About Japanese green tea
17 oktober 2023, Japan ⋅ ☀️ 23 °C
Geschrieben von Maike
Heute habe ich Teestadt Uji in der Nähe von Kyoto besucht, welche für ihren grünen Tee bekannt ist. Doch was zeichnet eigentlich japanischen Grüntee aus? Und wie unterscheidet er sich von anderen Teesorten?
Die typischsten japanischen Grünteesorten sind Sencha (am meisten getrunken), Gyokuru, Matcha, Bancha, Hojicha und Genmaicha. Alle diese Grünteesorten werden aus der Teepflanze der Pflanzenart Camellia Sinensis (Gattung Kamelien) gewonnen.
Gyokuru und Matcha werden im Gegensatz zu Sencha und Bancha im Schatten angebaut, und haben daher einen aufwändigeren Anbauprozess hinter sich. Daher gehören sie auch zu den wertvollsten und teuersten Teesorten. Diese im Schatten gewachsenen Grüntees haben im Gegensatz zu den in der Sonne gewachsenen Grünteesorten einen süßen Umami-Geschmack. Der Schatten wird erzeugt, indem über den Teeplantagen mit Heu bedeckte Bambusmatten aufgespannt werden. Das in den Pflanzen enthaltene L-Theanin wird unter Sonneneinstrahlung normalerweise in Catechine umgewandelt. Durch den Schatten wird die Catechin-Produktion in der Teepflanze jedoch reduziert, sodass durch das L-Theanin der Umami-Geschmack im Matcha und Gyokuru entfalten kann. Gyokuru wird im Herstellungsprozess gerollt, sodass er am Ende wie längliche, kleine, dunkelgrüne Teenadeln aussieht. Matcha wird aus den getrockneten, ungerollten und im Schatten gewachsenen Tencha-Blättern in einer Stein-Mühle in feines Puder gemahlenen. Früher wurde dies noch per Hand gemacht, wohingegen diese Mahlmaschinen heutzutage meist elektrisch betrieben sind.
Sencha, Bancha, Hojicha und Genmaicha sind in der Sonne gewachsene Teepflanzen, welche wie schon erwähnt im Gegensatz zu den Schatten-Grüntees mehr Catechin enthalten. Ihr Geschmack ist daher weniger umami, sondern frisch und aromatisch. Dabei ist Sencha der in Japan im Alltag am meisten getrunkene Tee und kann je nach Qualität ebenfalls einen leichten Umami-Geschmack haben. Eine etwas geringere Qualität als der Sencha hat der größer-blättrige Bancha, welcher aus der zweiten Pflückung der Teepflanze (nach der Sencha-Pflückung) geerntet wird. Wird Sencha geröstet bzw. mit gerösteten Reiskörnern gemischt, so erhält man Hojicha bzw. Genmaicha.
Der Herstellungsprozess des Grüntees ist nach der Ernte der im Schatten oder in der Sonne gewachsenen Camellia Sinensis ähnlich: Zuerst werden die Teeblätter gedämpft, um den Oxidationsprozess zu stoppen und deren frischen, aromatischen Geschmack so weit es geht beizubehalten. Danach werden die gedämpften Blätter auf einer warmen Platte getrocknet. Während dieses Trocknungsprozesses werden die Blätter (früher noch mit der Hand) gerollt und geknetet, damit sich die Aromen entfalten können (Ausnahme: Tencha-Blätter für Matcha werden nicht gerollt, sondern nach dem Trocknen zu Puder gemahlen). Da während des langen Roll- und Knetprozesses immer noch Feuchtigkeit in den Blättern enthalten ist, werden sie am Ende nochmals auf einer Platte verteilt, bis sie vollständig getrocknet sind. Unter kühlen und dunklen Lagerbedingungen halten sich die Teesorten lange und verlieren ihr Aroma nicht so schnell. (Daher: Stellt euren grünen Tee gern in einer nicht-transparenten Box in den Kühlschrank, wenn ihr noch lange das volle Grüntee-Aroma genießen wollt! 😉). Im Gegensatz zu Oolong-Tee und Schwarztee werden alle japanischen Grünteesorten also nicht fermentiert.
Was ich noch sehr spannend fand: Der wertvolle Gyokuru kann zu Beginn mit 40 °C Wasser aufgegossen werden, und dann bis zu 10 weitere Aufgüsse vertragen. Mit jedem Aufguss kann die Wassertemperatur um 10 °C stufenweise bis 100 °C erhöht werden. Zu Beginn sollten dabei jedoch noch nicht alle Gyokuru-Blätter mit Wasser bedeckt sein. Mit jedem Aufguss können mehr und mehr Teeblätter bedeckt werden. Gyokuru wird meist aus winzigen Teekannen und Teetassen (Größe eines Schnaps-Glases) zu besonderen Anlässen getrunken, um den Wert dieser Teesorte zu betonen.
Kyoto und das südliche Uji sind wegen ihres geeigneten milden Klimas der Ursprung japanischen Grüntees („Uji-Tee“). Schon im 13. Jahrhundert begann die Grüntee-Trink-Kultur in Japan: Der buddhistische Mönch Eisai führte neben dem Zen-Buddhismus auch den Grüntee in Japan ein, indem er einige Samen der Camellia Sinensis aus China mitbrachte. Er beschäftigte sich mit den Anbaumethoden und den gesundheitsfördernden Prozessen von grünem Tee, sodass dieser sich nach und nach in ganz Japan verbreiten konnte. Das Genießen des Grüntees Matcha wurde im Zen-Buddhismus auf besondere Art und Weise durch die Entwicklung meditativer Teezeremonien zelebriert, die bis heute noch fest in der japanischen Kultur verankert sind.
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English version
Today, I visited Uji – the city of tea near Kyoto, which is famous for its Japanese green tea. But what actually is Japanese green tea? And how does it differ from other teas?
The most typical Japanese green teas are Sencha (most commonly drunk), Gyokuru, Matcha, Bancha, Hojicha and Genmaicha. All these types of green tea are harvested from the tea plant of the plant species Camellia Sinensis (genus Camellia).
Gyokuru and Matcha are grown in the shade, unlike Sencha and Bancha, and therefore demand a more complex cultivation process. They are also among the most valuable and expensive teas. These shade-grown green teas have a sweet umami flavor, unlike the sun-grown green teas. The shade is built by spanning bamboo mats covered with hay over the tea plantations. Normally, sunlight converts the L-theanine contained in the plants into catechins. However, the shadow prevents this process of catechin production, allowing the staying L-theanine to develop the umami flavor in matcha and gyokuru. During the manufacturing process, Gyokuru is rolled so that it looks like elongated, small, dark green tea spikes in the end. In contrast, Matcha is made from the dried, unrolled tencha leaves grown in the shade and ground into fine powder in a stone mill. In the past, this was done by hand whereas nowadays these grinding machines are mostly electric.
Sencha, Bancha, Hojicha and Genmaicha are tea plants grown in the sun. As already mentioned, they contain more catechin in contrast to the shadow-grown green teas. Their taste is therefore less umami, but fresh and aromatic. At the same time, Sencha is the commonly drunk tea in Japan in everyday life and. Depending on the quality, it can also have a slight umami taste. The larger-leaved Bancha has a slightly lower quality than Sencha as it is commonly the second picking of tea leaves after sencha-picking (same plant). If Sencha is roasted or mixed with roasted rice grains, Hojicha or Genmaicha is made.
After harvesting leaves of Camellia Sinensis, the green tea manufacturing process is similar: First, the tea leaves are steamed to stop the oxidation process and retain their fresh, aromatic flavour as much as possible. Second, the steamed leaves are dried on a warm table. During this drying process, the leaves are rolled and kneaded (in the past by hand) to allow the flavors to develop (exception: tencha leaves for matcha are not rolled, but ground into powder after drying). Since there is still moisture in the leaves during the long rolling and kneading process, they are spread again on a table at the end until they are completely dry. With cool and dark storage conditions, teas are preserved for a long time and do not lose their aroma so quickly. (So don’t forget to put your green tea in a non-transparent box in the fridge if you want to enjoy the full green tea flavor for a long time! 😉) Unlike oolong tea and black tea, all Japanese green teas are not fermented.
Another interesting fact: The valuable Gyokuru can be infused with 40 °C water at the beginning, and after that until 10 more times. With each infusion, the water temperature can be gradually increased by 10 °C up to 100 °C. For the first infusion, not all Gyokuru leaves should be covered with water. With each infusion, more and more tea leaves can be covered. Gyokuru is usually drunk from tiny teapots and tea cups (size of shot glasses) on special occasions to emphasize the value of this type of tea.
Kyoto and southern Uji are the origin of Japanese green tea ("Uji tea") because of their suitable mild climate. Japanese green-tea-drinking-culture already began in the 13th century: The Buddhist monk Eisai not only introduced Zen Buddhism to Japan, but also green tea by bringing some seeds of Camellia Sinensis from China. He studied the cultivation methods and health-promoting processes of green tea, allowing it to gradually spread throughout Japan. Enjoying Matcha-tea was celebrated in Zen Buddhism in a special way by the development of meditative tea ceremonies, which are still firmly anchored in Japanese culture until today.Läs mer
A Hot Onsen on a Cold Day
17 oktober 2023, Japan ⋅ ⛅ 10 °C
Geschrieben von Isabelle
Ich hatte bereits vor zwei Monaten in einem Eintrag kurz über Onsen geschrieben. Damals war in Japan noch Hochsommer mit täglich etwa 35 Grad. Meine Lust auf heiße Bäder an heißen Tagen hielt sich stark in Grenzen. Nun bin ich jedoch im Norden und bei 6 Grad und Regen sieht die Welt ganz anders aus. An meinem vorletzten Tag in Japan gönnte ich mir daher einen Spa-Tag mit vielen verschiedenen Onsen.
Was man zunächst über Onsen wissen sollte ist, das man nackt badet. Daher sind Onsen in der Regel nach Geschlechtern getrennt. Eine Ausnahme bilden manche Orte im Südwesten Japans, wo auch gemischte Onsen zu finden sind. Vor dem Onsenbaden wird sich gründlich gewaschen. Dafür stehen in der Regel Sitzduschen zur Verfügung. Man stelle es sich vor wie eine lange Theke mit Spiegeln, einer Ablage mit Shampoo und Duschgel und einem Wasserhahn mit abnehmbaren Duschkopf. Vor jedem Spiegel steht ein kleiner Hocker und eine große Schüssel. Ich vermute, dass die Präferenz für diese Konstellation aus einer Zeit kommt, bevor es fließend Wasser gab und es einfacher war, mit der Schüssel Wasser zu schöpfen und sitzend über sich zu gießen als stehend. Man duscht sich also gemeinschaftlich im Sitzen und reinigt sich dabei sehr gründlich. Auch sonstige Körperpflege in Form z.B. von Rasieren oder Gesichtsmasken ist hier willkommen.
Anschließend kann der Badespaß beginnen. Man suche sich einen Onsen, der einem gefällt und teste die Wassertemperatur. Ist es sehr heiß stehen auch hier große Schüsseln zur Verfügung, um Quellwasser abzuschöpfen und sich zur Gewöhnung zu begießen. Hierbei ist darauf zu achten, dass kein Leitungswasser in die Quellbecken gelangt. Quellwasser darf jederzeit entnommen werden, aber kein Leitungswasser ins Becken hinzugefügt werden. Sollte einem das Quellwasser zu heiß sein, aber man wünscht sich trotzdem die heilende Wirkung eben jener Quelle, dann schnappe man sich eine Schüssel, fülle sie zur Hälfte mit Quellwasser und anschließend mit etwas Leitungswasser und begieße sich mit dieser Mischung. Onsenbaden ist ein bisschen wie saunieren: Es ist echt warm, man sollte es nicht zu lange machen, man braucht viele Pausen und Abkühlungen. Im Gegensatz zum Saunieren in Deutschland sind Kinder in Onsen willkommen.
Onsen haben gewöhnlich Temperaturen ab 35 Grad aufwärts und je nach Quelle haben sie verschiedene Inhaltsstoffe, die das Wasser manchmal ganz normal aussehen lassen, manchmal weißlich oder sogar grünlich färben. Verschiedenen Quellen werden eben aufgrund ihrer Eigenschaften verschiedene heilende Kräfte nachgesagt. Im Allgemeinen spricht man von verbesserter Wundheilung, der Linderung verschiedener chronischer Muskel- und Skelettbeschwerden bis hin zur Besserung von Hautproblemen. Jedes Quellwasser ist auch haptisch sehr unterschiedlich. Manche Quellwasser sind hart, andere weich und manche fühlen sich sogar wie seidiges Seifenwasser an.
