• Karl Heinz
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Radreise

Juli - Dezember 2019 Les mer
  • Tag 106 - Istanbul

    28. oktober 2019, Tyrkia ⋅ ☁️ 19 °C

    0 km / 4240 km - 0 / 424 Stunden

    Ausgaben:

    0 € / 45,5 € Transport (Fähre, etc.)
    0 € / 927,5 € Lebensmittel
    8 € / 736 € Unterkunft
    0 € / 220,5 € Eintrittspreise
    0 € / 146 € Anschaffungen
    61 € / 83 € Ersatzteile

    69 € / 2127,5 € Gesamt

    Reisen ist kein Urlaub!

    Am meisten nerven mich Probleme, die durch Unwillen, Unfähigkeit, oder schlicht Ignoranz anderer verursacht werden. Letzteres am meisten. Keinerlei Effektivität aufweisen, sich selber und vor allem anderen im Weg stehen und daher schon gar keine Effizienz aufweisen, ist eine der schlimmsten Eigenschaften eines Menschen für mich.
    Und meine Erkältung! Leider hat sie mich in den letzten Tagen doch erwischt und ist nun Bestandteil meines Alltags, den ich nun zum Ausruhen nutzen muss, als dazu die Stadt zu erkunden.

    Aber der Reihe nach.

    In den vergangenen Tagen habe ich mich um die Referenznummer für mein Iranvisum gekümmert.
    Online eine entsprechende Agentur rausgesucht und an einem Dienstag die Sache angestoßen.
    Donnerstag und/oder Freitag können die einzelnen Behörden in diesem multireligiösen Land geschlossen sein. Somit habe ich meine Referenznummer Samstag Abend.
    Am Montag macht die iranische Botschaft gegen eins die Türen auf.
    Am Dienstag ist Feiertag in der Türkei. Was bedeutet, dass die Banken am Montag schon um zwölf schließen. Was ja auch verständlich ist, wenn der nächste Tag ein freier Tag ist, warum nicht den Tag davor nur einen halben Tag arbeiten?
    Somit kann ich mein Visum erst am Mittwoch bezahlen. Also besuchte ich die Bank am Mittwoch.
    Mit der Bestätigung der Zahlung von der Bank ging es zurück zur Botschaft. Der Beamte meinte, dass ich mein Visum dann am Freitag abholen könnte. Also schleppe ich mich erkältet unnötigerweise ein drittes Mal dort hin.

    Die Geschichte von Tom und Jule war eine andere:
    Montag die Referenznummer beantragt, Dienstag bekommen.
    Mittwoch zur Botschaft, zur Bank, zurück zum Schalter und mit dem Visum raus. Ungefragt wurde ein Expressvisum daraus gemacht und die beiden zahlen 25 € pro Person mehr.
    Somit hatten sie es noch vor mir. Ich kann nicht einmal behaupten, dass ich die 25 € mehr gerne bezahlt hätte. Da wir ohnehin keinen Plan für unsere Weiterreise hatten, bedeutete das außer Verwunderung keinen Stress. Aber diese Unklarheiten, Planlosigkeiten und das lose Zusammenarbeiten der Behörden haben mich für meinen Geschmack einmal zu viel dahin geführt.

    Danach wollte ich noch, den Fahhradladen von Gürsel Akay aufzusuchen. Dem hiesigen Vertrieb von Rohloff. Wir stehen schon seit Griechenland in Kontakt, weil ich einige Teile benötige.
    Hier fülle ich meine Ölfläschchen auf, kaufe neue Handschuhe, weil eine Ziege mir einen weggenascht hat und nehme eine Fahrradkiste mit, weil noch nicht klar ist, wie wir weiter reisen und die Räder transportieren.

    Die Hinfahrt war einfach.
    Die neue U-Bahn Marmaray fährt direkt hin. Und so wollte ich mit meiner Fahrradkiste wieder mit der U-Bahn zurück.
    Keine Chance. Die Kiste ist zu groß.
    Dies teilte mir der Wächter mit, während er ein Fahrrad durchließ.
    Warum nun die Kiste zu groß ist, aber deren Inhalt in zusammengebautem Zustand nicht, war mir egal und jedwede Diskussion zu müßig. Der Bus hat mich mitgenommen und die Fähre genug Platz. So bin ich sogar noch näher am Hostel dran, als ich das mit der Maramray gewesen wäre.

    Der Sonnenuntergang und die Stimmung ist so schön, dass die Freude wieder zurückkehrt.

    Song des Tages
    Dandelion - Baby Woodrose
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  • Tag 114 - Yalova

    5. november 2019, Tyrkia ⋅ ⛅ 21 °C

    15 km / 4255 km - 2 / 426 Stunden

    Ausgaben:

    6 € / 52,5 € Transport (Fähre, etc.)
    5 € / 942 € Lebensmittel
    0 € / 776 € Unterkunft
    0 € / 220,5 € Eintrittspreise
    0 € / 152,5 € Anschaffungen
    0 € / 84 € Ersatzteile
    0 € / 52 € Visum

    11 € / 2255,5 € Gesamt

    Der Tag des Aufbruchs ist gekommen.
    Gesund fühle ich mich noch immer nicht. Aber wir müssen weiter.

    So schieben wir uns wieder durch die Stadt, auf die Südseite der Halbinsel und zum Fährterminal Yenikapı. Zuerst wollten wir auf der anderen Seite vom Bosporus entlang fahren und erst später eine Fähre südlich nehmen. Aber dann entschließen wir uns doch zur Vernunft und lassen den Verkehr hinter uns.

    Die Überfahrt ist angenehm und erspart uns viele Mühen.
    Auf der anderen Seite haben wir nun offiziell Asien unter die Räder genommen.
    Natürlich waren wir auch so schon in Asien, aber das ist etwas ganz anderes.

    Die Tage neigen sich wie das Jahr schnell dem Ende zu.
    Somit geht die Sonne schneller unter, als es und lieb ist. Und so kaufen wir noch für das Abendessen und schieben uns den Berg hinauf aus der Stadt hinaus.

    Für mich mit meiner Erkältung eine gewisse Anstrengung.
    Zum Glück fahren wir nicht mehr sehr weit und schlagen das Lager auf einer Wiese hinter einem Hang auf.
    Tschechisches Manöver zu dritt. Aber ganz getarnt sind wir dann doch nicht. Der Weg unmittelbar neben uns lies sich dann nicht vermeiden. Aber der Verkehr hält sich in Grenzen und es stört sich niemand an unserer Anwesenheit.
    Lediglich ein Hund zieht auf dem Kamm des Hügels an uns vorbei, stört sich aber mit an uns.

    Song des Tages
    Don't Pay The Ferryman - Chris de Burgh
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  • Tag 115 - Boyalıca

    6. november 2019, Tyrkia ⋅ ☀️ 20 °C

    40 km / 4295 km - 8 / 434 Stunden

    Ausgaben:

    0 € / 52,5 € Transport (Fähre, etc.)
    0 € / 942 € Lebensmittel
    0 € / 776 € Unterkunft
    0 € / 220,5 € Eintrittspreise
    0 € / 152,5 € Anschaffungen
    0 € / 84 € Ersatzteile
    0 € / 52 € Visum

    0 € / 2255,5 € Gesamt

    Die Nacht war nicht erholsam.
    Gegen Mitternacht besuchte uns ein Rudel Hunde. Ob hier unsere Sichtung von gestern Abend dabei war, weiß ich nicht.
    Der klanglich größte von ihnen bellte eine Minute bedrohlich und die anderen stimmten ein. Aber das ganze war schnell vorbei. Bis sich die dunkelste Leuchte im Rudel wahrscheinlich den Leithund kurz aus den Augen verlor und wieder zu den Zelten drehte.
    Ab diesem Zeitpunkt bellte er ohne Unterlass eine dreiviertel Stunde vor sich hin.

    Irgendwann ließ er ab und kehrte zu dem nun im Dorf sein Unwesen treibenden Rudel zurück.
    Dann war Ruhe bis zwei Uhr. Der geistig zu kurz geratene Vierbeiner war zurück und bellte nun eineinhalb Stunden! Ich versuchte mir immer mein Husten zu unterdrücken, schaffte es aber nicht immer. Und gerade als er wohl gehen wollte, hörte er mich wieder. Kam dann aber nur kurz zurück.

