• Uta Vogel
  • Uta Vogel

Wandern Hierro und La Gomera

Et 16-dags eventyr af Uta Læs mere
  • Mittagessen im Tamahuche

    6. marts, Spanien ⋅ 🌬 16 °C

    Als wir von unserer Wanderung zurückkommen, haben wir alle riesigen Hunger und entscheiden uns spontan, in der Unterkunft von Karin und Bernd zu Mittag zu essen. Bei unserer Ankunft ist der Wirt zwar noch auf sich allein gestellt – im Service und in der Küche gleichzeitig –, doch er fordert kurzerhand Verstärkung an. So dauert es gar nicht lange, bis wir unser Essen serviert bekommen.

    Karin und ich genießen fangfrischen Thunfisch mit der typisch kanarischen Mojosauce und Papas Arrugadas, während die Jungs sich für ein wunderbares Black-Angus-Steak mit Grillgemüse und Kartoffeln entscheiden. Im Anschluss erkunden wir das charmante Landhotel noch ein wenig und entdecken dabei sogar eine Sauna und einen Whirlpool. Beides ist allerdings aktuell noch außer Betrieb – nach dem guten Essen hätten wir uns ein bisschen Wellness aber auch nur zu gerne gefallen lassen!
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  • Wanderhighlight Las Hayas-Valle Gran Rey

    7. marts, Spanien ⋅ 🌬 14 °C

    13,6 km – 140 m bergauf – 1.170 m bergab

    Heute Morgen genießen wir ein wunderbares Frühstück zusammen mit den anderen Wanderern unserer kleinen Herberge. Pünktlich um 9:00 Uhr werden wir wieder zu sechst vom Taxi abgeholt. Der Fahrer bringt uns sicher über eine schmale, spektakuläre Straße hinauf nach Las Hayas auf über 1.000 Höhenmeter. Hier oben ist es empfindlich kalt; der Wind pfeift so kräftig, dass wir alles anziehen, was wir dabei haben – inklusive unserer Handschuhe.

    Las Hayas ist als Wanderknotenpunkt ein idealer Ausgangspunkt für Touren durch den Nationalpark Garajonay. Wir durchwandern zunächst den Raso de la Bruma, einen der märchenhaftesten Abschnitte des Lorbeerwaldes. Dieser Teil des Waldes liegt oft im dichten Nebel – heute zeigt er sich jedoch besonders fotogen, da sogar ab und zu die Sonne durch die Äste bricht. Von hier aus führt ein beliebter Pfad steil hinunter in das „Tal des großen Königs“ (Valle Gran Rey), der spektakuläre Ausblicke auf die tiefer liegenden Terrassenfelder verspricht. Doch zunächst folgen wir unserem Plan und wandern auf nahezu gleichbleibender Höhe in Richtung Arure. Schließlich taucht das Dorf mit seinen bunten Häusern in unserem Blickfeld auf.
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  • Von Arure über den langen Sattel

    7. marts, Spanien ⋅ 🌬 16 °C

    In Arure nehmen wir noch einen Kaffee in der einzigen Bar, die geöffnet hat, bevor wir den Einstieg zum Wanderweg über den langen Bergrücken suchen. Ein Stück des Weges begleitet uns ein deutscher Lehrer, der seit vielen Jahren auf der Insel Urlaub macht. Für ihn ist dies die schönste Wanderung der ganzen Insel, doch er gesteht uns, dass er inzwischen zu alt sei, um den berüchtigten, steilen Abstieg am Ende nach Valle Gran Rey zu bewältigen. Seine Schilderungen vom Weg – rechts und links ginge es teils schwindelerregend steil bergab, auch wenn man schwierige Passagen umgehen könne – verunsichern meinen Joe. Er beschließt, lieber umzudrehen, und Bernd schließt sich ihm an.

    Karin und ich wandern jedoch weiter. Wir genießen den abwechslungsreichen Pfad, der uns auf fast gleichbleibender Höhe über das Hochplateau führt. Unterwegs begegnen wir einer Bäuerin, die mit ihren Ziegen unterwegs ist. Sie hat gerade gemolken und transportiert die Milch mühsam in einer Schubkarre zu ihrem weit entfernt geparkten Auto – ein Bild wie aus einer anderen Zeit. In den zerklüfteten Felswänden entdecken wir immer wieder Höhlen, die einst Hirten als Unterschlupf dienten.
    Ein Relikt der Industriegeschichte sind die alten Kalköfen. Auch wenn Kalk heute kaum noch eine Rolle spielt, war er früher zur Herstellung von Zement und Mörtel unerlässlich. Gewonnen wurde er aus Caliche, sedimentären Ablagerungen von Kalziumkarbonat, die auf der Hochebene von La Merica reichlich vorkommen. Die Caliche-Blöcke wurden mühsam zerkleinert, in die Öfen gefüllt und bei Temperaturen zwischen 800 °C und 1000 °C zwei bis drei Tage lang gebrannt. Der Vorgang war erst beendet, wenn der Rauch reinweiß wurde. Durch die Zugabe von Wasser erhielt man schließlich den gelöschten Kalk. Mit dem Siegeszug des modernen Zements verloren die Öfen ab 1950 an Bedeutung und verfielen zu den Ruinen, die wir heute noch sehen.