Neben den Onsen konnte ich noch Bedrock Bathing (wortwörtlich Grundstein baden) ausprobieren. Auch das funktioniert ähnlich wie saunieren. Man legt sich bäuchlings auf einen heißen oder kalten Stein (von 14 Grad bis 56 Grad ist alles möglich) und wendet sich nach ein paar Minuten. Auch dies soll bei gesundheitlichen Beschwerden helfen. Ich fand es eher unbequem, auf dem harten Boden zu liegen, aber einige Leute haben dabei auch Yoga gemacht und schienen echt Spaß dabei zu haben.
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English version
Written by Isabelle
I briefly wrote about onsen two months ago. At that time, Japan was still in the midst of summer, with daily temperatures of about 35 degrees. My desire for hot baths on those scorching days was quite limited. Now, however, I'm in the north, and with temperatures around 6 degrees and rain, the world looks entirely different. So, on my penultimate day in Japan, I treated myself to a spa day with many different onsens.
The first thing to know about onsens is that you bathe naked. Therefore, onsens are usually separated by gender. There are exceptions in some places in southwestern Japan where mixed-gender onsens can be found. Before onsen bathing, thorough washing is required. Typically, there are sitting showers available for this purpose. Picture it as a long counter with mirrors, a shelf with shampoo and shower gel, and a tap with a detachable showerhead. Each mirror is accompanied by a small stool and a large bowl. I assume that this setup hails from a time before running water when it was easier to scoop water and pour it over oneself while sitting than standing. So, you shower together, sitting down and thoroughly cleansing. Other forms of personal care, such as shaving or facial masks, are also welcome here.
Afterward, the bathing fun can begin. You choose an onsen that suits you and test the water temperature. If it's very hot, large bowls are available to scoop up spring water and pour it over yourself for acclimatization. It's important to ensure that no tap water gets into the spring pools. You can draw spring water at any time, but tap water should never be added to the pools. If the spring water is too hot but you still desire its healing properties, you can mix it with tap water in a bowl and pour that over yourself. Onsen bathing is a bit like sauna: it's really warm, you shouldn't overdo it, you need many breaks and cooldowns. Unlike saunas in Germany, children are welcome in onsens.
Onsen temperatures typically range from 35 degrees and up, and depending on the source, they can have different substances that sometimes make the water appear normal, other times whitish or even greenish. Different sources are believed to have different healing properties. In general, onsen waters are said to improve wound healing, relieve various chronic musculoskeletal problems, and even improve skin conditions. Each spring water also feels distinctly different. Some are hard, others soft, and some even feel like silky soapy water.
In addition to onsens, I also tried bedrock bathing, which is similar to sauna. You lie face down on a hot or cold stone (ranging from 14 degrees to 56 degrees), and after a few minutes, you turn over. This is also believed to help with various health issues. I found it rather uncomfortable to lie on the hard ground, but some people did yoga during this experience and seemed to have a lot of fun.Läs mer
Uji - The city of tea
17 oktober 2023, Japan ⋅ ⛅ 24 °C
Geschrieben von Maike
Heute war ich in der Teestadt Uji, welche berühmt für den Anbau von grünem Tee ist. Auf meinem Weg vom Bahnhof Richtung Byodo-In-Tempel bin ich an einer der ältesten Brücken Japans, der Uji-Brücke, die sich über den Uji-Fluss spannt, vorbeigegangen. Neben der Brücke entdeckt man die Statue von Murasaki Shikubu, die als japanische Schriftstellerin im 11. Jahrhundert (Heian-Zeit) den ersten Roman der Welt geschrieben hat: "Die Geschichte vom Prinzen Genji". Die letzten Kapitel des Buches spielen in Uji, weswegen heute ein Museum über diesen Roman und Shikubu in Uji zu finden sind.
Auf der Fußgängermeile parallel zum Uji-Fluss reihte sich ein Teeladen an den nächsten, um den berühmten, hochqualitativen Uji-Grüntee zu verkaufen. Zu den bekanntesten Uji-Grüntee-Sorten zählen Matcha, Sencha und Gyokuru. Natürlich konnte man den Grüntee in allen möglichen Formen ausprobieren: Als losen Tee, in Eiscreme, in japanischen Süßigkeiten (z.B. Mochi oder Kekse), in Gyoza, in Soba- oder Tagliatelle-Nudeln, oder sogar in Suppen. Ich habe zum Mittag Grüntee-Soba mit Gyokuru-Tee in Brühe probiert, aber leider habe ich den Grüntee nicht sehr herausgeschmeckt. Außerdem habe ich an einem Workshop teilgenommen, in welchem man den manuellen Prozess der Matcha-Produktion nachvollziehen konnte: Ich durfte Tencha-Blätter in einer Steinmühle zu Matcha-Pulver vermahlen. Danach durften wir unseren selbst gemahlenen Matcha-Tee zubereiten und mit Matcha-Mochi im Teegarten genießen.
Mein Lieblingsort in Uji war die nur von Fußgängern begangene kleine Insel Tachibana, auf der man auf einer der vielen Bänke dem Rauschen des Uji-Flusses zuhören konnte. Neben dem von Touristen überlaufenen, jedoch sehr beeindruckenden buddhistischen Byodo-In-Tempel der Heian-Zeit habe ich noch die beiden Shinto-Schreine Uji und Ujigami besucht. Das orangene Torii des Ujigami-Schreins war mit roten, japanischen Ahornblättern umgeben - ein unvergesslicher Eindruck des japanischen Herbstes, den ich leider wegen meiner baldigen Abreise nicht in seiner Fülle erleben kann. Außerdem habe ich einen kleinen Aufstieg zu einer Aussichtsplattform in der Nähe des Gipfels des Uji-Berges gewagt - von dort hatte ich eine lohnenswerte Aussicht auf die Stadt und die Berge dahinter. Glücklicherweise habe ich auf dem Rückweg zum Bahnhof durch einen leichten Umweg noch eine kleine Teeplantage entdeckt. Diese Plantagen sind überlicherweise eher weiter außerhalb von der Stadt zu finden. Als Teeliebhaberin war ich natürlich überglücklich, vor meiner Abreise aus Japan noch ein paar Packungen hochqualitativen Matcha, Sencha und Gyokuru aus Uji vor Ort zu bekommen - mein Rucksack quillt über mit Tee 😅
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English version
Today I was in Uji which is famous for its Japanese green tea. On my way from the station towards the Byodo-In Temple, I passed one of the oldest bridges in Japan, the Uji Bridge, which crosses the Uji River. Next to the bridge, I discovered the statue of Murasaki Shikubu. Shibuku was a Japanese writer who wrote the world's first novel in the 11th century (Heian period), called "The Tale of Genji". The last chapters of the book are set in Uji which is why today there is a museum about this novel and Shikubu in Uji.
On the pedestrian mile parallel to the Uji River, one tea shop after another lined up to sell the famous, high-quality Uji green tea. The most popular Uji green tea sorts include matcha, sencha and gyokuru. You could try the green tea in all kinds of forms: As loose tea, in ice cream, in Japanese sweets (such as mochi or cookies), in gyoza, in soba or tagliatelle noodles, or even in soups. I tried green tea soba with gyokuru tea in broth for lunch but unfortunately I couldn't find the taste of green tea so well. I also took part in a workshop showing the manual process of matcha production: I grinded my own matcha powder from Tencha leaves in a stone mill. Afterwards, we prepared our own ground matcha tea and enjoyed it with matcha mochi in the tea garden.
My favourite place in Uji was the small pedestrian-only island of Tachibana in the middle of Uji river. There, you could listen to the sound of the flowing river on one of the many benches. Additionally to the impressive Buddhist Byodo-In temple of the Heian period, I also visited the two Shinto shrines Uji and Ujigami. The orange torii of the Ujigami shrine was surrounded by red Japanese maple leaves - an unforgettable impression of the Japanese autumn, which I will unfortunately not be able to experience in its fullness due to my imminent departure. I also hiked up to a viewing platform near the summit of Uji Mountain - from there I had a rewarding view on the city and the mountains behind. Fortunately, on the way back to Uji station, I discovered a small tea plantation. These plantations are usually found further out of town. By the end of the day, I was treated by a few packs of high-quality matcha, sencha and gyokuru from Uji that I bought there. As a tea lover, I am now ready to leave Japan - with my backpack full of Japanese green tea 😅Läs mer
Time Travel in Hokkaido
18 oktober 2023, Japan ⋅ ☁️ 17 °C
Geschrieben von Isabelle
Etwas außerhalb der Stadt Sapporo liegt ein kleine Stadt. Aber es ist keine gewöhnliche Stadt. Wenn man durch das Eingangstor dieser Stadt tritt, findet man sich plötzlich im Jahr 1920. Ein pferdegezogene Straßenbahn führt durch den Stadtkern, alte Geschäfte säumen den Weg. Verlässt man die Stadt gelangt man in ein kleines Bauerndorf, in dem Gemüse angepflanzt und Seidenspinner gezüchtet werden. Noch ein Stück weiter und man findet sich in einem traditionellen Fischerdorf und schließlich einem Bergdorf.
Natürlich kann man hier nicht wirklich zeitreisen, auch wenn es den Eindruck erweckt. Es handelt sich um ein detailreiches und authentisches Freilichtmuseum, welches typische Städte und Dörfer in den 1920ern in Hokkaido zeigt. Bevor ich ankam dachte ich, dass man vielleicht 10 Häuser sieht und keine betreten kann. Mich hat die Größe und Liebe zum Detail vollkommen überrascht. Ganze 52 Häuser kann man in den vier thematischen Bereichen Kleinstadt, Bauerndorf, Fischerdorf und Bergdorf besuchen. Verbunden sind sie durch Waldwege und eine Hängebrücke, Weiden und Alleen und Marktplätze. Jedes Haus ist auch im inneren im Jahre 1920 geblieben und ist so eingerichtet, wie es damals gewesen wäre. Egal ob Friseur, Lebensmittelgeschäft, Schlittenwerkstatt, Brauerei oder Zahnarzt, alle Gebäude, die man sieht sind entweder Originalgebäude, die in das Museum transportiert worden oder detailgetreue Nachbauten von Häusern dieser Zeit.
Ich wünsche ich hätte mehr Zeit gehabt, um einen tieferen Einblick in Hokkaido des frühen 20. Jahrhunderts zu bekommen. Leider war der Busfahrplan nicht auf meiner Seite und so musste ich in knappen 40 Minuten einen schnellen Rundgang machen, bei dem leider keine Zeit blieb, das Fischerdorf und das Bergdorf anzuschauen. Ich hoffe ihr erfreut euch, wie ich, an der alten Stadt und dem Bauerndorf.
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English version
Written by Isabelle
Just outside the city of Sapporo lies a small town. But it's no ordinary town. When you step through the entrance gate of this town, you suddenly find yourself in the year 1920. A horse-drawn tram takes you through the town center, old-fashioned shops line the streets. Leaving the town, you enter a small farming village where vegetables are grown and silkworms are raised. Venture a bit further, and you'll find yourself in a traditional fishing village and, eventually, a mountain village.
Of course, you can't really time travel here, even though it creates that impression. It's a meticulously detailed and authentic open-air museum showcasing typical towns and villages in 1920s Hokkaido. Before arriving, I thought we might see around 10 houses, none of which you could enter. I was completely surprised by the size and attention to detail. You can visit a total of 52 houses in the four thematic areas: small town, farming village, fishing village, and mountain village. They are connected by forest paths, a suspension bridge, meadows, avenues, and market squares. Each house is also preserved in the interior as it would have been in 1920. Whether it's a hair salon, grocery store, sled workshop, brewery, or dentist's office, all the buildings you see are either original structures transported to the museum or meticulously recreated houses of that era.
I wish I had more time to gain a deeper insight into early 20th-century Hokkaido. Unfortunately, the bus schedule was not in my favor, so I had to make a quick tour in about 40 minutes, which left no time to explore the fishing village and mountain village. I hope you enjoy, as I did, the old town and the farming village.Läs mer
Goodbye Japan!
19 oktober 2023, Japan ⋅ ☁️ 22 °C
Geschrieben von Maike
Nach zwei Monaten in Japan wird es Zeit, sich zu verabschieden. Diesen endgültigen Abschied habe ich vor allem im Zug zum Flughafen und beim Abheben nach Taipeh mit Wehmut realisiert.
Nach meiner Nachtbusreise von Kyoto nach Tokyo haben Isa und ich unseren letzten Tag in Japan zusammen in Tokyo verbracht. Wir haben einen Ausflug in das Miniaturmuseum Small Worlds in Tokyo gemacht, eine von Asiens größten Miniaturausstellungen. Die Miniaturwelt erstreckte sich auf ganzen 7000 m^2 und es gab viele tolle Details zu entdecken. Die unterschiedlichen Welten hatten zwar auch Themen und einen Flughafen wie im Hamburger Miniaturwunderland, aber leider gab es keine distinkte Unterteilung in verschiedene Länder, die in Hamburg so eindrucksvoll nachzuvollziehen ist. Kein Wunder, dass so viele Asiaten Hamburg nur zum Besuch des Miniaturwunderlands besuchen ^^
Bevor wir uns Richtung Flughafen auf den Weg machten, besuchten wir in Tokyo nochmal das von Isa bereits getestete Kissa, in welchem über große Lautsprecher und Plattenspieler klassische Musik gespielt wird. Das war definitiv einen Besuch wert und versetzte uns nach Betreten sofort in Tiefenentspannung.
