus dem Fenster, aber was sah ich da? Kein blauer Himmel, dafür dunkle Wolken und es regnete 🫣 Laut dem Wetterradar sollte es aber gegen 9:30 Uhr aufhören und danach war auch erstmal kein Regen mehr in Sicht. Also erstmal ohne Hektik gefrühstückt, die Unterkunft für heute gebucht und dann alles gerichtet. Die Wettervorhersage hielt, was sie versprach und ich konnte um 9:30 Uhr starten. Die Temperaturen waren durch den Regen auch noch sehr angenehm.
Der Einstieg zum heutigen Pass war quasi direkt vor der Haustür, mit Einrollen war es mal wieder nichts 😄 Mich erwarteten 21km und 1500 Höhenmeter. Es herrschte sehr wenig Verkehr und so war der erste Teil des Anstiegs ein wahrer Genuss und es lief prima. Mal entlang einer Schlucht, dann entlang Kuhweiden, die gerne auch mal die Straße kreuzen 😀 Das dicke Ende kommt ja bekanntlich immer zum Schluss... Die letzten 6km waren mit 9-10% richtig steil und es gab sogut wie keine Verschnaufpausen. War schon ein harter Brocken, aber ich kämpfte mich hoch. Kurz vor der Passhöhe gab es noch einen kleinen Schreckmoment, als auf einmal ein fettes Murmeltier auf der Straße direkt vor mir auftauchte und ich vor Schreck fast vom Rad fiel 😄
Im Berggasthof gab es dann eine kalte Cola und etwa Verpflegung, bevor es dann die Abfahrt runter ins Val di Fiemme ging (habe mich dann doch für die Windjacke und nicht für die Zeitung entschieden - siehe Bild 😂) Kurz bevor ich losfuhr, sah ich 3 flotte Rennradlerinnen kurz vor der Passhöhe. Wie sich herausstellte, waren es wohl Profis vom Frauenteam von UAE, da ich den Materialwagen fast die ganze Abfahrt hinter mir hatte 😀 Ein Hoch auf die Scheibenbremsen, die Nordseite ist nämlich ähnlich steil, vor allem der obere Teil. Hier verläuft das schmale Sträßchen mit top Belag mit einigen Serpentinen hinunter ins Tal - war richtig stark! 😍
Danach ging es ca. 35km leicht bergab, aber auch mit leichtem Gegenwind das Cembratal Richtung dem heutigen Etappenziel in Trient hinab. Zum Schluss musste ich mich noch 10km zu meiner Unterkunft mitten in Trient durch den Stadtverkehr kämpfen und ich konnte gegen 15 Uhr einchecken.
Gegen Abend dann noch etwas das Städtchen angeschaut und eine prima Pizza verputzt 🍕😋
Morgen steht dann der Trienter Hausberg auf dem Programm 🏔️😊
Pizza counter: 4,5Læs mere
Dolomiten 2026 Tag 5: Trient - Riva - Kaltern
18. juli, Italien ⋅ ⛅ 29 °C
Heute morgen etwas gerädert aufgewacht, da es doch recht warm hier unten im Tal ist und das Zimmer nicht klimatisiert war. Trotzdem um 7 Uhr wieder aufgestanden, um 7:30 Uhr gefrühstückt und gegen 8:15 Uhr losgerollt. Über die Etsch rüber und dann ging es sofort in den Einstieg zum Monte Bondone - 19,3 km, 1456 Hm bei durchschnittlich 7,5 %. Da verflog die Müdigkeit sofort 😄 Auf den ersten Metern kurz mal etwas steiler und in der prallen Sonne floss der Schweiß in Strömen. Insgesamt jedoch ein herrlich zu fahrender Pass, sehr gleichmäßige Steigung und auch einiges im Schatten bei überschaubarem Verkehr. Die letzten paar Kilometer waren dann aber touristisch mit einigen Bettenburgen, da hier im Winter auch ein Skigebiet ist.