    Ein Stück weiter stoßen wir auf einen alten Dreschplatz (Era). Diese Plätze wurden gemeinschaftlich genutzt, waren mit Steinen ausgelegt und lagen stets dort, wo eine stetige Brise wehte, um die Spreu vom Weizen zu trennen. Heute ist dieser Ort vor allem ein fantastischer Aussichtspunkt. Wir lassen den Blick über den Südwesten schweifen: Markant ragen die Silhouetten des Tafelberges von Chipude (La Fortaleza) und des Tagaragunche bei Alajeró aus dem Meer von Bergrücken und tiefen Schluchten hervor.

    Diese breiten, flachen Rücken zwischen den Schluchten nennen die Einheimischen Lomadas. Allein zwischen San Sebastián und hier gibt es etwa zwanzig dieser Plateaus. Früher wurde hier oben intensiver Trockenfeldbau betrieben: Gerste, Kichererbsen und Linsen gediehen im Wind, während unten in den Tälern bewässert wurde. Davon zeugen noch heute die Reste alter Ställe und der breite, gepflasterte Weg, der stabil genug für Kühe und Esel war.

    Auch für die Tierwelt ist das Plateau einzigartig: Die westlichen Klippen von La Merica, die sogenannten Quiebracanillas, sind der letzte Rückzugsort der Gomera-Riesenechse (Gallotia bravoana). Diese erst 1999 wiederentdeckte Art gilt als eines der seltensten Reptilien der Welt. Tief unter diesen Klippen liegen die Playa del Inglés und das Naturschutzgebiet Charco del Cieno – Landschaften, die durch gewaltige Erdrutsche entstanden sind und heute ganz eigene Lebensräume bilden.
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  • Steiler Abstieg ins Valle Gran Rey

    7. marts, Spanien ⋅ 🌬 17 °C

    Immer wieder wurden wir gewarnt: Der Abstieg sei gefährlich, extrem steil und gehe furchtbar auf die Knie. Das stimmt zwar teilweise, aber eigentlich verläuft der Pfad in großen Serpentinen und auf einem breiten, gut ausgebauten Weg. So können auch Wanderer, die nicht ganz schwindelfrei sind, den Abstieg wagen. Während des Gehens eröffnen sich immer wieder fantastische Ausblicke auf die gegenüberliegende Bergwelt, den tief unter uns liegenden Canyon und die glitzernde Küste.Læs mere

  • Ankunft im Valle Gran Rey

    7. marts, Spanien ⋅ 🌬 17 °C

    Die deutsche Präsenz ist auf La Gomera seit Jahrzehnten ein prägendes Merkmal, ganz besonders hier im Valle Gran Rey. Schaut man auf die aktuellen Zahlen (Stand März 2026), so sind auf der gesamten Insel offiziell rund 500 bis 600 Deutsche im Melderegister eingetragen. Doch das ist nur die halbe Wahrheit: Die Zahl der Langzeiturlauber und „Überwinterer“, die hier ihre zweite Heimat gefunden haben, ohne fest gemeldet zu sein, liegt deutlich höher. In der Hochsaison schätzt man, dass sich gleichzeitig bis zu 2.000 Deutsche auf der Insel aufhalten. Im Valle Gran Rey ist der Ausländeranteil mit fast 35 % am höchsten – und wir mittendrin.

    Ehrlich gesagt: Als wir ankamen, waren wir für einen Moment fast schockiert. Manche Ecken wirken regelrecht „vergammelt“. Direkt hinter unserer Anlage erstreckt sich ein riesiger Platz, auf dem sich Bauschutt, Müll und ausrangierte Fahrzeuge stapeln – ein krasser Kontrast zur idyllischen Postkarten-Erwartung.

