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Abenteuer südliches Afrika

331-dniowa przygoda według Sandra & Philipp Czytaj więcej
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    11 marca 2025

    Schlüssel Übergabe in Rotterdam

    11 października 2024, Holandia ⋅ ☁️ 10 °C

    Unser Reisemobil muss für unsere Reise noch nach Südafrika kommen. Dazu hat uns Duncan (unser Agent) nach Rotterdam beordert.
    Wir fahren über Würzburg und Eindhoven nach Rotterdam, wo wir irgendwo in einer unscheinbaren Halle im riesengrossen Hafen von Rotterdam unseren Landy abstellen und die Schlüssel einem Mitarbeiter in die Hände drücken.

    Wir hoffen das beste und reisen nun mit sehr leichtem Gepäck per Flugzeug zurück nach Hause. Es wird noch etwas dauern, bis es für uns auch endlich los geht.
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  • …es kommt oft anders…

    18 lutego 2025, Szwajcaria ⋅ ☀️ 6 °C

    Anstatt am 31. Dezember voller Vorfreude ins Flugzeug zu steigen und unsere große Reise zu beginnen, hatte mein Körper andere Pläne – im Moment gefühlt keine guten. Statt Kofferpacken gab es Spitalbett, statt Reisefieber, Medikamente. Den zweiten Weihnachtstag habe ich stilecht in der Notaufnahme verbracht, gefolgt von ein paar Tagen im Spital. Ein Flug nach Südafrika? Undenkbar.

    Blöd nur, dass unser Leben in der Schweiz schon in den „Wir sind dann mal weg - Modus“ gewechselt hatte: Jobs gekündigt, Wohnung übergeben, Auto verkauft – ein perfekter Plan, wenn man dann auch wirklich reisen kann. So wurde die Schweiz für uns plötzlich zu einem ungeplanten Survival-Training.

    Trotzdem haben wir die zusätzlichen zwei Monate den Umständen entsprechend gut genutzt. Wir haben Winterstimmungen genossen, Freunde getroffen, ich konnte ein paar wunderbare Flüge mit HB-CEU machen, wir haben gelernt an der Drehscheibe zu töpfern…. Und ständig der Gedanke: gehen wir doch, was sind unsere Alternativen?

    Aber: Aufgeben ist auch dieses Mal keine Option! Nach ausgiebiger Erholungsphase ist die Abenteuerlust wieder da – und diesmal erst recht. Also: Neustart, neuer alter Plan, und ab geht’s ins große Abenteuer! 🚀🌍
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  • Zweiter Take Off und weiche Landung

    11 marca 2025, Afryka Południowa ⋅ ☀️ 30 °C

    Cape Town erwartet uns mit wunderbarem Sommerwetter. Unsere Ankunft verläuft wie am Schnürchen. Unser Mietauto steht bereit, das AirBnB ist genial und wir machen uns direkt auf, die Stadt aus der Vogelperspektive zu bestaunen und besteigen dazu den Lions Head.

    Gestern begaben wir uns auf eine Expedition nach Atlantis – nein, nicht das sagenumwobene versunkene Inselreich, sondern eine weniger glamouröse Version etwa 50 km nördlich von Kapstadt. Ein Ort, den man normalerweise nur besucht, wenn man sich verirrt hat, einen sehr fragwürdigen GPS-Empfang hat oder – so wie wir – unser Abenteuermobil dort geparkt ist.

    Unser treuer Landy wartete tatsächlich noch auf uns. Er stand da, als hätte er die letzten Wochen nichts Besseres zu tun gehabt, und zu unserer Überraschung fehlte ihm nichts. Keine fehlenden Räder, keine mysteriösen neuen Graffitis – ein kleines Wunder!

    Auf dem Rückweg machten wir einen Abstecher zum Bloubergstrand, einem endlos langen weißen Sandstrand mit dem perfekten Postkartenblick auf den Tafelberg. Ein traumhaft schöner Ort – wenn man bei starkem South Easterly (Cape Doctor) Wind nicht gerade damit beschäftigt ist, sich Sand aus den Schuhen und Kleidern zu klopfen…

    Das grosse Ziel von Heute ist es bei einer lekker Tasse Kaffee im Origin einen soliden Plan für unseren Start ins Abenteuer am Montag zu schmieden und dann kurz in einem Outdoor Warehouse einen Adapter für unseren Gaskocher zu organisieren und dann Freunde im botanischen Garten in Kirstenbosch zu treffen. Das Ergebnis? Nichts zählbares. Nach ausgiebigen Überlegungen, Abwägungen und vielleicht der einen oder anderen Tasse Flat White zu viel, steht fest: Wir haben absolut weder einen Plan, noch einen Adapter. Aber hey, es ist ja noch nicht Montag! 😅
    Nur der Besuch im Kirstenbosch Garden war genial und genau nach unser Vorstellung…
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  • Aller Anfang…

    18–20 mar 2025, Afryka Południowa ⋅ ☀️ 36 °C

    Heute ist der grosse Tag. Der Wecker klingelt früh, wir packen unsere sieben Sachen, räumen unser Airbnb und machen uns dann direkt auf ins Origin, unser Kaffee des Vertrauens, gleich um die Ecke. Die Mission ist es einen aktiven Sauerteig in unser kleines Gläschen abzufüllen. Wir nehmen uns vor während unserer Reise unser eigenes Brot zu backen und das nicht einfach irgendwie, sondern jeweils mit unserem eigenen Sauerteig… Wir sind erfolgreich und kriegen eine kleine Portion sauer süsslich riechenden Sauerteig.