    Danach holte ich meinen Schlagstock vom Fahrrad. Das nächste Mal hätte ich die Konversation gesucht. Aber es blieb ruhig.

    Der Morgen war sonnig und warm. Zwar war der Husten noch da, wurde aber besser.
    Unser Tee und das Frühstück halfen gut.
    Schon innerhalb der ersten zehn Kilometer hatten wir wieder steile und endlose Berge zu erklimmen.
    Eigentlich keine große Sache. Aber nicht in meinem Gesundheitszustand.

    Ich lag einige Meter hinter Tom und Jule. Auf dem Berg angekommen warteten sie auf mich und ich sah drei Räder.
    Kein Fieber! Der französische Radler Enki lief uns über den Weg.
    Da wir eine angenehme Route vor uns und er noch keine hatte, verbrachten wir den Tag zusammen und fuhren weiter südwärts auf den See bei Iznik zu.

    Die Natur war wunderschön und da es die meiste Zeit abwärts ging, konnte ich mich gut erholen. Die Olivenhaine waren prächtig. Unter ihnen sattes Grün und ein Blätterdach als Sonnenschutz. Leider war diese Strecke nur kurz und wir stießen bald auf die große Straße um den See herum.

    Es dauerte auch nicht lange, bis wir den ersten Platten des Tages hatten.
    Enkis Vorderrad hat es erwischt. Aber nach zehn Minuten hielt auch wieder die Luft im Reifen.

    Im Ort Boyalıca kauften wir uns Vorräte für den Abend und den Morgen.
    Es gab wie immer Cay und die Sonne neigte sich dabei herrlich dem Horizont entgegen.
    Wie in Trance mussten wir uns wieder aus der Gemütlichkeit los reisen.

    Als ich auf dem Fahrrad saß, fühlte sich mein Hinterrad weicher an, als üblich.
    Da war er nun. Der erste Platten meines Hinterrades.
    Aber wie meine Großmutter schon immer sagte: "Wer weiß denn, zu was es gut ist." Eine sehr kluge Frau.

    So kullere ich noch ein paar Meter den Hang hinab um eine Kurve und sehe dort eine Tankstelle mit Kompressor stehen. Wenn ich Platten habe, dann gibt es keinen besseren Platz.
    Während ich dort hocke, umringt von meinen Mitreisenden, kommen schon die ersten Menschen und sind sehr interessiert an uns.

    Als erstes sticht ein Mann aus der Runde, der auf den Namen Alican Karatekin hört.
    Das wussten wir aber erst, nachdem wir uns in den Sozialen Medien vernetzt hatten.
    Von nun an wird uns Karate-Ali noch öfter antreffen.

    Der nächste im Bunde ist Soner.
    Ich denke, es ist sicher zu sagen, dass er einer der ersten Radreisenden der Türkei war und einer der wenigen Radler hier überhaupt. Zumindest in dieser Menge und Intensität.
    Soner ist Lehrer und lädt uns für den nächsten Tag in seine Schule ein und für die Nacht zu sich nach Hause. Das nehmen wir gerne an.
    Dann muss er leider los. Zu Hause wartet eine Feier auf ihn.

    Nachdem der Reifen wieder voll ist, fahren wir nicht viel weiter.
    Es wird dunkel und der Stadtpark sieht einladend aus. Besser gesagt, der umzäunte Fußballplatz. Hier sind wir sicher vor den Hunden und haben sogar ein Podest, auf dem wir die Zelte aufschlagen können.

    Nachdem die Dunkelheit hereingebrochen war und wir angefangen haben zu kochen, kommt ein Sicherheitsmann auf uns zu und will uns verscheuchen. Mit gebrochenem Türkisch und Übersetzern versuchen wir zu reden, aber es bringt nichts. Er stürmt heraus und schaltet das Flutlicht ein. Ich bin froh, das Tor nicht noch abgeschlossen zu haben.
    In dem Licht sieht der Platz noch ungenutzter und verwahrloster aus. Sollte hier morgen gespielt werden? Über das Podest hinweg?

    Wie auch immer. In diesem Moment kam Karate-Ali von irgendwo her, mitsamt einem Fußballspieler, Platzwart und dem Sicherheitsmann. Auf einmal war alles gut und alle freuten sich über unseren Besuch.

    Song des Tages
    Princess of the Night - Saxon
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  • Tag 116 - Isnik

    7. november 2019, Tyrkia ⋅ ⛅ 19 °C

    20 km / 4315 km - 2 / 436 Stunden

    Ausgaben:

    0 € / 52,5 € Transport (Fähre, etc.)
    3 € / 945 € Lebensmittel
    0 € / 776 € Unterkunft
    0 € / 220,5 € Eintrittspreise
    0 € / 152,5 € Anschaffungen
    0 € / 84 € Ersatzteile
    0 € / 52 € Visum

    3 € / 2258,5 € Gesamt

    Welche Zufälle und Wege das Schicksal doch immer wieder findet.
    Bei meiner letzten Reise in die Türkei sinnierte ich bereits darüber und schrieb meine Gedanken nieder. Jetzt ist es wieder so. Das Gefühl ist zurück.

    Rekapitulieren wir, wie alles begann.
    Als ich die Reise plante war nicht klar, welche Ausstattung mein Rad bekommen soll. Nach langem Überlegen entschied ich mich für die Nabenschaltung in der Speedhub. Leider ist sie so undicht, dass ich vorsorglich kurz vor Istanbul das Öl gewechselt habe. Ich wusste, dass es in Istanbul einen einzigen Vertrieb von Rohloff gab. Den letzten für die nächsten geplanten Kilometer. Also suchte ich Gürsel Akay auf. Ein toller Mensch und wir pflegen einen guten Kontakt.

    Nun ist gestern mein Hinterreifen nicht ohne Platten durch den Tag gekommen und ich musste ihn flicken.
    Hier kam gestern Soner ins Spiel. Wiederum ein guter Freund von Gürsel und nur vor Ort, weil er gerade gestern Abend eine Feier hat und der Lieferservice ohne zu liefern wieder gefahren ist. Den wollte er zurück holen.
    Somit stieß er auf uns, wir auf ihn und wurden für den nächsten Tag in seine Schule eingeladen. Er ist Lehrer und würde sich freuen, wenn wir den Kindern etwas Abwechslung bieten können.

    So, nun stehen wir also hier in Kontakt zu Gürsel und Soner. Das ist der erste Akt. Der nächste sollte nicht lange auf sich warten lassen.

    Doch nun zum restlichen Tag.
    Gleich am Morgen besucht uns wieder Karate-Ali. Wir kochen Tee und reden wieder über unsere Reise, machen Fotos und frühstücken zusammen. Gegen zehn haben wir alles zusammengepackt und unser Fußballfeld verlassen. Dass wir die Schule von Soner aufsuchen wollen, hatten wir schon gestern beschlossen.
    Also brechen wir auf Richtung Çakırca. Nach wenigen Kilometern sehen wir am Straßenrand bei einem Händler wieder Karate-Ali. Er freut sich uns zu sehen und unsere Verwirrungen über seine Verirrungen nehmen langsam ab.

    In der Schule angekommen ist die Aufregung groß. Alle strömen zu uns und wir sind sofort von den kurzen umringt. Es gibt erst mal Tee mit den Lehrern und dann werden ein paar Bilder ausgetauscht und den Kindern etwas erklärt.
    Lange währte das aber nicht. Nach kurzer Zeit schon spielten wir mit der ganzen Meute und fingen am Nachmittag an, die Schule zu streichen.
    Die war so liebevoll und detailliert hergerichtet, dass man sich wünschte, auch nochmal zur Schule zu gehen.

    Als der Abend herein brach, sind wir nach Isnik aufgebrochen.
    Soner hat uns zu sich eingeladen und das haben wir natürlich nicht abgeschlagen.
    Wir kommen mit Einbruch der Dunkelheit an, sodass uns nichts anderes übrig bleibt, als einkaufen zu gehen und uns auf das Abendessen zu konzentrieren.

    Leider muss Soner früh raus und wir waren so müde, dass wir recht zeitig ins Bett gegangen sind.
    Es war ein guter Tag mit tollem Schlaf.