Mittlerweile sind wir gut in Taipeh gelandet und machen uns nun auf den Weg, Taiwan zu entdecken!
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English version
After two months in Japan, it's time to say goodbye. I realized this final goodbye with melancholy, especially on the train to the airport and when taking off to Taipei.
After my night bus trip from Kyoto to Tokyo, Isa and I spent our last day together in Tokyo. We took a trip to the Small Worlds miniature museum, one of Asia's largest miniature exhibitions. The miniature world covered a total of 7000 m^2 with lots of great details to discover. The different worlds also had specific topics and an airport model like in Hamburg's Miniaturwunderland. However, there was no distinct subdivision into different countries which can be impressively discovered in Hamburg. No surprise that so many Asians visit Hamburg just to see the Miniature-wonderland ^^
Before we headed towards the airport, we visited again the Kissa already tested by Isa. There, classical music is played on large speakers and record players without anybody talking. This was definitely worth a visit and put us into deep relaxation immediately after entering.
In the meantime, we landed well in Taipei and are now on our way to discover Taiwan!Läs mer
A Rocky Start in Taiwan
21 oktober 2023, Taiwan ⋅ ☁️ 22 °C
Geschrieben von Isabelle
Wir sind nun seit 2 Tagen in Taiwan und es war ein etwas holpriger Start. Am letzten Tag in Japan habe ich eine Erkältung bekommen, die sich auch noch bis Taiwan zog. Am ersten Nachmittag in Taiwan wurde dann auch noch Maike krank und musste erstmal eine kurze Bettruhe einlegen. Mit etwas Schlaf und Tee ging es ihr zum Glück am nächsten Morgen schon deutlich besser. Aber da hörte es leider nicht auf, denn mein Handy entschied sich nicht mehr zu laden und Reisen ohne Handy ist doch etwas schwierig. Einen Besuch bei einer Handywerkstatt später ließ sich auch dieses Problem lösen und wir konnten unseren ersten vollen Sightseeing-Tag genießen.
Ganz allgemein fühle ich mich schon jetzt in Taiwan sehr wohl. Alles ist deutlich entspannter als in Japan. Interaktionen mit Einheimischen fühlen sich warm und authentisch an und es gibt weniger explizite und implizite Regeln, die befolgt werden müssen. Das Wetter ist etwas nasser und wärmer als in Japan und die Autos fahren wieder auf der "richtigen" Seite. Wir haben die Ankunft in Taiwan heute gebührend mit Bubble Tea, Dumplings und Stinky Tofu (fermentiertem Tofu) gefeiert und ich freue mich schon sehr auf die nächsten Wochen.
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English version
Written by Isabelle
We've been in Taiwan for 2 days now, and it was a bit of a rocky start. On our last day in Japan, I caught a cold that persisted into our time in Taiwan. On the first afternoon in Taiwan, Maike also fell ill and had to take a short bed rest. Thankfully, with some sleep and tea, she felt much better the next morning. But the troubles didn't end there, as my phone decided to stop charging, and traveling without a phone can be quite challenging. A visit to a phone repair shop later and this problem was also resolved, allowing us to enjoy our first full day of sightseeing.
In general, I already feel very welcome and comfortable in Taiwan. Everything is much more relaxed compared to Japan. Interactions with the locals feel warm and authentic, with fewer explicit and implicit rules to follow. The weather is a bit wetter and warmer than in Japan, and the cars are back on the "correct" side of the road. Today, we celebrated our arrival in Taiwan with Bubble Tea, Dumplings, and Stinky Tofu, and I'm looking forward to the weeks ahead.Läs mer
Parks and Temples of Taipei
21 oktober 2023, Taiwan ⋅ ☁️ 23 °C
Geschrieben von Isabelle
Unser erster Sightseeing Tag in Taipeh führte uns durch viele verschiedene Parks und Tempel. Zuerst ging es in die Gärten, die die Chiang Kai-Shek Gedenkstätte umgeben. Wir waren sehr überrascht von der sehr gepflegten Parkanlage und dem starken Kontrast der Gedenkstätte aus weißem Stein mit dunkelblauen Dächern. Dort wird dem Leben und den Taten des Chiang Kai-Shek, einem hochrangigen Offizier und Präsidenten Taiwans gedacht. In der Gedenkhalle selbst sitzt der ehemalige Präsident anmutig und alles überschauend, ähnlich dem vielleicht bekannten Lincoln Memorial in Washington D.C., USA.
Ebenfalls einen Teil der Anlage bilden die Twin Performing Arts Venues, das Nationaltheater und das nationale Konzerthaus. Zwei sich gegenüberstehende, von außen identische Gebäude, angelehnt an die traditionelle Architektur chinesischer Paläste. Zwischen den zwei Veranstaltungsorten gab es einen großen Markt mit kleinen Ständen mit handgemachten Produkten. Dort hat Maike interessante faustgroße kloßartige Dinger gefunden, die oft grün oder orange sind, von der Textur her irgendwo zwischen Teigwaren und Wackelpudding liegen und u.a. aus geraspelten Bambussprossen hergestellt werden. In der Nähe des Marktes konnten wir außerdem traditionelle Tänze und modernen Hip Hop bestaunen.
Anschließend ging es vorbei an einem Bubble Tea Shop (unserm ersten Bubble Tea in Taiwan, dem Land des Bubble Teas) zu zwei taoistischen Tempeln, die beide zwar im Aufbau mit mehreren Innenhöfen, den buddhistischen und shinto Tempel in Japan ähnelten, sich aber in ihrer Farbgebung und Dekoration stark unterschieden. In der Dämmerung fühlte sich die Tempelanlage für mich fast magisch an.
Zuletzt ging es noch zu einem weiteren wichtigen Ort taiwanesischer Kultur: einem Nachtmarkt. Auf viel zu engem Raum reihten sich unzählige Essensstände aneinander und der Geruch von stinkendem Tofu zog durch die Straßen. Ich entschied mich letztlich für etwas Stinky Tofu (sehr lecker!) und frittierte Hefeteigrollen. Stinky Tofu ist fermentierter Tofu mit einem sehr starken, unangenehmen Geruch, der aber sehr lecker schmeckt und lediglich einen Knoblauch-Nachgeschmack im Mund hinterlässt.
Nach wenigen Tagen in Taipeh geht es für uns in ein buddhistisches Kloster in der Nähe von Kaohsiung, im Süden Taiwans, wo wir einige Wochen leben und arbeiten werden.
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English version
Parks and Temples of Taipei
Written by Isabelle
Our first day of sightseeing in Taipei took us through various parks and temples. We began with the gardens surrounding the Chiang Kai-Shek Memorial Hall. We were pleasantly surprised by the very well-maintained park and the striking contrast of the memorial, with its white stone structure and dark blue roofs. The memorial is dedicated to the life and achievements of Chiang Kai-Shek, a high-ranking military officer and former president of Taiwan. Inside the memorial hall, the former president sits gracefully, overlooking everything, similar to the well-known Lincoln Memorial in Washington D.C., USA.
Within the same complex are the Twin Performing Arts Venues, comprising the National Theater and the National Concert Hall. These two identical buildings, with exteriors reminiscent of traditional Chinese palace architecture, face each other. Between the two venues, there was a bustling market featuring small stalls with handmade products. Here, Maike discovered intriguing, fist-sized items, often green or orange, with a texture somewhere between pasta and jelly, made from grated bamboo shoots. Near the market, we also had the opportunity to witness traditional dances and modern hip-hop performances.
Next, we passed by a Bubble Tea shop (our first Bubble Tea in Taiwan, the home of Bubble Tea) and visited two Taoist temples. While both temples shared a similar layout with multiple inner courtyards resembling Buddhist and Shinto temples in Japan, they differed significantly in their color schemes and decorations. In the twilight, the temple complex felt almost magical to me.
Finally, we visited another significant place in Taiwanese culture: a night market. Countless food stalls lined up in a very confined space, and the smell of stinky tofu wafted through the streets. I ultimately chose to try some stinky tofu (delicious!) and deep-fried dough rolls. Stinky tofu is fermented tofu with a very pungent, unpleasant odor, but it tastes delicious and leaves only a garlic aftertaste in your mouth.
After spending a few days in Taipei, we are headed to a Buddhist monastery near Kaohsiung, in the south of Taiwan, where we will live and work for several weeks.Läs mer
Taipei's tea plantations Maokong
22 oktober 2023, Taiwan ⋅ ☁️ 24 °C
Geschrieben von Maike
Heute habe ich eine Wanderung (Taipei Grand Hike Section 7) in ein Gebiet mit Taiwans bekanntesten Teeplantagen gemacht - Maokong. Es liegt nur 50 Minuten mit dem Bus vom Stadtzentrum entfernt und ermöglicht unglaubliche Aussichten auf die Stadt und umliegende Teeplantagen. Der Anstieg in die Berge Maokongs enthielt unzählige Treppenstufen, welche an vielen Tempeln und Tempelgärten vorbeiführten. Dazwischen wanderte ich immer wieder durch dichten Dschungel mit riesigen Palmen, Bäumen und rankenden Kletterpflanzen. Oben angekommen gab es zwischen den Teeplantagen eine große Auswahl an Teerestaurants und Cafes, in welchen man den in Taiwan oft getrunkenen Oolong-Tee (halbfermentiert) probieren konnte. In Maokong werden hauptsächlich die Sorten Tieguanyin und Baozhong angebaut. Da Oolong-Tee zwischen 20% bis 80% fermentiert ist (je nach Sorte), schmeckt er im Gegensatz zu japanischem "weichen" Grüntee eher herber und intensiver. Ich habe in einem Restaurant zum Mittag Tofu mit gebratenen Teeblättern ausprobiert und war überrascht, wie wenig der Teegeschmack zum Vorschein kam - aber ein Versuch war es Wert. Am Nachmittag habe ich Isa an der Gondelstation in Maokong getroffen, sodass wir zusammen zu einem kleinen Berggipfel wandern konnten. Von dort hatten wir nochmal eine wunderschöne Sicht auf Taipehs Stadtzentrum und den 508-Meter hohen Wolkenkratzer Taipei 101.
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English version
Today, I hiked in an area with Taiwan's most famous tea plantations - Maokong (Taipei Grand Hike Section 7). It's only a 50 minute bus ride from the city center and provides incredible views of the city and surrounding tea
plantations. The ascent to the mountains of Maokong included countless stairs which led past many temples and temple gardens. In between, I kept wandering through dense jungle with huge palm trees, trees and climbing vines. At the top, between the tea plantations, there was a big selection of tea restaurants and cafes where you could drink Oolong tea (semi-fermented) often drunk in Taiwan. In Maokong, mainly Tieguanyin and Baozhong varieties are grown. Since oolong tea is fermented between 20% to 80% (depending on the variety), it tastes rather tart and intense in comparison to Japanese "soft" green tea. I tried tofu with fried tea leaves at a restaurant for lunch and was surprised how little the tea flavor came out - but it was worth a try. In the afternoon, I met Isa at the gondola station in Maokong so we hiked together to a small mountain peak nearby. From there, we had another beautiful view on Taipei's city center and the 508-meter skyscraper Taipei 101.Läs mer
Arrival at Fo Guang Shan
22 oktober 2023, Taiwan ⋅ ☁️ 23 °C
Geschrieben von Maike
Vor 3 Tagen sind Isa und ich im größten buddhistischen Kloster Taiwans, dem Fo Guang Shan, angekommen. Es befindet sich etwas 20 km vom Stadtzentrum von Kaohsiung (zweitgrößte Stadt Taiwans) entfernt, und ist vom Bahnhof Kaohsiungs mit einem selten fahrenden Bus zu erreichen. Fo Guang Shan oder auch "Buddha's Light Mountain" gehört dem Mahayana-Buddhismus an, wurde 1967 von Hsing Yun gegründet und ist seitdem stetig gewachsen. Hsing Yun ist ein buddhistischer Mönch des humanistischen Buddhismus und bekannter Lehrer des modernen taiwanesischen Buddhismus. Sein Ziel ist es unter anderem, die alten buddhistischen Lehren der heutigen Gesellschaft zugänglich zu machen. Daher hat er viele Bücher, Kinderbücher und Artikel über den Buddhismus in verständlicher Sprache geschrieben, die ihn weltweit bekannt gemacht haben.
