October 2015
  • Day15

    Der letzte Tag

    October 22, 2015 in Indonesia ⋅ ⛅ 27 °C

    Gestern kam überraschend eine Kollegin auf Bali an, die eigentlich nur auf Sulawesi (auch eine indonesische Insel) bleiben wollte um dort tauchen zu gehen. Deshalb sind wir gestern essen gegangen, was wir heute auch wieder vorhaben. Und irgendwann muss ich auch noch packen, da wir morgen nach dem Frühstück abreisen.

    Bali wirkt auf den ersten Blick durchaus ordentlich und sauber. Vor allem Montags...Sonntag werden hier nämlich die Bürgersteige gefegt. War recht lustig, als wir am Sonntag die Straße runter sind um irgendwo Abendessen zu machen.

    Ich hatte ja schon über den Kaffee hier geschrieben. Ich habe ihn mir dann trotzdem wieder bestellt, morgens ist einfach der Koffeinkick notwendig. Scheinbar ist der Bali Kaffee, auf indonesisch Bali Kopi hier recht bekannt. Auf der Karte in den Restaurants steht nicht Kaffee, sondern Bali Kopi, als ob es was besonderes wäre. Es ist ein fein gemahlener Kaffee der ohne Filter direkt in der Tasse aufgebrüht wird. Wenn man ihn süßt, kann man ihn trinken. Zumindest trifft das auf mich zu.

    Sonne haben wir hier definitiv genug abbekommen. Allerdings findet das meiste durchaus im Schatten statt, da es in der Sonne fast nicht auszuhalten ist. Wir waren eigentlich nur in der Sonne, wenn wir runter nach Ubud gelaufen sind oder im Pool hier im Homestay waren. Sandra ist derzeit eher Hummerfarben, während ich schon wieder eher bräunlich bin. Das geht so fix, das man es gar nicht mitbekommt bis es zu spät ist. Abends wird es hier recht schnell dunkel. Zwischen 18 Uhr und 18:30 Uhr wird es dunkel. Es gibt hier keine lange Dämmerung.

    Alex hat mir mal erklärt, das die Hupen der Fahrzeughersteller in Asien mindestens 10fache Hupkapazität, oder ware es 100fach? von europäischen Fahrzeugen brauchen. Das liegt an den Verkehrsregeln. Hier hält sich keiner dran. Hier gilt, wer zuerst hupt hat Vorfahrt. In China wurden die Hupen lang und ausdauernd benutzt, weshalb ich hier zuerst irritiert war. Hier auf Bali wird nur kurz die Hupe malträtiert. Wenn man das lange Hupen erwartet, ist dieser kurze Ton recht überraschend. Aber es funktioniert! Hier gibt es auch wenig Unfälle. Hier achtet man auf das, was die vor einem tun. Was hinter einem ist, ist das Problem der Leute die hinter einem sind.

    Bali hat sehr seltsame Relationen. Während der Vogelpark und z.B. der Bali Zoo ein gutes Stück teurer sind als in Deutschland ein Zoo, ist hier anderes extrem günstig, während einiges wieder vergleichsweise teuer ist. Für eine Postkarte mit Briefmarke habe ich 15.000 IDR bezahlt, davon waren 5.000 für die Karte und 10.000 für die Briefmarke. Wäscheservice dagegen war spottbillig, wir haben jede 3x Waschen lassen und insgesamt dafür 8 Euro bezahlt. Eine Wäscheladung von mir waren 6 T-Shirts, und 2 Shorts, diese haben 16.400 IDR, das ist 1 Euro, gekostet. Wenig mehr als die Postkarte. Ich verstehe einfach die Relationen nicht!

    Aktuell ist ja Oktober und kurz vor der Regenzeit hier. Einiges ist verdorrt und es gibt viele braune Flächen hier. Ich denke Bali sieht mich wieder. Mir gefällt es hier. Lustigerweise gefällt mir hier richtig gut das ganze Flair, das die Religion fest im Alltag integriert ist. Die Balinesen versuchen die Balance zwischen dem jetzigen Leben und dem nächsten zu finden. Und das von mir, die Religion grundsätzlich ablehnt. Ich mag das spirituelle hier. Wenn ich das nächste mal hierher komme (nicht gleich nächstes Jahr), mache ich das nach der Regenzeit. Ich denke dann ist es noch paradiesischer. Ich denke da an Mai. Dann auch nicht zwingend alles komplett in Ubud, sondern ca. 10 Tage Norden mit Strand und Ausflügen und Sehenswürdigkeiten und dann noch 4 Tage Süden...unweit vom Flughafen, damit der Transfer nicht so lange dauert....um sich dort nochmal umzusehen. Aber das nächste mal miete ich mir einen Roller. Ganz so schlimm finde ich den Verkehr hier nicht. Es geht auch weniger gegen das laufen, sondern mehr für den Gegenwind.
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  • Day14

    Faulheit siegt

    October 21, 2015 in Indonesia ⋅ ⛅ 27 °C

    Ich habe mir im Laufe der letzten Tage immer wieder ein paar Stichpunkte aufgeschrieben, was mir hier so aufgefallen ist.
    Ein paar Gedanken und was man hier so sehen kann über/auf Bali:

    Auf dem Land sieht man öfters mal Menschen an kleinen Flüssen, Bächen oder Rinnsalen. Dort waschen sie ihre Wäsche, zum Teil auch das Geschirr. Auf dem Dorf hier hat kaum einer eine Waschmaschine, das hat uns Gede erzählt. Es ist hier auch üblich, dass sich abends die Dorfbewohner an diesen Bächen waschen. Meist unbekleidet. Gede ist ja aus einem Dorf im Norden von Bali. Er sagte uns, dass er nicht mehr dort mit badet wenn er zuhause auf Besuch ist. Er schämt sich mittlerweile.

    Auf Bali gibt es auch noch Hahnenkämpfe, zumindest auf dem Land. Die Regierung hat es eigentlich verboten. Wenn man viele Roller parken sieht und viele Männer in der Nähe...gibt es dort einen Hahnenkampf. Man erkennt die Hähne auch unter den ovalen, irgendwie eiförmigen, umgedrehten Körben. Das ist Teil der Religion hier. Früher wurden im Tempel bei großen Zeremonien Hahnenkämpfe veranstaltet, als Opfergaben. Um die Hähne und ihr Blut zu opfern. Wetten ist dabei eigentlich verboten, auch aus religiösen Gründen wird aber lustigerweise toleriert. Wir haben im Tempel Tirta Empul auch zwei junge Hühner in einem Korb in der Nähe des Altars gesehen. Auf meine Nachfrage erklärte uns Gede, dass diese im Tempel geschlachtet und dadurch geopfert werden.