    Als nächstes fahren wir mit unserem roten Stadtflitzer auf nach Bloubergstrand, wo wir das Mietauto abgeben und für afrikanische Verhältnisse sehr nahtlos von Tanja abgeholt werden. Sie bringt uns nach Atlantis zu Duncan, wo wir endlich unseren Reise / Abenteuer / Zuhause - Landy abholen.

    Schlüssel umgedreht - und der Gute schnurrt wie ein Kätzchen.

    Doch der Tag ist noch lange nicht zu Ende… wir fahren zurück nach Cape Town, erst ins Safari Center, wo wir uns mit nützlichen / nötigen Gadgets eindecken, dann weiter zu Gas Appliances, wo wir versuchen unseren Kocher von Primus afrikatauglich zu machen… das stellt sich später als komplizierter heraus als gedacht…

    …und dann endlich fahren wir los. Es geht der Westküste entlang nach Norden. Unsere erste Station ist Khwa ttu, wo wir das Erste Mal unser Zelt aufschlagen und uns auf unser grosses Abenteuer einlassen…
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  • !Khwa ttu

    18–21 mar 2025, Afryka Południowa ⋅ ☀️ 31 °C

    Die Ankunft in !Khwa ttu fühlt sich vertraut an. Michael ermöglicht uns im Bush Camp unser eigenes Camp aufzuschlagen. Ein perfekter Ort, um unsere neuen Gadgets zu installieren, unseren Live Saver in Betrieb zu nehmen und eine riesen Auslegeordnung zu veranstalten und alles irgendwo im Landy zu verstauen.
    Schnell wird klar, dass wir viel zu viele Sächelis mit dabei zu haben und ein Erstes Mal wird schon richtig aussortiert.
    Ein paar Dinge lassen wir gleich unter dem Schreibtisch von Michael zurück… ;-)

    Die Gastfreundschaft von Michael und seinem Team ist wunderbar. So verbringen wir viel Zeit im Garten, wo auf einem genialen Niveau gekocht wird und Geschichten erzählt werden.
    Von Melissa und Gerson und allen anderen werden wir so richtig verwöhnt. Michael erzählt uns die Geschichte seines Elefanten Abenteuers in Namibia, wir amüsieren uns köstlich…

    Trotzdem werden wir noch ein kleines bisschen abenteuerlustig und fahren einen Tag nach Yzerfontain und spazieren dem endlos langen Strand entlang.
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  • Cedarberg und Organic Mango Farm

    22–24 mar 2025, Afryka Południowa ⋅ ☁️ 21 °C

    Die Farm auf welcher wir als erstes strandeten, ist eine Mango Farm. Es gibt ein schönes Camp Plätzchen direkt am Fluss und da gerade Mango Ernte vor der Tür steht, bieten wir unsere Hilfe gerne an. Am Montag um 0730 geht es los. Es ist noch ziemlich frisch und die Wolken hängen tief im Tal des Uitkyk Passes.
    Auch den Mangos ist es noch ein bisschen zu kühl und nur wenige sind heute reif um geerntet zu werden. Ein paar hundert Kilos schaffen wir dann aber doch. Die reifen Mangos werden direkt verpackt und sind am nächsten Tag in Cape Town im Geschäft. Die Früchte werden direkt vor Ort in Konfi verarbeitet, getrocknet oder in Würfel eingefroren.
    Die Farm hat verschiedene Früchte, wie Zitronen, Orangen, Nartjies und Spargeln. Mango macht aber den Hauptteil des Umsatzes aus. Pro Jahr werden ca 400 Tonnen Mangos geerntet. Der Kilopreis aktuell sei bei 30 RND, was etwa 1.50 CHF entspricht.
    Jedes Jahr werden 1000 neue Bäume gepflanzt und die bebaubare Fläche ist 750 Ha…
    Ein cooles Erlebnis mitten drin mit dabei zu sein…!
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  • Cedarberg @ it‘s best

    24–27 mar 2025, Afryka Południowa ⋅ ☀️ 21 °C

    Nur ein kleines bisschen weiter, über den Uitkyk Pass auf der Ostseite der Cedarberg finden wir eine neue Bleibe. Ganz in der Nähe sind die bekannten Felsformationen wie die Cracks, der Wolfberg Arch, oder das super bekannte Boulder Mekka Rock Lands.
    Wir nehmen uns vor ein wenig davon zu erkunden. Die Farben, die Felsformationen sind einfach nur eindrücklich. Die Temperaturen, die Trockenheit und die Distanzen ebenso… so sind wir abends dann jeweils komplett fix und foxy und geniessen ein gemütliches Braaii am Feuer in unserem Camp.
    Wir statten auch Keurbosfontein einen Besuch ab. Ein Guesthouse fernab von jeglicher Zivilisation. Das ist das Reich von Justin Bonello (http://justinbonello.com). Ein kreativer Kochvirtuose, welcher hier seine Gäste mit seinen Kochkünsten verwöhnt. Leider ist Justin nicht da. Die Farm ist aber wie eine kleine Oase. Ein wunderbarer Garten mit allen erdenklichen Gemüsen, Früchten, Kräutern usw… spriesst in kargster Steinwüste.
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  • Tankwa-Karoo

    27 marca 2025, Afryka Południowa

    Von den Cedarberg arbeiten wir uns mit einem crazy 4x4 Fahrtag in die Tankwa Karoo. Über Eselsbank fahren wir nach Wupperthal und dann aus den Bergen Richtung Tankwa. Die Strasse ist teilweise in üblem Zustand, Bachbette sind ausgeschwemmt und ziemlich rauh.
    Die Fahrt fordert den Landy das erste Mal so richtig… für die etwas mehr als 160km brauchen wir einen ganzen Tag. Wir überholen oder kreuzen während dem ganzen Tag ein einziges Fahrzeug. Aber was für ein Abenteuer! Die Landschaft besteht aus einem Haufen Nichts und davon so richtig viel.

