Achtzehn fiese Rundkurse über Stock und Stein, achtzehn Varianten der Quälerei, genannt „Orbits“ warten über ganz Deutschland verteilt auf ausreichend masochistische Radfahrer. Ich bin einer davon. Welche Orbits werde ich bezwingen können?
  • Epilog: #11 Milky Way Mission Protokoll

    July 10, 2021 in Germany ⋅ ⛅ 18 °C

    🪐 #11 Milky Way Mission 🪐

    Als sich Commander Bastian diesen Morgen anschickt, auf der Milchstraße nach dem Rechten zu sehen, ahnt er noch nicht, dass sein Gefährt schon bald selbst in Gefahr geraten wird, manövrierunfähig im unendlichen Nichts zu treiben…

    Rückblende.

    Was tut ein altgedienter Orbiter, der seinen Shuttle nicht mehr für offizielle Missionen in eine neue Umlaufbahn schicken darf? Er ruht sich natürlich nicht auf seinem Ruhm aus: Er bekleidet ein Ehrenamt, um sein universales Wissen in den Dienst der All-Gemeinheit zu stellen!

    So wie sich Pamela in ihren roten Badeanzug pellt und als alte Baywatch-Häsin am Rande des tückischen Ozeans darauf wartet, unvorsichtige Schwimmer zu retten, genau so stopft Commander Bastian frühmorgens seinen etwas aus der Form geratenen Körper in seine atmosphärenblaue Orbit360-Uniform. Sorgsam streicht er das in vielen Galaxien ehrfürchtig respektierte Orbiter-Emblem glatt: Ein Planet mit einer ruppig eruptierenden Atmosphären-Halo, umkreist von einem Mond - und einem furchtlosen 360-Grad-Orbiter.

    Commander Bastian hat sich derzeit in den Dienst der „Milky Way Mission Squad“ gestellt, eine ehrenamtliche Nothelfer-Organisation, welche als intergalaktische „Seenotretter“ am Rande der Hamburger-Galaxie ausharren, um havarierte Cycler zu retten, die sich zu weit ins Nichts hinausgewagt haben. Wer nun nicht mehr aus eigener Kraft zurückfindet in den Schutz der galaktischen Sternenscheibe der Hamburger-Galaxis, der wird ans rettende Ufer der galaktischen Scheibe zurückgeschleppt - genau so wie eben Pamela Anderson, nur halt in galaktisch.

    🪐 Die Milchstraße🪐

    Über den „Milky Way“ halten sich hartnäckig viele Mythen.
    Viele glauben gar, die so genannte „Milchstraße“ sei eine Galaxie! Ich glaube, wir müssen mit diesem Fehlurteil gründlich aufräumen - indem wir uns in diesem Teil des Universums einmal kurz orientieren.

    Wir befinden uns im Einzugsgebiet der Hamburger-Galaxie: Sie sieht ein wenig aus wie ein aufgeschnittenes Sesambrötchen mit einer Scheibe Hackfleisch in der Mitte. Deshalb heißt sie auch so.
    Etwa zwei Millionen Sterne entwickeln zusammen eine weithin sichtbare Strahlkraft. Nicht alle davon sind große Leuchten, aber gemeinsam schicken sie ein weithin sichtbares Strahlen in die lichtlosen Tiefen des Universums. Um die Galaxie herum haben sich, wie um die Hüften eines leicht verwahrlosten Mittfünfzigers die Fettzellen, weitere Sternencluster angelagert: Sternenhaufen, - mit so klangvollen Namen wie Quickborn, Pinneberg, Schenefeld und Norderstedt -, bilden den deshalb so genannten „Speckgürtel“.

    Wenn man sich darüber hinausbewegt, beginnt schon bald das große Nichts. Nur vereinzelte Sterne glimmen einsam vor sich hin. Hierhin führen keine großen Hyperraumtrassen mehr. Wer hier von Stern zu Stern reisen möchte, muss Geduld haben!
    Nur der Starlightexpress AKN skatet ab und zu an einzelnen Sternen vorbei.
    Wenn ein Verkehrsmittel den Namen „Express“ trägt weiß man, dass warten angesagt ist. Findige Bewohner haben deshalb dort aus der Not heraus die „Wartebank“ erfunden: Man schickt ein Signal in den weiten Raum wohin man möchte, um mit Glück von einem vorbeieilenden Raumer per Traktorstrahl aufgelesen zu werden.

    Der große Entdecker und Raketenballistiker Christian Dietrich hat nun dereinst eine Route errechnet, wie sich diese einsamen Sterne in einem einzelnen Orbit mit akzeptablen Energieeinsatz umrunden und kreuzen lassen.
    Diese Route streift auch der Starlightexpress. Er hält notgedrungen an jedem noch so kleinen Sternensystem, quasi an jeder einzelnen Milchkanne.

    Voila: Willkommen auf der berühmten Milchstraße!

    🪐 Die Startsequenz 🪐

    Hamburger-Galaxie, Sternzeit 4:00.