Auf der Passhöhe an einem Brunnen dann die Flaschen aufgefüllt, kurz mit einem Italiener aus Rom gequatscht (der vor einem Jahr einen heftigen Unfall am Reiterjoch mit einigen Brüchen etc hatte und nun wieder hergestellt ist 😬) und dann ging es schon in die Abfahrt Richtung Lasino. Hier konnte man es mal so richtig laufen lassen: Kaum Verkehr, lange Geraden, wenige kurven und Serpentinen, guter Belag und auch nicht allzu steil - einfach richtig zum Genießen 🥰
Nun folgte ein kleines Pässchen über einen "Hirtenpfad", den ich noch vom Oktober 2025 kannte. Herrliches kleines Sträßchen mit etwas ruppigem Belag, aber komplett ohne Verkehr. So war es zumindest letztes Mal. Heute dachte sich eine Gruppe von ca. 50 italienischen Motorradfahrern, dass das eine gute Straße für ihre Gruppenausfahrt ist. Nur noch komplett gestört 🤬🙈🫣
Danach wurde es zum Glück wieder deutlich besser, auf taufrischem Asphalt ging es entlang dem Lago di Cavedine weiter Richtung Arco und dann auf der Radfahrer-Autobahn nach Torbole. Die abschließende kurze Fahrt entlang dem Gardasee nach Riva war einfach nur grandios 😍😊. Die gute Stimmung konnte mir auch ein beinahe Zusammenstoß mit einer älteren E-Bikerin nicht verderben, die den Hans guck in die Luft gemacht hat und auf meiner Fahrseite fährt. War ja auch kaum was los auf dem Radweg 😄🫣
In Riva trampelten sie sich dann fast zu Tode und lagen am Strand wie in der Sardinenbüchse. Da gibt's in der Hauptsaison schönere Gegenden... Also kurz ein paar Fotos gemacht und ein Pizzastück und zwei Kugeln Eis in der Flora gegessen. Habe noch überlegt schnell ins Wasser zu hüpfen, aber es zogen dunkle Gewitterwolken auf und ich machte mich auf den Weg zum Bahnhof in Rovereto, ca 20km und 250 Höhenmeter (die gleich fast alle zu Beginn am Passo San Giovanni zu bewältigen waren - laut quaeldich übrigens der niedrigste Pass der Alpen 😀). Es war richtig drückend und ich schwitzte wie ein 🐖. Danach lief es aber deutlich besser, mit einem kräftigen Rückenwind (ca. 40-45 km/h in der Ebene 🚀) konnte ich dem Gewitter ein Schnippchen schlagen und rollte so trocken 10min vor Abfahrt des Zuges am Bahnhof ein. Richtig gutes Timing, als der Zug abfuhr legte das Gewitter mit Blitzen und Starkregen los 😬
40 Minuten und 3 Haltestellen später kam ich in Auer an, von hier war es noch eine gute halbe Stunde mit dem Rad bis in meine zweite Heimat, Kaltern 😄 In meiner Unterkunft, der Villa Clavenz, wo ich nun zwei Nächte sein werde, wurde ich als mittlerweile Stammgast begrüßt, bekam das gleiche Zimmer wie letztes mal und konnte die Waschmaschine nutzen. Dann kurz zum Supermarkt gelaufen, eingekauft und auf dem Rückweg kam das Gewitter hier an und ich bin doch noch nass geworden 😄 Nach dem Tour de France schauen gings natürlich zum Eggbauerhof und ich verdrückte eine riesige Portion Heu und Stroh, die auch bitter nötig war 😋
Der Abend wird nun auf dem Balkon mit einem herrlichen Blick über Kaltern ausklingen gelassen. Was morgen ansteht, entscheide ich spontan. Fünf Stunden auf dem Rad werden es aber nicht werden 🤣
Pizza counter: 5Læs mere

RejsendeAbsolut genial!!! Bis auf den "Hirtenpfad mit guten Erinnerungen von 2025?" Also der war für mich eher eine low-light Strecke damals :-D
Dolomiten 2026 Tag 6: Ruhetag in Kaltern
19. juli, Italien ⋅ ⛅ 21 °C
Der heutige Tag wurde ganz gemütlich angegangen. Frühstück gab es um 8 Uhr auf der Terrasse mit Blick auf den hauseigenen Weinberg und ich entschied mich, kurz mal dem Mendelpass Hallo zu sagen 😀
Ohne Gepäck fährt es sich natürlich sehr befreiend und ich bewältigte die ca 950 Höhenmeter ganz gemütlich bei bestem Wetter. Einziger Negativpunkt war der doch recht starke Verkehr, aber das war an einem Sonntag in der Hauptsaison keine Überraschung. Somit war der "Arbeitstag" schon gegen 11 Uhr beendet 🤪 Die gleiche Strecke dann wieder hinunter ins Tal geschossen, wo ich dann kurz darauf eine richtige Überraschung erlebte 😄
Ich bekam neue Zimmernachbarn und es waren die drei Brüder aus Stuttgart, die ich vor ziemlich genau einem Jahr hier schon getroffen hatte und auch eine Runde über Gampen- und Mendelpass gefahren sind 😄
Nach einem kurzen Gewitter war der Plan, eigentlich mal noch in den See zu springen. Heute war ich jedoch mal faul und genoss den Tag auf dem Balkon, einem Eis am Marktplatz und der Bergetappe der Tour de France.
