Tilcara, Humahuaca und die besten Empanadas
1 de junio, Argentina ⋅ ☁️ 15 °C
Durch die Quebrada de Humahuaca fahren wir Richtung Bolivien zum Ort Tilcara. Dort wollen wir eigentlich die prãkolumbianische Festung Pucará de Tilcara anschauen. Weil wir von Joachim und Jutta gewarnt wurden, dass der Weg dahin sehr schmal und holprig sei, lassen wir unser Womo am Anfang des Ortes stehen und laufen mehrere Kilometer bis dahin. Als wir endlich ankommen, stellen wir fest, dass die Festungsruine montags und dienstags geschlossen ist (heute ist Dienstag)🙈. Ach und der Weg dahin ist mehrere Meter breit und hätte lässig befahren werden können. Frustriert gehen wir in den Ort zurück. Der Ort ist hübsch und auch hier gibt es viele Stände mit Kunsthandwerk oder preiswerten Textilien, die sicherlich in Bolivien noch billiger eingekauft werden. Gerade ist noch der Wochenmarkt in der Markthalle geöffnet und dort kaufe ich lustige bunte kleine Kartoffeln. Auf diese Anden-Kartoffeln war ich schon sehr gespannt, da ich schon vielmals über die große Vielfalt davon gelesen hatte. An einem Stand bietet ein sehr freundlicher Verkäufer seine Empanadas an und schenkt uns jedem eine zur Verkostung. Die sind so lecker und die besten, die wir auf unserer bisherigen Reise gegessen haben, dass wir gleich 6 Stück bestellen.
Mit vollgeschlagenem Bauch fahren wir nach Humahuaca, dem letzten Ort in der Quebrada. Da der Tag sich nun dem Ende neigt, verschieben wir die Besichtigung des Ortes auf den nächsten Tag und fahren direkt einen Campingplatz an mit einem sehr lieben Besitzer und einer schönen heißen Dusche! Am nächsten Tag besichtigen wir den niedlichen Ort Humahuaca. Auch dieser Ort lebt vom Tourismus und demzufolge findet man auch hier den üblichen Touri-Andenkram. Auf der Plaza steht eine wunderschöne Kirche, die rundherum mit Kaktusholz verkleidet ist. Überhaupt stehen hier viele tolle Gebäude im Kolonialstil. Und ganz auffällig, von weitem schon zu sehen, ist ein riesiges Monument für die Helden der Unabhängigkeit, wobei die Figuren vor allem Indigene darstellen. 🤔War der Anteil der indigenen Kämpfer so groß?? Als wir vom Monument, das auf einem kleinen Hügel liegt, wieder runter kommen, stehen unsere Spanier da. Wir lachen alle sehr, dass wir uns nun schon wieder treffen. Vielleicht sollten wir der Einfachheit halber gemeinsam unsere Routenplanung machen.Leer más
Route 9 und frustrierender Besuch des Zollamtes
3 de junio, Argentina ⋅ ☁️ 18 °C
Nun geht es zunächst nach Juyui. Der Ort ist nicht sehenswert und wir steuern ihn nur an, um das dortige Zollamt aufzusuchen. Da uns am letzten Grenzübergang nur ein TIP (Einfuhrgenehmigung für das Fahrzeug) von drei Monaten erteilt wurde, versuchen wir nun beim Zollamt eine Verlängerung zu bewirken, denn wenn wir aus unserem Deutschland-Urlaub zurück kommen, ist die Frist bereits ein paar Tage abgelaufen. In Juyui wird uns jedoch mitgeteilt, dass sie das nicht genehmigen können, weil der Ablauf der Frist noch zu lange hin ist. Aber wir sollen in Salta zum Zollamt gehen, kurz bevor wir nach Deutschland fliegen. Das ist uns zu riskant. So wollen wir gleich morgen zum Zoll fahren. Zunächst fahren wir allerdings die sehr kurvenreiche, enge Route 9 nach Salta. Aber eine wunderschöne Strecke ist es. Ganz plötzlich hört diese trockene Berglandschaft mit dem wenigen Bewuchs auf und verwandelt sich in einen subtropischen Urwald. Die Äste der Bäume hängen gefährlich tief über der Straße und mehr als einmal gibt das neue Kratzer ins Womo. Micha muss höllisch aufpassen, denn an jeder Ecke lauert ein Esel, ein Pferd oder ein anderes Fahrzeug schießt uns mit unfassbarer Geschwindigkeit entgegen. Aber nach den Wochen der Berglandschaft ist es so erholsam für die Augen und die Seele, diesen tiefgrünen Dschungel zu sehen und die Feuchtigkeit endlich wieder auf der Haut zu spüren.