    Doch genau das macht den aktuellen Vibe hier aus: Sobald man den ersten Schreck verdaut hat, spürt man diese unglaublich entspannte, fast schon hypnotische Stimmung. Im Valle gehen die Uhren nicht nur langsamer, sie scheinen manchmal ganz stehen zu bleiben. Die Menschen begegnen einem mit einer beneidenswerten Gelassenheit, locker und voller kreativer Ideen. Man lernt schnell, über den Rost und den Schutt hinwegzusehen und stattdessen die tiefe Zufriedenheit aufzusaugen.
    Als wir schließlich abreisen müssen, schwingt eine ordentliche Portion Wehmut mit. Nicht nur, weil das Wetter endlich umgeschlagen hat – wir waren hier sogar zum ersten Mal im Atlantik baden! Wir haben dieses ganz besondere „Hiersein“ wirklich in vollen Zügen genossen.
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  • Karneval in Valle Gran Rey

    7. marts, Spanien ⋅ 🌬 16 °C

    Ganz zufällig sind wir auch hier wieder mittendrin im Geschehen: Der Karnevalsumzug, bei dem die prächtig geschmückten Wagen durch die Straßen ziehen, zieht quasi direkt an uns vorbei und zeigt die ganze Kreativität der Gomeros. Im Gegensatz zu den kommerzielleren Karnevalsfesten in den großen Städten entsteht das Fest im Valle Gran Rey direkt aus der Nachbarschaft heraus. Es ist typisch, dass Freundesgruppen ihre eigenen Comparsas (Tanzgruppen) und Murgas (satirische Gesangsgruppen) gründen. Deren Texte sind oft voller Ironie und handeln vom aktuellen Geschehen auf der Insel oder in der Welt. Die Gastfreundschaft ist dabei der Schlüssel: Es ist völlig normal, dass die Party von den Bars auf die Plätze überschwappt und am Ende alle gemeinsam tanzen.

    Ein besonderer Höhepunkt ist die „Beerdigung der Sardine“ (Entierro de la Sardina). Im Valle Gran Rey hat dieser Brauch eine ganz eigene Note, da er direkt am Meer stattfindet. Die „Witwen“ beklagen lautstark den Tod des Fisches, der symbolisch für die Laster und Ausschweifungen steht, bevor er schließlich verbrannt wird. Dies markiert das Ende der Feierlichkeiten und den Beginn der Fastenzeit.

    Durch die Migrationsgeschichte zwischen La Gomera, Kuba und Venezuela finden sich viele lateinamerikanische Einflüsse in den Rhythmen und der Kleidung – das sorgt für ein herrliches Karibik-Flair. Da es sich um einen Küstenort handelt, bildet der Hafen von Vueltas meist das Epizentrum, wo sich maritime Kostüme mit fantasievollen Kreationen mischen.
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  • Sonntags-Handwerkskunstmarkt

    8. marts, Spanien ⋅ ☀️ 16 °C

    Bevor wir in unsere heutige Wanderung starten, treffen wir uns mit Karin und Bernd am Bus-Terminal. Da heute Sonntag ist, herrscht hier reges Treiben: Der bunte Kunst- und Flohmarkt hat seine Stände aufgeschlagen. Wir lassen uns die Zeit und schlendern gemütlich durch die Reihen. Das Angebot ist wunderbar vielfältig und herrlich kreativ – von handgefertigtem Schmuck und inseltypischer Keramik bis hin zu selbstgemalten Bildern und allerlei kuriosen Fundstücken. Es ist die perfekte Gelegenheit, die entspannte ‚Gomera-Vibe‘ aufzusaugen, bevor es für uns hinauf in die Stille der Berge geht.Læs mere

  • Zu den Wasserfällen von Arure

    8. marts, Spanien ⋅ 🌬 17 °C

    11,3 km – 380 m bergauf – 380 m bergab

    Unsere heutige, sehr abenteuerliche Wanderung führt uns hinein ins Valle Gran Rey nach El Guro und von dort durch den Barranco de Arure zu den Wasserfällen. Die Tour ist ein echtes Highlight für Abenteurer, die es gerne etwas „wilder“ mögen: Im Gegensatz zu den perfekt ausgebauten Wanderwegen im Nationalpark Garajonay führt uns dieser Pfad direkt durch ein teils dschungelartiges Bachbett.

    Wir wandern unmittelbar im oder am Bachlauf, vorbei an dichten Schilfgürteln, Papyrusgras, Lianen und Farnen. Es fühlt sich streckenweise wie im Urwald an. Dabei gibt es auch kleine Klettereinlagen an Seilen, und wir müssen über rutschige Steine steigen oder umgestürzte Bäume umrunden.
    Das Ziel ist ein beeindruckender, vertikaler Felsabschluss, über den der Wasserfall in ein kleines Becken stürzt. Die Höhe beträgt etwa 15 bis 20 Meter. Es ist ein Eintauchen in eine andere Welt, die uns fordert, aber auch absolut begeistert.
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  • Rückweg vom Wasserfall

    8. marts, Spanien ⋅ 🌬 17 °C

    Die vielen Schluchten auf La Gomera sind nicht einfach nur geografische Gebilde; sie bildeten die Lebensgrundlage für die Ernährung und das Überleben der Inselbewohner. In der Schlucht von Arure lässt sich diese tiefe Symbiose zwischen den Menschen und ihrer natürlichen Umwelt auch heute noch besonders anschaulich erleben. Traditionell waren die Schluchten die Hauptquelle der Wasserressourcen: Das Wasser speiste komplexe Bewässerungssysteme, über die selbst entfernt liegende Terrassenfelder versorgt wurden. Entlang der Bachufer wurden wasserliebende Nutzpflanzen wie Yamswurzeln und Brunnenkresse angebaut, die für die traditionelle Ernährung auf La Gomera unverzichtbar waren.