    Der beste Einstiegspunkt in den Milky-Way-Orbit ist nur einen kurzen, samtigen Subraumsprung vom Zentrum der Galaxis entfernt - er lässt sich mit dem im Fachterminus als „Katzensprung“ bezeichneten Manöver flux erreichen. Der Lagrange-Punkt am Rande einer HVV-Expressroute ist eine Stelle, von der aus der Orbit gelingen sollte, der Stellingen-Punkt.

    „Hey Siri! Starte den Missionslog.“ „Missionslog gestartet.“

    Wade links und Wade rechts schalten auf Schub, die Beine werden vom Druck der Beschleunigung fest in die Pedale gedrückt. Um den Zugkräften der Beschleunigungssequenz standhalten zu können, hat sich Commander Bastian fest in den Pedalen verankert. Nur mit einer Notbewegung ließe sich diese Verbindung während des Fluges lösen….

    Die Mission steht scheinbar unter einem guten Stern: Während vor kurzem noch dichte stellare Wasserstoffwolken die Milchstraße unnavigierbar machten, sind heute nur feine Materiewolken detektierbar.

    🪐 Havarie in der Unendichkeit 🪐

    Doch schon im Volkspark-Sektor ist bei einem
    Swing-By-Manöver ein plötzlicher Schubwechsel vonnöten: Hinten Fluxkranz hochregeln, vorne auf Niederschub umschalten. Der Ionenkondensator heult und britzelt, die Ionenkette knirscht - STILLE.

    „Leutnant Uhura, Statusbericht!“
    „Es gab eine Interferenz zwischen vorderen und hinterem Fluxkranz. Wir haben einen gordischen Mondknoten in der Ionenkette - Wir können keinen Schub mehr auf den Ionenantrieb geben. Die Kette hat sich in eine Möbiusschleife gelegt.“
    „Wie kann sich eine Ionenkette in eine Möbiusschleife verwinden? Das ist physikalisch unmöglich!“
    „Wie Sie das genau hinbekommen haben, weiß ich jetzt auch nicht. Aber Sie HABEN es hinbekommen, Commander Bastian.“

    Commander Bastian überhört den arroganten Unterton in Uhuras Stimme. Techniker strahlen gerne eine leichte Arroganz aus, wenn sie Unwissenheit des Gegenübers wittern. Sie halten das für einen Ausweis von fachlicher Autorität. Leutnant Uhura hat ihr Diplom in Raketentechnik einst auf dem zweiten Bildungsweg erlangt; in fünf Abendkursen hob sie ihr Wissen raketengleich in ungeahnte Höhen. Seitdem kann sie Unwissenheit kaum ohne spitze Bemerkung ertragen.

    „Wie lösen wir das Problem?“
    „Möbiusband auftrennen, Ionenkette ausfädeln, neu einfädeln und wieder vernieten.“
    „VerNIETEN? Einfach nur VerNIETEN?“
    „Ja, ist halt keine Raketentechnik.“
    „Ach… nicht?“
    „Also, auch Raketentechnik ist halt … keine ääh, … Raketentechnik. Hier. Probier mal zu nieten.“

    Commander Bastian versucht sich im Halbdunkel am Ionenkettennieter. Irgendwo kullert ein Kettenröllchen in die Unendlichkeit. Also Kette einkürzen um ein Glied.
    „Geht doch!“

    Erneut Schub auf den Vortrieb…
    Der Orbiter bewegt sich mit neuer Geschwindigkeit in Richtung Elbe-Wasserstoffteilchenstrom.

    RRRRRRRRITSCH!!!

    „Was war das denn?“
    Die Ionenkette hat einen Teilchenströhmungsabriß erlitten und sich in einem unentwirrbaren Teilchenstrudeln um den Vortriebskranz gewickelt. Der Orbiter dümpelt manövrierunfähig im Nichts.
    „Nicht jede Niete kann nieten“ quittiert Uhura den erneuten Ausfall lapidar und hält Commander Bastian in einer betont teilnahmslosen Bewegung den Nieter unter die Nase.

    Commander Bastian möchte die Brocken schon hinwerfen und die Mission abbrechen und sich auf einer HVV-Expressroute zurück zum Heimatstern zurückbringen lassen, doch der Stolz ist größer.
    Nur keine Blöße geben!

    Es gelingt, nach einer mühevollen Kalibrierung des gesamten Schaltsystems, den Orbiter wieder auf Kurs zu bringen.

    🪐 Im Intergalaktischen Raum 🪐

    Der weitere Verlauf gestaltet sich relativ ereignislos, durchaus im positiven Sinne. Bis auf ein einzelnes Energiefeld, welches wie Treibsand im Getriebe das Fortkommen verlangsamt, ist der Milky Way ein hervorragend gescouteter Expressweg. So schwingt sich der Orbit von Milchkanne zu Milchkanne, die Gleichförmigkeit wird nur kurz unterbrochen von einem kurzen Stop im Bad-Bramstedt-System, um
    Proviant aufzunehmen.