Der Abend wurde dann mit den Stuttgarter Kollegen in der Pizzeria Goldener Stern und einer Pizza Tre Calzoncini ausklingen gelassen.
Morgen steht dann vorerst die letzte Bikepacking Etappe an und es geht über das Würzjoch zurück nach Corvara.
Pizza counter: 6Læs mere
Dolomiten 2026 Tag 7: Kaltern - Corvara
20. juli, Italien ⋅ ☀️ 21 °C
Nach einem gemeinsamen Frühstück mit den Stuttgarter Brüdern (war sehr witzig euch wieder zu sehen 😀) auf der Terrasse hieß es dieses Mal schon nach zwei Tagen Abschied nehmen aus Kaltern und der Villa Clavenz (jedoch nicht für allzu lange 😉). Falls jemand in Südtirol mal eine hervorragende Unterkunft sucht, kann ich euch diese wärmstens empfehlen: https://villaclavenz.it/de 😊
Die Wettervorhersage sah heute sehr gut aus und so startete ich erst gegen 9:30 Uhr. Erst ging es den Radweg nach Bozen und danach weiter das Eisacktal bis Klausen. Es herrschte ein feiner Gegenwind und es ging meistens leicht bergauf, aber alles in allem kam ich gut voran.
Kurz nach Klausen war dann der Einstieg in den einzigen Pass des heutigen Tages, dem Würzjoch, über den man ins Gardertal kommt. Der Pass war quasi dreigeteilt: Das erste Drittel mit etwas Verkehr, dafür angenehme Steigungen bis St. Peter, ab hier zogen die Steigungen dann gewaltig an und der Tacho zeigte fast nur noch zweistellige Steigungswerte bei nachlassendem Verkehr. War nochmal eine richtige Herausforderung 🥵 Entschädigt wurde man jedoch mit einem gigantischen Dolomitenpanorama 🏔️😍 Am Ende wurde es wieder flacher und man verlor sogar mal fast 100 Höhenmeter, die man danach natürlich wieder hoch musste 😬 Auf der Passhöhe kurz Pause gemacht und etwas verpflegt, bevor es in die Abfahrt ging. Diese bin ich letztes Jahr mit dem Carbonfelgen Rückruf im Hinterkopf quasi runtergeschlichen, heute lief es dafür umso besser mit geprüftem Material 😄 Ein weiterer kurzer Gegenanstieg musste noch bewältigt werden und dann ging es noch ca 20km das Gadertal hoch bis Corvara, wo ich dann Auto bei der Pension der ersten Nacht abholte.
Das Rad eingeladen und nach einer 5-minütigen Fahrt kam ich schon beim Dolomites Wellness Hotel Savoy, wo ich nun die nächsten 5 Nächte campieren werde 😊 Das Zimmer bezogen, zwei Saunagänge im Wellnessbereich gemacht und dann ab zum Abendessen (der Pizza counter wird nun eher stagnieren 🤪).
Die nächsten Tage werden dann je nach Lust, Laune und Wetter Tagestouren gemacht oder es geht auch mal zu Fuß auf die Berge :)
Zusammenfassung Bikepacking:
Tage: 7
Stecke: 647km
Zeit: 32h44min
Höhenmeter: 14471m
Gefahrene Pässe: 13
Pizza counter: 6Læs mere
Dolomiten 2026 Tag 8: Ruhetag 🥾🧖⛈️
21. juli, Italien ⋅ 🌧 17 °C
Nach 7 Tagen Radfahren in Folge ließ ich es heute mal recht gemütlich angehen (was sich gegen Nachmittag noch als gute Entscheidung erwies). Nach einem ausgiebigen Frühstück (kleiner fail: flüssiges Ei, da der Eierkocher am Buffet nur auf standby lief 😄) machte ich mich für eine Wanderung bereit. Um halb 11 gings bei bewölktem Himmel los. Plan war erst der Sassongher Gipfel, nach einer Umleitung (story of this trip 😂) aufgrund Asphaltarbeiten die zum Wanderweg führten, musste ich einen Umweg gehen und bei einsetzendem Regen und leichten Hagel entschied ich mich umzukehren und war nach 2h wieder im Hotel.