    Sambal Olek bekommt man hier überall. Das ist eine scharfe rote Soße. Sambal Olek ist typisch indonesisch. Gede hat uns ein typisches balinesisches Sambal bestellt...Sambal Mathah. Sambal Olek ist ja schon scharf, aber Sambal Mathah brennt dir einiges weg. Lecker ja, aber mir zu scharf. Gede hat es dann gegessen und ihm lief vor lauter Schärfe der Schweiß runter. Essen tut man es so: Erst der Reis in Mund, dann das Fleisch und zum Schluss das Sambal. Dann erst kauen und schlucken. Ich habe gefragt was drin ist, die Zwiebeln und das Lemongras hab ich rausgeschmeckt, das Chili ebenso. Die genaue Zusammenstellung habe ich nicht bekommen, aber ich habe die Zutaten bekommen.
    Sambal Mathah:
    Zwiebel (Schalotten), Salz, Chili (rot), Kokosöl, ein wenig Lemonsaft und etwas frisches Lemongras.
    Nicht viel drin, aber lecker und scharf.

    Das Sambal Mathah haben wir bekommen als wir Ayam Bumbu Betutu gegessen haben, das ist Huhn oder Ente, gebraten, gekocht oder gegrillt mit Gewürzen und Bananenbättern. Wir haben uns in dem Fall für die Ente entschieden, obwohl auf Bali traditionell eher Huhn und Schwein gegessen wird. Mit dabei der unvermeidbare Reis und Sambal Olek und eben auch Sambal Mathah, da Gede es für uns bestellt hat.

    Wir bekommen hier im Homestay jeden Morgen dasselbe Obst: Wassermelone, Papaya, Ananas und Bananen. Auf Nachfrage wurde uns erklärt, das liegt daran, dass das Obst am einfachsten zu sammeln/finden ist. Das grüne Obst an dem Baum unten im Bild, sind übrigens Papaya.
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  • Day13

    Handwerkskunst die Zweite

    October 20, 2015 in Indonesia ⋅ ⛅ 27 °C

    Gestern stand zusätzlich zum Silberschmiedekurs noch ein Holzschnitzkurs für mich auf dem Programm. Bei der Schule bekam ich ein leckeres Mittagessen und dann ging es ans Holzschnitzen. Der Lehrer hatte verschiedene Motive zur Auswahl, alle sehr für Anfänger geeignet. Ich habe ja einen Sturkopf und mir vorher in den Kopf gesetzt einen Barong zu machen. Mir hat die Geschichte und der Tanz einfach gut gefallen. Anfängergeeignet wäre zum Beispiel ein Gecko gewesen, aber so einen wollte ich nicht. Ich mag diese Tiere, sie sind putzige Eidechsen, aber für mein befinden sind sie etwas zu "Mainstream".

    Als ich das meinem Lehrer mit meinen rudimentären Englischkenntnissen klarmachen konnte, seine waren auch relativ speziell (wobei die nette Australierin sagte, ich würde gut Englisch sprechen) aber wir haben uns verständigen können. Er hat ein Stück Hibiskusholz auf ein rundes Brett genagelt und anhand der Musterzeichnung sollte ich erstmal die "Nus" einzeichnen....ich habe soooo Schwierigkeiten mit dem Akzent hier *seufz*. Irgendwann bin ich dann dahinter gestiegen, das er mit "Nus" Nose meint, also die Nase :).
    Ich habe ja gestern schon geschrieben, dass ich mich für nicht sonderlich kreativ halte und auch nicht zeichnen kann....das hat sich bei der "Nus" auch wieder gezeigt. Ich glaube der Lehrer war schon ziemlich genervt, vermutlich dachte er: "Da kommt die deutsche Touristin, versteht kein Wort, ist zu blöd zum zeichnen und was das schnitzen angeht, stellt sie sich bestimmt auch dumm an."
    Wenn er das dachte, hatte er nicht unrecht :).

    Nachdem die Nase eingezeichnet war, hat er mir gezeigt wie man sie "schitzt". Das Holzschnitzen hier ist nicht mit dem Messer, sondern mit Hammer und Meisel, wobei der Meisel eine reine Metallstange ist. Es gibt sie in unterschiedlichen breiten. Nix Holzgriff für Meisel...gibt es hier nicht.
    Die halbe Nase hat er gemacht, die andere Hälfte habe ich gemacht, er hat dann noch die Feinheiten gemacht. Es ist nicht so einfach wie es aussieht. Und so spaßig wie man vielleicht denkt auch nicht. Ich hatte halt immer Schiss zuviel wegzuklopfen. Irgendwann hatten wir eine Nase. Danach habe ich die Augen eingezeichnet. Zwei Kreise links und rechts oberhalb der Nase auf ein Stück Holz zu malen, schaffe selbst ich :). Die haben wir dann auch wieder ausgeklopft. Der Mund war dann schon schwerer. Den hat der Lehrer wieder gezeichnet, wir mussten ja Oberlippe, Zahnreihe, offener Mund, untere Zahnreihe und Unterlippe einzeichnen. Ich sehe das Motiv einfach nicht in so einem Stück Holz drin. Der Lehrer schon, er sah die fertige Maske wohl im Holzklotz mit geht so eine räumliche Vorstellung einfach total ab.
    Im Endeffekt habe ich bei der Maske eine halbe Nase, ein Auge, die Zähne und das Zahnfleisch, sowie links und rechts die Wangen freigeklopft. Den Rest hat der Lehrer gemacht. Ich denke aber, dass die Maske auch irgendwann seinen Ehrgeiz geweckt hat und auch Abwechslung zum ganzen Einheitsbrei aus Geckos für Anfänger war.
    Ich hoffe es zumindest.

    Als ich dann bezahlt habe, habe ich ihm noch 20.000 IDR zugesteckt. Er hat ja wirklich den Großteil der Arbeit gemacht. Silberschmieden ist einfacher. Ist zwar filigraner aber Silberdraht biegen, aus Silberblech ausschneiden und Silber feilen ist definitiv einfacher, als ein Gesicht in ein Stück Holz zu schnitzen....zumindest für mich!

    Ich finde die Maske aber ganz toll. Eine gewisse Ähnlichkeit zum Barong aus dem Tanz ist da. Gut sie ist nicht bemalt, aber zumindest zum sehr kleinen Teil, habe ich sie hergestellt. :).

    Was habe ich heute gemacht? Den ganzen Tag faul am Pool rumgelegen und zwischendurch ein Nickerchen gemacht. Heute ist es irgendwie schwül...die Luftfeuchtigkeit steigt, ab und an tauchen Wolken auf. Die Regenzeit kommt näher!

    Selbst wenn es die letzten 3 Tage regnet...macht das gar nichts. Ich denke der Regen ist hier auch ganz reizvoll und schönes Wetter hatten wir genug. Angeschaut haben wir auch was wir wollten, das selbe gilt für diverses ausprobieren.
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  • Day12

    Handwerkskunst

    October 19, 2015 in Indonesia ⋅ ⛅ 27 °C

    Heute war balinesische Handwerkskunst angesagt. Silberschmiedekurs und Holzschnitzkurs. Heute erzähle ich aber nur vom Silberschmieden. Ich brauche ja morgen auch noch ein Thema und morgen ist wieder ein fauler Tag. :)

    Wir wurden abgeholt zum Silberschmiedekurs. Irgendwo mitten im nichts außerhalb von Ubud war die Schule. Sie bieten dort Silberschmiedekurs, Batikkurs, Holzschnitzen und Obstschnitzen an. Silberschmiedekurs haben Sandra und ich gemacht. Bei mir kam ein schöner Ring raus, bei Sandra ein hübscher Gecko der als Kettenanhänger dienen wird.