    Song des Tages
    School's Out - Alice Cooper
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  • Tag 117 - Hundchens Olivenhain

    8. november 2019, Tyrkia ⋅ ☀️ 19 °C

    25 km / 4340 km - 5 / 441 Stunden

    Ausgaben:

    0 € / 52,5 € Transport (Fähre, etc.)
    0 € / 945 € Lebensmittel
    0 € / 776 € Unterkunft
    0 € / 220,5 € Eintrittspreise
    0 € / 152,5 € Anschaffungen
    0 € / 84 € Ersatzteile
    0 € / 52 € Visum

    0 € / 2258,5 € Gesamt

    Heute morgen verabschiedet sich Enki von unserer Gruppe.
    Für Ihn geht es zurück nach Istanbul und dann mit dem Flugzeug nach Südostasien. Doch das geht nicht ohne Karate-Ali. Wie wir an der Kreuzung stehen und reden, stubst er mich von hinten an und freut sich, uns zu sehen.
    Insgeheim hat sicher jeder von uns darauf gewartet, wann er denn endlich auftaucht.

    Wir restlichen drei setzen unsere Reise nach Osten fort. Der Tag ist schön warm und sonnig. Da wir Strecke machen wollen, lassen wir die Stadt leider zu schnell hinter uns. Gerne hätte ich mir noch die Stadtmauer angesehen. Mit 6 km Länge wohl eine der längsten verbliebenen Stadtmauern der Geschichte.

    Nach dem See geht es wieder steil bergan.
    Und das über einige Kilometer. Zwischendrin halten wir noch bei einer Händlerin für Obst und Gemüse. Ich wollte mir nur Birnen kaufen. Aber hier kauft man nicht nur eine Sache. Man geht mit den Taschen voller Dinge, für die man nicht mal zahlen muss.
    Wir freuen uns mindestens so sehr, wie die gute Frau.

    Merklich kürzer werden jetzt die Tage.
    So suchen wir schon am frühen Abend nach einem schönen Platz. Fündig werden wir in einem Olivenhain. Hier wartet ein kleiner Hund auf uns, der sich sehr über Gesellschaft freut. Auch wenn er erst noch schüchtern ist, schläft er die Nacht an mein Zelt gelehnt und ist am Morgen gänzlich in unserer Mitte.

    Song des Tages
    Black Sheep Of The Family - Rainbow
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  • Tag 118 - Bilecik

    9. november 2019, Tyrkia ⋅ ☀️ 20 °C

    45 km / 4385 km - 6 / 447 Stunden

    Ausgaben:

    0 € / 52,5 € Transport (Fähre, etc.)
    8 € / 945 € Lebensmittel
    0 € / 776 € Unterkunft
    0 € / 220,5 € Eintrittspreise
    0 € / 152,5 € Anschaffungen
    0 € / 84 € Ersatzteile
    0 € / 52 € Visum

    8 € / 2266,5 € Gesamt

    Hier beginnt nun der zweite Akt der Begegnungen, Zufälle und Kontakte.
    Soner erzählte uns von Hakan in Bilecik. Scheinbar auch ein enthusiastischer Radler, welchen wir besuchen wollten. Besser gesagt, lud er uns ein und wir nahmen dankbar an.

    So verlassen wir den Olivenhain und Hundchen schweren Herzens am Morgen und setzen Kurs nach Süden Richtung Bilecik. Vorher stoßen wir in einem Ort auf einen Markt, über den wir eigentlich nur kurz schlendern wollten.
    Am Ende waren wir drei Stunden hier, haben für fast nichts bezahlt und waren wieder umringt von vielen tollen Menschen. Ich freue mich, das erste Mal auf der Reise frische Moorrüben zu bekommen und schlage mir gleich den Bauch voll.

    Nach dem ersten Cay überkommt mich das Gefühl, mal wieder meine Nussmischung aufzufüllen und besuche den Stand mit Nüssen, Trockenfrüchten und allerlei Leckereien.
    Der Verkäufer freut sich so sehr, dass es wieder Cay gibt, viele nette Worte und so vieles mehr, neben meinem eigentlichen Einkauf, dass ich gar nicht weiß, wo ich alles unterbringen soll.

    Leider neigt sich der Tag schon wieder dem Ende zu und wir waren mit Hakan verabredet. Also schieben wir uns einen ganz langen Berg nach Bilecik hinauf. Hakan fragte inzwischen, wann wir ankämen, allerdings ohne weitere Hinweise. Nur dass er eine Überraschung für uns hat.
    In Bilecik geht es erst mal den Berg wieder etwas hinunter. Während der Abfahrt sehe ich schon vor Tom und Jule einen Mann auf die Straße springen und winken. Ich denke mir, dass das nur Hakan sein kann. Und so war es auch. Dies war vor einem Museum, in das wir herzlich eingeladen waren wurden und in welchem schon auf uns gewartet wurde. Nebst Direktor, Reporterin und anderen Leuten stand Hakan und freute sich über seine neuen Gäste.

    Nach der Museumsführung mit leckeren Getränken ging es mit Hakan weiter durch die Stadt. Viele Orte zu besuchen und Personen zu treffen.
    Er versucht so oft Radreisende zu Besuch zu haben, wie es ihm nur möglich ist. Und so kommen auch wir in den Genuss seiner Gastfreundschaft und finden auch bei ihm Unterkunft.

    Nachdem wir diese bezogen hatten, gingen wir essen und zu einer Ballettaufführung.
    Natürlich war das wieder eine Überraschung und wir entsprechend gekleidet. Aber es störte keinen und wir hatten einen interessanten Abend.

    Song des Tages
    So Come On - The Atomic Bitchwax
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  • Tag 119 - Söğüt

    10. november 2019, Tyrkia ⋅ ☀️ 17 °C

    30 km / 4415 km - 5 / 452 Stunden

    Ausgaben:

    0 € / 52,5 € Transport (Fähre, etc.)
    0 € / 945 € Lebensmittel
    0 € / 776 € Unterkunft
    0 € / 220,5 € Eintrittspreise
    0 € / 152,5 € Anschaffungen
    0 € / 84 € Ersatzteile
    0 € / 52 € Visum

    0 € / 2266,5 € Gesamt

    Heute Morgen liegt etwas in der Luft.
    Die ganze Stadt ist angespannt und im Aufbruch. Es ist der Atatürk-Gedenktag.
    Und wir mischen uns mit Hakan unter die Leute. Es geht zeitig am Morgen zum Platz, auf dem die Feierlichkeiten stattfinden. Er ist umringt von Polizisten, Militärs in Ausgehuniformen und Würdenträgern der Stadt. Die Ansprache beginnt pünktlich und die Zeremonie ist so organisiert, dass pünktlich die Schweigeminute beginnen kann.

    Danach geht es weiter zur zur Enthüllung einer Collage von Bilder vom Begründer der modernen Republik. Die Straße ist voll und ruhig. Es ist klar, wie die Sympathien verteilt sind.
    Wir treffen noch den Bürgermeister und ein paar Leute, die sich über unsere Anwesenheit wundern.
    Auch bekannte Gesichter von gestern Abend sind mit dabei und wir gehen zu fünft Mittagessen.

    Am frühen Nachmittag starten wir dann noch bei schöner Wärme aus Bilecik heraus.
    Wir verabschieden uns von Hakan und er gibt uns einen Kontakt nach Eskişehir. Damit endet der zweite Akt der Kontakte der Radenthusiasten und beginnt der dritte.

    Es geht auf die Stadt Söğüt zu. Die Straße ist gut, die Sonne prächtig, aber die Luft kühlt sich schon merklich ab. Bei Sonnenuntergang erreichen wir die Stadt.

    Söğüt - gesprochen: Süt - was wiederum Milch in der Landessprache bedeutet.

    Schnell wird klar, dass wir heute nicht viel weiter kommen.
    Wir kaufen ein und steuern einen potentiellen Platz zum Zelten an. Aber der offenbart sich als ungeeignet. Also wieder den Berg hoch und Richtung Straße zurück.
    Auf den Karten ist ein Weg eingezeichnet, der glücklicherweise durch Regen und Erdrutsche nicht mehr so einfach befahrbar ist.

    Hier treffen wir auf Serkan. Er steht gerade draußen vor seinem Haus und wir fragen ihn, ob wir die Zelte in seinem Vorgarten aufschlagen können.
    Am Ende schlafen wir im Haus seiner Eltern und es wird uns schon Abendessen zubereitet.