    🪐 Das Schwarze Loch 🪐

    Die Monotonie des intergalaktischen Raumes schlägt irgendwann selbst dem erfahrensten Orbiter aufs Gemüt. Parsec für Parsec beginnt Commander Bastian die Restentfernung zum Startpunkt zu berechnen. Wie hinter dem Ereignishorizont eines schwarzen Lochs verschwindet die Motivation unseres erfahrenen alten Hasen im Nichts - wie von einem Staubsauger weggesaugt. Der Schub des Orbiters vermindert sich unmerklich und erreicht langsam die Reisegeschwindigkeit eines Kreuzfahrtschiffes in der Lagune Venedigs.

    „Sind wir bald da?“ ist ein Gedanke, der sich zunehmend unignorierbar in Commander Bastians Kopf penetrant um Aufmerksamkeit buhlend mit gespreizten Beine im Sessel lümmelt!

    🪐 Der Ritt auf der Quantenschleppe 🪐

    Plötzlich schält sich aus dem toten Winkel der Detektoren ein weiterer Orbiter aus der Dunkelheit des Alls.

    Mit atemberaubender Geschwindigkeit zieht er an Commander Bastians Raumkreuzer „Jenny Elbers“ vorbei, mit einem kurzen, knackigen „Hey, Hallo auch!“ auf der Grußfrequenz im Vorbeiflug gesendet.

    Mit einer plötzlichen scharfen Beschleunigung hängt sich Jenny Elbers hinter den Orbiter und nimmt Geschwindigkeit auf, bis sich der Kreuzer mit geringeren Energieaufwand im Schatten der Quantenschleppe in der Flugbahn des vorauseilenden Orbiters mitziehen lassen kann.

    Commander Bastian startet eine informelle Kontaktaufnahme über die Grußfrequenz.
    „Milky Way Mission?“
    „Jawoll.“
    Mehr Kommunikation ist nicht vonnöten. Zwei Mitglieder des Orbit360-Ordens erkennen sich anhand subtiler Zeichen und Codes - und an der ihnen eigenen verbissenen Eile.
    Die Kapitänin des Orbiters macht derweil keine Anstalten, ihre Geschwindigkeit zu drosseln oder gar eine weitere Konversation zu starten. Offensichtlich ist sie nicht bereit, ihren knappen Missionsplan einem Smalltalk mit einem abgehalfterten Orbiter AD zu opfern.

    Commander Bastians Ego ist plötzlich zu neuem Leben erwacht. Kann doch nicht sein, dass so ein Jungspund, noch dazu eine Frau (!!) ihm da den Schneid abkauft!

    Die Jenny Elbers gleitet in synchroner Geschwindigkeit hinter dem rasenden Orbiter hinterher. Die Kapitänin manövriert waghalsig wie ein Henker auf dem Weg zu einer Massenexekution - ungebremst jagt sie den Milky Way entlang!
    Unzählige kleine Shuttle, deren Freizeitkapitäne entspannt und ahnungslos zwischen den Sternen kreuzen, wissen nicht, dass sie das ungewollte Verkehrshindernis auf einer Expressroute darstellen. Die Kapitänin schickt Warnmitteilungen auf allen öffentlichen Frequenzen, sogar auf klingonisch, um ihrer Eile Nachdruck zu verleihen. „Hey! Hallooo! Platzda! KLINGELING!“

    Eilig manövrieren die kleinen Sternenkreuzer in letzter Sekunde beiseite.

    In einem irren Ritt durch die Unendlichkeit rasen die beiden Orbiter dem Ziel entgegen.

    Geschafft!

    Beide Orbiter zollen sich Respekt mit der Ghettofaust - dem Orbitersymbol höchsten Respekts.
    „Marion.“ „Jan.“ „Angenehm.“ „Ebenso.“

    „Wow, danke für Deine Quantenschleppe! Ohne Dich wäre ich auf der Strecke versackt!“
    „Nunja, eigentlich muss ich Dich vor dem Hohen Rat melden.“
    „Wieso?“
    „Du weißt schon, dass der Orbiterkodex untersagt, in der Quantenschleppe eines anderen Orbiters windschattenzufahren?“
    „Je nun. Ich wusste ja nicht, dass Du ein Orbiter bist.“
    „Spätestens als Du gefragt hast, wusstest Du es.“
    „Nun… ähm… greift hier nicht der Passus des so genannten ‚Trail Magic‘?“
    „Wir meinen?“
    „Nunja, Hilfe, dir einen durch Zufall auf der Strecke widerfährt, darf einem Orbiter zuteil werden.
    Magie der Strecke.“

    Der Kodex von Orbit360 war eigentlich ziemlich streng und eindeutig. Der Ruf der Orbiter rührte von ihrer Unerschrockenheit, ihrer Unbestechlichkeit und der Tatsache, dass sie alle Probleme aus eigener Kraft meisterten.
    Aber Commander Bastian war durchaus kreativ in der Auslegung von Regeln.
    Wie gut, dass er längst in Pension war!