    Unser Ziel ist der Park. Das Gebiet hat eine Fläche von 137.000 Hektar (ha) und wurde 1986 mit einer Größe von nur 26.000 ha ausgerufen, ist aber noch in der Entstehung (d. h. In der Umwandlung von Weideland in den ursprünglichen Zustand) und bietet so gut wie keine touristische Infrastruktur.

    Jährlich findet im April genau hier das mehrtägige Kunst- und Musik-Festival „AfrikaBurn“ statt. Ein verrücktes alternatives Festival, was von Burning Man in den USA inspiriert ist. Kunst. Freiheit. Staub. Gemeinschaft. Lagerfeuer. Kostüme. Musik. Keine Kommerz. Alles schenken. Alles selbst mitbringen. Alles möglich. Während dem Festival werden mitten in der Wüste riesige Kunstwerke geschaffen, welche dann zu einem Grössten Teil am letzten Abend abgebrannt werden.
    So müsste sich das jeweils in etwa abspielen:

    …Der letzte Abend – der grosse Burn
    Die Sonne ist gerade untergegangen. Die Karoo-Wüste liegt in Dunkelheit, aber die Camps und Mutant Vehicles leuchten in allen Farben.
    Du hörst Trommeln, elektronische Musik, Gelächter – dann wird es plötzlich still.
    In der Ferne siehst du eine riesige Holzstruktur, oft ein kunstvoller Tempel, eine Skulptur oder das "San Clan"-Symbol – das Herzstück der Gemeinschaft.
    Die Menschen versammeln sich drumherum. Manche feiern, manche sitzen still, manche weinen sogar – alle erleben etwas Eigenes.
    Dann... Feuer.
    Langsam steigen die Flammen auf.
    Zuerst knackt das Holz leise, dann schlagen die Flammen höher, Funken fliegen in den Himmel.
    Du siehst tanzende Silhouetten, Umarmungen, Menschen, die loslassen.
    Kein Moderieren, kein Countdown – es passiert einfach.

    …Wenn das Feuer nur noch Glut ist, zerstreuen sich die Menschen wieder – zurück in die Camps, zu Musik, Gesprächen, Umarmungen.
    Es ist bittersüss: Du weisst, es war besonders. Und dass es nie genau so wiederkommen wird

    …Am nächsten Morgen beginnt der grosse Rückbau:

    Jedes Camp, jede Schraube, jedes Seil wird mitgenommen.
    Menschen kehren den Boden, suchen nach Müll – sogar nach Mikropartikeln.
    "MOOP" (Matter Out Of Place) ist das Wort – alles, was nicht zur Wüste gehört, muss weg.
    Selbst Zigarettenstummel oder Glitzerreste werden eingesammelt.
    Warum? Weil die Natur hier nichts vergisst – und weil diese Gemeinschaft ihr Versprechen hält.

    Es gibt kein offizielles Ende – Menschen verlassen das Gelände, wann sie bereit sind.

    Viele verabschieden sich mit langen Umarmungen.
    Manchmal gibt es kleine Abschlussrituale im eigenen Camp – ein letztes Feuer, ein gemeinsames Lied, ein Dank.
    Manche fahren schweigend los, mit Sonnenbrille auf staubigem Gesicht und dem Kopf voller Gedanken.

    Die Strasse zurück ist lang und holprig. Du verlässt Tankwa Town, aber etwas davon bleibt in dir.
    Du wirst noch tagelang den Staub auf deiner Haut spüren –
    und vielleicht noch monatelang das Gefühl:
    "Ich war Teil von etwas, das größer war als ich."

    https://www.afrikaburn.org

    Wir stehen auf der Camp Site, welche dem Festival jeweils als Veranstaltungsort dient. Ein paar verlorene Seelen haben sich hier fest einquartiert. Sind sie noch nicht bereit?
    Unser grosse Burn ist das heisse Kaffee Wasser, welches ich im Kettle zubereite, ein bisschen loslassen, aber vor allem wunderbarer Kaffee in einzigartiger Kulisse…;-)
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  • Sourdough on the Road

    28 marca 2025, Afryka Południowa

    Wie ganz Anfangs kurz beschrieben, haben wir uns vorgenommen während unserer Reise unser eigenes Brot zu backen. Dass das nicht ganz so einfach sein würde, war uns klar… aber wie könnte das überhaupt irgendwie funktionieren…?