    In früherer Zeit waren die Schluchten zudem das Zentrum zahlreicher häuslicher Aktivitäten. An den Bachläufen wuschen die Frauen die Wäsche der Familien, wodurch diese Orte zu wichtigen Treffpunkten der Gemeinschaft wurden. Die Ufervegetation lieferte essenzielle Rohstoffe: Schilfrohr diente als Baumaterial, etwa zur Dachdeckung, während Binsen für die Korbflechterei und eine Vielzahl anderer handwerklicher Zwecke genutzt wurden.
    Auch kulturell übernahmen die Schluchten eine bedeutende Rolle: Im Laufe der Jahrhunderte wurden sie zu Zeugen der Geschichte und mündlich überlieferter Ereignisse. Jede Ecke, jede Biegung des Bachbettes trug einen Namen, mit dem fast immer eine Legende verknüpft ist. Diese Ortsnamen und die Gespräche mit den ältesten Bewohnern bringen uns die vielschichtige Geschichte dieses Gebietes nahe: Erzählungen von Überschwemmungen, Liebesgeschichten oder Legenden von Erscheinungen bilden zusammen eine Art „sentimentale Geografie“. Sie verwandelt die Schlucht in ein offenes Buch des kollektiven Gedächtnisses von El Guro und Casa de la Seda.
    Dokumente aus dem 18. Jahrhundert belegen zudem, dass die Seidenraupenzucht damals ein wichtiger Wirtschaftszweig auf La Gomera war. Die Bedeutung dieser Tätigkeit spiegelt sich noch heute in den Ortsnamen wider: Der Ortsteil Casa de la Seda (Seidenhaus) verdankt seinen Namen dieser Tradition. Noch heute finden sich in der Schlucht vereinzelte Maulbeerbäume – sie sind die stillen Zeugen dieser einst blühenden Vergangenheit.
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  • Im Künstlerdorf El Guro

    8. marts, Spanien ⋅ 🌬 17 °C

    Nachdem wir den Barranco verlassen haben, führt uns unsere Wanderung direkt durch das Künstlerdorf. Schon in den 1970er-Jahren hat sich dort eine Gemeinschaft aus Malern, Bildhauern und Lebenskünstlern angesiedelt, die den Ort entscheidend geprägt hat.

    Wenn man durch die engen Gassen von El Guro spaziert, erlebt man eine Architektur, die alles andere als standardisiert ist – sie ist farbenfroh und individuell. Viele der kleinen Häuschen sind in leuchtenden Farben gestrichen oder mit Mosaiken und Wandmalereien verziert. Oft findet man an den Fassaden, in den Fensternischen oder vor den Türen kleine Kunstwerke sowie Skulpturen aus Treibholz oder Tonscherben. Jedes Haus scheint ein Unikat zu sein, das die Persönlichkeit seiner Bewohner widerspiegelt.

    Die Häuser sind extrem dicht aneinandergebaut und oft nur über ein Labyrinth aus schmalen, gepflasterten Gassen und unzähligen Treppenstufen erreichbar. Da El Guro komplett autofrei ist, gibt es keinen Straßenlärm; stattdessen wirken die Gebäude oft organisch in die Natur integriert und sind von üppigen Gärten mit Avocadobäumen, Mangos und Papayas umgeben. Die Inneneinrichtung der vielen Ferienhäuser wird oft als „fantasievoll“ und „nostalgisch“ beschrieben – man setzt hier eher auf künstlerischen Charme als auf modernen Luxus.

    Ein wichtiger Teil der Geschichte: Im Jahr 2012 wurde El Guro durch einen schweren Waldbrand stark beschädigt. Viele der Häuser mussten mühsam wiederaufgebaut werden, was den Zusammenhalt der Künstlergemeinschaft nochmals gestärkt hat. Heute strahlt das Dorf wieder in seiner gewohnt bunten Pracht. Uns jedenfalls gefällt es hier sehr gut!
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  • Belohnung an der Playa de la Calera

    8. marts, Spanien ⋅ 🌬 17 °C

    Unsere heutige Wanderung war anspruchsvoller als gedacht – vor allem der letzte Abstieg ist bei den aktuellen Temperaturen schweißtreibend und fordernd. Daher kehren wir in einem der netten Restaurants an der Playa de la Calera mit Meerblick ein und schauen dem vorbeiziehenden Treiben zu. Hier verbringen viele der Alt-Hippies ihren Urlaub oder sind hier zu Hause; sie sind teilweise mit ihren Kindern und Enkelkindern unterwegs oder treffen sich mit anderen zum gemütlichen Plausch in einem der Cafés – oder einfach auf der Mauer mit Blick aufs Meer.