Wir fahren zu einem riesigen Camping Municipal, auf dem es nur noch vier andere Gäste gibt und uns erklärt wird, dass wir nicht bezahlen brauchen, weil die zuständige Chica nur ab und an mal zum Kassieren kommt. Ach, solche Campingplätze sind mir doch die liebsten 😂Leer más
Salta und wieder kein Zoll-Erfolg
4 de junio, Argentina ⋅ ☁️ 16 °C
In Salta fahren wir zu Neumanns Place, wo wir eigentlich unser Womo während der Zeit, die wir in Deutschland sind, stehen lassen wollen. Frank, der Besitzer, ist ein Deutscher, der vor 30 Jahren nach Argentinien ausgewandert ist. Auf dem Stellplatz kann man nur mit seiner Einladung übernachten. Es handelt sich auch nicht unbedingt um einen Stellplatz, sondern viel mehr um sein Haus, in dem man Küche, Bad und Wohnzimmer nutzen darf und ansonsten auf dem riesigen Grundstück, schön auf der Wiese stehen kann. Neben zwei alleinreisenden Deutschen sind auch Jutta und Joachim noch da und wir freuen uns, die beiden wieder zu sehen.
Frank, der in der Overlander-Gemeinde ziemlich bekannt ist, ist schon ein schräger Vogel. Am Nachmittag nimmt uns Frank mit in die Stadt. Leider regnet es, aber wir starten einem HNO Arzt nochmal einen Besuch ab, denn Michas Ohr ist immer noch nicht heile. Toll ist hier, dass man ohne Termin direkt in die Sprechstunde des Arztes kommt. Micha hat eine Belüftungsstörung im Ohr. Außer Druckausgleich ist da gerade nicht viel zu machen.😕
Am nächsten Tag fahren wir bei besserem Wetter mit Uber wieder in die Stadt. Aber eigentlich steht uns gar nicht richtig der Sinn nach Stadtbesichtigung, weil es immer noch unser Zollproblem gibt. Also nächster Besuch beim Zollamt. Ja, es wäre möglich, allerdings müssten wir erst zur Immigrationsbehörde und unser Visum verlängern (wofür? Wir sind ja bis Ende August gar nicht in Argentinien!). Außerdem macht die Immigrationsbehörde erst am Montag wieder auf (nochmal zwei Tage warten) und wir müssten eine Erklärung schreiben, dass das Fahrzeug in der Zeit nicht bewegt wird. Und vielleicht, ja vielleicht wird uns dann eine Verlängerung ausgestellt. Neeee!! Das kommt nicht in Frage! Wir müssen umplanen. Keine Freude kommt auf, als wir im Anschluss durch die wirklich schönen und wohlhabenden Straßen Saltas spazieren. Frustriert fahren wir zu Frank zurück. Der macht gerade ein Asado für alle Gäste. Etwas schräg finden wir schon, dass uns Frank zum Asado einlädt, dann aber so nebenbei sagt, dass es 40.000 Pesos pro Person kostet. Naja, zumindest wird es ein lustiger Abend, denn kurz vorher kommen die Schweizer Claudia und Norbert mit ihrem 6x6 Wohnmobil und die beiden waren schon in so vielen Ländern, dass sie uns den ganzen Abend mit lustigen Geschichten unterhalten.Leer más
Entscheidungslosigkeit und Cachi
6 de junio, Argentina ⋅ ☁️ 14 °C
Am nächsten Morgen wollen wir los. Ja, aber wohin eigentlich?? Meine Idee ist, die Nordroute direkt nach Paraguay zu fahren. Dann hätten wir dort noch Zeit für die Missiones-Route. Die Strecke hat zwar ab und zu Straßensperrungen von Indigenen, aber führt durch zwei tolle Nationalparks. Frank hat Micha den Vogel in den Kopf gesetzt, nach Cachi und Cafayate zu fahren. Wenn man schon hier in der Gegend sei, müsse man diese Orte unbedingt gesehen haben und Michas Einwand, die Straße sei laut unserer Karte nicht asphaltiert, wäre völlig falsch. Unsere Karte wäre veraltet!