    Bis jetzt in etwa so:
    Sourdough "Bush Bread" – inspiriert von Chad Robertson

    Minimalistisches Setup:
    Omnia Gas Backofen
    Gaskocher
    Kühlbox (für Übernachtgare)
    Topf als improvisierter Behälter, Gärkorb usw…
    Stofftuch
    Wetter, Zeit und Route im Blick: Wüstenhitze = schneller Ferment, kalte Nächte = langsamer, Unterwegs = alles etwas kompliziert ;-)

    🧾 Zutaten:
    (angepasst für ca. 1 kompaktes Laibchen, jedoch so ganz ohne Waage)

    Einen guten Haufen Weizenmehl (idealerweise halb hell, halb Vollkorn, in Wahrheit aber irgendwie weiss und sehr fein gemahlen und so ganz anders als zu Hause gewohnt)
    Wasser (gefiltert)
    aktiver Sauerteigstarter (am besten am Vorabend gefüttert, vor allem aber muss er die Schwimmprobe bestehen)
    Salz (1 gehäufter TL)

    ⏱️ On-the-road-Ablauf:

    🌅 Morgen – Teig ansetzen
    Mische Mehl, Wasser und Sauerteigstarter → Mischen mit Löffel (Bulk Fermentation)
    dann Salz und etwas Wasser untermischen
    (alle 30 Minuten "stretch & fold", je nach Temperatur und Sandras Gespüri, sauber mit Einmal Handschuhen)
    Schüssel in den Schatten stellen, am besten im Fussraum Beifahrer, locker bedecken

    ☀️ Nachmittag – Formen
    …funktioniert nicht, daher wegoptimiert
    Abdecken und über Nacht in Kühlbox oder bei kühler Außentemperatur gehen lassen

    🌄 Nächster Morgen – Backen

    Teig vorsichtig in Omnia hineingleiten lassen
    Omnia auf den Gaskocher (besser mit Unterschale)
    Deckel drauf, 5 min auf höchster Vollgas Stufe backen, dann auf niedrigste Stufe stellen und für 45 min weiter backen (je nach Wind, Regen und Aussentemperatur, nach Gefühl anpassen, ohne den Deckel zu heben…🙄)

    🔥 Tipps fürs Offroad-Baking:
    Wenn keine Waage: 1 Becher Mehl ≈ 125 g, 1 Becher Wasser ≈ 240 g
    Starter unterwegs auffrischen: bisschen Mehl & Wasser im Schraubglas, täglich "füttern"

    Temperatur zu hoch? Gärung geht schneller → kürzer fermentieren

    💫 Ergebnis:
    Ein rustikales, leicht säuerliches Brot mit „krachender“ und leicht offener Kruste
    genau wie Chad’s Vision, nur mit Rauch in der Luft, Sand an den Fingern und Sonnenaufgang in der Seele.
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  • Erinnerungen helfen manchmal nicht

    29–30 mar 2025, Afryka Południowa ⋅ ☀️ 22 °C

    Vor etwa 30 Jahren habe ich (Philipp) während meines Aufenthalts in Südafrika längere Zeit in Wilderness verbracht. Das war einer der Gründe, warum wir beschlossen haben, die Karoo zu verlassen und über die Swartberge zur Garden Route zu fahren.

    Die Fahrt dorthin ist traumhaft schön und bietet uns von allem etwas. Unser erster Halt ist in Matjiesfontein, wo wir allerdings beim Versuch, einen Kaffee zu bekommen, vor verschlossenen Türen stehen. In meiner Erinnerung gab es dort einst herrliche Scones im Hotel – schade.

    Stattdessen machen wir Pause in Prince Albert, einem malerischen kleinen Ort in der Karoo. Mit seinen Restaurants, Hotels, Cafés und dem regen Treiben wirkt er lebendig und charmant. Sogar eine kleine Molkerei gibt es, die feinen Käse herstellt.

    Weiter geht’s über den spektakulären Swartbergpass. Von hier aus werfen wir einen letzten Blick zurück in die weite Karoo, bevor wir auf der anderen Seite in Richtung Oudtshoorn hinabgleiten.

    Doch kurz nach Oudtshoorn tauchen wir plötzlich in dichten Nebel. Wir sehen kaum noch die Motorhaube unseres Landys und tasten uns im Schneckentempo weiter Richtung Küste.

    Ab diesem Moment beginnen meine rosaroten Erinnerungen zu verblassen.
    Wilderness empfängt uns grau in grau. Der Ort ist gewachsen, wirkt aber etwas heruntergekommen. Der Campingplatz, den wir direkt auf der Paradise Ridge ausfindig machen, liegt in einem Township – und unter der angegebenen Nummer ist niemand erreichbar. Ich hatte mir vorgestellt, hier mindestens ein paar Tage barfuß am wunderschönen Küstenabschnitt zu verbringen und zu „soaren“.

    Auch das alte Holiday Inn, einst ein beliebter Startplatz für Gleitschirmflieger, ist geschlossen und macht einen verwahrlosten Eindruck.

    Zu allem Überfluss spielt das Wetter ebenfalls nicht mit – für die nächsten Tage ist Regen angesagt. Wir verbringen die Nacht schließlich im Garten eines Hippie-Backpackers und entscheiden morgen weiter zu fahren…

    Hmmm, früher war eben doch alles besser – zumindest in meiner Erinnerung.
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  • J‘Bay

    30 marca 2025, Afryka Południowa ⋅ ☀️ 23 °C

    Obwohl sich das Erlebnis J‘Bay in Grenzen hält, machen wir zum Sonnenuntergang einen langen Wackel an der wunderschönen Beach. In den Wellen, die zu dieser Jahreszeit meist nicht so mächtig sind, tummeln sich auf Kilometern hunderte Delfine spielerisch, surfend, tanzend in den Wellen, Möven stürzen sich auf Fischschwärme und unzählige Fischer versuchen ihr Glück ebenfalls… Wer am erfolgreichsten unterwegs ist, können wir aus der Ferne schwer beurteilen. Ein Unterhaltungsprogramm der ganz besonderer Art ist das Spektakel aber auf jeden Fall.