Nach einem kleinen Mittagssnack und einem Mittagsschläfchen wachte ich durch einen gewaltigen Donner wieder auf. Nun entlud sich eine Gewitterzelle mit ordentlich Regen und auch größeren Hagelkörnern. Mal wieder alles richtig gemacht, auf dem Rad wäre das heute sehr unschön geworden 😬😂
Also ab ins Spa, wo ich mich bei zwei Saunagängen und einmal im Dampfbad gut entspannen konnte. Getrübt hat die Laune nur der Sturz und ausscheiden von Florian Lippowitz beim Einzelzeitfahren der Tour de France 😔
Das Abendessen startete heute in der Bar mit einem leckeren Vorspeisenbuffet mit Fingerfood und Prosecco, bevor es dann mit den restlichen Gängen weiterging 🫄
Da die Wettervorhersage für morgen den schönsten Tag der Woche meldet, ist der Plan, nochmal eine schöne Runde mit dem Rad zu drehen 🏔️🚵
Pizza counter: 6,5Læs mere
Dolomiten 2026 Tag 9: Traumrunde bei Kaiserwetter
22. juli, Italien ⋅ ☀️ 15 °C
Beim Blick aus dem Fenster gab es nur eine Option: Ab zum Frühstück, schnell fertig machen und nichts wie ab aufs Rad 🚵😀 Um kurz nach 9 Uhr gings los bei strahlend blauem Himmel, die Temperaturen waren aber noch sehr frisch. Doch der Anstieg zum ersten Pass des Tages, dem Passo Campolongo vertrieb die Kälte schnell aus den Gliedern 😀 Weiter gings mit Windjacke hinab nach Arabba und dann weiter Richtung Colle Santa Lucia. Am Abzweig zum Passo di Falzarego, wie sollte es auch anders sein, stand ich mal wieder vor einer Straßensperrung 🙈 Nach Diskussion mit anderen Radfahrern, die auch zum Passo di Giau wollten, mussten wir ein paar Kilometer zurück und dann über Caprile und Selva Di Cadore einen kleinen Umweg fahren, der 10km und 200 Höhenmeter mehr bedeutete. Bei dem Wetter am heutigen Tage jedoch verschmerzbar 😄 Also gings zusammen mit zwei Belgiern aus Antwerpen, einem Pärchen aus Texas und einem Italiener aus Verona zur Umleitung, bevor jeder dann am Passo di Giau sein eigenes Tempo fuhr. Die Auffahrt war ein wahrer Genuss (abgesehen von den im Schnitt 9% Steigung 🤣), man hatte bei bester Sicht tolle Blicke auf die umliegenden Dolomitengipfel, einfach herrlich 🥰 Auf der Passhöhe herrschte dann mal wieder ein Trubel und da es auch wie Hechtsupppe zog, genoss ich die Aussichten nicht allzulange, verabschiedete mich von meinen Gefährten und schoss die Abfahrt hinunter.
Der nächste Pass, der Passo di Falzarego, war weitaus angenehmer zu fahren, hatte dafür aber in weiten Teilen keine Panoramablicke. Von der Passhöhe waren es nur ca 100 Höhenmeter bis zum Passo di Valparola, die sich jedoch bei ordentlich Gegenwind nochmal eine zähe Nummer waren 😬 Von hier ging es dann nur noch bergab bis nach La Villa. Alles in allem eine super Tour bei Wetter wie aus dem Bilderbuch! ☀️
Hier kaufte ich kurz etwas Verpflegung im Supermarkt, die ich dann auf der Sonnenterrasse verschlang, schaute das Ende der Tour de France, bevor ich mich dann noch bei zwei Saunagängen im Wellnessbereich regenerierte.
Der Tag wurde natürlich wieder bei einem prima Abendessen im Hotel beendet.