🤔🤔Cafayate ist ein Weinanbaugebiet. Reizt mich nicht unbedingt. Der argentinische Wein schmeckt mir sowieso nicht so gut. Zunächst fahren wir zum Supermarkt, Vorräte auffüllen und zur Tankstelle. Dort entscheiden wir spontan die empfohlene Strecke von Frank zu fahren. Wenn alle meinen, Cafayate sei so schön, dann fahren wir eben dahin. Zunächst führt die Straße, wie von Frank gesagt, schön asphaltiert durch eine hübsche Bergregion. Nach 30km hört aber der Asphalt auf. Und nein, es ist nicht nur vorübergehend. Fast vier Stunden fahren wir für über 150km auf Ripio. Von wegen, unsere Karte sei veraltet!! Meine Stimmung sackt erstmals auf unserer Reise auf den Tiefpunkt. Ich kann mich auch nicht an der recht schönen Landschaft erfreuen. Nachdem es an bizzaren Felsformationen vorbei führt, gelangt man durch den Nationalpark Los Cardones. Der heißt so wegen der dicht an dicht gedrängten Kandelaberkakteen (Cardones). Kurz vor dem Dunkelwerden kommen wir in Cachi an und finden neben einem jungen Paar aus Brasilien einen netten Platz am Fluss. Den Ort schauen wir uns erst am nächsten Tag an. Viele kleine koloniale Gebäude gibt es da und Handwerkskunst an den vielen Ständen rings um den sehr schönen zentralen Platz. Außerdem findet sich da ein 1000 jähriger Baum, der mit seinen ausladenden Ästen fast die ganze Straße einnimmt. Die ruhige Atmosphäre des Ortes überträgt sich auch auf unsere Stimmung und mit besserer Laune starten wir auf die nächsten 240km Schotterpiste.Leer más
Cafayate und schreckliche Schotterpiste
7 de junio, Argentina ⋅ ☀️ 15 °C
Die Brasilianer vom Parkplatz in Cachi hatten uns schon gewarnt, dass man für die 180km nach Cafayate etwa 5,5h Stunden braucht. Dass die Straße so schlecht ist, hätten wir aber nicht gedacht. Die Luft der Reifen müssen wir ablassen, damit es weniger rüttelt. Aber viel helfen, tut das auch nicht. Durch verlassene kleine Ortschaften fahren wir und auch sonst hat diese Route nicht viel Sehenswertes zu bieten. Kurz vor Cafayate erreichen wir die Felsformation Quebrada de las Flechas. Auf einem kleinen Aussichtspunkt kann man hoch klettern und hat einen faszinierenden Blick auf die Felslandschaft. Nach fast 6 Stunden erreichen wir Cafayate. Und was soll ich sagen, es ist so, wie ich es mir schon vorgestellt hatte: ein nichts sagender Ort mit vielen Wein-Feldern drumherum. Das einzige Schöne sind die vielen schicken Bodegas. Da wir gegen Abend den Ort erreichen, wollen wir nicht noch auf einen Campingplatz, sondern stellen uns zwischen die Wein-Felder, wo wir eine ruhige Nacht verbringen. Am nächsten Morgen fahren wir zum Campingplatz und besuchen eine der vielen Bodegas, wo gerade eine kostenlose Führung und eine Weinverkostung läuft. Naja, irgendwie schmeckt der Wein auch nicht. Bei einer anderen Bodega verlangen sie einen unverschämt hohen Preis für eine Führung und Verkostung und weil sie außerdem noch unfreundlich sind, verlassen wir diese schnell wieder. Wir gehen zum Campingplatz zurück, waschen Wäsche und reparieren wieder mal unsere Dachfenster-Verkleidung, die sich zum wiederholten Male durch die Schotterpiste gelockert hat. Am Abend gehen wir noch wirklich lecker essen. Endlich probieren wir mal die hiesige Spezialität Matambre, eine dünne Fleischscheibe, die meisten wie eine Roulade gefüllt und gerollt wird. Noch dazu gibt es Lifemusik mit traditionellen argentinischen Gaucho-Klängen. Wir sind der Meinung, dass der Abend im Restaurant das einzig lohnenswerte hier in Cafayate warLeer más