    J‘Bay ist ein bekannter Surfspot. So ist das Städtchen geprägt von allem, was ein Surfer Herz begehrt. Es gibt einen Skatepark, eine hippe Kaffee Rösterei und unzählige Surfshops. Wir machen stilecht eine ausgiebige Shoppingtour, fahren dann aber „fast“ unverrichteter Dinge weiter.
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  • Erste Safari in nicht sehr wildem Busch

    31 mar–2 kwi 2025, Afryka Południowa ⋅ ☀️ 28 °C

    Wir schlagen unser Lager in Colchester auf, einem kleinen Ort, der vor allem für seine endlosen weissen Wanderdünen bekannt ist, die sich kilometerweit an der Küste entlangziehen wie ein riesiger Sandteppich aus einer anderen Welt.

    Unser Camp liegt direkt an der Lagune, mit freiem Blick auf die majestätischen Dünen. Kein Mensch weit und breit. Nur wir, das Wasser und die wechselnden Stimmungen des Lichts. Ein kleines Paradies, zumindest für den Moment.

    Unsere Pläne auf dieser Reise sind gross. Wir wissen, dass auf unserem Weg gegen Norden zahlreiche spektakuläre Nationalparks und tierreiches Buschland auf uns warten. Doch gleich hier ums Eck liegt einer der bekannteren Parks Südafrikas: der Addo Elephant Park. Im Vergleich zu den weitläufigen, wilden Weiten Namibias oder Botswanas wirkt er zwar fast wie ein Zoo mit Asphaltzufahrt, aber wir geben ihm trotzdem eine Chance.

    Kurzer Exkurs zur Geschichte: Einst wollte man in der Region die Elefanten am liebsten ganz loswerden. Sie galten als Plage, weil sie Felder zerstörten. Ein übermotivierter Grosswildjäger nahm den Auftrag ein bisschen zu wörtlich und schoss kurzerhand 130 Elefanten über den Haufen. Der Schuss ging allerdings im übertragenen Sinne nach hinten los, denn der öffentliche Aufschrei war gross genug, dass man 1930 kurzerhand den Addo Elephant Park gründete. Damals startete er mit 11 Elefanten. Heute leben dort über 600 Dickhäuter. Und mit 1640 Quadratkilometern Fläche ist der Park inzwischen alles andere als klein. Er bietet nicht nur die berühmten Big Five (Elefant, Nashorn, Büffel, Löwe und Leopard), sondern, wie die Parkbetreiber einigermassen stolz verkünden, sogar die Big Seven, denn seit 2019 gehört auch ein Meeresschutzgebiet zur Parkzone, in dem Wale und Weisse Haie zuhause sind.

    Wir brechen früh morgens auf, um die kühleren Stunden zu nutzen. In der Hoffnung, dass sich das Wild genau dann in fotogener Pose präsentiert. Doch offenbar haben die Tiere unseren Zeitplan nicht auf dem Schirm. Die Bilanz des Vormittags: ein einziger Elefant. Immerhin, laut Parkbeschreibung muss man wirklich Pech haben, um keine Elefanten zu sehen. Offenbar wollten wir es genau wissen. Aber gut, es hat auch kräftig geregnet. Und bei voller Wasserbar im Busch, wer würde da noch freiwillig rauskommen?

    Nach einer ausgedehnten Pause samt kulinarischer Stärkung dreht sich das Blatt dann doch noch zu unseren Gunsten. Die Tiere tauchen plötzlich auf wie bestellt. Elefanten in allen Grössen, Büffel, Zebras, Kudus, Impalas, Springböcke und immer wieder speeden Pumbas quer durchs die Gegend. Es ist fast, als hätte der Park auf „Zuruf“ geschaltet.

    Ein wunderbarer Tag im Busch, der uns schon jetzt Lust auf die ganz grosse Wildniss im Norden macht…
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  • Wild Coast - definitiv „not for Sissies“

    3–7 kwi 2025, Afryka Południowa ⋅ ⛅ 23 °C

    Wir machen uns auf den Weg zur Wild Coast. Unser Ziel ist die kleine Fähre am Kei River. Weil wir nicht sicher sind, ob sie überhaupt fährt, legen wir einen Zwischenstopp in Morgan Bay ein, um von dort einen ersten Blick auf die Anlegestelle in Kei Mouth zu werfen. Noch ahnen wir nicht, dass wir vier Tage später immer noch hier sein werden.

    Erst einmal geniessen wir die Fahrt. Hügel um Hügel, Täler, verstreute Siedlungen mit bunten Rondavels, dazwischen Ziegen, Kühe und Schweine auf der Strasse. Ein buntes, lebendiges Bild. Das Wetter ist traumhaft, die Vorfreude gross.

    Die Wild Coast ist genau wie in unserer Vorstellung. Wilde Brandung, schroffe Klippen, endlose, scheinbar unberührte Strände. Doch so wild wie das Meer, zeigt sich bald auch das Wetter.

    In der zweiten Nacht, wir liegen schon im Dachzelt, zieht plötzlich starker Wind auf. Innerhalb von Minuten wird daraus ein Orkan, begleitet von sintflutartigem Regen. Wir halten das Zelt von innen fest, versuchen das Gestänge zu stützen und hoffen, dass das Zelt nicht zusammen klappt. Minuten fühlen sich an wie eine Ewigkeit, eine Stunde vergeht. Draussen tobt das Chaos und wir wagen es nicht, das Zelt zu öffnen.