    Ein Mann holt seine Gitarre raus und spielt Songs aus unserer Jugend. Die begeisterte Zuhörerschaft singt mit, klatscht und sammelt ein paar Münzen für ihn ein. Er hat Spaß daran, Musik zu machen, genießt die Aufmerksamkeit sowie die gute Stimmung, und wir fühlen uns von seinen Melodien getragen und dabei pudelwohl.
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  • Imada zum Roque de Agando

    9. marts, Spanien ⋅ 🌬 14 °C

    7,7 km – 350 m bergab – 860 m bergauf

    Um 9:00 Uhr werden wir am Hotel abgeholt und fast eine Stunde lang in die Inselmitte gefahren. Oben in den Bergen, auf 1.200 m Höhe, ist es regnerisch und stürmisch – uns ist schon ganz mulmig zumute. Als uns unser Fahrer jedoch im kleinen Bergdorf Imada auf 870 m absetzt, ist es überraschenderweise recht angenehm, sieht man einmal von dem ganz leichten, feinen Nieselregen ab. Wir steigen direkt neben einer einladend wirkenden Bar aus und beschließen, erst einmal einen Kaffee zu trinken, da es heute keine weitere Einkehrmöglichkeit geben wird. Das tut gut und wärmt uns auf.

    Wir wandern ganz allmählich durch bewirtschaftete Terrassen aus dem Dorf hinaus, vorbei an verlassenen Höfen und mit weitem Blick in die gigantische Landschaft. Man kommt aus dem Staunen gar nicht heraus – so schön ist es hier oben!
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  • Mittagspause in Benchijigua

    9. marts, Spanien ⋅ 🌬 16 °C

    Unsere Mittagspause machen wir in der einzigen Siedlung auf unserer Wanderung: in Benchijigua, einem der geschichtsträchtigsten und zugleich isoliertesten Orte auf La Gomera. Es handelt sich um ein Hochtal im Süden der Insel, das unterhalb der gewaltigen Felswände der Degollada de Peraza liegt. Die Geschichte dieses Ortes ist geprägt von harter Landwirtschaft, einer einflussreichen Adelsfamilie und einem radikalen Wandel im 20. Jahrhundert.
    Ursprünglich war Benchijigua eine kleine Siedlung von Bergbauern. Aufgrund der geschützten Lage und der – für gomerische Verhältnisse – guten Wasserversorgung wurde hier terrassierter Ackerbau betrieben. Angebaut wurden vor allem Getreide, Obst und Gemüse zur Selbstversorgung. Die Abgeschiedenheit war extrem: Bis weit ins 20. Jahrhundert hinein war der Ort nur über steile Maultierpfade erreichbar.

    Die moderne Geschichte von Benchijigua ist untrennbar mit der norwegischen Reederfamilie Olsen verbunden. In den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts erwarb die Familie große Ländereien im Süden der Insel, darunter auch das gesamte Tal von Benchijigua. Sie wandelten die traditionelle Landwirtschaft in eine exportorientierte Produktion um, vor allem für Tomaten und Bananen. Fred. Olsen ließ eine Privatstraße in das Tal bauen und errichtete dort ein herrschaftliches Anwesen. Das Tal wurde so zum privaten Rückzugsort der Familie und zum logistischen Zentrum ihrer landwirtschaftlichen Betriebe auf der Insel.

    Der Name „Benchijigua“ hat durch die Schifffahrt weltweite Bekanntheit erlangt, die weit über das kleine Tal hinausgeht. Die Reederei Fred. Olsen benannte ihre Flaggschiffe nach diesem Ort. Die „Benchijigua Express“ ist heute eine der bekanntesten und schnellsten Schnellfähren (ein Trimaran) der Welt, die Teneriffa mit La Gomera verbindet.