Ruinen von Quilmes und Camping mit Thermalbecken
9 de junio, Argentina ⋅ ☁️ 19 °C
Beim Verlassen Cafayates macht sich bei uns ein Gefühl der Erleichterung breit. Vielleicht liegt es daran, dass wir bis Paraguay 1500km vor uns haben und Stellplatz und TIP-Problem noch nicht ganz geklärt sind. Auf jeden Fall fahren wir beide, nun besser gelaunt, zu den Ruinen von Quilmes. Das indigene Volk der Quilmes errichtete im 11.Jhr. eine riesige Stadt mit einer enormen Festungsanlage, um sich u.a. gegen die Inkas zu schützen. Etwa 5000 Menschen sollen hier gelebt haben. Die dicken Mauern sind ein Zeugnis ihrer guten Baukunst. Leider halfen diese auch nicht, als die spanischen Eroberer kamen. Nach einem erbitterten Kampf wurden die Überlebenden zu einem 1000km langen Marsch nach Buenos Aires gezwungen, bei dem nur ein Bruchteil des Quilmes-Volkes überlebte. Nachfahren der Quilmes haben sich wieder in dieser Gegend angesiedelt und und versuchen, ihre Kultur und Sprache wieder aufleben zu lassen. Das Museum und sehr freundliche Angestellte bieten ausführliche Erklärungen. Wir klettern bis auf den höchsten Punkt der Festungsanlage und haben einen wunderbaren Blick auf die am Hang liegenden Ruinen und die dazwischen wachsenden Kandelaberkakteen.
Danach setzen wir unsere Fahrt fort. Sie führt zunächst nochmal auf 3000m durch eine hübsche Bergregion und ziemlich schnell geht es dann durch einen dichten Nebelregenwald, in dem natürlich gerade wieder Nebel und Regen herrscht 😅, in Angst einflößenden Kurven auf 100Hm hinab. Volle Konzentration ist hier notwendig, denn zwischen den Nebelschwaden tauchen aller paar Meter Kühe, Pferde, Esel, Schweine, Hunde und Hühner auf der Straße auf. Ein Pferd hatte es wohl nicht geschafft, einem Auto auszuweichen bzw.umgekehrt. Tot liegt es am Straßenrand.
Vorbei geht es an einer schönen Lagune, aber wir können leider nicht halten, denn wir haben noch über 100km vor uns bis zum Rio Hondo. Dort wollen wir einen Campingplatz am Fluss ansteuern, auf dem es mehrere Thermalbecken gibt. Am Abend kommen wir dort an. Es nieselt zwar etwas, aber der Platz gefällt uns mit der direkten Flusslage und den tollen warmen Becken, die wir ganz für uns allein haben.Leer más
Zwei Tage Fahrt im Regen und Schlammschlacht
12 de junio, Argentina ⋅ ☁️ 14 °C
Die letzten beiden Tage fahren wir fast 800km durch das Armenhaus Argentiniens: dem Santiago del Estero und dem Chaco. Hört sich gar nicht lang an, aber bei den hiesigen Straßen braucht man für 400km fast 6 bis 7 Stunden. Die Armut hier zeigt sich nicht nur an den heruntergekommenen Häusern, sondern auch an den Straßen. Ein Schlagloch reiht sich ans nächste. Übernachtet wird hinter einer Tankstelle. Am zweiten Tag erreichen wir endlich den Grenzort Corrientes, der am Rio Paraná liegt und an dessen gegenüberliegenden Ufer schon Paraguay zu sehen ist. Seit zwei Tagen regnet es ununterbrochen. Eigentlich ist doch jetzt Trockenzeit 🤔. Als wir durch die Stadt fahren, kommt uns ein Wohnmobil entgegen: 😂Wer ist das wohl? Na, wieder unsere Spanier! Unsere Wege kreuzen sich immer wieder!