    So konnte er nun gönnerhaft lächeln, hob sein Getränk um Gruß und ging von dannen in den Feierabend.

    Diese Marion würde ihm den Platz in den Büchern des Leaderboard streitig machen, das wusste er.
    Aber sein Alter gab ihm ein gewisses Maß an Gelassenheit.

    Sagte er sich.
    Read more

  • Epilog: #11 Milky Way Mission

    July 10, 2021 in Germany ⋅ ☁️ 15 °C

    Routenbeschreibung „Milky Way Mission“

    Ausgehend vom nördlichsten Punkt der Route im Uhrzeigersinn folgend befindet ihr euch in Bad Bramstedt, einem bis knapp über die Stadtgrenzen hinaus bekannten Moorheilbad.
    Hier findet ihr viele Möglichkeiten, Essen und Trinken aufzunehmen.

    Aus der Stadt heraus geht es Richtung Osten über kleine Straßen und Waldwege recht flüssig und unspektakulär bis nach Sülfeld, am östlichsten Punkt der Route. Hier lenkt ihr einmal scharf rechts ein und biegt auf einen alten Bahndamm – macht es euch auf dem Auflieger bequem, es geht einige Zeit auf einem glatten Schotterweg immer schön geradeaus.

    Kurz vor Henstedt biegt ihr dann Richtung Süden bzw. Richtung Hamburg ab. Langsam steigt dann auch wieder die Zivilisationsdichte, die recht einsamen Wege in Schleswig-Holstein habt ihr hinter euch. Auf hübschen Gravelpassagen, die sich mit Straßenabschnitten abwechseln, rollt ihr nun in Richtung Hamburger Volkspark.

    Hier findet ihr einen guten Einstiegspunkt in die Route, an der S-Bahn-Station Stellingen. Dort gibt es einen Bäcker und einen gut bestückten DB-Shop, bei dem ihr euch nach der Tour mit einem kühlen Getränk belohnen könnt.

    Von dort aus geht es durch den Hamburger Westen, durch ein paar Parks bis runter zur Elbe, wo es das einzige mal auf der gesamten Route etwas hügeliger wird. Von dort aus geht es Richtung Klövensteen und Holmer Sandberge.

    Hier wird es das einzige mal und nur kurz, technisch, wenn ihr über den “Katastrophentrail” rollt und anschließend (mit leichtem Gang und immer schön Druck auf’s Pedal) ein paar Meter durch den weichen Sand pflügt.

    Sobald ihr das geschafft habt, fahrt ihr abwechselnd auf einfachen Wald-und Wiesenwegen, Straßen, Schotterpisten bis zum nördlichsten Punkt in Bad Bramstedt.

    194km
    Distanz
    700m
    Höhenmeter

    Highlight

    Hohe Berge, weite Täler, klare Flüsse, blaue Seen. Dazu ein paar Naturschutzgebiete. Alles wunderschön.

    Gravel
    45%
    Asphalt
    40%
    Singletrack
    15%
    Fahrbare Zeit
    99%
    Hike Bike
    1%

    Schwierigkeitsgrad 2 von 10
    Read more

  • … und wofür das alles???

    July 2, 2021 in Germany ⋅ ⛅ 22 °C

    … für einen flüchtigen Augenblick Ruhm.
    Immerhin in einem Teilnehmerfeld von 500 Konkurrenten.

    Bernd Axthelm

    Kannst du einem Unwissenden wie mir erklären, was genau dabei der Wettbewerb war?

    7/3/21Reply
    Jan Bastian

    Klar, Bernd! Es gibt in Deutschland 18 Rundkurse, genannt Orbits. Zwischen 150 - 210km Länge, 1000 - 4500 Höhenmeter. Der Wettbewerb geht von 28. Mai bis Ende August. Es sind derzeit etwa 500 Teilnehmer. Für jeden gefahrenen Orbit gibt es 500 Punkte. Für den dritten, sechsten und achten Orbit gibt es jeweils noch mal je 1000 Punkte glaube ich. und dann gibt es je Orbit noch für die ersten 100 schnellsten Fahrer jeweils gestaffelt Leaderboard-Punkte. Gewertet wird die Gesamtzeit inklusive Pausen. Es zählen die ersten acht gefahrenen Orbits. Alle weiteren sind Privatvergnügen.

    7/3/21Reply
     
  • Day9

    Latte steht.

    June 30, 2021 in Germany ⋅ ☁️ 15 °C

    Was gibt es Schöneres als Reiseabschluss, als eine Luxusdusch-Party auf einem Autohof. Man will ja nicht wie ein überfahrener Landstreicher vor der eigenen Frau erscheinen!