    Im Gegensatz zur mir wusste Sandra schon was sie gerne machen möchte. Vermutlich haben die Veranstalter sie verflucht mit ihrem kleinen, filigranen Gecko. Da die Feinarbeit teilweise zu fein war, wurde von der Silberschmiedin die Bereiche um die Geckopfoten ausgesägt. Sandra selbst bekam leider nicht das Angebot es selbst zu versuchen. Nach langer Sägearbeit war der Gecko dann bereit, rundherum abgefeilt zu werden. Auch das wurde etwas problematisch, da sie keine Feile hatten, die eigentlich fein genug war. Es sieht so aus, als ob der Großteil der Leute die diesen Kurs besuchen eher in größeren Dimensionen ihren Schmuck machen...keine kleinen Feinarbeiten. Zwischendurch wurde immer wieder mal auf den Gecko mit dem Hammer draufgeklopft um ihn gerade sein/bleiben zu lassen. Das Silber ist relativ biegsam, deshalb muss man es immer wieder flach klopfen. Nachdem der Gecko zur Zufriedenheit gefeilt wurde, hat die Silberschmiedin ihn erhitzt und in eine Art Säurebad gelegt. Zum Aushärten. Nach ca. 30 Minuten war der Gecko dann weiß aber hart als er rauskam. Das weiße musste Sandra dann im Seifenwasser abbürsten. Anschließend wurde er von der Silberschmiedin noch poliert. Die Poliermaschine, war die einzige Maschine die sie dort hatten.

    Mein Ring war etwas komplizierter. Ich wusste lediglich, dass ich einen Ring will! Aber wie der genau aussehen soll, hatte ich keinen Plan. Als erstes suchte ich mir Inspiration...ich fand sie auf dem Tisch. Sie hatten recht viele Bilder von bereits von Gästen/Schülern erstellten Schmuckstücken, so wie es aussah. Also bin ich zunächst den Stapel Bilder durchgegangen und fand einen Ring der mir gefiel und auch ein paar Ohrringe. Dazu muss ich euch sagen, zum zeichnen hab ich null Talent, eher Negativtalent. Sonderlich kreativ bin ich eigentlich auch nicht. Ich habe mir eine 20 Cent Münze geschnappt um erstmal einen runden Kreis zu malen (sonst wäre er wohl eher oval geworden) und habe (inspiriert von dem Ring und den Ohrringen) einfach daran rumgemalt. Raus kam irgendwie eine Blume. Die sollte es nun als Ring werden.
    Als erstes habe ich nun ein Silberblech bekommen und eine indonesische Münze um den Kreis aufzumalen, anschließend sollte ich ihn mit einem Seidenschneider ausschneiden. Ein alter Seidenschneider (die einen nennen es auch Zange, die anderen große Nagelschere), die vorne an der Spitze nicht mehr wirklich geschnitten hat...Danach habe ich aus Silberdraht einfache Ornamente gebogen und erstmal am Rand einer neuen Zeichnung des Rings gelegt, um abzuschätzen wieviel ich brauche. Das kam mir aber etwas nackig vor. Also habe ich mit dem Silberdraht noch einen Kreis geformt, der dann innerhalb der Ornamente seinen Platz finden sollte. Nun fand ich es aber immer noch zu nackig. Die erste Überlegung war, dass ich gerollten Silberdraht in die MItte mache, ähnlich wie eine Lakritzschnecke, die zweite Idee war eine Halbkugel. Geworden ist es dann aber eine Blume, die in der flachen Form echt komisch aussah, aber leicht nach oben gebogen tatsächlich blumig. Schneiden, biegen, feilen und das Ausmessen des Ringumfangs (Fingerumfang) waren die Schritte um den Ring herzustellen. Dann wieder in das Säurebad zum aushärten, das Abbürsten im Seifenwasser und das Polieren.
    Es ist ein schöner Ring geworden, meilenweit entfernt von der ursprünglichen Idee, aber er gefällt mir so eigentlich auch besser!

    Abends waren wir jetzt noch essen. Alles Fleisch was gegrillt ist, bekommt man hier mit Knochen. Außer man heißt Bianca. Ich bekomme jegliche Art von Fleisch mit Knochen. Habe mir heute Hühnchencurry bestellt, weil ich das einfach so lecker finde. Normalerweise sind da Stücke von der Hühnerbrust drin. Ich habe meines mit einem halben gekochten Hähnchen bekommen. Die labbrige Haut fand ich schon unappetitlich. Da gehen wir nicht mehr zum essen hin!
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  • Day11

    Essen, Essen, Essen

    October 18, 2015 in Indonesia ⋅ ⛅ 27 °C

    Heute war Kochkurs angesagt:
    Frühstück habe ich ausfallen lassen, ich bin von der Kochschule um geplant 8:15 Uhr, tatsächlich 8:35 Uhr abgeholt worden. Der erste Stopp war auf dem Markt. Dort wurden uns typische balinesische Früchte und Gewürze erklärt. Früchte sind z.B. Wassermelone, Papaya, Ananas, Schlangenhautfrucht und Mandarinen (es gibt auch grüne Mandarinen, die trotz der grünen Farbe reif und lecker sind. Mandarinen werden übrigens auch auf Bali angebaut, im Gebiet vom Batur Vulkan). Gewürze sind Nelken, Muskatnuss, Kardamon, es gibt hier drei Ingwersorten, Kurkuma, Vanille, Lemongras und noch vieles mehr. Gekauft habe ich mir dort gleich Lemongras für den Tee und Vanille für zuhause :). Pfannenwender und andere hölzerne Küchenbratgeräte hätte ich auf auf dem Markt kaufen können, hab ich aber nicht :). Die sind hier aus Kokosnussholz

    Danach ging es zu den nächsten Reisfeldern. Dort wurde uns noch Reis erklärt. Der weiße Reis wird nach 3 Monaten geerntet, der rote nach 6 Monaten, was sich auch im Preis niederschlägt.