Wir fahren noch 70km weiter. Am Rio Paraná soll es einen schönen Parkplatz am Sandstrand geben. Unsere Regel: "Nie nach Sonnenuntergang fahren", halten wir heute wieder mal nicht ein. Aber da die Straßen hier gut asphaltiert sind - noch(!), zielen wir den Strandplatz in dem kleinen Ort Paso de la Patria an. Ein Kilometer vor dem Platz hört der Asphalt auf. Auf dem kleinen Weg steht ein Auto und der Fahrer scheint ein Problem zu haben. Kurz darauf haben wir das selbe Problem: der unaufhörliche Regen hat die Straße in ein Schlammfeld verwandelt und die Reifen finden keinen Griff mehr. Wie auf Seife rutscht unser Wohnmobil hin und her. Micha kann gerade noch das Abrutschen in einen Graben verhindern. Es ist dunkel, es regnet und wir haben keine Lust, auszusteigen und zu sehen, wie wir hier am besten heraus kommen. Micha sieht sich schon, die Schneeketten anlegen, aber er startet noch einen Anlauf. Und: Zack, unser bestes Wohnmobil aller Zeiten schafft es, aus der Schlammschlacht heraus zu fahren. Dem anderen Autofahrer können und wollen wir nicht mehr helfen, aber eine Frau aus dem anliegenden Haus hat wohl schon Hilfe geordert. Das Risiko einzugehen, auf diesem Weg weiterzufahren, wollen wir nicht eingehen und so fahren wir zu einer ebenfalls schönen Stellmöglichkeit im Ort auf asphaltierten (!!) Straßen zurück und sind den Abend sehr sehr dankbar, dass der einzige Schaden, der entstanden ist, ein überaus verschlammtes Womo ist.Leer más
Die Missionen - Route: argentinische Seite
12 de junio, Argentina ⋅ ☁️ 17 °C
Die letzten Tage sind wir auf den Spuren der Jesuiten in Argentinien und Paraguay unterwegs. 1588 kamen die ersten Jesuiten nach Paraguay und gründeten bald Siedlungen, sogenannte Reduktionen, in denen mehrere tausend Indigene gemeinsam mit den Padres lebten und von ihnen missioniert wurden. Heute sind noch einige Ruinen, mal mehr, mal weniger gut erhalten, zu besichtigen. Zunächst fahren wir zur argentinischen Mission Santa Ana. Eigentlich versprechen wir uns nicht viel davon, da die Ruinen schon sehr vom Urwald wieder eingenommen wurden. Überraschenderweise bietet aber genau das einen wahrlich mystischen Eindruck. Die enormen Bäume zersprengen die Mauern der Mission. Ein früherer Friedhof wird immer wieder von den kriechenden Schlingpflanzen eingenommen. Überall liegen geöffnete (leere) Särge herum und offene vom Urwald überwucherte Gruften versetzen uns in einen Roman von Edgar Allan Poe.