    Heute ist Benchijigua kaum noch bewohnt. Die alten Steinhäuser sind teilweise restauriert, wirken aber oft wie eine Geisterstadt, da sie meist nur noch zeitweise genutzt werden. Der Ort hat sich von einem landwirtschaftlichen Zentrum zu einem Refugium der Stille und des Naturschutzes gewandelt. Das Gebiet gehört heute zum Umfeld des Nationalparks und ist Teil des Biosphärenreservats.
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  • Steiler Aufstieg durchs Blütenmeer

    9. marts, Spanien ⋅ 🌬 16 °C

    Das letzte Teilstück, unser Aufstieg zum Roque de Agando, gilt als eines der spektakulärsten der Insel, da man direkt unter den „Roques“ (den markanten Vulkannadeln wie dem Roque Agando) wandert. Hier treffen wir auch Bettina und Jakob wieder, die heute Morgen mit im Taxi waren und mit dem gleichen Reiseveranstalter wie wir unterwegs sind. Den letzten Rest der Strecke legen wir also zu sechst zurück.

    Zu dieser Jahreszeit muss man sich durch hohe Margeritensträucher kämpfen; das erschwert den Aufstieg ungemein, macht ihn aber auch zu etwas ganz Besonderem. Je näher wir der Passhöhe kommen, desto nebliger, kälter und stürmischer wird es.

    Eigentlich hätten wir noch rund zwei Kilometer weiter wandern sollen, doch auf der Passhöhe war es so stürmisch, dass Jakob ganz plötzlich seine Mütze weggeflogen ist. Sicherheit geht vor, und so haben wir entschieden, doch lieber nicht weiterzuwandern, sondern das Taxi anzurufen. Dieses hat uns dann eine halbe Stunde früher als geplant abgeholt und zurück in die warmen Gefilde von San Sebastián gefahren.
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  • Letzte Übernachtung: Parador La Gomera

    9. marts, Spanien ⋅ 🌬 17 °C

    Der Parador de San Sebastián de La Gomera ist weit mehr als nur ein Hotel – er ist ein architektonisches Denkmal, das die koloniale Geschichte der Insel atmet. Er gilt als einer der schönsten Paradores des gesamten spanischen Netzwerks.

    Im Gegensatz zu vielen anderen Paradores, die in jahrhundertealten Klöstern oder Burgen untergebracht sind, wurde das Gebäude auf La Gomera im 20. Jahrhundert (eröffnet 1972) neu errichtet. Er wurde auf einer Klippe, dem „Lomo de la Horca“, oberhalb der Hauptstadt San Sebastián erbaut. Von hier aus hat man einen majestätischen Blick über den Hafen bis hinüber zum Teide auf Teneriffa. Ziel war es, ein Gebäude zu schaffen, das die reiche Geschichte der Insel – insbesondere die Rolle La Gomeras als letzter Zwischenstopp von Christoph Kolumbus vor seiner Entdeckung Amerikas – widerspiegelt.

    So ist die Architektur eine Hommage an den kanarischen Herrensitz-Stil des 17. und 18. Jahrhunderts. Man wollte kein modernes Betonhotel, sondern ein Refugium, das sich organisch in die Tradition der Insel einfügt.
    Das Herzstück sind die wunderschönen Innenhöfe, die Patios, die mit üppigen tropischen Pflanzen und Springbrunnen gestaltet sind. Sie dienen der natürlichen Kühlung und schaffen eine meditative Atmosphäre. Es wurde viel mit dunklem Holz (insbesondere der Kanarischen Kiefer), weißem Putz und regionalem Stein gearbeitet. Die typischen, kunstvoll geschnitzten Holzbalkone, die man überall auf den Kanaren findet, sind hier ein prägendes Gestaltungselement.

    Das Innere wirkt fast wie ein Museum. Die Einrichtung ist eng mit der Ära der Entdeckungen verknüpft. Überall finden sich Navigationsinstrumente, alte Seekarten, Truhen und Gemälde aus der Kolonialzeit. Die Gemeinschaftsräume sind mit schweren Holzmöbeln und Teppichen ausgestattet, die den Geist der kastilischen Geschichte heraufbeschwören.

    Die Architektur endet nicht an den Mauern. Der Parador ist von einem subtropischen Garten umgeben, der eine enorme botanische Vielfalt bietet. Hier wachsen Kakteen, Drachenbäume, Palmen und Bougainvilleen. Die Gestaltung folgt dem Prinzip der „Ruheoase“, was den Parador zu einem der stillsten und exklusivsten Orte der Insel macht.

    Besonders sehenswert ist der Blick von der Terrasse bei Sonnenaufgang. Wenn die Sonne hinter dem Teide aufsteigt und das Hotel in goldenes Licht taucht, versteht man sofort, warum dieser Ort für die staatliche Hotelgruppe ausgewählt wurde.
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  • Abendessen im Parador

    9. marts, Spanien ⋅ 🌬 16 °C

    Auf unserer gemeinsamen Reise über La Gomera mit Karin und Bernd haben wir insgesamt nur zweimal in der gleichen Unterkunft übernachtet. Meistens hieß es nach dem Abendessen für einen Teil der Gruppe: „Ab nach Hause“, während die anderen schon da waren. Umso mehr genießen wir es heute, den letzten Abend gemeinsam an einem Ort zu verbringen und uns noch einmal verwöhnen zu lassen.