    Dann noch schnell ein Frühstück an der Araltankstelle geordert.
    Noch während ich für meine Dienstleistung bezahlt habe, ruft mir die junge Mitarbeiterin die aufmunternden Worte zu:
    „Buttercroissant liegt, Latte steht!“

    Danke für die Info.
    Read more

  • Day8

    #10 Eleven Earths - Missionsprotokoll

    June 29, 2021 in Germany ⋅ 🌧 16 °C

    🪐 Eleven Earths - Missionsprotokoll 🪐

    Als die jüngst übermittelte Subraum-Transmission aus dem Funkraum unter der Crew des Intergalaktischen Raumers „Caddy“ die Runde machte, brach Unruhe und Hektik unter der Mannschaft aus. Die Nachricht traf alle wie ein hinterrücks auf den Schädel geführter Hammerschlag!

    Doch treten wir einen Schritt zurück, um die knifflige Lage des Sternenkreuzers in seiner Gänze zu begreifen…

    Das Forschungsschiff schickte sich gerade an, den Orbit im Sternensystem „Gäu“ anzusteuern. Für den Forscherdrang war dieses von hohem Interesse: Es befand sich recht abgelegen außerhalb des oberen Spiralarms der Bayan-Galaxie - im Ober-Bayan.
    Isoliert und einsam durcheilte es das weite All; weswegen es auch oft „All-Gäu“ genannt wurde.

    Da erreichte den Commander eine interstellare Unwetterwarnung: Ein Meteoritenregen näherte sich der Region, ein Meteoritenstarkregen aus Wassereismeteoriten! Zudem jagten hochenergetische Gammablitze durchs All auf die Region zu. Wenn so eine Wetterlage einen Orbiter ohne Schutzschild trifft - dann war es das! Diesem Risiko wollte Commander Bastian seine Crew nicht aussetzen.

    Er konsultierte seine erfahrene Stellarnavigatorin Andrea Seiermann nach lohnenden Zielen, die sich innerhalb eines Wurmlochsprungs erreichen ließen.

    „Andrea, welche Welten können wir in der uns verbleibenden Missionszeit noch erreichen?“
    „Wie wäre es mit der Odenwelt?“
    „Andrea, ein brillianter Vorschlag!“

    Die Odenwelt.
    Die Odenwelt war ein ganz herausragendes Sternensystem: Es beherbergte gleich elf erdenähnliche Planeten in der habitablen Zone, die „Elf Erden“. Alle elf beherbergten Leben. Die Odenwelt war quasi das galaktische Galapagos-Archipel. Es war so entrückt schön, dass unzählige Oden über diese Welt geschrieben und gesungen wurden. Deshalb nannte man sie die Odenwelt.

    Wie elf Gipfel ragten die Planeten aus dem leeren, dunklen Tal der kosmischen Unendlichkeit heraus.
    Vielleicht war das der Grund, warum ihr Entdecker den elf Welten solch seltsame Namen gab:

    Stiefelhöhe, Hardberg, Stillfüssel, Gaderner Höhenrücken, Köpfchen, Hart, Krehberg, Neunkirchener Höhe, Salzlackenkopf, Katzenbuckel und Königstuhl.

    Nunja. Der Entdecker hat halt das Recht der ersten Nacht, was die Namensgebung angeht.

    Das schöne an den Elf Erden ist, dass sich alle mit der Energie eines vollgetankten Orbiters erkunden lassen: Man kann sich mit sehr langen, flachen Anstiegen in die Umlaufbahnen schieben.
    Die zwei Triebwerke Wade links und Wade rechts werden nur selten jenseits der technischen Sicherheitstikeranzschwelle hochgefahren, aber dafür laufen sie permanent auf energieintensivem Dauerschub und verbrennen dabei ungemein viel Energie.

    Im Gegenzug muss stets mit voller Schubumkehr der Bremsraketen die Schußfahrt in Richtung Planetenoberfläche abgebremst werden. Fällt hier auch nur eine Bremsrakete kurzfristig aus, bedeutet dies das tödliche Zerschellen des Orbiters am Grunde des Planeten - oder ein Verglühen der gesamten Kapsel in der Atmosphäre zu einem Klumpen Metall - mit organischen Einsprengseln vom Fahrzeugführer.

    Wir beginnen unser Abenteuer in der größten Siedlung des Archipels. An diesem Ort gewinnen die Einwohner aus einer sehr fruchtigen Beere ein berauschendes, Ethanol enthaltenes Getränk. An steilen Hängen wird die so genannte Heidel angebaut - deshalb heißt der Ort auch Heidelbeer.
    Selbst die Behausungen sind oft aus rotem Stein gebaut - rot wie die gepresste Heidelfrucht.

    Der Trank der Heidelfrucht wird in einem großen Tank gelagert, wo die gesamte Ernte abgegeben werden muss.
    Dies weckt natürlich Begehrlichkeiten bei vielen Bewohnern. Deshalb wird der Tank auch hinter einem dickwandigen Schloß auf einem gut zu bewachenden Berg gelagert: Dem berühmten Heidelbeer-Schloß.
    Durch den Ort fließt ein Fluß, der ganz nach der Trinktradition der Einwohner „Nektar“ heißt.