    Seine kleine Tochter schläft gerade im Wohnzimmer. Während wir dort zu Cay sitzen, wacht sie auf. Erst sehr schüchtern, erweist sie sich als kleiner Wirbelwind voller Energie und hält uns ganz schön auf Trab.
    Später kommen noch die Frau von Serkan dazu, sein Freund mit Familie und wir verbringen einen sehr geselligen Abend zusammen.

    Song des Tages
    In the Summertime - Mungo Jerry
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  • Tag 120 - Eskişehir

    11. november 2019, Tyrkia ⋅ ☁️ 16 °C

    45 km / 4460 km - 5 / 457 Stunden

    Ausgaben:

    0 € / 52,5 € Transport (Fähre, etc.)
    0 € / 945 € Lebensmittel
    0 € / 776 € Unterkunft
    0 € / 220,5 € Eintrittspreise
    0 € / 152,5 € Anschaffungen
    0 € / 84 € Ersatzteile
    0 € / 52 € Visum

    0 € / 2258,5 € Gesamt

    Der Morgen beginnt, wie der Abend geendet hat. Der kleine Quirl spielt mit uns und die Familie macht uns Frühstück.
    Wir packen am Mittag unsere Sachen und spielen draußen noch mit der Tochter. Sie hat noch meinen Tiger in Beschlag und den Bären von Jule. Zum Glück hat mir Enki ein paar Tage vorher eine Legofigur geschenkt. Der Handel erfolgt gerecht und korrekt. Alle sind zufrieden.

    Der Vater von Serkan freute sich sehr über unsere Anwesenheit und wie wir mit seiner Familie umgegangen sind. Wir würden gerne mehr von uns da lassen. Aber außer Erinnerungen und ein paar Aufklebern können wir nichts bieten.
    Mit der Hilfe der Familie schieben wir die Fahrräder den Hang zur Straße hinauf und verabschieden uns.

    Von hier an geht es bis nach Eskişehir erstmal einen ganz langen Berg hinauf. Aber die Natur ist schön und erholsam und bis auf den wenigen Verkehr gibt es nichts auszusetzen.
    Nach einigen Kilometern durch die schöne Landschaft stoßen wir auf die große Überlandstraße, welcher wir bis kurz vor Eskişehir folgen. Der Verkehr ist dicht und die Szenerie langweilig.

    Aber wir haben schon eine Unterkunft im Haus des hiesigen Fahrradvereins.
    Die Unterkunft wird uns kostenfrei überlassen und wir haben einen Ofen und Holz. So kommen wir gemütlich und warm durch den Abend. Draußen fällt das Thermometer immer weiter und wir sind froh, dass wir die Zelte eingepackt lassen können.

    Song des Tages
    Cry Of The Banshee - Brocas Helm
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  • Tag 121 - Solaranlage

    12. november 2019, Tyrkia ⋅ ⛅ 16 °C

    30 km / 4490 km - 3 / 460 Stunden

    Ausgaben:

    0 € / 52,5 € Transport (Fähre, etc.)
    0 € / 945 € Lebensmittel
    0 € / 776 € Unterkunft
    0 € / 220,5 € Eintrittspreise
    0 € / 152,5 € Anschaffungen
    0 € / 84 € Ersatzteile
    0 € / 52 € Visum

    0 € / 2258,5 € Gesamt

    Der Ofen ist auf Zimmertemperatur.
    Die Glut reicht nicht mehr aus, um das Feuer neu zu entfachen. Aber mit etwas Geduld haben wir es wieder warm.

    Draußen lacht wieder die Sonne und es gibt kaum noch Anzeichen dafür, dass die Nacht kalt war.
    So frühstücken wir zeitiger als üblich und fahren schon gegen zehn Uhr nach Eskişehir.

    Für die Stadt nehmen wir uns weniger Zeit, als es mir lieb wäre. Aber es wird eben immer kälter und wir müssen sehen, dass wir voran kommen.
    Aber Zeit für die Altstadt und einen Kaffee haben wir dann doch.

    Während wir auf den Bänken unter den Bäumen des Cafés saßen, kam eine Gruppe von Filmemachern vorbei und fragte, ob wir Teil des neuen Werbefilms für die Stadt seien wollten.
    So kam es, dass wir doch länger blieben, nun in der Türkei auf Video genannt sind und noch eine kostenlose Stadtführung bekommen haben.

    Als sich der Tag der Ende neigte, fuhren wir noch aus der Stadt heraus. Heute wollten wir noch weiter und nicht noch in der Stadt verweilen. Die Außenbereiche von Eskişehir sind sehr lang. So kamen wir erst nach langer Zeit an die Stadtgrenze.

    Plötzlich war die Nebenstraße zuende. Zurück war keine Option der Umweg wäre zu weit. Also schieben und tragen wir alles den berg hinauf und über die Leitplanke auf die Straße.
    Kurz vor Einbruch der Dunkelheit erreichen wir eine Solaranlage neben der wir unser Lager aufschlagen.
    Niemand stört sich daran. Das Wachpersonal freut sich über Gesellschaft.

    Song des Tages
    Psychobilly Freakout - The Reverend Horton Heat
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  • Tag 123 - Polatlı

    14. november 2019, Tyrkia ⋅ ☁️ 18 °C

    70 km / 4645 km - 6 / 472 Stunden

    Ausgaben:

    0 € / 52,5 € Transport (Fähre, etc.)
    0 € / 945 € Lebensmittel
    0 € / 784 € Unterkunft
    0 € / 220,5 € Eintrittspreise
    0 € / 152,5 € Anschaffungen
    0 € / 84 € Ersatzteile
    0 € / 52 € Visum

    0 € / 2266,5 € Gesamt

    Heute passierte nichts nennenswertes.
    Die Natur ist in ihrer Einsamkeit und Kälte bezaubernd schön.
    Nur schieben wir uns auf der Hauptstraße entlang, die zwar befahrbar ist, aber sonst nur langweilig.
    Aber das bringt uns voran.
    Für die Nacht wird wieder ein Feld ausgewählt. Hier sind hunderte Schnecken unterwegs und alle hängen aneinander. Wenigstens nicht an mir, oder meinem Zelt. Ein zweites Schneckenland bleibt mir somit erspart.

    Song des Tages
    Metal Heart - Accept
    Les mer

  • Tag 124 - Haymana

    15. november 2019, Tyrkia ⋅ ☁️ 11 °C

    35 km / 4680 km - 5 / 477 Stunden

    Ausgaben:

    0 € / 52,5 € Transport (Fähre, etc.)
    0 € / 945 € Lebensmittel
    10 € / 794 € Unterkunft
    0 € / 220,5 € Eintrittspreise
    0 € / 152,5 € Anschaffungen
    0 € / 84 € Ersatzteile
    0 € / 52 € Visum

    10 € / 2276,5 € Gesamt

    Heute Morgen war es kalt und hat geregnet.
    Auch nach dem Frühstück saßen wir noch lange im zelt und überlegen, in welcher Regenpause wir die Zelte trocken einpacken können. Gegen Mittag färbten sich die Wolken lange genug von dunklem grau zu weniger hellem weiß, sodass wir mit einem Lappen ein brauchbares Ergebnis erzielen konnten.

    Aber nach kurzer Fahrt schon, war der Regen zurück.
    Und noch 30 Kilometer bis zu der nächsten Stadt.
    Das war der erste Tag der Reise, an dem ich meinen Regenponcho aus seiner Verpackung holen musste.

    In Haymana dann angekommen, wollten wir nicht weiter. Außerhalb der Stadt würde uns nichts anderes erwarteten, als Regen und Kälte. Somit war klar, dass wir erst essen gehen und uns dann um eine Unterkunft kümmern würden. Doch zunächst war der Berg auf dem die Stadt lag zu erklimmen. Nässe von außen, Nässe von innen.

    Auf dem zentralen Platz angekommen war schnell ein Restaurant gefunden und dank der freundlichen Leute darin noch schneller eine passende Unterkunft.
    Heute schlafen wir in einem Spa-Hotel mit Hamam. Letzteres wird sich umgehend aufgesucht.