    Dass wir dabei servicetechnisch genau in einer „Niemandslands-Zone“ zwischen den Zuständigkeiten der Servicekräfte gelandet sind, nehmen wir mit Humor. Alles dauert ein wenig länger – von der Aufnahme der Bestellung über die Getränke bis hin zu den einzelnen Gängen. Doch das kann unsere Stimmung nicht trüben.

    Wir lassen die gemeinsame Wanderreise noch einmal Revue passieren und sind unendlich dankbar für all die wunderschönen Erlebnisse: die steilen Pfade, das fantastische Essen, den fangfrischen Fisch und die herzlichen Begegnungen. Es war eine Zeit voller Highlights, die wir so schnell nicht vergessen werden.
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  • Fährüberfahrt Gomera - Teneriffa

    10. marts, Spanien ⋅ 🌬 18 °C

    Die Rückreise nach Teneriffa gestaltete sich herrlich unaufgeregt und entspannt. Den gesamten Weg über genossen wir die Überfahrt unter freiem Himmel, ließen uns die frische Meeresbrise um die Nase wehen und ließen die Blicke abwechselnd zwischen den schwindenden und näherkommenden Silhouetten der beiden Inseln schweifen. Es war ein friedlicher Moment auf dem Wasser, der perfekt auf unseren letzten Stopp in El Médano einstimmte.Læs mere

  • Letzte Nacht Hotel El Médano

    10. marts, Spanien ⋅ 🌬 19 °C

    Abschied von Teneriffa: Ein Logenplatz über dem Atlantik

    Die Anreise zu unserer letzten Etappe klang in der Theorie denkbar einfach: Ein zwanzigminütiger Fußweg von der Fähre zur Bushaltestelle und dann eine entspannte, anderthalbstündige Fahrt direkt bis nach El Médano. Doch die Realität auf Teneriffas Straßen belehrte uns eines Besseren. Trotz unserer Pünktlichkeit ließ der Bus auf sich warten, und als er schließlich mit einer halben Stunde Verspätung eintraf, staunten wir nicht schlecht über die Menschenmassen, die sich bereits angesammelt hatten. Der Wagen war bis auf den letzten Platz rappelvoll und auch im Gang standen die Passagiere dicht gedrängt. Da wir unser Handgepäck dummerweise mit in den Fahrgastraum genommen hatten, verbrachten wir die Fahrt wie die sprichwörtlichen Ölsardinen – mit den Koffern auf dem Schoß gestapelt und kaum Platz zum Atmen.

    Doch kaum waren wir in El Médano aus dem Bus gestiegen, war der Stress der Anreise wie weggeblasen. Eine kräftige atlantische Brise empfing uns, wirbelte den Sand am Strand auf und trieb die Surfer und Wellenreiter in der Bucht zu Höchstleistungen an. Wir bezogen unser Zimmer im vierten Stock des geschichtsträchtigen Hotels El Médano und nahmen erst einmal auf dem Balkon Platz. Der Blick von hier oben auf das Meer und den direkt unter uns liegenden Strand ist schlichtweg atemberaubend.

    Es ist nicht unser erster Besuch an diesem besonderen Ort. Bereits im November 2022 verbrachten wir hier eine Nacht mit unserem jüngsten Sohn Maurice, um unsere Roller-Tour über die Insel abzuschließen. Schon damals hat uns der Charme des Ortes verzaubert, und die Nähe zum Flughafen ist unschlagbar praktisch, da wir morgen Nachmittag bereits den Heimflug antreten.

    Das Hotel selbst ist ein echtes Unikat. Es wurde bereits in den 1960er Jahren auf den Überresten einer alten Hafenmole errichtet, zu einer Zeit, als der Tourismus auf den Kanaren noch in den Kinderschuhen steckte. Als Pionier des Ortes, der einst nur ein kleines Fischerdorf für den Export von Baumwolle und Tomaten war, bewahrt es sich bis heute einen wunderbaren „Retro-Vibe“. Ein Teil des Gebäudes steht im Pfahlbau-Stil auf Stelzen direkt im Atlantik; bei Flut umspült das Wasser das Fundament und verleiht dem Haus einen ikonischen Schiffscharakter. Es ist so markant, dass es Piloten und Kapitänen seit Jahrzehnten als Orientierungspunkt dient.

    Nach einem ausgiebigen Spaziergang entlang der Küste entdeckten wir ein authentisches kleines Restaurant, in dem wir uns noch einmal frischen Fisch gönnten.