Fo Guang Shan ist mit mehr als 600 Hektar Fläche eine beeindruckend große Tempelanlage, die unzählige Tempel, Treppen, Buddha-Statuen, einen Hauptschrein, eine Kalligraphie-Halle, eine Meditationshalle, ein Buddha-Museum, eine Universität zum Studium der Lehren des Buddhismus und noch vieles mehr umfasst. Wir waren an unserem Ankunftstag überwältigt, wie viel es hier zu entdecken gibt. Außerdem ist es selbstverständlich, überall auf dem Gelände buddhistische Mönche und Nonnen zu sehen und zu grüßen. Die meisten von ihnen reden zwar ausschlicßlich Chenesisch, aber wenn jemand Englisch sprechen kann, hat man die Chance, ihnen einige Fragen zu stellen.
Das Kloster soll auch der Öffentlichkeit besser zugänglich gemacht werden, weswegen es ein internationales Freiwilligen-Programm (in welchem wir gerade teilnehmen), eine Pilgrim's Lodge (eine Art Hotel für Reisende, die auf dem Klostergelände schlafen wollen), ein kostenloses Museum und Art Gallery für Touristen sowie auch freien Zugang zur Tempelanlage während des Tages gibt.
Als Freiwillige arbeiten wir 4 Tage pro Woche ab 13.30 Uhr für 3 bis 4 Stunden auf der Klosteranlage, und dürfen am täglichen Klosterleben teilhaben. Wie der Alltag hier aussieht, könnt ihr im nächsten Blogeintrag lesen.
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English version
3 days ago, Isa and I arrived at the largest Buddhist monastery in Taiwan, Fo Guang Shan. It is located 20 km from the city center of Kaohsiung (Taiwan's second largest city), and can be reached from Kaohsiung main station by rarely running busses. Fo Guang Shan or "Buddha's Light Mountain" monastery belongs to Mahayana Buddhism, was founded by Hsing Yun in 1967 and has been growing ever since. Hsing Yun is a Buddhist monk of humanistic Buddhism and a well-known teacher of modern Taiwanese Buddhism. Among other things, his goal is to make the ancient Buddhist teachings accessible to today's society. Therefore, he has written many books, children's books and articles about Buddhism in easy-accessible language, which made him famous all over the world.
Fo Guang Shan, covering more than 600 hectares, is an impressively large temple complex that includes countless temples, staircases, Buddha statues, a main shrine, a calligraphy hall, a meditation hall, a Buddha museum, a university for studying the teachings of Buddhism, and much more. On our arrical day, we were overwhelmed by how much there is to discover here. It is normal to see and greet Buddhist monks and nuns everywhere on the grounds. Most of them speak only Chinese but if someone speaks English, you have a chance to ask them some questions.
The monastery tries to be accessible to the public so there is an international volunteer program (in which we are currently participating), a Pilgrim's Lodge (a kind of hotel for travelers who want to sleep on the monastery grounds), a free museum and art gallery for tourists, and free access to the temple grounds during the day.
As volunteers, we work on the monastery grounds 4 days a week from 1:30 pm for 3 to 4 hours, and can participate in the daily monastery life. How the daily life here looks like you can read in the next blog entry.Läs mer
Daily life in a buddhist monastery
24 oktober 2023, Taiwan ⋅ ☀️ 28 °C
Geschrieben von Maike
Im Fo Guang Shan dürfen wir als internationale Freiwillige am täglichen Klosterleben der buddhistischen Mönchen und Nonnen teilhaben. Ein typischer Tagesablauf eines buddhistischen Mönchs / Nonne sieht wie folgt aus:
5.20 Uhr aufstehen
5.50 - 6.20 Uhr Morning Chanting im Main Shrine
6.30 - 7.00 Uhr Frühstück
7.00 - 7.30 Uhr persönliche Beschäftigung
8.00 - 11.00 Uhr Community Service
11.30 - 12.00 Uhr Mittag
12.00 - 13.30 Siesta
13.30 - 17.30 Uhr Community Service
18.00 - 18.30 Uhr Abendessen
19.30 - 21.30 Uhr Evening Chanting, Meditation, ...
Der Community Service beinhaltet beispielsweise die Betreuung von Besucher*innen der Tempelanlage (v.a. für Mönche / Nonnen, die Englisch sprechen), die Instandhaltung und Pflege der Tempel, Gärten und Wege, Putzen und Sauberhalten der Innenräume, Kochen und Abwaschen usw. Der Unterschied zu unserem Tagesablauf als Freiwillige ist, dass wir nur an 4 Tagen der Woche ab 13.30 Uhr arbeiten, und an allen weiteren Aktivitäten des Tages freiwillig teilnehmen können. Außerdem können wir bei jeder der drei Mahlzeiten entscheiden, ob wir sie zusammen mit den Mönchen / Nonnen schweigend und nach bestimmten Regeln essen wollen ("formal dining"), oder in einem Essensraum mit Buffet, in welchem man ähnliches Essen bekommt, aber sich selbst servieren und reden darf. Außerdem können wir den ganzen Tag über in die Kalligrafie- oder Meditations-Halle gehen, um dort das Kalligraphie-Schreiben buddhistischer Weisheiten auf Chinesisch oder auch längeres Meditieren zu üben.
Auf dem Klostergelände wird erwartet, dass man sich modest kleidet, d.h. lange Hosen, schulter-bedeckende Oberteile und geschlossene Schuhe sind das Mindestmaß an Körperbedeckung. Zigaretten, Alkohol, andere Drogen, sexuelle Aktivitäten und Fleischkonsum sind untersagt.
Außerdem wird erwartet, dass wir die "Formale Dining Etiquette" kennen, wenn wir mit den Mönchen / Nonnen zusammen essen. Diese beinhaltet, dass wir uns vor und nach dem Hinsetzen verbeugen, an dem Chanting vor und nach dem Essen mit teilhaben (auch wenn wir nicht mitsingen können), sowie die bestimmten Positionen des Tellers und der zwei Schüsseln einhalten (siehe Bild und Video im Anhang). Es gibt zu jeder Mahlzeit verschiedene Arten von Gemüse, Pilze, Bohnen und Tofu auf dem Teller, eine Schüssel Reis (rechts vom Teller) und eine Schüssel Brühe mit Gemüse (links vom Teller), da die Mönche / Nonnen eine streng vegetarische Ernährungsweise haben. Wenn man mehr Essen haben möchte, muss man seinen leeren Teller oder Schüssel an den Rand des Tisches zur ursprünglichen Position schieben, sodass die Küchenhelfer*innen es sehen und Nachschlag bringen. Ich finde das Formal Dining eine der besten Möglichkeiten zu lernen, achtsam zu essen. Nicht nur die anfänglichen Prozeduren zur Wertschätzung des Essens über das Chanting helfen dabei, sondern auch das Schweigen während des Essens, wobei man in einer riesigen Halle mit 200 bis 300 Mönchen, Nonnen und Lehrlingen sitzt, welche alle zur gleichen Zeit das Essen einnehmen, ohne ein Wort zu sagen. Andererseits habe ich mich auch gefreut, gestern zum ersten Mal am Buffet zu essen, da dort der soziale Austausch mit den Mitfreiwilligen natürlich möglich ist.
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English version
In Fo Guang Shan, as international volunteers, we are allowed to participate in the daily monastic life of the Buddhist monks and nuns. A typical daily routine of a Buddhist monk / nun looks like this:
5.20 get up
5.50 - 6.20 Morning Chanting in the Main Shrine
6.30 - 7.00 breakfast
7.00 - 7.30 personal time
8.00 - 11.00 Community Service
11.30 - 12.00 lunch
12.00 - 13.30 siesta
13.30 - 17.30 Community Service
18.00 - 18.30 dinner
19.30 - 21.30 evening chanting, meditation, ...
The community service includes, for example, taking care of temple visitors (especially for monks / nuns who speak English), maintenance and care of the temples, gardens and pathways, cleaning and keeping the interiors clean, cooking and washing dishes, etc. The difference to our daily routine as volunteers is that we only work 4 days a week starting at 13:30, and can volunteerly participate in all other activities of the day. For each of the three meals during the day, we can choose to eat together with the monks / nuns in silence and according to certain rules ("formal dining"), or in a dining room with a buffet, where we are served similar food but are allowed to serve ourselves and talk to the other volunteers. In addition, we can attend calligraphy or meditation sessions suring the day.
In the monastery, one is expected to dress modestly, so that long pants, shoulder-covering tops, and closed shoes are the minimum body covering. Cigarettes, alcohol, other drugs, sexual activity and meat consumption are prohibited.
We are also expected to know the "Formal Dining Etiquette" when we eat with the monks / nuns. This includes bowing before and after sitting down, participating in the chanting before and after the meal (even if we can't sing along), and keeping the certain positions of the plate and the two bowls (see picture and video attached). There are different types of vegetables, mushrooms, beans and tofu on the plate at each meal, a bowl of rice (to the right of the plate) and a bowl of broth with vegetables (to the left of the plate), as the monks / nuns have a strict vegetarian diet. If you want to have more food, you have to push your empty plate or bowl to the edge of the table to the original position so that the kitchen helpers see it and bring seconds. I experience formal dining as one of the best opportunities to learn eating mindfully. Not only do the initial procedures for appreciating the food via chanting help, but also the silence during the meal, sitting in a huge hall with 200 to 300 monastics, all taking the food at the same time without saying a word. On the other hand, I was also happy to eat at the buffet for the first time yesterday, as social exchange with fellow volunteers is possible there.Läs mer
Lotus Pond in Kaohsiung
26 oktober 2023, Taiwan ⋅ ☀️ 29 °C
Geschrieben von Isabelle
Kürzlich haben Maike und ich einen Ausflug vom Kloster aus nach Kaohsiung gemacht. Die Stadt im Süden Taiwans ist die Kulturmetropole des Landes und beheimatet viele verschiedene Tempelanlagen. Einige der buddhistischen und taoistischen Tempel haben wir uns angeschaut. Sehr bequem um einen großen Teich gelegen, lässt sich etwa ein halbes Dutzend Tempel sehr bequem fußläufig erkunden. Dank des Lebens im buddhistischen Kloster und Ausflügen in taoistische Tempel lerne ich mehr über beide Religionen und erfreue mich an den beeindruckenden Anlagen, die als Gebetsorte dienen. Vielleicht könnt ihr euch auch an den vielen verschiedenen Designs erfreuen. Mein Highlight waren die zahlreichen chinesischen Instrumente, die wir in einem der Tempel bestaunen konnte, ich würde sie so gern mal in Aktion sehen!
Hier ein Beispiel:
https://youtu.be/gIXGfMbw1No?si=sWKu1FrW8OG2Fo1m
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English version
Written by Isabelle
Recently, Maike and I took a trip from the monastery to Kaohsiung. The city in southern Taiwan is the cultural capital of the country and is home to many different temples. We took a look at some of the Buddhist and Taoist temples. Very conveniently located around a large pond, about half a dozen temples can be explored very comfortably on foot. Thanks to living in a Buddhist monastery and excursions to Taoist temples, I have learned more about both religions and enjoy the impressive buildings that serve as places of worship. Perhaps you can also enjoy the many different designs. My highlight were all the different Chinese instruments on display at one of the temples, I hope to see them in action one day. Here is an example:
https://youtu.be/gIXGfMbw1No?si=sWKu1FrW8OG2Fo1mLäs mer
Kenting Nationalpark
28 oktober 2023, Taiwan ⋅ 🌬 27 °C
Geschrieben von Isabelle
Zur Feier des Tages (Maike hat Geburtstag 🎉) haben wir einen Ausflug in den Kenting Nationalpark gemacht. Zu Maikes großer Freude fand dort gerade ein Iron Man statt, den wir während unseres Aufenthalts mit Begeisterung verfolgen konnten. An unserem ersten Tag waren wir in einem Park mit dem hellsten Leuchtturm Taiwans und malerischen Pavillons auf Klippen. Anschließend kam ich in den Genuss verschiedener Köstlichkeiten des Kenting Night Markets, einem der bekanntesten Märkte Taiwans. Unter anderem gab es frittierte Frühlinszwiebelpfannkuchen (okay, aber nicht umwerfend), Dessertfrühlingsrolle mit Eiscreme und geraspelten Erdnüssen (sehr lecker) und schließlich Taromilch (hat mich etwas an Milch mit Honig erinnert).
Am nächsten Tag ging es auf eine Stranderkundungstour. Das Wasser hier ist wahnsinnig blau und der Boden nicht überall sandig sonder manchmal auch kieselig, was mir sehr gut gefallen hat. Wir waren dann auch noch an einem abgelegenen Strand schwimmen und haben uns einen entspannten Vormittag am Wasser gemacht.
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English version
Written by Isabelle
To celebrate the day (Maike's birthday 🎉) we took a trip to Kenting National Park. To Maike's great joy, there was an Iron Man taking place there, which we watched with enthusiasm during our stay. On our first day, we went to a park with the brightest lighthouse in Taiwan and picturesque pavilions on cliffs. Afterwards, I got to enjoy various delicacies at the Kenting Night Market, one of Taiwan's most famous markets. Among other things, there were fried spring onion pancakes (okay, but not mind-blowing), dessert spring roll with ice cream and grated peanuts (very tasty), and finally taro milk (reminded me a bit of milk with honey).