    Song des Tages
    Ain't Fit To Live Here - Graveyard
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  • Tag 125 - Leere Scheune

    16. november 2019, Tyrkia ⋅ ☀️ 15 °C

    50 km / 4730 km - 5 / 482 Stunden

    Ausgaben:

    0 € / 52,5 € Transport (Fähre, etc.)
    0 € / 945 € Lebensmittel
    0 € / 794 € Unterkunft
    0 € / 220,5 € Eintrittspreise
    0 € / 152,5 € Anschaffungen
    0 € / 84 € Ersatzteile
    0 € / 52 € Visum

    0 € / 2276,5 € Gesamt

    Endlich lacht die Sonne wieder.
    Im oberen Stockwerk ist die verglaste Dachterrasse des Hotels, auf der wir unser Frühstück einnehmen.
    Voller Freude auf die Sonne.

    An Haymana ist die Straße wenig befahren, gut ausgebaut und von herrlicher Landschaft umgeben.

    Wir beschließen bis Anbruch der Dunkelheit zu fahren und dann einen Platz zum zelten zu suchen.
    In den Gemäuern einer alten Scheune werden wir fündig und können unsere Bedürfnisse nach Abgeschiedenheit, Unauffälligkeit und Wetterschutz vollends erfüllen.

    Wir haben eine sehr kalte Nacht erwartet und wurden nicht enttäuscht. Ich war froh, dass ich meine Thermounterwäsche angezogen habe.
    Gegen drei Uhr wurde ich wach und musste zur Toilette. Die Zeltpane ließ ihre Beweglichkeit missen und wurde zur Tür. Das war die erste Nacht bei Frost.

    Song des Tages
    Jane - Jefferson Starship
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  • Tag 126 - Im Nichts

    17. november 2019, Tyrkia ⋅ ☀️ 12 °C

    55 km / 4785 km - 7 / 489 Stunden

    Ausgaben:

    0 € / 52,5 € Transport (Fähre, etc.)
    0 € / 945 € Lebensmittel
    0 € / 794 € Unterkunft
    0 € / 220,5 € Eintrittspreise
    0 € / 152,5 € Anschaffungen
    0 € / 84 € Ersatzteile
    0 € / 52 € Visum

    0 € / 2276,5 € Gesamt

    Als ich heute Morgen das Zelt geöffnet habe, lag die Umgebung noch unter dem Frost der letzten Nacht.
    Es ist erstaunlich, wie schnell sich das bei den ersten Sonnenstrahlen des Tages verändert.

    Schon nach dem Frühstück waren die Zelte so trocken, dass wir sie problemlos einpacken konnten.

    Heute ging es den ersten Teil der Strecke nur an der Schnellstraße entlang.
    Zum Glück bogen wir dann südlich Richtung Kulu ab. Hier worden noch die Vorräte aufgefüllt und dann auf einer schönen und verlassen Straße in immer leerere Gegenden vorgedrungen.
    Einem Einheimischen verdanken wir die Information, dass es in dieser Stadt wohl den besten und ausgezeichnetesten Döner geben sollte leider hatte er heute geschlossen.

    Auf halber Strecke zum Salzsee begegneten wir zwei Schäfer mitten im Nichts. Im absolut Nichts. Nichts außer unbestellten Feldern und den Schäfern samt Schafen. Und das soweit das Auge reichte. Bis zum Horizont. Und das nicht nur sprichwörtlich.
    Gut, die Schafsherde hatte dann schon nach einigen Metern ihr Ende. Aber die Felder nicht.

    Es hätte keinen Unterschied gemacht, wo wir die Zelte aufgeschlagen würden. So bogen wir kurz nach der Herde auf das Feld.

    Song des Tages
    St. Elmo's Fire - John Parr
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  • Tag 127 - Şereflikoçhisar

    18. november 2019, Tyrkia ⋅ ☀️ 12 °C

    40 km / 4825 km - 3 / 492 Stunden

    Ausgaben:

    0 € / 52,5 € Transport (Fähre, etc.)
    0 € / 945 € Lebensmittel
    0 € / 794 € Unterkunft
    0 € / 220,5 € Eintrittspreise
    0 € / 152,5 € Anschaffungen
    0 € / 84 € Ersatzteile
    0 € / 52 € Visum

    0 € / 2276,5 € Gesamt

    Der Blick aus dem Zelt ließ mich etwas vermissen.
    Tom und Jule waren mitsamt Zelt verschwunden. Zumindest entzogen sie sich meinem Blick geschickt im Nebel. Und das obwohl wir die Nacht näher aneinander gezeltet haben, als je zuvor. Windschutz!

    Selten konnte ich in einem Nebel weniger sehen. Und während ich frühstückte hörte ich Glocken in einiger Entfernung. Eine Schafherde rückte an. Nach zehn Minuten waren wir umringt von Schafen und Hunden, welche erstaunlich unbeeindruckt von unserer Anwesenheit waren. Auch der Schäfer auf einem Esel ritt seelenruhig an uns vorbei, ohne wirklich Notiz zu nehmen.

    So verbesserte sich die Sichtweite um einige Meter, dass wir es wagen konnten, die Straße wieder zu befahren.
    Es wurde aber aufgrund der uns umgebenden Nässe so kalt, dass ich anhalten, und meine oberste Jacke anziehen musste.

    Dann geschah es.
    Ich hörte Tom nur noch sagen: "Nein! Wie stehen die Chancen?"
    Und dann sah ich ihn. Einen anderen Radreisenden aus dem Nebel brechen. Ich wusste gleich, wer er war. Aber ich wollte den beiden nicht die Überraschung verderben.
    Als er uns erreichte rief er: "Tom, Jule, Benjamin"

    Völlig verwirrt sahen die beiden einander um.
    Lukas hatte uns eingeholt.
    Vor einigen Tagen war er mit Mandy und Nancy unterwegs. Hat sich dann von den beiden gelöst und Strecke gemacht. Für ihn erzählte ich Mandy von unserer beabsichtigten Route, auf der er uns gefolgt war.

    So begrüßten wir unser neues Mitglied.
    Gemeinsam ging es dann weiter bis in die nächste Stadt.

    Doch vorher erwartete uns noch der Salzsee.
    Ein beeindruckendes Erlebnis. Er ist vollkommen begehbar, solange man es nicht übertreibt. Und obwohl die Aussicht etwas zu kurz kam, war das Licht hervorragend, um ein tolles Ensemble auf die Fotos zu bekommen.

    Song des Tages
    Go Your Own Way - Fleetwood Mac
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  • Tag 128 - Höhle Ersele

    19. november 2019, Tyrkia ⋅ ☀️ 9 °C

    80 km / 4905 km - 6 / 498 Stunden

    Ausgaben:

    0 € / 52,5 € Transport (Fähre, etc.)
    8 € / 953 € Lebensmittel
    0 € / 794 € Unterkunft
    0 € / 220,5 € Eintrittspreise
    0 € / 152,5 € Anschaffungen
    0 € / 84 € Ersatzteile
    0 € / 52 € Visum

    8 € / 2284,5 € Gesamt

    Es fröstelte mich bei dem Gedanken raus zu gehen.
    Die Aussicht auf schönes Wetter lag hinter den nächsten Bergen.
    Zu allem Überfluss habe ich meine Schuhe auf dem Fensterbrett stehen lassen. Zum lüften und trocknen, so sagte ich mir.
    Leider hatte der Nebel draussen andere Pläne. So waren meine Radschuhe unangenehm feucht.
    Als wir nach dem Frühstück noch immer kein Licht am Ende des Nebels sehen konnten, sind wir dann in diesen hinein.

    An der nächsten Tankstelle wollte ich Benzin für meinen Kocher holen. Benzin war aus. Sie Gründe dafür würden uns zwar erklärt, blieben aber doch undurchsichtig.
    Aber wir haben Wasser bekommen können.

    So schieben wir uns durch die Landschaft und die Berge hoch.
    Als wir einige Höhenmeter gemacht hatten, schien die Sonne auch wieder auf uns herab. Ich tauschte die Schuhe und war froh, wieder warme Füße haben zu können.

    Lukas hat sich heute sie Strecke ausgesucht.
    Er zeigte, dass sein Gespür richtig war. Trotz meiner anfänglichen Skepsis hatten wir eine schön befahrbare Straße mit herrlicher Landschaft.

    Als sich die Sonne hinter die Berge bewegt hat, fanden wir eine tolle Höhle, wie für uns gemacht.
    Jeweils zwei von uns hatten einen Raum.
    Der Gemeinschaftsraum und Eingang verfügten über einen Rauchabzug. So konnten wir mit einem Feuer einen tollen Abend genießen.