    Nach zwei Stunden lässt der Sturm nach. Wir klettern hinaus, packen in Windeseile das klatschnasse Zelt zusammen und ziehen in unsere Notunterkunft im Landy um. Erst jetzt sehen wir das Ausmass. Der Camp ist verwüstet, Zelte zerfetzt, Trailer umgestürzt. Bei unseren Nachbarn, die ins nahe Hotel geflüchtet sind, steht nur noch der Kühlschrank unversehrt.

    Rückblickend war unser Entschluss goldrichtig. In der Nacht folgt noch eine zweite Gewitterzelle. Wir sind zwar pflotschnass, aber einigermassen trocken genug und sicher in unserem Blechhäuschen.
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  • Matatiele

    10–11 kwi 2025, Afryka Południowa ⋅ ☀️ 19 °C

    Ein letztes Mal übernachten wir im Eastern Cape, bevor wir Südafrika verlassen. Matatiele liegt am Fusse der Drakensberge, südlich von Lesotho. Von hier aus werden wir morgen über den Qacha's Nek ins Hochland Lesothos weiterreisen.

    Eine Unterkunft finden wir mitten im kleinen Ort, unscheinbar von aussen, doch mit einer besonderen Geschichte. Die Eigentümerin ist gerade dabei, die Sammlung ihres Vaters aufzulösen. Dafür hat sie drei wilde Jungs von der Garden Route engagiert, bekannt dafür, ein gutes Gespür für altes Metall zu haben. Seit fünf Tagen arbeiten sie sich durch die Hallen und Werkstätten, die bis unter die Decke mit Fundstücken aus längst vergangenen Zeiten gefüllt sind: Töfflis, alte Motorräder, ein verrosteter Chevy, Vespas, emaillierte Blechschilder, Kühlerfiguren, Kühlergrills, ein ausrangiertes Go-Kart und in einer staubigen Ecke wartet sogar ein alter Flugzeug Sternmotor auf seinen letzten Auftritt.

    Ihr Vater hatte sich stets vorgenommen, all diese Schätze eines Tages zu restaurieren, sie wieder zum Glänzen zu bringen. Er war ein leidenschaftlicher Sammler, geradezu besessen, aber wie so oft blieb das „Eines Tages“ ein leeres Versprechen. Heute ist er alt, sieht kaum noch, und kann seinen Traum nicht mehr verwirklichen.

    …in stiller Erinnerung daran, wie vergänglich unsere Zeit ist. Wir nehmen uns vor, Dinge nicht auf später zu verschieben, denn irgendwann ist es dann scheinbar wirklich zu spät.
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  • Lesotho ein Königreich im Himmel

    11–13 kwi 2025, Lesotho ⋅ ⛅ 15 °C

    Über den Qacha‘s Nek fahren wir nach Lesotho. Der Grenzübergang verläuft wie am Schnürchen und wir fühlen uns schon richtig willkommen im kleinen Königreich im Himmel.

    Lesotho ist das Land mit dem höchsten tiefen Punkt auf der Welt. Das ganze Land ist über 1400MüM gelegen. Komplett umgeben von Südafrika. Kurvige Pässe, endlose Hochebenen und Dörfer, die wirken, als wäre die Zeit stehen geblieben. Die Menschen leben meist noch traditionell. Zu Pferd, in bunte Decken gehüllt, in Rondavels mit Strohdach. Trotz einfacher Lebensverhältnisse begegnet man überall einer warmen, offenen Herzlichkeit. Natur, Ursprünglichkeit und echtes Afrika sind unsere Erwartungen.

    Wir fahren Richtung Osten, unser Ziel ist der Sehlabatebe National Park. Es gibt hier keine Camp Site, aber wir dürfen uns auf der Hochebene irgendwo hinstellen. Ein Paradies, mit den Steinformationen und den weiten Wiesen. Geier kreisen über unseren Köpfen, keine Menschenseele weit und breit.

    Wir verbringen eine erste bitterkalte Nacht auf über 2400MüM in dickem Nebel in Lesotho.

    Am nächsten Tag geniessen wir die Einsamkeit und erforschen den Park zu Fuss. Bis plötzlich Stimmen, Gelächter, Gesang erklingt. Die School of Business aus Maseru stattet dem Park einen Besuch ab und wir sind scheinbar die grosse Attraktion. Mit viel Popcorn tauschen wir uns aus und wir lernen viel über Lesotho von den gut gebildeten Jungen.

    Die zweite Nacht ist dann Sternenklar, dafür noch einmal einen Zacken kälter…🥶
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  • Regen in Semonkong

    13–16 kwi 2025, Lesotho ⋅ ⛅ 16 °C

    Nächste Station Semonkong und noch immer kein Glück mit dem Wetter… Wir schlafen zwei Nächte bei strömendem Regen in unserem „gemütlichen“ Blechkistchen.
    Wir versuchen den Regen hier einigermassen angenehm auszusitzen.

    Der Ort und die Bekanntschaften machen es uns recht einfach. So treffen wir hier die zwei Youngsters (Tom und Harry) die mit einem Toyota Hilux unterwegs sind und sehr grosse Pläne haben. Nur Tom hat schon den Führerschein. Harry würde auch so gerne fahren, darf aber nicht. Was komplizierend noch dazu kommt, ist dass das Fahrzeug nicht so richtig will. Jeden Tag gibt es ein bush mechanic Problem zu lösen.

    Tag 1: schweissen eines Querlenker Konus Lagers
    Tag 2: schweissen der Ersatzrad Halterung, weil verloren
    Tag 3: elektrisches Problem mit der Masse und Wechsel der Wischer Sicherung (ohne Wischer bei starkem Regen ist nicht lustig…)

    Die Jungs sind aber grenzenlos optimistisch und fahren weiter. Wir werden ihre Reise weiterverfolgen und sind gespannt wie weit Sie kommen.