    Als nächstes wurden wir zur Kochschule gefahren. Dort gab es erstmal Lemon-ade. Limonade aus Limonen, mit viel Eis. Lecker und erfrischend. Die Kochschule findet bei Privatleuten statt, die dort auch wohnen. Ein Teil des Grundstücks war dann für uns eine Open-Air-Küche mit grandioser Aussicht. Nach der Begrüßung durch den Hausherren wurden wir in die Küche geleitet. Dort gab es erstmal eine Schürze und ein Geschirrtuch für jeden. Anschließend war zackig Hände waschen angesagt, weil das schnippeln und mörsern dann gleich los ging. Die Küchenchefin hatte auch den entsprechenden Befehlston. :)
    Ich habe insgesamt: Erdnüsse mit Pekanüssen, Knoblauch und Chili gemörsert; Chili, Ingwer, Zwiebeln und Knoblauch mit dem Messer zerkleinert; Schalotten geschnitten und Zitronen-Basilikum (Lemon Basilikum) gezupft. Aber alles vlt jeweils 2-3 Minuten, dann wurde ich an die nächste Station geschickt um dort weiter zu machen. Als man mich vom mörsern zum zerkleinern schickte, schickte man den Zerkleinerer zum Mörser. Ein Bäumchen wechsel dich Spiel. Am Ende durfte jeder den großen Mörser (der das balinesische Fitnessstudio ist) ausprobieren.

    Gekocht wurde Paarweise. Eine Pfanne - zwei Köche...in meinem Fall zwei Köchinnen. Ich hatte Maddie aus Amerika als Kochpartnerin. Irgendwie war ich die einzige Deutsche. Wir waren Franzosen, Engländer, Amis, Australier und eine Deutsche.

    Als erstes haben wir Erdnussoße und die gelbe Basissoße (Bumbu Kuning) gemacht. Die Zutaten für die Erdnussoße wurde im Handmörser zerkleinert, die Zutaten für die gelbe Soße im großen Mörser. Die zerkleinerten Zutaten wurden in Kokosöl angebraten, noch Gewürze dazugegeben und köcheln lassen.

    Danach gab es Pilzsuppe mit Wasserpilzen (Sup Jamur). Die Wasserpilze sehen aus wie ganz normale Champignons. Die Suppe war mit Hühnerbrühe, Chili, Salz und Pfeffer, sowie Blumenkohl und Brokkoli. Ich bin kein großer Suppenesser, aber die war echt lecker...und gut würzig. Es gab noch Chili auf dem Tisch fürs nachwürzen, für meine Verhältnisse nicht nötig. :)

    Nach der Suppe haben wir die Hauptgerichte zubereitet.
    Hühnchen in Kokosnuss Curry (Kare Ayam), Chicken Sate (Sate Lilit Ayam), Gemüse in Erdnussoße (Gado Gado), Kokosnuss- und Schlangenbohnensalat (Jukut Urab), gedämpfter Thunfisch in Bananenblättern (Pepes Ikan), gebratener Tempe (grobe Sojastücke) in süßer Sojasoße (Tempe Kering).

    Das Hühnchencurry hier auf Bali ist ohne das Gewürz Curry. In unserem Fall in der Schule haben wir Hühnchen, Kartoffeln, Salz und Pfeffer, Wasser und die gelbe Basissoße zusammen in eine Pfanne, kurz scharf und sehr heiss angebraten und dann 30 Minuten köcheln lassen. In der Basissoße ist kein Curry drin :). Sate sind Holzsticks mit gewürztem Fleisch umwickelt, die dann gegrillt werden. Das Fleisch wurde durch einen Fleischwolf gedreht..kein Hackfleisch, sondern lang und faserig. Da wurden Gewürze und die gelbe Basissoße hinzu gegeben, vermischt und dann vorsichtig um den Holzstick gewickelt. Man kann auch Eisstiele dafür nehmen. Der Kokosnuss- und Schlangenbohnensalat...richtig lange Bohnen aber kurz geschnitten :) gemischt mit frischer klein gehackter Kokosnuss....wurde mit der gelben Basissoße (womit sonst?) und noch weiteren Gewürzen vermischt und war fix fertig. Ich selbst mag ja eigentlich keinen Fisch...das einzige das aus dem Wasser kommt und ich esse ist aber Thunfisch und Vongolemuscheln. Ich hatte Glück das es Thunfisch war. Der wurde mit Tomaten, Zitronen-Basilikum und gelber Soße und einigen Gewürzen gemischt und in ein Bananenblatt gewickelt, das mit Zahnstochern oben und unten verschlossen wird und anschließend dampfgegart. Ich habe die Tomaten weggelassen...Tomatenfreie Zone kann funktionieren! Die Balinesen dampfgaren es 2 Minuten. Für uns Touristen aus Sicherheitsgründen haben sie es 9 Minuten gedampfgart. Tempe in süßer Sojasoße ging auch fix. Im Wok länger und scharf durchgebraten, Paprika und Soja gleich dazu...sehr lecker.

    Zum Nachtisch gab es dann gekochte Bananen mit Palmzuckersirup und Kokosflocken. Bananen ca. 2 Minuten in heißem Wasser kochen, Wasser abgießen bis auf ein ganz klein wenig, Palmzucker und Kokoscreme hinzufügen. Fertig.

    Nachtisch hab ich mir verkniffen. Ich mag keine Bananen. Das essen war super, die Aussicht großartig und es gab genug kaltes Wasser zum trinken gestellt.

    Am Anfang fragen sie wer Vegetarier ist...für Vegetarier gab es Gemüse in Kokosnuss Curry statt Hühnchen und für das Chicken Sate gab es Gemüse Sate. Eigentlich dasselbe...gewürztechnisch...finde ich gut! Kochen hat immer was mit der Kultur zu tun und natürlich auch mit der Gegend, was man überhaupt anbauen kann. Deshalb finde ich es ganz toll, wenn man so einen Kochkurs besuchen kann. Es geht nicht zwingend um nachkochen, sondern um Kultur und Mentalität. Außerdem weiss ich nun eher um was es sich handelt wenn ich im Warung was zu essen bestelle :).

    Gegen 14 Uhr war ich wieder im Homestay, faulenzen, Nickerchen, in Pool gehen.
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  • Day10

    Abenteuer in Mittelbali

    October 17, 2015 in Indonesia ⋅ ⛅ 27 °C

    Ortszeit 20:06 Uhr und 29 Grad.

    Heute hatten wir unseren letzten Tag mit Gede unserem deutschsprachigen balinesischen Reiseleiter. Es ging nach Mittelbali.

    Angefangen haben wir mit dem Barong-Tanz d. Gezeigt wurde uns eine verkürzte Version für Touristen. Normalerweise wird das im Tempel getanzt und dauert 2,5 - 3 Stunden. Die Touristenversion dauert 1 Stunde.