The next day we went on a beach exploration tour. The water here is insanely blue and clear and the bottom is not sandy everywhere but sometimes pebbly, which I liked very much. We also went swimming at a secluded beach and had a relaxing morning at the water.Läs mer
Huge Buddha museum Fo Guang Shan
30 oktober 2023, Taiwan ⋅ ☀️ 30 °C
Geschrieben von Maike
Das Buddha-Museum neben dem buddhistischen Kloster gehört zur Tempelanlage Fo Guang Shan dazu und ist überwältigend: Nach dem Eingang mit einigen Souvenirshops und Restaurants findet sich ein breiter Weg, der von insgesamt acht Pagoden gesäumt ist und zum Buddha-Museum führt. Im Museum kann man einige Ausstellungen über den Buddhismus (z.B. buddhistische Feste, Buddhas Leben und Grundideen des Buddhismus), Reliquien, Buddhastatuen und Kunstausstellungen besuchen, welche über drei Etagen verteilt sind. Die Pagoden kann man auch betreten und Informationen über die Reliquien dort finden. Außerdem kann man die vergoldete Big-Buddha-Statue besichtigen, die erhöht über dem Museumsgelände wacht und schon von weitem zu sehen ist. Diese Big-Buddha-Statue ist die höchste Statue eines stehenden Buddhas in Südostasien. Insgesamt ist es lohnenswert, das Museum an verschiedenen Tagen zu besuchen, da es dort so viel zu sehen gibt. Übrigens ist das Museum und die Besichtigung der buddhistischen Klosteranlage kostenfrei für alle Besucher*innen, und natürlich auch für uns Freiwillige. Ich habe ein paar Fotos und ein Video von der Museumsanlage gemacht, damit ihr deren riesige Dimension nachempfinden könnt. Diese könnt ihr auch auf der Webseite finden:
https://www.fgsbmc.org.tw/en/index.aspx
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English version:
The Buddha Museum next to the Buddhist monastery belongs to the temple complex of Fo Guang Shan and is overwhelming: Behind the entrance hall with souvenir stores and restaurants, you can find a wide path lined with a total of eight pagodas leading to the Buddha Museum. In the museum you can visit some exhibitions about Buddhism (e.g. Buddhist festivals, Buddha's life and basic ideas of Buddhism), relics, Buddha statues and art exhibitions, which are spread over three floors. You can also enter the pagodas and find information about the relics there. In addition, one can visit the golden Big Buddha statue, which guardes the museum grounds in an elevated position and can be seen from far away. This Big Buddha statue is the tallest statue of a standing Buddha in Southeast Asia. Overall, it is worth visiting the museum on different days for several times as there is so much to see. By the way, the museum and the visit of the Buddhist monastery complex is free of charge for all visitors, and of course also for us volunteers. I have taken a few photos and a video of the museum complex so that you can get a sense of its huge dimension. You can also see this huge scale on the website:
https://www.fgsbmc.org.tw/en/index.aspxLäs mer
Die drei Lehren und Shintoismus
31 oktober 2023, Taiwan ⋅ 🌙 24 °C
Geschrieben von Maike
Nach dem Reisen in Japan und während des jetzigen Aufenthalts im buddhistischen Kloster habe ich mich häufig gefragt, welche unterschiedlichen Religionen in Taiwan, Japan und Asien generell gelebt werden. Und beim Antreffen von Buddhismus, Daoismus, Konfuzianismus und Shintoismus wollte ich etwas mehr über die Unterschiede dieser religiösen Strömungen herausfinden.
Die drei Lehren: Buddhismus, Taoismus und Konfuzianismus
Die drei Lehren sind die sich gegenseitig ergänzenden religiösen Strömungen Buddhismus, Daoismus und Konfuzianismus, die vor allem den chinesischen Raum geprägt haben, aber auch in Japan, Korea, Vietnam und anderen asiatischen Ländern vertreten sind. Die Beeinflussung dieser drei Religionen hat teilweise zu neuen Strömungen geführt (Synkretismus). So hat sich der Chan-Buddhismus (japanisch Zen-Buddhismus) beispielsweise aus der Ergänzung buddhistischer Ideen durch den Daoismus entwickelt, und der Neokonfuzianismus aus der Kombination von Buddhismus und Konfuzianismus. Doch was sind nun die Kerngedanken dieser drei Religionen?
Buddhismus
Der Buddhismus wurde durch die Erleuchtung des Siddharta Gautama unter dem Bodhi-Baum 500 v.Chr. in Indien geprägt. Er kam über verschiedene Handels- und Schiffsrouten nach China, Japan und andere Länder Asiens. Die von Buddha verkündeten „vier edlen Wahrheiten“ beinhalten, 1) dass das Leben von Leiden geprägt ist (Dukkha), 2) dass die Ursache dieses menschlichen Leidens in Gier, Hass und Verblendung liegt (Samudaya), 3) dass das Leiden durch Überwindung der Ursachen reduziert werden kann (Nirodha), und 4) dass sich die Erlösung vom Leiden auf dem „mittleren Weg“ („Edler Achtfacher Pfad“) vollzieht. Der Edle achtfache Pfad wird als „mittlerer Weg“ bezeichnet, da er keine extreme Askese oder Dekadenz beinhaltet, sondern ein Gleichgewicht an Anpassung und Selbstgestaltung. Das Leben von Buddhisten soll sich demnach nach diesem Edlen Achtfachen Pfad richten, der folgende Bestandteile umfasst: 1) rechte Einsicht und Erkenntnis, 2) rechte Gesinnung, Denken und Entscheidung, 3) rechte Rede, 4) rechtes Handeln, 5) rechter Lebenserwerb, 6) rechtes Üben und Anstrengung, 7) rechte Achtsamkeit und Bewusstsein, und 8) rechte Versenkung und Konzentration.
Daoismus (oder auch Taoismus)
Der Daoismus (chinesisch „Lehre vom Weg“) ist eine Philosophie, die durch Laotse 4000 v. Chr. in China gegründet wurde und deren Kerngedanken im Daodejing (übrigens der nach der Bibel meistübersetzte Text) festgehalten sind. Die Grundlage der daoistischen Weltanschauung bildet das Dao (chinesisch „der rechte Weg“), also das ursprünglich Absolute oder das kosmische Naturgesetz, das allem zugrunde liegt. Der Mensch soll sich diesen Gesetzmäßigkeiten der Natur und des Universums anpassen, um in Harmonie mit Dao leben zu können. Das Prinzip des Dao stellt auch das Prinzip von „Leben und Sterben“ und „Werden und Vergehen“ dar. Es muss immer zwei Gegensätze geben, die sich zu einer Ganzheit ergänzen, wie es auch im Yin-Yang-Symbol dargestellt wird. So werden auch bei der Kampfkunst Tai-Chi (auch Tajiqun genannt) gegensätzlich gerichtete, fließende Bewegungen ausgeführt, die sich gegenseitig ergänzen (z.B. oben vs. unten, langsam vs. schnell).
Konfuzianismus
Die durch Konfuzius (auch Kung-Fu-Tse genannt) ca. 500 v. Chr. geprägte philosophische Anschauung ist im Gegensatz zur Volksreligion des Taoismus eher konservativ geprägt. Der Fokus liegt auf der Erhaltung von Recht und Ordnung, um das gesellschaftliche Zusammenleben in einem Staat zu harmonisieren. Der Mensch unterliegt zwar wie im Taoismus den Naturgesetzen, ist jedoch für sein Handeln letztendlich selbst verantwortlich und hat einen freien Willen. Die konservative Sichtweise von Konfuzius umfasst auch, dass nur Auserwählte und „Hochwertige“ über besondere Tugenden verfügen. Diese fünf Tugenden sind Weisheit, Güte, Treue, Ehrfurcht und Mut. Die pantheistische Sichtweise des Konfuzianismus spiegelt sich gut in einem Ausspruch Konfuzius‘ wider: „Unsere Aufgabe ist es, das Erforschbare zu erforschen, das Unerforschbare aber ruhig zu verehren.“
Japan: zusätzlich noch der Shintoismus
Die Ursprungsreligion in Japan ist der Shintoismus, also der Glaube an mystische Götter (kami), die das japanische Volk gegründet haben. Da der Shintoismus keine Vorstellung über das Jenseits des Todes vermittelt, haben die drei Lehren aus China die japanische Religion später ergänzt. Somit finden sich neben der Ursprungsreligion des Shintoismus auch Elemente des Buddhismus, des Taoismus und des Konfuzianismus in Japan wieder. Die Symbiose dieser Religionen bilden in Japan – genau wie in anderen asiatischen Ländern auch – verschiedene Formen des Synkretismus.
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English version
After traveling in Japan and during the current stay at the Buddhist monastery, I often wondered what different religions one can find in Taiwan, Japan and Asia in general. On my way, I discovered Buddhism, Taoism, Confucianism and Shintoism, and wanted to find out a little more about the differences between these religions and philosophies.
Three teachings: Buddhism, Taoism and Confucianism.
The three teachings are the harmoniously aggregating religions of Buddhism, Taoism and Confucianism, which have mainly influenced the Chinese region, but are also present in Japan, Korea, Vietnam and other Asian countries. The combination of these three religions partly led to new philosophical or religious currents (syncretism). For example, Chan Buddhism (Japanese Zen Buddhism) developed from the combination of Taoism and Buddhism, and Neo-Confucianism from the combination of Buddhism and Confucianism. But what are the core ideas of these three religions?
Buddhism
Buddhism was shaped by the enlightenment of Siddharta Gautama under the Bodhi tree in 500 BC in India. It came to China, Japan and other countries in Asia through various trade and shipping routes. The "four noble truths" proclaimed by Buddha include, 1) that life is characterized by suffering (Dukkha), 2) that the cause of this human suffering is greed, hatred and delusion (Samudaya), 3) that suffering can be reduced by overcoming the causes (Nirodha), and 4) that salvation from suffering takes place on the "middle path" ("Noble Eightfold Path"). The Noble Eightfold Path is called the "middle path" because it does not involve extreme asceticism or decadence, but a balance of adjustment and self-fashioning. The lives of Buddhists should thus follow the Noble Eightfold Path, which includes the following components: 1) right insight and cognition, 2) right mind, thought, and decision, 3) right speech, 4) right action, 5) right life acquisition, 6) right practice and effort, 7) right mindfulness and awareness, and 8) right contemplation and concentration.
Taoism
Taoism (Chinese "doctrine of the way") is a philosophy that was founded by Lao Tzu in 4000 BC in China, whose core ideas are recorded in the Daodejing (the most translated text after the Bible). The basis of the Daoist worldview is the Dao (Chinese "the right way"), that is the original Absolute or cosmic natural law that underlies everything. Man should adapt to these laws of nature and of the universe in order to live in harmony with Dao. The principle of Dao also represents the principle of "living and dying" and "becoming and passing away". There must always be two opposites that complement each other to form a wholeness, as it is also represented in the yin-yang symbol. Also in the martial art Tai-Chi (also called Tajiqun), one uses oppositely directed, flowing movements, which complement each other (e.g. up vs. down, slow vs. fast).
Confucianism
The philosophical view coined by Confucius (also called Kung-Fu-Tse) around 500 B.C. is rather conservative in contrast to the popular religion of Taoism. The focus is on maintaining law and order in order to harmonize social coexistence in a state. Although humans are subject to the laws of nature as in Taoism, they are ultimately responsible for their own actions and have free will. Confucius' conservative view also includes that only the chosen and "high scholars" have special virtues. These five virtues are wisdom, goodness, faithfulness, reverence, and courage. The pantheistic view of Confucianism is well reflected in a saying of Confucius: "Our task is to explore the explorable, but quietly revere the inscrutable."
Japan: Shintoism is added
The original religion in Japan is Shintoism, which is the belief in mystical gods (kami) that created the Japanese. Since Shintoism does not include any idea about the afterlife, the three teachings from China later complemented the Japanese religion. Thus, in addition to the original religion of Shintoism, elements of Buddhism, Taoism and Confucianism can also be found in Japan. The symbiosis of these religions create various forms of syncretism in Japan - just as in other Asian countries.Läs mer
Random Observations 4
1 november 2023, Taiwan ⋅ ☁️ 29 °C
Auf Reisen gibt es immer wieder ungewöhnliche, lustige oder überraschende Anblicke. Diese passen leider nicht immer in die Blogeinträge. Deshalb möchten wir sie hier teilen.