Danach fahren wir zur Mission Loreto. Nun ist es allerdings schon 18 Uhr. Die Mission öffnet erst am nächsten Tag. Wir fragen, ob wir dort übernachten können. Der Wachmann öffnet uns extra das Tor und wir fühlen uns gut bewacht. Denken wir! Gegen 23 Uhr klopft es an die Tür. Vorsichtig steckt Micha seinen Kopf raus. Eine Polizistin steht davor und erzählt uns, dass wenige Meter hier entfernt ein Gefängnis ist und heute eine Häftling geflohen ist. Ob wir eine verdächtige Person hier gesehen hätten. Na, toll! Da fühlt man sich gerade ganz sicher und dann so was! Richtig ruhig schlafen wir demzufolge auch nicht. Am nächsten Tag besichtigen wir die Mission. Der Wachmann erzählt uns, dass der Häftling in der Nacht gefangen wurde. Von der Mission ist nicht mehr viel erhalten. Auch hier hat der Urwald alles überwuchert. Doch wir bekommen eine private Führung, auf der uns vom Guide so viel Interessantes erzählt wird, dass die fehlenden Bauwerke ausgleicht. Im Anschluss geht es noch zur letzten größeren Mission auf argentinischer Seite, nämlich zur Mission San Ignacio Mini. Die ist am besten erhalten, aber sehr touristisch und gefällt uns nicht ganz so gut, wie die anderen. Nun wollen wir eigentlich mit der Fähre nach Paraguay über den kleinen nahegelegenen Grenzübergang. Doch dieser ist schon geschlossen. Am Wochenende (ab morgen) ist er auch nicht geöffnet, ach, und an Feiertagen auch nicht und der ist am Montag. Also gut. So bleiben wir noch in Argentinien. Micha will sowieso das Deutschlandspiel sehen. (Es ist ja gerade WM) Und so verbringen wir die Nacht am Ufer des Rio Paraná schon mit Blick auf Paraguay.Leer más
Missiones-Route: Paraguay
15 de junio, Paraguay ⋅ ☁️ 15 °C
Über Pousadas geht es nach Paraguay. Das dritte Land auf unserer Reise. Als wir am Grenzübergang ankommen, sind wir erstmal geschockt. Eine meterlange Autoschlange ist vor der Grenze. Wir sind wohl nicht die einzigen, die sich heute überlegt haben, nach Paraguay zu fahren. Wider unserer Erwartungen gehen die Grenzformalitäten jedoch sehr schnell, da Argentinien und Paraguay ein vereinfachtes Grenzverfahren haben. Wir bekommen auch unser T.I.P für 90 Tage. Somit steht unserem Flug nach Deutschland nun wohl nichts mehr im Wege. Hier in Paraguay erscheint uns alles einfacher und unkomplizierter als in Argentinien. Schnell bekommen wir eine SIM-Karte. Die Registrierung erfolgt völlig problemlos. Der Einkauf in einem Supermarkt ist auch viel günstiger als in Chile und Argentinien und auch Geld tauschen, geht unkompliziert.
Die Straßen sind hier zwar oftmals rote Erdpisten, jedoch ist alles schön sauber. Nirgendwo liegt Müll herum.
Wir besuchen die gut restaurierte Mission Jesús de Tavarangüe. Sie ist auf einem weitläufigen Gelände und hat noch einige gut erhaltene Elemente.
Wir fahren wieder zum Rio Paraná uns übernachten dort auf einem schönen Naherholungsgebiet mit Grillhütten, Restaurant und Sanitäranlagen. Im Sommer ist es hier bestimmt sehr voll, aber wir sind wieder mal die Einzigen hier.