    Der Barong ist ein mystisches Wesen (siehe Bild), welches die auf der Erde existierenden guten Kräfte verkörpert. Daneben gibt es Rangda, die Königin der Hexen, die das Böse darstellt. Der Balinese glaubt, dass Gut und Böse nebeneinander existieren. Deshalb gibt es in der Geschichte des Barong-Tanzes keinen Sieger.
    Akt 1: Zwei Diener der Königin besprechen sich über das Schicksal ihres geliebten Herren, des Prinzen Sadewa, der an diesem Tag der Totesgöttin Batari Durga geopfert werden soll. Ihre Unruhe wird verstärkt, als eine der Hexen (Schülerin von Batari Dunga) erscheint. Sobald sie wieder verschwunden ist, schicken die beiden Diener dem Premierminister eine Nachricht, das dieser schnell kommen möge.
    Akt 2: Der Premierminister kommt, die Königin (Sadewas Mutter) folgt ihm in einigem Abstand. Die Königin ist tief verstört bei dem Gedanken ihren Sohn zu opfern. Die Hexe ist besorgt, dass die Königin ihren Sohn nicht opfern will, verhext diese. Verwirrt beginnt die Königin ihren Sohn Sadewa zu schlagen und sie befiehlt dem Premierminister Sadwa zum Friedhof zu bringen, in dem die Todesgöttin lebt.
    Akt 3: Der Premierminister, der Sadewa wie seinen eigenen Sohn liebt, weigert sich den Befehl auszuführen. Doch als die Hexe auch über ihn einen Fluch ausspricht, bringt er Sadewa zum Friedhof. Dort bindet er hin vor dem Haus der Todesgöttin an einen Baum.
    Akt 4: Der Gott Shiwa erscheint in der Gestalt eines Priesters, sieht Sadewa und hat Mitleid mit ihm. Er macht Sadewa unsterblich.
    Akt 5: Batari Durga erscheint, sieht Sadewa und möchte das Opfer unverzüglich abhalten. Doch Sadewa ist unsterblich und Batari Durga gibt sich geschlagen, nachdem sie das erkannte. Um erlöst zu werden und in den Himmel zu kommen, bittet sie Sadewa, sie zu töten.
    Akt 6: Auch Batari Durgas Hauptschülerin Kaleka möchte erlöst werden. Doch Sadewa weigert sich, ihr zu helfen. Mit Hilfe ihrer magischen Kräfte verwandelt sich Kaleka in einen wilden Eber wird jedoch von Sadewa geschlagen. Auch als sie sich in einen riesigen Vogel verwandelt, wird sie von Sadewa besiegt. Als sie jedoch die Gestalt der schwarzen Hexe Rangda annimmt, kann Sadewa sie nicht mehr schlagen. In einem erneuten Versuch sie zu überwinden, verwandelt sich Sadewa in den Barong. Sie kämpfen miteinander, aber da sie von gleicher Kraft sind, kann keiner den anderen besiegen. Der Barong ruft seine Anhänger zu Hilfe.
    Akt 7: Die Anhänger des Barong erscheinen, ausgerüstet mit Kris'en (Dolche) von magischer Kraft. Sie greifen die schwarze Hexe an, die sie jedoch mit Hilfe ihrer Hexenkunst in einen Gemütszustand versetzt, in dem sich wütend gegen sich selbst wenden und ihre Körper mit den Kris'en durchbohren. Der Barong erscheint und löscht den Einfluss der schwarzen Hexe.
    Bemerkung: Am Ende der Vorstellung bringt der Tempelpriester einige sakrale Opfer. Er besprengt die Tänzer mit heiligem Wasser um sie aus ihrem Trance-Zustand zu lösen.

    Das ist die Geschichte des Barong Tanzes laut Informationszettel der auslag. Ich fands super. Die Kostüme waren toll, bunt und ausdrucksstark. ich finde, wer nach Bali kommt sollte sich unbedingt mal 1-2 Tanzvorführungen anschauen.

    Im Anschluss ging es in den Vogel- und Reptilienpark. Umgerechnet 56 Euro Eintritt für 2 Personen. Ich selbst finde das für Bali extrem teuer.
    In dem Vogelpark laufen und fliegen einige Vögel frei herum. Eine Flugshow haben wir auch noch mitbekommen und man konnte sich mit Papageien und Tukanen fotografieren lassen. Es gab auch ein großes Fluggehege mit Netz an der Decke. Direkt daneben ist der Reptilienpark. Ist wie die Reptilienabteilung bei ins im Zoo. Aber ich muss sagen, die Terrarien sind optisch absolut Klasse gemacht. Die machen echt was her! Im großen und ganzen war es den Preis durchaus wert. Der Park war schön gemacht und sie hatten auch recht abwechslungsreich die Vogelarten. Die Käfige waren wie überall mindestens 1-2 Nummern zu klein. Ein muss ist es meiner Meinung nach nicht, aber ein Nice to have.

    Danach sind wir zu einer Holzschnitzerfamilie gefahren. Bali ist ja bekannt für seine Holzschnitzereien. Alles Handarbeit, zumindest dort...entsprechend der Preis. Nicht ganz billig, aber toll anzusehen! Das Bild im Anhang sind Rama-Sita. Von dem Ramayana Epos, der in der Kecak Tanzvorführung getanzt wird. Die Balinesen sagen: Wie Romeo und Julia...nur mit Happy-End.

    Nächstes Ziel war der Batur-Vulkan. Er hat 3 Krater. Der kleinste (links) ist vor ein paar Jahren ausgebrochen und hat mitten in der Lava eine Art Insel mit Bäumen stehen lassen. Er ist übrigens noch aktiv!

    Die letzte Station war Tirta Empul. Tempel mit einer heiligen Quelle. Dort kann man ein Reinigungsritual machen. Das Reinigungsritual soll bei Krankheit, Schmerzen und Alpträumen helfen. Als erstes haben wir ein paar Opfergaben gekauft und sind danach in den Tempel rein. Dort gibt es extra für das Reinigungsritual Sarongs zum ausleihen, denn kein Tempelbesuch ohne Sarong. Balinesinnen gehen in Shorts und T-Shirt baden, Touristinnen die das Reinigungsritual machen möchten, sollten das dann auch tun. Der Boden war mit Kies ausgelegt :(. Da tun dann einem irgendwann die Füße weh.
    Also sobald man in Reinigungsritual-Outfit ist (T-Shirt, Shorts und Sarong) gibt man seine Opfergabe ab und betet (zu dem, an den man glaubt...für mich eher schwierig). Dann gehts ab ins Wasser. Das heilige Quellwasser läuft aus steinernen Figuren in ein Becken mit den schon erwähnten Kieseln (große Kiesel). Man macht "Düse" für "Düse"...beten (tu ich mir ja schwer, ich hab ein Mantra runtergebetet), 3 Schluck Wasser nehmen (symbolisch, ich habs nicht gemacht weil ich nicht weiss wie die Wasserqualität ist) mit Kopf unter den Wasserstrahl und nächste "Düse" das ganze von vorne. Es gibt 20-25 Düsen, zwei muss man auslassen. Das ist das Wasser für die Toten. Wenn jemand stirbt wird an diesen zwei "Düsen" Wasser geholt um den Verstorbenen damit zu waschen. An der letzten "Düse" waren Frösche :). Das Wasser ist für balinesische Verhältnisse ziemlich frisch.
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  • Day9

    Seeliges Nichtstun

    October 16, 2015 in Indonesia ⋅ ⛅ 26 °C

    Ortszeit 18:39 Uhr und 29 Grad.