    Den zweiten Kaffee unseres Frühstücks genossen wir auf der berühmten Sonnenterrasse des Hotels, die wie ein Schiffsdeck über dem glitzernden Wasser schwebt und einen Logenplatz mit Blick auf den Roten Berg, die Montaña Roja, bietet. Trotz der Diskussionen um das spanische Küstengesetz, das solche Bauten in der öffentlichen Zone eigentlich verbietet, steht dieses geschichtsträchtige Haus glücklicherweise noch immer an seinem Platz. Es ist der perfekte Ort, um diesen Urlaub bei Meeresrauschen und Geschichte zum Anfassen ausklingen zu lassen.
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  • Reisefazit

    11. marts, Spanien ⋅ 🌬 19 °C

    El Hierro und La Gomera – Die Inseln am Rand der Welt

    Hinter uns liegen erlebnisreiche und erfüllte Tage voller Kontraste auf den kleinsten und ursprünglichsten der Kanarischen Inseln. Was als Reise in den „ewigen Frühling“ geplant war, entpuppte sich als ein tiefes Eintauchen in die ungezähmten Urgewalten des Atlantiks.

    Unsere Highlights und Learnings:
    • Natur in ihrer reinsten Form: Meterhohe, mit Moos und Flechten bewachsene Lorbeerbäume, die im Passatnebel verschwinden, schufen eine Atmosphäre wie aus alten Sagen. Von mystischen Regenwäldern, abgelegenen Wasserfällen und tief eingeschnittenen Canyon-Landschaften bis hin zu rauen Vulkanplateaus und den brachialen Wellen des Atlantiks haben wir auf engstem Raum Landschaften erlebt, für die man sonst über einen ganzen Kontinent reisen müsste. Wir haben hautnah gespürt, wie der „horizontale Regen“ die Inseln speist und wie der Wind die Natur – und unsere Frisuren – formt.

    • Die gewaltigen Barrancos: Mit ihren steilen Terrassenfeldern, die sich wie Treppen die Hänge hinaufziehen, und den tiefen Tälern, die majestätisch zum Meer abfallen, boten sie uns Ausblicke, die jeden einzelnen Höhenmeter wert waren.

    • Kulinarische Belohnungen: Nach den Wanderungen lockten herrliche Einkehrmöglichkeiten mit frischem Fisch, regionalen Spezialitäten, etwas Gofio oder einem Schuss Miel de Palma (Palmsirup), der uns die Energie für den nächsten Aufstieg gab. Nicht zu vergessen: die liebgewonnenen Abende bei Sangria und einem stilechten Barraquito.

    • Spontane Begegnungen: Wer hätte gedacht, dass wir Heiko und Melanie aus Balzhofen kennenlernen, beim Frühstück im Valle Gran Rey den Wiegerts aus Sasbach begegnen, in einer Bar in Imada ein nettes Hamburger Paar treffen oder gemeinsam mit Bettina und Jacob wandern würden? Das alles waren herzliche und inspirierende Momente, die unsere Reise bereichert haben.

    • Das Wetter-Paradoxon: Vertraue hier niemals allein der Vorhersage! Wenn 22°C angekündigt sind, packe trotzdem für 10°C und Sturm. Das Zwiebelprinzip ist überlebenswichtig. Während wir oben im Nationalpark im dichten Nebel fröstelten, glitzerte unten am Meer die Sonne auf den schwarzen Vulkanstränden. Jede Insel ist ein echtes Chamäleon.

    • Höhenmeter sind relativ: Auf beiden Inseln bedeutet „eine kurze Strecke“ oft „viele Treppenstufen“. Die Wege verlangen den Waden, den Gelenken und dem Kreislauf alles ab, belohnen aber mit unvergesslichen Panoramen.

    • Insel-Rhythmus: Geschlossene Restaurants und kleine Pannen gehören dazu. Die Herzlichkeit in den kleinen Bars und eine gemütliche Runde Rummikub wiegen jeden Luxus auf.

    Fazit: Trotz der Nähe zu Teneriffa haben sich La Gomera und El Hierro ihre Ursprünglichkeit bewahrt. Es war eine Reise der Entschleunigung und der Erkenntnis, dass man für die großen Abenteuer oft nur einen kleinen Rucksack, gute Schuhe und die Fähigkeit braucht, sich dem Wind entgegenzustemmen.
    Wir verlassen die Inseln mit bleibenden Erinnerungen und dem festen Vorsatz, die Welt auch in Zukunft zu Fuß zu entdecken – und dabei immer Handschuhe, Mütze, Schal und eine echte Regenjacke im Gepäck zu haben. Denn am schönsten ist es, gemeinsam mit Freunden zu wandern und diese besonderen Erlebnisse zu teilen.
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    Slut på rejsen
    11. marts 2026