    Dann ist da Lucas, unser Camp Daddy, Busch Mechaniker mit South African Special Force Vergangenheit und Fliegenfischer.

    Und natürlich das gemütliche Restaurant mit manchmal etwas wifi, exzellentem Kaffee und am Abend einem warmen Feuer. Wir verbringen viel Zeit zusammen, tauschen uns aus, lernen viel. Die Zeit ist super spannend, wir kommen alle aus so verschiedenen Welten!
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  • Bushflying and fly fishing Lesotho Style

    14 kwietnia 2025, Lesotho ⋅ ☁️ 16 °C

    Fischen und Fliegen – zwei Leidenschaften von mir, die in Lesotho auf faszinierende Weise zusammenkommen. Die Semonkong Lodge liegt traumhaft direkt am Ufer des Maletsunyane River und bietet rund sechs Kilometer unberührtes Forellenwasser – eine der best erhaltenen Fischereistrecken im südlichen Afrika. Unterhalb der beeindruckenden Maletsunyane Falls tummeln sich Bach- und Regenbogenforellen sowie Yellow Fish in kristallklarem Wasser. Zwar hatte ich meine Rute nicht dabei, doch dank der zufälligen Begegnung mit Lucas konnte ich ein paar Würfe machen. Die Fliegen waren improvisiert, mein Wurfstil etwas eingerostet – aber ein paar Bisse gab’s dennoch. Und vor allem: Die Szenerie ist schlicht atemberaubend. Der Fluss schlängelt sich durch eine wilde, einsame Landschaft, wie gemacht dafür, sich in ihr zu verlieren.

    Lesotho ist das einzige Land der Welt, dessen tiefster Punkt über 1.400 Meter liegt – ein Gebirgsstaat durch und durch. Viele der abgelegenen Bergdörfer sind nur zu Fuss oder mit dem trittsicheren Basotho-Pferden zu erreichen. Doch wer fliegen kann, hat einen anderen Zugang: Ein Netzwerk von kurzen Bushpisten zieht sich durchs Land, genutzt unter anderem vom Lesotho Flying Doctors Service. Eine dieser Landebahnen liegt auf über 2.300 Metern Höhe, ist keine 600 Meter lang – und endet direkt an einer Klippe. Beim Start hebt das Flugzeug oft erst nach dem Ende der Piste ab – und stürzt sich in einem spektakulären Sinkflug in die Tiefe, bis es endlich trägt.

    Allein die Vorstellung, mit einer kleinen Cessna in diese abgelegene Bergwildnis zu fliegen, die Route der Flüsse zu erkunden und in vollkommener Abgeschiedenheit zu fischen, hat etwas Magisches. Beim nächsten Mal komme ich mit Fliegenrute – und Flieger.
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  • St James Mission

    16–17 kwi 2025, Lesotho ⋅ ⛅ 11 °C

    Unsere geplante Unterkunft? Existiert offenbar nicht mehr. Unser Lesotho-Reiseführer stammt von 2010 – was in diesem Land einer halben Ewigkeit gleicht. Lodges und Camp Sites sind zu Lost Places geworden, einst kaum erkennbare Pfade sind jetzt Asphaltstraßen, andere wiederum zu unpassierbaren Maultierwegen mutiert.

    So landen wir am Ende des Tages eher zufällig auf dem Gelände eines Missionsspitals in Mantsonyane. Wir dürfen unser Zelt auf einer Wiese mitten im Klinikareal aufstellen – und schlafen ein zu einem Soundmix aus Lesotho-Musik, Hundegebell, Gelächter und Pferdewiehern. Tief und fest. Morgens wecken uns Hähne, Kirchengesang und – wieder – viel Gelächter.

    Sandra bekommt eine Tour durch die Klinik: Jede Fachrichtung ist vertreten, wenn auch mit Geräten, die wohl schon einiges erlebt haben. Trotzdem – alles wirkt sauber, professionell und engagiert.

    Mir ist schon am Abend ein Windsack auf einem der Gebäude aufgefallen – und ich fragte mich noch, ob es in Lesotho wohl Helikopter gibt. Früh morgens dann das vertraute Brummen einer Cessna. Sie kreist übers Spital, setzt zum Landeanflug an – und ich traue meinen Augen kaum: Der Flieger setzt direkt vor unserem Zelt auf einer improvisierten Piste auf. Bush Flying vom Feinsten. Mein Herz macht Luftsprünge – wie damals in meinen wildesten Bubenträumen vom Fliegen im südlichen Afrika.
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  • Flussquerung mit ungeahntem Ausgang

    17–18 kwi 2025, Lesotho ⋅ ☀️ 15 °C

    Kurz nach Taba Tseka kreuzen wir zum ersten Mal den Orange River – den zweitlängsten Fluss Afrikas. Der viele Regen der letzten Tage hat das Wasser trüb gefärbt und den Pegel so stark steigen lassen, dass die Brücke überspült ist.

    Wir nähern uns vorsichtig, erst aus der Distanz, dann direkt an die Kante. Die Strömung ist heftig. Wir entscheiden uns zu warten – darauf, dass jemand anderes zuerst durchfährt. Sissies? Yop, aber unser mobiles Häuschen steht auf dem Spiel.