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English version
While traveling one often encounters unusual, funny or surprising things. They don’t always fit into the regular posts which is why we would like to share them here.Läs mer
Tainan - the oldest Taiwanese city
2 november 2023, Taiwan ⋅ ☀️ 29 °C
Geschrieben von Maike
Seit gestern Nachmittag haben Isa und ich einen kleinen Ausflug mit Übernachtung nach Tainan gemacht - der ältesten Stadt und früherer Hauptstadt Taiwans, bevor Taipeh zur Hauptstadt wurde. Wir haben uns die für die Stadt typischen süßen kleinen Gässchen angeschaut, wie beispielsweise die Shennong-Street und Snail Alley. Heute haben wir uns den Konfuzius-Tempel und die Fort Zeelandia angeschaut. Letztere wurde im 17. Jahrhundert von den Niederländern errichtet, welche Taiwan damals besetzten. Die Niederländer nannten die Festung "Zeelandia", um das Aufeinandertreffen von Land und See zu verdeutlichen. Der weiße Leuchtturm, der ebenfalls auf dem Festungsgelände zu finden ist, wurde später unter der japanischen Besetzung Ende des 19. Jahrhunderts errichtet. In dieser Zeit entstand auch ein Handelshaus, welches heute auf beeindruckende Art und Weise mit unzähligen, kräftigen Wurzeln des Banyan-Feigen-Baumes überwachsen ist. Daher wird dieses Handelshaus auch "Anping Tree House" genannt.
Der ursprüngliche Name "Tayouan" der heutigen Stadt Tainan soll wohl der Ursprung für den Namen "Taiwan" gewesen sein.
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English version
Since yesterday afternoon, Isa and I went on an overnight trip to Tainan - the oldest city and former capital of Taiwan before Taipei became the capital. We looked at the cute little alleys typical of the city, such as Shennong Street and Snail Alley. Today, we visited the Confucius Temple and Fort Zeelandia. The latter was built in the 17th century by the Dutch, who occupied Taiwan at that time. The Dutch named the fort "Zeelandia" to signify the combination of land and sea. The white lighthouse, which can also be found on the fortress grounds, was later built under Japanese occupation in the late 19th century. During this period, a trading house near the fortress was built too, which today is impressively overgrown with countless roots of the banyan fig tree. Therefore, this trading house is also called "Anping Tree House".
The original name "Tayouan" of the present-day city of Tainan is thought to be the origin of the name "Taiwan".Läs mer
Buddhist wall paintings
5 november 2023, Taiwan
Geschrieben von Maike
Ich habe im Fo Guang Shan Kloster meinen geheimen Lieblingsort gefunden: den Garten neben dem Buddha-Museum. Dieser ist sehr ruhig, da die Touristen hauptsächlich in das Museum gehen und weniger in den leicht versteckten Garten daneben. Er ist sehr friedvoll, gepflegt und beherbergt viele Bäume, Büsche, Pflanzen und einen kleinen See. Außerdem kann man auf der Gebäudewand, die den Garten vom Museum abtrennt, viele schöne buddhistische Wandmalereien entdecken, die ich gern mit euch teilen möchte.
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English version
I found my favourite secret place in Fo Guang Shan Monastery: the garden next to the Buddha Museum. It is very quiet, as the tourists mainly go to the museum and less to the slightly hidden garden next to it. It is very peaceful, well-kept and has lots of trees, bushes, plants and a small lake. You can also discover many beautiful Buddhist wall paintings on the wall of the building that separates the garden from the museum, which I would like to share with you.Läs mer
Chinese tea ceremony
5 november 2023, Taiwan
Geschrieben von Maike
Ich hatte das Glück, hier im Fo Guang Shan Kloster zweimal Einblicke in die chinesische Teezeremonie zu bekommen. Das erste Mal war ich zufällig in der Gemeinschaftshalle unserer Klosterunterkunft, als ein kleiner Junge (ca. 12 Jahre) mich und einen Mitfreiwilligen fragte, ob er für uns Tee machen könne. Er bekomme seit 4 Monaten eine Ausbildung zum Tee-Meister, und möchte uns nun seine Tee-Zubereitungs-Skills zeigen. Es war interessant, ihm bei der Zubereitung von Oolong- und Schwarztee zuzuschauen. Die Kommunikation war leider etwas schwierig, weil er fast ausschließlich Chinesisch sprach, aber dann kam ein Mönch dazu, der bei der Übersetzung half und einige Zubereitungsschritte genauer erklärte. In der chinesischen Teezeremonie wird zuerst der Tee (z.B. Oolong-, schwarzer, roter oder grüner Tee) von einer Bambusschale mit einer Art Bambuslöffel in die Teekanne geschoben. Danach gibt es mehrere Aufgüsse mit 70 bis 95 °C heißem Wasser, wobei das Wasser 45 bis 90 sec (je nach Tessorte und Nummer des Aufgusses) in die Teeblätter einzieht. Nach jedem Aufguss wird der Tee aus der Teekanne in eine andere Teekanne gegeben, damit alle Gäste das gleiche Aroma bekommen, und der Tee nicht weiterzieht, während man ihn auf die verschiedenen kleinen Teeschalen verteilt. Dies wird dann von der 2. Teekanne aus gemacht. Wenn man seine Teetasse leer getrunken hat, bekommt man je nachdem, wie viel Zeit man mitbringt, öfter nachgeschenkt. Der kleine Junge war auf jeden Fall sehr stolz, zwei aus Europa kommenden Gästen Tee zu servieren, und die Atmosphäre war durch seine ihn neckenden Freunde recht locker.
Eine zweite Teezeremonie habe ich am Sonntag in der Nähe eines Tempels erlebt, in welchem zwei Teemeisterinnen roten und grünen Tee servierten. Die Zubereitungsschritte waren ähnlich, nur dass die Ziehzeiten und die Temperatur des Wassers variierten. Interessant fand ich vor allem, dass der grüne Tee, der zu Beginn den Boden der Teekanne bedeckte, nach 6 Aufgüssen so aufgequollen war, dass er die ganze Teekanne ausfüllte und man die ungeschnittenen, großen Teeblätter sehen konnte - wie eine Art Algensalat in der Kanne. Da chinesischer bzw. Taiwanesischer grüner Tee allerdings geröstet und sehr stark zusammengerollt wird, ist dessen Konsistenz und Aroma sehr anders als japanischer, meist gedämpfter grüner Tee.
Da ich die chinesische Teezeremonie schon als sehr abweichend von der japanischen empfand, habe ich zu deren Unterschieden recherchiert, welche ich in einem weiteren Blogartikel beleuchte.
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English version
I was lucky enough to get insights into the Chinese tea ceremony two times here at Fo Guang Shan Monastery. The first time, I happened to be in the communal hall of our monastery accommodation when a young boy (about 12 years old) asked me and a fellow volunteer if he could make tea for us. He had been training for becoming a tea master for 4 months and wanted to show us his tea-making skills. It was interesting to watch him prepare oolong and black tea. Unfortunately, communication was a bit difficult because he spoke almost only Chinese, but then a monk joined us, helping with translation and explaining some of the preparation steps in more detail. In the Chinese tea ceremony, the tea (e.g. oolong, black, red or green tea) is first pushed from a bamboo bowl into the teapot using a kind of bamboo spoon. The tea is then infused several times with hot water (70 to 95 °C). The water is infused into the tea leaves for 45 to 90 seconds (depending on the type of tea and the number of infusions). After each infusion, the tea is transferred from the teapot to another teapot so that all guests get the same flavour and the tea does not continue to infuse while it is being distributed among the various small tea cups. The distribution to the tea cups is done from the 2nd teapot. When you finished your tea in your teacup, you get more tea depending on how much time you bring. The little boy was definitely very proud to serve tea to two guests coming from Europe and the atmosphere was quite relaxed with his friends teasing him.
I experienced a second, more "serious" tea ceremony on Sunday near a temple where two tea masters served red and green tea. The preparation steps were similar, except that the steeping times and the temperature of the water varied. I found it particularly interesting that the green tea, which covered the bottom of the teapot at the beginning, soaked up so much water after 6 infusions that it filled the whole teapot and you could see the uncut, large tea leaves - like a kind of seaweed salad in the pot. However, as Chinese or Taiwanese green tea is roasted and rolled up very tightly, its consistency and flavour is very different to Japanese green tea, which is usually steamed.
I found the Chinese tea ceremony to be very different from the Japanese one, so I researched the differences, which I will explain in another blog article.Läs mer
Mindful Meals
7 november 2023, Taiwan ⋅ ☁️ 29 °C
Geschrieben von Isabelle
Nachdem Maike schon ein bisschen was über das Klosterleben geschrieben hat, wollte ich einen detaillierteren Eintrag zu einer unserer Lieblingsroutinen im Kloster schreiben: Dem formellen Essen. Zu jeder Mahlzeit kann man sich dafür entscheiden, nach Klostertradition oder als regulärer Gast zu speisen. Im Rahmen des formellen Essens kommt fast das gesamte Kloster zusammen (Nonnen und Mönche, Studierende, Mitarbeitende und Freiwillige) und versammelt sich etwa 10 Minuten vor Beginn vor dem formellen Speisesaal. Mit einer Art Klanghölzer wird in der Regel einige Minuten vorher auf das anstehende Essen aufmerksam gemacht. Anschließend wird sich im Falle der Leute in Zivil, wie wir, in Zweierreihe aufgestellt und auf den Einlass gewartet. Beim Betreten dieses besonderen Speisesaals sieht man links und rechts vor sich sehr lange Tischreihen, jeweils etwa 15 parallel angeordnet mit einem breiten Gang in der Mitte, der die Verlängerung des Eingangs darstellt und an dessen Ende eine Buddhafigur türmt. Die Zweierreihen marschieren schließlich ein und füllen die langen Tischreihen. Vor dem Setzen verbeugt man sich vor Buddha und nimmt schließlich sehr leise Platz. Anschließend treten jeweils die Nonnen, Mönche und die Studierenden (alle in verschiedenen Uniformen) in ihren jeweiligen Zweierreihen ein und nehmen nach einer Verbeugung ebenfalls Platz. Sobald alle sitzen wird ein Gebetsgesang angestimmt, der je nach Mahlzeit variiert. Während des Gebets werden in Rekordzeit alle Teller und Schüsseln, die vor einem am gegenüberliegenden Tischrand stehen gefüllt. In der Mitte steht ein ovaler Teller für Gemüse und Tofu, links oben eine Schüssel Reis und rechts oben eine Schüssel mit Brühe. Mit Ende des Gebets darf man zuerst den ovalen Teller näher zu sich heranbringen, und dann kreuzweise den Reis nach unten rechts und die Suppe nach unten links bewegen. Dann wird schweigend gegessen. Diese Atmosphäre war für mich, für die Mahlzeiten oft auch soziale Anlässe sind, eingangs sehr ungewohnt. Jedoch dauerte es nicht lange, bis ich diese meditative Art des Essens lernte wertzuschätzen. In Deutschland kommt es nur sehr selten vor, dass man sich ausschließlich aufs Essen fokussiert. Oft läuft noch Musik, man unterhält sich, schaut nebenbei ein Video oder daddelt am Handy. Diese Art des formellen Essens hier im Kloster löst in mir im Kontrast immer wieder eine tiefe Ruhe und Dankbarkeit für die Mahlzeit aus.
Nach dem Essen bleibt man sitzen und stapelt zunächst seine Schüsseln rechts des ovalen Tellers und bewegt sie anschließend kreuzweise zurück an den oberen Tischrand. Nach etwa 20 Minuten wird dann ein kürzeres Gebet angestimmt und alle stehen auf und verbeugen sich erneut vor Buddha. Im Anschluss verlassen alle gemeinsam in Formation den Speisesaal. Die Formation der Leute in Zivil löst sich direkt am Ausgang gewöhnlich auf während die Nonnen und Mönche sowie die Studierenden in Formation zur nächsten Aktivität gehen. Doof ist es manchmal, wenn man auf der falschen Seite dieser Formation stehen geblieben ist und eigentlich kreuzen müsste, um an sein Ziel zu kommen. Dann bleibt nur warten übrig, bis die Formation vorbeigezogen ist oder man unterbricht die Formation, um sich den Weg zu bahnen (kommt selten vor, ich weiß nicht, wie gern das gesehen ist).
Insgesamt finde ich diese Art des achtsamen Essens überraschend angenehm. Trotzdem esse ich aus Zeitgründen und zum socializen mit anderen Freiwilligen nicht immer im formellen Speisesaal. Vielleicht könnt ihr ja auch mal ausprobieren, wie es so ist nur zu essen und nichts anderes zu machen. Vielleicht könnt ihr dem ja auch was abgewinnen.