Pizza counter: 7Læs mere
Dolomiten 2026 Tag 10: Wandern auf den Sassongher
23. juli, Italien ⋅ ☁️ 13 °C
Zur Abwechslung stand heute mal wieder eine Wanderung an, Ziel war der Gipfel des Sassonghers, auf dem ich letztes Jahr schon war. Zuerst ging es ein paar Minuten mit dem Bus (isch fahr nisch mitm Bus 🤪) nach Corvara, von hier war der Plan, auf den Gipfel zu wandern und danach hinunter nach La Villa zu meinem Hotel.
Das Wetter war prima zum Wandern, etwas bewölkt bei angenehmen Temperaturen. Einfach eine traumhaft schöne Gegend mit besten Blicken auf die Dolomiten Landschaft - die Bilder sprechen für sich 😊 Oben am Gipfel zog es dann leicht und ich wechselte in trockene Kleidung und Windjacke. Die Sicht war bestens und so konnte man u.a. den Sellastock mit dem Piz Boè, die Marmolada und den Langkofel bestaunen 🏔️🥰
Danach ging es zuerst den gleichen Weg durchs hochalpine mit einigen leichten Kletterpassagen bergab, bevor es dann Richtung La Villa ohne technische Schwierigkeiten weiter ging.
Am Nachmittag und Abend wurde dann wieder auf der Sonnenterrasse und im Wellnessbereich bestens regeneriert und beim Abendessen die Speicher aufgefüllt, sodass morgen nochmal mit dem Rad angegriffen werden kann 🚵😀
Pizza counter: 7,5Læs mere
Dolomiten 2026 Tag 11: Sellaronda ☀️
24. juli, Italien ⋅ ☀️ 10 °C
Am letzten Tag des Trips zeigten sich die Dolomiten nochmal von ihrer besten Seite, und zwar mit Kaiserwetter vom allerfeinsten ☀️😍 Den ganzen Tag strahlender Sonnenschein und keine einzige Wolke am Himmel, ein richtiger Traum 🥰
Da gab es nur eine Option zum Abschluss: Einmal um den Sellastock fahren, die Sellaronda 😀
Von den nackten Daten her sind die Pässe nichts besonderes:
Grödnerjoch: 10 km | 611 Hm | 6,1 %
Sellajoch: 5,1 km | 347 Hm | 6,8 %
Passo Pordoi: 6,1 km | 422 Hm | 6,9 %
Passo Campolongo: 3,9 km | 282 Hm | 7,2 %
Jedoch bieten sich einem auf der gesamten Umrundung traumhafte Blicke auf die umliegenden Dolomitengipfel, die bei diesem Wetter noch einmal schöner zur Geltung kommen (als ich die Runde vor 2 Jahren gefahren bin hab ich durch Wolken und Nebel fast gar nichts davon gesehen 🫣). Nachteil ist dann natürlich, dass dies auch Autos und Motorräder anzieht wie die Motten das Licht 😬 Trotz dem sonnigen Wetter war es auf über 2000m doch rs hr zapfig und ich war froh, die Windjacke dabei zu haben für die Abfahrten 😊
Nach der Tour ein letztes Mal die Sonne auf der Sonnenterrasse genossen, den Wellnessbereich mit Whirlpool und Sauna ausgiebig genutzt, die Bergankunft nach Alpe d'Huez angeschaut und ein letztes Mal fein diniert.
Morgen geht's dann leider schon wieder heim. War alles in allem ein prima Urlaub mit bestem Wetter, tollen Pässen und prima Essen. Bis auf die etlichen Straßensperrungen bleibt eigentlich nichts negatives hängen (und die waren ja alle kein Beinbruch 😄).
Danke für alle aktiven und auch stillen Mitleser, habe mich über jede Nachricht und Kommentar gefreut 😀👍 Stay tuned, ab Dienstag geht's weiter 🚵😉
Pizza counter: 8Læs mere































































































































































RejsendeStarker Auftakt!! Hätte ich das auch geschafft? :-O
Sehr geil. Viel Spaß 😊 [Christian Ebner]
Top Jürgi [Chris]