    Heidelbeer ist ein beliebter Ort für Gelehrte und Gelehrige aus dem gesamten Kosmos. Sie kommen hierher, um Astroökologie, Biologie und Terraforming zu studieren. Manche munkeln, dass sich die Mehrheit ihren Studienort vor allem nach der Verfügbarkeit des Heidelweins ausgesucht hat.

    Hier starten wir also unser Abenteuer.
    Wir navigieren unseren Lander in einen der sehr engen in den Berg getriebenen Hangars. Zwischen den Bergflanken gelegen hat Heidelbeer eigentlich kaum Platz für interstellare Lander, weswegen statt ausgedehnter Landefelder überall sehr beengte Tiefhangars angelegt wurden.
    Wir schaffen es, den Lander ohne Blechschäden durch die engen Röhren in die Parkposition zu navigieren und ziehen am Kontrollposten eine Landebescheinigung nach Stellarport-Gebührenverordnung.

    Der Orbiter wird in Startposition gebracht und mit dem benötigten Proviant beladen. Es geht los!

    Während wir den ersten elliptischen Anstieg zur ersten Erde vollziehen, erreicht uns die schicksalhafte Nachricht. Man muss wissen, dass diese Crew bereits aus neun Orbits sehr interessante Ergebnisse veröffentlicht hat. Wie bei allen wissenschaftlichen Erkenntnissen haben dies erst ihren Wert, wenn sie in einem anerkannten wissenschaftlichen Organ publiziert werden. Manche kennen beispielsweise „Nature“ oder „Lancet“, aber für Orbiter heißt diese Publikation „Leaderboard“.
    Nur: Die Ergebnisse erschienen einfach nicht!

    Also kontaktierte Commander Bastian, in seinem wissenschaftlichen Stolz gekränkt, auf der reservierten Frequenz „ORBIT-CC“ das Einsatzzentrum. Nach und nach erschienen die Ergebnisse, lückenhaft, im Leaderboard.
    Tief gekränkt und in seiner Achtung verletzt funkte Commander Bastian erneut die Einsatzzentrale an.

    Die unerwartete Antwort kam als Subraum-Transmission zur Unzeit:
    „Raphael hier, Orbit-Einsatzzentrale. Vielen Dank für Euren Einsatz! Wir haben jetzt acht Missionen offiziell unterstützt. Wir können keine weiteren Missionen mehr werten. Alle Ergebnisse die Ihr nun sammelt, sammelt ihr privat.“
    „Ja aber… wie schaut es aus mit der Mission Apollo Alpen…“
    „Du, Sorry, wir haben noch etliche andere Orbiter zu betreuen, wir sind hier notorisch unterbesetzt. Ihr seid jetzt auf eigene Faust unterwegs. Viel Glück!“
    „Ja aber…“
    *KRSCHSCHRSCHKRRRZZZZ!!!*
    „Oh sorry, schlechter Empfang…“
    * KRSCHSCHRSCHKRRRZZZZ*

    Das war’s.
    … und?
    Gar nicht so schlecht.
    Ein Stein fiel allen vom Herzen. Erst jetzt wurde der Mannschaft klar, unter welchem Zeitdruck sie alle gestanden hatten, die Missionen in möglichst schneller Zeit zu absolvieren.
    Was gab es Schöneres, als die elf Welten privat und ohne Eile zu genießen? Frohen Mutes zündeten wir die Triebwerke, Wade links und Wade rechts.

    — Fortsetzung folgt —
    Read more

  • Day8

    #10 Eleven Earths

    June 29, 2021 in Germany ⋅ ☁️ 14 °C

    Routenbeschreibung Eleven Earths

    Eleven Earths – das sind die elf höchsten Berge des Odenwalds, die auf diesem Orbit allesamt besucht werden. Vom Start mit Blick auf das Heidelberger Schloss ausgehend, geht es erst einmal steil hinauf zum Weißen Stein, der Radfahrer jeder Couleur anzieht. Über größtenteils gut ausgebaute Forstwege, geht es dann zu den ersten drei Gipfeln Stiefelhöhe, Hardberg und Stillfüssel – zwischendurch könnt ihr sogar einem goldenen Buddha winken.

    Nach der rasanten Abfahrt nach Wald-Michelbach geht es über den Gaderner Höhenrücken auf schnellem Untergrund, gesäumt von Skulpturen am Wegesrand und mit einem spektakulären Ausblick hinauf zur Tromm. Auf der Abfahrt nach Rimbach wird es kurz etwas technisch, dafür kann man sich im Ort am Süßigkeitenautomaten zu jeder Tag- und Nachtzeit ein Leckerli als Belohnung ziehen! Der idyllische Anstieg zum Krehberg ist auch eine Belohnung. Auf dem Weg zur Neunkirchener Höhe wartet noch ein Anstieg durch den Wald, der es in sich hat, dafür rollt die Abfahrt entspannt durch den Wald.