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English version
Written by Isabelle
After Maike had already written a bit about monastery life, I wanted to write a post about one of our favorite routines in the monastery: the formal meal. At every meal, you can choose to dine according to monastery tradition or as a regular guest. During the formal meal, almost the entire monastery comes together (nuns and monks, students, staff, and volunteers) and assembles about 10 minutes before the start in front of the formal dining hall. Usually, a kind of wooden clapper is used to draw attention to the upcoming meal a few minutes before. Subsequently, in the case of people in civilian clothing like us, we line up in pairs and wait for admission. When entering this special dining hall, you see very long rows of tables to your left and right, about 15 of them in parallel, arranged in in a way that leaves a wide aisle in the middle, which is the extension of the entrance. At the end of the central aisle, there's a Buddha figure. The pairs march in and fill the long rows of tables. Before sitting down, one bows to Buddha and then takes a seat very quietly. After that, the nuns, monks, and students (all in different uniforms) each enter their respective rows and also take a seat after bowing. Once everyone is seated, a prayer is sung, which varies depending on the time of the day. During the prayer, all plates and bowls that stand in front of you at the opposite edge of the table are filled in record time. In the middle is an oval plate for vegetables and tofu, a bowl of rice on the upper left, and a bowl of broth on the upper right. When the prayer ends, you can first move the oval plate closer to you and then move the rice down to the right and the soup down to the left in a cross. Then you eat in silence. This atmosphere, was initially unfamiliar to me since I associate eating with socializing. However, it didn't take long for me to learn to appreciate this meditative way of eating. In Germany, it is very rare to focus exclusively on the act of eating. Often, there is music playing, conversations happening, videos on, or people are glued to their phones. This formal dining style here in the monastery repeatedly fills me with a deep sense of calm and gratitude for the meal in contrast.
After eating, you remain seated and initially stack your bowls to the right of the oval plate and then move them back in a cross to the top edge of the table. After about 20 minutes, a shorter prayer is sung, and everyone stands up and bows to Buddha again. Then, everyone leaves the dining hall together in formation. The formation of people in civilian clothing usually dissolves right at the exit, while the nuns, monks, and students continue in formation to the next activity. It can be a bit tricky sometimes when you've accidentally ended up on the wrong side of this formation and need to cross to reach your destination. In that case, you either have to wait until the formation has passed or interrupt it to make your way through (which is rare, and I'm not sure how well it's received).
Overall, I find this mindful way of eating surprisingly pleasant. However, due to time constraints and for socializing with other volunteers, I don't always dine in the formal dining hall. Perhaps you can try it sometime to see what it's like to just eat without doing anything else. Maybe you'll also find something to appreciate in it.Läs mer
The Artsy Side of Kaohsiung
8 november 2023, Taiwan ⋅ ⛅ 27 °C
Geschrieben von Isabelle
Heute habe ich einen Ausflug nach Kaohsiung gemacht, um mir die künstlerisch geprägten Orte der Stadt anzuschauen. Mein erstes Ziel war ein sehr besondere U-Bahnstation: Formosa Boulevard. Dort gibt es einen großen Dom aus bemaltem Glas, der in regelmäßigen Abständen beleuchtet wird, damit man die Zeichnungen besser bestaunen kann. In einer bunten Mischung von Farben kann man die interessantesten Motive entdecken: Fische, Bäume, Vögel, Unterwasserwelten, Quallen, Ausschnitte des Universums, ein Fötus im Mutterleib. Es hat mir sehr viel Spaß gemacht, mich von den Farben und Motiven verzaubern und hypnotisieren zu lassen. Vor allem, weil dieses magische Kunstwerk in einer U-Bahnstation zu finden es, wo jede:r es genießen kann.
Anschließend ging es für mich zum Pier2 Art Center, einem Viertel, dass sich durch zahlreiche Outdoor- und Indoorausstellungen, Museen, Gallerien, kleine Handwerksläden und niedliche Restaurants auszeichnet. Obwohl ich keine Zeit hatte, mir eine Ausstellung näher anzuschauen, hat es mir viel Spaß gemacht, durch dieses schöne Viertel am Hafen zu spazieren. In jeder Ecke gab es etwas zu entdecken und einige der Kunstwerke haben sehr gut mit mir resoniert. Vielleicht ist ja auch was für euren Geschmack dabei.
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English version
Written by Isabelle
Today, I took a trip to Kaohsiung to explore some of the artsy places in the city. My first destination was a particularly unique subway station: Formosa Boulevard. There, a grand dome made of painted glass captivated my attention. At regular intervals, it is illuminated to showcase the intricate drawings, featuring a vibrant mix of colors and fascinating motifs such as fish, trees, birds, underwater worlds, jellyfish, glimpses of the universe, and even a fetus in the womb. I thoroughly enjoyed letting myself be enchanted and hypnotized by the colors and designs, especially considering that this magical artwork is located in a subway station, making it accessible for everyone to enjoy.
Afterward, I headed to Pier2 Art Center, an area distinguished by numerous outdoor and indoor exhibitions, museums, galleries, small craft shops, and charming restaurants. Although I didn't have time to explore an exhibition in detail, strolling through this beautiful harbor-side neighborhood was a delight. Every corner held something to discover, and some of the artworks resonated strongly with me. Perhaps you'll find something to your liking as well.Läs mer
Chinese tea ceremony II
10 november 2023, Taiwan ⋅ ⛅ 32 °C
Geschrieben von Maike
Heute hatten wir die Ehre, im Teeraum des Twin Pavilion in Fo Guang Shan von einem englischsprechenden, buddhistischen Mönch eine einfache Version der chinesischen Teezeremonie unterrichtet zu werden.
Im Chan-Buddhismus (Zen-Buddhismus) wird Teezeremonie als eine Art achtsame Meditation betrachtet, die man allein oder mit Freunden in Stille durchführt. Aus diesem Grund gibt es einen bedeutungsvollen chinesischen Spruch: "Chan (Zen) und Tee haben den gleichen Geschmack". Es gibt verschiedene Versionen der Teezeremonie in Bezug auf den Grad der Formalität (z. B. nur eine Teetasse mit den Teeblättern darin vs. Teekanne mit extra Teetassen), die Anzahl der Gäste (allein vs. mehrere Gäste/Freunde), und der Zeitpunkt der Entstehung eines bestimmten Teezeremonie-Stils. Bei weniger formellen Teezeremonien ist es heutzutage auch ab und zu „erlaubt“, sich mit Freunden zu unterhalten und sich dabei mehr auf das Teetrinken zu konzentrieren als sonst.
Die chinesische Teezeremonie bietet die Möglichkeit, während der Meditation alle fünf Sinne zu erfahren: Sehen (jede Bewegung mit den Augen verfolgen), Schmecken (Geschmack des Tees beim Trinken), Riechen (Duft des Tees vor dem Trinken), Tasten (Tee-Utensilien mit den Händen führen) und Hören (Stille um einen herum). Ihr könnt einen Teil der Einführung in die Teezeremonie durch den buddhistischen Mönch im Video sehen. Und wenn ihr die chinesische Teezeremonie selbst ausprobieren möchtet, folgt einfach diesen Schritten:
Schritte für chinesische Teezeremonie (einfachste Version)
- 1) Setze dich an einen Tisch, der die notwendigen Utensilien für die Teezeremonie bereithält (von links nach rechts: Behälter für benutzter Wasser, Teetasse mit Deckel, welche auf einem Teller steht, Stofftuch, Teegabel, Teelöffel (sieht aus wie halboffene Bambus-Dose), Teebehälter und heißes Wasser in der Teekanne über dem Teelöffel
- 2) Meditiere mit geschlossenen Augen, bevor du mit der Teezubereitung beginnst
- 3) Nimm den Deckel von der Teetasse und lehne ihn von rechts gegen den Teller
- 4) Gieße heißes Wasser (wenn möglich 100 °C für chinesischen (High Mountain) Tee) aus der Teekanne in die Tasse, um sie zu erwärmen
- 5) Verschließe die Tasse wieder mit dem Deckel und warte
- 6) Nimm den Deckel wieder von der Teetasse, gieße das heiße Wasser aus der Tasse in den Behälter für genutztes Wasser und stelle die Tasse wieder auf den Teller.
- 7) Nimm den Bambuslöffel und stelle ihn vor dich hi.
- 8) Öffne den Teebehälter und transportiere die Teeblätter mit der Bambusgabel vom Behälter zum Bambuslöffel
- 9) Nimm den Bambuslöffel mit dem Tee in die Hand und rieche den Tee (zum Einatmen mit der Nase dicht an den Tee herangehen, zum Ausatmen den Kopf zur Seite drehen, um nicht auf den Tee zu atmen)
- 10) Nutze die Bambusgabel, um den Tee vom Bambuslöffel in die Tasse zu bringen
- 11) Lege die Bambusgabel und den Löffel wieder an ihren Platz zurück
- 12) Gieße heißes Wasser über den Tee und verschließe die Tasse mit dem Deckel
- 13) Lasse den Tee 60 bis 90 Sekunden ziehen (erster Aufguss)
- 14) Nimm den Deckel von der Tasse und schaue dir die entfalteten Teeblätter im Wasser achtsam an
- 15) Fasse die Teetasse mit beiden Händen an und trinke den Tee langsam (bevor du den Tee schluckst, behalte ihn 3 Sekunden lang im Mund) (schwierigere und ältere Version des Teetrinkens der alten Teemeister: Nimm den Teeteller mit der rechten Hand, drücke den leicht angelehnten Deckel mit der linken Hand gegen die Teeblätter und trinke den Tee)
- 16) Konzentriere dich beim Teetrinken auf jeden einzelnen Schritt (Tasse halten, Tee aus der Tasse in den Mund bringen, Tee im Mund behalten und dann hinunterschlucken)
- 17) Mache weitere Teeaufgüsse (so viele du möchtest)
Während der gesamten Teezeremonie:
- Lege deine Hände übereinander vor den Teeutensilien (mit linker Hand unten), wenn du sie nicht bewegst (aber bleibe nicht in einer starren Haltung, sei entspannt und locker, denn nur Entspannung ermöglicht einen klaren Geist)
- Richte deine Aufmerksamkeit auf jede Bewegung, die du ausführst, und wenn du keine Bewegung ausführst, richte die Aufmerksamkeit auf die Stille (welche wir in unserem täglichen Leben normalerweise nicht beachten)
- Falls du irgendwo Wassertropfen hinterlässt, wische diese mit dem Stofftuch weg
Mein persönlicher Eindruck war, dass sich die chinesische Teezeremonie in erster Linie auf Achtsamkeit und Präsenz während der Zubereitung und während des Teetrinkens fokussiert ist. Anstatt sich wie bei der japanischen Teezeremonie an detaillierte Regeln zu halten, wie der Tee zubereitet wird und wie man sich bewegt, erlaubt die chinesische Teezeremonie mehr Freiheiten bzgl. der einzelnen Bewegungen, Haltungen und Schritte. Solange die Achtsamkeit da ist, macht man alles richtig.
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English version
Today, we were honored to be taught about a simple version of Chinese tea ceremony by an English-speaking Buddhist monk in the tea room of the Twin Pavilion of Fo Guang Shan.
In Chan (Zen) Buddhism, Chinese tea ceremony can be seen as some kind of mindful meditation that you do alone or share with friends in silence. This is why you sometimes find the Chinese meaningful saying “Chan (Zen) and Tea has the same flavour” on the scrolls. There are different versions of it regarding the level of formality (e.g. only one tea cup with the tea leaves inside vs. tea pot with extra tea cup), number of guests (alone vs. several guests / friends) and age of style. In less formal tea ceremonies, one is also allowed to talk with friends and just be more focused on the tea drinking compared to usually. Chinese tea ceremony provides the opportunity to meditate with all five senses: seeing (following every movement with your eyes), tasting (…the flavour of the tea whilst drinking), smelling (…the scent of the tea before drinking it), touching (…the tea utensils), and hearing (…the silence around you). You can see some part of the introduction by the Buddhist monk in the video. And if you want to try out Chinese tea ceremony by yourself, just follow those steps:
Steps for simple Chinese Tea ceremony
1) Sit down in front of a table that provides the necessary tools for tea ceremony (from left to right: container for wasted water, tea cup with lid standing on a plate, wiping cloth, tea fork, tea spoon, tea container and hot water in tea pot above the tea spoon
2) Meditate in silence with closed eyes before starting making tea
3) Take the lid from the tea cup and lean it against the plate from the right
4) Pour hot water (if possible, 100 °C for Chinese (High Mountain) tea) from the kettle to the cup to warm it up
5) Close the cup with the lid again and wait
6) Take the lid from the tea cup again, pour the hot water from the cup to the container for wasted water and put the cup back on the plate
7) Take the bamboo spoon and put it in front of you
8) Open the tea container and transport the tea leaves from the container to the bamboo spoon with the bamboo fork
9) Hold the bamboo spoon with the tea and smell it (coming close with the nose to the tea for breathing in, turning your head to the side to breath out away from the tea to not spoil it)
10) Use the bamboo fork to transport the tea from the bamboo spoon into the cup
11) Put the bamboo fork and spoon back to their place from the beginning
12) Pour hot water over the tea and close the cup with the lid
13) Let the tea infuse for 60 to 90 sec (first infusion)
14) Take the lid from the cup and look carefully at the unfolded tea leaves in the water
15) Take the tea cup with both hands and drink the tea slowly zip by zip (before you swallow the tea, leave it in your mouth for 3 sec) (more difficult and old version of drinking the tea: take the tea plate with the cup on it with your right hand, push the slightly leaned lid against the tea leaves in the cup with your left hand and drink the tea)
16) Focus your attention on all the steps whilst drinking tea (holding the cup, transferring the tea from the cup to your mouth, leaving the tea inside your mouth, swallowing it down the throat…)
17) Continue with more tea infusions (as often as you want)
Throughout the whole tea ceremony:
- Rest your palms above each other in front of the tea utensils with the left hand at the bottom whenever they are not moving (but don’t stay in a rigid posture, be relaxed and flexible as only relaxation allows a clear mind)
- Focus your attention on every movement you do, and if you don’t move focus your attention on the silence (what we usually don’t do in our daily life)
- Wipe away water from the tea cup with the wiping cloth
My personal conclusion is that Chinese tea ceremony focusses primarily on mindfulness and attention during the act of preparing and drinking tea. Rather than sticking to detailed rules of how to make tea and how to move like in the Japanese tea ceremony, Chinese tea ceremony allows more flexibility of single movements, postures and behaviors. As long as you are mindful, you are doing everything in the right way.Läs mer
Japanese vs. Chinese tea culture
11 november 2023, Taiwan ⋅ ⛅ 25 °C
Geschrieben von Maike
Wie bereits in einem der vorangegangenen Blogeinträge erwähnt, möchte ich die japanische und die chinesische Teekultur und Teezeremonie miteinander vergleichen, da beide recht unterschiedlich sind.