    Song des Tages
    Respect - Aretha Franklin
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  • Tag 129 - Göreme

    20. november 2019, Tyrkia ⋅ ☀️ 10 °C

    60 km / 4965 km - 6 / 504 Stunden

    Ausgaben:

    0 € / 52,5 € Transport (Fähre, etc.)
    4 € / 957 € Lebensmittel
    0 € / 794 € Unterkunft
    0 € / 220,5 € Eintrittspreise
    0 € / 152,5 € Anschaffungen
    0 € / 84 € Ersatzteile
    0 € / 52 € Visum

    4 € / 2288,5 € Gesamt

    Als es heller wurde, stellte ich überrascht fest, wie viele Ausgänge unsere Höhle doch hat. Es waren insgesamt acht. Und durch alle drang Licht herein. Sogar bis in den Raum, in welchem Lukas und ich die Zelte aufgeschlagen hatten.
    Ich dachte zuerst, dass das wohl der Raum in der Mitte der Höhle sein musste und am abgeschiedensten von allen, aber nein. Es leuchtete sogar bis zum Zelt.

    Ich drehte als erstes eine Runde um die Höhle, weil ich das ganze Ausmaß mal bei Tageslicht sehen wollte. So viele der Eingänge waren gut getarnt und ich brauchte gute zwanzig Minuten, bis ich einmal herum war.

    Nachdem wir gepackt hatten, erkundeten wir dann noch die restlichen Gänge.
    Während dieser Runde stießen wir auf ein Schaf, welches verletzt vor einem der Eingänge lag.
    Ich kann mich nicht erinnern, dass das vorhin da gelegen hat. An eben diesem Eingang bin ich doch definitiv vorbei gekommen.
    Wir wussten nicht, was wir tun sollten. Also haben wir den einen Schäfer herbei geholt und in der Zwischenzeit dem Schaf etwas Wasser gegeben. Der Hirte war da weniger zimperlich. Beherzt wurde das Schaf am Fell hochgezogen und mit Schlägen dazu bewegt, zur Herde zurückzukehren.
    Unterdessen hörten wir unbekannte Stimmen in der Höhle.
    Nach einigen Minuten kamen ein paar Türken heraus, die sich auch gerade die Höhle ansahen. Einen kurzen Plausch später waren sie auch schon wieder fort.

    Gegen elf stiegen wir dann auf die Räder und setzten unseren Weg fort. Heute sollte es noch bis Göreme gehen. Aber die Straße zog sich endlos dahin und bot nicht viel Abwechslung. In Nevşehir wurde erst zu Abend gegessen, bevor wir die letzten zwölf Kilometer nach Göreme in Angriff nahmen.
    Die Dunkelheit war bereits über uns herein gebrochen, als wir endlich im Tal ankamen.

    Song des Tages
    Magic Carpet Ride - Steppenwolf
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  • Tag 133 - Göreme

    24. november 2019, Tyrkia ⋅ ☁️ 10 °C

    0 km / 5025 km - 0 / 514 Stunden

    Ausgaben:

    0 € / 52,5 € Transport (Fähre, etc.)
    0 € / 957 € Lebensmittel
    0 € / 794 € Unterkunft
    115 € / 335,5 € Eintrittspreise
    0 € / 154,5 € Anschaffungen
    0 € / 84 € Ersatzteile
    0 € / 52 € Visum

    115 € / 2405,5 € Gesamt

    Heute ist mein Geburtstag.
    Aber das weiß noch keiner.

    Gestern haben wir uns entschlossen, mit dem Ballon zu fahren. Also suchten wir die unterschiedlichen Veranstalter ab, um den günstigsten und besten zu finden. Unsere Suche bewegte uns sogar bis nach Avanos.
    Mit 115 € fanden wir dann unseren Veranstalter doch direkt vor der Tür in Göreme.

    So ging es heute morgen schon vor sechs Uhr raus. Alle Leute mussten eingesammelt und zum Ballon gefahren werden. Es dauerte länger, als uns lieb war. Die Bedingungen waren schlechter, als gedacht und so brauchten die Ballone einige Zeit länger als üblich, um sich zu erheben.

    Es war kalt. Aber das war zu erwarten. Ich trug nahezu jedes Kleidungsstück, das ich dabei hatte. Und somit war mir warm. Zu warm nach einigen Minuten, aber in der Luft würde es nochmal anziehen.
    Der Ballon hob sehr schnell ab und wir erreichten als erste eine schwindelerregende Höhe. Aber die Aussicht lohnte sich. In alle Richtungen gab es noch mehr zu sehen, als das was wir schon die Tage vorher zu Fuß erkundet haben.
    Fabelhaft und noch schöner, als wir es uns versprochen hatten, lag Kappadokien unter uns.

    So eine Ballonfahrt kann nicht lange genug gehen. Unser Ballonfahrer dachte sich das wohl auch. Und so bekamen weit über 90 Minuten Freude an der Landschaft. Und das mit einigen tollen Flugeinlagen. Ich war erstaunt, wie gut man doch einen Ballon lenken kann, wenn man es darauf anlegt.
    Und so landeten wir sogar punktgenau und ohne Mühen direkt auf dem Hänger für den Ballon.

    Den restlichen Tag verbrachten wir im Hostel bei dem kleinen Hund und den Katzen und kümmerten uns um die Räder. Irgendwann kam Lukas darauf, dass heute mein Geburtstag ist und wir gingen alle fünf essen.
    Unterwegs fanden wir einen kleinen Welpen auf der Straße, der wohl die Schwester von dem im Hostel sein musste.
    Also nahmen wir sie kurzerhand mit. Da schon alles schlief, kam sie mit auf unser Zimmer und bekam ein eigenes Bett. Sie freute sich so sehr, bei uns im warmen zu sein, dass sie gleich einschlief.
    Wir waren zufrieden. Das war ein toller Tag.

    Song des Tages
    Time - Sweet
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  • Tag 135 - Kayseri

    26. november 2019, Tyrkia ⋅ ☁️ 14 °C

    55 km / 5135 km - 6 / 524 Stunden

    Ausgaben:

    0 € / 52,5 € Transport (Fähre, etc.)
    0 € / 963 € Lebensmittel
    0 € / 804 € Unterkunft
    0 € / 344,5 € Eintrittspreise
    0 € / 154,5 € Anschaffungen
    0 € / 84 € Ersatzteile
    0 € / 52 € Visum

    0 € / 2428,5 € Gesamt

    Es fiel mir schon schwer, dieses tolle Hostel und die Vierbeiner zu verlassen. Aber irgendwann muss man weiter ziehen. Wir hatten einen Zug von Kayseri nach Tatvan am ersten Dezember.
    Bis nach Avanos lief es noch ganz gut. Bergab und kein Wind, brachten uns die zehn Kilometer gut voran.
    Aber sobald wir nach Osten abbogen war er zurück. Der unbarmherzige Wind, den wir schon die ganzen Tage vorher gegen uns hatten. Und diesmal hatte er noch Verstärkung dabei, um uns aufzuhalten. Und das machte er gut.
    Über 60 Kilometer trennten uns von Kayseri und ich schätzte schon früh, dass wir das unter den Bedingungen nicht schaffen werden. Denn der Wind, der uns entgegen wehte wehte auch noch bergab. Somit fielen wir bergauf beim fahren fast um.
    Mit all dem Verkehr keine Freude.

    Ich zog voran und war einen guten Kilometer vor Tom und Jule, als ich einen Hund in einiger Entfernung sah, der im Takt zu meiner Musik mit dem Kopf nickte.
    An der Stelle hielt ich an, um den kleinen zu suchen, aber er war verschwunden.

    Ich entschied mich auf die beiden zu warten. Tom meinte dann, dass wir doch einen Transporter anhalten könnten, um uns das ganze zu erleichtern.
    Und schon der erste hielt an und hatte sogar Platz im Laderaum.
    So fuhren wir die gute halbe Strecke bis in die Außenbereiche von Kayseri per Anhalter. So machen wir gute dreißig Kilometer gut. In die Stadt hinein und durch diese durch waren noch genug Kilometer für heute. Und mit allen Besorgungen war es dann auch schon acht, als wir unsere Unterkunft erreichten. Ohne den Transporter wären wir heute nicht mehr angekommen.
    Wir sind mit der Wahl sehr glücklich. Eine umzäunte Anlage mit großer Ferienwohnung, in der wir die Tage bis zur Fahrt nach Tatvan arbeiten und leben können.