    Heute haben wir dekadenterweise erst um 10 Uhr gefrühstückt. Anschließend hab zumindest ich noch ein Nickerchen gemacht. :)

    Mittags sind wir dann in die Stadt und haben uns eine zweite Fischpediküre gegönnt. Danach haben wir uns den Ubud Markt angeschaut...an jedem Stand gibt es dasselbe. Es gibt hier Klamotten, Taschen, Sarongs, Schärpen und manchmal einen Stand mit Holzschnitzerein. Aber Schachspiele hab ich schon genug. Also was ganz so besonderes ist er für mich jetzt nicht. Mittlerweile hab ich 3 Sarongs. Ich habe Sandra gebeten, mich vom Kauf weiterer Sarongs abzuhalten. Wegen der Sarongs, die sind bunt und farbenfroh, aber in erster Linie sind sie lang. Zum einen schützen sie vor der Sonne und was der Riesenvorteil ist, bei jedem Schritt hat man unten einen Luftzug. Im Anschluss sind wir wieder in unserem Homestay und in den Pool gesprungen und einfach mal einen entspannten Tag gemacht.

    Nebenbei hab ich noch Kochkurs, Silberschmiedekurs und Holzschnitzkurs klar gemacht. Viele freie Tage zum faulenzen hab ich nicht mehr... :)

    Glaubt ihr mir, das ich heute nicht ein einziges Foto gemacht habe? Ich schicke euch noch Impressionen der letzten Tage mit.

    Hier auf Bali laufen viele Hunde frei herum, sie wirken gut genährt, sind aber trotzdem optisch nicht die schönsten. Zum einen sind es echt exotische Rassenmischungen, zum anderen sehen sie teils schon etwas räudig aus. Das wiederum liegt halt am Futter. Sie werden zwar satt, aber die Ernährung ist zu einseitig. Gede hat gesagt, dass 2010 Tollwut auf Bali war und die Regierung verpflichtend beschlossen hat, das alle Hunde geimpft werden müssen und die Impfplakette tragen müssen. Alle Hunde ohne Halsband mit dieser Impfplakette wurden später erschossen. Vom deutschen Tierschutz sind sie noch weit entfernt, aber ich glaube sie sind auf dem Weg.

    Wir sind jetzt eine Woche hier und hatten bisher keine Probleme mit Moskitos...jetzt....nach einer Woche haben sie uns doch gefunden. Im Gegensatz zu anderen Leuten, habe ich nur einen Stich *hämisch grinst*. Ich habe heute eine Touristin gesehen, deren Waden heftig zerstochen waren. Da war ein Stich neben dem anderen. Gezählt hab ich es nicht, aber sie hatte mehr rote Pusteln als weiße Haut (sah vom Hauttyp nach Britin aus, käsig und Sonnenbrand zugleich). Ich schätze 30-40 Stiche pro Wade. Selbst in den Zeiten, in denen ich schlimm zerstochen war, war es nie so schlimm. Heute habe ich das erste mal die mitgebrachten Moskitospiralen ausgepackt...wegen der Moskitos. Und die Impfung gegen japanische Enzephalitis hab ich ja auf später verschoben...sicher ist sicher. Ich besprühe mich auch auch brav mit Mückenschutzmittel. Außerdem haben wir heute Fledermäuse bei unserem Homestay entdeckt, erst hielten wir sie für Vögel. Geckos haben wir auch. Mindestens 2 auf der Terrasse und einer ist im Zimmer.
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  • Day8

    Ausflug in den Norden

    October 15, 2015 in Indonesia ⋅ ⛅ 27 °C

    Aufstehen, duschen, Frühstück, Abholung durch Gede um 9 Uhr.
    Wir sind in den Norden gefahren. Beratan war das Ziel. Dort ist ein Tempel direkt am See, dazu kommt noch ein wundervoller Park in dem es viele Lilien und Amaryllis gibt. Dort sind auch 2 Teiche, von denen einer trocken ist, der zweite weitestgehend. Den letzten Rest des noch vorhandenen Wassers nutzen die Seerosen. Die Natur hier wartet auf die Regenzeit. Man sieht es auch an den Pflanzen. Viel verblüht und viele welke Blätter.

    Im Anschluss ging es zu den Zwilling-Seen. Das sind zwei Seen, die durch ein Stück Land geteilt werden. Es gibt dort eine erhöhte Aussichtsplattform ohne Geländer, was für Leute mit latenter Höhenangst echt gruslig war. Das Stück Land ist zu breit für ein vernünftiges Foto, sofern man nicht auf die Plattform geht um es zu fotografieren. Ich war zwar kurz oben, aber auch fix wieder unten!

    Auf Bali gibt es nicht nur Hindus, sondern auch ein paar Buddhisten. Und wir haben uns einen buddhistischen Tempel angeschaut. Toller dreistöckiger Brunnen, mit Seerosen. Weiter hinten gab es noch den Haupttempel mit Wasserbecken voller Seerosen und rosa Lotus. Da war eine Gruppe, vermutlich Amerikaner nach dem Auftreten, Klamotten und Akzent beurteilt, die sich total daneben benommen haben. Mit dümmlichen Grinsen haben sie vor dem Buddha die Buddha-Stellungen nachgeahmt und sich dabei fotografiert. Sowas ärgert mich. Kein Respekt und geschmackloses Gebahren. Ich weiss, dass sich Deutsche im Ausland auch oft daneben benehmen. Aber die haben mich echt aufgeregt.

    Die nächste Station waren die heißen Quellen von Banjar. Eine Art balinesisches Thermalbad. Das warme Wasser wird durch den Vulkan erhitzt und mit Mineralstoffen angereichert. Das haben die Balinesen dann zu einem Bad umgeleitet. Die typischen, balineschen, nicht gleichmäßig hohen Stufen waren in diesem Falle etwas ungünstig, da dass Wasser leicht grünlich trüb war. Sie haben den Wasserlauf leicht als Terrassen angelegt mit Drachenköpfen als Wasserspeier. Da ist auch kein Chlor drin. Der Boden ist leicht rutschig. Es gibt 3 Becken. Im großen war die Wassertiefe von 1- 2 Meter, je nachdem wie weit man rein ist. Das wäre auch was für eine Indiana Jones-Kulisse. Das Wasser ist Badewannenwarm. Der Eintritt kostet übrigens nur 5000 Rupiah für einen Erwachsenen, das sind umgerechnet 0,32 Euro. Balinesen baden da auch drin. Die Frauen tragen Shorts und T-Shirt und die Männer Shorts, aber teilweise mit Unterhemd. Gede hat erzählt, dass es eine zweite heiße Quelle auf Bali gibt, die nur für die Touristen ist, da der Eintritt pro Person 150.000 Rupiah kostet, umgerechnet 9,75 Euro. Das ist für Balinesen zu teuer. Das find ich nun wieder eine echte Abzocke. Aber Banjar war wunderbar..Kulisse, Wasser, Steinmetzkunst...