    Bald schon gesellen sich einige Hirtenjungs zu uns, bitten um „sweets“ und sorgen mit ihrer neugierigen, offenen Art für Unterhaltung. Dann rauscht ein Mini-Taxi heran – ohne Zögern, mit viel Schwung und einer eindrucksvollen Bugwelle mitten in den Fluss. Und – wenig überraschend – geht der Motor nach zwei Stotterern mitten auf der Brücke aus.

    Türen auf, Passagiere und viel Gepäck raus. Das Taxi wird unter Einsatz nasser Füsse ans andere Ende geschoben. Wir sehen: Für unseren Landy kein Thema. Also los – mit zwei eher wasserscheuen Jungs setzen wir zur Durchfahrt an. Kein Problem.

    Auf der anderen Seite das ganze Ausmass: 15 Fahrgäste, teils betend, teils fluchend, sitzen samt Gepäck fest. Der Fahrer ist verzweifelt – Motor abgesoffen, nichts geht mehr. Wir einigen uns kurzerhand, das Taxi samt Inhalt ins nächste Dorf zu schleppen.

    Dort angekommen, schraubt der Fahrer seinen Motor direkt am Strassenrand auf. Der Tag neigt sich dem Ende zu – unser Ziel ist wieder mal in weite Ferne gerückt.

    Einer der Passagiere stellt sich als Orts-Counceller heraus. Er hat seine Tochter für die Feiertage aus der Schule in Maseru abgeholt – eine Fahrt von mindestens acht Stunden (ein Weg). Dankbar für unsere Hilfe, bietet er uns an, in seinem Gästezimmer zu übernachten.

    Wir nehmen an. Auf dem nackten Boden zaubern wir uns mit Matten und Decken ein notdürftiges Lager – und erleben eine kalte, aber unvergessliche Nacht im Herzen eines kleinen, abgelegenen Dorfes in den Highlands von Lesotho.
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  • Frieren auf 2900m (Sani Pass)

    18–20 kwi 2025, Lesotho ⋅ ☁️ 9 °C

    Wir bleiben noch etwas in der Höhe von Lesotho, genauer auf dem Sani Pass.
    Die Temperaturen ändern sich nur in die eine Richtung, so beschliessen wir uns ein Rondavel mit heisser Dusche, Gas Heater und heated blanket zu gönnen. Alles drehen wir auf das absolute maximum, um wieder wenigstens nur ein bisschen aufzuwärmen…

    Morgen haben wir noch einen grossen Plan, wir werden versuchen den höchsten Berg in Lesotho von hier aus zu besteigen.
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  • Thabana Ntlenyana (3482m)

    20 kwietnia 2025, Lesotho ⋅ 🌙 2 °C

    Heute um 6:00 Uhr hat uns ein ganz seltsames Geräusch aus dem Schlaf gerissen. Es war nicht der Ruf eines Esels oder das Flattern der Zeltplane – nein, es war ein Wecker. Schon fast vergessen, wie sich das anhört.
    Um 6:30 Uhr ging’s dann los, auf zur Besteigung des Thabana Ntlenyana (3.482 m), dem höchsten Berg Lesothos – und gleich auch dem höchsten Gipfel südlich des Kilimandscharo. Das macht sich gut im Lebenslauf.
    Die Pfützen waren gefroren, die Bachränder knusprig vereist, aber die Morgenstimmung war einfach magisch. Wir wanderten durch scheinbar menschenleere Täler – bis wir merkten: Allein waren wir nicht. Aus den Strohhütten stieg Rauch, überall Schafe und Hirten mit Gummistiefeln. Jetzt wissen wir auch, warum.

    Auf dem Weg zum Gipfel querten wir unzählige Bäche und Pfützen. Trockene Füsse? Ein schöner Traum.
    Aber: Die Tour ist technisch einfach – nur eben 24 km lang. Am Ende stehen wir, gut durchgelüftet und mit nicht nur nassen Socken, auf dem Dach von Lesotho. Was für ein Blick über die Drakensberge. Der Thabana Ntlenyana ist gleichzeitig auch unser erster landeshöchster Gipfel.
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  • Sani Pass, auf historischem gravel

    20 kwietnia 2025, Afryka Południowa ⋅ ☁️ 11 °C

    Heute ging’s über den legendären Sani Pass zurück nach Südafrika. Nicht umsonst ranken sich unzählige Erzählungen über diesen Pass, die Fahrt ist wirklich eindrücklich.
    Auf knapp 2.900 müM gestartet, windet sich die Schotterstraße in engen Kurven durchs Drakensberg-Gebirge hinunter bis nach Underburg auf nur mehr 1.500 müM endet.
    Ursprünglich ein Maultierpfad für Händler, wurde der Pass erst in den 1950er Jahren für Fahrzeuge „ausgebaut“.​

    Am 26. Oktober 1948 bezwang der ehemalige RAF-Pilot Godfrey Edmonds als Erster den Pass mit einem Willys Jeep – unterstützt von vielen Basotho-Helfern, Seilen und Maultieren.

    1952 überführte dann Alwyn Bisschoff einen Land Rover Series I über den damals noch unbefestigten Pass, um die Geländetauglichkeit des Fahrzeugs zu testen. Diese Fahrt war Teil eines Projekts der britischen Kolonialverwaltung, die Land Rover in der Höhe erproben wollte.

    73 Jahre später kommen wir ebenfalls mit einem Land Rover und meistern die Strecke ganz ohne Hilfe von Basotho’s oder Maultieren. Jedoch wahrscheinlich auch nicht mit ganz so viel Nervenkitzel wie dazumal.

    Wir fahren nach Underberg, wo wir uns während einer ganzen Woche Regen auf der Khotso Farm verkriechen.
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