    Song des Tages
    Hush - Deep Purple
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  • Tag 140 - Zugfahrt nach Tatvan

    1. desember 2019, Tyrkia ⋅ 🌧 7 °C

    10 km / 5145 km - 1 / 525 Stunden

    Ausgaben:

    0 € / 52,5 € Transport (Fähre, etc.)
    0 € / 984 € Lebensmittel
    0 € / 804 € Unterkunft
    0 € / 229,5 € Eintrittspreise
    0 € / 163,5 € Anschaffungen
    0 € / 89,5 € Ersatzteile
    0 € / 52 € Visum

    0 € / 2464 € Gesamt

    Heute sollte es also weiter gehen. Ostwärts dem Iran entgegen und hinein in die Berge Kurdistans. Der Zug sollte gegen acht Uhr abfahren. Gegen elf Uhr aber ist schon Check-Out in der Unterkunft angesagt. Wir entscheiden uns noch etwas zu rasten und bereuen es, als wir dann gegen fünf Uhr in die Stadt aufbrechen. Der Himmel zog sich rasch zu und es regnete wie aus Eimern.
    Noch bevor wir einen Unterstand suchen konnten, waren wir durch bis auf die Knochen.

    Wir wussten, dass das Bahnhofsgebäude von Kayseri gerade renoviert wird. Auch ging ich nicht von einem warmen Wagon aus, in welchen wir uns während der Fahrt über aufhalten würden. So fürchtete ich schlimmstes.
    Aber als wir am Wartehaus ankamen, fanden wir einen Container vor, in dem wir uns vollends ausbreiten und unsere Sachen am Heizstrahler hinreichend trocknen konnten.

    Als der Zug dann einfuhr, regnete es noch immer.
    Es war trist und unangenehm. Tom und Jule spielten im Regen und verschwendeten keinen Gedanken daran, dass jedes Bisschen Feuchtigkeit in einem etwaigen zugigen Wagon schnell zu Problemen führen kann.
    Aber das Glück ist mit den Verrückten. So war auch der Wagon bestens ausgestattet, bequem und schön warm. Auch die Fahrräder haben einen Wagon extra für sich. Zwar ist der meistens zu beiden Seiten offen gewesen, als ich nach dem rechten schauen war, aber das störte unsere zweirädrigen Freunde nicht.
    Es dauerte nicht lange und wir waren alle im Schlaf versunken.

    Song des Tages
    Lazaretto - Jack White
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  • Tag 141 - Tatvan

    2. desember 2019, Tyrkia ⋅ 🌧 5 °C

    0 km / 5145 km - 0 / 525 Stunden

    Ausgaben:

    0 € / 52,5 € Transport (Fähre, etc.)
    0 € / 984 € Lebensmittel
    0 € / 804 € Unterkunft
    0 € / 229,5 € Eintrittspreise
    0 € / 163,5 € Anschaffungen
    0 € / 89,5 € Ersatzteile
    0 € / 52 € Visum

    0 € / 2464 € Gesamt

    Hin und wieder wache ich in der Nacht auf. Jule zufolge habe ich aber geschlafen wie ein Stein. Zumindest in der ersten Zeit.
    Gegen acht Uhr werde ich langsam wach und versuche den Tag zu beginnen. Um zehn sollten wir Tatvan erreichen. Ganz meinem deutschen Herzen folgend, bereite ich ab halb zehn alles vor, um den Zug schnellstmöglich verlassen zu können. Da wir immer noch in den Bergen waren, lag so viel Schnee um uns, dass ich froh war, diese Strecke doch mit dem Zug überbrückt zu haben,

    Ein Blick auf die Karte verrät mir, dass das Unfug war. Wir waren noch weit von Tatvan entfernt. Wobei es hier „zeitlich lang“ besser traf.
    Gegen zwei Uhr nachmittags erreichten wir Tatvan.
    In der Stadt in der Nähe des Sees, lag nicht mehr so viel Schnee, wie wir aus den Bergen befürchtet hatten. Aber es schneite vor sich hin. Das machte das Entladen und Bewegen auf dem Bahnsteig zu einem Abenteuer.

    In der Halle überlegten wir uns unsere Optionen neu. Es stand zur Auswahl, entweder mit der Fähre zu fahren, was noch zu erfragen war, mit dem Rad direkt weiter über die Natur nach Van, an die andere Seite des Sees, oder mit einem Transporter, der uns angeboten wurde die Strecke zu fahren.
    Letzterer war recht teuer.

    So fuhren wir zunächst zum Fährhafen um gesagt zu bekommen, dass die Fähre nur fährt, wenn ein Zug übersetzen wollte.
    Auf die Frage hin, wann dies denn immer sei, auch nur grob und planmäßig, konnte man uns keine Antwort geben. Die Kommunikation scheint hier zwischen den Bevölkerungsgruppen eingeschränkt.
    Aber der Wachmann freute sich über Gesellschaft und gab uns Tee und Gebäck zum aufwärmen, vermittelte uns dann noch ein Hotel und ich sagte ihm, dass ich morgen früh wieder kommen würde.

    So begaben wir uns zum Hotel und haben am Abend in der Stadt beim essen noch zwei nette Türkinnen kennengelernt, die schon von weitem an unserem Akzent gehört haben, dass wir Deutsche sind. Viel mehr bot uns der kleine Ort Tatvan heute nicht mehr an.

    Song des Tages
    Still of the Night - Whitesnake
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  • Tag 142 - Tatvan

    3. desember 2019, Tyrkia ⋅ ☀️ 4 °C

    10 km / 5155 km - 1 / 526 Stunden

    Ausgaben:

    0 € / 52,5 € Transport (Fähre, etc.)
    0 € / 984 € Lebensmittel
    0 € / 804 € Unterkunft
    0 € / 229,5 € Eintrittspreise
    0 € / 163,5 € Anschaffungen
    0 € / 89,5 € Ersatzteile
    0 € / 52 € Visum

    0 € / 2464 € Gesamt

    Während Tom und Jule sich noch ihren Schlaf gönnen, mache ich eine Abstecher zum Fährhafen.
    Das Wetter ist kalt, aber klar und angenehm. Es lässt sich schön in dieser morgendlichen Frische fahren.
    Doch der Wachmann kann mir nur sagen, dass heute wohl wieder kein Zug fahren wird.
    Und auch für morgen sieht es nicht danach aus. Doch irgendwann müssen wir nach Van und ein Zeitfenster haben. Für mich ist ein Paket mit Fahrradteilen aus Istanbul unterwegs. Außerdem wäre ein Zustieg in den Zug nach Teheran in Tatvan nicht möglich.

    Wieder zurück im Hotel entschließen wir uns, morgen mit dem Bus nach Van zu fahren und in der Zwischenzeit noch die Gegend zu erkunden. Das war eine gute Entscheidung. Denn wir haben ein privates Taxi, welches uns zu den heißen Quellen fährt, welche mich stark an Heviz erinnern. Zumindest von Geruch und Farbe her. Ausstattung und umliegender Müll sollte einem hier nicht den Spaß verderben.
    Aber das Bad wird in vollen Zügen genossen und so lassen wir auch das diesige Wetter aus unserem Gemüt raus.

    Nach dem Bad geht es wieder zurück Richtung Tatvan und dann im Norden den Vulkankrater Nemrut hinauf.
    Zumindest so weit, wie es der Schnee zulässt. Das ist schon beträchtlich weit und wir können über den Wolken den Ausblick genießen. Dass die Chancen schlecht stehen, über die Kuppe und in den Krater hinein zu kommen, war uns schon klar und mir ganz lieb. Denn in den Krater hinein zu kommen wäre zwar dann recht einfach, aber aus dem Krater heraus nicht mehr ganz so leicht gewesen.
    Die Außenseite des Vulkans braucht sich vor Schönheit nicht zu verstecken. Auch die Sonne ist heute unser steter Begleiter.