    Der Git Git Wasserfall gilt als der schönste und berühmteste der Insel Bali, er ist 35 Meter hoch und sehr beeindruckend. Laut Gede ist er in der Regenzeit breiter und beeindruckender. Im Prinzip spricht das Bild für sich. Auf dem Weg zum Wasserfall runter haben wir aber einen niedlichen "Nackerpitsch" gesehen. Ein kleines nacktes Kind, in diesem Falle ein Mädchen, das von seiner Mutter gebadet wurde. Weils so putzig war, haben wir gefragt ob wir fotografieren dürfen...wir durften :). Tolle Badewanne!!!

    Wir hatten heute echt lange Strecken zu fahren. Bali hat zwar ein ausgebautes Straßennetz, aber die Straßen sind schmal und im Verkehr sind zwar definitiv mehr Roller als Autos, aber auch Autos gibt es genug. Man kommt in Bali nur langsam vorwärts. Gede konnte selten mehr als 50 km/h fahren, auch auf der Landstraße. Entweder war die Straße eine sehr steile und kurvige Serpentine oder eine schmale Straße mit viel Gegenverkehr und Baustellen, Sandhaufen, geparkten Rollern und hohen Bordsteinen. Zwischen zwei Besichtigungsstationen auf dem Berg hat er uns die Gewürznelken gezeigt. Die wachsen am Baum. Mit den deutschen Nelken (Blumen), haben die außer dem Namen nicht viel gemein.
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  • Day7

    Affenwald

    October 14, 2015 in Indonesia ⋅ ⛅ 27 °C

    Nach länger schlafen, frühstücken und faulenzen sind wir gegen 12:30 Uhr in Richtung Stadt aufgebrochen. Nachdem wir den ein oder anderen Shop von innen betrachtet haben und ein wenig Geld unter die Leute gebracht haben, waren wir irgendwann am Affenwald.

    Ich habe vorher gelesen, dass man beim Affenwald besser nachmittags kommen soll. Das hat zwei Gründe. Zum einen sind vormittags die Tagesausflügler drinnen, die mit den Bussen von außerhalb kommen. Zum anderen sind die Affen früh hungriger, frecher und deswegen auch angriffslustiger.
    Der Eintritt in den Affenwald kostet 30.000 IDR Eintritt pro Erwachsenen. Große Taschen und Rucksäcke sind da drinnen nicht erlaubt und man kann sie an der Kasse abgeben. Kostet nichts und man bekommt einen kleinen Abrißstreifen. Kurz nach dem Eingang war ein Stand mit Bananen. Ein kleiner Bund Bananen kostet 20.000 IDR, ein großer 50.000 IDR. Wir haben einen großen gekauft. Das Geld geht ja auch wieder in den Affenwald. Der große Bund waren 8 Babybananen...Sandra hat angefangen zu füttern und es gab ein paar nette Fotos. Ich habe mir 2 Bananen genommen um auch die Affen zu füttern. Als ich mir einen ausgespäht hatte den ich füttern wollte, habe ich gewartet bis dieser die Banane die er bereits hatte, gefressen hat...aber Teufel Affe (nicht Zufall) hat einfach im vorbeigehen die Banane aus meiner Hand geklaut. Ich habe mit rechts den Foto gehalten und den Affen, den ich füttern wollte angeschaut, während meine linke einfach so runter baumelte...das hat der Teufel Affe ganz fix ausgenutzt...und weg war die Banane. Gut..eine Banane hatte ich ja noch, doch ehe mir ganz klar war, dass die erste Banane schon weg war, war ich drauf und dran die andere auch noch zu verlieren. Denn schnell und unauffällig ist ein Affe an meinem linken Bein hochgeklettert. Ich hab mich ja für ganz schlau gehalten und den Arm mit der Banane in der Hand nicht mehr baumeln lassen, sondern höher gehalten. Endergebnis war, dass ich einen Affen auf der Schulter hatte, der aus meiner Hand die Banane gezogen hat. Und die zweite Banane war nun auch weg. Davon gibts übrigends Bilder...aber auf Sandras Foto, deshalb muss ich sie euch vorenthalten. Rotzfrech diese Affen.

    Bananenlos sind wir dann weiter im Affenwald spaziert und haben...Affen...fotografiert. Aber nicht nur, ein Teil des Affenwaldes könnte auch locker als Indiana Jones-Kulisse dienen...Indiana Jones und der rotzfreche Affe. Im Affenwald gibt es auch einen Tempel, da darf man aber nicht rein. Steinfiguren, Lianen, Luftwurzeln, riesige Gummibäume und Ficusse. Dazu noch Sonnenschein und spielende Affen. Kurz vorm Ausgang hab ich dann das freie WLAN entdeckt, mich hingesetzt und Bilder per WhatsApp verschickt. Ich hatte einen Fächer dabei, auf den hatte ich meinen Foto gelegt, damit der Fächer nicht "verschwindet". Tasche hatte ich umgehängt....und da hat plötzlich was an der Tasche gezupft...ein Affe hat ernsthaft versucht in meine Handtasche einzubrechen! Als ich ihn erwischt und geschimpft habe, hat er mir nur noch seinen Hintern gezeigt. Ein andere Affe fand wohl meinen Fächer interessant. Er war noch offen und der Foto lag ja drauf. Ein junger Affe hat am Griff gezerrt und ich hab ihn verscheucht und mit dem Fächer dann Luft zu gewedelt...dem Kleinen stand buchstäblich der Mund offen. Er hatte einen entsetzten und doch neugierigen Blick drauf. Dann ist er neugierig etwas näher gekommen und wollte wieder den Fächer haben..nach dem zweiten Luft zu wedeln ist er dann doch weggegangen. Das ganze war ihm wohl zu supekt.

    Abends sind wir noch mit meiner Cousine essen gegangen. War ein lustiger Abend.
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  • Day6

    Elefantenreiten

    October 13, 2015 in Indonesia ⋅ ⛅ 26 °C

    Ortszeit 20:37 Uhr und 29 Grad. Irgendwie ändert sich die Temperatur hier nicht. :)
    Nachdem es heute wieder so heiss war und wir wieder viel draußen mit einem Ausflugstag waren und ich wieder so geschwitzt habe und das eincremen mit Sonnencreme eigentlich für die Katz war...hab ich fett Sonnenbrand! :(

    Neue Infos, ich habe mal nachgefragt wie das ist wenn die Priesterin im Tempel ihre Tage hat und laut Mondkalender ein Gottesdienst gehalten werden muss. Sie hat dafür eine Vertretung!

    Nach dem Frühstück hat uns Gede abgeholt und wir sind zuerst zum Elefantenpark gefahren. Dort als erstes zur Kasse, Geld rausgezählt (mit den ganzen Nullen hier kann man sich echt fix verzählen) und einen 30-minütigen Ritt auf der Elefantendame Laura gebucht. Deutsche Tierschutzgewohnheiten muss man hier versuchen auszublenden. Da werden Affen allein im Käfig gehalten und haben nichtmal einen Stamm zum klettern drin. Dafür haben die Pfaue einen Baum im Käfig. Elefanten sind auf Bali nicht heimisch. Sie wurden wegen der Touristen eingeführt. Moralisch ist es eigentlich nicht richtig einen Elefantenritt zu buchen....aber Elefant!!! Wie nah komme ich nochmal an so ein Tier ran. Laura hat ja im Prinzip kein ganz so schlechtes Leben. Keine Wilderer, keine Raubtiere, regelmäßig füttern. Und zum Dank für den Ritt haben wir ihr auch noch 6 Tomaten spendiert.
    Der Ritt an sich ist sehr schwankend und wackelig. Wenn man da oben sitzt kommt einem der Elefant ja gar nicht so groß vor. Bis der Elefantenführer absteigt und dein Handy für Fotos will...dann fällt die Höhe auf. Gut Balinesen sind recht klein, aber ein Elefant ist trotzdem recht groß! Nicht nur im Vergleich zu einem Balinesen!