    Die ersten sechs der elf Gipfel sind geschafft und es liegt ein abwechslungsreicher Streckenabschnitt vor uns: Mit einem etwas technischeren Abschnitt über eine Bergkuppe, dem Marbacher Stausee, imposanten Viadukten, dem gemächlichen Anstieg nach Bullau und dem malerischen Eutersee (der zu einem erfrischenden Bad einlädt!) ist für jeden Geschmack etwas dabei. Der Anstieg auf breiten Waldwegen zum Salzlackenkopf lohnt sich dreifach!

    Der Hart und der Markgrafenwald können ohne große Umwege direkt mitgenommen werden. Von dort ist es nicht mehr weit zum Katzenbuckel, dem höchsten Gipfel des Odenwaldes, wo außerdem eine Aussicht auf euch wartet, auf der ihr mit etwas Muße fast alle Höhepunkt des Orbits überblicken könnt. Also, tief durchatmen und ab zur Burgruine Eberbach, wo die Zeit hoffentlich für ein Foto zwischen den überwucherten Mauern reicht – und für ein Eis im Ort.

    Kurze Verschnaufpause am Neckar entlang, bevor wir durch den Wald eine Neckarschleife abkürzen. Endspurt! Der letzte der elf Gipfel, der Heidelberger Hausberg Königstuhl, will von euch bezwungen werden. Die Reserven werden garantiert geleert, doch der einmalige Ausblick über Heidelberg in die Rheinebene ist alle Strapazen wert.

    Ihr könnt von hier oben die Stelle schon sehen, an der sich der Orbit zum Kreis schließt, also ist es Zeit, noch eine letzte Abfahrt zu genießen!

    203km
    Distanz
    4,600m
    Höhenmeter

    Highlight

    Wer alle Highlights des Odenwald-Orbits mitnehmen will, braucht eine Badehose, Räucherstäbchen und ein wenig Kleingeld – denn neben vielen Aussichtstürmen, einer Burgruine und den schönsten Ausblicken, die der Odenwald, das Neckartal und die Rheinebene zu bieten haben, gibt es an der Strecke einen idyllischen See, einen buddhistischen Tempel und als besonderes Schmankerl einen Süßigkeitenautomaten.

    Gravel
    52%
    Asphalt
    45%
    Singletrack
    3%
    Fahrbare Zeit
    98%
    Hike Bike
    2%
    Read more

  • Day7

    Mission „Schuh“

    June 28, 2021 in Germany ⋅ ⛅ 28 °C

    Nachdem der Bremsbelag der Fußbremse, genannt Sohle, sich in einen Klumpen Gummi-Schaumstoff-Gekröse verwandelt hat, wird ganz Bayern nach Ersatz abgeklappert.

    Die Bemerkung der Verkäuferin „Diese Schuhe haben wohl schon viel erlebt“ macht mir zwei Dinge klar:

    Erstens. Die Schuhe sind fast 25 Jahre in Gebrauch.
    Zweitens. Die Schuhe sind älter als ich mich wähne, wenn kein Spiegel in der Nähe ist.
    Read more

  • Day6

    #9 Apollo Alpen - Missionsprotokoll

    June 27, 2021 in Germany ⋅ ⛅ 25 °C

    🪐 Apollo Alpen 🪐

    Missionsprotokoll, Erkundungsflug Apollo 21, Codename „Alpen“.

    Als die Kapsel sich unter dem Druck der zwei Schubraketen „Wade links“ und „Wade rechts“ druckvoll in den Orbit hob, konnte noch niemand ahnen, dass diese Mission in ihrem Gelingen auf Messers Schneide stand…

    Der Countdown verlief noch ohne Komplikationen; um drei Uhr Ortszeit wurde das Astronautenteam geweckt, ließ den First Call jedoch ungenutzt verstreichen. Allein dieser Laisser-faire hätte die Missionskontrolle aufmerken lassen sollen! Trotz allem begann der Ausrüstungscheck um vier Uhr und die Beladung des Erkundungsmoduls wurde im Zeitplan abgeschlossen - Immerhin kam jetzt der Mission die Erfahrung einer Crew zugute, die bereits acht Orbits erfolgreich umkreist hatte!

    Pünktlich um 5:45 Uhr konnte der Bodenkontrolle in Lenggries erfolgreich der Start in den Orbit vermeldet werden.

    Doch schon bald war erkennbar, dass sich eine gewisse Unlust in der Crew eingeschlichen hatte, das anvisierte Pensum im zugegeben sehr straffen Zeitplan möglichst schnell umzusetzen.
    Stattdessen fing Commander Lisa Buddenberg an, stets hinab in die Stratosphäre zu zeigen, wo sich ein atemberaubendes Panorama vor den Sichtfenstern der Kapsel auftat.

    Statt sich auf die Mission zu konzentrieren, hingen alle an den Fenstern und ließen ihre Jobs ruhen!

    Schaut, der Sylvensteinspeicher! Da ist die Isar! Atemberaubend, oder? Als der Ferchensee ins Blickfeld trat, ein Panorama wie im Himmel, fiel der Crew nichts besseres ein, als eine kleine Badepause einzulegen. Die Zeit verstrich.