Am nächsten Tag fahren wir durch die Städte Hohenau und Obligado, die durch die deutsche Einwanderung sehr geprägt sind. Hier hören wir viele Leute Deutsch sprechen. Es gibt ein Kaffeehaus im Schwarzwald-Stil mit deutschen Kuchen und beim Fleischer Don Otto gibt es leckere deutsche Wurst und die Besitzer erzählen uns von ihren Vorfahren, die vor über 100 Jahren nach Paraguay auswanderten und von den deutschen "Neuankömmlingen", die in den letzten Jahren hier ins Land gekommen sind. Weil wir so trödeln, kommen wir erst gegen 17 Uhr zu unserer letzten Missionsbesichtigung, Trinidad. An manchen Tagen gibt es bei dieser Mission auch eine abendliche Lichtershow. Wir sind zwar zum Abend da, aber an diesem Tag findet dieses nicht statt. Macht aber nichts. Ganz im Gegenteil. Schön sind die Ruinen im Licht der untergehenden Sonne anzusehen.Leer más
Salto Cristal und Capivaras im Stadtpark
17 de junio, Paraguay ⋅ ☁️ 19 °C
Nun haben wir nur noch wenig Zeit, bis wir unserem Womo eine zweimonatige Pause gönnen. Somit fahren wir schon mal in die Richtung Asunción. Auf dem Weg dahin gibt es nicht viel Sehenswertes. Überhaupt hat Paraguay nicht mit großen Highlights aufzuwarten. Macht aber nichts. Uns gefällt es trotzdem. Überrascht sind wir dann von einem der wenigen Highlights, nämlich dem Salto Cristal. Der Weg dahin dauert lang und letzten 20km geht es auf Sandpisten, über ein paar nicht gerade vertrauensvoll aussehende Holzbrücken. Am Ende einer kleinen Ansiedlung meinen wir schon, dass es nicht weiter geht. Aber ein Polizist, den wir fragen, versichert uns, dass es auf einer guten Straße bis zu einem Campingplatz direkt vor dem Wasserfall geht. Naja, als "gut" ist der Weg nicht zu bezeichnen, aber man schraubt ja seine Erwartungen immer weiter runter. Und endlich kommen wir auch an. Ganz einsam stehen wir auf dem Campingplatz und am nächsten Tag wandern wir mit unserem "Guide", einem Hund aus der Nachbarschaft zum Salto. Ganz einfach ist die Wanderung nicht, denn immer wieder muss man über ein paar Felsen klettern. Umso hübscher ist der Wasserfall. Vor allem Micha ist von seiner fast vertikalen Fläche begeistert. Über uns scheinen Affen herum zu klettern, denn unser Begleithund beobachtet aufmerksam die Wipfel der Bäume.
Vom Wasserfall fahren wir in die kleine Stadt Villarrica. Im dortigen Park liegen Wasserschweine, Capivaras. Leider gibt es heute nur zwei. Oder vielleicht gibt es immer nur zwei, aber die sind ganz zutraulich und lassen sich streicheln.
In der Stadt finden wir keinen Übernachtungsplatz. So fahren wir noch ein Stück weiter, aber alles, was sich finden lässt, ist ein Restaurant, wo man uns erlaubt, die Nacht davor neben ein paar LKWs zu verbringen. Als Dankeschön essen wir in dem Restaurant zu Abend.Leer más
Reise-Pause
20 de junio, Paraguay ⋅ ☀️ 13 °C
Drei Tage verbringen wir bei Chris und Astrid auf dem Campingplatz Pequeña Baveira (kleines Bayern). Die Familie ist vor ein paar Jahren nach Paraguay ausgewandert und bietet neben einer Autowerkstatt auch einem Campingplatz und eine Möglichkeit, die Fahrzeuge für längere Zeit abzustellen. Schön ist es da. Und sehr freuen wir uns, dass wir hier unsere Südafrikaner aus San Pedro de Atacama wieder treffen und Thomas, den wir in Salta kennen gelernt haben. Außerdem steht neben uns der Österreicher Alfred und wir stellen fest, dass sein Wohnmobil schon mit uns auf dem selben Schiff nach Montevideo war. Herrlich, wie man hier immer wieder alle mehrfach trifft.
Es gibt einen frechen Affen, der den ganzen Tag Blödsinn treibt und zwei neugierige Ñandús laufen auf dem Gelände herum und picken die Wäscheklammern vom Wäscheständer. Wir sind die ganzen Tage mit Wäsche waschen und Womo sauber machen beschäftigt. Dann bringt uns Astrid zum Flughafen nach Asunción und wir fliegen über Buenos Aires und Rio de Janeiro für die nächsten zwei Monate nach Hause. Ende August setzen wir unsere Reise fort.Leer más














































































































































































Viajero
Genau solche will ich auch noch ausprobieren 🌺
ViajeroSehr lecker waren die, liebe Claudia!