    Nächste Station war der Muttertempel (Pura Besakih), er liegt am Hang des Gunung Agung, eines aktiven Vulkans, der sich aber derzeit ruhig verhält. Es ist eine riesengroße Tempelanlage mit den üblichen drei Haupttempeln und sehr vielen Familientempeln. Als wir dort waren, war auch grade ein Gottesdienst. Ich durfte die Betenden fotografieren. Das ist nicht verboten. Gede hat mich auch aufgefordert. Auf Bali ist es warm. Hier sind die Tempel alle offen. Balinesen beten im sitzen im freien im Tempel. Es gab im Muttertempel ein Sonnendach und einige Betenden saßen im Schatten unter Büschen und Bäumen. Auf meine Nachfrage wie das in der Regenzeit ist, wenn es regnet...kam als Antwort egal...dann betet man im Regen. Ein Dach wird nur gegen die Sonne aufgestellt. Männer beten im Schneidersitz, Frauen knien und sitzen auf ihren Fersen. Sarong ist Pflicht! Das hat auch was mit Respekt zu tun. Egal ob Gläubiger oder Tourist. Gede hat immer welche dabei. Knie müssen bedeckt sein. Ich habe auch Sarong über langen Hosen gesehen. Mal ganz ehrlich..bei der Hitze ist der Sarong echt nicht übel...bei jedem Schritt bekommt man Wind an die Beine und die Luft zirkuliert. Männer tragen ihn genauso wie Frauen. Kulturell gesehen hätte ein Mann in Deutschland vermutlich durchaus ein Problem einen "Rock" zu tragen. Nicht alle, aber ein paar Kandidaten fallen mir schon ein :).
    Bali ist patriarchisch, es gibt zwar Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau..zumindest weitestgehend. Aber ein Teil hat sich nicht verändert. Wenn eine Frau heiratet, packt sie ihre Sachen und zieht beim Mann und seiner Familie mit ein. Bei Religion geht das noch etwas weiter. Heiratet eine balinesische Hinduistin einen Muslimen, wird sie (zumindest offiziell) dadurch Muslimin. Heiratet ein Balinese eine Christin, wird diese zur Hinduistin. Heiratet ein Christ hier eine Hinduistin und bleibt auf Bali, hat er durchaus Schwierigkeiten in die Gemeinschaft reinzukommen, da seine Frau ja plötzlich Christin ist. Das ist durchaus noch etwas altmodisch. Es wird auch nicht zwingend so ausgelebt. Aber das ist hier die übliche Weise.

    Nach dem Muttertempel ging es zur Fledermaushöhle mit dem Fledermaustempel. Fledermäuse sind ansich auf Bali keine heiligen Tiere, aber Tiere die in Tempeln wohnen werden als heilig verehrt. Die Höhle ist nicht sehr tief, aber eine Legende besagt, dass die Fledermaushöhle bis zum Muttertempel reicht (nein, beim Muttertempel gibts keine Höhle, die der Legende nach das andere Ende sein könnte).

    Durch unsere Gespräche über Sarongs und wie man sie richtig bindet und das sie ein echt praktisches Kleidungsstück..zumindest für die Frau...sind, ist Gede noch zu einer Batikfabrik gefahren, die unter anderem Sarongs herstellt. Dort kann man noch Hemden kaufen und Batikbilder, Schals und Tücher. Lange Rede kurzer Sinn...ich hab einen Sarong, Sandra zwei (einer als Souvenier) und ich hab noch 5 Meter wunderbaren Stoff gekauft...für eine Freundin die hoffentlich nicht den ganzen braucht, damit ich den Rest bekomme! Teurer kauflastiger Tag heute!

    Ein bißchen mehr drumrum. Wir fragten nach Benzin. Überall auf Bali kostet das Benzin das gleiche. Es gibt keine Preisschwankungen wie bei uns in Deutschland, wo zwei Tankstellen nebeneinander auch zwei verschiedene Preise haben. Der Liter kostet derzeit 7.500 Rupiah (IDR), das sind umgerechnet knapp 0,50 Euro. Es gibt aber auch Familientankstellen. Die Familien kaufen mehrere Liter an den großen Tankstellen (die nicht überall gut verteilt sind) und verkaufen das Benzin dann teuer weiter. Abgefüllt in Flaschen. Da schwankt der Preis zwischen 10.000 IDR und 20.000 IDR. Es wird von den Familien in ganz normale Flaschen umgefüllt und steht in einem Regal oder auch in einem Schrank am Straßenrand. Dieses Benzin ist für die vielen Roller gedacht. Elektroroller gibts hier (noch) nicht. Gede klang bei dem Thema zumindest skeptisch.

    Führerschein ist hier noch eine Sache. Es dauert einen Tag. Du machst hinter der örtlichen Polizeistation einen Test (ein bißchen Theorie und eine Runde auf dem "Parkplatz" fahren), wenn du den bestehst hast du den Führerschein. Im Klartext: Hier ist der Lappen...viel Glück! Roller darf man mit 17 fahren, Auto mit 18. Es gibt hier seeeehr jung aussehende 17jährige. Polizeitkontrollen gibt es auf dem Land so gut wie gar nicht. In der Stadt kommen sie schon vor. Theoretisch besteht hier auch Helmpflicht. In der Stadt sieht man mehr mit Helm, auf dem Land mehr ohne. Positiv ist...wenns dunkel ist fahren sie alle mit Licht! Zumindest hab ich noch keinen ohne gesehen.

    In die Schule kommen die Balinesen mit 6-7 Jahren. Es gibt eine allgemeine neunjährige Schulpflicht. Die Grundschule dauert 6 Jahre, danach 3 Jahre Mittelschule. Ähnlich wie früher bei uns (außer Gymnasium)...Hauptschüler und Realschüler bleiben bis zur 6. zusammen und ab der 7. gings dann in die Hauptschule oder Realschule. Wer noch studieren will, hängt 3 weitere Jahre in der Oberschule ran. Es gibt aber wenige Studenten. Studieren ist halt teuer. Ich habe noch wegen arbeiten nachgefragt. Es gibt hier eine 6 Tage Woche, Montag bis Samstag. Der Sonntag ist frei. Die Balinesen haben 12 Tage Urlaub im Jahr, da sind wir in Deutschland Gott sei Dank weiter.
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