    Auf Höhe der Zugspitze legte das Erkundungdmodul dann planmäßig erheblich an Höhe zu. Alle waren plötzlich hoch konzentriert! Doch der Aufstieg verbrannte ungewöhnlich viel Treibstoff. Zudem fiel plötzlich der rechte Booster „Stiefel“ komplett aus: Die Schubsohle hatte es aufgrund der Belastung komplett zerlegt. Mangels Reparaturequipment mussten alle weiteren Anstiege der Kapsel nun ohne Booster gelingen.

    Die nun folgenden Abstiege brachten die Bremsraketen an ihre Belastungsgrenze - sie mussten im Laufenden Betrieb nachjustiert werden. Vorangegangenene Missionen hatten die Erfahrung gesammelt, dass defekte Bremsraketen das sofortige Aus einer Mission bedeuten können!

    Bereits nach diesem Manöver war die Crew an das Ende ihrer Belastungsgrenze gelangt. Da war auch nicht hilfreich, dass sich die Atmosphäre mittäglich erhitzte. Commander Buddenberg verordnete folglich auf Höhe Garmisch Partenkirchen der Gesamten Mannschaft: Waffelpause! Mit Blaubeeren und Latte Macchiato.

    Diese Pause hob die Moral erheblich. Doch verschwieg ihr Commander nicht irgendetwas?
    Tatsächlich musste die Kapsel erneut in ungeahnte Höhen katapultiert werden. Über einen legendär langen und zähen Anstieg kämpfte sich das Modul langsam rüttelnd in die höchsten Atmosphärenschichten vor. Für diese Extrembelastung war die Kapsel eigentlich nicht konzipiert gewesen. Die Erschöpfung der Mannschaft war mit Händen greifbar! Der Schweiß rann… leider wurden bei diesem Manöver auch die letzten Reste Treibstoffreserven verbrannt - die Tanks waren leer.

    Beim folgenden Abstieg schotterte das Modul durch die Luftschichten wie ein Mountainbike über grobe Steinbrocken. Der erschöpfte Geist halluzinierte Glockengeläut, grüne Wiesen und mit muhende Kühe herbei. Erstaunlich, welche Bilder ein erschöpfter Geist erzeugt! Commander Buddenberg versuchte die Crew aufzumuntern mit einem lockeren Spruch: „Schotter is not the only gravel!“
    Keine Ahnung, was sie damit sagen wollte.

    Plötzlich rüttelte es und die Kapsel taumelte in einem steilen Abstieg zwischen den Luftschichten! Es knirschte wie Geröll auf Autoblech und das Gefährt überschlug sich. Alle konnten sich mit letzter Kraft an irgendwelchen Kabeln festhalten und den Sturz ins Nichts verhindern.
    Statuscheck.
    Das Modul war schwer beschädigt worden. Ab diesem Zeitpunkt wurde die Lage kritisch!
    Plötzlich grollte es in der Ferne und das Firmament verdunkelte sich. Die Kapsel befand sich noch immer in einem kritisch hohen Orbit, als sich ein ausgedehntes Feld atmosphärischer Störungen in Eiltempo auf die Kapsel zubewegte. Die zu erwartenden elektrischen Entladungen konnten die gesamte Crew grillen und ins Jenseits befördern.

    Was war zu tun?

    „Bodenstation, hier ist Apollo 21!“
    „Bodenkontrolle hört.“
    *Husten*
    „Wir haben ein Problem!“
    „Welcher Art ist das Problem?“
    „Wir rasen auf ein Feld atmosphärischer Störungen zu und haben noch zu viel Höhe!“
    „Macht, dass ihr da runterkommt! Schnell!“
    „Aber wir haben alle Energiereserven aufgebraucht!“
    „Was? Jetzt schon? Leitet die Notlandung ein! Kommt da runter! Brecht im Zweifel die Mission ab!“

    Mission abbrechen? Das kam gar nicht infrage.
    Es wurden noch mal die Reservetanks mit Sonderfreigabe geöffnet, und der letzte Schub trug die Kapsel mit ungeahnter Kraft hinab.
    Nur an einem letzten unerwarteten Aufstieg wäre die Moral der Mannschaft fast noch zerbrochen.

    Doch die Katastrophe konnte abgewendet werden: Die gesamte Crew landete unversehrt wieder am Startplatz. Die Mission konnte noch vor Sonnenuntergang beendet werden - schweißnass, ohne Schuhe, mit defektem Modul, aber erfolgreich.
    Read more

    Bernd Axthelm

    Welch phantasievoller Bericht über einen Tag voller Hindernisse! Viele schöne Bilder aus Oberbayern sagen mir, dass wir dort mal wieder Urlaub machen sollten (allerdings zum Wandern, das ist etwas weniger herausfordernd) Wir waren dreimal am Schliersee, ganz in der Nähe deines derzeitigen Standortes. Weiterhin gute Fahrt! 😊

    6/28/21Reply