    Song des Tages
    Kick Start My Heart - Mötley Crüe
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  • Tag 143 - Van

    4. desember 2019, Tyrkia ⋅ ☀️ 7 °C

    5 km / 5160 km - 1 / 527 Stunden

    Ausgaben:

    0 € / 52,5 € Transport (Fähre, etc.)
    0 € / 984 € Lebensmittel
    0 € / 804 € Unterkunft
    0 € / 229,5 € Eintrittspreise
    0 € / 163,5 € Anschaffungen
    0 € / 89,5 € Ersatzteile
    0 € / 52 € Visum

    0 € / 2464 € Gesamt

    Nachdem wir mit dem Bus mehr oder weniger abenteuerlich nach Van gelangt sind, werden wir herzlich und interessiert von allen Leuten empfangen. In dieser Aufregung stellt Tom fest, dass er seinen Pullover und die Jacke im Bus vergessen hat.
    Alles kein Problem. Die umstehenden Leute wissen sofort Rat und so ist in Windeseile der Bus ausfindig gemacht und gestoppt und die Kleidung zurück an Toms Körper.

    Vor ein paar Tagen schrieb uns ein anderer Radler aus Van, dass er uns ein Hotel besorgt hat und wir dort problemlos mit den Rädern aufschlagen können. Also hinein ins Getümmel der Stadt. Van zeigt sich als sehr aufgeräumte und moderne Stadt, die Sommer wie Winter sehr viel Zuwachs an Touristen erfährt.

    Leider ist mein Paket noch nicht da. Obwohl es per Express unterwegs ist und heute ankommen sollte. Da hilft alles nichts. Ich hoffe auf morgen.

    Wie immer, wenn man nur kurz an einem Ort ist, stellt sich die Frage, was man unternehmen soll. Van strotzt nur so von Möglichkeiten. Doch wenn man anfängt, jede Möglichkeit nutzen zu wollen, kann die Freude und das Interesse schnell in Stress ausarten.
    So bleibt es für heute nur dabei, dass wir wissen, was wir morgen machen könnten und wir vertagen die Entscheidung zugunsten eines Spaziergangs und tollen Restaurants auf morgen.

    Song des Tages
    Legacy - The Gone Jackals
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  • Tag 144 - Zugfahrt in den Iran

    5. desember 2019, Tyrkia ⋅ 🌧 5 °C

    5 km / 5165 km - 1 / 528 Stunden

    Ausgaben:

    0 € / 52,5 € Transport (Fähre, etc.)
    0 € / 984 € Lebensmittel
    0 € / 804 € Unterkunft
    0 € / 229,5 € Eintrittspreise
    0 € / 163,5 € Anschaffungen
    0 € / 89,5 € Ersatzteile
    0 € / 52 € Visum

    0 € / 2464 € Gesamt

    Mein Paket ist noch immer nicht da.
    Der Angestellte meinte, dass das Paket wohl doch nicht per Express und Luftfracht direkt nach Van unterwegs sei, sondern noch immer im 400 Kilometer entfernten Erzurum darauf wartet, weiter transportiert zu werden.

    Nun, um die Teile und eine Alternative muss ich mich dann in den nächsten Tagen kümmern.

    All den gestrigen Überlegungen zum Trotz, entspannen wir uns heute nur. Nutzen die Zeit für uns und Besorgungen für die Zugfahrt.
    Da meine Getriebenabe noch immer Probleme macht, nehme ich Kontakt mit dem Hersteller auf, der mir anbietet, einen Austausch zu schicken. Nur leider geht es nicht, in den Iran zu versenden. Also entscheide ich mich für Dubai und vertage damit ein weiteres Problem.

    Wie auch der Zug nach Tatvan, ist für unseren Zug nach Teheran spät abends gegen zehn Uhr Abfahrt.
    Doch hier haben die Räder keinen eigenen Wagon. Wir sind froh, dass unser Wagon der letzte Passagierwagon ist. So können wir die Räder im Zwischengang vor der Toilette abstellen. Auch wenn das ganze nur in gewohnt türkischer Hektik und mit viel Unwillen vonstatten geht, haben wir die Räder nach kurzer Zeit eingepackt und gesichert.

    Song des Tages
    Rollin' Stoned - Great White
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  • Tag 145 - Teheran

    6. desember 2019, Iran ⋅ ⛅ 9 °C

    10 km / 5175 km - 1 / 529 Stunden

    Ausgaben:

    0 € / 52,5 € Transport (Fähre, etc.)
    0 € / 984 € Lebensmittel
    6 € / 810 € Unterkunft
    0 € / 229,5 € Eintrittspreise
    0 € / 163,5 € Anschaffungen
    0 € / 89,5 € Ersatzteile
    0 € / 52 € Visum

    6 € / 2470 € Gesamt

    Wir erreichen Teheran spät, doch unerwartet pünktlich. Waren wir doch recht langsam und mit mehreren Stopps unterwegs.
    Gegen Zehn Uhr Ortszeit entladen wir den Zug.
    Leider hat es Jule schlimm erwischt. Die Seekrankheit im Zug fordert ihren Tribut. Aber sie kämpft sich wacker die acht Kilometer durch die Stadt zu unserem Hostel. Und als Kampf kann man es schon bezeichnen.
    Ich bin einiges gewohnt aus Indien. Aber Teheran bei Nacht ist eine andere Nummer. Wohingegen in Indien jeder mit Aufblendlicht fährt, hat hier kaum ein Motorrad Licht an. Und dann fahren sie noch im Gegenverkehr. Wenn man eine Gruppe zusammenhalten und noch leiten muss, kommen einem diese Wabbler nicht gerade entgegen. Wobei, doch kommen sie. Aber leider nur buchstäblich, nicht sprichwörtlich.
    Gegen elf erreichen wir unser Hostel. Wir sind sehr erfreut darüber, dass hier gleich mit gedacht wird. „Ah, ihr seid ja die Radreisenden. Darf ich euch den Hof öffnen? Braucht ihr Hilfe? Passt ihr durch?“ Diese geistige Eigenleistung haben wir manchen anderen Tag anderen Orts nicht gesehen.
    Das Heritage Hostel ist bestens ausgestattet und hat einen hervorragenden Innenhof mit vielen Sitzgelegenheiten, in welche wir sogleich danieder sinken.

    Song des Tages
    I'm walking - Fats Domino
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  • Tag 146 - Teheran

    7. desember 2019, Iran ⋅ ☁️ 11 °C

    0 km / 5175 km - 0 / 529 Stunden

    Ausgaben:

    109 € / 161,5 € Transport (Fähre, etc.)
    240 € / 1224 € Lebensmittel
    91 € / 901 € Unterkunft
    0 € / 229,5 € Eintrittspreise
    0 € / 163,5 € Anschaffungen
    0 € / 89,5 € Ersatzteile
    0 € / 52 € Visum

    440 € / 2910 € Gesamt

    (Abrechnung der gemeinsamen Kasse mit Tom und Jule)

    Am nächsten Tag wollen wir uns Bargeld beschaffen. Der offizielle Kurs liegt bei 50.000 Rial für 1 €. Aber tatsächlich können wir 150.000 Rial bekommen.
    Nur leider will uns keine Wechselstube Geld ausgeben. Jeder meint, dass er kein Bargeld mehr hätte. Eine Alternative muss her, denn Geld brauchen wir. Zwar hat man uns vom privaten Tausch gewarnt, doch wir finden mit Hilfe von einheimischen Passanten jemanden, der uns problemlos 200 € wechseln kann. Und das bei dem Preisniveau. Hier scheint vom Finanzsystem einiges im argen zu liegen, wenn Personen ein solches Risiko eingehen, dieses Vermögen mit sich herum zu tragen.

    Nachdem wir nun die Geldfrage geklärt hatten, konnten wir die umliegenden Bereiche der Stadt ansehen. Das war aber nicht sonderlich angenehm. Smog überall und dazu noch Regen. Die beste Kombination für Kleidung und Gesundheit.
    Nach einer Weile kamen wir in eine Straße mit außerordentlich gutem Streetfood. Die Portionen waren groß und die Preise schon sehr westlich. Aber wenn ich in Deutschland für eine Streetfood-Erbse 10 € bezahlen muss, ist es nicht verwunderlich, hier für eine solche Portion 3 € zu bezahlen.
    Zu viel mehr lassen wir uns heute nicht hinreißen und bewegen uns zum Hostel zurück. Hier erwarten uns viele andere Reisende mit Geschichten und Brettspielen. Der Abend wird so sehr gesellig.

    Song des Tages
    My Sharona - The Knack
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