Obwohl die japanische Teekultur historisch gesehen von der chinesischen Teekultur abstammt (Tee wurde von China nach Japan gebracht), haben sich beide im Laufe der Jahre in jedem Land unabhängig voneinander weiterentwickelt, je nach landesspezifischen gesellschaftlichen und kulturellen Bedingungen. Die wichtigsten Gemeinsamkeiten und Unterschiede sind in der Tabelle auf dem Foto zu sehen.
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English version
As already mentioned in one of the previous blog entries, I want to compare Japanese and Chinese tea culture and tea ceremony as both of them are quite different.
Even though the Japanese tea culture originates from Chinese tea culture historically seen (tea was brought from China to Japan), they developed independently from each other in each country over the years, according to country-specific culture, society and traditions. The main similarities and differences are shown in the table you can see on the photo.Läs mer
Excerpts from monastery life
12 november 2023, Taiwan ⋅ ⛅ 26 °C
Geschrieben von Maike
Gestern früh war das "Morning Chanting" etwas länger, da der Geburtstag der Medicine Buddhas gefeiert wurde. Die Lied-Texte zur Ehrung des Medicine Buddhas, der für Heilung und die "richtige" Medizin zur Erlösung von Leiden steht, habe ich als Fotos angehangen, falls es euch interessiert. Außerdem durften wir an einer Tonsur-Zeremonie teilnehmen, in der die Mönche und Nonnen symbolisch einen Haarschnitt bekamen (ihr Kopf hatte bereits eine Tonsur, die kurz vor der Zeremonie geschnitten wurde), die sich für einen lebenslangen Eintritt in das Kloster und die Lehre des Buddha-Dharma entscheiden. Mit dieser Zeremonie erhalten sie auch ihren "Dharma-Namen", der sie als Teil des buddhistischen Ordens anerkennt. Man durfte während dieser Zeremonie Fotos und Videos machen, weswegen ich diese ebenfalls mit euch teilen wollte. Danach haben wir Freiwilligen noch ein Foto mit den buddhistischen Lehrmeistern gemacht, die für ihre Schüler*innen ebenfalls bei der Zeremonie anwesend waren.
Und noch zur Belustigung: Gestern hatten wir eine Qi-Gong-Stunde mit anderen taiwanesischen, eher älteren Mitarbeiter*innen des Klosters. Unser Lehrer war sehr begeistert, ein paar internationale Freiwillige in seiner Stunde zu haben, und forderte uns manchmal auf, bestimmte Übungen vorzuzeigen, da wir teilweise etwas mehr biegsam waren als die anderen Teilnehmenden. Ein Video könnt ihr im Anhang finden. Und weil der Lehrer eine sehr positive und aufgeheiterte Stimmung verbreitete, hat dieser von außen eher wie "Gymnastikübungen für Senioren" wirkende Kurs sehr viel Freude gemacht!
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English version
Yesterday morning, the "Morning Chanting" took longer as usually, as the Medicine Buddha's birthday was celebrated. The Medicine Buddha symbolizes healing and the "right" medicine for reducing suffering. There is a photo with the lyrics of the chanted verses, that show well in which way the medicine buddha is honoured.
Additionally, we took part in a tonsure ceremony, in which those monks and nuns were symbolically given a haircut (their heads already had a tonsure which was cut just before the ceremony), who decide to be monastics for their entire life and follow the teachings of the Buddha Dharma. With this ceremony, they also receive their "Dharma name" which is given when they enter the Buddhist order in the monastery. We were allowed to take photos and videos during this ceremony, which is why I wanted to share them with you. Afterwards, we volunteers took a photo with the Buddhist masters who wanted to join their disciples at the ceremony.
And for further amusement: Yesterday we had a Qi Gong class with other Taiwanese, rather older employees of the monastery. Our teacher was very excited to have a few international volunteers in his class and sometimes asked us to demonstrate certain exercises as we were partly a bit more flexible than other participants. And because the teacher spread a very positive and cheerful atmosphere, this course, which from the outside looked more like "gymnastic exercises for seniors", was a lot of fun! Please see the video attached.Läs mer
Parks, Art and Bubble Tea in Taichung
15 november 2023, Taiwan
Geschrieben von Isabelle
Nachdem wir am Mittwoch das Kloster verlassen haben, um weiter durch Taiwan zu reisen, haben wir zwei Tage in Taichung verbracht. Wir haben die Stadt als sehr lebendig und bunt erlebt, was unter anderem an den zahlreichen Nachtmärkten, szenischen Orten und verschiedenen Ausgehmöglichkeiten liegt. So sind wir zum Beispiel durch einige malerische Parks und entlang bunter Kanäle spaziert, haben einen Kunstpark besucht, und natürlich Essen von einem Nightmarket gegessen. In dem Kunstpark sind wir sogar aus Versehen über eine Vernissage slowakischer Künstler gestolpert, von denen uns eine direkt eine kleine Einführung in ihre Werke gegeben hat.
Am nächsten Tag ging es bei einem Besuch im Rainbow Village ebenso künstlerisch weiter. Dort gibt es viele kleine Häuser, die vom Boden bis zur Dachspitze bemalt sind und sich entlang niedlicher Gassen schlängeln. Wie zu erwarten war dieses Ausflugsziel auch bei Kindern sehr beliebt, sodass wir unsere Zeit dort mit mehreren Kindergartengruppen verbrachten. Schließlich konnten wir auch etwas selbstgemalte Kunst beisteuern, bevor die Reise weiterging.
Am letzten Tag in Taichung gab es zum Abschluss noch Original Bubble Tea von den Erfindern des Bubble Tea. Etwa in der Größe meines Kopfes (siehe Bild). Der war sehr lecker!
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English version
Written by Isabelle
After leaving the monastery on Wednesday to continue our journey through Taiwan, we spent two days in Taichung. We found the city to be lively and colorful, thanks in part to the numerous night markets, scenic locations, and various entertainment options. For instance, we strolled through some picturesque parks and along colorful canals, visited an art park, and, of course, indulged in food from a night market. In the art park, we even accidentally stumbled upon an exhibition by Slovakian artists, one of whom gave us a brief introduction to her works.
The next day, our artistic exploration continued with a visit to Rainbow Village. There, many small houses are painted from floor to roof, lining charming alleys. As expected, this destination was also very popular among children, and we found ourselves sharing the space with several kindergarten groups. Eventually, we were able to contribute some of our own hand-painted art before continuing our journey.
A stop at the original restaurant that invented bubble tea concluded our time in Taichung. The bubble tea was very delicious an roughly the size of my head (see picture).Läs mer
Rezept-Ideen aus Asien
16 november 2023, Taiwan ⋅ ☀️ 30 °C
Hier sollen die Rezepte leckerer Gerichte aus Asien gesammelt werden, falls jemand von euch Lust hast, mal etwas selbst auszuprobieren.
Here is a collection of good recipes from Asia, in case you want to try out some of them.
1) Singapur / Malaysia:
Thunder Tea Rice (with Green tea)
https://whattocooktoday.com/hakka-ground-tea-ri…
2) Malaysia (also Indonesia): Peanut Rice Crackers
https://tasteofnusa.com/rempeyek-kacang/
3) Thailand: Tom Yum Soup
https://www.eatingthaifood.com/tom-yum-soup-rec…
Vegetarian version: https://www.thespruceeats.com/vegetarian-tom-yu…
4) Thailand: Mango Sticky Rice
https://www.eatingthaifood.com/thai-mango-stick…
5) Thailand: Pad Thai
https://tastesbetterfromscratch.com/pad-thai/
Vegan version:
https://minimalistbaker.com/easy-tofu-pad-thai/
6) Japan: Self-created recipe by bulgarian Couchsurfing host living in Tokyo (bulgarian-japanese kitchen):
• cut eggplant to cubes
• heat water with miso paste
• add eggplant, onion, canned tuna, and fish salt or nori / kelp
• cook for some minutes
7) Japan: Osaka Takoyaki, vegan version: https://flouredframe.com/vegan-takoyaki/
8) Japan: Japanese Cheesecake
https://runawayrice.com/desserts/cotton-cheesec…
9) Japan: Onigiri
- Mit Lachs: https://1mal1japan.de/rezepte/onigiri-mit-lachs…
- Vegane Option:
https://biancazapatka.com/de/onigiri-knusprige-…
10) Japan: Okonomyiaki (typical for Hiroshima)
https://www.justonecookbook.com/okonomiyaki/
Vegetarian version: https://www.easycheesyvegetarian.com/vegetarian…
11) Japan: Daifuku Mochi (süße Reiskuchen mit frischen Erdbeeren)
https://1mal1japan.de/rezepte/ichigo-daifuku-mo…
12) Japan: ohagi (autumn style Japanese rice cakes):
https://www.justonecookbook.com/ohagi-botamochi/
https://youtu.be/UDBKYMTHBuc?si=N1frkl1nIhUKbxsO
13) Taiwan: Matcha-Tofu-Pudding (funktioniert auch ohne Matcha)
https://www.lowcarbingasian.com/keto-matcha-tof…
14) Taiwan: gekochte Tee-Eier (mit schwarzem Tee und Shitake-Pilzen)
- Version ohne Shitake-Pilze:
https://www.fernweh-koch.de/rezept-taiwanische-…
- Version mit Shitake-Pilzen:
https://zy-precision.com/taiwanesisches-tee-ei-…
15) Taiwan: Bubble Tea
- Laut Isa das beste Rezept :)
https://www.youtube.com/watch?v=fzTc7EaK1rY&…
- man kann auch Schnell-Koch-Tapiokaperlen (5 Minuten) nehmen, das beschleunigt die Zubereitung ungemein
- als vegane Milchalternative empfiehlt sich alles, was Barista im Namen trägt
16) Taiwan: Taro-Balls (süß, in verschiedenen Dessertspeisen zu finden)
- https://www.honestfoodtalks.com/taro-balls-reci…
- Taroballs können beispielsweise in einer süßen Suppe mit Kidney- / Adzuki- / Mungbohnen serviert werden
16) Singapur/ Malaysia: Kaya Toast
https://www.seriouseats.com/singapore-style-sof…
17) Indonesien: Gado Gado Salat (Salat mit Tempeh / Tofu und Erdnusssauce)
https://www.recipetineats.com/gado-gado-indones…
- für eine vegane Version Eier und Krabbenchips weglassen
- Empfehlung für die Erdnusssauce: Zitronengras hinzufügen
18) Indonesien: Schwarzer Reis-Pudding (vegan, geeignet für Frühstück als Porridge-Ersatz)
https://www.heynutritionlady.com/indonesian-bla…Läs mer














































































































































































































































ResenärIm wahrsten Sinne des Wortes eine Wissenschaft für sich. Freut mich, dass du Uji besuchen konntest. Klingt nach dem perfekten Ort für dich 🍵😁
ResenärOh ja, es ist wirklich eine Wissenschaft für sich 😅 Aber ja, für Tee-Liebhaber ist Uji der perfekte Ort 😏